{"id":13327,"date":"2025-07-13T11:00:22","date_gmt":"2025-07-13T09:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13327"},"modified":"2025-12-02T19:12:08","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:08","slug":"predigt-1-mose-381-30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-381-30\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 38,1-30"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Genesis-381-30-P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Genesis-381-30-P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_mose\/38\/\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Sie ist gerecht, ich nicht<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eJuda erkannte es und sprach: Sie ist gerecht, ich nicht; denn ich habe sie meinem Sohn Schela nicht gegeben. Doch wohnte er ihr nicht mehr bei.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 38,26)<\/p>\n<p>Am Ende von Kapitel 37 lesen wir von der dramatischen Wende in Josefs Leben: Er wird von seinen Br\u00fcdern aus Neid verkauft und als Sklave nach \u00c4gypten verschleppt.Dann, in Kapitel 39, wird die Erz\u00e4hlung \u00fcber Josef nahtlos fortgesetzt \u2013 wir sehen, wie Josef trotz seiner schwierigen Umst\u00e4nde in Gottes Gegenwart lebt und seine Treue bewahrt.Doch genau dazwischen, in Kapitel 38, finden wir eine scheinbar v\u00f6llig unpassende Geschichte \u2013 die Geschichte von Juda und Tamar. Wenn wir die Bibel lesen, erwarten wir in der Regel, dass wir etwas daraus mitnehmen oder lernen k\u00f6nnen. Aber der heutige Text wirkt auf den ersten Blick nicht lehrreich, sondern vielmehr verst\u00f6rend. Es scheint fast, als w\u00e4re es besser gewesen, wenn die Bibel das Kapitel 38 ausgelassen und einfach die Geschichte von Josef weitererz\u00e4hlt h\u00e4tte. Warum also erz\u00e4hlt die Bibel an dieser Stelle pl\u00f6tzlich die Geschichte von Juda? Warum erlaubt Gott, dass diese \u201edunkle\u201c Geschichte direkt zwischen zwei Kapiteln erscheint, die Josefs beispielhafte Treue und Gottes Wirken zeigen? Die Antwort liegt in Gottes souver\u00e4nem Plan: Gott stellt hierdurch die Lebenswege von Josef und Juda gegen\u00fcber, um uns tiefe geistliche Wahrheiten aufzuzeigen \u2013 \u00fcber seine Gnade, \u00fcber seine Liebe zu S\u00fcndern, \u00fcber menschliche Schw\u00e4che und \u00fcber den Weg seiner Erl\u00f6sung. Lasst uns durch den heutigen Text erkennen, wie Gott hoffnungslose S\u00fcnder wie Juda gn\u00e4dig angenommen hat.<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Juda zog von seinen Br\u00fcdern hinab<\/strong><br \/>\nLesen wir Vers 1 gemeinsam: \u201eEs geschah um diese Zeit, dass Juda hinabzog von seinen Br\u00fcdern und bei einem Mann vom Abdullam blieb, der hie\u00df Hira.\u201c Juda zog von seinem Zuhause aus. Nach Josefs Verkauf entfernt sich Juda von seinen Br\u00fcdern und beginnt ein Leben unter den kanaanitischen V\u00f6lkern. Warum hat Juda seine Familie verlassen? Die Bibel gibt darauf keine direkte Antwort. Doch im Zusammenhang mit Kapitel 37 kann man es erkennen: Juda hatte seinen Br\u00fcdern vorgeschlagen, Josef nach \u00c4gypten zu verkaufen. Ihrem Vater Jakob erz\u00e4hlten sie jedoch die L\u00fcge, Josef sei umgekommen. Juda spielte bei dieser Tat eine f\u00fchrende Rolle. Danach hatte er vermutlich ein schlechtes Gewissen und konnte den Schmerz seines Vaters nicht mehr ertragen. Sein Verlassen der Familie kann als eine Art Flucht gedeutet werden. Im hebr\u00e4ischen Urtext wird das Wort \u201eyarad\u201c verwendet, das w\u00f6rtlich \u201ehinabgehen\u201c bedeutet \u2013 es tr\u00e4gt aber auch die Bedeutung eines geistlichen Abstiegs in sich.<br \/>\nJakobs Familie k\u00f6nnen wir als eine geistliche Gemeinschaft betrachten. Dass sich Juda von seiner Familie entfernte und unter einem fremden Volk lebte, zeigte seinen geistlichen Zustand. Diese Abwendung vom Volk Gottes markierte den Beginn seines geistlichen Niedergangs.<br \/>\nWas ist das Resultat, wenn man das Vaterhaus und Gott verl\u00e4sst, anstatt Bu\u00dfe zu tun und zu bleiben?<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 2 bis 11. Er verband sich mit einem Mann namens Hira. Er heiratete eine kanaanitische Frau und \u00fcbernahm mehr und mehr deren Lebensstil. Auff\u00e4llig ist: In dieser ganzen Episode wird Gottes Name in keiner seiner Handlungen erw\u00e4hnt. Er lebt unabh\u00e4ngig, entscheidet eigenm\u00e4chtig, orientiert sich an weltlichen Werten \u2013 Gott spielt keine Rolle mehr in seinem Denken und Handeln.<\/p>\n<p>Als Abraham Isaak verheiratete, warnte er ihn ausdr\u00fccklich davor, eine Frau aus dem Land Kanaan zu nehmen (vgl. 1. Mose 24,3\u20134). Ebenso warnte Isaak seinen Sohn Jakob, keine kanaanitische Frau zu heiraten (vgl. 1. Mose 28,1). Der Grund daf\u00fcr wird besonders deutlich im Leben Judas. Er heiratete eine kanaanitische Frau, und infolgedessen geriet seine Familie in viele Schwierigkeiten. Diese Warnung zeigt, wie wichtig es war, im Glauben zu heiraten und die Bundeslinie reinzuhalten, da kanaanitische Frauen fremde G\u00f6tter verehrten und die Nachkommen so leicht vom wahren Glauben abbringen konnten.<\/p>\n<p>Juda konnte keinen guten Einfluss auf seine S\u00f6hne aus\u00fcben. Er f\u00fchrte ein Leben ohne Verantwortung innerhalb seiner Familie. Juda verheiratete Tamar mit seinem erstgeborenen Sohn <em>Er<\/em>, doch <em>Er<\/em> starb wegen seines b\u00f6sen Verhaltens (vermutlich war er sehr unmoralisch). Der zweite Sohn, Onan, weigerte sich, die Verantwortung zu \u00fcbernehmen, und seinem Bruder Nachkommen zu erwecken, und folgte nur seinen eigenen Begierden. Auch das war b\u00f6se in Gottes Augen \u2013 und auch Onan starb. Obwohl Juda versprach, Tamar seinen dritten Sohn Schela zu geben, hielt er dieses Versprechen nicht, da er f\u00fcrchtete, dass auch dieser sterben k\u00f6nnte. Als es in seiner Familie immer wieder Todesf\u00e4llen kam, schob er die Schuld auf Tamar und zog sich zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir aus dem Leben Judas lernen? Wenn sich ein Mensch von Gott entfernt und sich der Welt zuwendet, beginnt eine Kette von S\u00fcnden. Manche m\u00f6gen sagen: \u201eAber es gibt auch viele gute Menschen, die Gott nicht kennen. Nicht wahr?\u201c Jesus spricht in Markus 10,18 mit dem reichen J\u00fcngling: \u201eWas nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott.\u201c Nach au\u00dfen hin m\u00f6gen Menschen gerecht erscheinen. Doch im Innersten eines Menschen, der Gott nicht kennt, steht das eigene Ich im Mittelpunkt. Ich bin der Ma\u00dfstab meines Lebens. Ich bin das Zentrum meines Lebens. Wenn nicht Gott und sein Wort der Ma\u00dfstab unseres Lebens sind, sondern wir unseren eigenen Ma\u00dfstab setzen, geraten wir in S\u00fcnde \u2013 selbst wenn es nach au\u00dfen hin gerecht und gut aussieht.<br \/>\nWie war das Leben von Juda? Er dachte vielleicht, dass ein Leben nach eigenen Vorstellungen leichter und angenehmer sei. Doch als er sein Herz nicht auf Gott und sein Wort ausrichtete, f\u00fchrte ihn dieses scheinbar freie Leben in den moralischen Verfall \u2013 also tief in die S\u00fcnde \u2013 und zum Zerbruch seiner Familie.<br \/>\nJuda verf\u00e4llt immer tiefer in die S\u00fcnde. Betrachten wir weiter die Verse 12 bis 23: Nachdem Judas Frau gestorben war, ging er mit seinem Freund Hira hinauf nach Timna, um seine Schafe zu scheren. Als Tamar davon h\u00f6rte, legte sie ihre Witwenkleider ab, verh\u00fcllte ihr Gesicht und zog Kleidung an wie eine Prostituierte. Dann setzte sie sich an den Weg zur Stadt Enaim, die auf dem Weg nach Timna liegt. Sie wusste vermutlich, dass Juda dort vorbeikommen w\u00fcrde. Als Juda sie sah, hielt er sie \u2013 wegen ihres verh\u00fcllten Gesichts \u2013 nicht f\u00fcr seine Schwiegertochter, sondern f\u00fcr eine Prostituierte, und ging zu ihr, um mit ihr zu schlafen. Tamar fragte ihn, was er ihr geben wolle, wenn er mit ihr schlafe. Juda antwortete, er werde ihr ein Ziegenb\u00f6ckchen schicken. Da sagte Tamar, er solle ihr ein Pfand geben, bis er es schicke. Sie verlangte als Pfand seinen Siegelring, die Schnur und seinen Stab \u2013 Dinge, die man heute vielleicht mit einem Ausweis, Portemonnaie oder Autoschl\u00fcsseln vergleichen k\u00f6nnte. Juda gab sie ihr und schlief mit ihr, woraufhin Tamar schwanger wurde. Obwohl Juda sein Eigentum mit dem Ziegenb\u00f6ckchen zur\u00fcckholen wollte, konnte er Tamar nicht mehr finden. Wie reagierte Juda, als er h\u00f6rte, dass Tamar schwanger geworden war?<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Sie ist gerecht, ich nicht (Verse 24\u201326)<\/strong><br \/>\nBetrachten wir Vers 24: \u201eNach drei Monaten wurde Juda angesagt: Deine Schwiegertochter Tamar hat Hurerei getrieben; und siehe, sie ist von ihrer Hurerei schwanger geworden. Juda sprach: F\u00fchrt sie heraus, dass sie verbrannt werde.\u201c<br \/>\nDas zeigt sein verdrehtes moralisches Empfinden: Seine eigene Schuld ignorierte er, doch die Schuld anderer verurteilt er mit grausamer H\u00e4rte. Jesus lehrte auch in der Bergpredigt (Matth\u00e4us 7,3): \u201eWas siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?\u201c Diese Szene offenbart sehr deutlich Judas Doppelmoral. Er selbst glaubte, das Recht zu haben, mit einer Prostituierten zu schlafen und seine S\u00fcnde der Begierde zu genie\u00dfen. Doch als er erfuhr, dass Tamar schwanger geworden war, wollte er sie \u2013 ohne nachzufragen \u2013 sofort verbrennen lassen. Seine geistlichen Augen waren verblendet, und er neigte dazu, andere hart und mit Selbstgerechtigkeit zu verurteilen.<br \/>\nAber was sagte Tamar in dieser Situation? Lesen wir gemeinsam Vers 25: \u201eAls man sie hinausf\u00fchrte, sandte sie zu ihrem Schwiegervater und lie\u00df ihm sagen: Von dem Mann, dem dies geh\u00f6rt, bin ich schwanger. Und sie f\u00fcgte hinzu: Erkennst du, wem dieser Siegelring, diese Schnur und dieser Stab geh\u00f6ren?\u201c Tamar war in den Augen der Gesellschaft eine machtlose Witwe. Doch es ging ihr nicht um Rache, sondern darum, die Linie Judas zu bewahren. Ihr Handeln war in jedem Fall ungew\u00f6hnlich und moralisch anst\u00f6\u00dfig. Und niemand w\u00fcrde behaupten, dass der Weg, den sie w\u00e4hlte, ohne Fehler gewesen sei. Doch sie hatte ein klares Ziel: Treue zur Familie. Tamar wagte etwas, das gro\u00dfen Mut verlangte. Sie stellte sich der Schande. Sie riskierte ihr Leben. H\u00e4tte Juda die Pfandzeichen einfach ignoriert, w\u00e4re sie \u00f6ffentlich verbrannt worden.<\/p>\n<p>Wie reagierte Juda, als er Tamars Worte h\u00f6rte? Sehen wir uns Vers 26 an: \u201eJuda erkannte es und sprach: Sie ist gerecht, ich nicht; denn ich habe sie meinem Sohn Schela nicht gegeben. Doch wohnte er ihr nicht mehr bei.\u201c Juda h\u00f6rte auf Tamars Worte \u2013 und begann, sich selbst zu hinterfragen. Dabei erkannte er, dass Tamar gerechter gehandelt hatte als er selbst. Tamars Handeln mag aus ethischer Sicht problematisch scheinen. Doch sie handelte nicht aus blo\u00dfem Verlangen, sondern mit dem klaren Ziel, die Nachkommenschaft ihrer Familie zu sichern. Im Gegensatz dazu verbrachte Juda aus reinem Lustverlangen eine Nacht mit einer vermeintlichen Prostituierten. Er erkannte, dass er selbst ein gr\u00f6\u00dferer S\u00fcnder war als sie. Dieser Moment war der erste Schritt zur Umkehr. Umkehren hei\u00dft, seine S\u00fcnde vor Gott zu erkennen. Fr\u00fcher erkannte Juda seine Schuld nicht. Doch durch Tamar wurde ihm bewusst, wie schwer seine S\u00fcnde wog. Obwohl er selbst gr\u00f6\u00dfere Schuld trug als Tamar, war er bereit gewesen, sie t\u00f6ten zu lassen. Doch nun, erkannte er durch das, was Tamar ihm offenbarte, dass er ein S\u00fcnder war.<\/p>\n<p>Auch wir sollen \u2013 wie Juda \u2013 unsere S\u00fcnde klar erkennen. In der Bergpredigt Jesu hei\u00dft es: \u201eSelig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.\u201c (Matth\u00e4us 5,3) Wie k\u00f6nnen wir geistlich arm werden und das Himmelreich empfangen? Wir m\u00fcssen zuerst unser Wesen als S\u00fcnder klar erkennen. Lasst uns unsere S\u00fcnde vor Gott erkennen und bekennen, damit er uns gn\u00e4dig ist und uns das Himmelreich schenkt.<\/p>\n<p>Was machte Juda danach? Juda kehrte sich nach Hause zur\u00fcck. Im Kapitel 38 lesen wir dies nicht explizit, aber in den folgenden Kapiteln sehen wir, dass Juda wieder mit seinen Br\u00fcdern und seinem Vater Jakob zusammen ist. Auch f\u00fcr Juda war diese Entscheidung nicht einfach. Er musste sich der unbequemen Realit\u00e4t stellen: seinem Vater Jakob, der noch um den vermeintlich toten Josef trauerte, und der eigenen Schuld, die er nicht mehr leugnen konnte. Trotz allem kehrte er zur\u00fcck. Und durch diese Entscheidung wurde Juda sp\u00e4ter zu einem Mann, der bereit war, sich f\u00fcr Benjamin zu opfern \u2013 ein deutliches Zeichen seiner inneren Ver\u00e4nderung. Wie geht die Geschichte weiter?<\/p>\n<p><strong>Teil 3. Gott segnete Juda und seine Nachkommen. (Verse 27\u201330)<\/strong><br \/>\nBetrachten wir Verse 27 bis 30. Danach gebar Tamar die Zwillinge Perez und Serach. Wie segnet Gott diese Nachkommen? In Matth\u00e4us 1,3 lesen wir: \u201eJuda zeugte mit der Tamar Perez und Serach.\u201c Gott w\u00e4hlte den Weg der Gnade, nicht den der menschlichen Leistung. Er vollbringt seine Heilsgeschichte nicht nur durch die \u201eGuten\u201c, sondern auch durch die Gefallenen \u2013 wenn sie Bu\u00dfe tun. Aus dieser Linie wurde der Messias geboren. In menschlichen Augen wirkte Judas Familie unmoralisch und zerbrochen \u2013 doch Gott gebrauchte gerade diese Familie. Warum? Weil Gott den S\u00fcndern gn\u00e4dig ist. Er sch\u00e4tzt es sehr, wenn wir trotz unserer Schuld dem\u00fctig zu ihm zur\u00fcckkehren.<br \/>\nOb wir wie Josef treu waren oder wie Juda gefallen sind \u2013 wir alle brauchen Gottes Gnade. Gottes Gnade ist gr\u00f6\u00dfer als unsere Geschichte. Mit dem treuen Josef war Gott \u2013 und gebrauchte ihn als Retter seiner Familie in der Hungersnot. Mit dem gefallenen Juda war Gott \u2013 und machte ihn zum Stammvater des Messias.<\/p>\n<p>Heute haben wir betrachtet, wie Juda zu Gott umkehrte. Was bedeutet Bu\u00dfe? S\u00fcnde beschmutzt unser Leben. Bu\u00dfe w\u00e4scht nicht alles r\u00fcckstandslos weg \u2013 aber sie \u00f6ffnet unser Herz f\u00fcr Gottes Gnade. Das k\u00f6nnen wir auch aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn lernen. Der j\u00fcngere Sohn verschwendete das Erbe seines Vaters in einem ausschweifenden Leben und stand kurz vor dem Verhungern. In dieser Not erinnerte er sich an seinen Vater \u2013 an dessen G\u00fcte, Liebe und Barmherzigkeit. Als er \u00fcber seine Schuld nachdachte, empfand er tiefe Scham und Reue. Doch er kehrte zur\u00fcck \u2013 das ist wahre Umkehr. Seine R\u00fcckkehr bedeutete nicht, dass das Erbe wiederhergestellt war. Seine Bu\u00dfe machte die Vergangenheit nicht ungeschehen: die Schuld, die Verletzungen, das Leben in der S\u00fcnde. Aber durch seine Umkehr erkannte er: Sein Vater hatte die ganze Zeit auf ihn gewartet. Er erkannte: Sein Vater liebt ihn \u2013 trotz allem. Durch seine R\u00fcckkehr durfte er eine neue Beziehung mit dem Vater beginnen. Er konnte ihn nun wirklich verstehen \u2013 und ihm von Herzen gehorchen.<br \/>\nAuch wir d\u00fcrfen heute zu unserem Vater zur\u00fcckkehren. M\u00f6ge Gott uns helfen, seine Liebe und Gnade deutlich zu erkennen. Ich war in der Vergangenheit wie Juda \u2013 jemand, der Gott im Herzen verlassen hatte. Mein Lebensziel war es, Anerkennung in dieser Welt zu erlangen, die Freuden und Begierden des Lebens zu genie\u00dfen. Deshalb wollte ich nach dem Abi nur eines: unabh\u00e4ngig von meinen Eltern werden und ein freies, s\u00fcndiges Leben f\u00fchren. Doch nach meinem Scheitern in der Prfg. fiel ich in tiefe Verzweiflung und Sorge. In dieser Zeit begegnete mir Gott durch das Wort aus Jesaja 9,5: \u201eDenn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er hei\u00dft Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-F\u00fcrst.\u201c Durch dieses Wort erkannte ich, dass Jesus als Kind in diese Welt gekommen ist \u2013 f\u00fcr mich. Ich erkannte: Er ist mein Vater, mein Wunderrat, mein starker Gott und mein Friedef\u00fcrst. Durch ein Weihnachtstheater wurde ich innerlich bewegt und stellte mir die Frage: Bin ich bereit, Jesus, der mir bis zum Tod gedient hat, den Raum meines Herzens zu \u00f6ffnen? Der Heilige Geist wirkte in meinem Herzen. Ich wurde mit gro\u00dfer Freude und Frieden erf\u00fcllt. Es war die Freude eines S\u00fcnders, der erkennt, dass Jesus ihn rettet \u2013 obwohl er sein Leben in den L\u00fcsten vergeudet hat und das Gericht verdient h\u00e4tte.<br \/>\nGerade in meiner Zeit der Angst und Sorge nach dem Scheitern offenbarte sich mir Jesus als mein Wunderrat, mein Tr\u00f6ster und mein Vater. So kam gro\u00dfer Friede in mein Leben. Ich entschied mich, diesem Jesus nachzufolgen und ein Leben als Missionar zu f\u00fchren. So kam ich nach D. Hier begegneten mir viele Herausforderungen \u2013 die Sprache, das Studium und in vielen anderen Bereichen. Doch jedes Mal, wenn ich im Gebet zu Gott kam und im Glauben handelte, \u00f6ffnete Gott mir einen Weg. Nun habe ich eine Glaubensfamilie gegr\u00fcndet, bin ein Vater von zwei Kindern und beruflich t\u00e4tig. Das ist allein Gottes gro\u00dfe Gnade. Doch ich muss bekennen, dass ich inmitten des hektischen Alltags und der Ersch\u00f6pfung mein geistliches Leben oft vernachl\u00e4ssigt habe. Die Betreuung der Kinder und die berufliche Belastung lie\u00dfen wenig Zeit f\u00fcr Gebet und stille Zeit. Und selbst wenn ich betete, war es oft nur oberfl\u00e4chlich und gesetzlich. In solchen Zeiten wurde die Liebe Jesu und die Gnade Gottes in meinem Herzen schwach. Dann passiert es, dass ich selbst bei kleinen Dingen gereizt reagiere. Durch den heutigen Bibeltext erkenne ich: Ich sagte zwar mit dem Mund, dass ich an Gott glaube, aber in Wahrheit war ich weit von ihm entfernt. Ich bete daf\u00fcr, dass ich von ganzem Herzen zu Gott zur\u00fcckkehre. Ich bete besonders darum, Tag f\u00fcr Tag Seine Liebe und Gnade neu zu erkennen. Ich w\u00fcnsche mir, dass mein Gebets- und Glaubensleben nicht gesetzlich, sondern aus tiefem Verlangen geschieht \u2013 aus Liebe zu Gott und dem Wunsch, ihn besser kennenzulernen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Sie ist gerecht, ich nicht \u201eJuda erkannte es und sprach: Sie ist gerecht, ich nicht; denn ich habe sie meinem Sohn Schela nicht gegeben. Doch wohnte er ihr nicht mehr bei.\u201c (1. 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