{"id":13175,"date":"2025-04-20T11:00:42","date_gmt":"2025-04-20T09:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13175"},"modified":"2025-12-02T19:12:12","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:12","slug":"predigt-johannes-2011-18-ostern-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-2011-18-ostern-2025\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 20,11-18 &#8212; Ostern 2025"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Ostern2025_Johannes2011-18.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Ostern2025_Johannes2011-18.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/johannes\/20\/11-18?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Sie meinte, es sei der G\u00e4rtner<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eJesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der G\u00e4rtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Johannes 20,15.16a [E\u00dc])<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Drei Dinge w\u00fcrde ich gerne zu den Versen sagen, die gerade vorgelesen wurden. Zum einen, die Auferstehung ist eine sch\u00f6ne Geschichte; als zweites, die Auferstehung ist mehr als eine sch\u00f6ne Geschichte; als drittes, die Auferstehung ist unsere sch\u00f6ne Geschichte.<\/p>\n<p><strong>1. Die Auferstehung ist eine sch\u00f6ne Geschichte<\/strong><br \/>\nDer Text erz\u00e4hlt eine wunderbare Geschichte. Maria von Magdala stand alleine vor dem Grab und weinte. Oder zumindest dachte sie vermutlich, dass sie ganz alleine war, von allen Seelen verlassen. In Wirklichkeit war sie umgeben von Engeln und vom auferstandenen Herrn selbst. Vers 12 erw\u00e4hnt, dass sie zwei Engel sah. Wann kamen diese Engel? Waren sie von Anfang an da? Und wenn ja, warum hatten Petrus und Johannes die Engel nicht gesehen hatten? Und wie kam es, dass Maria sie jetzt sehen konnte? Ist die Erkl\u00e4rung vielleicht, dass es manchmal Tr\u00e4nen braucht, um Engel zu sehen? Die wunderbare Geschichte geht weiter. Die Engel fragen Maria: \u201eFrau, warum weinst du?\u201c Wenn die Bibel Begegnungen zwischen Engeln und Menschen beschreibt, dann f\u00fcrchten sich die Menschen meistens, und die Engel sagen \u201eF\u00fcrchte dich nicht.\u201c Aber wenn Engel Menschen weinen sehen, dann fragen sie anscheinend: \u201eWarum weinst du?\u201c Findet ihr das nicht auch sehr tr\u00f6stlich?<br \/>\nNachdem sie mit den Engeln geredet hatte, begegnete sie schlie\u00dflich Jesus. Sie sah den Jesus, den sie gesucht hatte, und erkannte ihn doch nicht. Vers 15: \u201eJesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der G\u00e4rtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen.\u201c Der Text sagt, dass Maria dachte, dass Jesus der G\u00e4rtner ist. Das war nat\u00fcrlich ein gro\u00dfer Irrtum. Und gleichzeitig war das die tief zugrunde liegende Wahrheit. Spurgeon hat eine ganze Predigt gehalten \u00fcber diesen einen Satz \u201e\u2026 sie meinte, es sei der G\u00e4rtner \u2026\u201c Jesus ist der G\u00e4rtner. Die Auferstehung ist die neue Sch\u00f6pfung. Das Paradies ist die neue Realit\u00e4t. Jesus ist gekommen, die Dornen und Disteln dieser Welt zu entfernen. Jesus ist der G\u00e4rtner des neuen Garten Edens.<br \/>\nUnd dann in Vers 16 sagt Jesus nur ein einziges Wort: \u201eMaria!\u201c D.A. Carson kommentiert: \u201eWas auch immer die Ursache f\u00fcr ihre Blindheit war, das einzige Wort \u201aMaria\u2018, gesprochen so wie Jesus es immer getan hatte, reichte aus, um sie zu beseitigen. Der gute Hirte ruft seine Schafe beim Namen, und seine Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. Angst und Verzweiflung werden augenblicklich von Erstaunen und Freude verschluckt.\u201c Jesus hatte sie angesprochen, so wie er es immer getan hatte. Und Maria antwortete, so wie sie es immer getan hatte: \u201eRabbuni!\u201c<br \/>\nIn Vers 17 ist ein schwer zu \u00fcbersetzender Satz. Jesus sagt ihr: \u201eHalte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen.\u201c Luther und Elberfelder \u00fcbersetzen Jesu Worte als \u201eR\u00fchre mich nicht an!\u201c Aber dann stellt sich die Frage, warum Jesus Thomas explizit auffordert, ihn anzufassen, damit er glaubt. Der griechische Satz kann tats\u00e4chlich \u00fcbersetzt werden als ein \u201eHalte mich nicht fest.\u201c Warum musste Jesus an dieser Stelle \u00fcberhaupt etwas in der Art sagen? Das Bild, das wir sehen, ist eine \u00fcbergl\u00fcckliche, \u00fcberfr\u00f6hliche Maria, die Jesus mit aller Kraft festh\u00e4lt und nicht loslassen will. Sie klammert sich an ihn. Jesus scheint hier zu sagen: \u201eMaria, ich kriege keine Luft mehr&nbsp;\u2026 Du kannst mich jetzt loslassen, weil ich dich nie wieder verlassen werde.\u201c<br \/>\nUnd dann sagt Jesus: \u201eGeh hin zu meinen Br\u00fcdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.\u201c Vorher hatte Jesus seine J\u00fcnger seine Diener genannt, seine J\u00fcnger (Azubis) und auch seine Freunde. Und alles das ist richtig. Die J\u00fcnger sind Jesu Diener, sie sind seine Nachfolger, die bei ihm Ausbildung machen, und sie sind seine Freunde. Aber hier geht Jesus noch einen Schritt weiter. Sie sind seine Br\u00fcder. Sie sind jetzt endg\u00fcltig eine Familie mit Gott als gemeinsamen Vater. Das ist es, was Jesu Tod und seine Auferstehung bewirkt haben.<br \/>\nDas Kreuz war das schlimmste, was passieren k\u00f6nnte. Und Jesu Auferstehung ist das Beste, das daraufhin passieren konnte. Diese Geschichte hat ein Happyend. Maria von Magdala findet ihr Happyend. Und das macht das Ganze zu einer wirklich sch\u00f6nen Geschichte von Ostern.<\/p>\n<p><strong>2. Die Auferstehung ist mehr als eine sch\u00f6ne Geschichte<\/strong><br \/>\nWenn wir unseren Freunden und Kollegen davon erz\u00e4hlen w\u00fcrden, dass wir an die leibliche Auferstehung von Jesus glauben, dann w\u00fcrden wir vermutlich einige seltsame Blicke ernten. Und wenn wir die Frage stellen, ob sie ebenfalls daran glauben, w\u00fcrden wir vermutlich als Antwort h\u00f6ren: \u201eSorry, ich glaube nicht an M\u00e4rchen \u2026\u201c<br \/>\nIn einer Debatte zwischen dem christlichen Mathematiker John Lennox und dem Atheisten Richard Dawkins, kam Lennox auf die Auferstehung Jesu zu sprechen. Dawkins konnte nicht mehr an sich halten und sagte dann: \u201e\u2026 Nachdem wir eine Art Argument f\u00fcr einen deistischen Gott vielleicht hervorgebracht haben, einen Gott, der gro\u00dfe Physiker, der die Gesetze und Konstanten des Universums angepasst hat \u2013 das ist alles sehr gro\u00dfartig und wunderbar, und dann kommen wir pl\u00f6tzlich auf die Auferstehung Jesu. Das ist so unbedeutend, so trivial, so lokal, so erdgebunden, so unw\u00fcrdig f\u00fcr das Universum.\u201c Das ist vielleicht Dawkins Art und Weise zu sagen: \u201eSorry, ich glaube nicht an M\u00e4rchen.\u201c Und vielleicht geht es dir \u00e4hnlich: An eine leibliche Auferstehung zu glauben, passt einfach nicht in dein aufgekl\u00e4rtes und wissenschaftliches Weltbild. Vielleicht denkst du, dass das auf der gleichen Stufe ist, wie an Einh\u00f6rner und Feen zu glauben.<br \/>\nAn dieser Stelle w\u00fcrde ich gerne widersprechen. Historisch gibt es an folgenden zwei Tatsachen praktisch keinen Zweifel: Das Grab Jesu war leer; es gab Augenzeugen, die berichtet hatten, dass sie Jesus als Auferstandenen gesehen hatten. Beides sehen wir im heutigen Text. Maria von Magdala stand vor dem Grab Jesu und weinte; nicht einfach nur deshalb, weil ihr geliebter Herr und Meister gestorben war. Als ob das nicht schlimm genug gewesen war, musste es irgendwelche v\u00f6llig anstandslose Grabr\u00e4uber gegeben haben, die auch noch seinen Leichnam gestohlen hatten. Als sie gefragt wurde, weshalb sie weinte, antwortete sie: \u201eSie haben meinen Herrn weggenommen und ich wei\u00df nicht, wohin sie ihn gelegt haben.\u201c Das Grab war also leer.<br \/>\nWenig sp\u00e4ter berichtet der Text, dass Maria Jesus leibhaftig gesehen hatte. In Vers 18 lesen wir: \u201eMaria von Magdala kam zu den J\u00fcngern und verk\u00fcndete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.\u201c Sie ist die erste von vielen Augenzeugen, die Jesus gesehen hatten. Das sind die beiden historischen Fakten, die schwer zu leugnen sind.<br \/>\nJetzt kann man sich die Frage stellen, woher wissen wir, dass das Fakten sind? Schlie\u00dflich ist das ja ganz lange her. Kurzes Gedankenexperiment zum leeren Grab: Auf dem Heidelberger Bergfriedhof ist einer meiner Lieblingsdirigenten begraben. Der Dirigent hie\u00df Wilhelm Furtw\u00e4ngler. Angenommen jemand w\u00fcrde behaupten, dass Furtw\u00e4ngler auferstanden ist. So ziemlich das Erste, was man pr\u00fcfen kann, ist, ob sein Grab leer ist. Wenn die sterblichen \u00dcberreste noch dort sind, wo sie die letzten 70 Jahre waren, hat sich das ziemlich schnell er\u00fcbrigt. In der damaligen Zeit waren au\u00dferdem Gr\u00e4ber von K\u00f6nigen und anderen VIPs wichtige Pilgerst\u00e4tten. In Apostelgeschichte Kapitel 2 sagte Petrus in der Pfingstpredigt, dass das Grab von K\u00f6nig David unter ihnen war. Die Zuh\u00f6rer kannten das Grab, weil sie es besichtigt hatten. Jesu Grab hingegen ist unbekannt, weil das Grab kurze Zeit nach Jesu Beerdigung wirklich leer war.<br \/>\nMan k\u00f6nnte hier nat\u00fcrlich einwenden: Woher wissen wir, dass es wirklich Augenzeugen gab, die meinen, Jesus gesehen zu haben? Sind das nicht einfach Erz\u00e4hlungen, die viele Jahre sp\u00e4ter erfunden wurden? Mindestens zwei Gr\u00fcnde sprechen dagegen. Der eine Grund ist, dass die \u00dcberlieferungen extrem nah an den Ereignissen dran sind. Unter den Kommentatoren besteht zwar gro\u00dfe Uneinigkeit, wann die Evangelien geschrieben wurden. Aber im Prinzip sind sich alle darin einig, dass die Evangelien sp\u00e4testens 80\u201390 nach Christus geschrieben wurden. Das interessante ist jetzt aber, dass die Berichte der Auferstehung sich von dem Rest der Evangelien insofern unterscheiden, als sie praktisch keine theologische Reflexion enthalten. In den Berichten von Jesu Tod begegnen uns immer wieder Zitate aus dem Alten Testament (AT), die uns zeigen, dass sein Sterben die Schriften des AT erf\u00fcllten. Immer und immer wieder versuchen uns die Evangelisten in Jesu Leben und Sterben zu zeigen, wie konform das mit dem ist, was Mose und die Propheten gesagt hatten. Aber in den Berichten der Auferstehung fehlt das fast v\u00f6llig. Der Grund weshalb diese Echos aus dem AT fehlen, ist der, dass diese Berichte praktisch einfach wiedergeben, was die Evangelisten von den Augenzeugen geh\u00f6rt haben mussten.<br \/>\nMan k\u00f6nnte nat\u00fcrlich meinen: Dann wurden eben die theologischen Interpretationen weggelassen, um den Eindruck zu erwecken, dass diese Berichte alt sind. Ein Ausleger schrieb folgendes: \u201eDie \u00fcbliche Annahme vieler Gelehrter, dass die Geschichten in der zweiten Generation entstanden sind, etwa in den 80er oder 90er Jahren, w\u00fcrde bedeuten, dass sie zwar auf interessante Weise die Theologie des Paulus verk\u00f6rpern, aber alle biblischen Anspielungen, die in einem Text wie 1. Kor. 15 bereits so zahlreich vorhanden sind, sorgf\u00e4ltig aus dieser Theologie entfernt wurden. Das w\u00e4re vielleicht einigerma\u00dfen plausibel, wenn wir nur einen Bericht h\u00e4tten oder wenn die vier Berichte offensichtlich voneinander abgeleitet w\u00e4ren. Das haben wir nicht und sie sind es nicht. Man muss sich entweder vorstellen, dass vier sehr unterschiedliche Autoren beschlossen haben, eine Ostererz\u00e4hlung zu verfassen, die auf der Theologie der fr\u00fchen Kirche basiert, aber alle biblischen Ankl\u00e4nge entfernt, und es geschafft haben, dies in vier sehr unterschiedlichen, wenn auch theologisch \u00fcbereinstimmenden Berichten zu tun, oder man muss sagen, was ich f\u00fcr unendlich wahrscheinlicher halte, dass die Geschichten, auch wenn sie viel sp\u00e4ter niedergeschrieben wurden, auf eine sehr, sehr fr\u00fche m\u00fcndliche Tradition zur\u00fcckgehen \u2026\u201c<br \/>\nDer andere Grund, der dagegenspricht, dass die Augenzeugenberichte sp\u00e4tere Erfindungen sind, hat damit zu tun, weshalb Geschichten \u00fcberhaupt erfunden und verbreitet werden: Geschichte m\u00fcssen schon irgendwie cool sein. Zum Beispiel gibt es die Geschichte, bei der ein Student in einer Physik-Pr\u00fcfungsaufgabe gefragt wurde, wie man durch ein Barometer die H\u00f6he eines Geb\u00e4udes bestimmen kann. Die Legende besagt, dass der Student zun\u00e4chst antwortete \u201eSchnur am Ende des Barometers anbringen und oben vom Geb\u00e4ude herunterh\u00e4ngen lassen. H\u00f6he des Geb\u00e4udes ist L\u00e4nge des Barometers plus L\u00e4nge der Schnur.\u201c Der Pr\u00fcfungsausschuss wollte den Studenten durchfallen lassen, aber jemand meinte, dass die Antwort nicht falsch ist, aber eben keine physikalischen Kenntnisse demonstriert. Also wurde der Student noch einmal eingeladen, darauf zu antworten. Und er gab darauf eine Serie von unkonventionellen und brillanten Antworten, die zeigten, dass er sehr wohl was von Physik verstand. Wer war der Student? Niels Bohr, der sp\u00e4ter den Nobelpreis gewann. Diese Geschichte ist eine Legende, die gerne erz\u00e4hlt wurde. Warum? Weil die Geschichte cool ist.<br \/>\nAber die Berichte der Auferstehung sind nicht cool. Zum Beispiel, wer ist der erste Zeuge der Auferstehung? Es war eine Zeugin. Maria von Magdala ist eine Frau. Nicht nur das, eine Frau, die vorher auf der Nervenheilanstalt war. Ausgerechnet sie bekam Jesus als erste zu Gesicht. Im ersten Jahrhundert waren Frauen nicht als Zeugen vor Gericht zul\u00e4ssig, weil sie als unzuverl\u00e4ssig und als nicht vertrauensw\u00fcrdig galten. Als Paulus ca. 20 Jahre sp\u00e4ter den 1. Korintherbrief schrieb, erw\u00e4hnte er unter den Zeugen der Auferstehung keine einzige Frau. Nicht deshalb, weil, wie viele meinen, Paulus frauenfeindlich war (das war er wirklich nicht), sondern deshalb, weil es seiner Argumentation nicht geholfen h\u00e4tte, Frauen zu erw\u00e4hnen. Aber in allen vier Evangelien sind Frauen die ersten Zeugen der Auferstehung. W\u00e4ren die Berichte eine sp\u00e4tere Erfindung gewesen, h\u00e4tten die Erfinder dieser Geschichte sich irgendwo selbst ins eigene Fleisch geschnitten, ausgerechnet Frauen als erste Zeugen hineinzuschreiben, weil es die Glaubw\u00fcrdigkeit ihres Berichts unterminierte. Der einzige plausible Grund, zu schreiben, dass die Frauen das Grab Jesus zuerst gesehen hatten, ist der, dass es sich tats\u00e4chlich so zugetragen hatte.<br \/>\nIn Bezug auf diese Auferstehungsgeschichten gibt es noch eine Reihe von kleineren Einw\u00e4nden, die immer wieder vorgebracht werden. Das Buch \u201eSurprised by Joy\u201c hat diese Einw\u00e4nde gut zusammengefasst und kurze, knackige Antworten darauf gegeben. Ein kurzer Schnelldurchlauf:<br \/>\n<em>Einwand 1<\/em>: Vielleicht war Jesus gar nicht richtig tot. Nachdem Jesus vom Kreuz abgeh\u00e4ngt wurde, wachte er in der K\u00fchle des Grabes auf. <em>Antwort<\/em>: R\u00f6mische Soldaten waren Experten darin, Menschen umzubringen. Und selbst wenn Jesus die Tortur am Kreuz \u00fcberlebt h\u00e4tte, h\u00e4tte sich keiner von Jesu Anh\u00e4ngern durch einen halbtoten Menschen davon \u00fcberzeugen lassen, dass er der Messias ist.<br \/>\n<em>Einwand 2<\/em>: vielleicht hatten die Frauen am Grab jemand anderen gesehen, der so aussah wie Jesus, wie zum Beispiel Jakobus, den Halbbruder von Jesus. <em>Antwort<\/em>: Das h\u00e4tten sie fr\u00fch genug bemerkt.<br \/>\n<em>Einwand 3<\/em>: Jesus ist nur den Menschen erschienen, die an ihn glauben. <em>Antwort<\/em>: Die Bibel macht deutlich, dass Thomas und Paulus nicht dieser Kategorie angeh\u00f6ren. Tats\u00e4chlich konnten anf\u00e4nglich noch nicht einmal seine engsten Anh\u00e4nger daran glauben, dass er auferstanden war.<br \/>\n<em>Einwand 4<\/em>: Die Berichte, die wir haben, sind voreingenommen. <em>Antwort<\/em>: Jede Geschichtserz\u00e4hlung ist voreingenommen. Jedes Portr\u00e4t wurde aus einem Blickwinkel aufgenommen.<br \/>\n<em>Einwand 5:<\/em> Von M\u00e4rtyrern wurde h\u00e4ufig gesagt, dass sie auferstehen werden. Aus dem \u201eer wird auferstehen\u201c wurde einfach ein \u201eer ist auferstanden\u201c, was ja im Prinzip fast dasselbe ist. <em>Antwort<\/em>: Nein, ist es nicht.<br \/>\n<em>Einwand 6<\/em>: Viele Menschen haben Visionen von Menschen, mit denen sie eng verbunden waren, wenn sie gestorben sind. <em>Antwort<\/em>: Das hat es damals auch schon gegeben. In solchen F\u00e4llen h\u00e4tten sie gesagt, dass sie seinen Engel oder seinen Geist gesehen h\u00e4tten. Das, was sie in diesen F\u00e4llen nicht gesagt h\u00e4tten, war, dass er von den Toten auferstanden ist.<br \/>\n<em>Einwand 7<\/em>: Vielleicht hatten die ersten Zeugen einfach nur eine Art geistliche Erfahrung. Jesus war geistlich auferstanden, und sie hatten eine innere Verbundenheit mit Jesus. <em>Antwort<\/em>: Das ist einfach die Beschreibung eines ehrenvollen Todes, gefolgt von einer platonischen Unsterblichkeit. Die Auferstehung war und ist die endg\u00fcltige \u00dcberwindung des Todes, nicht einfach eine sch\u00f6nere Beschreibung desselben.<br \/>\n<em>Wir fassen zusammen:<\/em> Das Grab Jesu war wirklich leer, und viele Menschen behaupteten unmittelbar nach Jesu Tod, dass sie Jesus mit ihren Augen gesehen hatten. Viele waren bereit, f\u00fcr dieses Zeugnis sogar mit ihrem Leben zu bezahlen. Diese beiden Fakten sind ganz eng mit der Entstehung der christlichen Gemeinde verbunden. Wie erkl\u00e4ren wir das leere Grab und die Augenzeugen? Es gibt im Prinzip nur eine historische Erkl\u00e4rung, die wirklich gro\u00df genug ist, diese Fakten plausibel zu integrieren. Die Indizien weisen ganz stark darauf hin, dass Jesus wirklich von den Toten auferstanden ist. Die Auferstehung ist mehr als eine sch\u00f6ne Geschichte. Sie ist eine historische Tatsache, die sich in Raum und Zeit ereignet hat.<\/p>\n<p><strong>3. Die Auferstehung kann unsere sch\u00f6ne Geschichte sein<\/strong><br \/>\nJohn Ortberg sagte: \u201eFreitag war der Tag, an dem Jesus starb. Freitag war der finsterste Tag der Geschichte. Und Sonntag ist der gr\u00f6\u00dfte Tag der Geschichte. Am Sonntag wurde ein Stein weggerollt. Niemand hatte es kommen sehen \u2026 Am Sonntag, beim allerersten Ostern wurde das Grab bezwungen; die H\u00f6lle wurde besiegt; die Finsternis wurde \u00fcberwunden; der Teufel wurde degradiert. Hoffnung wurde rehabilitiert; die Propheten wurden best\u00e4tigt; die Soldaten wurden ver\u00e4rgert; die J\u00fcnger wurden belebt. S\u00fcnde verlor, Scham starb, Freude stieg empor, und Liebe triumphierte.\u201c Das ist in der Tat die Botschaft von Ostern, dass das Gute gewinnt und dass die Liebe triumphiert.<br \/>\nWas bedeutet es konkret f\u00fcr uns? In Johannes 11 hat Jesus eine wirklich bemerkenswerte Aussage gemacht: \u201eIch bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.\u201c Gibt es irgendjemand in der Geschichte der Menschheit, der ein gr\u00f6\u00dferes und krasseres Versprechen gemacht hat, als dieses Versprechen? Dass wir leben werden, auch wenn wir sterben, und dass wir in Ewigkeit nicht sterben, sondern leben werden. Und weil Jesus in diesen Versen zweimal von der Bedingung gesprochen hatte, vom Glauben, fragt er nochmals nach: \u201eGlaubst du das?\u201c<br \/>\nGlaube an die Auferstehung ist nicht wie der Glaube an den Osterhasen oder den Weihnachtsmann. Es gibt richtig gute Gr\u00fcnde, an die Auferstehung Jesu zu glauben. Ich hoffe, dass ich einige von den vielen guten Gr\u00fcnden verst\u00e4ndlich vermitteln konnte. Die historischen Indizien sind ziemlich stark. Aber die Evidenz bringt uns nur bis zu einem gewissen Punkt. Vielleicht kann man das vergleichen mit dem Ende eines Sprungbretts im Schwimmbad. Historische Fakten bringen dich bis an den Punkt, an dem sich deine Zehen am Rand des Bretts krallen k\u00f6nnen. Danach kommt der Punkt, an dem wir den Sprung wagen m\u00fcssen. Es kommt der Punkt, an dem wir eine Entscheidung treffen m\u00fcssen, ob wir glauben oder nicht. Und falls du der Ansicht bist, dass du nicht glauben kannst, m\u00f6chte ich gerne noch folgendes mitgeben. Unglaube bedeutet nicht einfach die Abwesenheit von Glauben. Unglaube ist kein Vakuum. Nicht an die Auferstehung Jesu zu glauben, bedeutet, dass du etwas anderes glaubst, etwas, was du auch nicht beweisen kannst.<br \/>\nUnd ich glaube, dass Gott jeden einzelnen von uns an diesem Ostersonntag einl\u00e4dt, seinen Glauben auf ihn zu setzen. Wenn du gl\u00e4ubig bist, l\u00e4dt er dich ein, es erneut zu tun, ihm zu vertrauen. Und wenn du noch nicht gl\u00e4ubig bist, dann l\u00e4dt er dich ein, es zum ersten Mal zu tun; den Glaubenssprung zu wagen.<br \/>\nVor knapp zwei Jahren ist Tim Keller heimgegangen. Ich fand die Kommentare von der Witwe Kathy Keller so interessant und ansprechend. Sie sagte folgendes: \u201eTim ist auf dem St. Michael\u2019s-Friedhof begraben, den ihr rechts sehen k\u00f6nnt, wenn ihr auf dem Great Central Parkway auf dem Weg nach La Guardia seid. Aber dieser Ort ist riesig. Ihr k\u00f6nntet das Grab nicht finden, selbst wenn ihr es versuchen w\u00fcrdet. Aber bitte versucht es nicht. Und hier ist der Grund, warum ich das nicht m\u00f6chte. Ihr kennt doch diese Szenen in Filmen, wie am Ende von \u201aDer Soldat James Ryan\u2018, wo jemand am Grabstein des Verstorbenen ein emotionales Gespr\u00e4ch f\u00fchrt. Tim und ich haben uns bei diesen Szenen immer unwohl gef\u00fchlt, weil die Person nicht wirklich da ist. Bei Tims Beerdigung sagte ich zu meiner Familie: \u201aBitte kommt nicht hierher und stellt euch \u00fcber das Grab und sch\u00fcttet eure Gef\u00fchle aus. Ihr w\u00fcrdet nur mit dem Gras sprechen. Tim ist bei Jesus: geheilt, geliebt, lebendiger und gl\u00fccklicher, als er es je war. Er ist nicht hier.\u2018\u201c<br \/>\nJesus ist auferstanden. Das ist die Zukunft von allen, die diesem Jesus angeh\u00f6ren und an ihn glauben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Sie meinte, es sei der G\u00e4rtner \u201eJesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der G\u00e4rtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen. 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