{"id":13284,"date":"2025-06-15T12:00:02","date_gmt":"2025-06-15T10:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13284"},"modified":"2025-12-02T19:12:10","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:10","slug":"predigt-1-mose-3025-3154","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-3025-3154\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 30,25 &#8212; 31,54"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Genesis-3025\u20133154-P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Genesis-3025\u20133154-P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_mose\/30\/25-43?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Kehre zur\u00fcck in das Land deiner Verwandtschaft<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIch bin der Gott zu Bethel, wo du das Steinmal gesalbt hast, und du hast mir daselbst ein Gel\u00fcbde getan. Nun mach dich auf und zieh aus diesem Lande und kehre zur\u00fcck in das Land deiner Verwandtschaft.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 31,13)<\/p>\n<p>Vor zwei Wochen haben wir durch die Predigt von W. erfahren, wie Jakob nach seiner Flucht nach Mesopotamien heiratete und zw\u00f6lf Kinder bekam. Doch obwohl er die Frau, die er liebte, heiraten konnte und eine gro\u00dfe Familie bekam, war Jakobs Leben nicht harmonisch und gl\u00fccklich, sondern von st\u00e4ndigen Konflikten unter den rivalisierenden Frauen und von viel Arbeit gepr\u00e4gt. Zog Jakob daraus geistliche Konsequenzen? Im heutigen Text sehen wir, dass Jakob weiter seine eigenen Ziele verfolgte. Auf folgende drei Fragen wollen wir heute Antworten finden: Was tat Jakob in den folgenden sechs Jahren, und in welche Schwierigkeiten geriet er dabei? Wie griff Gott ein, um Jakob zu helfen? Was k\u00f6nnen wir hier \u00fcber den Gott Jakobs lernen, und was bedeutet das f\u00fcr uns?<\/p>\n<p><strong>1. Wann soll ich auch f\u00fcr mein Haus sorgen? (30,25-43)<\/strong><\/p>\n<p>Unser Text beginnt mit den Worten: \u201eAls nun Rahel den Josef geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Lass mich ziehen und reisen an meinen Ort\u201c (25). Mit der Geburt von Josef hatte Jakob zw\u00f6lf Kinder, und offenbar waren auch die vierzehn Jahre um, in denen er f\u00fcr seinen Schwiegervater unentgeltlich arbeiten musste. Jakob k\u00fcndigte an, dass er mit seiner Familie in seine Heimat zur\u00fcckgehen wolle. Laban wusste, was f\u00fcr eine t\u00fcchtige Arbeitskraft Jakob war, und bat ihn, ihm mitzuteilen, welchen Lohn er verlangte, damit er weiter f\u00fcr ihn arbeiten w\u00fcrde. Jakob antwortete auf diese Frage so gut vorbereitet, dass es den Eindruck erweckt, dass er eigentlich gar nicht wegziehen wollte, sondern durch diese Ank\u00fcndigung nur eine bessere Verhandlungsposition erreichen wollte. Er schlug Laban vor, dass er weiter seine Schafe weiden w\u00fcrde, wenn er alle gefleckten und bunten und schwarzen Schafe und alle bunten und gefleckten Ziegen aus seiner Herde nehmen durfte. Laban stimmte Jakobs Vorschlag offiziell zu. Aber am selben Tag ging er durch seine Herden und sortierte alle gesprenkelten, gefleckten und bunten Tiere aus und lie\u00df sie durch seine S\u00f6hne drei Tagereise weit wegbringen, sodass Jakob sich keine Tiere nehmen konnte und praktisch bei \u201eNull\u201c anfangen musste. Durch diesen Betrug brach Laban den Arbeitsvertrag gleich am ersten Tag in krasser Weise.<br \/>\nIm folgenden Abschnitt (37-43) sehen wir aber, dass Jakob kein Typ war, der wegen so einer bitteren Erfahrung aufgibt. Vielmehr setzte er seine ganz Klugheit und Kraft daf\u00fcr ein, um einen Weg zu finden, sich trotzdem eigene Herden aufzubauen. Er entwickelte eine Methode, die darin bestand, frische, teilweise gesch\u00e4lte Holzst\u00e4be in die Tr\u00e4nkrinnen zu legen, wenn die gefleckten oder gesprenkelten Tiere zum Trinken kamen, deren Junge er behalten durfte. Die Holzst\u00e4be legte er gezielt dann in die Tr\u00e4nkrinnen, wenn die starken Tiere zum Trinken kamen, aber nicht, wenn die schw\u00e4chlichen Tiere kamen. Viele haben dar\u00fcber nachgedacht, wie diese Stelle zu verstehen ist. Es scheint, dass entweder der Anblick der St\u00e4be im Wasser oder bestimmte Stoffe, die aus dem Holz ins Wasser drangen, die Tiere verst\u00e4rkt angeregt haben, sich zu paaren. Jedenfalls glaubte Jakob fest daran und handelte entsprechend und bekam tats\u00e4chlich immer mehr Tiere. Ich bin kein Biologe und kann nicht richtig beurteilen, ob das aus wissenschaftlicher Sicht plausibel ist. Aber darum geht es hier gar nicht. Wir k\u00f6nnen hier lernen, dass Jakob ein Mann war, der wirklich alles daf\u00fcr einsetzte, um auch unter schwierigen Bedingungen sein Ziel zu erreichen. Vielleicht fragt sich jemand jetzt: \u201eAber wie konnte das denn gehen? Es reicht doch nicht, wenn jemand an seine eigene Methode glaubt!\u201c Das ist richtig. Aber unser Text sagt auch gar nicht, dass die Holzst\u00e4be wirklich der Grund waren, warum Jakobs Herde immer mehr wuchs. Im Kapitel 31 lesen wir, dass Jakob f\u00fcr dieses Anliegen betete und dass Gott ihm antwortete und ihm daf\u00fcr sogar im Traum erschien. Gott sah alles, was Laban ihm antat, und stand Jakob bei und half ihm, zu Besitz zu kommen. Der Vers 43 sagt: \u201eDaher wurde der Mann \u00fcber die Ma\u00dfen reich, sodass er viele Schafe, M\u00e4gde und Knechte, Kamele und Esel hatte.\u201c Dieser Vers dr\u00fcckt aus, wie reich Jakob wurde. Der Besitz von Kamelen und Eseln als Reit- und Transportmittel war damals ein Zeichen f\u00fcr Reichtum. Dass Jakob trotz Labans Betr\u00fcgereien so reich wurde, zeigt, wie treu Gott sein Versprechen gegen\u00fcber ihm gehalten hat und ihn beh\u00fctet hat.<\/p>\n<p><strong>2. Kehre zur\u00fcck in das Land deiner Verwandtschaft (31,1-54)<\/strong><\/p>\n<p>In welche schwierige Situation geriet Jakob dann durch seinen Reichtum? Jakob erfuhr, dass Labans S\u00f6hne auf ihn sauer wurden, weil er immer reicher und ihr Vater immer \u00e4rmer wurde. Jakob sah auch Laban an seinem Gesicht an, dass er ihm gegen\u00fcber nicht mehr wie fr\u00fcher eingestellt war, was wohl eine vorsichtige Umschreibung davon ist, dass Laban Jakob mehr und mehr hasste, weil er ihn wirtschaftlich immer mehr ruinierte. (Wenn wir \u00fcber den Grund nachdenken, warum Jakobs Beziehung zu Laban kaputt ging, finden wir, dass Jakob fast nur an sich und zu wenig an Laban dachte, sodass er seine F\u00e4higkeiten und die Vertragsbedingungen so konsequent f\u00fcr sich anwandte, bis er \u00fcberm\u00e4\u00dfig reich und sein Onkel arm wurde.) Dadurch geriet Jakob in eine schwierige Situation, weil er als Fremder in Haran auf die Gunst Labans und seiner Familie angewiesen war. Wegen seiner zw\u00f6lf kleinen Kinder und der gro\u00dfen Viehherden war es f\u00fcr ihn schwierig und gef\u00e4hrlich, in seine Heimat zu ziehen. Au\u00dferdem war die gest\u00f6rte Beziehung zu seinem Bruder, den er vor 20 Jahren betrogen hatte, nie bereinigt worden, und Jakob musste immer noch mit Esaus Rache rechnen, wenn er ihm begegnen w\u00fcrde. Jakob geriet in eine ausweglose Situation, in der weder Bleiben noch Gehen eine Option zu sein schienen.<br \/>\nWie half ihm Gott in dieser Situation? Der Vers 3 sagt: \u201eUnd der Herr sprach zu Jakob: Zieh wieder in deiner V\u00e4ter Land und zu deiner Verwandtschaft; ich will mit dir sein.\u201c Gott griff ein und gab Jakob die klare Anweisung, wieder in das Land seiner V\u00e4ter und zu seiner Verwandtschaft zu ziehen. Gott versprach ihm, mit ihm zu sein. Jakob nahm Gottes Orientierung an. Er lie\u00df seine Frauen aufs Feld rufen und schilderte ihnen, wie hart er in all den Jahren gearbeitet hatte und dabei von Laban zehnmal betrogen worden war. Er bezeugte auch, dass Gott ihm beigestanden und ihm geholfen hatte. Die Verse 11-13 sind der H\u00f6hepunkt seiner Rede: \u201eUnd der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob! Und ich antwortete: Hier bin ich. Er aber sprach: Hebe deine Augen auf und sieh! Alle B\u00f6cke, die die Tiere bespringen, sind sprenklig, gefleckt und scheckig; denn ich habe alles gesehen, was Laban dir antut. Ich bin der Gott zu Bethel, wo du das Steinmal gesalbt hat, und du hast mir daselbst ein Gel\u00fcbde getan. Nun mach dich auf und zieh aus diesem Lande und kehre zur\u00fcck in das Land deiner Verwandtschaft.\u201c Gott hatte ihm in Haran geholfen, aber Gott wollte nicht, dass Jakob noch l\u00e4nger dort blieb. Gott erinnerte ihn daran, dass er ihm in Bethel erschienen war, und an das Gel\u00fcbde, das Jakob dort abgelegt hatte. Er hatte Gott versprochen, dass wenn Gott mit ihm sein und ihn beh\u00fcten und ihn versorgen und ihn wieder in Frieden zu seinem Vater bringen w\u00fcrde, er Gott dann als seinen Gott anerkennen und ihm den Zehnten von allem opfern und Gott dort ein Haus bauen w\u00fcrde. Jakob hatte sein Gel\u00fcbde vermutlich vergessen. Aber Gott hatte es nicht vergessen und gebrauchte es dazu, um Jakob dazu zu bewegen, ins verhei\u00dfene Land zur\u00fcckzugehen.<br \/>\nAls Rahel und Lea Jakobs aufrichtige Rede h\u00f6rten, stellten sie sich klar hinter ihn und ermutigten ihn, dem, was Gott gesagt hatte, zu gehorchen (14-16). Daraufhin lud Jakob seine Kinder und Frauen auf die Kamele und f\u00fchrte all sein Vieh und seinen ganzen Besitz weg in Richtung Kanaan. Jakob brach auf, als Laban weit weg war, um seine Schafe zu scheren. Dass Jakob heimlich floh und den Umzug nicht mit seinem Schwiegervater absprach, war in der damaligen Zeit ein No-Go, wie ein Betrug.<br \/>\nAls Laban von Jakobs Flucht erfuhr, war er tats\u00e4chlich so w\u00fctend, dass er seine Br\u00fcder zu sich nahm und Jakob sieben Tagereise weit nachjagte und ihn auf dem Gebirge Gilead einholte. Aber Gott erschien Laban im Traum und warnte ihn davor, Jakob zu bedrohen oder ihm zu Schaden. Laban stellte Jakob zur Rede, warum er ihm seinen Weggang nicht angek\u00fcndigt hatte, und Jakob sagte ihm ehrlich, dass er bef\u00fcrchtete, dass er seine T\u00f6chter an sich gerissen h\u00e4tte. Laban war aber auch deshalb so w\u00fctend, weil Rahel seinen Hausgott gestohlen hatte, wovon Jakob aber nichts wusste. Als Laban den ganzen Hausrat von Jakobs Familie durchw\u00fchlt hatte, den Hausgott aber nicht fand, war Jakob \u00e4rgerlich und beklagte sich bitter \u00fcber sein r\u00fccksichtsloses Verhalten ihm gegen\u00fcber in all den Jahren. Obwohl er sein Onkel war, war er ein harter Arbeitgeber gewesen, dem er jedes zerrissene Schaf ersetzen musste, weshalb er Tag und Nacht arbeiten musste. Aber Jakob bezeugte auch vor Laban, dass Gott mit ihm war und nicht zulie\u00df, dass er f\u00fcr seine Arbeit nichts bekommt (42). Schlie\u00dflich machten Jakob und Laban einen Steinhaufen und schlossen feierlich einen Bund. Er beinhaltete, dass weder Laban Jakob nachreisen durfte noch durfte Jakob nochmals zu Laban reisen. Jakob schwor das dem Laban beim Gott seines Vaters Isaak.<br \/>\nWas k\u00f6nnen wir hier dar\u00fcber lernen, wer der Gott Jakobs ist? Zum einen lernen wir, dass der Gott Jakobs der treue Gott ist, der zu den Menschen, die er erw\u00e4hlt hat, treu steht. Jakob hatte zwar ein gewisses Interesse an geistlichen Dingen; aber er erschlich sich den Segen seines Vaters auf unlauterem Weg, indem er ihn und seinen Bruder betrog. Als er daraufhin nach Mesopotamien fliehen musste, um sich vor Esaus Rache zu sch\u00fctzen, erschien ihm Gott in einem Traum und versprach ihm, ihm und seinen Nachkommen das Land zu geben und seine Nachkommen so zahlreich zu machen wie den Staub auf Erden und durch ihn und seine Nachkommen alle Geschlechter auf Erden zu segnen. Gott versprach ihm weiter: \u201eUnd siehe, ich bin mit dir und will dich beh\u00fcten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe\u201c (28,15). Gott hatte sich dadurch Jakob pers\u00f6nlich offenbart und hatte ihm gro\u00dfe und wunderbare Verhei\u00dfungen gegeben! Aber wenn wir betrachten, wie Jakob in den zwanzig Jahren danach gelebt hat, scheint Gott und seine Verhei\u00dfung f\u00fcr ihn keine gro\u00dfe Rolle gespielt zu haben. Vierzehn Jahren lang war Jakob voll damit besch\u00e4ftigt, eine Familie aufzubauen, und sechs weitere Jahre lang damit, um Reichtum zu erwerben. Er war arbeitete Tag und Nacht, und wenn er heimkam, versuchte er, seine rivalisierenden Frauen zufrieden zu stellen, was ihm nicht wirklich gelang. Daf\u00fcr setzte er praktisch seine ganze Zeit und Kraft ein. Das Leben, das Jakob f\u00fchrte, entsprach nicht Gottes gro\u00dfem Plan und war nicht das Leben, das Gott sich f\u00fcr ihn w\u00fcnschte. Jakob lebte nach seiner eigenen Agenda und verfolgte seine eigenen Ziele, vor allem Gl\u00fcck durch Familie und Reichtum. Aber Gott gab Jakob nie auf. Gott war mit ihm und beh\u00fctete ihn, wie er es versprochen hatte. Doch als Jakob schlie\u00dflich in eine ausweglose Situation geriet, nutzte Gott das, um ihn dazu aufzufordern, wieder zu seiner Verwandtschaft zur\u00fcckzukehren.<br \/>\nWer ist also der Gott Jakobs? Er ist der treue Gott, der seine Verhei\u00dfungen treu erf\u00fcllt. Er ist der Gott, der seine Hoffnung f\u00fcr seine Berufenen nicht aufgibt, wenn sie eigene Wege gehen, sondern sie treu begleitet und sch\u00fctzt und mit Geduld darauf wartet, dass sie bereit werden, ein Leben zu f\u00fchren, das Gottes gro\u00dfem Plan entspricht. Weil Gott der Gott Jakobs ist, d\u00fcrfen wir sicher sein, dass er die Verhei\u00dfung, die er uns gegeben hat, halten und uns beh\u00fcten wird, wo wir hingehen. Selbst wenn wir eigenen Ziele gefolgt und eigene Wege gegangen sind, gibt er uns nicht auf, sondern wartet, bis wir erkennen, dass unser Weg nicht zum Ziel f\u00fchrt, und bereit werden, seine Aufforderung zu h\u00f6ren und zu befolgen.<br \/>\nUm noch besser zu verstehen, was das f\u00fcr uns bedeutet, lohnt es sich, dass wir betrachten, wie unterschiedlich Gott Abraham, Isaak und Jakob berufen hat. Gott berief Abraham mit der Aufforderung: \u201eGeh aus deinem Vaterland \u2026\u201c (12,1). Abraham sollte sein Vaterland verlassen und im verhei\u00dfenen Land ein ganz neues Leben im Glauben an Gottes Verhei\u00dfung lernen. Isaak war die zweite Generation und wurde im verhei\u00dfenen Land geboren und lernte dort von seinen Eltern, auf Gott zu vertrauen und zu ihm zu beten. Aber als eine Not kam und Isaak das Land verlassen wollte, sprach Gott zu ihm: \u201eZieh nicht hinab nach \u00c4gypten, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage. Bleibe als Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen\u201c (26,3a). Zu Abraham hatte Gott gesagt: \u201eGeh aus deinem Vaterland \u2026\u201c. Aber zu Isaak, sagte Gott: \u201eBleibe \u2026\u201c Isaak sollte im verhei\u00dfenen Land bleiben und dort lernen, aus Glauben an Gottes Verhei\u00dfung zu leben. So sollte er Gottes Segen tragen und das Segenswerk fortsetzen, das Abraham begonnen hatte.<br \/>\nJakob war die dritte Generation. Er war auch im verhei\u00dfenen Land geboren und unter dem guten Einfluss seiner gl\u00e4ubigen Eltern und Gro\u00dfeltern aufgewachsen. Gott wollte auch ihn in seinem Segenswerk gebrauchen. Aber Jakob verlie\u00df das Land und versuchte, ganz woanders sein Leben aufzubauen. Gott gab ihn nicht auf, sondern wartete geduldig auf ihn in all den Jahren. Aber als Jakob in Schwierigkeiten kam, forderte Gott ihn auf: \u201eZieh wieder in deiner V\u00e4ter Land und zu deiner Verwandtschaft; ich will mit dir sein.\u201c Es ist bemerkenswert, dass Gott in den Versen 3 und 13 Jakob nicht einfach aufforderte, in das Land seiner V\u00e4ter zur\u00fcckzukehren, sondern jedes Mal ausdr\u00fccklich auch seine Verwandtschaft erw\u00e4hnt. Warum? Jakob sollte nicht nur r\u00e4umlich ins verhei\u00dfene Land zur\u00fcckkehren, sondern auch zu seiner Verwandtschaft, die dort aus dem Glauben an Gottes Verhei\u00dfung lebte. Seine Eltern lebten dort in Zelten in dem Glauben, dass Gott ihnen und ihren Nachkommen eines Tages das ganze Land geben und sie dar\u00fcber hinaus zum Segen f\u00fcr alle V\u00f6lker der Erde machen w\u00fcrde. Wie wir aus dem Hebr\u00e4erbrief erfahren haben, lebten sie in der Hoffnung auf die himmlische Stadt, die Gott gebaut hat, und sehnten sich nach dem himmlischen Land, das Gott ihnen geben w\u00fcrde. Jakob sollte zu seiner Verwandtschaft zur\u00fcckkehren, um von ihnen diesen Glauben zu lernen und danach zu leben und so eine Quelle des Segens f\u00fcr viele zu werden. Das war Gottes Wille und Hoffnung f\u00fcr Jakob. Er sollte zu seiner Verwandtschaft zur\u00fcckkehren, weil Gott ihn dort segnen und zu einer Quelle des Segens f\u00fcr unz\u00e4hlige Menschen machen wollte.<br \/>\nWas bedeutet das nun f\u00fcr uns? Gott ist der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. F\u00fcr alle drei Stammv\u00e4tern hat Gott seinen Willen offenbart, alle V\u00f6lker der Erde zu segnen, aber er ist mit den verschiedenen Generationen auf unterschiedliche Art und Weise umgegangen. Etliche von uns haben \u2013 zum Teil schon vor langem \u2013 Gottes Berufung angenommen, haben ihr gottloses Leben verlassen und ihr Leben nach Gottes Verhei\u00dfung und seinem Willen ausgerichtet. Dadurch sind sie anderen vorangegangen und k\u00f6nnen ihnen als Vorbild dienen. Es ist wichtig, dass sie wie Abraham bis zum Ende im Glauben bleiben, sodass sie f\u00fcr viele ein Segen sein k\u00f6nnen.<br \/>\nAndere sind vielleicht wie Isaak in eine gl\u00e4ubige Familie hineingeboren und haben von Kind an von Gottes Willen geh\u00f6rt und gelernt, im Vertrauen auf ihn zu leben. Sie werden vielleicht manchmal auch versucht, woanders hinzugehen, wo das Leben vermeintlich einfacher ist. Aber so wie Gott wollte, dass Isaak durch den Glauben im verhei\u00dfenen Land bleibt und so das Segenswerk durch Abraham fortsetzt, sollen auch sie nach Gottes Willen bleiben und treuen Glauben an seine Verhei\u00dfung lernen und eine Quelle des Segens f\u00fcr andere werden.<br \/>\nAndere von uns sind vielleicht wie Jakob, der bei seinen gl\u00e4ubigen Eltern gro\u00df geworden ist und vieles \u00fcber Gott geh\u00f6rt hat, aber das verhei\u00dfene Land verlassen und ganz woanders versucht hat, sein Gl\u00fcck zu finden. Es ist verst\u00e4ndlich, dass diejenigen, die von klein auf in einem gl\u00e4ubigen Umfeld gro\u00df geworden sind, manchmal den Wunsch versp\u00fcren, ihr Leben ganz woanders und ganz anders zu f\u00fchren. Manche haben wie Jakob bestimmte Vorstellungen, was sie erreichen wollen, weil sie zu wissen meinen, was sie f\u00fcr ihr Gl\u00fcck brauchen. Manche gehen tats\u00e4chlich ihre eigenen Wege. Andere sind vielleicht k\u00f6rperlich am alten Ort, aber haben sich unbemerkt innerlich entfernt. Vielleicht gab es daf\u00fcr einen verst\u00e4ndlichen Grund so wie bei Jakob. Aber Gott will grundlegend nicht, dass diejenigen, die er erw\u00e4hlt hat, das verhei\u00dfene Land bzw. das Leben in seiner Berufung verlassen. Deshalb sagte Gott zu Jakob: \u201eZieh wieder in deiner V\u00e4ter Land und zu deiner Verwandtschaft; ich will mit dir sein\u201c (3) Und: \u201eIch bin der Gott zu Bethel, wo du das Steinmal gesalbt hast, und du hast mir daselbst ein Gel\u00fcbde getan. Nun mach dich auf und zieh aus diesem Lande und kehre zur\u00fcck in das Land deiner Verwandtschaft\u201c (13). Gott will, dass wir, wenn wir uns geistlich entfernt haben, zu unserer \u201eVerwandtschaft\u201c zur\u00fcckkehren, weil Gott uns segnen will. Dabei geht es nicht nur um ein \u00e4u\u00dferliches Zur\u00fcckkommen oder blo\u00dfes Teilnehmen an Veranstaltungen. Gott will, dass wir von Herzen zu unserer geistlichen Verwandtschaft zur\u00fcckkehren und von ihr und mit ihr lernen, aus dem Glauben an seine Verhei\u00dfung f\u00fcr ihn zu leben, sodass er uns segnen und in seinem gro\u00dfen Rettungswerk gebrauchen und f\u00fcr viele zum Segen machen kann. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, auf seinen Ruf zu h\u00f6ren und ihm zu folgen, sodass er uns wahrhaft segnen und f\u00fcr viele zum Segen machen kann!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Kehre zur\u00fcck in das Land deiner Verwandtschaft \u201eIch bin der Gott zu Bethel, wo du das Steinmal gesalbt hast, und du hast mir daselbst ein Gel\u00fcbde getan. Nun mach dich auf und zieh aus diesem Lande und kehre zur\u00fcck in das Land deiner Verwandtschaft.\u201c (1. 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