{"id":13528,"date":"2025-11-02T11:00:11","date_gmt":"2025-11-02T10:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13528"},"modified":"2025-12-02T19:12:02","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:02","slug":"predigt-2-mose-193-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-2-mose-193-13\/","title":{"rendered":"Predigt: 2. Mose 19,3-13"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025-Exodus-191-25-P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025-Exodus-191-25-P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/2_mose\/19\/3-13?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Rettung, Bund und Gnade<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eJetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme h\u00f6rt und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen V\u00f6lkern mein besonderes Eigentum sein. Mir geh\u00f6rt die ganze Werde, ihr aber sollt mir als ein heiliges Volk geh\u00f6ren\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(2. Mose 19,5.6a [E\u00dc])<\/p>\n<p>Es gibt historische Ereignisse, die ganz tief mit dem Selbstverst\u00e4ndnis einer ganzen Nation verbunden sind. Ich gebe euch zwei Beispiele. In der Weihnacht 1776 \u00fcberquerte George Washington mit seinen Truppen den Delaware Fluss. Am Morgen griffen sie dann ein verb\u00fcndetes Lager der Briten an und gewannen die Schlacht bei Trenton. Das wurde zu einem Wendepunkt im Unabh\u00e4ngigkeitskrieg der Amerikaner gegen die Briten. Oder ein anderes Beispiel: zu Beginn der Franz\u00f6sischen Revolution 1789 wurde die Bastille gest\u00fcrmt: limitierte milit\u00e4rische Bedeutung aber gewaltige symbolische Sprengkraft. Von beiden Ereignissen, gibt es ber\u00fchmte Gem\u00e4lde. Beides geh\u00f6rt untrennbar zur Identit\u00e4t dieser beiden Nationen.<br \/>\nUnd wisst ihr, so ziemlich alles, was in der ersten H\u00e4lfte von Exodus berichtet wird, hat mindestens eine genau so gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr das Volk Israel. Der Exodus, also der Auszug aus \u00c4gypten und der Durchzug durch das Rote Meer und der Bund am Berg Sinai geh\u00f6ren zur Identit\u00e4t Israels.<br \/>\nDas hat Implikationen f\u00fcr unsere Identit\u00e4t. Was ist deine Identit\u00e4t? Wer bist du? Was sind die Ereignisse in deinem Leben, die ma\u00dfgeblich bestimmen, wer du bist? Im ganz gro\u00dfen Kontrast zu den USA und zu Frankreich, feierten die Israeliten nichts, was sie selbst vollbracht hatten; sie feierten keine Heldentaten ihrer Vorfahren. Sie feierten etwas, was Gott f\u00fcr sie getan hatte. Was ist es dann also, was Gott f\u00fcr sie getan hatte? Wir sehen im Text drei Dinge. Erstens, Gott hatte sie gerettet; zweitens, Gott schloss mit ihnen einen Bund; und drittens, Gott offenbarte seine Absicht mit ihnen zu sein. Oder k\u00fcrzer gefasst: die Rettung, der Bund, die Gnade Gottes in seiner Gegenwart.<br \/>\nIch m\u00f6chte gerne an diesem Morgen argumentieren, dass alle diese drei Punkte f\u00fcr deine Identit\u00e4t relevant sind. Gott bietet dir ein Selbst an, das auf der Tatsache gegr\u00fcndet ist, dass Gott dein Retter ist; dass Gott mit dir einen Bund eingeht; und dass dieser Gott mit dir sein will.<\/p>\n<p><strong>1. Die Rettung<\/strong><br \/>\nIn Vers 3 lesen wir, dass Mose auf den Berg steigt. Gott spricht mit Mose und l\u00e4sst ihn die Worte wissen, die er zum Volk sprechen sollte: \u201eIhr habt gesehen, was ich den \u00c4gyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerfl\u00fcgeln getragen und zu mir gebracht habe.\u201c Die \u00c4gypter waren die damalige Weltmacht. Wie wir in den letzten Wochen gesehen hatten, waren die Israeliten in der Hand dieser unbestrittenen Weltmacht. Sie waren Sklaven gewesen. Hier sagt Gott nun, dass selbst eine Weltmacht kein Hindernis f\u00fcr ihn war, sein Volk zu befreien. Die Befreiung lang erst wenige Wochen zur\u00fcck. D.h., sie hatten tats\u00e4chlich mit ihren eigenen Augen gesehen, was f\u00fcr Wunder Gott getan hatte. Gott hatte sein Volk mit gro\u00dfer Macht befreit.<br \/>\nZwei Dinge sollten wir hier noch festhalten. Das erste ist, die Rettung kam von au\u00dfen, nicht von innen. Um eine Illustration aus einem Film zu verwenden: In dem animierten Film \u201eShrek\u201c gibt es eine Prinzessin, die unter einem schrecklichen Fluch leidet und in einem Turm weggesperrt ist; der Turm wiederum wird von einem feuerspeienden Drachen bewacht. Der M\u00e4rchenklassiker also. Sie wird von dem Antiheld Shrek befreit. Im letzten Film dieser Serie wird der Frage nachgegangen, was w\u00e4re, wenn Shrek niemals gekommen w\u00e4re? Die Antwort ist sehr klar: die Prinzessin war eigentlich immer stark genug, um sich selbst zu befreien. Irgendwann w\u00fcrde sie selbst die Initiative in die Hand nehmen und aus der Gefangenschaft ausbrechen. Danach w\u00fcrde sie zu einer Anf\u00fchrerin einer Rebellion werden. Selbst ist die Frau. Wie war es bei den Israeliten? Es war ziemlich eindeutig: das Volk war den \u00c4gyptern v\u00f6llig unterlegen und v\u00f6llig ausgeliefert. Sie hatten nicht die M\u00f6glichkeit auszubrechen und zu fliehen, schon gar nicht mit Frau und Kindern, schon gar nicht mit all ihrem Vieh und ihrer Habe. Sie waren viel zu schwach. Sie hatten aus sich selbst heraus keine Ressourcen, sich in irgendeiner Weise selbst zu helfen. Was sie brauchten, war ein starker Retter, der von au\u00dfen in ihre Lage eingriff.<br \/>\nDas zweite ist, Gott ist ein unendlich starker Retter. Gott spricht davon, dass er sie auf Adlerfl\u00fcgeln getragen hatte. Kann man sich etwas majest\u00e4tischeres vorstellen? In der \u201eHerr der Ringe\u201c Trilogie gibt es \u00fcberdimensional gro\u00dfe Adler mit einer Fl\u00fcgelspannweite von mehr als 50 Metern. Das Erscheinen dieser Adler ist immer ein Highlight. Wenn die Hoffnung am Ende zu sein scheint, erscheinen sie und bringen Rettung. Die Adler sind gro\u00df genug, dass sie ohne Probleme ein oder sogar mehrere ausgewachsene Personen auf ihrem R\u00fccken tragen k\u00f6nnen. Aber diese Adler sind nur ein Schatten von und nur eine symbolische Geste f\u00fcr den einen Adler, der das ganze Volk Israel herausgetragen hatte. Eine sehr bildliche Beschreibung von dem, was Gott getan hatte.<br \/>\nEine Anwendung, bevor wir fortfahren. Teil der Identit\u00e4t von jedem einzelnen von uns, ist die Frage, wie wir gerettet wurden. Vielleicht fragt sich der ein oder andere: Rettung wovon denn? Wir leben in einem freien, demokratisch regierten Land. Uns geht es doch so weit sehr gut. Fakt ist, dass niemand von uns 100%ig frei ist. Wir alle leben f\u00fcr etwas. Hier ist ein Beispiel. Vor Jahren wurde ein Vorgesetzter von mir von der Gesch\u00e4ftsleitung eingeladen, Daten zu pr\u00e4sentieren, die, unter anderem auf meinen Analysen beruhten. Die Pr\u00e4sentation verlief \u00fcberhaupt nicht gut. Irgendwann brach der CEO das Ganze ab. Das Interessante war aber, was sich hinterher ereignete. Ein Mitglied der GL traf meinen Chef in der K\u00fcche und fragte ihn, wie er denn die Daten einsch\u00e4tzen w\u00fcrde? \u201eIst das gut? Verhei\u00dfen die Daten Gutes?\u201c Und mein Chef sagte ihm: \u201eJa, die Daten sehen vielversprechend aus.\u201c Und daraufhin war die Antwort: \u201eGott sei Dank. Ich kann nachts schon nicht schlafen, weil so viel an dieser Studie h\u00e4ngt!\u201c Und dieser Satz wird von jemanden gesagt, der nicht frei ist. Es erinnert mich an einen Witz, den ein Freund von mir erz\u00e4hlt hatte, der selbst gerade versucht, eine Firma zu gr\u00fcnden. Ein CEO wurde gefragt, wie er nachts schl\u00e4ft. Die Antwort: \u201eOh, ich schlafe wie ein Baby. Ich wache jede Stunde auf und fange an zu weinen.\u201c Warum? Weil das Menschen sind, f\u00fcr die der Job mehr ist als einfach nur ein Job. Sie leben f\u00fcr den den Job. Sie dienen ihrem Job.<br \/>\nWir alle leben f\u00fcr etwas. Und das, wof\u00fcr wir leben, ist das, dem wir dienen. Das klingt alles nicht so wild. Aber ich m\u00f6chte dir gerne sagen, dass die Bibel sagt, dass gerade das die Essenz der S\u00fcnde ist. Die Tatsache, dass wir f\u00fcr etwas leben, was nicht Gott selbst ist, ist das, was S\u00fcnde ausmacht. Wenn Gott nicht das Zentrum deines Lebens ist, wenn Gott nicht das h\u00f6chste und gr\u00f6\u00dfte und in seiner Absolutheit das einzige Ziel deines Lebens ist, dann lebst du in Sklaverei. Praktisch alle Bosheiten unserer Herzen, sind ein Resultat dessen, dass Gott nicht an erster Stelle steht. Um ein letztes Mal ein Beispiel aus einem Film zu verwenden: In dem Marvel Film \u201eDoctor Strange\u201c ist Wanda Maximoff der \u00fcberstarke B\u00f6sewicht. Wanda war urspr\u00fcnglich eine gute Person; fast zumindest. Aber gleichzeitig war sie jemand, der ein ums andere Mal viel Leid erfahren hatte: ihre Eltern waren durch einen Bombenangriff gestorben; danach verlor sie ihren Bruder; danach verlor sie die Liebe ihres Lebens. Ihr gr\u00f6\u00dfter Traum ist es, ihre Kinder wiederzufinden, weil sie der Ansicht ist, dass es das ist, was sie gl\u00fccklich macht. Das ist an und f\u00fcr sich nichts Schlimmes. Sie ist so besessen von ihren Kindern, dass sie diesem Ziel alles andere unterordnet. Irgendwann ist sie sogar daf\u00fcr bereit, andere Menschen zu opfern und ein ganzes Multiversum in Chaos zu st\u00fcrzen. Sie wird zu einem Schurken.<br \/>\nDas, was du mehr liebst als Gott, ist das, dem du untergeordnet bist, dem du als Sklave dienst. Es wird dich am Ende des Tages ins Elend st\u00fcrzen, falls es noch nicht der Fall ist. Wir alle brauchen Rettung.<\/p>\n<p><strong>2. Der Bund<\/strong><br \/>\nDie Rettung Gottes, auf Adlerfl\u00fcgeln getragen worden zu sein, ist der Anfang. Es ist die Basis und die Grundlage f\u00fcr das, was folgen soll. Ihre Rettung erf\u00fcllt einen h\u00f6heren Sinn und Zweck. Verse 5 und 6a: \u201eJetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme h\u00f6rt und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen V\u00f6lkern mein besonderes Eigentum sein. Mir geh\u00f6rt die ganze Erde, ihr aber sollt mir ein K\u00f6nigreich von Priestern und als ein heiliges Volk geh\u00f6ren.\u201c<br \/>\nWas ist ein Bund? Wir kennen das Wort Bund vor allem durch den Bund der Ehe. Und tats\u00e4chlich trifft es sehr, sehr gut. Der Bund ist eine feierliche Abmachung und ein verbindliches Versprechen, auf das sich die Bundespartner einlassen. Tim Keller hat es so beschrieben: \u201eDer Bund ist eine erstaunliche Mischung aus Gesetz und Liebe. Erstaunlich, weil es sich um eine pers\u00f6nliche Beziehung handelt, die durch ihre Rechtm\u00e4\u00dfigkeit noch liebevoller und inniger wird. Dies geschieht durch freiwillige, gegenseitige, verbindliche Versprechen und Gel\u00fcbde, einander zu lieben und treu zu sein, unabh\u00e4ngig von den Umst\u00e4nden.\u201c Gott schlie\u00dft mit seinem Volk einen Bund. Der Bund ist gegr\u00fcndet auf Gottes Liebe und dem Gehorsam des Volkes. Das Tragische an diesem Bund ist, dass das Volk Israel sich so \u00fcberhaupt rein gar nicht an diese Abmachung halten konnte.<br \/>\nUnd trotzdem ist dieser Bund alles andere als vergeblich. Er weist weit in die Zukunft auf das hin, was Gott durch einen neuen Bund doch noch realisieren w\u00fcrde. Worum geht es hier? Gott sagt: \u201eMir geh\u00f6rt die ganze Erde, ihr aber soll mir als ein K\u00f6nigreich von Priestern und als ein heiliges Volk geh\u00f6ren.\u201c Die Israeliten sollten ein Volk sein, das von Gott regiert wird. Gott wollte der K\u00f6nig dieser Nation sein. Und vielleicht klingt das f\u00fcr manche von euch etwas abschreckend. Eine Nation, die von Gott regiert wird, klingt wie eine Theokratie, wo religi\u00f6se Fanatiker das Sagen haben; wo Fundamentalisten alle verfolgen, die nicht das gleiche Mindset haben; wo Sittenw\u00e4chter alles wegsperren, was nicht bei Drei auf dem Baum ist.<br \/>\nUnd genau das Gegenteil ist der Fall. Die Gesetze im Alten Bund des Alten Testaments (AT) stehen wirklich im Gegensatz zu vergleichbaren Gesetzestexten dieser Zeit. Tim Keller machte darauf aufmerksam, dass Israel das erste Volk war, in welchem Ehebruch nicht nur f\u00fcr Frauen eine S\u00fcnde war, sondern auch f\u00fcr M\u00e4nner. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wurden Zehnte gefordert, mit dem die Bed\u00fcrftigen versorgt wurden. Es war das erste Volk, das Gesetze hatte, das die Rechte der Schwachen in besonderem Ma\u00df sch\u00fctzte: die Witwen, die Waisen, die Armen und Fremdlinge. Es ist der erste Gesetzestext, in welchem Menschen relativ gleichgestellt waren. Kein anderes Volk hatte zu diesem Zeitpunkt solche humanen Gesetze.<br \/>\nUnd gleichzeitig ist das Gesetz im AT noch nicht das, was Gott sich w\u00fcnscht. Im AT gab es Gesetze, wie eine Ehescheidung abzulaufen hatte. 5. Mose 24 erw\u00e4hnt zum Beispiel dass ein Ehemann, der seine Ehefrau wegen einer Anst\u00f6\u00dfigkeit rauswirft, ihr eine Scheidungsurkunde ausstellen musste. Was genau hei\u00dft aber \u201eanst\u00f6\u00dfig\u201c? Dar\u00fcber haben sich dann die Gelehrten zu Jesu Zeit gestritten. Jesus wurde gefragt: \u201eDarf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen?\u201c Jesu Antwort darauf war: \u201eHabt ihr nicht gelesen, dass der Sch\u00f6pfer sie am Anfang m\u00e4nnlich und weiblich erschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein?\u201c Das steht in Genesis 1 und 2. Mit anderen Worten, Jesus fragte die Gesetzesgelehrten seiner Zeit: \u201eHabt ihr es bei eurem Bibellesen bis auf Seite 2 geschafft?\u201c Sie antworteten sehr verst\u00e4ndlicherweise: \u201eAber es gibt doch ein Gesetz dazu von Mose?\u201c Jesu Antwort darauf spricht B\u00e4nde: \u201eNur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch gestattet, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so.\u201c Jesus sagt, dass Moses Gesetz etwas adressiert, was eigentlich niemals vorgesehen war. Das Gesetz im AT entspricht nicht ganz dem, was Gott sich eigentlich erdacht hatte.<br \/>\nHier ist das, was wir mitnehmen sollen. Als Gott den Bund mit Israel schlie\u00dft, startet Gott ein v\u00f6llig neues Projekt. Gott erschafft eine Gesellschaft, die ein Gegenentwurf zu dieser Welt ist; eine Gesellschaft, in der Gottes Recht und Gerechtigkeit alle Menschen regiert. Das Gesetz von Mose ist noch nicht in allen Ecken und Enden das, was Gott sich w\u00fcnschte. Es war eine tempor\u00e4re Notwendigkeit. Aber eines Tages w\u00fcrde das Reich Gottes so unter den Menschen Einzug halten, dass viel klarer und eindeutiger werden w\u00fcrde, wer Gott ist und was er sich w\u00fcnscht. Letztes Jahr haben wir uns \u00fcber viele Monate mit der Bergpredigt besch\u00e4ftigt: die Verfassung oder das Grundgesetz des Himmelreiches. Gottes Himmelreich ist der Ort, an welchem nicht nur nicht gemordet wird, sondern wo es auch keinen Zorn mehr gibt und kein Schimpfen \u00fcber andere; im Himmelreich wird nicht nur kein Ehebruch mehr begangen wird, sondern Menschen sind frei von unmoralischer Begierde; im Himmelreich wird nicht nur nicht mehr gelogen wird, sondern es schwindet auch die Notwendigkeit, zu schw\u00f6ren, weil alle Beziehungen real, transparent und von Vertrauen gezeichnet sind; wo Gott regiert vergelten Menschen nicht B\u00f6ses mit B\u00f6sem, sondern mit G\u00fcte, Barmherzigkeit und Vergebung; unter Gottes Herrschaft lieben Menschen nicht nur ihre Freunde und ihre engste Familie, sondern auch ihre Feinde. Wenn Gott von einem K\u00f6nigreich von Priestern und einem heiligen Volk spricht, ist es das, was er im Sinn hat. Dieses Himmelreich hier auf Erden auszubreiten ist sein Projekt.<br \/>\nWir haben gesagt, dass es in diesem Text um Identit\u00e4t geht. Und unsere Identit\u00e4t darf darauf aufbauen, dass wir gerettet sind; und unsere Identit\u00e4t gr\u00fcndet auch darauf, dass Gott uns als seine geliebten Kinder in seinem Projekt einsetzen will, sein Himmelreich hier auf Erden zu verwirklichen. D.h., die n\u00e4chste Frage, die wir uns stellen d\u00fcrfen, ist: bist du Teil von diesem Projekt? Bist du ein k\u00f6niglicher Priester?<\/p>\n<p><strong>3. Gnade in seiner Pr\u00e4senz<\/strong><br \/>\nPraktisch alle Ausleger und Kommentatoren erw\u00e4hnen, dass es im Buch Exodus um die Gegenwart Gottes geht: Gott ist mit dem Volk Israel in einer Wolken- und Feuers\u00e4ule; Gott offenbart sich auf dem Berg; Gott l\u00e4sst die Israeliten eine Stiftsh\u00fctte bauen, um mit ihnen zu sein. Wir stellen auf der einen Seite fest, dass es keinen Zweifel daran gibt, dass Gott wirklich mit seinem Volk sein will.<br \/>\nAber auf der anderen Seite ist in der Gegenwart Gottes immer und \u00fcberall eine gro\u00dfe Distanz. Vielleicht ist euch das beim Lesen des heutigen Textes auch aufgefallen? Douglas Stuart hat einen wunderbaren Kommentar zu Exodus geschrieben. In der Einleitung geht er auf die Theologie von Exodus ein und sagt: \u201eExodus pr\u00e4sentiert mit Sorgfalt nicht so sehr das Konzept der Gegenwart Gottes, sondern vielmehr die begrenzte Gegenwart Gottes.\u201c Die Gegenwart Gottes hat Limitationen!<br \/>\nIn Exodus 3,5 spricht Gott: \u201eKomm nicht n\u00e4her heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.\u201c Unser Text sagt in Vers 12: \u201eZieh um das Volk eine Grenze und sag: H\u00fctet euch, auf den Berg zu steigen oder auch nur seinen Fu\u00df zu ber\u00fchren! Jeder, der den Berg ber\u00fchrt, hat den Tod verdient.\u201c Oder Exodus 28 erw\u00e4hnt, was Aaron und seine S\u00f6hne tragen m\u00fcssen, wenn sie zum Altar kommen: \u201eso werden sie keine Schuld auf sich laden und nicht sterben.\u201c Stuart schreibt: \u201eDie Situation l\u00e4sst sich wie folgt zusammenfassen: Gott offenbart sich seinem Bundesvolk durch Symbole hinter Barrieren.\u201c Hier ist ein Beispiel: die Bundeslade war nicht Gottes Gegenwart (Gott war nicht \u201ein\u201c der Bundeslade). Die Bundeslade ist ein Symbol f\u00fcr die Gegenwart Gottes. So weit so gut. Aber als die Bundeslade einmal fertiggestellt war, bekam kein Israelit diese zu sehen. Die Bundeslade war fortan immer verborgen, entweder hinter dichten Zeltvorh\u00e4ngen der Stiftsh\u00fctte oder beim Transport unter einer Decke. Gott war da inmitten des Volkes Israel, aber nur durch Symbole. Und selbst die Symbole befanden sich hinter Barrieren.<br \/>\nIm AT sehen wir immer wieder erschreckende Geschichten von Menschen, die Gott entheiligt haben und sofort den Preis daf\u00fcr bezahlt haben. Zwei S\u00f6hne von Aaron verloren ihr Leben, weil sie mit einem \u201afalschen\u2018 Feuer zum Altar kamen. Ein Mann namens Usa fasste die Bundeslade an, weil sie herunter zufallen drohte, und er starb auf der Stelle. In Bet-Schemesch starben 70 Menschen, weil sie die Bundeslade auch nur angesehen hatten. Das passierte immer dann, wenn Menschen von sich aus versuchten, die Distanz zu Gott zu \u00fcberwinden.<br \/>\nWie anders ist das, was wir im NT sehen! Die erste Predigt, die Jesus hielt, war: \u201eTut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!\u201c Und aufgrund von diesem Vers hatte ich letztes Jahr w\u00e4hrend unserer Serie zur Bergpredigt immer wieder gesagt, dass in Jesus Christus die Herrschaft Gottes zum ersten Mal so nahe herbeigekommen ist, dass jeder Mensch, der es will, unter dieser Herrschaft leben kann. Oder anders gesagt, jeder, der will, kann eine direkte, vertraute, intime Beziehung mit Gott haben. In der Person Jesu, ist uns Gott so nah, dass alle Barrieren, alle Grenzen, alle Limitationen, die wir im alten Bund gesehen haben, aufgehoben zu sein scheinen.<br \/>\nIn der Gegenwart Jesu sehen wir, wie Kinder zu ihm kommen und mit ihm spielen und von ihm in die Arme genommen werden. (Und alle diejenigen unter uns, die selbst Kinder haben, wissen, dass sie l\u00e4ngst nicht so unschuldig sind, wie sie tun). Wir sehen die J\u00fcnger, die tagein tagaus engste Gemeinschaft mit ihm hatten, so dass jemand wie Johannes seinen Kopf an Jesu Brust lehnen konnte. Immer wieder lesen wir davon, dass Jesus Menschen anr\u00fchrte, um sie zu heilen. Noch einmal die Frage: Wie ist das m\u00f6glich? Wo ist das alles verzehrende Feuer? Wo ist der Rauch? Wo sind die Blitze und das Donnern des Heiligen Berges?<br \/>\nStatt eines Berges sehen wir einen H\u00fcgel drau\u00dfen von Jerusalem. Jesus, der Sohn Gottes, starb am Kreuz durch die Hand von S\u00fcndern. Das Feuer fiel auf ihn! Jesus wurde vom Feuer verzehrt; Jesus wurde durchbohrt; Jesus wurde entheiligt. Jesus erfuhr die Trennung vom Heiligen Gott, die wir verdient h\u00e4tten. Jesus erfuhr wie es ist, wenn das Angesicht Gottes vor ihm verborgen ist. Die Folge von Jesu Tod war, dass der dicke und schwere Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste vom Heiligsten trennte, zerrissen wurde &#8211; von oben nach unten. Weil Jesus alle unsere S\u00fcnden auf sich geladen hat, k\u00f6nnen wir in die heilige Gegenwart Gottes kommen.<br \/>\nWas bedeutet das f\u00fcr unsere Identit\u00e4t? Jeder von uns will jemand sein. Jeder von uns baut seine Identit\u00e4t auf etwas. Ich m\u00f6chte gerne klarstellen, dass jede andere Identit\u00e4t au\u00dferhalb von Gott uns fr\u00fcher oder sp\u00e4ter im Stich lassen wird. Wenn deine Identit\u00e4t darauf beruht, dass du eine tolle Karriere hast, was tust du, wenn du deinen Job verlierst? Wenn deine Identit\u00e4t darauf beruht, dass du Familie hast, was tust du, wenn deiner Familie irgendetwas zust\u00f6\u00dft, was fr\u00fcher oder sp\u00e4ter der Fall sein wird? Gott bietet dir eine Identit\u00e4t, die nichts und niemand dir wegnehmen kann: sein geliebtes Kind zu sein f\u00fcr das er mit seinem Blut bezahlt hat, um dich zu erkaufen; sein k\u00f6niglicher Priester zu sein, der in dieser Welt Gottes Liebe hinaustr\u00e4gt; von ihm gerettet zu sein. Was gibt es Besseres?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp; Rettung, Bund und Gnade \u201eJetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme h\u00f6rt und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen V\u00f6lkern mein besonderes Eigentum sein. Mir geh\u00f6rt die ganze Werde, ihr aber sollt mir als ein heiliges Volk geh\u00f6ren\u201c (2. 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