{"id":13802,"date":"2026-03-15T11:00:20","date_gmt":"2026-03-15T10:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13802"},"modified":"2026-03-20T12:20:18","modified_gmt":"2026-03-20T11:20:18","slug":"predigt-1-korinther-121-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-korinther-121-4\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Korinther 12,1-4"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1.Korinther_12_0104-P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1.Korinther_12_0104-P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_korinther\/12\/1-4?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gaben und Dienste<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDarum erkl\u00e4re ich euch: Keiner, der aus dem Geist Gottes redet, sagt: Jesus sei verflucht! Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Korinther 12,3)<\/p>\n<p>Wir Christen glauben an einen Gott, der sich in drei Personen offenbart hat: Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Die Bibel sagt, dass die Menschen, die an Jesus glauben, den Heiligen Geist empfangen, d.&nbsp;h., Gott selbst f\u00e4ngt an, in unseren Herzen zu wohnen. Wenn Gott in uns wohnt, dann bleibt das nicht ohne Folgen. Was w\u00fcrden wir auch anderes erwarten? Wenn der Heilige Geist in uns wohnt, dann werden merkw\u00fcrdige und au\u00dfergew\u00f6hnliche Dinge passieren. Wir erfahren, wie eine Kraft, die nicht von dieser Welt ist, in uns und durch uns anf\u00e4ngt zu wirken. Und wir bekommen das, was der Text Gaben des Geistes nennt. Im heutigen Text geht es um diese Gaben und wie diese Gaben in der Gemeinde zum Einsatz kommen sollten.<br \/>\nMeines Erachtens ist das Hauptziel einer Predigt, die frohe Nachricht von Jesus zu verk\u00fcndigen. Aus dieser Warte aus betrachtet, ist unser Text heute nicht einfach zu predigen. Es ist ein Text, der sich wunderbar f\u00fcr einen theologischen Vortrag eignet. Man kann auch sehr gut dar\u00fcber diskutieren. (Und der Inhalt wurde auch schon im Lauf der Kirchengeschichte sehr heftig und kontrovers diskutiert. Es haben sich schon einige Gemeinden dar\u00fcber zerstritten). Die Lehren dieses Textes richten sich ganz klar an Menschen, die bereits mit Jesus unterwegs sind. Aus diesem Grund m\u00f6chte ich etwas tiefer auf die drei einleitenden Verse eingehen. Die sind f\u00fcr alle sehr relevant. Diese Worte sind f\u00fcr dich, egal ob du an Jesus glaubst oder nicht. Aufgrund des Textes gibt es drei Fragen, \u00fcber die wir nachdenken wollen: erstens, wem wir dienen, wenn wir den Geist nicht haben; zweitens, wem wir dienen, wenn wir den Geist haben; drittens, wie dieser Dienst aussieht \u2013 mit ein paar praktischen Hinweisen.<\/p>\n<p><strong>1. Wem wir dienen, wenn wir den Geist Gottes nicht haben<\/strong><\/p>\n<p>Vers 1 gibt uns einen wichtigen Anhaltspunkt, wo wir uns im Brief befinden: \u201eAuch \u00fcber die Gaben m\u00f6chte ich euch nicht in Unkenntnis lassen, meine Br\u00fcder und Schwestern.\u201c Kurz zu Erinnerung: In den ersten vier Kapiteln hatte Paulus das gr\u00f6\u00dfte Problem der Gemeinde angesprochen: Spaltungen und tiefer Zwist. In den folgenden Kapiteln geht er dann nacheinander auf verschiedene Fragen und Themen ein, die von den Korinthern selbst ins Spiel gebracht wurden. Die Christen in Korinth hatten Paulus einen Brief geschrieben, in dem sie ihm Verschiedenes berichtet hatten und auch verschiedene Fragen gestellt hatten. Eine der Fragen war, was es mit den Gaben des Geistes auf sich hat. Und hier in Vers 1 sagt Paulus, dass er jetzt auf diese Frage eingeht. Paulus startet einen neuen Diskurs, der bis zum Ende von Kapitel 14 reicht.<br \/>\nWas genau, war das Problem? Und was genau war die Frage, die Paulus gestellt wurde? Gute Frage. Ich hatte fr\u00fcher schon einmal erkl\u00e4rt, dass uns bei den Paulusbriefen leider nur eine Seite der Konversation erhalten geblieben ist. Es ist, als ob wir einer Person beim Telefonieren zuh\u00f6ren. Wir h\u00f6ren nur die H\u00e4lfte des Gespr\u00e4ches und m\u00fcssen versuchen aus dieser H\u00e4lfte zu rekonstruieren, worum es geht. Und das ist hier nicht sehr einfach. Wir k\u00f6nnen folgendes vermuten: Die Gemeinde von Korinth war eine Gemeinde, in der die Gaben des Heiligen Geistes eifrig praktiziert wurden. Aber die Art und Weise, wie diese Gaben zum Einsatz kamen, f\u00fchrte dazu, dass damit mehr Schaden angerichtet wurde, als dass dadurch geholfen wurde. Wir k\u00f6nnen auch vermuten, dass die Geistesgaben dazu f\u00fchrten, dass es eine Zweiklassengesellschaft in der Gemeinde gab: Diejenigen, die mit besonderen Gaben gesegnet waren, f\u00fchlten sich als etwas Besseres; sie hielten sich f\u00fcr die geistliche Elite, f\u00fcr diejenigen, die Gott besonders nah waren, d.&nbsp;h., sie waren arrogant und schauten auf die anderen herab.<br \/>\nDas scheint der Grund zu sein, weshalb Paulus in den Versen 2 und 3 ein wenig ausholt, bevor auf das eigentliche Thema zu sprechen kommt. Vers 2. \u201eAls ihr noch Heiden wart, zog es euch, wie ihr wisst, mit unwiderstehlicher Gewalt zu den stummen G\u00f6tzen.\u201c Wem oder was dienen wir, wenn wir den Geist Gottes nicht haben? Die Antwort ist, stummen G\u00f6tzen.<br \/>\nWie die meisten von euch wissen, war die Antike voll von vielen G\u00f6tzen. Und f\u00fcr die G\u00f6tzen gab es \u00fcberall Tempel, so auch in der Stadt Korinth. Das Interessante ist, dass Paulus hier beschreibt, dass diese G\u00f6tzen eine gro\u00dfe Anziehungskraft aus\u00fcbten. Die Einheits\u00fcbersetzung schreibt hier \u201emit unwiderstehlicher Gewalt\u201c. David Garland beschreibt das sehr anschaulich in seinem Kommentar: \u201eDieser Ausdruck passt zum Alltag einer hellenistischen Stadt wie Korinth (R. Horsley \u00fcbersetzt ihn mit \u00bbihr wurdet zu stummen G\u00f6tzenbildern abgef\u00fchrt\u00ab). Man kann das auf die sogenannten pomp\u0113 beziehen, eine kultische Festprozession, bei der die Teilnehmer gew\u00f6hnlich eine heilige Route entlangzogen. Am Ende der Prozession stand der Zug der Anh\u00e4nger vor den Bildern des Heiligtums. Es war eines der \u00f6ffentlichsten, aufwendigsten, teuersten und aufregendsten Ereignisse im \u201aliturgischen Jahr\u2018 eines Heiligtums. Nicht alle der korinthischen Konvertiten \u2013 falls \u00fcberhaupt welche \u2013 waren Mitglieder ekstatischer Kulte, aber alle ehemaligen Heiden in der Gemeinde hatten wohl irgendwann einmal an einem G\u00f6tterumzug teilgenommen, da religi\u00f6se Prozessionen ein \u00e4u\u00dferst verbreitetes Element der griechischen und r\u00f6mischen Religionsaus\u00fcbung waren.\u201c<br \/>\nMeine naive Vermutung ist, dass niemand von uns an solchen G\u00f6tterm\u00e4rschen durch die Stadt teilgenommen hat. In der Mitte unserer Stadt steht kein Tempel von Zeus, Apollo oder Artemis. Aber die Bibel sagt, dass wir alle von G\u00f6tzen angezogen sind, und zwar mit unwiderstehlicher Macht. Die G\u00f6tzen hei\u00dfen heute anders. Damals wie heute geht es um genau dasselbe: Macht, Geld und Sex.<br \/>\nIch gebe euch nur ein Beispiel. In dem Buch Der Herr der Ringe, gibt es einen Ring, von dem viele verf\u00fchrt werden. Dieser Ring wurde vom Erzb\u00f6sewicht Sauron geschmiedet, um alle in Mittelerde zu knechten und zu unterwerfen. Sauron wird besiegt, und der Ring geht erst einmal verloren. Sp\u00e4ter wird der Ring von einem Hobbit namens Smeagol gefunden. Der Ring gibt ihm neue F\u00e4higkeiten und verleiht ihm ein unnat\u00fcrlich langes Leben. Aber der Ring tut noch etwas anderes. Es vergiftet sein Herz und ver\u00e4ndert ihn zu einem h\u00e4sslichen Wesen, das besessen ist von diesem Ring. Das, was der Ring symbolisiert, ist Macht. Die Faszination von Macht ist so alt wie die Menschheit selbst.<br \/>\nFrage: Ist euch aufgefallen, wie \u00e4hnlich Machtmenschen, Diktatoren, Autokraten \u00fcberall auf der Welt sind? Seit jeher bauen praktisch alle Alleinherrscher einen Personenkult auf: \u00dcberall in ihrem Reich sieht man gro\u00dfe Statuen und Bilder von ihnen. Autokraten lieben es, gehuldigt zu werden: In aller \u00d6ffentlichkeit m\u00fcssen ihre Untertanen sie preisen und ihnen sagen, wie toll sie sind, weil sie das brauchen. Autokraten lieben es, ihre Macht zu zelebrieren: Sie liebe gro\u00dfe Aufm\u00e4rsche und Milit\u00e4rparaden. Autokraten lieben auch riesige und pomp\u00f6se Architektur. Es gibt noch viele weitere Gemeinsamkeiten. Was ich damit sagen will: Gestern wie heute gab es und gibt es unz\u00e4hlige Menschen, die besessen sind vom Ring der Macht.<br \/>\nUnd vielleicht gibt es in dir \u00e4hnliche Tendenzen. Vielleicht hast du ein fragiles Ego, das davon abh\u00e4ngig ist, von anderen st\u00e4ndig gelobt und anerkannt zu werden. Vielleicht befinden sich in dir \u00e4hnliche Tendenzen der Selbstzentriertheit, dass es immer vor allem um dich geht. Vielleicht hast du Tendenzen, andere kontrollieren zu wollen. Vielleicht bist du besessen davon, immer deine eigenen Interessen durchsetzen zu m\u00fcssen, dass du daf\u00fcr bereit bist, andere auszubooten oder dir zumindest w\u00fcnschen w\u00fcrdest, sie w\u00fcrden aus dem weg gehen. Viele haben ganz \u00e4hnliche Tendenzen, der Faszination der Macht \u00fcber andere zu erliegen; und von dem Ring der Macht vergiftet zu werden. Warum tun wir das? Weil wir der Illusion erliegen, dass diese Art von Macht uns gl\u00fccklich machen kann. Smeogol ist Gollum geworden, weil er dachte, dass der Ring ihm Gl\u00fcck und Zufriedenheit schenken kann. Das genaue Gegenteil war der Fall. Die Macht ist der stumme G\u00f6tze, welche sein Leben ruinierte.<br \/>\nFakt ist, wir alle dienen etwas. Wir alle sind etwas oder jemandem erlegen. Da gibt es keine Ausnahmen. Die Frage ist nur wem wir dienen.<\/p>\n<p><strong>2. Wem wir dienen, wenn wir den Geist Gottes haben<\/strong><\/p>\n<p>In Vers 3 f\u00e4hrt Paulus fort: \u201eDarum erkl\u00e4re ich euch: Keiner, der aus dem Geist Gottes redet, sagt: Jesus sei verflucht! Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.\u201c Die Tatsache, dass Menschen mit dem Geist erf\u00fcllt sind, \u00e4u\u00dfert sich darin, dass sie Jesus als Herr bekennen. In R\u00f6mer 10,9 hei\u00dft es: \u201eDenn wenn du mit deinem Mund bekennst: Jesus ist Herr \u2013 und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden.\u201c<br \/>\nVielleicht fragt ihr euch: Was ist daran so besonders, mit dem Mund diese Worte auszusprechen, dass Jesus der Herr ist? Kann das nicht einfach jeder sagen? Zwei Hinweise dazu. Zum einen, zu sagen, dass Jesus der Herr ist, kann man vielleicht ein ganz klein wenig damit vergleichen, wenn ich sagen w\u00fcrde, dass ich mit G. verheiratet bin. \u201eIch bin G.\u2019s Ehemann\u201c ist eine Aussage, die ich nur dann machen sollte, wenn diese Aussage wahr ist, und wenn ich das meine. Hinter der Aussage steckt ein gemeinsames Leben, Pflichten, Aufgaben, Verantwortung, Dienst aber auch die Freuden einer liebevollen Beziehung. Zu sagen, dass Jesus der Herr ist, kommt mit einem Leben einher, das damit im Einklang stehen muss.<br \/>\nZum anderen m\u00fcssen wir verstehen, dass die Aussage, dass Jesus der Herr ist, im r\u00f6mischen Reich \u00fcberhaupt nicht einfach war. Wenn Jesus der Herr ist, bedeutet es, dass der r\u00f6mische Kaiser nicht der Herr ist. K\u00f6nnen wir uns vorstellen, weshalb das eine politisch brisante Aussage war? Paulus macht die schockierende Aussage, dass keiner, der aus dem Geist Gottes redet, sagen kann, dass Jesus verflucht ist. Hundert Jahre sp\u00e4ter hat man Christen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, wenn sie sich geweigert haben, Jesus zu verfluchen. \u201eJesus ist der Herr\u201c ist keine einfache und billige Aussage. Es ist eine Aussage, die unser Leben kostet. Wir k\u00f6nnen das nur sagen, wenn wir diesem Jesus wirklich untertan sind und ihm dienen.<br \/>\nIch habe gesagt, dass wir alle etwas oder jemandem dienen. Was ist dann der Unterschied zwischen einem Leben im Dienst von stummen G\u00f6tzen im Vergleich zu einem Leben im Dienst Jesu? Ist das nicht Jacke wie Hose, wem man dient? Ich m\u00f6chte euch drei Unterschiede nennen.<br \/>\nZum einen, die Motivation, weshalb wir dienen, unterscheidet sich radikal. Wenn du Geld, Karriere, Liebe, Sex oder Macht dienst, dann dienst du, um gerettet zu werden. Wenn du Jesus dienst, dann dienst du, weil du von ihm bereits gerettet wurdest. Eine wunderbare Illustration stammt aus dem Film \u201eChariots of Fire\u201c, In diesem Film geht es um zwei Athleten, die als L\u00e4ufer bei den olympischen Spielen 1924 in Paris antreten: Harold Abrahams und Eric Liddell. Vor dem wichtigsten Lauf sagt Abrahams folgendes: \u201eUnd in einer Stunde werde ich wieder dort drau\u00dfen sein. Ich werde den Blick heben und den Korridor hinunterblicken; einen Meter breit, mit zehn einsamen Sekunden, um meine Existenz zu rechtfertigen. Aber werde ich das schaffen?\u201c Abrahams l\u00e4uft, um sich zu beweisen; um sich und den anderen zu zeigen, dass sein Leben einen Wert hat; dass er jemand ist. Er hat 10 Sekunden, in denen er versucht, sich selbst zu retten.<br \/>\nDer Christ Eric Liddell hat eine v\u00f6llig andere Herangehensweise. Er erf\u00e4hrt, dass der 100m-Lauf an einem Sonntag ist und weigert sich deshalb, am Lauf teilzunehmen, weil er den Sonntag heiligen will. Weil sein Teamkollege seinen Platz an ihn abtritt, kann Liddell am Staffellauf teilnehmen. \u00dcber das Laufen sagt Liddell folgendes: \u201eIch glaube, Gott hat mich zu einem bestimmten Zweck geschaffen \u2013 aber Er hat mich auch schnell gemacht. Und wenn ich laufe, sp\u00fcre ich, dass Er Freude daran hat.\u201c Wie anders ist das! Liddell muss nicht laufen, um zu gewinnen. Er hat niemanden etwas zu beweisen. Aber wenn er l\u00e4uft, wenn er das Talent, das Gott ihm gegeben hat, einsetzt, dann sp\u00fcrt er wie Gott sich \u00fcber ihn freut. Er dient Gott, weil er bereits gerettet wurde.<br \/>\nHier ist der Punkt: Jesus, der Sohn Gottes, hat sich f\u00fcr uns dahingegeben, um uns zu retten. Wenn du an ihn glaubst, wirst du gerettet, weil Jesus das Leben gelebt hat, das wir h\u00e4tten leben sollen; und weil er den Tod gestorben ist, den wir h\u00e4tten sterben sollen. Wir werden nicht aufgrund von dem gerettet, was wir tun, sondern, aufgrund dessen, was Jesus f\u00fcr uns getan hat. Wir dienen Jesus, weil er uns gerettet hat, nicht um von ihm gerettet zu werden. Das ist eine Motivation, die sich radikal von allen Motiven unterscheidet, weshalb wir dienen.<br \/>\nDer zweite Unterschied ist eng damit verbunden. Wenn du dienst, um gerettet zu werden, geht es im Dienst in erster Linie um dich. Abrahams sagte, dass er 10 Sekunden hatte, seine Existenz zu rechtfertigen. Er impliziert damit, dass er sich im Prinzip selbst dient. Diese Art des Dienens macht uns selbstzentrierter. Aber wenn du dienst, weil du bereits gerettet wurdest, dann geht es nicht mehr l\u00e4nger um dich. Du wirst befreit, um an anderen zu denken. Wir werden frei, selbstlos zu werden.<br \/>\nHier ist ein Grund, warum das wichtig ist. Wenn wir wirklich anderen dienen, dann werden wir erf\u00fcllt. Es gibt kaum etwas Erf\u00fcllenderes und Sch\u00f6neres, wenn man echte N\u00f6te adressieren und anderen helfen kann. Aber das geht nur dann, wenn wir anderen nicht deshalb dienen, um erf\u00fcllt zu werden. Denn wenn wir anderen dienen, um erf\u00fcllt zu werden, dann geht es nicht um die anderen, sondern um uns selbst; wir dienen uns selbst. D.&nbsp;h., die einzige Art und Weise die Erf\u00fcllung eines Dienstes f\u00fcr Jesus zu erfahren, ist die, dass wir Jesus dienen, ohne dass es um uns geht.<br \/>\nDer dritte Unterschied ist der: Wenn du anderen Herren dienst, ist das am Ende des Tages ein unglaublich hartes Leben; die G\u00f6tter, denen wir dienen, vergeben uns nicht unsere Fehler und Niederlagen; wenn wir versagen, dann fallen wir richtig; die G\u00f6tter legen uns ein schweres Joch auf. Aber wenn wir Jesus dienen, kommen wir sehr schnell zur Feststellung, dass Jesus ein unglaublich gn\u00e4diger und freundlicher Herr ist; Jesus ist voller Vergebung. Die Last, die er uns zu tragen gibt, ist leicht. Jesus selbst hat von sich gesagt: \u201eKommt alle zu mir, die ihr m\u00fchselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin g\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig; und ihr werdet Ruhe finden f\u00fcr eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.\u201c<br \/>\nDas sind die zwei unterschiedlichen Optionen, die wir haben. Entweder wir werden mit unwiderstehlicher Gewalt zu stummen G\u00f6tzen gef\u00fchrt; oder aber wir haben Jesus als unseren Herrn, dem wir dienen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>3. Wie dieser Dienst aussieht<\/strong><\/p>\n<p>Was lernen wir \u00fcber die Gaben, die Gott durch seinen Geist schenkt? Verse 4\u20136: \u201eEs gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kr\u00e4fte, die wirken, aber nur einen Gott: Er bewirkt alles in allen.\u201c Dreimal verwendet Paulus das Wort \u201everschieden\u201c und dreimal sagt er, dass es nur einen Geist, einen Herrn und einen Gott gibt. Die Gaben sind vielf\u00e4ltig, aber der Ursprung ist der eine Gott. In den Versen 7\u201310 werden verschiedene Gaben aufgelistet. F\u00fcr uns ist es wichtig zu verstehen, dass diese Liste nicht den Anspruch erhebt vollst\u00e4ndig zu sein. Paulus gibt hier Beispiele, vermutlich mit einem Fokus auf das, was f\u00fcr die Gemeinde in Korinth von besonderer Relevanz war.<br \/>\nHier sind die Gaben im Schnelldurchlauf: die Gabe, Weisheit mitzuteilen bedeutet, dass man geistliche Einsichten auf eine hilfreiche und zeitgem\u00e4\u00dfe Weise einbringen kann; wie wir in den ersten Kapiteln von 1. Korinther gesehen hatten, ist die Weisheit Gottes das Evangelium, die Tatsache, dass Jesus f\u00fcr uns am Kreuz gestorben ist. Die Gabe Erkenntnis zu vermitteln ist nicht ganz eindeutig, aber bedeutet wahrscheinlich, dass man \u00fcbernat\u00fcrlich empfangenes Wissen weitergeben kann, also eine Art prophetische Einsicht. Glaube ist ebenfalls eine Gabe: gemeint ist hier vermutlich die F\u00e4higkeit spezifisch an etwas Besonderes zu glauben, was Gott tun wird und dadurch andere zu ermutigen. Die Gabe Kranke zu heilen ist selbsterkl\u00e4rend, und doch sehr geheimnisvoll: Paulus heilte in seinem Dienst viele Menschen, in Lystra, auf Malta, in Ephesus; und gleichzeitig erf\u00e4hrt dieser Apostel wie andere geliebte Menschen in seiner Umgebung nicht geheilt werden: Epaphroditus war so krank, dass er fast daran gestorben w\u00e4re, Trophimus musste krank in Milet hinterlassen werden. Die Kraft Machttaten zu vollbringen bezieht sich auf Wunder au\u00dferhalb von Heilungen. Prophetische Rede bedeutet nicht unbedingt, dass man die Zukunft vorhersagen kann, sondern dass jemand inspiriert durch den Heiligen Geist spricht. Die F\u00e4higkeit, Geister zu unterscheiden ist uneindeutig, aber k\u00f6nnte sich darauf beziehen, dass man Prophezeiungen unterscheiden kann. Und schlie\u00dflich zuletzt die Zungenrede und die F\u00e4higkeit das zu \u00fcbersetzen. Zungenrede ist eine besondere Form des Gebets, in welcher der Betende in einer Sprache spricht, die nur Gott versteht.<br \/>\nEs gibt verschiedene Versuche und M\u00f6glichkeiten diese Gaben zu gruppieren. Vern Poythress machte eine ganz hilfreiche Einteilung, wie ich finde. Hier ist das, was er schreibt: \u201eDas Wirken Christi f\u00fcr uns l\u00e4sst sich gut unter der traditionellen Dreifaltigkeit der \u00c4mter einordnen: Prophet, K\u00f6nig und Priester. Christus spricht zu uns (Prophet), er herrscht \u00fcber uns (K\u00f6nig) und er gibt sein Leben im Dienst f\u00fcr uns hin (Priester). [\u2026] Alle in R\u00f6mer 12, 1.Korinther 12 und Epheser 4 erw\u00e4hnten Gaben lassen sich grob als prophetisch, k\u00f6niglich oder priesterlich einordnen. So sind beispielsweise die Gaben der Weisheit und der Erkenntnis prophetisch, w\u00e4hrend die Gaben der Verwaltung, der Wunderkraft und der Heilung k\u00f6niglich sind. Manche Gaben lassen sich jedoch leicht auf mehr als eine Weise einordnen. So k\u00f6nnte Heilung beispielsweise als priesterlich angesehen werden, da sie eine Aus\u00fcbung von Barmherzigkeit gegen\u00fcber der geheilten Person darstellt. Letztendlich lassen sich prophetische, k\u00f6nigliche und priesterliche Funktionen auf das gesamte Leben des Volkes Gottes ausweiten, sodass uns die offensichtliche \u00dcberschneidung nicht beunruhigen sollte. Diese Einteilung ist dennoch n\u00fctzlich, um uns an unsere Beziehung zum Wirken Christi zu erinnern und uns vor Augen zu f\u00fchren, dass keine der Gabenlisten im Neuen Testament als ersch\u00f6pfend gedacht ist.\u201c<br \/>\nEinige Anwendungen zum Schluss: Wenn du an Jesus glaubst und wenn Jesus dein Herr ist, dem du dienst, dann ist es deine Aufgabe, herauszufinden, welche Gaben er dir gegeben hat. Wenn du den Heiligen Geist hast, hast du ein einzigartiges Profil von Gaben und Bef\u00e4higungen, so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Gott hat nur dir deine einzigartige Kombination von Gaben gegeben, weil es Aufgaben in der Gemeinde und im Dienst Jesu gibt, die nur du tun kannst; weil es Menschen gibt, die nur du auf eine einzigartige Art und Weise lieben kannst; und weil es N\u00f6te gibt, die nur du adressieren kannst.<br \/>\nWie findest du deine Gaben und deine Berufung? Tim Keller gab drei Prinzipien aus:<br \/>\nF\u00e4higkeit, Affinit\u00e4t und Gegebenheiten. F\u00e4higkeiten sind deine Talente und die Gaben, von denen du vielleicht bereits wei\u00dft. Affinit\u00e4t sind deine Leidenschaften, das wof\u00fcr du brennst, das, was dir wichtig ist, das was du gerne machst. Gegebenheiten sind die N\u00f6te, die du um dich herum siehst. Alle drei sollten zusammenkommen und zusammenspielen. Aber nicht alle haben die gleiche Priorit\u00e4t. Zum Beispiel erz\u00e4hlte Tim Keller, dass er nie wusste, dass er eine Gabe f\u00fcr Evangelisation hatte, bis er anfing, in New York das Evangelium zu predigen. Seine Empfehlung ist daher: Fang mit den N\u00f6ten und mit den Bed\u00fcrfnissen an, die dich umgeben. Wo gibt es etwas zu tun? Wo gibt es etwas anzupacken? Wenn das deine Berufung ist und wenn du anf\u00e4ngst dort zu dienen, wird Gott dir die daf\u00fcr notwendigen Gaben schenken und er wird dir auch Leidenschaft und Freude daran geben: zum Wohl der anderen, zur Erbauung der Gemeinde Jesu, zur Ehre und Herrlichkeit Gottes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Gaben und Dienste \u201eDarum erkl\u00e4re ich euch: Keiner, der aus dem Geist Gottes redet, sagt: Jesus sei verflucht! Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.\u201c (1. 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