{"id":13225,"date":"2025-04-27T11:00:30","date_gmt":"2025-04-27T09:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13225"},"modified":"2025-12-02T19:12:12","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:12","slug":"predigt-1-mose-251-2611","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-251-2611\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 25,1 &#8212; 26,11"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Genesis-251-2611_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Genesis-251-2611_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_mose\/25\/1-34?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gott segnet Isaak<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eBleibe als Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen will ich alle diese L\u00e4nder geben und will meinen Eid wahr machen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe, und will deine Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel und will deinen Nachkommen alle diese L\u00e4nder geben. Und durch deine Nachkommen sollen alle V\u00f6lker auf Erden gesegnet werden.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 26,3.4)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Kapitel 24 haben wir erfahren, wie Gott durch den Glauben von Abraham, Isaak und Abrahams Knecht dem Isaak eine passende gl\u00e4ubige Frau zugef\u00fchrt hat. Abraham hatte daf\u00fcr intensiv gebetet, dass Isaak keine ungl\u00e4ubige Frau aus der Umgebung heiratet, sondern dass Gott ihm eine gl\u00e4ubige Frau geben w\u00fcrde, die zu ihm passt und mit ihm in der Zukunft Gottes Segen tragen kann. Isaak hatte wohl jeden Abend nach der Arbeit auf dem Feld daf\u00fcr gebetet. Dann kam eines Abends der Knecht mit Rebekka zur\u00fcck, die gl\u00e4ubig, freundlich und sch\u00f6n war. Isaak nahm sie als die f\u00fcr ihn bestimmte Frau an, heiratete sie und gewann sie lieb. Unser heutiger Text berichtet \u00fcber Abrahams Tod. Abraham war wie ein geistlicher Riese gewesen und hatte in Gottes Werk, alle V\u00f6lker der Erde zu segnen, so eine wichtige Rolle gespielt, dass es so aussah, als ob ihn niemand ersetzen k\u00f6nnte. Aber im heutigen Text erfahren wir, wie Gott sein Werk mit der n\u00e4chsten Generation fortsetzte, konkret mit Isaak. Wie half Gott Isaak, ein Tr\u00e4ger von Gottes Verhei\u00dfung und eine Quelle des Segens zu werden? Lasst uns das heute erfahren und finden, was wir davon lernen sollen.<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Abrahams zweite Ehe und sein Tod (25,1-18)<\/strong><br \/>\nDer erste Abschnitt von Kapitel 25 berichtet, dass Abraham nach Saras Tod nochmal heiratete, und zwar eine Frau namens Ketura (1). Die Verse 2-4 z\u00e4hlen die Namen der sechs S\u00f6hne auf, die Ketura Abraham gebar, und die Namen einiger ihrer Nachkommen. Dabei ist auffallend, dass die erw\u00e4hnten Midianiter sp\u00e4ter zur Zeit von K\u00f6nig David Feinde Israels waren und sie schwer bedr\u00e4ngten. Doch Abrahams zweite Ehe wird hier nicht kritisiert. Vielmehr zeigt sie, wie Gott Abraham bis ins hohe Alter mit guter Gesundheit und Kraft gesegnet hat.<br \/>\nAbraham gab all sein Gut Isaak und sandte alle seine anderen S\u00f6hne noch zu Lebzeiten mit Geschenken nach Osten hin, ins Morgenland fort (5-6). Auf diese Weise regelte Abraham rechtzeitig seinen Nachlass und stellte sicher, dass Isaak als der von Gott bestimmte Erbe sein geistliches und materielles Erbe unangefochten antreten konnte.<br \/>\nDie Verse 7-10 beschreiben Abrahams Tod und sein Begr\u00e4bnis durch seine \u00e4ltesten S\u00f6hne Isaak und Ismael. Abraham starb mit 175 Jahren, und zwar alt und lebenssatt. Gott segnete Abraham mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlich langen Leben, obwohl schon seit der Zeit der Sintflut die meisten Menschen nur noch maximal 120 Jahre alt wurden. Der Verfasser betont, dass Abraham nicht nur sehr alt wurde, sondern dass er lebenssatt war, als er starb. Viele Menschen sind am Ende ihres Lebens unzufrieden, weil sie ihren Hunger nach Leben nicht wirklich stillen konnten. Viele sind bek\u00fcmmert \u00fcber das, was sie nicht erreichen und nicht erleben konnten. Viele, die alt werden, sind lebensm\u00fcde und ungl\u00fccklich, weil ihr Leben beschwerlich geworden ist und sie keine Perspektive f\u00fcr ihre Zukunft sehen. Aber Abraham starb in hohem Alter, und zwar nicht lebensm\u00fcde, sondern lebenssatt. Er war ganz zufrieden, weil er gefunden hat, wonach er gesucht hat, und viel von dem erleben konnte, wonach er sich gesehnt hat \u2013 und zwar nicht nur viele S\u00f6hne hatte, sondern vor allem den lebendigen Gott und das Leben in einer pers\u00f6nlichen Beziehung zu ihm. Nat\u00fcrlich konnte auch Abraham auf dieser Erde kein vollkommenes Gl\u00fcck finden. Aber er war am Ende seines Lebens hier trotzdem sehr zufrieden, nicht nur, Gottes Verhei\u00dfung noch kommt; weil er, wie wir im Hebr\u00e4erbrief erfahren, auf die Stadt wartete, die einen festen Grund hat, die Gott selbst erbaut hat, in der es an nichts fehlt, sondern in der wirklich alles vollkommen sein wird.<br \/>\nWas k\u00f6nnen wir hier lernen? Wir k\u00f6nnen hier sehen, wie Gott seine Verhei\u00dfung, Abraham zu segnen, treu erf\u00fcllt hat. In Abraham sehen wir hier ein Bild f\u00fcr einen Menschen, der an Gottes Verhei\u00dfung geglaubt hat und den Gott wirklich umfassend gesegnet hat. Abrahams Beispiel soll uns ermutigen, auf Gott und seine Verhei\u00dfung fest zu vertrauen und wie er ganz aus dem Glauben an Gott zu leben. Dann k\u00f6nnen auch wir, egal in was f\u00fcr einer Situation wir uns jetzt befinden, am Ende unseres Lebens lebenssatt bzw. v\u00f6llig zufrieden sein. Wir k\u00f6nnen dann voll lebendiger Hoffnung auf das himmlische Land, das vor uns liegt, sein, wo Gott seine Verhei\u00dfungen ganz erf\u00fcllt.<br \/>\nIn den Versen 12-16 werden die Namen der zw\u00f6lf S\u00f6hne von Abrahams erstem Sohn Ismael aufgez\u00e4hlt. Der Verfasser erw\u00e4hnt dabei, dass sie alle Stammesf\u00fcrsten wurden. Dadurch zeigt er, dass Gott auch seine Verhei\u00dfung an Abraham f\u00fcr Ismael, die ihm Gott im Kapitel 17 gegeben hat, vollst\u00e4ndig erf\u00fcllt hat (17,20). Ismael starb mit 137 Jahren. Der Verfasser sagt noch, dass Ismaels Nachkommen im westlichen Bereich der Arabischen Halbinsel und im \u00f6stlichen Teil der Sinai-Halbinsel gelebt haben. Dabei erw\u00e4hnt er, dass sie sich all ihren Br\u00fcdern \u201evor die Nase gesetzt\u201c haben, anders gesagt, dass sie viele Konflikte miteinander gehabt haben. Vielleicht fragt sich jemand von euch, warum das in der Bibel erw\u00e4hnt wird, obwohl das f\u00fcr Gottes Heilsgeschichte eigentlich keine Rolle spielt. Aber der Verfasser erw\u00e4hnt dieses Detail, weil es die Erf\u00fcllung des Wortes war, das Gott durch seinen Engel Ismaels Mutter Hagar gesagt hatte, als sie schwanger in die W\u00fcste geflohen war. Der Engel hatte gesagt: \u201eEr wird ein Mann wie ein Wildesel sein; seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und er wird sich all seinen Br\u00fcdern vor die Nase setzen\u201c (16,12). Damit wird erneut deutlich, wie treu Gott alle seine Verhei\u00dfungen erf\u00fcllt hat, auch die \u00fcber Abrahams ersten Sohn Ismael.<\/p>\n<p>Wer aufmerksam zugeh\u00f6rt hat, hat gemerkt, dass wir einen Vers \u00fcbersprungen haben. Der Abschnitt \u00fcber Abrahams Tod und Begr\u00e4bnis endet mit einem wichtigen Satz im Vers 11, wo es hei\u00dft: \u201eUnd nach dem Tode Abrahams segnete Gott Isaak, seinen Sohn. Und er wohnte bei dem \u201aBrunnen des Lebenden, der mich sieht\u2018.\u201c Mit diesem Vers weist der Verfasser darauf hin, dass Gottes Werk mit Abrahams Tod nicht endete, obwohl Abraham so gro\u00dfen Glauben gehabt und als ein Segenstr\u00e4ger so eine wichtige Rolle darin gespielt hat. Aber als Abrahams Zeit vorbei war, setzte Gott sein Werk mit der n\u00e4chsten Generation fort und segnete Isaak, seinen Sohn. Gott ist in seinem Werk nie ratlos. Gott setzt sein Heilswerk von Generation zu Generation fort. Deshalb ist in Gottes Augen die n\u00e4chste Generation so wichtig. Wie begann Gott sein Werk mit der zweiten Generation? Wie half Gott Isaak, der bis dahin nur als Abrahams Sohn erw\u00e4hnt wird, selbst ein Tr\u00e4ger von Gottes Verhei\u00dfung und eine Quelle des Segens zu werden?<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Gottes Werk an Isaak und seiner Familie (25,19-26,11)<\/strong><br \/>\nBetrachten wir den Vers 19: \u201eDies ist das Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte Isaak.\u201c Diese Worte verk\u00fcndigen offiziell den Beginn von Gottes Werk durch Isaak. Nat\u00fcrlich hatte Isaak von seinem Vater Abraham viel \u00fcber Gott gelernt und er hatte Abrahams absolutes Vertrauen und Ehrfurcht vor Gott erfahren, ganz besonders, als Abraham ihn auf dem Berg opfern wollte und Gott ihn durch ein Lamm ausl\u00f6ste. Aber das Erste, was unser Text \u00fcber Gottes Werk an Isaak erw\u00e4hnt, ist seine Heirat. Die Verse 20 und 21 sagen: \u201eIsaak aber war vierzig Jahre alt, als er Rebekka zur Frau nahm, die Tochter Betu\u00ebls, des Aram\u00e4ers aus Paddan-Aram, die Schwester des Aram\u00e4ers Laban. Isaak aber bat den HERRN f\u00fcr seine Frau, denn sie war unfruchtbar. Und der HERR lie\u00df sich erbitten, und Rebekka, seine Frau, ward schwanger.\u201c Gott hatte Isaak auf sein und Abrahams Gebet hin aus dem fernen Paddan-Aram Rebekka als eine junge, gl\u00e4ubige Frau zugef\u00fchrt. Obwohl Isaak sich Rebekka nicht selbst ausgesucht, sondern \u201enur\u201c gebetet hatte, nahm er sie als seine Frau an und gewann sie lieb. Ihre Ehe war offenbar sehr harmonisch, es gab keine Konflikte oder Krisen, die erw\u00e4hnenswert waren (anders als bei Isaaks Vater Abraham oder sp\u00e4ter bei Isaaks Sohn Jakob, der nach seiner eigenen Vorliebe heiratete). Aber es gab ein Problem in ihrer Ehe. Rebekka war zwar gl\u00e4ubig und sch\u00f6n, aber es stellte sich heraus, dass sie unfruchtbar war. Unfruchtbarkeit ist bis heute ein Problem, das vielen Ehepaaren Kummer bereitet. Heute k\u00f6nnen bestimmte Ursachen von Unfruchtbarkeit medizinisch behandelt und behoben werden, aber damals war das kaum m\u00f6glich. Wie ging Isaak damit um? In einer \u00e4hnlichen Situation hatte Abraham Saras Magd als Nebenfrau genommen, um durch sie zu einem Kind zu kommen. Aber Gott hatte diesen Weg nicht gut gefunden und hatte Ismael nicht als Erbe seiner Verhei\u00dfung anerkannt. Aber Isaak suchte nicht nach so einer menschlichen L\u00f6sung, sondern betete, bis Gott ihn erh\u00f6rte und Rebekka schwanger wurde. Die Altersangabe bei der Geburt der Kinder im Vers 26 zeigt uns, dass Isaak zwanzig Jahre lang f\u00fcr dieses Anliegen betete. Wie leicht geben wir nach einigen Wochen oder Monaten auf, f\u00fcr ein Anliegen zu beten, wenn unser Gebet nicht bzw. noch nicht erh\u00f6rt wird? Aber Isaak betete zwanzig Jahre lang. Dies zeigt uns, was f\u00fcr ein festes Vertrauen Isaak auf Gott hatte.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen wir lernen, dass wir Gottes Willen nicht leichtfertig von der Situation ableiten sollen. Isaak dachte nicht von seiner Situation ausgehend, dass Gott offenbar wollte, dass sie kein Kind bekommen oder gar, dass er die falsche Frau bekommen h\u00e4tte. Vielmehr ging er von Gottes Verhei\u00dfung f\u00fcr seinen Vater aus, dass durch Isaak sein Geschlecht benannt werden soll, und glaubte aufgrund dessen, dass er selbst Nachkommen bekommen sollte. Der Text zeigt uns, dass Gott unsere Gebete gerne erh\u00f6rt, wenn sie ernsthaft sind, aber nicht immer so schnell, wie wir es erwarten. Wir wissen nicht, warum Gott Isaaks Gebet f\u00fcr seine Frau erst nach zwanzig Jahren erh\u00f6rt hat. Aber Gott hatte nat\u00fcrlich seine Gr\u00fcnde und seinen eigenen Zeitplan. Eins ist sicher, dass Isaak in diesen zwanzig Jahren in seinem Vertrauen auf Gott und in seiner reinen Beziehung zu ihm viel gewachsen sein muss. Wenn Gott uns f\u00fcr ein Anliegen lange beten l\u00e4sst, ist das ein Teil seiner Schule, durch die er uns Demut, festen Glauben und die Reinigung unseres Herzens und unserer Gesinnung schenken will, die wir anders kaum lernen k\u00f6nnten. Dass Isaak zwanzig Jahre lang f\u00fcr seine Frau betete und dann von Gott erh\u00f6rt wurde, soll uns ermutigen, zu Gott beharrlich auch f\u00fcr unm\u00f6glich aussehende Anliegen zu beten, bis Gott unser Gebet erh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Gott segnete Isaaks Gebet derart, dass Rebekka mit Zwillingen schwanger wurde. Die Kinder stie\u00dfen sich aber in ihrem Bauch so heftig, dass sie es kaum aushalten konnte. Aber Rebekka beklagte sich nicht bei ihrem Mann dar\u00fcber, sondern erwies sich so auch als eine Frau des Gebets. Sie betete deswegen zu Gott, bis Gott ihr antwortete. Gottes Antwort war \u00fcberraschend: \u201eZwei V\u00f6lker sind in deinem Leibe, und zweierlei Volk wird sich scheiden aus deinem Scho\u00df; und ein Volk wird dem andern \u00fcberlegen sein, und der \u00c4lterer wird dem J\u00fcngeren dienen\u201c (23). Gott sagte ihr nicht nur, dass sie Zwillinge bekam, sondern offenbarte ihr auch seinen Ratschluss f\u00fcr ihre beiden S\u00f6hne. Jeder von ihnen sollte zu einem Volk werden. Aber ganz entgegen der damaligen Tradition sollte der \u00c4ltere dem J\u00fcngeren dienen. Als die Zwillinge geboren wurden, war der erste r\u00f6tlich und ganz behaart und bekam deshalb den Namen Esau. Der zweite kam hinterher und hielt mit seiner Hand die Ferse seines Bruders; deshalb bekam er den Namen Jakob, was Fersenhalter bedeutet. Als die Jungs erwachsen wurden, wurde Esau ein J\u00e4ger und streifte auf dem Feld umher; Jakob war eher ein h\u00e4uslicher Mann und blieb bei den Zelten. Isaak hatte Esau lieb, da er gerne Wildgerichte a\u00df; Rebekka hatte Jakob lieb.<\/p>\n<p>Die Vers 29-34 berichten \u00fcber das ber\u00fchmte Ereignis, dass Esau sein Recht als Erstgeborener an seinen Bruder verkaufte. Jakob kochte eines Tages ein Gericht, als Esau hungrig von der Jagd zur\u00fcckkam. Als er wegen seines gro\u00dfen Hungers unbedingt Jakobs Mahlzeit essen wollte, verlangte Jakob: \u201eVerkaufe mir zuvor deine Erstgeburt.\u201c Esau antwortete: \u201eSiehe, ich muss doch sterben; was soll mir da die Erstgeburt?\u201c Er nahm das Essen von Jakob und verkaufte ihm daf\u00fcr sein Erstgeburtsrecht. Mit diesem Recht war nicht nur der gr\u00f6\u00dfte Teil des materiellen Besitzes des Vaters verbunden, sondern auch dessen geistlicher Segen. Dieses Ereignis zeigt, dass Esau kein Interesse an geistlichen Dingen hatte und darin keinen Wert sah, dass Jakob dagegen gro\u00dfes Interesse daran hatte und sich w\u00fcnschte, dieses Recht zu besitzen. Dass Jakob die Situation, in der sein Bruder hungrig war, ausnutzte, um sein Ziel zu erreichen, ist moralisch nicht ganz einwandfrei.<br \/>\nDer Text kommentierte aber kritisch \u00fcber Esau, dass er seine Erstgeburt verachtete. Der Hebr\u00e4erbrief warnt uns davor, eine fleischliche Einstellung wie Esau zu haben, der sein geistliches Privileg f\u00fcr eine Mahlzeit verkaufte. Wir sollen nicht fleischlich gesinnt sein wie Esau, sondern geistliche Dinge f\u00fcr wertvoller halten und zuerst nach Gottes Reich und nach seiner Gerechtigkeit bzw. nach einer richtigen Beziehung zu ihm trachten (Mt 6,33).<\/p>\n<p>Wie begegnete Gott Isaak dann pers\u00f6nlich? Betrachten wir die Verse 1-4 in Kapitel 26: \u201eEs kam aber eine Hungersnot ins Land nach der fr\u00fcheren, die zu Abrahams Zeiten war. Und Isaak zog zu Abimelech, dem K\u00f6nig der Philister, nach Gerar. 2&nbsp;Da erschien ihm der HERR und sprach: Zieh nicht hinab nach \u00c4gypten, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage. 3&nbsp;Bleibe als Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen will ich alle diese L\u00e4nder geben und will meinen Eid wahr machen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe, 4&nbsp;und will deine Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel und will deinen Nachkommen alle diese L\u00e4nder geben. Und durch deine Nachkommen sollen alle V\u00f6lker auf Erden gesegnet werden, 5&nbsp;weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und gehalten hat meine Rechte, meine Gebote, meine Satzungen und meine Weisungen.\u201c<\/p>\n<p>Gott nutzte so die Gelegenheit, Isaak pers\u00f6nlich anzusprechen und ihm seine Aufforderung und seine gro\u00dfe Verhei\u00dfung pers\u00f6nlich zu geben. Gott forderte Isaak dazu auf, das verhei\u00dfene Land trotz der Hungersnot nicht zu verlassen, wie einst sein Vater das getan hatte. Gott verhie\u00df ihm, mit ihm zu sein und ihn zu segnen. Gott gab ihm die Verhei\u00dfung, die er Abraham gegeben hatte: ihn zu segnen, seine Nachkommen zu mehren wie die Sterne am Himmel und ihnen das Land zu geben. Isaak wurde dadurch ein Empf\u00e4nger von Gottes gro\u00dfer Verhei\u00dfung und ein Tr\u00e4ger seines Segens, durch den Gott alle V\u00f6lker der Erde segnen wollte.<\/p>\n<p>Wie reagierte Isaak darauf? Der Vers 6 sagt kurz und knapp: \u201eSo wohnte Isaak zu Gerar.\u201c Gott sprach hier ein einziges Mal in einer kritischen Situation zu Isaak. Aber Isaak gehorchte. Das zeigt sein Vertrauen auf Gott durch seinen Gehorsam gegen\u00fcber ihm. Auf diese Weise wurde Isaaks Leben mit der Verhei\u00dfung verbunden, die Gott ihm gab! Sein ganzes Leben war von da an mit Gottes Verhei\u00dfung verbunden. So wurde Isaak praktisch ein Segenstr\u00e4ger und eine Quelle des Segens.<\/p>\n<p>Isaak hatte aber eine Schw\u00e4che im Glauben, die stark an die Schw\u00e4che seines Vaters erinnert. Weil Rebekka sehr sch\u00f6n war, f\u00fcrchtete er sich in Gerar davor, dass die Leute ihn umbringen k\u00f6nnten, um seine Frau f\u00fcr sich selbst zu nehmen. Deshalb gab er seine Frau als seine Schwester aus. Offenbar war der Raub sch\u00f6ner Frauen damals ziemlich verbreitet. Isaaks Verhalten erscheint von daher zwar verst\u00e4ndlich, aber es war eine L\u00fcge und kam nicht aus dem Glauben an Gott. Als der K\u00f6nig Abimelech eines Tages aus dem Fenster schaute und sah, dass Isaak mit Rebekka \u201escherzte\u201c, erkannte er, dass sie seine Frau war. Dass Isaak vor dem K\u00f6nig daraufhin zur Rede gestellt und getadelt wurde, war das f\u00fcr ihn mehr als peinlich. Aber Gott stand ihm bei, sodass der K\u00f6nig ihn nicht bestraft, sondern vielmehr befahl, dass jeder in seinem Volk, der ihn oder seine Frau antasten w\u00fcrde sterben musste. Auf diese Weise war Gott Isaak gn\u00e4dig und half in seiner Not und sorgte daf\u00fcr, dass seine Familie unter k\u00f6niglichen Schutz gestellt wurde.<\/p>\n<p>Heute konnten wir lernen, wie Gott nach Abrahams Tod in einer kritischen Situation seine Berufung und seine Verhei\u00dfung pers\u00f6nlich einpflanzte und ihm half, selbst ein Tr\u00e4ger seiner Verhei\u00dfung und seines Segens zu werden. Was bedeutet das f\u00fcr uns? Gott will alle V\u00f6lker der Welt segnen. Wir sollen begreifen, wo wir in Gottes Segensgeschichte stehen, und erkennen, was das Land ist, in dem Gott uns segnen will und in dem wir bleiben sollen. Wir sollen dazu wie Isaak dem\u00fctig auf Gottes Wort h\u00f6ren und sein Wort pers\u00f6nlich empfangen und wie er gehorsam reagieren. Dann wird Gott auch uns segnen und f\u00fcr sein Segenswerk gebrauchen.<\/p>\n<p>Was ist das Land, in dem wir als Fremdlinge leben sollen? Jesus hat uns in der Bibel alle dazu berufen, uns selbst zu verleugnen und unser Kreuz auf uns zu nehmen und ihm zu folgen. Er hat gesagt: Wer sein Leben erhalten will, der wird\u2019s verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird\u2019s erhalten\u201c (Mk 8,34.35). Als Gl\u00e4ubige sollen wir nicht Dinge in der Welt wie Reichtum oder Anerkennung von Menschen zu unserem Ziel machen oder versuchen, uns selbst zu verwirklichen, sondern sollen durch den Glauben an Jesus danach streben, dass Gott geehrt wird und dass sein Reich, seine gute Herrschaft kommt \u2013 in uns selbst, in unseren Familien und Freunden und in den jungen Menschen in unserer Stadt, in unserem Land und in der Welt. Das ist Gottes Anliegen und das Ziel seines Segenswerkes, das er mit Abraham begonnen und mit Isaak fortgesetzt und schlie\u00dflich durch Jesus Christus vollbracht hat und das er durch uns in unserer Zeit weiter verwirklichen will. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, Gottes Wort \u201eBleibe als Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen\u201c pers\u00f6nlich zu h\u00f6ren und ihm zu gehorchen und als eine Quelle des Segens f\u00fcr viele junge Menschen gebraucht zu werden! M\u00f6ge Gott dadurch unsere Gemeinde als ein Licht in dieser Stadt gebrauchen und viele junge Menschen zu Jesus und so zum wahren Segen f\u00fchren! Amen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Gott segnet Isaak \u201eBleibe als Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen will ich alle diese L\u00e4nder geben und will meinen Eid wahr machen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe, und will deine Nachkommen mehren wie die Sterne [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[37,4],"tags":[],"class_list":["post-13225","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-mose","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13225","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13225"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13225\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13227,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13225\/revisions\/13227"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13225"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13225"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13225"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}