{"id":13384,"date":"2025-08-24T11:00:27","date_gmt":"2025-08-24T09:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13384"},"modified":"2025-12-02T19:12:06","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:06","slug":"predigt-1-mose-441-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-441-34\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 44,1-34"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Genesis-441-34_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Genesis-441-34_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_mose\/44\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die Ver\u00e4nderung von Josefs Br\u00fcdern<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDarum soll jetzt dein Knecht anstelle des Knaben dableiben als Sklave f\u00fcr meinen Herrn; der Knabe aber soll mit seinen Br\u00fcdern hinaufziehen d\u00fcrfen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 44,33 [E\u00dc])<\/p>\n<p>Die Genesis erz\u00e4hlt die Geschichte, wie wir Menschen unser wahres Zuhause verloren haben. Aber durch die Familie von Abraham f\u00e4ngt Gott an, den Weg nach Hause wieder herzustellen. Das Problem ist, dass auch die Familie von Abraham, Isaak und jetzt Jakob richtige Probleme hatten. Vor allem die S\u00f6hne von Jakob waren richtig dysfunktional: gewaltt\u00e4tig, egoistisch, skrupellos und unmoralisch. Es ist eine Familie die Heilung brauchte.<br \/>\nHier im Text sehen wir, dass Gott erfolgreich war, diese Heilung hineinzubringen. \u00dcber drei Dinge wollen wir kurz nachdenken: erstens, woran sehen wir, dass sich die Br\u00fcder ver\u00e4ndert haben? Zweitens, wodurch konnten sie sich ver\u00e4ndern? Drittens, wo finden wir die Ressourcen f\u00fcr unsere Ver\u00e4nderung?<\/p>\n<p><strong>1. Woran sehen wir, dass sich die Br\u00fcder ver\u00e4ndert haben?<\/strong><br \/>\nDer Hintergrund ist, dass Josef alle seine elf Br\u00fcder in Frieden nach Hause ziehen lassen hatte. Was die Br\u00fcder nicht wussten, war, dass Josef beim Bef\u00fcllen ihrer S\u00e4cke seinen silbernen Becher in dem Getreidesack von Benjamin untergebracht hatte. Nichts ahnend und gut gelaunt waren die Br\u00fcder unterwegs nach Kanaan als sie pl\u00f6tzlich von Josefs Stabschef und der \u00e4gyptischen Polizei eingeholt wurden. Sie wurden mit dem Vorwurf konfrontiert, Josefs Becher gestohlen zu haben. Wir k\u00f6nnen uns die Verwirrung der Br\u00fcder vorstellen. Es w\u00e4re so ein d\u00e4mliches, so ein plumpes Verbrechen gewesen. Das w\u00e4re wie wenn man auf dem Polizeirevier das Handy vom Kommissar klaut. Doofer geht es nicht. Josefs Verwalter schl\u00e4gt vor, dass die Person, bei dem der Becher gefunden wird, Josefs Sklave werden sollte. Der Becher wird gefunden, und zwar ausgerechnet bei Benjamin. Derek Kidner bezeichnete das Ganze als Josefs Meisterstreich.<br \/>\nWie reagieren die Br\u00fcder? Vers 13: \u201eDa zerrissen sie ihre Obergew\u00e4nder. Jeder belud seinen Esel und sie kehrten in die Stadt zur\u00fcck.\u201c Sie zerrissen ihre Kleider. Das war ein sehr sichtbarer Ausdruck von absolutem Entsetzen. Sie m\u00fcssen zutiefst frustriert gewesen sein. Aber hier kommt der Punkt: Josefs Manager hatte klar gemacht, dass nur der schuldige Dieb als Sklave in die Stadt gef\u00fchrt werden sollte. Nur Benjamin h\u00e4tte zur\u00fcckgehen m\u00fcssen. Wir lesen aber, dass jeder einzelne von ihnen seinen Esel belud und in die Stadt zur\u00fcckkehrte. Hier ist das erste Anzeichen ihrer tiefgehenden Ver\u00e4nderung: aus den Br\u00fcdern war eine Schicksalsgemeinschaft geworden. Innerhalb dieser Gemeinschaft wird niemand zur\u00fcckgelassen.<br \/>\nIhre Ver\u00e4nderung zeigt sich auch darin, wenn wir uns kurz \u00fcberlegen, f\u00fcr wen sie bereit waren, zur\u00fcck in die H\u00f6hle des L\u00f6wen zu kehren: es war f\u00fcr Benjamin. Nach dem Verschwinden von Josef, war Benjamin derjenige, der die ganze Aufmerksamkeit seines Vaters bekam. Er war der neue Lieblingssohn seines Vaters. Benjamin war der J\u00fcngste unter den Br\u00fcdern, im Koreanischen w\u00fcrde man sagen \u201eder Makne\u201c, das Nesth\u00e4kchen; derjenige, der in der Regel am unbeschwertesten aufwachsen darf. Benjamin war jetzt kein kleiner Junge mehr. Aber im Vergleich mit den Br\u00fcdern war er derjenige, der noch gr\u00fcn hinter den Ohren war. Und innerhalb der hierarchischen Welt damals, war Benjamin der Kleinste und der Geringste.<br \/>\nCharakterreife zeigt sich nicht darin, wenn wir diejenigen die gr\u00f6\u00dfer und st\u00e4rker als wir sind, mit Freundlichkeit und Ehrerbietung behandeln; es k\u00f6nnte ja sein, dass wir etwas von ihnen zur\u00fcckerwarten, z.B., dass sie uns wohlgesonnen sind oder dass sie uns sp\u00e4ter einen Gefallen tun oder sich f\u00fcr uns einsetzen. Charakterreife zeigt sich darin, wie barmherzig, wie freundlich, wie g\u00fctig wir mit den Menschen umgehen, die schw\u00e4cher und geringer sind als wir; mit den Menschen, die ausgegrenzt oder verletzlich sind; mit den Menschen, von denen wir nichts zur\u00fcckerwarten k\u00f6nnen, weil sie nichts haben, was sie uns bieten k\u00f6nnten. Und das ist es, was wir in den Br\u00fcdern sehen: Loyalit\u00e4t, Solidarit\u00e4t, Freundlichkeit gegen\u00fcber ihrem geringsten Bruder.<br \/>\nIn den folgenden Versen hat Juda seinen gro\u00dfen Auftritt. Juda ist der unangefochtene Leiter. Der Autor betont das. In Vers 14 lesen wir: \u201eSo kamen Juda und seine Br\u00fcder wieder in das Haus Josefs, der noch dort war.\u201c Der Verfasser betont explizit \u201eJuda und seine Br\u00fcder\u201c. Er ist auch derjenige, der das Wort ergreift, als sie vor Josef stehen: \u201eWas sollen wir unserem Herrn sagen, was sollen wir vorbringen, womit uns rechtfertigen? Gott hat die Schuld deiner Knechte herausgefunden.\u201c (16) Gott hat die Schuld von ihm und seinen Br\u00fcdern aufgedeckt. Robert Alter macht darauf aufmerksam, dass diese Ansprache von Juda doppeldeutig ist. Auf der einen Seite kann das bedeuten, dass er die Schuld eingesteht, dass der Becher gestohlen wurde. Die Beweislast ist einfach zu erdr\u00fcckend, dass es keinen Sinn macht, sich da rauszureden. Auf der anderen Seite bedeutet es sicherlich auch, dass die Br\u00fcder sich schuldig gemacht hatten, als sie Josef gekidnappt und verkauft hatten. Juda ahnte nat\u00fcrlich nicht, dass Josef in der Lage war, beide Bedeutungen zu verstehen. Was sehen wir hier? Wir sehen in Juda eine Person, die wirklich bereit, ist Verantwortung zu \u00fcbernehmen: Verantwortung, sowohl f\u00fcr seine Missetaten als auch die Missetaten seiner Gemeinschaft. Auch das ist ein sehr eindeutiges Anzeichen f\u00fcr echte Ver\u00e4nderung.<br \/>\nEin letztes Mal bekamen die Br\u00fcder von Josef das verlockende Angebot, ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen: w\u00fcrden sie Benjamin als Sklaven in \u00c4gypten belassen, so wie sie es mit Josef f\u00fcr einen viel geringeren Preis getan hatten? Auf diese Versuchung antwortet Juda mit einem klaren Nein. In den Versen 18-34 ist Judas leidenschaftliche Rede enthalten. Es handelt sich um die l\u00e4ngste Rede im Buch Genesis.<br \/>\nIn dieser Rede finden wir ein weiteres Indiz f\u00fcr die Ver\u00e4nderung der Br\u00fcder. Uns f\u00e4llt auf, wie oft Juda seinen Vater erw\u00e4hnt. In Vers 20: \u201eWir haben einen alten Vater und den J\u00fcngsten, der ihm im hohen Alter geboren wurde. [\u2026] er ist allein von seiner Mutter noch da und sein Vater liebt ihn.\u201c Vers 22: \u201eDer Knabe kann seinen Vater nicht verlassen. Verlie\u00dfe er seinen Vater, so w\u00fcrde dieser sterben.\u201c In den Versen 25-29 gibt Juda das Gespr\u00e4ch wieder, das sie mit ihrem Vater gef\u00fchrt hatten mit der Folgerung des Vaters: \u201eNun nehmt ihr mir auch den noch weg. St\u00f6\u00dft ihm ein Ungl\u00fcck zu, dann bringt ihr mein graues Haar vor Leid in die Unterwelt.\u201c In Vers 30 macht Juda die erstaunliche Aussage, dass das Leben des Vaters an dem Jungen h\u00e4ngt. Jakob hatte sich selbst, sein ein und alles an Benjamin geh\u00e4ngt. Was zeigt Juda hier? Bruce Waltke kommentiert hier: \u201eEr akzeptiert, dass Liebe irrational, unvorhersehbar und wahlfrei ist. Er akzeptiert nun die schmerzhafte Realit\u00e4t der Bevorzugung ohne Groll. Trotz dieser Wahl zeigt er sowohl v\u00e4terliche als auch br\u00fcderliche Liebe und Loyalit\u00e4t. Seine gesamte Rede ist motiviert durch tiefstes Mitgef\u00fchl f\u00fcr seinen Vater, durch ein echtes Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, was es f\u00fcr das Leben des alten Mannes bedeutet, mit dem des Jungen verbunden zu sein.\u201c Juda hatte echte Empathie f\u00fcr seinen Vater.<br \/>\nZusammengefasst, wir sehen Br\u00fcder, die nicht l\u00e4nger gewillt sind, irgendjemanden zur\u00fccklassen, die auch die Schwachen g\u00fctig behandeln, die bereit sind f\u00fcr ihre Schuld Verantwortung zu \u00fcbernehmen, die erf\u00fcllt sind mit Mitgef\u00fchl und Empathie. Das ist wirklich charakterliche Reife.<br \/>\nIn dem Marvel Film \u201eGuardians of the Galaxy\u201c begegnen uns eine Reihe von extrem schr\u00e4gen Charakteren, die anfangs alle ihre selbstzentrierten Motive verfolgen. Aber durch einen gemeinsamen Gef\u00e4ngnisausbruch entsteht zwischen ihnen Freundschaft. In einem entscheidenden Moment wird eine ganze Welt von dem B\u00f6sewicht Ronan bedroht. Die Guardians sind die einzigen, die ihn aufhalten k\u00f6nnen, aber die Chancen stehen unsagbar schlecht. Peter Quill h\u00e4lt seinen Freunden eine Rede: \u201eIch brauche eure Hilfe. [\u2026] Ich jedenfalls werde nicht tatenlos zusehen, wie Ronan Milliarden unschuldiger Menschen ausl\u00f6scht.\u201c Rocket fragt ihn mit trauriger Stimme: \u201eRonan aufzuhalten&#8230; das ist unm\u00f6glich. Du verlangst von uns, dass wir sterben.\u201c Quills Antwort: \u201eJa, ich vermute, das tue ich.\u201c Dann herrscht Stille. Schlie\u00dflich ergreift Gamora das Wort, die ihr Leben Peter Quill verdankt. Sie sagt: \u201eQuill, ich habe den gr\u00f6\u00dften Teil meines Lebens umgeben von Feinden verbracht. Ich w\u00e4re dankbar, unter meinen Freunden sterben zu d\u00fcrfen.\u201c Sp\u00e4ter im Film opfert sich tats\u00e4chlich einer der Freunde f\u00fcr die anderen, um ihnen das Leben zu retten. Das ist Mut, das ist echte Loyalit\u00e4t, das ist richtige Freundschaft. Insgeheim ist das die Art von Gemeinschaft, die wir alle haben wollen.<br \/>\nUnd so etwas hatte sich unter den Br\u00fcdern von Josef geformt. Wer h\u00e4tte das ahnen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>2. Wodurch wurden sie ver\u00e4ndert?<\/strong><br \/>\nEs gibt verschiedene Faktoren, die dazu f\u00fchren, dass Menschen sich ver\u00e4ndern. Ein ganz wesentlicher Faktor war Zeit. Jakobs Br\u00fcder brauchten Zeit, um Schritt f\u00fcr Schritt ver\u00e4ndert zu werden. Sie hatten Jahrzehnte mit ihrer Schuld gelebt. Sie hatten die nicht endende Trauer ihres Vaters Jakob miterlebt. Sie hatten in der Zwischenzeit verschiedenste Erfahrungen in und au\u00dferhalb ihrer Familie gemacht. Jetzt war der Moment gekommen, in welchem sie wirklich bereit waren, von Gott ver\u00e4ndert zu werden.<br \/>\nEinen anderen Faktor hatten wir in den letzten beiden Wochen betrachtet. Vor zwei Wochen hatte ich Derek Kidner zitiert, der, wie ich finde, sehr pr\u00e4zise beschrieben hat, wie Josef bei seinen Br\u00fcdern vorgegangen war. Die Br\u00fcder hatten bei Josef Frost und Sonnenschein erfahren; sehr unangenehme und sehr angenehme Momente; sehr schmerzhafte und auch sehr fr\u00f6hliche \u00dcberraschungen. K\u00e4lte und Hitze wechselten sich so lange ab, bis der Boden ihrer Herzen aufgebrochen war. Josef ging auf absolute meisterhafte Weise vor, bis seine Br\u00fcder f\u00fcr den Fr\u00fchling Gottes bereit waren.<br \/>\nEs gibt vielleicht noch eine andere Weise, wie wir das verstehen k\u00f6nnen. Die Br\u00fcder mussten sowohl mit der Wahrheit ihrer S\u00fcnde konfrontiert werden. Sie brauchten aber auch Gnade: dass Gott ihnen nicht mit gleicher M\u00fcnze heimzahlte, sondern sie weit besser behandelte als sie es verdient hatten, weil er ihnen vergeben hatte. Die Br\u00fcder brauchten Wahrheit, und sie brauchten Gnade.<br \/>\nIch hatte vor einigen Jahren mit Pastor J. L. gesprochen. Die meisten von euch k\u00f6nnen sich vielleicht noch erinnern, dass wir ihn letztes Jahr als Gastprediger bei uns hatten. J. ist nat\u00fcrlich einige Jahre \u00e4lter als ich und viel mehr noch als das, so viel weiser. Ich hatte damals ein Problem auf dem Herzen, bei dem ich ihn um Rat gebeten hatte. Es ging um S\u00fcnde und kaputte Beziehungen. \u201eWas sollte ich da tun?\u201c Und seine extrem weise Antwort war: \u201eNichts.\u201c Und dann kam die ausf\u00fchrlichere Antwort: Warten auf den Heiligen Geist. Warum? \u201eWenn der Heilige Geist sein Werk tut, dann deckt er nicht nur S\u00fcnden auf, sondern er schenkt immer auch Gnade, damit wir echte Heilung finden.\u201c Und dieses Wort fand ich richtig tr\u00f6stlich.<br \/>\nUnd das ist es: Zeit, Gnade und Wahrheit. So wurden die Br\u00fcder von Josef ver\u00e4ndert. Und so k\u00f6nnen auch wir ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p><strong>3. Wo finden wir die Ressourcen f\u00fcr unsere Ver\u00e4nderung<\/strong><br \/>\nWas bedeutet dieser Text dann f\u00fcr uns? Fakt ist, dass wir alle Menschen sind, die Heilung und Ver\u00e4nderung brauchen. Niemand ist davon ausgenommen. John Ortberg hatte gesagt, dass alle Menschen normal sind, bis man sie kennenlernt. D.h., wir sind nicht \u201enormal\u201c. Wir alle entsprechen nicht der Norm Gottes. Der R\u00f6merbrief sagt, dass niemand dem Ma\u00dfstab Gottes entspricht. Wir alle haben durch eigene S\u00fcnden und Schuld, wie auch durch die S\u00fcnden und Schuld anderer, wunde Punkte in unseren Herzen und in unserem Leben. Wir alle haben Dinge in unserem Leben, f\u00fcr die wir uns sch\u00e4men. Wir alle haben auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Ausma\u00df Schaden und Bruch in unseren Familien erlebt, in denen wir aufgewachsen sind. Die Details m\u00f6gen sich unterscheiden, aber Fakt ist, wir haben alle eine Vergangenheit mit Scherbenhaufen. Wir brauchen Gnade und Wahrheit in unserem Leben. Wo finden wir das?<br \/>\nJuda schlie\u00dft seine brillante Rede mit den Worten ab: \u201eDarum soll jetzt dein Knecht anstelle des Knaben dableiben als Sklave f\u00fcr meinen Herrn; der Knabe aber soll mit seinen Br\u00fcdern hinaufziehen d\u00fcrfen.\u201c (33) Dieses Angebot von Juda ist wirklich zutiefst erstaunlich. Bruce Waltke schreibt: \u201eJuda ist der erste Mensch in der Heiligen Schrift, der bereitwillig sein Leben f\u00fcr einen anderen opfert. Seine selbstaufopfernde Liebe zu seinem Bruder um seines Vaters willen ist ein Vorl\u00e4ufer der stellvertretenden S\u00fchne Christi, der durch sein freiwilliges Leiden die Kluft zwischen Gott und den Menschen \u00fcberbr\u00fcckt.\u201c Was Waltke sagt, ist, dass Juda hier, ohne es zu wissen, ohne es zu merken, in die Fu\u00dfstapfen seines Nachkommen tritt, der unendlich viel gr\u00f6\u00dfer ist. Jesus stammte nicht von Ruben ab, nicht von Simeon oder Levi, noch nicht einmal von Josef. Jesus ist der Nachkomme von Juda; der Nachkomme dessen, der bereit war, sein Leben stellvertretend zu geben, um Benjamin zu retten.<br \/>\nTremper Longman macht auf diese Parallelen aufmerksam. Aber gleichzeitig auch auf die Unterschiede: \u201eJuda bietet sich selbst als Gefangener an. Jesus opfert sein Leben. Judas Angebot wird von Josef letztlich nicht angenommen, w\u00e4hrend Jesus tats\u00e4chlich am Kreuz stirbt. Juda opfert sich anstelle von Benjamin, einem Familienmitglied; Jesus opfert sein Leben f\u00fcr diejenigen, die seine Feinde waren.\u201c Wenn Juda wirklich ein Sklave geworden w\u00e4re, h\u00e4tte er seine Familie verloren: seinen Vater, seine Kinder, seine Enkelkinder. Als Jesus starb, verlor Jesus sprichw\u00f6rtlich seine Familie: Gott, der Vater, wandte sich von Gott, dem Sohn ab. Jesus starb in gr\u00f6\u00dfter Gottverlassenheit. Warum? Damit Gott sich nie und nimmer von uns abzuwenden braucht. Jesus hat den Platz eingenommen, den wir verdient h\u00e4tten, damit wir den Platz einnehmen d\u00fcrfen, der nur Jesus allein geb\u00fchrt: als Gottes geliebte S\u00f6hne, Gottes geliebte T\u00f6chter, Gottes geliebte Kinder. Was hei\u00dft das dann also f\u00fcr uns?<br \/>\nWir brauchen Wahrheit. Wir brauchen jemanden, der uns den Spiegel vorh\u00e4lt. Wir brauchen jemand, der uns ungesch\u00f6nt zeigt, wo wir Heilung brauchen. Aber nur die Wahrheit w\u00fcrde uns fertigmachen. Die Wahrheit alleine ist destruktiv. Und wir brauchen Gnade. Wir brauchen jemanden, der unsere Gebrechen heilt. Wir brauchen jemanden, der uns vergibt. Wir brauchen diese ausstreckten Arme, die uns bedingungslose Annahme schenken. Aber nur Vergebung w\u00fcrde auch nicht ausreichen, uns zu ver\u00e4ndern. Es ist in der Tat Gnade und Wahrheit, die uns zu neuen Menschen machen.<br \/>\nJosef und Juda sind nur bedingt Vorbilder f\u00fcr uns. Wir k\u00f6nnen uns von beiden sicherlich die ein oder andere Scheibe abschneiden. Wir k\u00f6nnen von beiden von ihnen lernen. Aber weit mehr noch als dass sie Vorbilder f\u00fcr uns sind, sind die Vorl\u00e4ufer, die auf die eine Person hinweisen, die alles das einl\u00f6st, worauf sie hindeuten. Sie sind Richtungsweiser und Verkehrsschilder, die ganz laut auf Jesus zeigen. Johannes 1,14 ist einer meiner absoluten Lieblingsverse in der Bibel: \u201eUnd das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.\u201c Wir finden in Jesus die wahre Quelle der Gnade und der Wahrheit. Jesus ist die eine Ressource, in der sich alle Gnade und alle Wahrheit in Ewigkeit vereinen.<br \/>\nEr ist der Herr, der Retter, der Heiland, der K\u00f6nig, der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist unser wahres Zuhause. Zu diesem Jesus wollen wir jetzt kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Die Ver\u00e4nderung von Josefs Br\u00fcdern \u201eDarum soll jetzt dein Knecht anstelle des Knaben dableiben als Sklave f\u00fcr meinen Herrn; der Knabe aber soll mit seinen Br\u00fcdern hinaufziehen d\u00fcrfen.\u201c (1. 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