{"id":13446,"date":"2025-10-05T11:00:57","date_gmt":"2025-10-05T09:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13446"},"modified":"2025-12-02T19:12:04","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:04","slug":"predigt-1-mose-491-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-491-33\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 49,1-33"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Genesis-491-33_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Genesis-491-33_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_mose\/49\/\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">\u201eBegrabt mich bei meinen V\u00e4tern\u201c \u2013<br \/>\nVergiss deine Heimat nicht!<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd Jakob gebot ihnen und sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu meinem Volk; begrabt mich bei meinen V\u00e4tern in der H\u00f6hle auf dem Acker Efrons, des Hetiters\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 49,29)<\/p>\n<p>Heute versammeln wir uns an einem stillen und feierlichen Ort (der Handlung des Bibeltextes). Es geht um den Moment, in dem ein Mensch diese Welt verl\u00e4sst \u2013 das Ende eines Lebens. Heute beendet Jakob sein 147-j\u00e4hriges Leben in der Gegenwart seiner Familie. Seine Biografie k\u00f6nnte eine Bibliothek f\u00fcllen. Jakob hinterlie\u00df seinen zw\u00f6lf S\u00f6hnen ein prophetisches Testament. Schlie\u00dflich wies er sie an, seinen Leichnam nach Kanaan zu bringen und dort zu begraben.<br \/>\nDer konkrete Inhalt des Testaments ist verst\u00e4ndlich, doch die symbolische Sprache kann schwer verst\u00e4ndlich sein. Ein Zweck der Bibel ist es, Menschen zu helfen, den richtigen Weg zu w\u00e4hlen (2. Timotheus 3,16). Jakobs Testament ist in der Bibel festgehalten, um uns zu helfen, den richtigen Weg zu w\u00e4hlen. In seinem Testament spricht Jakob zu seinen S\u00f6hnen \u00fcber die Zukunft und setzt ihnen ein Ziel, das sie gemeinsam verfolgen sollen.<br \/>\nAbraham gab Gottes Segen durch Isaaks Heirat an die n\u00e4chste Generation weiter. Isaak gab Gottes Segen an Jakob weiter, indem er ihm den Segen des Erstgeburtsrechts verlieh. Nun m\u00f6chte Jakob Gottes Segen an seine zw\u00f6lf S\u00f6hne weitergeben.<br \/>\nWelchen Segen versprach Gott Abraham, als er ihn berief? In Genesis 12,2a hei\u00dft es: \u201eUnd ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen\u201c. Seine Nachkommen werden das Land Kanaan erben. Dieser Segen wurde durch Isaak an Jakob weitergegeben und wird nun an seine zw\u00f6lf S\u00f6hne weitergegeben. Lesen wir gemeinsam Genesis 48,3.4: \u201eund sprach zu Josef: Der allm\u00e4chtige Gott erschien mir zu Lus im Lande Kanaan und segnete mich und sprach zu mir: Siehe, ich will dich wachsen lassen und mehren und will dich zu einer Menge von V\u00f6lkern machen und will dies Land zu eigen geben deinen Nachkommen f\u00fcr alle Zeit.\u201c Lesen wir auch gemeinsam Vers 21 von Kapitel 48. \u201eUnd Israel sprach zu Josef: Siehe, ich sterbe; aber Gott wird mit euch sein und wird euch zur\u00fcckbringen in das Land eurer V\u00e4ter.\u201c Jakob glaubte an die Verhei\u00dfung, die Gott seinen Vorfahren und ihm selbst gegeben hatte und basierend auf dieser Verhei\u00dfung segnete er seine zw\u00f6lf S\u00f6hne.<br \/>\nObwohl sie zu diesem Zeitpunkt etwa siebzig M\u00e4nner z\u00e4hlten, glaubte er, dass Gott sie fruchtbar machen und sie vermehren und sie zu einem gro\u00dfen Volk machen w\u00fcrde. Er glaubte, dass sie, obwohl sie Fremde in \u00c4gypten waren, in das Land ihrer Vorfahren \u2013 Kanaan \u2013 zur\u00fcckkehren w\u00fcrden. Dieser Glaube \u00e4hnelte Abrahams Glauben an Gottes Verhei\u00dfung, ihn zu einem gro\u00dfen Volk zu machen, obwohl er keine Kinder hatte. Obwohl Jakobs S\u00f6hne zu diesem Zeitpunkt nur eine vergleichsweise kleine Gruppe in \u00c4gypten waren, glaubte er, dass Gott sie zu einem gro\u00dfen Volk machen und sie schlie\u00dflich in das Land ihrer Vorfahren zur\u00fcckf\u00fchren w\u00fcrde. Im Glauben daran, dass sie dorthin gehen und dort leben w\u00fcrden, blickte Jakob in die Zukunft und segnete seine S\u00f6hne. Jakob spricht davon, Dinge in der Zukunft als Realit\u00e4ten zu sehen. Wie Hebr\u00e4er 11,1 sagt, \u201eDer Glaube ist der tragende Grund f\u00fcr das, was man hofft: Im Vertrauen zeigt sich jetzt schon, was man noch nicht sieht.\u201c (Hfa) Mit den Augen des Glaubens spricht Jakob von der Zukunft seiner S\u00f6hne als einer erf\u00fcllten Realit\u00e4t. Denn Jakob glaubte, dass Gott den Plan vollenden w\u00fcrde, den er versprochen und begonnen hatte. Warum kamen er und seine S\u00f6hne nach \u00c4gypten, um dort zu leben? Es war genau so, wie es Gott Abraham versprochen hatte. Als Josef dies erfuhr, bekannte er, dass er in \u00c4gypten sei, nicht deswegen, weil seine Br\u00fcder ihn nach \u00c4gypten verkauft hatten, sondern dass Gott ihn vorausgesandt hatte, um sie zu retten. So wie bis dahin alles nach Gottes Plan geschehen war, glaubte Jakob, dass sich auch die Zukunft wie versprochen entfalten w\u00fcrde. Deshalb legte er einen prophetischen Plan vor, wie seine Nachkommen leben w\u00fcrden, wenn sie in das Land ihrer Vorfahren zur\u00fcckkehrten.<br \/>\nSein Testament an seine zw\u00f6lf S\u00f6hne kann als Segen, aber auch als Fluch interpretiert werden. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Ruben, Simeon und Levi. Ruben scheint die Nebenfrau seines Vaters, Bilha, vergewaltigt zu haben und wurde von seinem Vater verflucht, wodurch er sein Erstgeburtsrechts verloren hat. Auch Simeon und Levi hatten Jakobs Zorn auf sich gezogen, als sie die M\u00e4nner eines Dorfes mit ihren Schwertern niedermetzelten, unf\u00e4hig, ihren Zorn zu beherrschen. Deshalb wurde ihnen gesagt, dass sie kein Land als Erbe erhalten und unter ihren Br\u00fcdern zerstreut werden w\u00fcrden. Josef w\u00fcrde hingegen wie ein Weinstock sein, der an einer Quelle gepflanzt ist, gedeihend und fruchtbar. Sein Einfluss w\u00fcrde sich ausbreiten, so wie eine Reben eine Mauer \u00fcberwuchert. Juda, obwohl er der vierte Sohn ist, w\u00fcrde Macht als Herrscher erhalten, und das Zepter w\u00fcrde ihn nie verlassen. K\u00f6nig David stammte von Juda ab, und auch Jesus Christus stammte von Juda ab.<br \/>\nUnter den Nachkommen jedes Sohnes wurde das Land Kanaan gem\u00e4\u00df Jakobs prophetischem Willen aufgeteilt. Die St\u00e4mme Levi und Simeon erhielten kein Land und wurden \u00fcber das ganze Land verstreut oder blieben unter ihren Br\u00fcdern ohne Erbe. Gem\u00e4\u00df Gottes Versprechen an Abraham wurden Jakobs Nachkommen zahlreich und kehrten in das Land ihrer Vorfahren zur\u00fcck.<br \/>\nLesen wir gemeinsam Genesis 49,28. \u201eDas sind die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels alle, und das ist\u2019s, was ihr Vater zu ihnen geredet hat, als er sie segnete, einen jeden mit einem besonderen Segen.\u201c Die Bibel definiert Jakobs Worte an seine S\u00f6hne als Segen. Obwohl der Inhalt Teile enth\u00e4lt, die als Fluch interpretiert werden k\u00f6nnten, kommt sie in Vers 28 zu dem Schluss, dass es ein Segen waren. Jakob als ein Vater der im Begriff war, diese Welt zu verlassen, gab all seine verbleibende Kraft f\u00fcr seine Kinder, und obwohl seine Worte teilweise wie Fl\u00fcche klingen m\u00f6gen, waren sie alle Segen. F\u00fcr die Zeit nach seinem Tod wollte er seinen Nachkommen, die weiterleben w\u00fcrden, unbedingt einen Segen aussprechen. Es hie\u00df nicht: \u201eDu hast in der Vergangenheit Unrecht getan, sei verflucht.\u201c Es hie\u00df aber auch nicht: \u201eDu hast viel Gutes getan, sei gesegnet.\u201c Der Vater segnete auf seinem Sterbebett jeden seiner S\u00f6hne entsprechend seinem Anteil. Er segnete jeden Sohn angemessen. Die Bibel sagt, ein Hirte kennt seine Schafe beim Namen. Vater Jakob kannte seine S\u00f6hne. Er kannte ihre St\u00e4rken und Schw\u00e4chen. Wenn Ruben trotz seiner Schw\u00e4chen eine F\u00fchrungsposition \u00fcbernehmen w\u00fcrde, drohte der israelitischen Gemeinde die Gefahr der Spaltung und des Verlusts der Einheit. Dies w\u00e4re nicht nur f\u00fcr die Sicherheit Rubens sch\u00e4dlich sondern auch f\u00fcr die gesamte israelitischen Gemeinde. Dar\u00fcber hinaus w\u00fcrde eine selbstgerechte, unbeherrschte und gewaltt\u00e4tige Person mit starkem Einfluss in der Gemeinde, deren Worte und Taten gewaltt\u00e4tig w\u00e4ren, die Einheit der gesamten Gemeinde st\u00f6ren, das w\u00e4re auch f\u00fcr Levi oder Simeon nicht gut. Jakob musste unweigerlich an die Zukunft seiner Nachkommen denken. Als Vater der 12 S\u00f6hne und Erbe des Bundes Gottes wollte er seinen S\u00f6hnen Gottes Willen so gut wie m\u00f6glich vermitteln. Wie entmutigt muss Ruben gewesen sein, nachdem er seine Stellung als Erstgeborener verloren hatte? Wie traurig m\u00fcssen Levi und Simeon gewesen sein, weil die anderen Br\u00fcder gesegnet zu sein schienen, aber sie nichts erhielten? Doch die Bibel berichtet nichts \u00fcber ihre Reaktion. Es ist Gottes Wille. Nun sind Jakobs S\u00f6hne Erben der Segnungen Gottes, die Abraham, Isaak und Jakob empfingen. Alle Verhei\u00dfungen, die Gott ihren Vorfahren gegeben hatte, gelten nun auch f\u00fcr sie alle. Sowie Abraham verhei\u00dfen wurde, w\u00fcrden diejenigen, die sie segnen, gesegnet werden, aber diejenigen, die sie verfluchen, w\u00fcrden verflucht werden. Gott hat einen Plan, dass alle Nationen durch sie gesegnet werden. Sie w\u00fcrden zum Tempel Gottes werden, wo Gott wohnt, und zu einem auserw\u00e4hlten Volk, das ihn anbetet.<br \/>\nNun leben sie als Fremde in \u00c4gypten. Wegen der Hungersnot in ihrer Heimat k\u00f6nnen sie nicht zur\u00fcckkehren. Ihr Vater Jakob, der ihr Mittelpunkt gewesen war, wird an Ersch\u00f6pfung sterben. Nun m\u00fcssen sie mit dem Gott ihrer Vorfahren leben. Sie m\u00fcssen eine neue Beziehung zu ihrem Gott aufbauen, nicht zum Gott ihrer Vorfahren. Bevor Jakob starb, gab er seinen Kindern seine letzte Anweisung.<br \/>\nSehen wir uns die Verse 29-32 an. Jakob weist seine S\u00f6hne an, ihn in den Gr\u00e4bern seiner Vorfahren zu begraben. Die Gr\u00e4ber befanden sich in dem Land, das Abraham von den Hethitern gekauft hatte. Gott hatte ihm Land versprochen, aber Abraham besa\u00df kein eigenes Land. Als Sara starb, kaufte er ein Landst\u00fcck von den Hethitern und begrub seine Frau dort. Danach wurden Abraham, Isaak und Rebekka dort begraben. Auch Jakobs Frau Lea wurde dort begraben. Bevor er starb, hinterlie\u00df Jakob seinen S\u00f6hnen ein Testament mit der Bitte, ihn auch dort zu begraben.<br \/>\nEr lebte derzeit mit seinen Kindern im Ausland, und sie mussten dort bleiben. Wie unbequem und schwierig w\u00fcrde es sein, ihn in Kanaan zu begraben! Um ihn dorthin zu bringen, m\u00fcssten sie eine Reise von \u00fcber einer Woche zur\u00fccklegen. Wenn dann seine Kinder zu seinem Grab kommen wollten, w\u00e4re die Entfernung sehr gro\u00df. Es w\u00e4re sehr unpraktisch.<br \/>\nDennoch bestand Jakob auf einer unbequemen und schwierigen Beerdigung. Sein Wunsch wurzelte in seinem klaren Glauben: Er sehnte sich danach, im verhei\u00dfenen Land begraben zu werden, das Gott versprochen hatte. Obwohl er in einem fremden Land, weit weg vom verhei\u00dfenen Land, dem Tod entgegensah, glaubte er, dass Gott seine Nachkommen nach Kanaan zur\u00fcckf\u00fchren w\u00fcrde. So wie Josef zuerst nach \u00c4gypten gereist war, um seine Familie willkommen zu hei\u00dfen, freute sich auch Jakob auf seine Heimat und darauf, dort begraben zu werden, damit seine Nachkommen zur\u00fcckkehren und dort leben konnten. Auch wenn Gottes Versprechen noch nicht erf\u00fcllt war und erst in ferner Zukunft erf\u00fcllt werden w\u00fcrde, glaubte er fest daran, dass sie in ihre Heimat zur\u00fcckkehren w\u00fcrden. Obwohl seine Nachkommen in \u00c4gypten leben mussten, bis sie zu einer gro\u00dfen Nation wurden, glaubte er, dass die Zeit kommen w\u00fcrde, in der Gott sie zur\u00fcckf\u00fchren w\u00fcrde. Deshalb wollte er seinen Nachkommen helfen, eine klare Richtung in ihre Heimat zu finden. Vielleicht w\u00e4re \u00c4gypten f\u00fcr sie ein besserer Ort zum Leben als ihre alte Heimat. Josef, der Premierminister \u00c4gyptens, besch\u00fctzte sie, und Goschen, die Region des Nildeltas, in der sie lebten, war ideal f\u00fcr die Viehzucht. Vielleicht hatten sie nicht das Bed\u00fcrfnis, in ihre Heimat zur\u00fcckzukehren. Jakob wollte seinen Nachkommen jedoch vermitteln, dass sie eine Heimat hatten, in die sie zur\u00fcckkehren konnten, und dass diese Heimat das verhei\u00dfene Land war, das Gott ihnen versprochen hatte. Wir wissen nicht, wie sehr sie an Gottes Versprechen glaubten, das Jakob ihnen vermitteln wollte, aber durch Josef k\u00f6nnen wir best\u00e4tigen sehen, dass sie sich auf ihre Heimat freuten. Lesen wir die Verse 24-25 von Kapitel 50: \u201eUnd Josef sprach zu seinen Br\u00fcdern: Ich sterbe; aber Gott wird euch gn\u00e4dig heimsuchen und aus diesem Lande f\u00fchren in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zu geben geschworen hat. Darum nahm er einen Eid von den S\u00f6hnen Israels und sprach: Wenn euch Gott heimsuchen wird, so nehmt meine Gebeine mit hinauf von hier.\u201c So verga\u00dfen Jakob und Josef das verhei\u00dfene Land nicht, das Gott ihnen versprochen hatte. In Hebr\u00e4er 11,13-14 hei\u00dft es \u00fcber sie: \u201eDiese alle sind gestorben im Glauben und haben die Verhei\u00dfungen nicht ergriffen, sondern sie nur von ferne gesehen und gegr\u00fc\u00dft und haben bekannt, dass sie G\u00e4ste und Fremdlinge auf Erden sind.&nbsp;Wenn sie aber solches sagen, geben sie zu verstehen, dass sie ein Vaterland suchen.\u201c Sie hatten den Glauben, das verhei\u00dfene Land von ferne zu sehen und willkommen zu hei\u00dfen, obwohl sie es noch nicht empfangen hatten. Sie waren Menschen, die ihr Leben fest an Gottes Verhei\u00dfung kn\u00fcpften und ihre gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nde nicht nach dem beurteilten, was sie sahen. Sie waren Menschen, die fest auf Gottes Verhei\u00dfung vertrauten, die ihre Seelen ber\u00fchren w\u00fcrde.<br \/>\nObwohl sie zu diesem Zeitpunkt Fremde waren, freuten sie sich auf den Tag ihrer R\u00fcckkehr aus der Ferne. Sie bildeten eine Gemeinschaft, die ihrer Heimat entgegenlebte. Als die Zeit gekommen war, sandte Gott Mose, um Jakobs Nachkommen ins Verhei\u00dfene Land zu f\u00fchren. Und als sie \u00c4gypten verlie\u00dfen, nahm Mose die Gebeine Josefs mit. Jakobs Glaube an Gottes Versprechen, als er starb, stellte sicher, dass seine Nachkommen ihre Heimat nie vergessen w\u00fcrden. Er gab ihnen ein Gef\u00fchl der Identit\u00e4t als Gemeinschaft Israels, der Heimat, in die sie zur\u00fcckkehren w\u00fcrden. Egal wie gut das Land war, in dem sie lebten, und wie sicher ihr Leben unter Josefs Schutz war, sie waren entschlossen, das Land, das Gott ihnen versprochen hatte, nicht zu vergessen. Es ist \u00fcblich, dass Menschen, die in ein fernes fremdes Land kommen, nach ein oder zwei Generationen die Sprache ihrer Heimat vergessen und sich der fremden Kultur anpassen. Wie stark w\u00e4re diese Identit\u00e4t, wenn ich meinen Kindern sagen w\u00fcrde, sie seien Koreaner? Aber wie viele ihrer Nachkommen w\u00fcrden nach 100 oder 400 Jahren noch ihre koreanische Identit\u00e4t bewahren? Wie w\u00fcrden Jakobs Nachkommen reagieren, wenn man ihnen sagte, sie h\u00e4tten nach 400 Jahren eine Heimat, in die sie zur\u00fcckkehren k\u00f6nnten? Das fremde Land, in dem sie Hunderte von Jahren gelebt hatten, w\u00e4re bereits ihre Heimat geworden. Das babylonische Exil dauerte 70 Jahre. Obwohl es nur zwei Generationen dauerte, kehrten nicht viele Menschen heim. Es ist selbstverst\u00e4ndlich, sich zu fragen, warum sie zur\u00fcckkehren sollten, wo sie doch bereits H\u00e4user gebaut und ein stabiles Leben in Babylon gef\u00fchrt hatten. Dennoch sehnten sich einige Israeliten nach ihrer Heimat und suchten sie auf. Daniel \u00f6ffnete t\u00e4glich sein Fenster in Richtung Jerusalem und betete. Ein anderes Beispiel ist Nehemia, der die Stadtmauer in Jerusalem wieder baute. Obwohl sie fern von ihrer Heimat wohnten, dachten sie immer wieder an ihre Heimat. Warum? Weil es das Gelobte Land war, das ihnen Gott versprochen hatte. Es war das Erbe, das Gott ihnen versprochen hatte. Ich glaube, die Israeliten sind ein gutes Beispiel daf\u00fcr, wer wir sind. Sie zeigen uns deutlich, woher wir kommen, was wir tun und wohin wir gehen. Wir kamen von Gott, leben als Fremde und Fremdlinge in dieser Welt und werden dann zu ihm zur\u00fcckkehren. Unser Gelobtes Land ist Gottes K\u00f6nigreich, der Himmel. Das mag wie etwas erscheinen, das in ferner Zukunft geschehen wird. Das dachte ich auch. Doch in den letzten Jahren ist mein Vater bereits heim gegangen, und auch meine Schwiegereltern. Meine 87-j\u00e4hrige Mutter sagt, sie wolle in den Himmel, um bei ihrem Mann zu sein. Das zeigt, dass das Leben ein Ende hat und jeder eine Heimat hat, in die er zur\u00fcckkehren muss.<br \/>\nDie Israeliten, die nach Jakobs Tod Hunderte von Jahren in \u00c4gypten leben mussten, sollten als Gemeinschaft der Verhei\u00dfung leben und ihre Heimat nie vergessen. Sie sollten ihre Sprache, ihren Glauben und ihre Identit\u00e4t als Volk des Bundes bewahren. Jesus betete auch so: Johannes 17,14-16: \u201eIch habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem B\u00f6sen.\u2002Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.\u201c<br \/>\nWir leben in der Welt, aber wir geh\u00f6ren nicht zu ihr. Unser Zuhause ist das Reich Gottes. Bis wir in dieses Reich eintreten, m\u00fcssen wir darum beten, unsere Identit\u00e4t als Gottes Volk und als B\u00fcrger des Himmels zu bewahren. Unsere wahre Heimat nicht zu vergessen bzw. unsere Identit\u00e4t zu bewahren, ist \u00e4u\u00dferst schwierig, denn die Welt hasst Gottes Volk. Sie mag diejenigen nicht, die abgesondert von der Welt leben. Genau hier liegt unser Dilemma. Wie k\u00f6nnen wir unsere Identit\u00e4t bewahren und gleichzeitig einen positiven Einfluss aus\u00fcben, obwohl wir in der Welt leben, aber nicht dazugeh\u00f6ren? Schauen wir uns Jakob an. 1. Mose 48,15-16 enth\u00e4lt Jakobs Glaubensbekenntnis. Er bekennt: \u201eDer Gott, vor dem meine V\u00e4ter Abraham und Isaak gewandelt sind, der Gott, der mein Hirte gewesen ist mein Leben lang bis auf diesen Tag,\u2002der Engel, der mich erl\u00f6st hat von allem \u00dcbel, \u2026\u201c Wir sind nicht stark genug, diese Welt zu \u00fcberwinden. Wir k\u00f6nnen die S\u00fcnde in uns nicht \u00fcberwinden. Da die Bibel sagt, dass ihr Zweck darin besteht, uns zu korrigieren, m\u00fcssen wir uns von Gottes Wort korrigieren lassen. Der Gott, der Jakob erzog, muss uns mit seinem Wort erziehen. Nur dann k\u00f6nnen wir unsere vergessene Heimat und unseren verlorenen Weg wieder finden. Der Herr Jesus betete auch f\u00fcr seine J\u00fcnger, dass Gott sie vor dem B\u00f6sen bewahren m\u00f6ge. Wir m\u00fcssen beten, dass Gott uns von allem B\u00f6sen erl\u00f6st.<br \/>\nNun fasse ich meine Botschaft zusammen und schlie\u00dfe sie ab:<br \/>\nWir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass wir eine Heimat haben, in die wir zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen uns von Gottes Wort erziehen lassen, damit wir als Menschen, die in der Welt leben, aber nicht zu ihr geh\u00f6ren, bewahrt bleiben. Wir m\u00fcssen auch beten, dass Gott uns von allem B\u00f6sen und allen N\u00f6ten erl\u00f6st.<br \/>\nWir m\u00fcssen unseren Kindern beibringen, das Reich Gottes nicht zu vergessen. Wir k\u00f6nnen den Tag, an dem wir Gott gemeinsam in seinem Reich anbeten, aus der Ferne begr\u00fc\u00dfen. Dieser Tag wird gewiss kommen, wie Gott es uns versprochen hat. Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext \u201eBegrabt mich bei meinen V\u00e4tern\u201c \u2013 Vergiss deine Heimat nicht! \u201eUnd Jakob gebot ihnen und sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu meinem Volk; begrabt mich bei meinen V\u00e4tern in der H\u00f6hle auf dem Acker Efrons, des Hetiters\u201c (1. 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