{"id":13592,"date":"2025-11-30T11:00:59","date_gmt":"2025-11-30T10:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13592"},"modified":"2025-12-02T21:43:03","modified_gmt":"2025-12-02T20:43:03","slug":"predigt-1-korinther-31-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-korinther-31-23\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Korinther 3,1-23"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1.Korinther_3-0123-P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1.Korinther_3-0123-P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_korinther\/3\/\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gottes Mitarbeiter, Gottes Tempel<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eWisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Korinther 3,16)<\/p>\n<p>Der erste Korintherbrief entstand, nachdem Paulus von den Spaltungen in der Gemeinde von Korinth erfahren hatte. Im Gebet f\u00fchrte er die Gl\u00e4ubigen zur\u00fcck zu Jesus Christus, den Gekreuzigten, denn am Kreuz offenbart sich die Weisheit und die Kraft Gottes.<br \/>\nF\u00fcr den menschlichen Verstand bleibt es ein Geheimnis, warum gerade der Gekreuzigte Gottes Weisheit verk\u00f6rpert. Doch durch das Wirken des Heiligen Geistes wird diese Wahrheit offenbar. Darum betont Paulus die Notwendigkeit des Geistes: Er \u00f6ffnet uns die Augen f\u00fcr unsere Grenzen und zeigt uns, dass kein Mensch \u2013 so klug oder begabt er auch sein mag \u2013 den Weg zum Heil aus eigener Kraft finden kann.<br \/>\nDie Botschaft ist klar: Wahre Weisheit liegt nicht in menschlicher Klugheit, sondern im Vertrauen auf Christus, den Gekreuzigten, und in der F\u00fchrung des Heiligen Geistes. Der Drang, die eigenen F\u00e4higkeiten zu r\u00fchmen, ist seit dem Altertum unver\u00e4ndert. Schon unmittelbar nach der Sintflut hielten die Nachkommen Noahs wieder an b\u00f6sen Gedanken fest und widersetzten sich Gott. Als die Bev\u00f6lkerung wuchs und scheinbar st\u00e4rker wurde, errichteten sie den Turm zu Babel, um ihre Macht zu demonstrieren. In Genesis 11,4 hei\u00dft es: \u201eWohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut \u00fcber die ganze Erde. \u201c<br \/>\nSie stellten ihren Ruhm und ihre Gr\u00f6\u00dfe \u00fcber die Anbetung und den Gehorsam gegen\u00fcber Gott. Auch die Gl\u00e4ubigen in Korinther r\u00fchmten sich: \u201eIch geh\u00f6re zu Paulus\u201c oder \u201eIch geh\u00f6re zu Apollos.\u201c Sie glaubten, ihre jeweilige Gruppe habe den gr\u00f6\u00dften Einfluss und k\u00f6nne die Gemeinde beherrschen. Zwischen den Turmbauern von Babel und den Korinthern bestand vom Wesen her kein Unterschied: Beide wollten ihre Macht und ihren Ruhm in den Vordergrund stellen. Doch Jesus betete am Kreuz: \u201eVater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!\u201c (Lukas 23,34b) Jesus kam, um die Menschen von ihrer Gier zu befreien.<br \/>\nIm dritten Kapitel sehen wir, wie Paulus den Korinthern half, die durch ihre Unterschiede gespalten waren.<br \/>\nWarum verglich Paulus die Gl\u00e4ubigen mit Kindern, die noch Milch trinken? Weil unter ihnen Neid und Streit herrschten. Kinder streiten um Spielzeug, und ebenso werden Menschen neidisch, wenn andere etwas besitzen, was ihnen selbst fehlt. Kain t\u00f6tete seinen Bruder Abel aus Neid, weil Gott ihn annahm, ihn selbst aber verwarf. Josefs Br\u00fcder verkauften ihn aus Eifersucht an H\u00e4ndler, die ihn nach \u00c4gypten brachten. Neid zerst\u00f6rt Beziehungen und verletzt Menschen sehr. Streit als Folge von Eifersucht zerst\u00f6rt Familien und Gemeinden. Wo Menschen zusammenkommen, entstehen Konflikte und Verletzungen.<br \/>\nSo war auch der Konflikt in Korinth unausweichlich. Niemand liebt Neid und Streit. Eine gespaltene Gemeinde verliert ihre Einheit, Menschen wenden sich ab, und kreatives Wirken kommt zum Erliegen. Ohne Einheit stagniert die Gemeinde und verliert ihre Kraft. Als die erste Gemeinde in Jerusalem zu Pfingsten das Wirken des Heiligen Geistes erlebte, teilten sie ihre G\u00fcter und sorgten f\u00fcreinander. So wurde die Gemeinde zu einem Ort, der dem Himmel glich.<br \/>\nDie Gemeinde in Korinth war durch zahlreiche Konflikte und Streitigkeiten blockiert und konnte nicht voranschreiten. Jede Partei beanspruchte das Recht f\u00fcr sich. Gespr\u00e4che erwiesen sich als schwierig und f\u00fchrten meist zu weiteren Auseinandersetzungen. Es war, als h\u00e4tte ein Schiff die Orientierung verloren und triebe ziellos umher. Die Gemeinde wurde zu einem Schlachtfeld, auf dem jede Seite ihre Macht ausspielte, und das Bild von Christi Dienst ging verloren.<br \/>\nPaulus betete f\u00fcr die Gemeinde in Korinth und ermahnte sie, ihren Blick von den Spaltungen und Gruppierungen weg auf Gott zu richten. Paulus und Apollos waren Gottes Mitarbeiter, die halfen, den Glauben der Gemeinde wie durch S\u00e4en und Gie\u00dfen wachsen zu lassen. Doch Paulus betonte: Es ist Gott, der das Wachstum schenkt. Zwar muss man s\u00e4en und gie\u00dfen, damit etwas gedeiht, doch wenn die Sonne nicht scheint oder die Bedingungen ung\u00fcnstig sind, bleibt alle menschliche M\u00fche vergeblich. Paulus macht deutlich: Kein Mensch, so gro\u00dfartig er auch erscheinen mag, kann Gott ersetzen. Menschen sind Gottes Mitarbeiter, nicht Gottes Ersatz.<br \/>\nDennoch besteht die Versuchung, aus dieser Rolle herauszutreten und Gottes Platz einzunehmen. Manche lassen sich vom Ruhm und der Popularit\u00e4t berauschen. Als Johannes der T\u00e4ufer in der W\u00fcste predigte, str\u00f6mten viele Menschen zu ihm, in der Hoffnung, er w\u00fcrde eine neue \u00c4ra einleiten. Doch Johannes wies sie auf Jesus hin und sagte: \u201eSiehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt! \u201c (Joh 1,29b). Er widerstand der Versuchung fl\u00fcchtiger Popularit\u00e4t und blieb seiner von Gott gegebenen Mission treu. Menschen sind Gottes Mitarbeiter, seine Diener, die er beruft, erweckt und gebraucht. Wer diese Wahrheit anerkennt und ihr bis zum Ende gehorcht, wird belohnt werden. Wer jedoch untreu wird, wird besch\u00e4mt dastehen.<br \/>\nPaulus beschreibt die Gemeinde, die auf dem Fundament Christi erbaut ist, als ein Haus im Bau. Dabei betont er, dass die verwendeten Baumaterialien entscheidend sind. Auch wenn alle scheinbar gemeinsam bauen, wird am Tag des Gerichts offenbar, welches Material Bestand hat. Gold, Silber und Edelsteine \u00fcberstehen das Feuer, doch H\u00e4user aus Holz und Stroh werden verbrennen. Jesus sagte: \u201eDenn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.\u201c (Matth\u00e4us 6,21). Damit sprach er von einem Leben, das auf das Reich Gottes ausgerichtet ist. Wer Christus als h\u00f6chsten Wert anerkennt und ihm nachfolgt, baut mit kostbaren Materialien. Wer jedoch seinen eigenen W\u00fcnschen folgt, gleicht einem, der mit verg\u00e4nglichem Holz und Stroh baut.<br \/>\nAm Tag des Gerichts wird alles offenbar werden. Manche Werke werden bis auf die Grundmauern niederbrennen, andere werden sich als wertvoll erweisen. Schon im ersten Kapitel warnte Paulus, dass wir bereit sein m\u00fcssen, damit wir am Tag des Herrn nicht besch\u00e4mt werden. Im heutigen Abschnitt in Vers 18 mahnt er: Niemand soll sich selbst t\u00e4uschen. Paulus wollte, dass die Gl\u00e4ubigen am Tag des Herrn Anerkennung finden und nicht besch\u00e4mt werden. Die Bibel sagt: \u201eIrret euch nicht! Gott l\u00e4sst sich nicht spotten. Denn was der Mensch s\u00e4t, das wird er ernten.\u201c (Galater 6,7)<br \/>\nDas Urteil unseres Herrn wird gerecht sein. Er wird das Streben und die Haltung jedes Einzelnen genau pr\u00fcfen. Die M\u00fchen derer, die ausgeharrt und an Gottes Verhei\u00dfungen festgehalten haben, wird er niemals vergessen. Er wird den Gehorsam derer w\u00fcrdigen, die Jesus nachfolgten, ihren eigenen Willen aufgaben und das Kreuz trugen. Die Bibel ist voller Verhei\u00dfungen von Belohnung. Paulus bezeugt:<br \/>\n\u201eIch habe den guten Kampf gek\u00e4mpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort liegt f\u00fcr mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben.\u201c (2. Timotheus 4,7\u20138)<br \/>\nPaulus erinnert die Korinther daran, dass sie der Tempel Gottes sind. In den Versen 16 und 17 lesen wir: \u201eWisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes zerst\u00f6rt, den wird Gott zerst\u00f6ren, denn der Tempel Gottes ist heilig \u2013 der seid ihr. \u201c<br \/>\nGott befahl Mose, die Stiftsh\u00fctte zu bauen, damit er mitten unter Israel wohnen konnte. Im Neuen Testament ist jedoch nicht mehr ein Geb\u00e4ude der Tempel, sondern jeder Gl\u00e4ubige, denn der Heilige Geist wohnt in ihm. So wie wir jeden Augenblick leben, weil wir Sauerstoff atmen, so leben wir geistlich durch die Gegenwart des Heiligen Geistes. Doch oft nehmen wir diese Tatsache als selbstverst\u00e4ndlich hin. Erst wenn uns der Sauerstoff fehlt, merken wir, wie lebensnotwendig er ist. Ebenso ist es nicht leicht, sich t\u00e4glich der Gegenwart des Heiligen Geistes bewusst zu sein.<br \/>\nDarum fragte Paulus (Vers 16): \u201eWisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?\u201c Nicht, weil die Korinther es nicht wussten, sondern weil sie den \u201aTempel\u2019 dennoch entweihten. Als Jesus den Tempel in Jerusalem betrat und sah, dass er zu einem Marktplatz geworden war, sprach er: \u201eSteht nicht geschrieben: \u00bbMein Haus wird ein Bethaus hei\u00dfen f\u00fcr alle V\u00f6lker\u00ab? Ihr aber habt eine R\u00e4uberh\u00f6hle daraus gemacht.\u201c (Markus 11,17) Jesus warf die H\u00e4ndler hinaus und reinigte den Tempel, weil er entweiht worden war.<br \/>\nPaulus erinnerte die Korinther daran, dass der Tempel Gottes heilig ist \u2013 kein Ort f\u00fcr Streit oder Machtk\u00e4mpfe. Gott hatte befohlen, die Bundeslade, das Zeichen seiner Gegenwart, im Allerheiligsten aufzustellen. Wenn Israel weiterzog, sollte die Lade an der Spitze getragen werden, damit sie verstanden: Nicht menschliche Pl\u00e4ne, sondern Gottes Wort f\u00fchrt ins verhei\u00dfene Land.<br \/>\nPaulus wollte, dass die Korinther sich daran erinnerten, dass Gott mit ihnen war und sie leitete. Er ermutigte sie, ein Haus zu schaffen, das Gott gef\u00e4llt \u2013 ein heiliges Haus, in dem er wohnt. So wie M\u00fctter die Wohnung t\u00e4glich reinigen, ordnen und schm\u00fccken, damit sie ein behaglicher Ort ist, so sollen auch wir unser Leben als Gottes Haus gestalten. Paulus sagte: \u201eWisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?\u201c Das bedeutet: Unser Leben soll rein und heilig sein, weil der Heilige Geist darin wohnt.<br \/>\nNat\u00fcrlich \u201ereinigen\u201c wir unser Leben nicht allein. Der Heilige Geist hilft uns. Wir m\u00fcssen nur seinen Worten gehorchen und uns von ihm leiten lassen. Der Geist f\u00fchrt uns immer in eine Richtung: zu Jesus. Wir sollen Jesu Gedanken nachahmen. Selbst am Kreuz suchte er nicht seinen eigenen Willen, sondern betete f\u00fcr unsere Erl\u00f6sung: \u201eVater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!\u201c (Lukas 23,34b)<br \/>\nJesus stellte die Rettung unseres Lebens \u00fcber sein eigenes. Er gebrauchte seine g\u00f6ttliche Macht nicht, um sich selbst zu retten, sondern um diejenigen zu erl\u00f6sen, die ihn verspotteten und ablehnten. Der Heilige Geist wohnt in uns und gibt uns eine klare Botschaft: Folgt Jesus nach. Denn am Tag des Gerichts wird Gott uns danach belohnen, wie gut wir Jesus kannten und wie treu wir ihm folgten. Manche werden mit kindlichen Gedanken und wertlosen Werken vor dem Herrn stehen. Andere aber werden von Jesus gelobt und von ihm die Tr\u00e4nen abgewischt bekommen, die sie auf ihrem Weg mit ihm vergossen haben.<br \/>\nPaulus ermahnt die Korinther, sich nicht f\u00fcr weise zu halten, sondern bereit zu sein, \u201et\u00f6richt\u201c zu werden. Denn wahre Weisheit besteht darin, Gottes Weisheit zu suchen und an Jesus Christus zu glauben, anstatt die Dinge allein mit menschlicher Vernunft zu verstehen. Selbsternannte Weisheit ist keine echte Weisheit; sie zeigt vielmehr einen Mangel an Vertrauen in Gottes Weisheit. Paulus betont, dass die Erkenntnis dar\u00fcber, dass die Erl\u00f6sung allein durch Jesus Christus kommt, die wahre Weisheit ist. Doch diese Erkenntnis kommt durch die Offenbarung des Heiligen Geistes.<br \/>\nAm Ende von Kapitel 3 erinnert Paulus die Gl\u00e4ubigen daran: \u201eAlles geh\u00f6rt euch.\u201c Diese Aussage bedeutet nicht, dass wir alles nach Belieben gebrauchen d\u00fcrfen. Vielmehr vermittelt sie die Botschaft, dass uns alles von Gott gegeben ist, damit wir ihm mit allem dienen und gehorchen. Nichts darf Gott ersetzen \u2013 auch nicht Menschen, die er uns sendet. Paulus schlie\u00dft das Kapitel mit der Betonung, dass Gott der Eigent\u00fcmer aller Dinge ist. Uns ist zwar alles gegeben, doch wir geh\u00f6ren Christus, und Christus geh\u00f6rt Gott.<br \/>\nGott sandte Mose, um Israel aus \u00c4gypten zu befreien \u2013 nicht damit sie Mose verehren, sondern damit sie dem Gott dienen, der sie befreit hatte. Ebenso sandte Gott Paulus nach Korinth, nicht damit die Gl\u00e4ubigen ihm dienten, sondern damit sie durch Paulus und Apollos Gottes Gemeinde werden und Gott dienen konnten. Paulus und Apollos erf\u00fcllten diesen Auftrag treu. Doch die Gl\u00e4ubigen verga\u00dfen den Gott, der seine Diener gesandt hatte, und begannen, sich um Personen zu scharen, Gruppierungen zu bilden und ihren Einfluss auszubauen. Dies f\u00fchrte zu Neid, Streit und Spaltung. Paulus warnte, dass Gott diejenigen richten wird, die den Tempel zerst\u00f6ren.<br \/>\nHeute begegneten uns zwei zentrale Begriffe: Gottes Mitarbeiter und Gottes Tempel. Der Schwerpunkt liegt auf Gott. Diejenigen, die von ihm berufen sind, sind seine Mitarbeiter. Der Tempel ist das Haus, in dem Gott wohnt. Nicht der Mensch steht im Mittelpunkt, sondern Gott. Deshalb m\u00fcssen wir seinen Willen suchen und nicht unseren eigenen. So wird Gottes Wille durch die Kirche verwirklicht.<br \/>\nWir Menschen stehen in einem st\u00e4ndigen Kampf: Geh\u00f6rt alles mir \u2013 oder geh\u00f6rt alles Gott? Wer sich selbst f\u00fcr weise h\u00e4lt, nutzt alles zu seinem Vorteil. Wer aber scheinbar t\u00f6richt ist und doch in Wahrheit weise, betrachtet alles als Gottes Eigentum und setzt es zu seiner Ehre ein. Ein solcher Mensch wird mit Lob und Herrlichkeit belohnt. Ein wahrhaft weiser Mensch erkennt, dass Gott sogar Menschen sendet, damit wir Jesus \u00e4hnlicher werden. Alle Freuden und Leiden, die wir erfahren, sind wie Baumaterialien, die uns gegeben werden, um ein Haus des Glaubens auf Jesus zu errichten. Ein weiser Mensch betet, dass dieses Haus nicht niederbrennt, sondern Gottes Herrlichkeit offenbart und ihm gef\u00e4llt.<br \/>\nWomit bauen wir unsere H\u00e4user? Mit Gold, Silber und Edelsteinen \u2013 oder mit verg\u00e4nglichen Materialien wie Holz und Stroh? Ist unser Haus, der Tempel Gottes, rein? Oder ist es erf\u00fcllt von weltlicher Gier und Selbstsucht? Wie Paulus ermahnte, bete ich, dass wir Gottes Tempel werden \u2013 gereinigt und vorbereitet \u2013, damit wir am Tag Christi, dem Tag seiner Wiederkunft, nicht besch\u00e4mt dastehen. Ich bete, dass wir reiche innere Frucht hervorbringen, die Christus \u00e4hnelt.<br \/>\nW\u00e4hrend der Vorbereitung dieser Predigt fiel mir der Ausdruck \u201eMitarbeiter Gottes\u201c besonders ins Auge. Das Wort \u201eMitarbeiter\u201c habe ich seit Jahrzehnten im Alltag verwendet \u2013 f\u00fcr meine Frau ebenso wie f\u00fcr die Mitglieder in der Gemeinde. Lange habe ich daf\u00fcr gehalten, dass wir Mitarbeiter untereinander sind, die gemeinsam Gottes Werk tun. Das ist nicht falsch. Doch der Begriff \u201eMitarbeiter Gottes\u201c stellt unsere Beziehung zu Gott \u00fcber die Zusammenarbeit untereinander. Ich erkannte: Selbst wenn Menschen zusammenkommen, um f\u00fcr Gott zu arbeiten, m\u00fcssen wir zuerst anerkennen, dass wir Mitarbeiter Gottes sind. Ich bin Mitarbeiter Gottes, bevor ich Mitarbeiter unter Menschen bin. Diese Priorit\u00e4t erm\u00f6glicht ein gottzentriertes Leben.<br \/>\nIch vollbringe Gottes Werk nicht aus eigener Kraft, sondern bin von ihm berufen, mit ihm zusammenzuarbeiten, um seinen Willen zu erf\u00fcllen. Nur so bleibe ich in meiner Rolle als Mitarbeiter Gottes verankert und diene nicht meinen eigenen Projekten oder Zielen.<br \/>\nVor drei\u00dfig Jahren, in meinen fr\u00fchen Missionsjahren, hatte ich das Ziel, deutsche Studenten zum Bibelstudium einzuladen und sie zu J\u00fcngern zu erziehen. Ich widmete meine Zeit und mein Herz diesem Dienst. Ich besuchte Studentenwohnheime, lud junge Menschen ein und traf mich w\u00f6chentlich mit ihnen. Damals war es mir besonders wichtig, Frucht zu bringen \u2013 ich wollte mich als f\u00e4higer Missionar beweisen. Doch eines Tages, nach einer Freizeit, sagte mir ein Student, er habe den Eindruck gewonnen, ich sei nicht deshalb froh gewesen, weil er zum Bibelstudium kam und ich ihn liebte, sondern weil ich durch ihn meine eigenen Fr\u00fcchte hervorbringen wollte. Diese Worte trafen mich tief. Mit Scham erkannte ich, dass ich meine eigenen Erfolge in den Vordergrund gestellt hatte.<br \/>\nSp\u00e4ter durfte ich auf einer Mitarbeiterfreizeit \u00fcber das Thema \u201eZusammenarbeit\u201c predigen. Johannes 4,35\u201338 zeigt, dass Gott sein Werk durch Zusammenarbeit vollbringt. Jesus sagt hier, dass der S\u00e4mann und Schnitter verschieden sind, doch beide freuen sich gemeinsam am Tag der Ernte. Der S\u00e4mann mag unter Tr\u00e4nen s\u00e4en, der Schnitter aber erntet mit Freude. Durch diese Zusammenarbeit f\u00fcllt Gott seine Scheune mit den Erl\u00f6sten. So sind sowohl S\u00e4mann als auch Schnitter \u201eGottes Mitarbeiter\u201c.<br \/>\nZum Abschluss m\u00f6chte ich ein kurzes Zeugnis \u00fcber diese Zusammenarbeit geben. M. wurde durch verschiedene Mitarbeiter in unseren Dienst gef\u00fchrt. Ein Missionar lud ihn ein, R. begann mit ihm das Bibelstudium, sp\u00e4ter durfte ich selbst mit ihm das Bibelstudium machen. Danach setzte Missionarin S. das Bibelstudium mit ihm fort. Mit Hilfe von K. und S. reiste er nach Korea und heiratete Missionarin M. Gemeinsam gr\u00fcndeten sie eine Familie mit vier Kindern: &#8230;. M. f\u00fchrte wiederum M. zum Bibelstudium, und M. gr\u00fcndete mit Missionarin P eine Familie, aus der &#8230; hervorgingen. Diese enge Zusammenarbeit war nicht das Verdienst eines Einzelnen, sondern das Ergebnis gemeinsamer Arbeit mit Gott.<br \/>\nDie auf Gott ausgerichtete Gemeinde ist der Tempel Gottes, den er selbst errichten m\u00f6chte. Nun stehen wir vor neuen Herausforderungen. Wenn K. den Samen s\u00e4te und meine Generation ihn bew\u00e4sserte, so ist es jetzt an der Zeit, dass unser Glaube w\u00e4chst und unser Leben in Christus reift. Konflikte wird es immer geben, doch durch die Gemeinde werden wir gen\u00e4hrt und gest\u00e4rkt.<br \/>\nUnser Leben gleicht dem Bau eines Hauses. Wenn der Herr wiederkommt, wird offenbar werden, womit wir gebaut haben. Jeder wird ernten, was er ges\u00e4t hat. Darum bete ich, dass wir am Tag der Wiederkunft des Herrn als Heilige gepriesen werden, die H\u00e4user aus Gold, Silber und Edelsteinen gebaut haben \u2013 H\u00e4user, die Bestand haben und Gottes Herrlichkeit widerspiegeln.<br \/>\nAmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Gottes Mitarbeiter, Gottes Tempel \u201eWisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?\u201c (1. Korinther 3,16) Der erste Korintherbrief entstand, nachdem Paulus von den Spaltungen in der Gemeinde von Korinth erfahren hatte. 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