{"id":1351,"date":"2011-02-14T20:22:53","date_gmt":"2011-02-14T19:22:53","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1351"},"modified":"2023-01-29T20:59:56","modified_gmt":"2023-01-29T19:59:56","slug":"predigt-philipper-312-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-philipper-312-21\/","title":{"rendered":"Predigt: Philipper 3,12 \u2013 21"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/P6-Phil-312-21.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Nach dem vorgesteckten Ziel<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eund jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(14)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir uns mit dem Wandel von Apostel Paulus besch\u00e4ftigt. Wir haben erfahren, wie die \u00fcberschw\u00e4ngliche Erkenntnis Christi sein Leben v\u00f6llig ver\u00e4ndert hat. Von einem Verfolger der Gemeinde und von einem Verfolger Jesu Christi wurde er zu einem Nachahmer Christi, der sogar den Leiden und dem Sterben Christi gleichgestaltet werden wollte. Er war v\u00f6llig ergriffen von Christus. Er suchte die Gleichgestaltung mit Jesus in jeder Hinsicht. Das ist ein unglaublich hohes Ziel, wenn sich ein S\u00fcnder vornimmt dem heiligen Sohn Gottes \u00e4hnlich zu werden. Das ist zwar ein hochgestecktes Ziel f\u00fcr einen Menschen aber ein Notwendiges f\u00fcr einen Christen. In der heutigen Lektion erfahren wir, wie Paulus dieses Ziel erreichen wollte. Durch sein Zeugnis erfahren wir seine Demut und Besonnenheit. Wir lernen auch seinen Eifer und seine zielorientierte Grundhaltung kennen. Sein Glaubensbeispiel ist ein Segen f\u00fcr uns. Lasst uns von ihm lernen und nach dem vorgesteckten Ziel jagen.<\/p>\n<p><strong>Teil I\u00a0\u00a0 Jagen nach dem vorgesteckten Ziel (12-17)<\/strong><\/p>\n<p>Wovon war Paulus ergriffen und wie folgte er seinem Ziel? Betrachten wir Vers 12: <strong>\u201eNicht, dass ich\u2019s schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich\u2019s wohl ergreifen k\u00f6nnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.\u201c<\/strong> Paulus jagte seinem Ziel mit vollem Einsatz nach, um es zu ergreifen. Doch obwohl sich der gro\u00dfe Apostel seiner Zielverfolgung akribisch hingab, hatte er das Ziel noch nicht erreicht. Was suchte er zu ergreifen, was war sein Ziel? Verse 10 und 11 sind aufschlussreich. Er wollte Christus vollst\u00e4ndig und l\u00fcckenlos erkennen. Mit Christus wollte er die Kraft seiner Auferstehung kennen lernen. Doch nicht allein das. Zudem wollte er die Leiden Christi und die Gleichgestaltung seines Todes erfahren. All diese Dinge hatte er zwar geschmeckt aber nicht vollends erreicht. Noch sa\u00df er fest in seinem sterblichen K\u00f6rper, der Schwachheit und der Unvollkommenheit ausgesetzt. Noch lebte er auf der verg\u00e4nglichen Erde und nicht im herrlichen und ewigen Reich Gottes. Noch stand er mit beiden Beinen in der Mission, die noch nicht vollbracht war. Aber seine Seele war schon fast am Ziel, weil er diesen Jesus unbedingt nachahmen wollte.<\/p>\n<p>Wenn auch unerreicht, hatte Paulus das Ziel fest vor Augen. Und das Ziel brachte ihn zum Jagen. Das griechische Wort f\u00fcr \u201ejagen\u201c beschreibt hier den energischen Prozess eines L\u00e4ufers, der fokussiert auf sein Ziel zusteuert. Paulus war zielorientiert und schnappte danach, um es zu ergreifen, als w\u00e4re das Ziel zum greifen nah.<\/p>\n<p>Warum war Paulus so ergriffen vom Ziel? Er begr\u00fcndet es mit den Worten: <strong>\u201eWeil ich von Christus Jesus ergriffen bin.\u201c<\/strong> Paulus war nicht mehr der J\u00fcngste, doch im Alter kam ihm seine Ambition nicht abhanden, denn er war von Christus ergriffen. Christus war in seinem Mark und Bein, in seinem Herz und Nieren, in seiner Seele und Gem\u00fct, in seinen Gedanken und vor seinen Augen. Er war vollst\u00e4ndig von Christus ergriffen. Deshalb konnte er seinem Ziel entgegen jagen und danach schnappen. Im Gegensatz dazu ermatten viele junge Menschen, die eigentlich gro\u00dfes Potential in sich bergen. Unz\u00e4hlige erm\u00fcden, weil ihnen das wahre Ziel fehlt. Doch unser Leben \u00e4ndert sich, wenn wir von Christus ergriffen sind. Wir bekommen himmlische Kraft, unserem wahren Lebensziel hinterher zu jagen. Wir bekommen neuen Schwung, aufzustehen und unserem Ziel entgegenzulaufen. Beten wir, dass wir voll und ganz in Christus eintauchen, bis wir von seiner Person gefesselt, erfasst und ergriffen sind. Gott segne sein gutes Werk in uns.<\/p>\n<p>Apostel Paulus geh\u00f6rt ohne Zweifel zu den einflussreichsten und bedeutendsten Menschen, die es je gegeben hat. Vielen seiner Zeitgenossen war er einen Sprung voraus. Die Philipper h\u00e4tten Paulus f\u00fcr keinen gew\u00f6hnlichen Menschen halten k\u00f6nnen. Vielleicht war Paulus ein \u00dcbermensch? Doch wie sch\u00e4tzte er sich selbst ein? Was f\u00fcr eine Meinung hatte Paulus von sich selbst? Vers 13a lautet: <strong>\u201eMeine Br\u00fcder, ich sch\u00e4tze mich selbst noch nicht so ein, dass ich\u2019s ergriffen habe.\u201c<\/strong>. Unz\u00e4hlige Menschen werden hochm\u00fctig, arrogant und sogar gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig, wenn sie auf ihre Errungenschaften blicken. Biblische Beispiele sind z.B. Nebukadnezar, der mit Stolz und Eigenlob auf seine Hauptstadt schaute und sich selbst pries. Ein anderes Beispiel ist Saul, der sich durch die Krone \u00fcber alle Gebote und Gesetze Gottes erhob. Doch Paulus war anders. Er war besonnen und ein bescheidener Realist. Obwohl er allen seinen Glaubensgenossen einen Sprung voraus war, wusste er, dass er das Ziel noch nicht ergriffen hatte.<\/p>\n<p>Mit welcher Haltung jagte er seinem noch unerreichten Ziel nach? Vers 13b: <strong>\u201eEins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist.\u201c <\/strong>Was hatte Paulus nicht schon alles erlebt! Seine religi\u00f6se Jugend, seine elit\u00e4re Ausbildung, sein Pharis\u00e4erleben, die fanatische Christenverfolgung; dann die gro\u00dfe Wende, Christus begegnet, die \u00fcberschw\u00e4ngliche Erkenntnis erlangt, das alte Leben f\u00fcr Nichts erachtet und weggeworfen und ein neues in Christus begonnen. Nach der turbulenten Zeit, als frischbekehrter Christ, als ihm die restliche Christenheit noch misstraute, die Berufung als Missionar, durch den heiligen Geist. Und sein Jahrzehnte langes Missionsleben in Gefahren, Verfolgungen, Leiden aber zugleich auch mit gro\u00dfartigen Erfahrungen wie Erweckung ganzer St\u00e4dte und Regionen und der vollm\u00e4chtigen Wirksamkeit des heiligen Geistes. Paulus verf\u00fcgte \u00fcber einen Fundus reichhaltiger Erfahrungen und Erlebnisse. Er h\u00e4tte pausenlos in Erinnerungen schwelgen und ein r\u00fcckw\u00e4rtsgerichtetes Leben voller Nostalgie f\u00fchren k\u00f6nnen. Aber f\u00fcr ihn waren seine vergangenen Erfolge oder Niederlagen nicht wichtig. <strong>\u201eIch vergesse, was dahinten ist\u201c<\/strong> schreibt er <strong>\u201eund strecke mich aus nach dem, was da vorne ist\u201c<\/strong>. Uns Christen k\u00f6nnte die Vergangenheit ebenfalls auf dem Weg zum Ziel aufhalten. Einige von uns k\u00f6nnten von ihren fr\u00fcheren Erfolgen und Fr\u00fcchten aufgehalten werden, die sie momentan etwas vermissen. Der Gedanke an fr\u00fchere Zeiten k\u00f6nnte die n\u00f6tige Kraft rauben, dem Ziel entgegen zu jagen. Wiederum andere von uns k\u00f6nnten sich von negativen Erlebnissen der Vergangenheit aufhalten lassen. In den Vergangenen 5, 10, 15, 20, 25 Jahren sind sicherlich viele schmerzhafte Dinge geschehen, die uns ebenfalls die Kraft zum weiterjagen rauben k\u00f6nnen. Wenn wir schon so viel erlebt haben, wie viel mag Apostel Paulus erlebt haben! Deshalb ist er uns Vorbild, wenn er spricht: <strong>\u201eIch vergesse, was dahinten ist\u201c<\/strong>. Er l\u00e4sst das Vergangene hinter sich. Nichts sollte ihn belasten oder schw\u00e4chen. Alles was z\u00e4hlt ist das was vorne auf ihn wartet, das Ziel, das er nicht etwa stillschweigend anstarrt, sondern wonach er sich der ganzen L\u00e4nge nach ausstreckt. So auch wir. Vergessen wir was hinter uns liegt und strecken uns aus nach dem, was sich vor uns befindet.<\/p>\n<p>Was lag vor ihm? Wonach streckte Paulus sich aus? Vers 14: <strong>\u201eund jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.\u201c<\/strong> Paulus streckt sich aus, nach dem vorgesteckten Ziel, das vor ihm liegt. Er sieht das Ziel und wei\u00df, was ihn bei der Zielankunft erwartet. Bei einem Wettlauf bekommt der Sieger einen Siegespreis, eine Medaille z.B. oder eine gewisse Summe Geld, vielleicht einen Kranz oder wird in die Hall of Fame aufgenommen. Der Siegespreis ist so begehrt, dass nicht nur einige, sondern viele sich zum Wettlauf anmelden. Normalerweise viel zu viele, deshalb gibt es Qualifikationsl\u00e4ufe. Der Siegespreis ist so wertvoll, dass die Sportler nicht unvorbereitet zum Lauf antreten. Jeder L\u00e4ufer, der sich an die Startlinie stellt, ist topfit. Er hat jede relevante und menschenm\u00f6gliche Ma\u00dfnahme der Vorbereitung getroffen, um nicht zu versagen, sondern das bestm\u00f6gliche Resultat zu erzielen. Den Korinthern schrieb Paulus: <strong>\u201eWisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empf\u00e4ngt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt.\u201c<\/strong> (1.Kor. 9,24) Gewinnen ist alles, dabei sein ist nichts. Der olympische Gedanke z\u00e4hlt nicht. So will Paulus auch nicht nur des Laufens wegen laufen, sondern um der Gewinner des Siegespreises zu sein. Und nat\u00fcrlich geht es ihm nicht um einen verg\u00e4nglichen Kranz oder sonstige weltliche Ehrungen, sondern um die himmlische Berufung Gottes in Christus Jesus. Wie lautete die himmlische Berufung Gottes? Paulus wurde berufen, um das Evangelium Christi in Kleinasien und Europa zu predigen. Bereits bei seiner Berufung hatte Jesus die vielen Leiden seiner Mission vorausgesehen. Doch die Leiden seiner irdischen Berufung nahm Paulus dankbar und mit Freuden in Kauf, denn er wollte Christus in allen Dingen gleichgestaltet werden. Paulus kannte n\u00e4mlich den Siegespreis seiner himmlischen Berufung. In seinem ersten Brief schrieb er den Thessalonichern: \u201e<strong>der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit\u201c. <\/strong>(1.Thess 2,11.12) In seinem zweiten Brief schrieb er: <strong>\u201ewozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt.\u201c<\/strong> (2.Thess 2,14) Und Timotheus schrieb er: <strong>\u201eK\u00e4mpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist\u201c<\/strong> (1.Tim 6,12).<\/p>\n<p>Paulus ermutigt die Christen, nicht m\u00fcde zu werden, sondern auf den Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus zu schauen, auf das herrliche Reich Gottes, auf die Herrlichkeit Jesu Christi und das ewige Leben in der nie endenden Gegenwart des Vaters und des Sohnes. Die himmlische Berufung Gottes in Christus Jesus \u00fcberragt alles andere. \u00a0Es gibt nichts Vergleichbares! Es macht alle Anstrengungen vergessen. Angetrieben von diesem vorgesteckten Ziel jagt Paulus dem Siegespreis seiner himmlischen Berufung Gottes in Christus entgegen. Das Ziel vor Augen befl\u00fcgelt ihn. Sie schenkt ihm gro\u00dfe Freude. Durchhalten ist angesagt, das Ziel ist zum greifen nah.<\/p>\n<p>Welchen Rat gab Paulus seinen Mitchristen, nachdem er seinen Glaubenswandel vorgestellt hatte? Vers 15a lautet: <strong>\u201eWie viele nun von uns vollkommen sind, die lasst uns so gesinnt sein.\u201c<\/strong> Wer ist mit den Vollkommenen gemeint? In anderen Bibel\u00fcbersetzungen lesen wir das Wort \u201ereif\u201c. Wer ist reif? Ein reifer Christ ist derjenige, der bew\u00e4hrten Glauben hat, der in seinem Alltag aus Glauben lebt, der das Wort Gottes liebt, Gott aus Liebe gehorcht und seine n\u00e4chsten liebt. Ein reifer Christ hat das Ziel Christus \u00e4hnlicher zu werden und tr\u00e4gt viele geistliche Fr\u00fcchte. Dar\u00fcber hinaus sollen die reifen Christen genauso gesinnt sein. Keiner von ihnen sollte sich auf seine Lorbeeren ausruhen. Obwohl sie wichtige Meilensteine des Glaubens erreicht hatten, sollten sie nicht stopp machen. Denn gerade ein reifer Christ ist sich seiner Unw\u00fcrdigkeit und Unvollkommenheit bewusst. Der reife Christ schaut nach oben. Er ist lernwillig. Paulus ermutigt die reifen Christen, das Ziel vor Augen zu haben und unaufhaltsam weiter zu laufen.<\/p>\n<p>Bestimmt teilten nicht alle Gl\u00e4ubigen in Philippi dieselbe Meinung. Sie hielten sich f\u00fcr reif und vollkommen, warum sollten sie sich f\u00fcr unw\u00fcrdig halten? Welche Orientierung gab er den Andersdenkenden? Vers 15b: <strong>\u201eUnd solltet ihr in einem St\u00fcck anders denken, so wird euch Gott auch das offenbaren.\u201c <\/strong>Interessant ist Paulus Methode, den Andersdenkenden zu helfen. Er zwingt sie nicht, anders zu denken. Er tadelte nicht. Vielmehr vertraut er auf Gott, der ihnen auch das offenbaren wird. Warum ist dieser Punkt so wichtig? Wenn man medizinische Differentialdiagnose betreibt, ist es hilfreich, anders zu denken und viele verschiedene Ideen einflie\u00dfen zu lassen. Doch im Glauben an das Evangelium ist das \u201eAnders-Denken\u201c sehr gef\u00e4hrlich. Ein anderes Evangelium w\u00fcrde entstehen. Jeder w\u00fcrde sich sein eigenes Evangelium zurechtbasteln und die g\u00f6ttliche Wahrheit verzerren. Nun ist es aber so, dass wir in einer individualistischen Zeit leben. Jeder m\u00f6chte anders sein, sich unterscheiden, seinen eigenen Weg gehen. In der Welt ist das cool, aber im Glaubensleben sehr gef\u00e4hrlich. Wenn wir die Bibel lesen, begegnen wir vielen Ermahnungen, einig zu sein, eines Sinnes zu sein, einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig zu sein und gleiche Liebe zu haben. Das ist Gottes Wille in Christus Jesus f\u00fcr uns, der unser Haupt und wir die Glieder seines Leibes sind. Lasst uns von Paulus lernen, der niemanden zwang anders zu denken. Lasst uns auf Gott vertrauen. \u00a0Wenn wir lernwillig sind, wird Gott uns durch sein Wort lehren. Wenn wir anders denken, wir er sich z.B. durch bittere Erfahrungen offenbaren. Gottes Wille geschehe, so oder so. Besser ist es nat\u00fcrlich wenn wir willig und unvoreingenommen sind.<\/p>\n<p>Welchen Rat gibt Apostel Paulus noch? Betrachten wir Vers 16: <strong>\u201eNur, was wir schon erreicht haben, darin lasst uns auch leben.\u201c<\/strong> Wir Christen sind im Glauben unterschiedlich weit. Wir lesen t\u00e4glich im Wort Gottes und erfahren den g\u00f6ttlichen Willen. Unsere Vorstellung von der geistlichen Welt erweitert sich. Unsere Lebensweise ver\u00e4ndert sich, je nach dem was wir in Christus erkannt haben. Und wir haben noch lange nicht alles erkannt. In Christus liegen noch viele Sch\u00e4tze der Weisheit und Erkenntnis verborgen. Doch lasst uns nach dem leben, was wir bereits erkannt haben. Lasst uns anwenden, was Gott uns bisher offenbart hat. Lasst uns nach vorne bewegen, statt stehen zu bleiben oder R\u00fcckschritte zu machen. Es soll weiter gehen. Das Ziel gibt uns die Richtung an.<\/p>\n<p>M\u00f6ge Christus jeden von uns ergreifen. M\u00f6ge der Siegespreis der himmlischen Berufung jeden von uns vorantreiben.<\/p>\n<p>Welchen liebevollen Rat gab Paulus den Gl\u00e4ubigen? Betrachten wir Vers 17: <strong>\u201eFolgt mir, liebe Br\u00fcder und seht auf die, die so leben, wie ihr uns zum Vorbild habt.\u201c<\/strong> Wieso machte sich Paulus selbst zum Vorbild? Wie konnte er das tun? Es gibt nur einen Grund und diesen teilte er den Korinthern mit: <strong>\u201eFolgt meinem Beispiel, wie ich dem Beispiel Christi!\u201c<\/strong> (1.Kor 11,1) Paulus hatte kein anders Ziel, als den Weg der Nachfolge Christi. Seine Aufforderung zur Nachahmung seines Beispiels ist eine Hilfe f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen. Es ist nicht leicht, Christus \u00e4hnlich zu werden. Es ist nicht einmal leicht, Paulus \u00e4hnlich zu werden. Aber es ist leichter Paulus Beispiel zu folgen, um Christus \u00e4hnlicher zu werden. Au\u00dferdem verweist Paulus im Vers 17 nicht ausschlie\u00dflich auf sein eigenes Beispiel. Es gab viele Vorbilder in der Gemeinde. Es ist gut, wenn wir Vorbilder haben und es ist gut, wenn wir Vorbilder sind. M\u00f6ge Gott uns zu einem Wohlgeruch Jesu Christi, zu einem Segen f\u00fcr andere machen.<\/p>\n<p><strong>Teil II Unser B\u00fcrgerrecht ist im Himmel (18-21)<\/strong><\/p>\n<p>Apostel Paulus und seine Mitstreiter sind ausgezeichnete Vorbilder f\u00fcr alle Christen. Leider gibt es nicht nur Vorbilder. Vor welchen Menschen warnt Paulus die Gemeinde? Verse 18 und 19 lauten: <strong>\u201eDenn viele leben so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich\u2019s auch unter Tr\u00e4nen: sie sind die Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt.\u201c<\/strong> Paulus spricht von den Feinden des Kreuzes. In der vergangenen Lektion hatte er vor den Hunden gewarnt, die das Gesetz f\u00fcr notwendig hielten, um gerettet zu werden. Diese Menschen machten sich das Leben schwerer als n\u00f6tig. Die Menschen die er in der heutigen Lektion erw\u00e4hnt sind das andere Extrembeispiel. Sie machten es sich zu leicht. Sie hielten sich f\u00fcr gerettet und machten was sie wollten. Ihr Gott war ihr Bauch und ihre Ehre in ihrer Schande. Sie leben in Begierde und Ausschweifung. Beide Gruppen waren Feinde des Kreuzes. Die einen weil sie das Kreuz Christi nicht als hinreichend annahmen, sondern zus\u00e4tzlich das Gesetz predigten. Die anderen, weil sie das Kreuz Christi durch ihre s\u00fcndige Lebensweise verachteten. Und diese Menschen waren nicht wenige, sondern viele. Sie nannten sich Christen und verunstalteten das Evangelium in den Gemeinden. Vor ihnen hatte Paulus die Gemeinde oft gewarnt. Ihre Lebensweise schmerzte Paulus so sehr, dass er in Tr\u00e4nen ausbrach. Ihr Ende ist die Verdammnis. Sie sind ganz und gar irdisch gesinnt.<\/p>\n<p>Warum wurden diese Menschen mit ihrer Lebensweise zu den Feinden des Kreuzes? Die Stadt Philippi war eine besondere Stadt im r\u00f6mischen Reich. Sie wurde auch \u201eRome en miniature\u201c genannt (Rom in Kleinformat). Ihre B\u00fcrger genossen das r\u00f6mische B\u00fcrgerrecht, das in der Antike unheimlich viel wert war. Sie konnten unter dem Schutz des Imperiums leben und viele Privilegien genie\u00dfen. Das Leben und die Identit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung wurden gr\u00f6\u00dftenteils durch das r\u00f6mische B\u00fcrgerrecht bestimmt. Doch jeder wei\u00df um die verdorbene r\u00f6mische Lebensweise Bescheid. Die Feinde des Kreuzes lebten nach allen Regeln ihrer verdorbenen r\u00f6mischen Gesellschaft und nicht nach geistlichen Richtlinien. Anstatt dem Ziel nachzujagen begn\u00fcgten sie sich damit ihren Bauch vollzuschlagen und sich irdischen L\u00fcsten hinzugeben.<\/p>\n<p>Woraus sollen aber wir Christen unsere Lebensweise ableiten? Lesen wir Verse 20 und 21: <strong>\u201eUnser B\u00fcrgerrecht aber ist im Himmel; wohler wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge Untertan machen kann.\u201c<\/strong> Wir leben zwar in dieser Welt, haben unser wahres B\u00fcrgerrecht aber im Himmel! Wir sind himmlische B\u00fcrger und sollen daraus unsere Lebensweise ableiten. Wir sollen das himmlische B\u00fcrgerrecht studieren und Experten darin werden. Das himmlische B\u00fcrgerrecht soll unsere Identit\u00e4t und Lebensweise bestimmen. Dadurch wissen wir welche Lebensweise angemessen ist und welche nicht, welche Lebensweise Gott verherrlicht, ihm die Ehre schenkt und anderen Menschen zum Segen reicht. Diese Lebensweise sollen wir aktiv suchen und aus\u00fcben und uns von anderen Lebensweisen fernhalten.<\/p>\n<p>Dass nicht diese Welt, sondern das Himmelreich unsere wirkliche Heimat ist erkennen wir auch daran, dass unser Herr, unser Heiland, von dort gekommen ist und von dort erwarten wir ihn auch wieder. Unser Herrn wird kommen, um unsere nichtigen Leiber zu verwandeln, damit unsere unw\u00fcrdigen Leiber seinem verherrlichten Leib gleich werden. K\u00f6nnt ihr euch das vorstellen? Dazu ist gro\u00dfe Kraft notwendig. Unser Herr und Heiland wird kommen und unsere nichtigen Leiber mit derselben Kraft verwandeln und verherrlichen, mit der er sich alle M\u00e4chte und Gewalten Untertan machen wird.<\/p>\n<p>Heben wir unseren Blick und schauen wir auf das Himmelreich und nicht auf diese b\u00f6se, verkehrte Welt. Lasst uns unseren Blick erheben und die Herrlichkeit Gottes schauen.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich danke ich Gott f\u00fcr sein Wort, das mir zum Segen geworden ist, denn ich konnte ein spezielles Problem \u00fcberwinden, das mich z.B. beim Bibelstudium oder im Gespr\u00e4ch mit anderen begegnete. Oft war es n\u00e4mlich so, dass ich andere ermutigen wollte, ihre H\u00fcrden zu \u00fcberwinden, um Fortschritte im Glaubensleben zu tun. Doch dazu musste ich mich in ihre Lage hineinversetzen, um zu verstehen, was sie davon abhielt einen Schritt im Glauben zu tun. Doch als ich soweit war, mich in ihre Lage zu versetzen, sah ich ihr Hindernis und es kam auch mir wie eine un\u00fcberwindbare H\u00fcrde vor. Ich wurde hilflos. Wie kann ich diese Person ermutigen? Wie kann ich eine Hilfe sein, wenn ich selbst hilflos werde? Doch die heutige Lektion hilft mir, nicht auf die irdische Lage zu blicken und von ihr aufgehalten zu werden. Ich lerne, meinen Blick zu erheben und auf das himmlische Reich Gottes zu richten, auf das vorgesteckte Ziel. Denn wenn ich auf die Welt blicke, sehe ich viele Hindernisse und es ist ziemlich uncool, ein Glaubensleben zu f\u00fchren. Doch wenn ich auf das Himmelreich blicke, sehe ich die g\u00f6ttliche Herrlichkeit und die unbeschr\u00e4nkte Kraft Christi. Das Problem verfliegt. Alle H\u00fcrden werden genommen. Ich will das Himmelreich vor Augen haben und mich nach dem Ziel ausstrecken und auf diese Weise die Welt \u00fcberwinden und meine Br\u00fcder und Freude und Glaubensgeschwister ermutigen, ebenfalls auf den Herrn der Herrlichkeit zu schauen, um voll und ganz von Christus ergriffen zu werden. Gott segne unseren Glaubenswandel. Er helfe uns, dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus entgegen zu jagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Nach dem vorgesteckten Ziel \u201eund jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.\u201c (14) Letzte Woche haben wir uns mit dem Wandel von Apostel Paulus besch\u00e4ftigt. Wir haben erfahren, wie die \u00fcberschw\u00e4ngliche Erkenntnis Christi sein Leben v\u00f6llig ver\u00e4ndert hat. 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