{"id":13575,"date":"2025-11-23T11:00:48","date_gmt":"2025-11-23T10:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13575"},"modified":"2025-12-02T19:12:01","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:01","slug":"predigt-1-korinther-26-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-korinther-26-16\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Korinther 2,6-16"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/1.Korinther_2-0616-P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/1.Korinther_2-0616-P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_korinther\/2\/6-16?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die Weisheit Gottes<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUns aber hat es Gott enth\u00fcllt durch den Geist. Der Geist ergr\u00fcndet n\u00e4mlich alles, auch die Tiefen Gottes.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Korinther 2,10 [E\u00dc])<\/p>\n<p>Das Thema heute ist Weisheit. Ich gehe davon aus, dass jeder von uns mit der Aussage einverstanden ist, dass wir alle Weisheit brauchen. Aber was ist Weisheit? Der christliche Philosoph Dallas Willard hat Weisheit so definiert: \u201eEin Mensch verf\u00fcgt \u00fcber Weisheit, wenn (i) er die sicheren und wahrscheinlichen Ursachen f\u00fcr Frustration und Freude in sich selbst, in seinen Beziehungen zu anderen und in seinen Beziehungen zu seiner nicht-menschlichen Umgebung versteht und (ii) dieses Verst\u00e4ndnis gewohnheitsm\u00e4\u00dfig nutzt, um diejenigen Denk- und Verhaltensweisen zu w\u00e4hlen, die die Erf\u00fcllung seines gesamten Systems von Bed\u00fcrfnissen und W\u00fcnschen maximieren.\u201c Das ist die Definition von einem Philosophen. Hier ist meine extrem vereinfachte Definition basierend auf dem, was Willard sagt: \u201eWeisheit bedeutet, \u00fcber Wissen zu verf\u00fcgen, das in der Realit\u00e4t verwurzelt ist, und die F\u00e4higkeit zu besitzen, entsprechend zu leben.\u201c<br \/>\nWo lernen wir Weisheit? A.N. Whitehead, ein britischer Mathematiker und Philosoph hatte beklagt: \u201eIn den Schulen der Antike strebten Philosophen danach, Weisheit zu vermitteln, in modernen Hochschulen ist es unser bescheideneres Ziel, F\u00e4cher zu unterrichten.\u201c Weisheit scheint rar ges\u00e4t zu sein. Vielleicht bekommen wir einiges an Weisheit in den Familien, in denen wir leben, beigebracht. Was immer der Fall ist, irgendwie m\u00fcssen wir zu einem Verst\u00e4ndnis kommen, von dem, was real ist, um ein gutes Leben f\u00fchren zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDer heutige Text handelt nicht einfach von irgendeiner Weisheit. Es geht um die Weisheit Gottes. Paulus macht die erstaunliche Aussage, dass wir diese Weisheit bekommen k\u00f6nnen. Drei Dinge lernen wir hier im Text \u00fcber die Weisheit Gottes: zum einen, was sie beinhaltet; als zweites, wie man sie bekommt; als drittes, was sie mit uns macht.<\/p>\n<p><strong>1. Was die Weisheit Gottes beinhaltet<\/strong><br \/>\nIn Vers 6 schreibt Paulus: \u201eUnd doch verk\u00fcnden wir Weisheit unter den Vollkommenen, aber nicht Weisheit dieser Welt oder der Machthaber dieser Welt, die einst entmachtet werden.\u201c Paulus schreibt hier \u201eUnd doch\u2026\u201c, weil er sich im Kapitel vorher ziemlich negativ \u00fcber die Weisheit der Menschen ge\u00e4u\u00dfert hatte. 1. Korinther 1,19.20 lautet: \u201eIn der Schrift steht n\u00e4mlich: ich werde die Weisheit der Weisen vernichten \/ und die Klugheit der Klugen verwerfen. [\u2026] Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt?\u201c Die Weisheit, die Paulus verk\u00fcndigt, ist nicht die Weisheit dieser Welt oder von den M\u00e4chtigen dieser Welt, deren Macht eines Tages vergehen wird. Und diese Aussage sollte uns etwas zu denken geben. Ich gebe euch ein Beispiel.<br \/>\nDiese Illustration kommt von Tim Keller. K\u00f6nnt ihr euch noch daran erinnern, als ihr 15 Jahre alt wart? Wenn ihr als 20-j\u00e4hrige an euer 15-j\u00e4hriges Ich zur\u00fcckdachtet, dann kamen euch Gedanken wie: \u201eOh Mann, ich war ja damals so ein Idiot.\u201c Als ihr als 30-j\u00e4hrige an euere 20-j\u00e4hrige Version zur\u00fcckdachtet, denkt ihr: \u201eOh Mann, ich war damals so ein Idiot.\u201c Und die \u00fcber 40-j\u00e4hrigen unter euch denken das Gleiche \u00fcber euer 30-j\u00e4hriges Ich. Und wisst ihr was? Wir sind alle immer noch Idioten ganz egal wie alt wir sind. Im Vergleich mit der Person, die wir vor 10 Jahren waren, f\u00fchlen wir uns weise wie Meister Yoda. Aber Fakt ist, wir hantieren immer noch nur mit Halbwissen und viel Ignoranz. Wir alle machen immer noch fast t\u00e4glich d\u00e4mliche Fehler.<br \/>\nUnd das ist irgendwo die Weisheit dieser Welt. Die M\u00e4chtigen der Welt zu Paulus\u2018 Zeit dachten von sich, dass sie die Kr\u00f6nung der Geschichte sind; dass niemand gr\u00f6\u00dfer und schlauer und brillanter ist als sie. Alle diese M\u00e4chtigen geh\u00f6ren heute l\u00e4ngst der Vergangenheit an. Sie sind alle entweder vergessen oder richtig schlecht gealtert. Und Gleiches gilt f\u00fcr die Weisheit der Welt von allen Zeiten. Schauen wir auf das zur\u00fcck, was die Menschen vor 70 Jahren f\u00fcr schlau hielten, k\u00f6nnen wir oft nur mit dem Kopf sch\u00fctteln. Ein Beispiel: In den 1950er Jahren gab es eine Studie, die gezeigt hatte, dass Nikotin wach h\u00e4lt und deshalb zur Sicherheit im Stra\u00dfenverkehr beitr\u00e4gt. Die ADAC Motorwelt berichtete, dass Autofahrer mit Nikotin weniger durch Alkohol beeintr\u00e4chtigt wurden, d.h., wer raucht, f\u00e4hrt betrunken besser Auto. Nicht jede menschliche \u201eWeisheit\u201c ist so schlimm. Aber grunds\u00e4tzlich schauen wir auf das, was vor Jahren als besonders schlau galt, mit Stirnrunzeln. Und wisst ihr was? In 70 Jahren werden sich unsere Nachkommen f\u00fcr das sch\u00e4men, was wir heute f\u00fcr so richtig schlau fanden. Wir werden ihnen regelrecht peinlich sein.<br \/>\nDas ist nicht die Weisheit, die Paulus im Sinn hat. Vers 7: \u201eVielmehr verk\u00fcnden wir das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu unserer Verherrlichung.\u201c Was ist diese verborgene Weisheit Gottes? Vers 8: \u201eKeiner der Machthaber dieser Welt hat sie erkannt; denn h\u00e4tten sie die Weisheit Gottes erkannt, so h\u00e4tten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.\u201c Sie haben den Herrn der Herrlichkeit gekreuzigt. Genau das hier ist die Weisheit Gottes. Letzte Woche hatte wir im Gottesdienst geh\u00f6rt: \u201eDie Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verk\u00fcnden Christus als den Gekreuzigten: f\u00fcr Juden ein \u00c4rgernis, f\u00fcr Heiden eine Torheit, f\u00fcr die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.\u201c Die Machthaber dieser Welt hatten Jesus umgebracht, weil sie dachten, dass er ein M\u00f6chtegern-Messias ist. Jesus ist aber der wahre Messias; er ist der Sohn Gottes; er ist die Herrlichkeit Gottes in Person. Jesus zu ermorden war die gr\u00f6\u00dfte und schlimmste Bosheit, welche die Menschen jemals h\u00e4tten vollbringen k\u00f6nnen. Gott lie\u00df es zu, dass die Menschen die schlimmste Bosheit vollbrachten.<br \/>\nWir fragen uns an dieser Stelle: Was ist daran weise? Was ist daran weise, dass die Machthaber der Welt in ihrer v\u00f6lligen Ignoranz und Dummheit, das schlimmste Verbrechen der Menschheitsgeschichte vollbracht haben? David Garland schreibt in seinem Kommentar: \u201eDas B\u00f6se [\u2026] scheint oberfl\u00e4chlich betrachtet st\u00e4rker zu sein als das Gute. Das B\u00f6se tr\u00e4gt jedoch den Keim seiner eigenen Zerst\u00f6rung in sich, insbesondere wenn es sich im Moment seines scheinbar gr\u00f6\u00dften Triumphs, als Jesus gekreuzigt wird, ungewollt selbst zerst\u00f6rt. Das Kreuz ist das entscheidende Ereignis in einem kosmischen Kampf, das die M\u00e4chte dieser Welt entlarvt und st\u00fcrzt.\u201c Hier ist das, was Garland sagt: Das Kreuz sieht auf der einen Seite aus wie der gr\u00f6\u00dfte Sieg der Finsternis \u00fcber das Licht. In Wirklichkeit war der Tod Jesu am Kreuz gerade die Art und Weise, wie Gott das B\u00f6se ein und f\u00fcr allemal besiegt. Das B\u00f6se begeht Selbstmord indem es das schlimmste B\u00f6se vollbringt (John Piper). Das ist Gottes Art und Weise, wie er die verlorene Menschheit rettet. Mit anderen Worten, die Weisheit Gottes ist das Evangelium, die frohe Botschaft, dass Gott diese Welt so sehr geliebt hat, dass er bereit war, seinen einzigen Sohn hinzugeben, damit alle Menschen, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben (Joh 3,16). Welcher Mensch h\u00e4tte sich das ausdenken k\u00f6nnen? Paulus schreibt: \u201eNein, wir verk\u00fcnden, wie es in der Schrift steht, was kein Auge gesehen und kein Ohr geh\u00f6rt hat, was in keines Menschen Herz gedrungen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.\u201c<br \/>\nDiese Weisheit Gottes ist zeitlos. Eine einfache Illustration: Die letzten gro\u00dfem Kompositionen von Beethoven sind seine Streichquartette. Es sind absolute Meisterwerke. Das B-Dur Streichquartett op. 130 wurde vor ziemlich genau 200 Jahren geschrieben und endet mit einer riesigen, extrem komplexen und vor allem sperrigen Fuge, die allein mehr als 15 Minuten dauert. Nachdem das Quartett uraufgef\u00fchrt wurde, erkundigte sich Beethoven bei einem der Musiker, wie es gelaufen war. Das Konzert war ein gro\u00dfer Erfolg. Einige der S\u00e4tze kamen beim Publikum so gut an, dass sie wiederholt werden musste. Beethoven fragte, was mit der Fuge war. Ja, die Fuge wurde nur einmal gespielt. Beethoven wurde sauer: \u201eDie [Fuge] allein h\u00e4tte wiederholt werden m\u00fcssen! Rindviecher! Esel!\u201c Er sollte Recht behalten. Die gro\u00dfe Fuge ist ein Meisterwerk. Das Spannende daran ist, dass Musiker, die sich damit besch\u00e4ftigt haben, h\u00e4ufig sagen, dass es sich um moderne Musik handelt. Das St\u00fcck ist seit 200 Jahren modern.<br \/>\nMein Punkt, den ich machen will, ist folgender: Das, was wirklich gut ist, ist immer aktuell, immer modern, immer eine Herausforderung. Das, was wirklich gut ist, ist zeitlos. Auf einer ungleich viel h\u00f6heren Ebene gilt das f\u00fcr die Weisheit Gottes. Gottes Weisheit ist immer eine Herausforderung, immer kontraintuitiv, immer radikal neu: f\u00fcr jede Generation. Das Evangelium hat nichts von seiner Aktualit\u00e4t verloren. Gottes Weisheit ist zeitlos, weil seine Weisheit wirklich absolut gut ist.<\/p>\n<p><strong>2. Wie man die Weisheit Gottes bekommt<\/strong><br \/>\nIn Vers 10 erfahren wir, wie wir die Weisheit Gottes bekommen: \u201eUns aber hat es Gott enth\u00fcllt durch den Geist. Der Geist ergr\u00fcndet n\u00e4mlich alles, auch die Tiefen Gottes.\u201c Die Weisheit Gottes ist nichts, was wir uns in irgendeiner Form erarbeiten k\u00f6nnen, obwohl es auch Dinge gibt, die wir tun m\u00fcssen. Es ist nichts, was wir studieren k\u00f6nnen, obwohl das Studium der Schrift notwendig ist. Die Weisheit Gottes muss uns offenbart werden. Das griechische Wort hier ist apekalypsen: etwas, was uns absolut verborgen ist, wird vor unseren Augen enth\u00fcllt. Die Weisheit Gottes muss uns gezeigt werden. Wir kommen nicht von allein darauf.<br \/>\nDie Erkl\u00e4rung daf\u00fcr von Paulus ist sehr aufschlussreich: \u201eDer Geist ergr\u00fcndet n\u00e4mlich alles, auch die Tiefen Gottes. Wer von den Menschen kennt den Menschen, wenn nicht der Geist, des Menschen, der in ihm ist? So erkennt auch keiner Gott \u2013 nur der Geist Gottes.\u201c Wenn wir uns ein Ehepaar vorstellen, das goldene Hochzeit feiert, dann k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass sich die Ehepartner in- und auswendig kennen. Aber auch nach 50 Jahren wird kein Ehepartner 100% wissen k\u00f6nnen, was in dem anderen vor sich geht. Auch nach vielen Ehejahren braucht es immer noch Kommunikation und Austausch. Mit anderen Worten, der Geist im Menschen, der den Menschen kennt, muss es dem anderen Menschen mitteilen.<br \/>\nNoch viel weniger kann irgendein Mensch Gott erkennen. Gott muss es uns offenbaren. Er tut es durch seinen Heiligen Geist. Vers 12 lautet: \u201eWir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist.\u201c<br \/>\nIch habe einen Freund in London namens P. Er ist einer der intelligentesten Menschen, die ich kenne; ein brillanter, eloquenter, gebildeter Anwalt. Bevor er zum Glauben kam, hatte er ein etwas wildes Leben gef\u00fchrt. Er wurde von einem Freund namens I. zum Bibelstudium eingeladen. Der einzige Grund, weshalb er zum Bibelstudium kam, war der, dass er sich 100% sicher war, dass er nie und nimmer an Jesus glauben w\u00fcrde. Aber dann hatte er doch etwas mehr Freude am Studium als er dachte. Jeden Sonntagabend traf er sich mit I. Sie tranken zusammen Tee und dann diskutierten sie, also richtige Streitgespr\u00e4che.<br \/>\nEines Tages studierte er die Stelle in Lukas, in der Jesus seine J\u00fcnger fragte: \u201eF\u00fcr wen halten mich die Leute?\u201c Die J\u00fcnger antworteten: \u201eEinige f\u00fcr Johannes den T\u00e4ufer, andere f\u00fcr Elia, wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden.\u201c Jesus fragte seine J\u00fcnger dann: \u201eIhr aber, f\u00fcr wen haltet ihr mich?\u201c Und an dieser Stelle war es, wie als ob Jesus ihn fragen w\u00fcrde: \u201eP., f\u00fcr wen h\u00e4ltst du mich? Nicht was die anderen sagen. Was sagst du?\u201c Und er kam zur Schlussfolgerung: \u201eOh nein! Ich glaube! Ich glaube, dass Jesus der Christus ist.\u201c Und wisst ihr was? Ich bin zu 100% davon \u00fcberzeugt, dass es nichts anderes war, als der Heilige Geist. Der Heilige Geist hatte ihn Schritt f\u00fcr Schritt ans Licht gef\u00fchrt, immer ein wenig mehr davon gezeigt, wer Jesus ist und wie Jesus ist. Und irgendwann kam der Moment, an dem er nicht anders konnte, als sich auf diesen Jesus einzulassen.<br \/>\nVielleicht fragt sich der ein oder andere an dieser Stelle, warum die Weisheit Gottes so wichtig ist. Oder vielleicht fragt ihr euch noch allgemeiner: \u201eWozu brauche ich Gott? Kann ich nicht einfach ohne ihn ein gutes Leben f\u00fchren? Kann ich nicht ohne Gott gl\u00fccklich sein?\u201c Wir haben Weisheit definiert als Wissen, das in der Realit\u00e4t gegr\u00fcndet ist, gepaart mit der F\u00e4higkeit, dieses Wissen richtig anzuwenden. Um ein gutes Leben zu f\u00fchren, m\u00fcssen wir verstehen, worum es im Leben geht. Das ist es, was wir mit Realit\u00e4t meinen. Das gilt f\u00fcr alle Bereiche unseres Lebens.<br \/>\nAngenommen der Fall, du m\u00f6chtest Biologie oder Medizin studieren. Angenommen du sagst: \u201eIch kann mich mit allen Konzepten, die in den aktuellen Lehrb\u00fcchern vermittelt werden anfreunden. Das Einzige, woran ich nicht glauben kann, ist, dass es so etwas wie Zellen gibt. Ich finde das Konzept von Zellen einfach absurd.\u201c Wenn das deine Meinung sein sollte, dann muss man kein Biologe oder Arzt sein, um darauf zu antworten: \u201evielleicht solltest du etwas anderes studieren; oder, vermutlich solltest du gar nicht studieren und lieber etwas Einfaches machen, am besten etwas, wo man nichts mit Kindern zu tun hat.\u201c Zellbiologie ist zu fundamental und zu elementar innerhalb der Biologie.<br \/>\nWir haben gelesen, dass der Geist Gottes alles ergr\u00fcndet, auch die Tiefen Gottes. Nur der Geist Gottes erkennt Gott. Hier ist das alles Entscheidende: Wir glauben daran, dass Gott die absolute Realit\u00e4t ist. Gott ist der Anfang und das Ende. Gott ist die prima causa, die erste Ursache. Gott ist der Sch\u00f6pfer von Himmel und Erde; und als Sch\u00f6pfer ist er der Erfinder, der Urheber und der Eigent\u00fcmer deines Lebens. Du wurdest zu seinem Bilde erschaffen. Diesen Gott auszuklammern ist keine Nebensache; es bedeutet, dass du die Rechnung ohne den Wirt gemacht hast, nur dass der Wirt in diesem Fall der Herrscher \u00fcber das ganze Universum ist. Wer diesen Gott hat, der hat alles inbegriffen. Wer diesen Gott nicht hat, der lebt sprichw\u00f6rtlich an der Realit\u00e4t vorbei.<br \/>\nDie Frage, ob du Gott in deinem Leben brauchst, ist erst einmal sekund\u00e4r. Die Frage ist, ob es diesen Gott gibt oder nicht. Wenn es ihn nicht gibt, dann macht nat\u00fcrlich die Predigt und der Gottesdienst keinen Sinn. Aber nicht nur das, unser aller Leben macht keinen Sinn, gro\u00dfz\u00fcgig zu sein und gut zu sein machen keinen Sinn, nichts macht Sinn. Aber wenn es Gott gibt, dann gibt es keine Ausreden. Du musst dich auf ihn einlassen. Er ist zu gro\u00df, zu wichtig, zu real, als dass du ihn ignorieren kannst.<\/p>\n<p><strong>3. Was die Weisheit Gottes mit uns macht<\/strong><br \/>\nDie Verse 15 und 16 lauten: \u201eDer geisterf\u00fcllte Mensch aber urteilt \u00fcber alles, ihn selbst vermag niemand zu beurteilen. Denn wer begreift den Geist des Herrn? Wer kann ihn belehren? Wir aber haben den Geist Christi.\u201c Diese Verse klingen ziemlich krass und auch etwas \u00fcberheblich. Der geisterf\u00fcllte Mensch urteilt \u00fcber alles: \u201ealles\u201c bedeutet hier alles, was mit dem Weg der Rettung zu tun hat (der Zusammenhang mit Paulus\u2018 Argument ist wichtig!). Der geisterf\u00fcllte Mensch wird von niemanden beurteilt bedeutet, dass die Meinungen anderer Menschen \u00fcber ihn zweitrangig sind, weil dieser Mensch von Gott angenommen wurde. Das \u201ewer kann ihn belehren?\u201c bedeutet nicht, dass man den geisterf\u00fcllten Menschen nichts mehr beibringen kann. Er sagt im n\u00e4chsten Satz \u201eWir aber haben den Geist Christi.\u201c Er hat die Erkenntnis und die wirklich relevante Weisheit f\u00fcrs Leben in Jesus gefunden.<br \/>\nIch bin bisher noch gar nicht auf den Kontext von unserem Text eingegangen. Letzte Woche haben wir geh\u00f6rt, dass es in der Korinther Gemeinde Streit gab, der so ausgeufert war, dass die Gemeinde kurz davor war, sich zu spalten. Verschiedene Gruppen innerhalb der Gemeinde waren der Ansicht, dass sie den richtigen Glauben und die richtige Weisheit hatten und dass sich die anderen besser dem f\u00fcgen sollten. Vor diesem Hintergrund hatte Paulus \u00fcber den kategorischen Unterschied zwischen der Weisheit der Welt und der Weisheit Gottes gesprochen. Jede weltliche Weisheit f\u00fchrt zu \u00dcberheblichkeit. Die Weisheit der Welt f\u00fchrt zu Eliten, die diese Weisheit haben und dem einfachen Volk, das diese Weisheit nicht hat. Es f\u00fchrt dazu, dass du auf andere herabschaust, die nicht diese Weisheit mit L\u00f6ffeln gegessen haben so wie du.<br \/>\nDie Geist Christi hingegen ist etwas komplett anderes. Die Weisheit Gottes ist, dass Jesus von den M\u00e4chtigen dieser Welt gekreuzigt wurde, weil diese Besserwisser in Wirklichkeit v\u00f6llige Ignoranten waren. Die Weisheit Gottes war es, v\u00f6llig verlorene Menschen auf diese Weise zu retten. Als Jesus am Kreuz starb, betete er f\u00fcr all die Menschen, die ihm das angetan hatten: \u201eVater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!\u201c Spurgeon hatte eine wunderbare Predigt zu diesem einen Vers gehalten. In seiner Predigt zeigte er, dass Jesus wie ein exzellenter Strafverteidiger die besten mildernden Umst\u00e4nde vorbrachte, die er vorbringen konnte. Nichts konnte das Verbrechen entschuldigen, was sie dem Sohn Gottes angetan hatten. Aber ihre Unwissenheit war ein mildernder Umstand. Es war das Beste, was Jesus in dieser Situation vorbringen konnte. Weil Jesus ihnen in seinem Herzen bereits vergeben hatte.<br \/>\nEin Einwand gegen das Christentum, den ich sehr h\u00e4ufig geh\u00f6rt habe, lautet: Ist es nicht arrogant zu behaupten, dass du den einzig richtigen Glauben hast? Ist es nicht intolerant zu sagen, dass Jesus der einzige Weg ist und dass nur diejenigen Menschen, die an ihn glauben, gerettet sind? Zwei Dinge m\u00fcssen hier verstehen. Zum einen ist es eine zutiefst menschliche Sache, dass jeder Mensch denkt, dass er recht hat und alle anderen sich irren. D.h., es ist v\u00f6llig egal, welche Weltanschauung du hast. Du wirst denken, dass deine Weltanschauung die Richtige ist. Und indem zu das tust, schlie\u00dft du andere Weltanschauungen aus, die mit deiner nicht kompatibel sind. Jeder von uns hat einen exklusiven Glauben. Manche sind nur offener, es zuzugeben, w\u00e4hrend es bei anderen eher versteckt ist.<br \/>\nDer andere Punkt ist, dass es die Glaubensinhalte sind, die bestimmen, ob ein Glaube intolerant ist oder nicht. Intolerantes Verhalten bedeutet, dass man sich \u00fcber andere lustig macht, andere verachtet, \u00fcber andere die Nase r\u00fcmpft, weil sie andere Anschauungen haben. Was ist das, woran wir glauben? Im Zentrum unseres Glaubens ist der Sohn Gottes, der am Kreuz f\u00fcr seine Feinde stirbt und f\u00fcr ihre Vergebung betet.<br \/>\nWas bedeutet es dann, den Geist Christi zu haben? Es bedeutet, dass wir mit einer Bankrotterkl\u00e4rung anfangen. Wir sind die Unwissenden, die meinen alles zu wissen. Wir sind Unerleuchteten, die in der Finsternis umhertappen. Wir sind die S\u00fcnder. Wir sind die Verlorenen, f\u00fcr die es eigentlich keine Hoffnung gab. Den Geist Christi zu empfangen hei\u00dft, dass wir eingestehen, dass wir zu 100% auf Hilfe und Rettung von au\u00dfen angewiesen sind; und dass es nichts gibt, womit wir uns die Rettung verdienen, d.h., dass Gottes Rettung allein seine Gnade und seine Barmherzigkeit sind; dass Gott uns in seiner Liebe und Freundlichkeit unendlich viel besser behandelt, als wir es verdient h\u00e4tten. Das ist es, was es bedeutet, Jesu Geist zu haben.<br \/>\nWenn wir das verstanden haben, wo ist dann Raum f\u00fcr \u00dcberheblichkeit? Wo ist Raum f\u00fcr jede Form von \u201eich wei\u00df es besser als du\u201c oder \u201eich bin besser als die anderen\u201c? Wo ist Raum f\u00fcr intolerantes Verhalten? Wir sind alle S\u00fcnder, wir sitzen alle im gleichen Boot, und wir haben alle die gleiche Gnade erfahren. Das Evangelium ist die Botschaft (und die einzige Botschaft), die uns auf der einen Seite mit so viel Ehre und Ruhm \u00fcberh\u00e4uft und uns gleichzeitig auf der anderen Seite so dem\u00fctig h\u00e4lt.<br \/>\nUnd das ist die Weisheit, die Gott einem jeden von uns anbietet: eine Erkenntnis, die in der Realit\u00e4t gegr\u00fcndet ist; und die Kraft des Evangeliums, die uns bef\u00e4higt, danach zu leben in Liebe und Eintracht mit anderen Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>&nbsp;<\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"notranslate\" style=\"all: initial;\">&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Die Weisheit Gottes \u201eUns aber hat es Gott enth\u00fcllt durch den Geist. Der Geist ergr\u00fcndet n\u00e4mlich alles, auch die Tiefen Gottes.\u201c (1. Korinther 2,10 [E\u00dc]) Das Thema heute ist Weisheit. 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