{"id":13635,"date":"2025-12-07T11:00:02","date_gmt":"2025-12-07T10:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13635"},"modified":"2025-12-25T10:46:44","modified_gmt":"2025-12-25T09:46:44","slug":"predigt-2-korinther-81-9-weihnachten-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-2-korinther-81-9-weihnachten-2025\/","title":{"rendered":"Predigt: 2. Korinther 8,1-9 (Weihnachten 2025)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Weihnacht2025_01_2Korinther8_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Weihnacht2025_01_2Korinther8_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/2_korinther\/8\/1-9?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gottes Gnade: Jesus Christus<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDenn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(2. Korinther 8,9 [E\u00dc])<\/p>\n<p>Heute ist der 2. Advent, in zweieinhalb Wochen ist Weihnachten! Daher wollen wir \u00fcber die Bedeutung der Geburt Jesu nachdenken \u2013 dar\u00fcber, dass Er sich so tief erniedrigte, bis hin zu einem kleinen Kind, das in diese Welt geboren wurde. Vielleicht fragen sich einige: Was hat der heutige Text mit der Geburt Jesu zu tun? Auf den ersten Blick geht es bei dieser Stelle von um eine Geldsammlung, und man k\u00f6nnte meinen, sie habe nicht viel mit Jesus zu tun.<br \/>\nDoch obwohl Paulus in diesem Abschnitt ein sehr praktisches Thema anspricht, n\u00e4mlich die Sammlung f\u00fcr Bed\u00fcrftige, schreibt er nicht einfach \u00fcber die H\u00f6he des Betrags oder die Pflicht zur Spende. Stattdessen geht er viel tiefer, hinein ins Herz und Zentrum des Glaubens, und spricht \u00fcber die Gnade. Denn f\u00fcr Paulus entspringen wahre Hingabe und echter Dienst immer der Gnade Gottes.<br \/>\nDurch unseren heutigen Text wollen wir die Gnade Jesu Christi neu begreifen, am Beispiel der Gemeinden in Mazedonien sehen, wie sie sich im Herzen und Leben der Christen auswirkt, und wollen dieser Gnade in unserem eigenen Herzen und Leben neu Raum geben. Gott m\u00f6ge uns dabei helfen!<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Die Gnade, die \u00fcber Mazedonien gekommen ist<\/strong><br \/>\nLesen wir gemeinsam die Verse 1 und 2: \u201eWir tun euch aber kund, Br\u00fcder und Schwestern, die Gnade Gottes, die in den Gemeinden Makedoniens gegeben ist. Denn vielfach bew\u00e4hrt in Bedr\u00e4ngnis war ihre Freude doch \u00fcberschw\u00e4nglich, und obwohl sie sehr arm sind, haben sie doch reichlich gegeben in aller Lauterkeit.\u201c<br \/>\nZur damaligen Zeit befand sich die Gemeinde in Jerusalem in einer \u00e4u\u00dferst schwierigen wirtschaftlichen Lage. Man kann sie als die Muttergemeinde bezeichnen, von der aus die weltweite Gemeinde entstanden ist. Deshalb begannen die Gemeinden in den Missionsgebieten eine besondere Sammlung f\u00fcr die notleidenden Geschwister in Jerusalem. Und die Gemeinden in Mazedonien geh\u00f6rten zu denen, die sich zuerst und am eifrigsten daran beteiligten.<br \/>\nWelche Gemeinden waren diese mazedonischen Gemeinden? Dazu geh\u00f6rten Philippi, Thessalonich und Ber\u00f6a. In Apostelgeschichte 16 und 17 wird ausf\u00fchrlich berichtet, wie Paulus diese Gemeinden gegr\u00fcndet hatte.<br \/>\nIn Philippi begegnen wir Lydia, der Purpurh\u00e4ndlerin. Die Gemeinde dort zeichnete sich durch Freude, Hingabe und au\u00dfergew\u00f6hnliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr Paulus und das Evangelium aus. Paulus selbst sagt im Philipperbrief (Phil 4,14.16):<br \/>\n\u201eDoch ihr habt wohl daran getan, dass ihr meine Bedr\u00e4ngnis geteilt habt.\u201c<br \/>\n\u201eDenn auch nach Thessalonich habt ihr etwas gesandt f\u00fcr meinen Bedarf, einmal und danach noch einmal.\u201c<br \/>\nDas zeigt: Die gro\u00dfz\u00fcgige Gabe Mazedoniens hatte ihren Ursprung vor allem in der Gemeinde von Philippi.<br \/>\nThessalonich war die Hauptstadt Mazedoniens, ein Zentrum von Handel und Kultur. Als Paulus dort das Evangelium verk\u00fcndigte, entstand sehr schnell eine Gemeinde \u2013 aber zugleich kam heftige Verfolgung \u00fcber sie. Dennoch wuchs ihr Glaube weiter. Im ersten Thessalonicherbrief hei\u00dft es (1. Thess 1,6.8):<br \/>\n\u201eUnd ihr seid unsere Nachfolger geworden und die des Herrn und habt das Wort aufgenommen in gro\u00dfer Bedr\u00e4ngnis mit Freuden im Heiligen Geist, &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eDenn von euch aus ist erschollen das Wort des Herrn nicht allein in Makedonien und Achaia, sondern an allen Orten hat sich euer Glaube an Gott ausgebreitet, sodass es nicht n\u00f6tig ist, dass wir dar\u00fcber etwas sagen.\u201c<br \/>\nDiese Gemeinde wurde also mitten in Leid und Widerstand ein Vorbild des Glaubens.<br \/>\nSchlie\u00dflich Ber\u00f6a: In Apostelgeschichte 17,11 finden wir folgendes Urteil:<br \/>\n\u201eDiese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten t\u00e4glich in der Schrift, ob sich\u2019s so verhielte.\u201c<br \/>\nDie Ber\u00f6er zeichneten sich durch ein offenes Herz und durch festen, schriftgegr\u00fcndeten Glauben aus. Doch bald kam erneut Verfolgung aus Thessalonich, sodass Paulus weiterziehen musste.<br \/>\nWas hatten nun diese drei Gemeinden gemeinsam? Lesen wir nochmals die Verse 1 und 2: \u201eWir tun euch aber kund, Br\u00fcder und Schwestern, die Gnade Gottes, die in den Gemeinden Makedoniens gegeben ist. Denn vielfach bew\u00e4hrt in Bedr\u00e4ngnis war ihre Freude doch \u00fcberschw\u00e4nglich, und obwohl sie sehr arm sind, haben sie doch reichlich gegeben in aller Lauterkeit.\u201c<br \/>\nDie Gl\u00e4ubigen in ganz Mazedonien waren seit ihrer Bekehrung durch Not und Anfechtung gepr\u00e4gt. Die meisten geh\u00f6rten nicht zu den Wohlhabenden. Trotzdem hatten sie eine \u00fcberstr\u00f6mende Freude in ihrem Herzen \u2013 etwas, das menschlich kaum erkl\u00e4rbar ist. \u00c4u\u00dferlich herrschte Not; innerlich aber lebten sie in Freude. Wie ist das m\u00f6glich?<br \/>\nPaulus nennt eine einzige Erkl\u00e4rung: die Gnade Gottes.<br \/>\nDie mazedonischen Gemeinden konnten trotz aller Not an der Hilfe f\u00fcr Jerusalem teilnehmen, weil sie Gemeinden der Gnade waren.<br \/>\n\u201eGnade\u201c bedeutet ein unverdientes, einseitiges Geschenk Gottes an Menschen, die keinen Anspruch darauf haben. Paulus sagt gleich zu Beginn, dass Gott selbst diese Gnade in ihnen gewirkt hat. Ihre Gro\u00dfz\u00fcgigkeit entsprang nicht psychologischen Motiven oder finanziellem Komfort, sondern der neuen Freude und Liebe, die der Heilige Geist in ihre Herzen ausgegossen hatte.<br \/>\nDer Mensch neigt dazu, in Armut Besitz festzuhalten und in Bedr\u00e4ngnis nur an sich selbst zu denken. Doch in Mazedonien geschah das Gegenteil. Das ist ein sichtbares Zeichen daf\u00fcr, dass Gottes Gnade diese Menschen ver\u00e4ndert hat.<br \/>\nIn Korea gibt es das Sprichwort: \u201eNur eine Witwe versteht den Kummer eines Witwers.\u201c Obwohl sie selbst in Armut und Leid lebten, \u00f6ffnete Gott ihnen das Herz, noch gr\u00f6\u00dfere Not zu sehen und daran teilzuhaben. Diese Haltung entsteht aus der geschenkten Gnade.<br \/>\nWie stark sie daran teilnahmen, erkl\u00e4rt Paulus in Vers 3: \u201eDenn ich bezeuge, dass sie nach ihrem Verm\u00f6gen und sogar \u00fcber ihr Verm\u00f6gen hinaus freiwillig gegeben haben \u2026\u201c<br \/>\n\u201e\u00dcber ihr Verm\u00f6gen hinaus\u201c bedeutet, dass sie mit aller Kraft, bis an die eigenen Grenzen und dar\u00fcber hinaus, freudig gaben. Diese Grenzen waren nicht nur finanzieller Art, sondern betrafen ebenso seelische und emotionale Belastungen. Die Gl\u00e4ubigen in Mazedonien rechneten nicht zuerst mit ihren eigenen Bed\u00fcrfnissen, sondern gaben aus freiem Herzen.<br \/>\nWie war eine solche Hingabe m\u00f6glich?<br \/>\nErstens: Ihre Hingabe kam durch Gottes Gnade.<br \/>\nDie Gnade ver\u00e4nderte ihre Herzen. Das Evangelium ver\u00e4nderte sie. Die Liebe Jesu, der sich erniedrigte und f\u00fcr unsere S\u00fcnden auf diese Erde kam, verwandelte sie. Obwohl sie um ihres Glaubens willen arm waren und gesellschaftliche Nachteile erlitten, hielten sie sich an Christus fest. Die Welt sah auf sie herab, aber ihre Herzen waren voller Freude.<br \/>\nZweitens: Sie gaben sich hin, weil sie gelernt hatten, mit Freude zu geben.<br \/>\nStellen wir uns ihre Lage vor: Sie hatten selbst kaum genug zum Leben. In einer solchen Situation zu geben, ist menschlich schwer. Vielleicht erschien es ihnen auf den ersten Blick sogar unvern\u00fcnftig. Doch sie waren Menschen, die nicht menschlich, sondern von Gottes Sicht aus dachten. Sie dachten zuerst an Gott und an die Bed\u00fcrftigen. Ihre Freude entsprang nicht ihrer \u00e4u\u00dferen Lage, sondern war eine Freude \u00fcber ihre Erl\u00f6sung. In Bezug auf Gottes Liebe und Gnade waren sie reicher als viele andere. Und wenn sie sich vorstellten, wie ihre Gabe die Geschwister in Jerusalem tr\u00f6sten und erfreuen w\u00fcrde, mussten auch sie sich freuen. Je gr\u00f6\u00dfer die empfangene Gnade ist, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Freude, sie an andere weiterzugeben.<br \/>\nDrittens: Ihre Hingabe war eine freiwillige und entschlossene Entscheidung.<br \/>\nLesen wir Verse 4 und 5: \u201eSie baten uns mit viel Zureden, dass sie an diesem Gnadenwerk und dem Dienst f\u00fcr die Heiligen teilhaben d\u00fcrften. Und nicht nur so, wie wir es erhofften, sondern sie gaben sich selbst zuerst dem Herrn und dann uns nach dem Willen Gottes.\u201c<br \/>\nMit dem \u201eDienst f\u00fcr die Heiligen\u201c ist hier die Sammlung gemeint, durch die die konkrete Not der Jerusalemer Gemeinde gelindert werden sollte. Geben ist nicht prim\u00e4r wirtschaftlich, sondern geistlich.<br \/>\nDie Mazedonier baten nicht nur darum, teilnehmen zu d\u00fcrfen \u2013 sie taten es mit echter Leidenschaft.<br \/>\nIhre Hingabe war nicht blo\u00df finanziell. Sie gaben ihr Leben \u2013 ihre Liebe, Zeit, Kraft, Herzen und M\u00f6glichkeiten.<br \/>\nWahres Geben bedeutet letztlich, sich selbst Gott hinzugeben.<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Ermahnung an die Gemeinde in Korinth<\/strong><br \/>\nWarum betont Paulus diese Gnade gegen\u00fcber der Gemeinde in Korinth?<br \/>\nBetrachten wir Vers 6: \u201eSo haben wir Titus zugeredet, dass er, wie er zuvor angefangen hat, so auch diese Gnade bei euch vollende.\u201c<br \/>\nDie Gemeinde in Korinth hatte ebenfalls begonnen, eine Spende f\u00fcr die Christen in Jerusalem zu sammeln, doch inzwischen war diese Sammlung ins Stocken geraten, wahrscheinlich wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten oder wegen nachlassender Begeisterung. Die hingebungsvollen Spenden der Gemeinden in Mazedonien zeigen jedoch: Das Problem ist selten das Geld, sondern das Herz. Deswegen betont Paulus diese Gnade, um das Herz der Korinther neu zu bewegen und sie zur\u00fcck zur Hingabe zu f\u00fchren.<br \/>\nDoch was ist eigentlich die Bedeutung der Spende?<br \/>\nErstens: Die Spende bedeutet, die Gnade reichlich zu erfahren.<br \/>\nLesen wir Vers 7: \u201eWie ihr aber in allem reich seid \u2013 im Glauben, im Wort, in der Erkenntnis, in allem Eifer und in der Liebe \u2013, so sollt ihr auch in dieser Gnade reich sein.\u201c<br \/>\nDie Korinther waren reich an Gaben, hatten auch Eifer und die Liebe im Glauben. Sie hatten mit gro\u00dfem Eifer die Spenden begonnen, doch da sie die tiefere Bedeutung nicht verstanden hatten, verloren sie die Motivation. Ihr Glaube und ihre reiche Erkenntnis sollten sich in ihrer reichlichen Spende ausdr\u00fccken.<br \/>\nAlles, was wir besitzen, ist Gottes Geschenk, seine Gnade. Geben ist ebenfalls Gnade. In der Welt bedeutet Geben Verlust; in Gottes Reich bedeutet es F\u00fclle. Wer die Gnade des Herrn kennt, gibt mit Freude und erf\u00e4hrt dabei sogar gr\u00f6\u00dfere F\u00fclle und Segen.<br \/>\nZweitens: Die Spende ist ein Ausdruck der Liebe.<br \/>\nVers 8: \u201eIch sage dies nicht als Befehl, sondern um durch den Eifer anderer eure Liebe zu pr\u00fcfen, ob sie echt sei.\u201c<br \/>\nLiebe ist mehr als nur Worte. Wahre Liebe zeigt sich im Handeln.<br \/>\nDeshalb stellt Paulus den Korinthern die Mazedonier als Beispiel vor Augen, nicht um sie zu besch\u00e4men, sondern um ihre Liebe zu wecken. Er wollte, dass sie durch ihre gro\u00dfz\u00fcgige Spende lernen w\u00fcrden, wahre Liebe zu praktizieren.<br \/>\nSchlie\u00dflich: Die Spende bedeutet, die Hingabe des Herrn nachzuahmen.<br \/>\nVers 9: \u201eDenn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich war, wurde er um euretwillen arm, damit ihr durch seine Armut reich w\u00fcrdet.\u201c<br \/>\nJesus war unvorstellbar reich. Er wohnte im Himmel, wo er die Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, hatte und von Millionen von Engeln bedient und gepriesen wurde. Aber obwohl Jesus so reich war, wurde er um unseretwillen arm.<br \/>\nEr erniedrigte sich und kam als ein Mensch auf die Erde und wurde in eine Krippe gelegt. Er wuchs in einer armen Familie auf und zog ohne Besitz im Land umher, um allen Arten von Menschen zu dienen und ihnen die frohe Botschaft von Gottes Liebe zu verk\u00fcndigen. Schlie\u00dflich starb er am Kreuz. Warum? Weil er uns liebt und uns durch seine Hingabe wahrhaft reich machen will. Nur durch Jesu gelebte Liebe und v\u00f6llige Hingabe ist es m\u00f6glich, dass wir gerettet werden und das wirklich reiche und ewige Leben mit Gott erhalten.<br \/>\nDie Korinther hingegen prahlten mit ihren Gaben, behielten ihre Segnungen f\u00fcr sich selbst und verachteten die Bed\u00fcrftigen.<br \/>\nSo geht es auch uns manchmal. Wir freuen uns, wenn unser Leben durch Gottes Gnade gut verl\u00e4uft. Reichtum ist keine S\u00fcnde \u2013 aber wenn er zu unserem Ziel wird, verfehlen wir das wahre Ziel.<br \/>\nWie sollen wir also leben? Indem wir Weihnachten wirklich verstehen: Jesus wurde arm f\u00fcr uns. Wenn diese Wahrheit unser Herz erf\u00fcllt, k\u00f6nnen wir selbst in Armut dankbar sein und das, was wir haben, mit anderen mit Freude teilen. Dies ist der Lebensstil, der Jesus nachahmt.<br \/>\nAls ich \u00fcber die Botschaft nachdachte und sie vorbereitete, erinnerte ich mich an das Bibelstudium und den Austausch w\u00e4hrend unserer Herbstbibelfreizeit. Ich war in der Gruppe von B. und durfte mit ihr und den Missionaren Bibelstudium und Lebenszeugnisse austauschen. Durch ihre Zeugnisse habe ich viel Gnade empfangen. Besonders das Zeugnis von M. hat mich tief ber\u00fchrt und mich so besch\u00e4mt, dass ich kaum den Kopf heben konnte.<br \/>\nSie hat w\u00e4hrend des aktuellen Krieges ihren Mann verloren. Auch wenn es nicht die unmittelbare Ursache des Krieges war, stand ihr Verlust dennoch in einem indirekten Zusammenhang damit. Zudem w\u00e4re D. beinahe in den Krieg hineingezogen worden. Deshalb kamen sie in Lebensgefahr und gro\u00dfer Not nach Deutschland. Doch selbst in dieser schwierigen Situation verlor sie ihren Glauben nicht, sondern hielt sich an Gottes Gnade fest.<br \/>\nZu dieser Zeit war ich voller Klagen und Unzufriedenheit. Nach meiner K\u00fcndigung, den vielen Aufgaben zu Hause und den Herausforderungen mit den Kindern f\u00fchlte ich mich trotz meiner Arbeitslosigkeit st\u00e4ndig ersch\u00f6pft und \u00fcberfordert. Anstatt \u00fcber Gottes Gnade nachzudenken, lie\u00df ich mich von den Sorgen des Alltags bedr\u00fccken. In meinem Herzen herrschte die Undankbarkeit, und ich reagierte nur noch gereizt und unzufrieden. Sogar die Tatsache, mit den Kindern zur Freizeit zu kommen, war f\u00fcr mich anstrengend und nervig. Ich beschwerte mich innerlich sogar dar\u00fcber, dass der Bibeltext auf der Freizeit so lang war.<br \/>\nDoch als ich M. Zeugnis und die Geschichte ihres Weges h\u00f6rte, verstummte ich. Ich konnte nichts mehr sagen und sch\u00e4mte mich zutiefst. Dadurch wurde ich neu an Gottes Gnade erinnert. Dass ich heute lebe, ist Gottes Gnade; dass ich in Deutschland studieren durfte, ist Gottes Gnade; dass ich als Missionar leben darf, ist Gottes Gnade; dass ich mit J. eine Glaubensfamilie gr\u00fcnden durfte und f\u00fchren darf, ist Gottes Gnade; dass wir unsere Kinder sicher aufziehen d\u00fcrfen, ist Gottes Gnade; und dass ich auf der Freizeit Gottes Wort empfangen habe, ist ebenfalls Gnade. Auch dass ich heute hier stehen und mit euch das Wort Gottes h\u00f6ren darf, ist Gnade.<br \/>\nDie gr\u00f6\u00dfte Gnade von allem ist, dass ich an Jesus Christus glauben darf, der f\u00fcr meine S\u00fcnden \u2014 auch f\u00fcr meine Unzufriedenheit und inneren Zorn \u2014 arm wurde und in diese Welt gekommen ist. Er gab sich selbst hin, damit ich nicht verloren werde, sondern ein neues, reiches Leben mit ihm f\u00fchren kann.<br \/>\nVor einigen Wochen empfing ich gro\u00dfe Gnade aus Johannes 11, durch die Geschichte, in der Maria ihr Alabastergef\u00e4\u00df zerbrach, das kostbare \u00d6l \u00fcber Jesus ausgoss und seine F\u00fc\u00dfe mit ihren Haaren trocknete. Ich kannte diese Geschichte gut und dachte, dass sie nichts Neues mehr f\u00fcr mich bereithielte. Doch Gott schenkte mir neue Gnade.<br \/>\nMaria kannte Jesus bereits, doch durch die Auferweckung des Lazarus erkannte sie ihn auf neue Weise. Sie erkannte, dass Jesus Macht \u00fcber den Tod hat, dass er die Auferstehung ist und dass er hier und jetzt Leben gibt. Jesus ist der Messias nicht nur in der Zukunft am j\u00fcngsten Tag, sondern hier und jetzt. Aus dieser neuen Erkenntnis heraus gab sie voller Freude Jesus das Wertvollste, was sie besa\u00df.<br \/>\nJudas tadelte sie. Er meinte, man h\u00e4tte das \u00d6l besser den Armen geben sollen. Doch in Wirklichkeit dachte er daran, selbst etwas davon abzuzweigen, denn er verwaltete die Kasse. Maria gab freudig, weil die erlebte Gnade so gro\u00df war. Judas hingegen dachte nur daran, sich etwas von dem zu nehmen, was Jesus geh\u00f6rte.<br \/>\nIch muss zugeben, dass ich oft wie Judas war. Alles, was ich habe, ist Gottes Geschenk \u2014 und doch habe ich es oft so behandelt, als w\u00e4re es mein Besitz. Ich war geizig, und selbst kleine Opfer lie\u00dfen mich das Gef\u00fchl von Verlust und Unzufriedenheit sp\u00fcren. Warum? Weil ich wie Judas Gottes Gaben nicht als Gnade betrachtete, sondern Gottes Eigentum wie mein Eigentum behandelte.<br \/>\nIch bekenne und tue Bu\u00dfe, dass ich Gottes Gnade oft nicht als Gnade erkannt habe und dass ich wie Judas dazu neige, mir von dem zu nehmen, was Jesus geh\u00f6rt. Ich bete, dass ich nicht ein Mensch werde, der beim Teilen der Gnade geizig ist, sondern jemand, der mit Freude gibt. Ich bete, dass die Liebe Jesu tief in mein Herz f\u00e4llt.<br \/>\nHerr Jesus, ich danke dir, dass du die Herrlichkeit des Himmels verlassen und dich so weit erniedrigt hast \u2014 bis hin zur Krippe. Du hast alle Schmerzen und jede Dem\u00fctigung auf dich genommen, um meine S\u00fcnde zu tragen. Und schlie\u00dflich bist du am Kreuz gestorben. Durch dein Leiden und deinen Tod habe ich Vergebung und Freiheit empfangen. Du hast das Kreuz freiwillig gew\u00e4hlt \u2014 aus Liebe zu mir. Du hast deine Liebe bewiesen. Wenn ich an diese Gnade denke, m\u00f6chte ich dir mit Freude folgen.<br \/>\nZum Schluss: Jesus hat sich freiwillig f\u00fcr uns erniedrigt und kam als Kind in die Krippe. Er hatte keinen Ort, an dem er sein Haupt hinlegen konnte. Er lebte ein Leben des Dienens, der Liebe und der Verk\u00fcndigung des Wortes Gottes und am Ende ertrug er grausame Schmerzen und starb am Kreuz. F\u00fcr wen tat er das? F\u00fcr uns \u2013 um unsere S\u00fcnden zu tragen. Warum ging er so weit? Weil er uns liebt. Die Gemeinden in Mazedonien kannten diese Gnade. Wie steht es mit uns?<br \/>\nIch bete, dass wir die Liebe Jesu tief erkennen, der f\u00fcr unsere S\u00fcnde in die Welt gekommen ist und sich selbst erniedrigt hat. Nur wenn diese Gnade unsere Herzen erf\u00fcllt, k\u00f6nnen wir mit Freude dienen und geben. Lasst uns gemeinsam beten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Gottes Gnade: Jesus Christus \u201eDenn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.\u201c (2. Korinther 8,9 [E\u00dc]) Heute ist der 2. Advent, in zweieinhalb Wochen ist Weihnachten! Daher wollen wir \u00fcber die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[10,4,11,38],"tags":[],"class_list":["post-13635","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-korinther","category-predigt","category-sonderlektion","category-weihnachten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13635"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13635\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13638,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13635\/revisions\/13638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}