{"id":13397,"date":"2025-09-07T11:00:23","date_gmt":"2025-09-07T09:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13397"},"modified":"2025-12-02T19:12:05","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:05","slug":"predigt-1-mose-461-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-461-34\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 46,1-34"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Genesis-461-34_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Genesis-461-34_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_mose\/46\/\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Dort will ich dich zum gro\u00dfen Volk machen<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; f\u00fcrchte dich nicht, nach \u00c4gypten hinabzuziehen; denn daselbst will ich dich zum gro\u00dfen Volk machen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 46,3)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir erfahren, wie Josef sich seinen Br\u00fcdern zu erkennen gab. Josef beauftragte seine Br\u00fcder, nach Kanaan zu reisen und mit ihrem Vater, ihren Frauen und Kindern und ihrem ganzen Besitz nach \u00c4gypten zu kommen, damit er sie dort w\u00e4hrend der Hungersnot versorgen konnte. Jakob wollte zun\u00e4chst nicht glauben, dass Josef noch lebt, aber als er alle Worte h\u00f6rte, die Josef gesagt hatte, und die \u00e4gyptischen Wagen vor der Zeltt\u00fcr stehen sah, bekam er den Wunsch, nach \u00c4gypten zu ziehen, um Josef zu sehen.<br \/>\nUnser heutiger Text berichtet, wie Jakob tats\u00e4chlich mit seiner ganzen Familie nach \u00c4gypten zog, und \u00fcber sein tr\u00e4nenreiches Wiedersehen mit ihm. Es ist auffallend, dass der Verfasser dabei alle Nachkommen Jakobs namentlich aufz\u00e4hlt, was zeigt, wie bedeutungsvoll dieses Ereignis aus der Sicht der Bibel war. Wir wollen den heutigen Text mit drei Fragen betrachten: Erstens, wie zeigte Gott Jakob, dass er wirklich nach \u00c4gypten ziehen sollte? Welche Bedeutung hatte der Umzug von Jakobs Familie nach \u00c4gypten, sodass die Bibel so ausf\u00fchrlich dar\u00fcber berichtet? Was zeigt dieses Ereignis \u00fcber Gott und die Art und Weise, wie er sein Erl\u00f6sungswerk in der Geschichte bis heute f\u00fchrt? Lasst uns heute Gott kennenlernen, der sein Erl\u00f6sungswerk in der Geschichte auf souver\u00e4ne Weise ausf\u00fchrt!<\/p>\n<p>Betrachten wir den Text. Obwohl Jakob den sehns\u00fcchtigen Wunsch hatte, seinen geliebten Sohn Josef wiederzusehen, wagte er es nicht, einfach nach \u00c4gypten zu ziehen. Der Vers 1 sagt: \u201eIsrael zog hin mit allem, was er hatte. Und als er nach Beerscheba kam, brachte er Schlachtopfer dar dem Gott seines Vaters Isaak.\u201c Jakob wird hier vom Verfasser mit seinem neuen geistlichen Namen \u201eIsrael\u201c genannt, der ihn als einen Mann Gottes ausweist. Er brach zwar auf, wagte es aber nicht, Kanaan einfach zu verlassen, ohne Gottes Willen hierzu zu erfahren. Kanaan war das Land der Verhei\u00dfung, das Gott Abraham, Isaak und ihm zu geben versprochen hatte. Er muss gewusst haben, in was f\u00fcr Probleme sein Gro\u00dfvater Abraham nach seinem Umzug nach \u00c4gypten geraten war (Gen 12,10-20) und dass er danach Kanaan nie wieder verlassen hatte. Und dass sein Vater Isaak von Gott den Befehl bekommen hatte, nicht nach \u00c4gypten zu ziehen, sondern in Kanaan zu bleiben, wo Gott ihn dann reich gesegnet hat.<\/p>\n<p>Deshalb brachte Jakob Gott in Beerscheba, der s\u00fcdlichsten Stadt in Kanaan, Opfer, um Gottes N\u00e4he zu suchen und nach seinem Willen zu fragen. Die Tatsache, dass er nicht einfach die H\u00e4nde erhob und zu Gott betete, sondern Gott Schlachtopfer darbrachte, zeigt, wie ernst er Gott nahm und sich bewusst war, dass er vor Gott ein S\u00fcnder ist, der leicht irren kann und Vergebung braucht. Sein Opfer zeigt vor allem, dass er wirklich nach Gottes Willen leben wollte und nicht nach seinem eigenen Willen und Gedanken.<\/p>\n<p>Hier sehen wir deutlich Jakobs Ver\u00e4nderung: Fr\u00fcher hatte Jakob sein Leben selbst bestimmt und einfach getan, was er wollte, zum Beispiel wen er heiratet, wo er wie lange arbeitet, usw. Seine eigenen W\u00fcnsche und Interessen gingen immer voran, und er fragte nur nach Gott, wenn er in Not war und seine Hilfe brauchte. Aber hier sehen wir Jakobs Ehrfurcht vor Gott. Er hatte Gott wirklich als den Herrn \u00fcber sein Leben anerkannt und wollte nicht mehr wie fr\u00fcher nach seinem eigenen Willen leben. Er hatte erkannt, dass es am wichtigsten und am besten ist, wenn er sein Leben im Einklang mit Gottes Willen f\u00fchrt, damit Gottes guter Plan f\u00fcr ihn und seine Nachkommen in Erf\u00fcllung gehen kann.<br \/>\nWie reagierte Gott, als Jakob so ernsthaft nach Gott und seinem Willen suchte? Die Verse 2 und 3a sagen:&nbsp;\u201eUnd Gott sprach zu Israel des Nachts in einer Erscheinung: Jakob, Jakob! Er sprach: Hier bin ich. Und er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters\u201c. Gott nahm Jakobs ernsthaftes Gebet an und erschien ihm in jener Nacht. Gott stellte sich ihm als der Gott seines Vaters Isaak vor und sprach zu ihm: \u201eF\u00fcrchte dich nicht, nach \u00c4gypten hinabzuziehen; denn daselbst will ich dich zum gro\u00dfen Volk machen. Ich will mit dir hinab nach \u00c4gypten ziehen und will dich auch wieder herauff\u00fchren, und Josef soll dir mit seinen H\u00e4nden die Augen zudr\u00fccken.\u201c (3b.4). Gott verstand Jakobs Furcht, das verhei\u00dfene Land gegen Gottes Willen zu verlassen. Gott sagte ihm, dass er sich nicht zu f\u00fcrchten brauchte, nach \u00c4gypten zu ziehen, weil es nicht gegen Gottes Willen war, sondern sogar Gottes Plan entsprach; denn dort wollte Gott ihn zu einem gro\u00dfen Volk machen. Gott ermutigte Jakob zus\u00e4tzlichen mit dem Versprechen, dass Er selbst mit ihm nach \u00c4gypten ziehen und ihn auch wieder nach Kanaan herauff\u00fchren w\u00fcrde. Dieses Versprechen erinnert an die Zusage, die Gott Jakob fr\u00fcher gemacht hatte, als er zum ersten Mal sein Zuhause verlie\u00df und nach Paddam-Aram zog. So wie Gott damals mit ihm war und ihn wieder zu seinem Vater nach Kanaan zur\u00fcckgef\u00fchrt hatte, so w\u00fcrde Gott auch in \u00c4gypten mit ihm sein und ihn zur\u00fcckf\u00fchren. Mit dem Versprechen, dass Josef ihm mit seinen H\u00e4nden die Augen zudr\u00fccken w\u00fcrde, versicherte Gott ihm, dass auch wenn er in \u00c4gypten sterben w\u00fcrde, sein Leib doch nach Kanaan zur\u00fcckgebracht w\u00fcrde, weil Kanaan unver\u00e4ndert das verhei\u00dfene Land blieb, wo Gott Jakobs Nachkommen in der Zukunft segnen w\u00fcrde.<br \/>\nHier k\u00f6nnen wir lernen, wie Gott sein Rettungswerk souver\u00e4n nach seinem Plan f\u00fchrte. Gott hatte schon Abraham verhei\u00dfen, dass er seinen Nachkommen das Land Kanaan zum Besitz geben wollte. Gott hatte Abraham und Isaak geholfen, auf die Erf\u00fcllung von Gottes Verhei\u00dfung zu hoffen und in diesem Glauben in Kanaan zu bleiben, auch wenn das Leben dort nicht immer einfach war. Gott hatte auch Jakob das Land Kanaan verhei\u00dfen (28,13). Weil Jakob verstanden hatte, dass Kanaan im Zentrum von Gottes Verhei\u00dfung stand, als das Land, das er seinen Nachkommen geben wollte, f\u00fcrchtete er sich davor, Kanaan zu verlassen, und fragte nach Gottes Willen.<br \/>\nAber zu seiner \u00dcberraschung sagte Gott, dass er sich nicht zu f\u00fcrchten brauchte, nach \u00c4gypten zu ziehen, weil Gott ihn dort zu einem gro\u00dfen Volk machen wollte. Warum? Hatte Gott seinen Plan ge\u00e4ndert? Nein! Tats\u00e4chlich hatte Gott diesen Plan schon vor langer Zeit dem Abraham offenbart, als er mit ihm einen Bund geschlossen hatte: \u201eDas sollst du wissen, dass deine Nachkommen Fremdlinge sein werden in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und unterdr\u00fccken vierhundert Jahre. Aber ich will das Volk richten, dem sie dienen m\u00fcssen. Danach werden sie ausziehen mit gro\u00dfem Gut\u201c (Kap 15,13.14). Gott wollte, dass Abrahams bzw. Jakobs Nachkommen vierhundert Jahre lang in einem fremden Land als Ausl\u00e4nder leben und dort zu einem gro\u00dfen Volk werden sollten.<\/p>\n<p>Warum hatte Gott das geplant? Wenn Jakobs Gro\u00dffamilie in Kanaan geblieben und dort zu einem Volk herangewachsen w\u00e4re, h\u00e4tten sie sich unweigerlich mit den Kanaanitern im Land vermischt und h\u00e4tten ihre Identit\u00e4t als Gottes Leute nicht aufrechterhalten k\u00f6nnen, sondern deren G\u00f6tzendienst angenommen. Wie leicht und wie schnell diese Vermischung passiert, haben wir im Kapitel 38 am Beispiel von Juda gesehen, der eine kanaanitische Frau heiratete und Kinder bekam, die vor Gott b\u00f6se waren. Um das zu verhindern, hatte Gott den genialen Plan gefasst, dass Jakobs Familie in \u00c4gypten zu einem Volk anwachsen sollte. In \u00c4gypten konnten sie von der Bev\u00f6lkerung des Landes getrennt leben und ungest\u00f6rt zu einem gro\u00dfen Volk heranwachsen, weil den \u00c4gyptern Viehhirten ein Gr\u00e4uel waren und sie mit ihnen absolut nichts zu tun haben wollten.<\/p>\n<p>Nun war die Zeit gekommen, in der Gott seinen Plan verwirklichen wollte. Aber wie konnte Gott Jakob dazu bringen, mit seiner ganzen Familie nach \u00c4gypten zu ziehen? Um ihn dazu zu bringen, gebrauchte Gott die Umst\u00e4nde der Hungersnot, die Jakob veranlasste, seine S\u00f6hne zweimal nach \u00c4gypten zu schicken, um Getreide zu kaufen. Gott gebrauchte vor allem Josef auf gro\u00dfartige Weise, den er schon \u00fcber zwanzig Jahre zuvor nach \u00c4gypten f\u00fchrte und zu einem reifen Mann des Glaubens heranwachsen lie\u00df. Dadurch konnte Gott ihn gebrauchen, Jakobs S\u00f6hne zur Bu\u00dfe zu f\u00fchren und Jakobs ganze Familie nach \u00c4gypten zu f\u00fchren, um sie geistlich und k\u00f6rperlich vor dem Hungertod zu retten. Wie gro\u00dfartig und genial plant Gott sein Rettungswerk! Und wie gro\u00dfartig und souver\u00e4n f\u00fchrt Gott seine g\u00f6ttlichen Pl\u00e4ne aus und gebraucht daf\u00fcr Umst\u00e4nde und Menschen, die bereit sind, auf ihn zu h\u00f6ren und sich auf seine Pl\u00e4ne einzulassen, und die dadurch selbst Teil seines gro\u00dfartigen Werks werden.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass Gott wollte, dass Jakob nach \u00c4gypten zieht, weil Gott ihn dort zum gro\u00dfen Volk machen wollte, erinnert uns auch daran, dass Gottes Wille anders sein kann als wir denken. Auch wenn wir regelm\u00e4\u00dfig in der Bibel lesen, sollten wir nicht voreilig meinen, dass wir seinen Willen ausreichend verstanden h\u00e4tten, und sollten unser Verst\u00e4ndnis von Gottes Willen nicht mit seinem Plan verwechseln. Das soll uns dazu ermutigen, die Bibel nicht gewohnheitsm\u00e4\u00dfig zu lesen, sondern Gottes Worte dem\u00fctig mit betendem Herzen zu h\u00f6ren, sodass wir Gott und seinen Willen bis dahin erkennen k\u00f6nnen, dass uns klar ist, wie er uns f\u00fcr sein gro\u00dfes Rettungswerk gebrauchen will.<\/p>\n<p>Wann immer wir nicht sicher sind, was Gottes Wille ist, d\u00fcrfen wir uns Jakob zum Vorbild nehmen, der in Beerscheba dem\u00fctig Gottes Willen suchte, und wie er dem\u00fctig zu Gott beten, bis wir seinen Willen erkennen k\u00f6nnen. Dabei brauchen wir auch in schwierigen Situationen nie zu denken, dass Gott keinen Plan oder keinen Weg h\u00e4tte, wie er sein Rettungswerk vollbringen kann. Gott hat immer einen Plan f\u00fcr sein Rettungswerk und er ist immer bereit, seinen Plan souver\u00e4n auszuf\u00fchren, nur k\u00f6nnen wir seinen Plan oft noch nicht sehen. Und manchmal ist sein Plan auch anders als wir gedacht und erwartet haben. Mit diesem Vertrauen d\u00fcrfen wir in allen Situationen zu Gott beten und betend auf sein Wort h\u00f6ren, bis wir seinen Willen erkennen und ihm folgen k\u00f6nnen. Gott, der auf Jakobs ernsthaftes Gebet in Beerscheba geantwortet hat, wird sicher auch auf unser ernsthaftes Gebet antworten, auch wenn es nicht immer in derselben Nacht passiert, sondern l\u00e4nger dauern kann, bis wir seinen Willen erkennen.<\/p>\n<p>Gott m\u00f6ge uns helfen, in allen Situationen darauf zu vertrauen, dass Gott einen guten Plan hat, auch wenn wir es nicht sehen oder es uns nicht einmal vorstellen k\u00f6nnen. M\u00f6ge Gott uns helfen, daf\u00fcr zu beten, dass wir seinen Willen erkennen, und dabei dem\u00fctig auf ihn h\u00f6ren, so wie Jakob in Beerscheba gebetet hat. Wenn wir Gottes Willen wirklich erkennen und ihm folgen wollen, wird er uns sicher antworten und uns in seinem gro\u00dfen Rettungswerk nach seinem Willen gro\u00dfartig gebrauchen.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jakob auf Gottes Erscheinung? Die Verse 5-7 sagen: \u201eDa machte sich Jakob auf von Beerscheba. Und die S\u00f6hne Israels hoben Jakob, ihren Vater, mit ihren Kindern und Frauen auf die Wagen, die der Pharao gesandt hatte, um ihn zu holen, und nahmen ihr Vieh und ihre Habe, die sie im Lande Kanaan erworben hatten, und kamen so nach \u00c4gypten, Jakob und sein ganzes Geschlecht mit ihm. Seine S\u00f6hne und seine Enkel, seine T\u00f6chter und seine Enkelinnen und seine ganze Nachkommenschaft brachte er mit sich nach \u00c4gypten.\u201c Hier sehen wir, dass Jakob Gottes Worte befolgte und tats\u00e4chlich mit seiner ganzen Familie nach \u00c4gypten zog. Die Tatsache, dass Jakob alle seine Nachkommen und seinen ganzen Besitz mitnahm, zeigt, dass er nicht mehr unsicher war, sondern entschlossen mit allem umzog, weil er Gottes Willen erkannt. Mit dem Umzug von Jakobs Familie nach \u00c4gypten begann ein neuer Abschnitt in Gottes Geschichte, den Gott geplant und vorausgesagt hatte (15,13).<\/p>\n<p>Die Verse 8-27 sind eine namentliche Aufz\u00e4hlung von Jakobs Nachkommen, die mit ihm nach \u00c4gypten zogen. Jakobs Nachkommen sind nicht chronologisch nach ihrem Alter aufgef\u00fchrt, sondern nach Jakobs Frauen, die sie geboren hatten. Da Jakob schon 130 Jahre alt war, hatte er inzwischen auch viele Enkelkinder. Dabei werden nicht nur die m\u00e4nnlichen Nachkommen erw\u00e4hnt, sondern auch Jakobs Tochter Dina und zwei Enkelinnen, was trotz der patriarchalischen Zeit damals auf die Wichtigkeit der Frauen in Gottes Volk hindeutet. Von Lea gab es dreiundrei\u00dfig Nachkommen, von Silpa sechzehn, von Rahel vierzehn und von Bilha sieben. Insgesamt waren siebzig Personen mit Jakob in \u00c4gypten. Dass dabei Josefs S\u00f6hne Ephraim und Manasse mitgez\u00e4hlt werden, obwohl sie in \u00c4gypten geboren wurden, zeigt, dass es hier um mehr geht als nur um eine Auflistung derer, die nach \u00c4gypten zogen. Es ist vielmehr ein Verzeichnis von Jakobs Nachkommen, aus denen Gott das Volk Israel formen sollte. Dass sie alle mit Namen aufgef\u00fchrt werden, betont die Bedeutung dieser Familie, die Gott in seinem Heilswerk gebrauchen wollte. Obwohl sie \u00e4u\u00dferlich und vom Wesen her verschieden gewesen sein m\u00fcssen, war dennoch jeder Einzelne bedeutsam und erw\u00e4hnenswert.<\/p>\n<p>Der letzte Abschnitt unseres Textes handelt von Jakobs Wiedersehen mit Josef und seiner Vorsorge f\u00fcr seine Familie. Als Jakob nach \u00c4gypten kam, sandte er Juda vor sich her, damit er ihm das Land Goschen anwies, das Josef ihm zugesagt hatte, ein fruchtbares Gebiet \u00f6stlich vom Nil-Delta. Dass Jakob Juda vor sich her sandte und nicht etwa seinen \u00e4ltesten Sohn Ruben, weist erneut darauf hin, dass Juda nach seiner Bu\u00dfe das Vertrauen seines Vaters gewonnen hatte und deshalb eine F\u00fchrungsrolle unter den S\u00f6hnen einnahm. Als Jakob in Goschen ankam, spannte Josef seinen Wagen an und fuhr seinem Vater entgegen. Als er ihn sah, fiel er ihm um den Hals und weinte lange. Die Freude \u00fcber das Wiedersehen nach den Schmerzen w\u00e4hrend der zweiundzwanzig Jahre langen Trennung war \u00fcberw\u00e4ltigend. Israel sagte zu Josef: \u201eIch will nun gerne sterben, nachdem ich dein Angesicht gesehen habe, dass du noch lebst\u201c (30). Dadurch dr\u00fcckte er aus, wie tiefgehend er durch ihr Wiedersehen getr\u00f6stet wurde. Gott hatte Jakob Leiden nicht erspart, um ihn zu l\u00e4utern und um sein gro\u00dfes Rettungswerk durch Josef vorzubereiten. Aber Gott tr\u00f6stete Jakob und Josef tiefgehend, indem sie sich wiedersehen und den Rest ihrer gemeinsamen Lebenszeit in der N\u00e4he zueinander verbringen konnten.<\/p>\n<p>Welchen Plan verk\u00fcndete Josef daraufhin seiner versammelten Familie? Er sagte ihnen: \u201eIch will hinaufziehen und dem Pharao ansagen und zu ihm sprechen: Meine Br\u00fcder und meines Vaters Haus sind zu mir gekommen aus dem Lande Kanaan und sind Viehhirten, denn es sind Leute, die Vieh haben; ihr Kleinvieh und Gro\u00dfvieh und alles, was sie haben, haben sie mitgebracht. Wenn euch nun der Pharao wird rufen und sagen: Was ist euer Gewerbe?, so sollt ihr sagen: Deine Knechte sind Leute, die Vieh haben, von unserer Jugend an bis jetzt, wir und unsere V\u00e4ter \u2013, damit ihr wohnen d\u00fcrft im Lande Goschen. Denn alle Viehhirten sind den \u00c4gyptern ein Gr\u00e4uel\u201c (31-34). Diese Worte zeigen, wie Josef mit Weisheit daf\u00fcr sorgte, dass sich seine Familie in \u00c4gypten geistlich und k\u00f6rperlich gut entwickeln und zu einem gro\u00dfen Volk werden konnte. Die starke Betonung, dass seine Br\u00fcder seit Generationen Viehhirten waren, sollte sicherstellen, dass der Pharao zustimmen w\u00fcrde, dass sie in Goschen als Viehhirten separat leben und ungest\u00f6rt zu einem gro\u00dfen Volk heranwachsen konnten, ohne sich mit den \u00c4gyptern zu vermischen und von ihnen zum G\u00f6tzendienst verf\u00fchrt zu werden \u2013 denn die \u00c4gypter hielten Viehhirten f\u00fcr kultischen unrein. Auf diese Weise folgte er dem Ratschluss Gottes, den er erkannt hatte, und tat sein Bestes, damit Gottes Plan f\u00fcr Jakobs Familie Wirklichkeit werden konnte.<\/p>\n<p>Heute haben wir gelernt, wie Gott sein Rettungswerk mit Jakobs Familie vollst\u00e4ndig geplant und einen wichtigen Schritt weitergef\u00fchrt hat. Gott hat sein Rettungswerk in allen Phasen der Geschichte nach seinem genialen Plan souver\u00e4n weitergef\u00fchrt und hat schlie\u00dflich seinen eigenen Sohn Jesus Christus gesandt und ihn am Kreuz geopfert, damit alle, die an Jesus glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben erlangen. M\u00f6ge Gott uns helfen, seinen guten Willen und Plan f\u00fcr uns zu erkennen und ihm zu folgen, sodass Gott uns heute f\u00fcr sein Rettungswerk segensreich gebrauchen kann!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Dort will ich dich zum gro\u00dfen Volk machen \u201eUnd er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; f\u00fcrchte dich nicht, nach \u00c4gypten hinabzuziehen; denn daselbst will ich dich zum gro\u00dfen Volk machen.\u201c (1. Mose 46,3) Letzte Woche haben wir erfahren, wie Josef sich seinen Br\u00fcdern zu erkennen gab. 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