{"id":1376,"date":"2011-02-27T21:22:50","date_gmt":"2011-02-27T20:22:50","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1376"},"modified":"2023-01-29T20:59:56","modified_gmt":"2023-01-29T19:59:56","slug":"predigt-philipper-48-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-philipper-48-23\/","title":{"rendered":"Predigt: Philipper 4,8 &#8211; 23"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Phil-48-23.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Ich vermag alles durch den, der mich m\u00e4chtig macht<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Ich kann niedrig sein und kann hoch sein, mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, \u00dcberfluss haben und Mangel leiden; ich vermag alles durch den, der mich m\u00e4chtig macht.\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(12.13)<\/p>\n<p>Wir sind am Ende des Philipperbriefes angelangt und wir haben die Lebensumst\u00e4nde und die Lebenseinstellung von Apostel Paulus kennen gelernt. Paulus sa\u00df in r\u00f6mischer Haft und litt k\u00f6rperlich aber auch durch pers\u00f6nliche Angriffe, weil man ihm Tr\u00fcbsal bereiten wollte. Dennoch ermahnt und ermutigt er die Philipper, im ganzen Brief, sich im Herrn zu freuen. Wir stellen fest, dass Paulus ein freier Mann war. In unserem Land leiden viele, weil sie sich trotz vielseitiger Grundrechte unfrei und befangen f\u00fchlen. Paulus hingegen sa\u00df im Gef\u00e4ngnis und war trotzdem frei. Er war frei von Lebensumst\u00e4nden jeglicher Art. Das wird auch im heutigen Text sehr deutlich. Im heutigen Text erz\u00e4hlt er von den H\u00f6hen und Tiefen seines allt\u00e4glichen Lebens. Seine Lebensumst\u00e4nde ver\u00e4nderten sich st\u00e4ndig, so wie der Konjunkturverlauf oder der DAX. Doch von den Fluten seines Alltags wurde er keineswegs hin und her gerissen. Er vermochte alles durch den, der ihn m\u00e4chtig machte. Gott helfe uns heute die Freiheit des Glaubens kennen zu lernen und Menschen zu sein, die durch Christi Macht alles verm\u00f6gen.<\/p>\n<p><strong>Teil I\u00a0\u00a0 Bedacht sein und tun (8.9)<\/strong><\/p>\n<p>Ende des letzten Kapitels hat Apostel Paulus die Philipper ermutigt, sich allewege im Herrn zu freuen, g\u00fctig zu sein, sich keine Sorgen zu machen, stattdessen flehentlich zu beten und Gott zu danken. Das sind sehr wichtige und notwendige Hinweise f\u00fcr das Glaubensleben, weil wir uns immer wieder dabei erwischen, wie wir uns z.B. mit unseren leiblichen Geschwistern streiten aber auch mit anderen Menschen und uns Sorgen um Noten und unsere Zukunft machen und viel zu wenig beten usw. Auch wenn es nicht einfach ist, m\u00fcssen wir unser bestes versuchen, um nach dem Wort Gottes zu leben. Doch damit nicht genug. <strong>\u201eWeiter, liebe Br\u00fcder\u201c<\/strong> schreibt Paulus zu Beginn der heutigen Textpassage. Was sollen wir weiter tun? Wir lesen in Vers 8: <strong>\u201eWeiter, liebe Br\u00fcder: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob \u2013 darauf seid bedacht!\u201c<\/strong> Das sind viele verschiedene Punkte, die aber ein und dasselbe beschreiben, n\u00e4mlich das christliche Glaubensleben. Paulus fordert uns auf, darauf bedacht zu sein. Bedacht sein hat etwas mit denken zu tun. Denken und Handeln sind sehr sinnvoll, nicht nur in der Schule und im Studium, sondern auch im Glaubensleben.<\/p>\n<p>Weil wir pers\u00f6nlichen Glauben haben und dadurch Kinder Gottes geworden sind, \u00a0ist es wichtig f\u00fcr uns geistlich gesinnt zu sein, um auch w\u00fcrdig nach unserem himmlischen B\u00fcrgerrecht zu leben. Einige kleine Tests helfen uns herauszufinden, ob sich unsere Gedanken und Gesinnung auf dem richtigen Weg befinden. Frage: Womit hast du dich heute Morgen besch\u00e4ftigt? Hast du viel Zeit vor dem Spiegel verbracht und dich um dein Aussehen gek\u00fcmmert? Oder hast du dich gefragt, warum du so fr\u00fch aufstehen musst und nicht ausschlafen kannst? Oder warst du damit besch\u00e4ftigt, wie du die Zeit nach dem Gottesdienst verbringen kannst und was dich morgen und \u00fcbermorgen erwartet? Falls du eine oder mehrere Fragen mit \u201eJa\u201c beantworten kannst, dann bist du hier genau richtig. Worauf sollen wir als Christen bedacht sein? Worauf sollten die Philipper bedacht sein? Betrachten wir Vers 8. Auf das was wahrhaftig ist. Wer oder was ist wahrhaftig? Nicht einmal unser von und zu Bundesminister der Verteidigung ist wahrhaftig. Wie denn auch. Wahrhaftigkeit ist keine menschliche Eigenschaft. Sie ist ein Charakteristikum Gottes. Alles in dieser Welt vergeht, doch die Wahrheit Gottes bleibt in Ewigkeit. Gott ist wahrhaftig, Christus ist wahrhaftig und das Wort Gottes ist ewige und unverg\u00e4ngliche Wahrheit. Darauf sollen wir bedacht sein. Wir sollen unsere Gedanken auf die Wahrhaftigkeit richten. Sie soll uns erf\u00fcllen und pr\u00e4gen. Viel zu sehr werden unsere Gedanken von der Welt eingenommen. Schnell sind wir abgelenkt. Doch die Welt ist voller L\u00fcge. St\u00e4ndig werden wir angelogen, in Werbespots, in Musikvideos, im Kino, im Fernsehen, im Internet. Gott richte unsere Gedanken vielmehr auf seine Wahrheit. M\u00f6gen Gott und Gottes Wort unsere Fu\u00dfesleuchte in dieser finsteren und l\u00fcgenhaften Welt sein.<\/p>\n<p>Was ist ehrbar? William McDonald schreibt: <em>\u201eDieses gr. Wort bedeutet \u00bbanerken\u00adnenswert\u00ab. Gl\u00e4ubige sollen \u00fcber alles nachdenken, was es wert ist, be\u00adstaunt und bewundert zu werden, d.h. \u00fcber das Heilige im Gegensatz zum Profanen.\u201c<\/em> Was ist wert bestaunt und bewundert zu werden? Vor kurzem hat in Barcelona das \u201eMobile World Congress\u201c stattgefunden. Dabei wurden die neuesten und besten Smartphones der Welt vorgestellt. Diese kleinen aber leistungsstarken Dinger scheinen w\u00fcrdig zu sein, bestaunt und bewundert zu werden. Sie verhei\u00dfen, uns gl\u00fccklich zu machen. Doch das ist nicht wahr. In einem Jahr, wenn neue Modelle herauskommen, lachen wir dr\u00fcber. Was ist wirklich ehrbar und w\u00fcrdig von allen Menschen bestaunt und bewundert zu werden? In der Bibel erfahren wir, wie Mose seine Schuhe ausziehen musste, weil die Gegenwart Gottes die trostlose W\u00fcste zum heiligen Land ver\u00e4nderte. Die Seraphim halten sich am Thron Gottes mit zwei Fl\u00fcgeln ihre Augen und mit zwei weiteren ihre F\u00fc\u00dfe bedeckt, um die Heiligkeit Gottes zu ehren und rufen: <strong>\u201eHeilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll!\u201c <\/strong>(Jes. 6,3) Reiche und angesehene M\u00e4nner unternahmen eine lange und beschwerliche Reise, aus dem fernen Morgenland, um den neugeborenen K\u00f6nig der Juden die Ehre zu erweisen und ihn anzubeten. \u201eGloria in excelsis Deo\u201c hei\u00dft es in geistlichen Liedern, \u201eEhre sei Gott in der H\u00f6he\u201c und \u201eEhre sei dem Lamm\u201c, singen wir in einem Lied, denn <strong>\u201eDas Lamm, das geschlachtet ist, ist w\u00fcrdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und St\u00e4rke und Ehre und Preis und Lob\u201c<\/strong> (Off. 5,12) Niemand ist w\u00fcrdiger, unsere Ehrerbietung und Anbetung entgegenzunehmen, als der Herr der Herrlichkeit. Lasst uns t\u00e4glich darauf bedacht sein.<\/p>\n<p>Wer oder was ist gerecht? Die Welt kann ziemlich ungerecht sein. Sogar Lehrer und Profs k\u00f6nnen manchmal ziemlich ungerecht sein, nicht wahr? Ungewollt lernen wir von ihnen und werden auch fies. Doch wir sollen aus einer anderen Quelle lernen, n\u00e4mlich aus der Quelle der Gerechtigkeit. Gott ist der oberste Richter und er hat seinen Sohn eingesetzt, die Welt zu richten, weil Gott allein gerecht ist. Gott hat immer Recht. Wir sollen auf die Gerechtigkeit Gottes bedacht sein, damit wir von ihr ausgehend denken und handeln k\u00f6nnen. Das wird unsere Lebensweise pr\u00e4gen, so dass wir nicht nach weltlichen Richtlinien leben, auch nicht nach unserer irdischen Logik, sondern nach der Gerechtigkeit Gottes.<\/p>\n<p>Was rein ist, hei\u00dft es weiter. Wir sollen unsere Gedanken auf die Reinheit Gottes richten und auf die Reinheit Jesu Christi und auf die reinigende Kraft des Wortes Gottes, damit auch wir ein moralisch und geistlich unbeflecktes Leben inmitten dieser verkehrten und verdorbenen Welt f\u00fchren und Gott die Ehre geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was liebenswert ist<strong>, <\/strong>hei\u00dft es weiter. Wer ist liebenswert? Manchmal erscheinen nicht einmal die eigenen Geschwister als liebenswert. Deshalb m\u00fcssen wir herausfinden was liebenswert ist. Das h\u00f6chste Gebot lehrt uns, Gott von ganzem Herzen zu lieben und unsere N\u00e4chsten. Denn niemand ist unserer Liebe mehr wert wie die Quelle der wahrhaftigen Liebe selbst. Sein Wille ist aber auch, dass wir unsere N\u00e4chsten lieben, da sie in seinen Augen liebenswert sind.<\/p>\n<p><strong>\u201ewas einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob\u201c <\/strong>hei\u00dft es schlie\u00dflich. Da wir von Gott als Kinder Gottes und als k\u00f6nigliche Priester berufen sind, ist es umso wichtiger, einen guten Ruf zu haben, tugendhaft zu leben und einen lobenswerten Wandel an den Tag zu legen. Paulus schrieb an Timotheus \u00fcber die vorbildliche christliche Lebensweise: <strong>\u201ekein S\u00e4ufer, nicht gewaltt\u00e4tig, sondern g\u00fctig, nicht streits\u00fcchtig, nicht geldgierig. Er muss aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die drau\u00dfen sind, damit er nicht geschm\u00e4ht werde und sich nicht fange in der Schlinge des Teufels. Welche aber ihren Dienst gut versehen, die erwerben sich selbst ein gutes Ansehen und gro\u00dfe Zuversicht im Glauben an Christus Jesus.\u201c<\/strong> (1.Tim. 3) Die christliche Lebensweise ist nicht konform mit der weltlichen Lebensweise junger Menschen, obwohl sie in unseren Augen ziemlich cool wirken. Deshalb m\u00fcssen wir aufpassen und unsere Gedanken auf das Wort Gottes lenken, damit wir keine streits\u00fcchtigen Angeber werden, keine Trunkenbolde, die mit Schimpfw\u00f6rtern und unmoralischen Ausdrucksformen vertraut sind. Warum ist das so wichtig? In R\u00f6m. 8,6 hei\u00dft es: <strong>\u201eAber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede.\u201c<\/strong> Schlimme Gedanken scheinen harmlos zu sein, da sie unsichtbar sind und unbemerkt bleiben. Doch aus Gedanken entspringen Taten und Gewohnheit; schlie\u00dflich bildet sich daraus der Mensch so wie er tats\u00e4chlich ist. Deshalb m\u00fcssen wir lernen, auf geistliche Tugende bedacht zu sein. Es geht um Leben und Tod. M\u00f6ge Gott uns geistliche Tugende beibringen und uns zu einem Wohlgeruch Jesu Christi ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Paulus liefert uns im Vers 8 klare Hilfestellung, worauf wir bedacht sein sollen. Das ist aber nicht das Ziel, sondern der erste Schritt. Was folgt dem bedacht sein? Betrachten wir Vers 9: <strong>\u201eWas ihr gelernt und empfangen und geh\u00f6rt und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Gott des Friedens mit euch sein.\u201c<\/strong> Dem denken folgt das Handeln bzw. dem bedacht sein folgt das tun. Es ist nicht leicht, sich und sein Leben von heute auf morgen v\u00f6llig zu ver\u00e4ndern. Das braucht Zeit und Disziplin. Doch es ist m\u00f6glich, seine Gedanken von jetzt auf gleich zu ver\u00e4ndern und ihr eine neue Richtung zu verleihen. Das k\u00f6nnen wir jederzeit ausprobieren, es ist nicht schwer. Wenn wir z.B. das Wort Gottes lesen und den g\u00f6ttlichen Willen erfahren, k\u00f6nnen wir unsere Gedanken darauf richten. Das Bedachtsein auf den g\u00f6ttlichen Willen wird in uns eine geistliche Gesinnung bewirken, aus der geistliche Entscheidungen gef\u00e4llt werden, die zur Tat schreiten. Es ist so \u00e4hnlich wie mit einem Ohrwurm. Ein Ohrwurm hat in positiver wie negativer Hinsicht die Eigenschaft, sich in unserem Kopf festzusetzen. Ob wir wollen oder nicht m\u00fcssen wir st\u00e4ndig an eine bestimmte Melodie denken. Wie sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn wir geistliche Ohrw\u00fcrmer h\u00e4tten. Wenn geistliche Gedanken uns fesseln, bis wir geistlich gesinnt sind und geistlich handeln. Die wiederholte Tat bewirkt wiederum geistliche Gewohnheiten in uns, die zur Erbauung unseres Charakters dienen. Apostel Paulus hatte reichhaltige Erfahrung damit. Er erlebte den g\u00f6ttlichen Frieden in seinem Glaubensleben. Deshalb stellt er sich als Vorbild zur Verf\u00fcgung. Was die Philipper von ihm gelernt, empfangen, geh\u00f6rt und gesehen hatten, sollten sie auch tun. Gott segne auch unser Tun und Handeln seines guten Willens, damit wir keinen toten, sondern lebendigen Glauben haben und damit der Gott des Friedens immer in uns bleibt.<\/p>\n<p><strong>Teil II Ich vermag alles durch den, der mich m\u00e4chtig macht (10-23)<\/strong><\/p>\n<p>Was bereitete Paulus unheimlich gro\u00dfe Freude? Betrachten wir Vers 10: <strong>\u201eIch bin aber hocherfreut in dem Herrn, dass ihr wieder eifrig geworden seid, f\u00fcr mich zu sorgen; ihr wart zwar immer darauf bedacht aber die Zeit hat\u2019s nicht zugelassen.\u201c<\/strong> Offensichtlich hatte Apostel Paulus materielle oder finanzielle Unterst\u00fctzung von den Philippern empfangen. Dar\u00fcber freute er sich sehr. Paulus wusste, dass die Philipper immer darauf bedacht waren ihn zu unterst\u00fctzen, wo immer sie konnten. Aber in der damaligen Zeit und unter den damaligen Umst\u00e4nden war es nicht leicht, Hilfe zu leisten. Jemand musste sich aufmachen und eine lange Reise unternehmen. Das hatte Epaphroditus gemacht und w\u00e4re dabei beinah ums Leben gekommen. Wir lernen den innigen Umgang der Philipper mit ihrem geistlichen Lehrer kennen. Sie konnten nicht tatenlos zusehen, wie ihr Apostel im Gef\u00e4ngnis Mangel litt. Viele, vielleicht jeder von ihnen, kamen und legten zusammen. Das war selbstverst\u00e4ndlich. Sie sorgten sich um den Apostel, der sich wiederum t\u00e4glich um sie sorgte. Das ist eine herzliche und liebevolle Beziehung, wie sie in Christus Jesus herrschen soll.<\/p>\n<p>Was war der genaue Grund f\u00fcr Paulus gro\u00dfe Freude? Vers 11: <strong>\u201eIch sage das nicht, weil ich Mangel leide; denn ich habe gelernt, mir gen\u00fcgen zu lassen, wie\u2019s mir auch geht.\u201c<\/strong> Paulus war nicht hocherfreut, weil er Geld oder Kleidung bekommen hatte. Er war nicht hocherfreut, weil sein Mangel behoben war. Denn Mangel machte Paulus nichts aus. Er hatte gelernt, sich gen\u00fcgen zu lassen, wie es ihm auch ging. Er war also zufrieden und dankbar mit seiner gegebenen Lage. Dar\u00fcber schreibt er im Vers 12: <strong>\u201eIch kann niedrig sein und kann hoch sein, mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, \u00dcberfluss haben und Mangel leiden\u201c.<\/strong> Apostel Paulus war vertraut mit den verschiedensten Lebensumst\u00e4nden. In seinem Missionsleben hat es Phasen gegeben, in denen er keinen Mangel hatte. Er musste keinen Hunger leiden, sondern hatte genug zu essen. Er hatte genug Kleidung. Er hatte genug Geld. Er hatte \u00dcberfluss. Aber sein \u00dcberfluss lenkte ihn nicht ab, dem Werk Gottes zu dienen.<\/p>\n<p>Wenn wir allerdings die Apostelgeschichte und seine Briefe an die Gemeinden lesen, erfahren wir, dass er den gr\u00f6\u00dften Teil seines Missionslebens nicht in \u00dcberfluss verbracht hat. Den Korinthern gestattete er Einblick in sein allt\u00e4gliches Glaubensleben. Dort lesen wir: <strong>\u201eBis auf diese Stunde leiden wir Hunger und Durst und Bl\u00f6\u00dfe und werden geschlagen und haben keine feste Bleibe und m\u00fchen uns ab mit unsrer H\u00e4nde Arbeit. Man schm\u00e4ht uns, so segnen wir; man verfolgt uns, so dulden wir&#8217;s, man verl\u00e4stert uns, so reden wir freundlich. Wir sind geworden wie der Abschaum der Menschheit, jedermanns Kehricht, bis heute.\u201c<\/strong> (1.Kor 4,11-13) So sah die n\u00fcchterne Realit\u00e4t seines Missionslebens aus. F\u00fcr Paulus aber kein Problem. <strong>\u201eIch kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut\u201c<\/strong>. Paulus kannte alle H\u00f6hen aber vor allem auch alle Tiefen des Lebens. Das Kennen ist eine Sache. Viel wichtiger ist der Umgang.<\/p>\n<p>Wie ist Paulus mit den H\u00f6hen und Tiefen des Lebens umgegangen? Vers 13: <strong>\u201eich vermag alles durch den, der mich m\u00e4chtig macht.\u201c<\/strong> In seinen vergangenen 30-40 Jahren hatte Paulus alle extremen Lebenslagen durchlebt. Er spricht also aus Erfahrung. Und sein Zeugnis lautet: <strong>\u201eIch vermag alles\u201c<\/strong>. Das bedeutet, dass er mit allem zufrieden und dankbar gewesen ist. Wenn er Mangel litt, wurde er nicht traurig. Wenn er \u00dcberfluss hatte, wurde er nicht schwach. In jeder Phase verherrlichte er Gott und freute sich an ihm. Das zeigt seinen starken Halt im Glauben und die Macht Christi, die ihm Freiheit schenkte.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte mit uns geschehen, wenn wir Mangel oder \u00dcberfluss begegnen? Welche Versuchungen sind wir ausgeliefert? Vor ca. 3 Jahren sa\u00df ich mit einigen Jugendlichen Sonntags beim Mittagessen zusammen und wir phantasierten \u00fcber ein \u00e4u\u00dferst unrealistisches Szenario. Was w\u00e4re, wenn wir urpl\u00f6tzlich zum immensen Reichtum gelangen w\u00fcrden, wenn wir also einen zweistelligen Millionenbetrag gewinnen w\u00fcrden. Und schon ging die Diskussion los. Ein Jugendlicher wollte niemandem etwas abgeben und alles f\u00fcr sich behalten. Ein anderer wollte ein Wirtschaftsimperium aufbauen und die Welt verbessern. Auch ich dachte nach, was ich tun w\u00fcrde. Als ich dar\u00fcber nachdachte, erkannte folgendes. Obwohl es meinen fr\u00fcheren Tr\u00e4umen entsprach, superreich zu werden, w\u00fcrde ein unverdienter Reichtum dieser Dimension wom\u00f6glich mein Leben zerst\u00f6ren. Ich w\u00fcrde mein Studium nur noch halbherzig f\u00fchren oder sogar abbrechen. Ich w\u00e4re \u00fcberhaupt nicht bem\u00fcht, mir eine gute Arbeitstelle zu suchen und flei\u00dfig zu sein. Ich w\u00fcrde hochm\u00fctig und faul werden und Gott so viele Gelegenheiten nehmen, ihn besser kennen zu lernen und in mir wirken zu lassaen. \u00dcberfluss in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung w\u00e4re eine unertr\u00e4gliche Versuchung f\u00fcr mich. Dadurch erkannte ich meine Schw\u00e4che.<\/p>\n<p>Was kann ich und was k\u00f6nnen wir heute durch Apostel Paulus lernen? Lesen wir Vers 13 gemeinsam: <strong>\u201eich vermag alles durch den, der mich m\u00e4chtig macht.\u201c <\/strong>Wie ist das m\u00f6glich? Apostel Paulus hing einzig und allein am Herrn. Er hing am Herrn, der ihn m\u00e4chtig machte und nicht am \u00dcberfluss, der ohnehin verg\u00e4nglich ist. Die Macht des Herrn wirkte st\u00e4rker, als die Versuchung durch \u00dcberfluss. Die Macht des Herrn ver\u00e4nderte ihn, so dass er frei wurde. So vermochte Paulus den \u00dcberfluss dankbar, dem\u00fctig und weise zu verwalten. Dadurch lerne ich, im Herrn zu sein, damit seine Macht in mir m\u00e4chtig ist und mich m\u00e4chtig macht, Versuchungen dieser Art zu \u00fcberwinden und frei zu sein.<\/p>\n<p>Die Lebensumst\u00e4nde \u201eniedrig, hoch, satt, hungern, \u00dcberfluss, Mangel\u201c beschreiben das Leben von Apostel Paulus. Diese Worte beschreiben aber auch unsere Realit\u00e4t, bzw. reale Szenarien, obwohl wir in einer Wohlstandsgesellschaft leben und alle Familien geregeltes Einkommen haben. Denn jedes dieser Lebensumst\u00e4nde kann dein Leben \u00fcberraschen, das kann heute schon geschehen. Was dann? Sind wir immer noch fr\u00f6hlich? Sind wir immer noch stark? Extremer Mangel und Schwierigkeiten offenbaren sehr schnell unsere geistliche Lage. Wer nicht stark genug im Herrn verwurzelt ist, ger\u00e4t ins Schwanken und f\u00e4llt wom\u00f6glich. Was lernen wir jedoch von Apostel Paulus? Lesen wir erneut Vers 13: <strong>\u201eich vermag alles durch den, der mich m\u00e4chtig macht.\u201c <\/strong>Sind wir im Herrn, so ist er in uns m\u00e4chtig. Sind wir im Herrn, so verm\u00f6gen wir alles durch seine Macht. Unsere Not k\u00f6nnen wir mit weiser Voraussicht erdulden und dankbar annehmen.<\/p>\n<p>Dennoch k\u00f6nnen wir uns fragen, warum Gott so viele Schwierigkeiten im Leben von Apostel Paulus zugelassen hat. Wenn wir von Schwierigkeiten \u00fcberrascht werden, sind wir verwirrt. Ist das eine Strafe Gottes? Oder bin ich einfach nur ein chronischer Pechvogel? Dann versuchen wir alles M\u00f6gliche, um der Misere zu entkommen oder unsere Lebensbedingungen zu verbessern, weil wir denken, unser Gl\u00fcck und unsere Freiheit w\u00fcrden davon abh\u00e4ngen. Paulus tat das nicht. Er wollte nicht seine Lebenslage \u00e4ndern. Er wollte etwas anderes \u00e4ndern. N\u00e4mlich sich selbst. Durch vielseitige Leiden suchte er Jesus immer mehr zu erkennen und ihm gleichgestaltet zu werden, das war sein Leben. Er jagte nach dem vorgesteckten Ziel. Das war ihm viel wichtiger, als bessere Lebensbedingungen. Somit trugen alle m\u00f6glichen Schwierigkeiten dazu bei, sein Leben zu ver\u00e4ndern, so dass er immer freier wurde. M\u00f6ge Gott uns helfen kein Leben zu f\u00fchren, das darauf fokussiert ist besser gestellt zu sein. M\u00f6gen wir Christen sein, die darauf aus sind, vor Gott ver\u00e4ndert zu werden. M\u00f6ge Gott aus uns vorbildliche Christen formen.<\/p>\n<p>Paulus vermochte problemlos mit seinem Mangel umzugehen. Suchte er etwa aktiv die Armut? Betrachten wir die Verse 14-16: <strong>\u201eDoch ihr habt wohl daran getan, dass ihr euch meiner Bedr\u00e4ngnis angenommen habt. Denn ihr Philipper wisst, dass am Anfang meiner Predigt des Evangeliums, als ich auszog aus Mazedonien, keine Gemeinde mit mir Gemeinschaft gehabt hat im Geben und Nehmen als ihr allein. Denn auch nach Thessalonich habt ihr etwas gesandt f\u00fcr meinen Bedarf, einmal und danach noch einmal.\u201c <\/strong>Paulus suchte nicht die Armut. Er lobte die Gemeinde, weil sie ihm in seiner Bedr\u00e4ngnis aufhalf. Denn die Gemeinde in Philippi hatte als einzige Gemeinde von Anfang an nicht nur eine nehmende, sondern auch eine gebende Beziehung zum Apostel. Nehmen ist einfach aber zu geben ist nicht so leicht. Geben ist eine Frucht des Glaubens, die dem Wort des Herrn entspricht: <strong>\u201eGeben ist seliger als nehmen.\u201c<\/strong> (Apg 20,35)<\/p>\n<p>Noch einmal die Frage. Weswegen lobte Paulus die Gemeinde genau? Wegen der Geschenke? Verse 17 und 18 lauten: <strong>\u201eNicht, dass ich das Geschenk suche, sondern ich suche die Frucht, damit sie euch reichlich angerechnet wird. Ich habe aber alles erhalten und habe \u00dcberfluss. Ich habe in F\u00fclle, nachdem ich durch Epaphroditus empfangen habe, was von euch gekommen ist: ein lieblicher Geruch, ein angenehmes Opfer, Gott gef\u00e4llig.\u201c<\/strong> Paulus schaute nicht auf das Geschenk, sondern in das Herz der Philipper, mit dem sie das Geschenk gaben. Als er in ihre Herzen schaute, sah er die geistliche Frucht in Ihnen. Und er wusste, dass Gott ein gebendes Herz nicht unber\u00fchrt l\u00e4sst, sondern reichlich segnet. Gott nahm ihr angenehmes Opfer mit seinem lieblichen Geruch gn\u00e4dig an.<\/p>\n<p>Dieser \u00dcberzeugung war Paulus. Er schreibt: <strong>\u201eMein Gott aber wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.\u201c<\/strong> Das ist wahr. Wir sind nicht allein. Der Herr h\u00e4lt seine sch\u00fctzende und segnende Hand \u00fcber uns, wenn wir aus Glauben leben.<\/p>\n<p>Welche Haltung sollen wir gegen\u00fcber unserem Gott einnehmen? Vers 20 lautet: <strong>\u201eGott aber, unserm Vater, sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.\u201c<\/strong> Gelobt sei Gott. M\u00f6gen wir allezeit zur Verherrlichung seines herrlichen Namens leben!<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend richtet Paulus seine herzlichen Gr\u00fc\u00dfe an die Gemeinde aus. <strong>\u201eDie Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist!\u201c<\/strong> lesen wir als letzte Worte seines Briefes. Gott pr\u00e4ge unsere Herzen mit dem Wort aus dem heutigen Textabschnitt und dem gesamten Brief.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss die Verse 12 und 13: <strong>\u201eIch kann niedrig sein und kann hoch sein, mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, \u00dcberfluss haben und Mangel leiden; ich vermag alles durch den, der mich m\u00e4chtig macht.\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ich vermag alles durch den, der mich m\u00e4chtig macht Ich kann niedrig sein und kann hoch sein, mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, \u00dcberfluss haben und Mangel leiden; ich vermag alles durch den, der mich m\u00e4chtig macht.\u201c (12.13) Wir sind am Ende des Philipperbriefes angelangt und wir haben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[53,4],"tags":[],"class_list":["post-1376","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philipper","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1376","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1376"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1376\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11090,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1376\/revisions\/11090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1376"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1376"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1376"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}