{"id":13163,"date":"2025-01-05T11:00:33","date_gmt":"2025-01-05T10:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13163"},"modified":"2025-12-02T19:12:18","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:18","slug":"predigt-apostelgeschichte-1119-30-neujahr-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-apostelgeschichte-1119-30-neujahr-2025\/","title":{"rendered":"Predigt: Apostelgeschichte 11,19-30 &#8212; Neujahr 2025"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2025-SL-Apg-11_1930_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2025-SL-Apg-11_1930_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/apostelgeschichte\/11\/19-30?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Eine neue Gemeinde durch zerstreute Christen<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDie aber zerstreut waren wegen der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhob, gingen bis nach Ph\u00f6nizien und Zypern und Antiochia und verk\u00fcndigten das Wort niemandem als allein den Juden.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apostelgeschichte 11,19)<\/p>\n<p>Frohes, gesegnetes neues Jahr! Ein neues Jahr hat angefangen, von dem wir nicht wissen, was es alles bringen wird. Manche blicken darauf vielleicht mit Sorgen wegen bestehender oder sich abzeichnender Probleme. Dabei haben wir auch Hoffnungen und W\u00fcnsche, sowohl pers\u00f6nlich als auch als Gemeinde. Am Anfang des Jahres fragen wir, was Gottes Wille f\u00fcr uns ist. Vor diesem Hintergrund wollen wir den heutigen Abschnitt in der Apostelgeschichte \u00fcber das Wirken der zerstreuten Christen aus Jerusalem betrachten.<\/p>\n<p>Wegen des Hasses ihrer j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger mussten sie von heute auf morgen ihre H\u00e4user verlassen und aus Jerusalem fliehen und irgendwo eine Bleibe finden. Sie mussten bei Null anfangen. Unser Text berichtet uns aber, dass die zerstreuten Christen das Wort Gottes verk\u00fcndigten. Gott konnte sie dazu gebrauchen, um eine neue Gemeinde zu gr\u00fcnden, die zur wichtigsten Gemeinde des ersten Jahrhunderts wurde. Dazu wollen wir drei Fragen betrachten: In welcher Situation befanden sich die zerstreuten Christen und welchen Glauben hatten sie, sodass Gott sie so gro\u00dfartig gebrauchen konnte? Welche Charakteristika hatte die neue Gemeinde in Antiochia? Was k\u00f6nnen wir davon lernen?<\/p>\n<p>Um unseren heutigen Text zu verstehen, m\u00fcssen wir zu Anfang einen Blick ins Kapitel 8 werfen, wo wir erfahren, warum die Christen zerstreut wurden. Man nimmt an, dass zwischen dem Pfingstereignis und dem Ereignis in Kapitel 8 etwa zehn Jahre lagen und dass die Gemeinde in Jerusalem auf etwa 10.000 Mitglieder angewachsen war. Das stetige Wachstum der christlichen Gemeinde war den Juden in Jerusalem ein Dorn im Auge. An dem Tag, als sie den Armenpfleger Stephanus anklagten und steinigten, kam es zur Vertreibung aller Christen aus Jerusalem. Kapitel 8,1b sagt: \u201eEs erhob sich aber an diesem Tag eine gro\u00dfe Verfolgung \u00fcber die Gemeinde in Jerusalem; da zerstreuten sich alle \u00fcbers Land, \u00fcber Jud\u00e4a und Samarien, nur die Apostel nicht.\u201c Die Christen mussten wegen des Hasses der Menge die Stadt fluchtartig verlassen. Sie konnten so gut wie nichts mitnehmen. Sie verstreuten sich \u00fcbers Land und mussten versuchen, irgendwo eine Arbeit und eine Bleibe zu finden. Damals gab es keinen Wohnungsmarkt wie heute, weil die Leute kaum umzogen, und keinen Arbeitsmarkt, geschweige denn ein Verzeichnis dar\u00fcber. Nat\u00fcrlich gab es auch keine sozialen Sicherungssysteme wie Arbeitslosengeld oder Wohngeld. Sie mussten von Dorf zu Dorf ziehen und irgendjemanden finden, der an ihrer Arbeitskraft Interesse hatte, und versuchen, dort eine Wohnm\u00f6glichkeit f\u00fcr sich und ihre Familie zu finden. Ihr Leben war schlagartig anders geworden, sie wurden von ihren Verwandten, Freunden und Nachbarn getrennt, vielleicht sogar von Familienmitgliedern. Sie mussten nicht nur mit vielen praktischen Problemen fertig werden, sondern auch ihre Ehepartner und ihre Kinder tr\u00f6sten, die auch alles verloren hatten. Au\u00dferdem hatten sie auch die Gemeinde verloren, in der sie geistliche Nahrung, Halt und Geborgenheit hatten.<\/p>\n<p>Was aber taten die zerstreuten Christen in ihrer Situation? Betrachten wir den Vers 19:&nbsp;\u201eDie aber zerstreut waren wegen der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhob, gingen bis nach Ph\u00f6nizien und Zypern und Antiochia und verk\u00fcndigten das Wort niemandem als allein den Juden.\u201c F\u00fcr die zerstreuten Christen war es wirklich nicht leicht, ein Ort zu finden, wo sie arbeiten und wohnen konnten. Manche gingen bis nach Ph\u00f6nizien und Zypern und Antiochia (s. Karte). Im Ausland mussten sie auch noch mit der fremden heidnischen Kultur zurechtkommen. Aber im Vers 19 erfahren wir, dass die zerstreuten Christen trotz all ihrer Probleme dort, wo sie waren, das Wort verk\u00fcndigten. Mit \u201edas Wort\u201c ist hier im Hinblick auf Vers 21 das Evangelium von Jesus gemeint. Obwohl sie mit so vielen Schwierigkeiten fertig werden mussten, sagten sie den Menschen in ihrer neuen Umgebung das Evangelium. Sie waren nicht als Missionare zur Verbreitung des Evangeliums ausgesandt worden, sondern mussten wegen der Verfolgung fliehen. Trotzdem haben sie \u00fcberall, wo sie hinkamen, den Menschen das Evangelium bezeugt. Wie konnte sie das tun? Was sagt das \u00fcber ihren Glauben?<\/p>\n<p>Wenn wir einmal kurz versuchen, uns in ihre Lage zu versetzen, merken wir, dass das gar nicht so selbstverst\u00e4ndlich ist. Was w\u00fcrden wir denken, wenn die Christen in Heidelberg so stark mit Gewalt bedroht w\u00fcrden, dass wir unsere Wohnungen fluchtartig verlassen und aus der Stadt fliehen m\u00fcssten. Vielleicht m\u00fcssten wir sogar ins Ausland, ohne zu wissen, ob wir zur\u00fcckkommen k\u00f6nnen? Was w\u00fcrden ihr denken? In so einer Situation ist es leicht zu denken: Warum hat Gott es zugelassen, dass ich so viel verliere und so viele neue Probleme bekomme? Wenn man so eine Situation ich-bezogen betrachtet, ohne bewusst an Gottes Liebe und seine Souver\u00e4nit\u00e4t zu glauben, ist es nur noch ein kleiner Schritt dazu, dass wir anfangen, an Gottes Liebe zu uns zu zweifeln. Wenn Gott mich wirklich liebt, warum l\u00e4sst er dann so ein gro\u00dfes Problem in meinem Leben zu?<\/p>\n<p>Den Christen damals, die wegen ihres Glaubens alles verloren hatten und mit vielen neuen Schwierigkeiten zurechtkommen mussten, kam sicher auch die Frage, warum Gott all diese Schwierigkeiten zugelassen hat. Aber die Tatsache, dass wo sie auch hinkamen, das Wort verk\u00fcndigten, verr\u00e4t uns, was f\u00fcr einen Glauben sie hatten. Sie hielten die Gnade der S\u00fcndenvergebung und die Dankbarkeit f\u00fcr ihre Rettung fest. Sie waren von der Gnade Jesu, der sie vom Leben in der S\u00fcnde errettet und sie zum ewigen Leben in seinem Reich berufen hatte, so begeistert, dass sie trotz ihrer gro\u00dfen Probleme anderen unbedingt von Jesus erz\u00e4hlen wollten.<\/p>\n<p>Das ist eine einfache Erkl\u00e4rung, die auch sicher richtig ist. Aber wenn wir uns vor Augen f\u00fchren, was f\u00fcr existenzielle Probleme sie hatten, war es wirklich bemerkenswert, dass sie inmitten aller Probleme anderen fr\u00f6hlich das Wort verk\u00fcndigten. Viele geraten in Glaubenskrisen, wenn Dinge in ihrem Leben passieren, mit denen sie nie gerechnet hatten und deren Grund sie nicht verstehen k\u00f6nnen. Wenn wir dar\u00fcber nachdenken, erkennen wir, dass der Glaube der zerstreuten Christen nicht ichbezogen war, nicht auf ihre eigenen W\u00fcnsche oder Bed\u00fcrfnisse fixiert war. Sie hatten, offenbar durch die Lehre der Apostel in Jerusalem, das Evangelium als Gottes Ratschluss verstanden und dass sie durch den Glauben selbst Teil davon waren. Sie glaubten, dass Gottes Ratschluss immer gut ist, auch wenn es sich gerade gar nicht so anf\u00fchlt. Weil sie fest daran glaubten, gingen sie davon aus, dass es auch hinter der Verfolgung Gottes guten Plan geben musste. Durch diesen Glauben konnten sie negative Gedanken und Gef\u00fchle und viele praktische Probleme \u00fcberwinden und den geistlichen Wunsch behalten, Gott und ihren Mitmenschen zu dienen. Als sie ihre Situation aus dem Glauben betrachteten, konnten sie erkennen, dass die Zerstreuung ihnen die M\u00f6glichkeit gab, Menschen das Wort zu verk\u00fcndigen, die sie sonst nie getroffen h\u00e4tten und die es sonst niemals geh\u00f6rt h\u00e4tten. So konnten sie durch den Glauben Gottes Ratschluss erkennen und erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir davon lernen? Zum einen k\u00f6nnen wir lernen, wie wichtig es ist, dass wir das Evangelium nicht nur grunds\u00e4tzlich glauben, sondern es immer neu annehmen und den Glauben daran im Herzen lebendig halten. Wenn wir von Jesu Gnade der Vergebung und von der Hoffnung auf sein Reich erf\u00fcllt sind, haben wir unwillk\u00fcrlich einen dringenden Wunsch, anderen davon zu erz\u00e4hlen und ihnen das Wort zu verk\u00fcndigen, auch wenn wir Problemen haben. Wenn wir dagegen keinen lebendigen Glauben haben, reichen schon kleine Probleme aus, um uns davon abzuhalten (z.&nbsp;B. der Gedanke, dass die Situation jetzt nicht ideal w\u00e4re, oder die Sorge, wie der andere reagieren k\u00f6nnte). Dann k\u00f6nnen sogar kleine Probleme unseren Glauben schw\u00e4chen und angreifen.<\/p>\n<p>Zum anderen lernen wir am Beispiel der zerstreuten Christen, dass es wichtig ist, dass unser Glaube nicht ichbezogen bleibt, sondern dass wir Gottes Ratschluss begreifen bis dahin, dass wir im Glauben an seinen guten Ratschluss leben lernen. Je mehr wir Gottes Ratschluss begreifen, desto mehr k\u00f6nnen wir lernen, auch in gro\u00dfen Schwierigkeiten an seinen guten Willen zu glauben und aus diesem Glauben zu denken, zu beten und zu handeln, anstatt geistlich schwach und hilflos zu werden.<\/p>\n<p>Obwohl der Glaube der zerstreuten Christen in diesem Sinne vorbildlich war, nennt der Text aber eine Einschr\u00e4nkung. Sie sagten n\u00e4mlich das Wort niemandem als allein den Juden. Was bedeutet das? Warum war das ein Problem? Die Stadt Antiochia war eine gro\u00dfe Stadt im damaligen Syrien, heute liegt sie kurz hinter der syrischen Grenze und geh\u00f6rt zur T\u00fcrkei. Die Stadt lag an einer wichtigen Handelsstra\u00dfe, die China im Osten und Rom im Westen miteinander verband. Zur Zeit des R\u00f6mischen Reichs war Antiochia neben Alexandria und Konstantinopel eine der gr\u00f6\u00dften und bedeutendsten St\u00e4dte im \u00f6stlichen Mittelmeerraum. Man geht davon aus, dass es in der r\u00f6mischen Kaiserzeit bis zu 500.000 Einwohner gab. Die allermeisten davon waren keine Juden, sondern aus j\u00fcdischer Sicht \u201eGriechen\u201c, was griechisch sprechende Nichtjuden meinte. Aber obwohl die zerstreuten Christen einen festen Glauben hatten und auch in ihrer schwierigen Situation anderen das Evangelium bezeugte, verk\u00fcndigten sie niemandem das Wort au\u00dfer den Juden. Sie waren noch stark von dem j\u00fcdischen Denken gepr\u00e4gt, dass Gott nur die Juden liebt. Seit Jahrhunderten hatten die Juden Heiden als von Gott Verworfene betrachtet und sie als Gesetzlose verachtet, die kein Anrecht und keine Chance auf sein Heil h\u00e4tten. Zwischen Juden und Heiden hatte sich eine Feindschaft entwickelt und eine hohe Mauer, die ein massives Hindernis f\u00fcr die Mission war. Die Christen in Jerusalem hatten noch nicht genug erkannt, dass Gott auch die Heiden liebt und auch sie durch den Messias retten will. In Kapitel 9 der Apostelgeschichte lesen wir, wie Gott Petrus zu einem r\u00f6mischen Hauptmann namens Kornelius gef\u00fchrt und ihm geholfen hat, zu erkennen, dass Gott auch die Heiden liebt und sie zur Rettung durch Jesus f\u00fchren will. Als Petrus danach seine Erfahrung in Jerusalem berichtete, erkannten die anderen Leiter, dass Gott auch den Heiden die Umkehr gegeben hat, die zum Leben f\u00fchrt. Sie erkannten, dass Gott auch Heiden durch das Evangelium erretten will. Trotz dieses Fortschritts in der Gemeinde in Jerusalem finden wir keine Hinweise, dass sie in Jerusalem danach f\u00fcr die Mission der Heiden gebetet oder eine Initiative zur Heidenmission gestartet h\u00e4tte. Praktisch bestand die Mauer der Heidenmission immer noch. Aber Gott wollte, dass das Evangelium von Jesus allen Menschen auf der Welt verk\u00fcndigt wird. Gott gebrauchte die zerstreuten Christen, um das Evangelium bis nach Antiochia zu verbreiten. Und Antiochia war die Stadt, wo die Mauer zur Heidenmission zerbrochen werden sollte.<\/p>\n<p>Wie passierte das? Betrachten wir den Vers 20: \u201eEs waren aber einige unter ihnen, M\u00e4nner aus Zypern und Kyrene, die kamen nach Antiochia und redeten auch zu den Griechen und predigten das Evangelium vom Herrn Jesus.\u201c Als die zerstreuten Christen vielen Juden in Antiochia begeistert das Wort verk\u00fcndigten, kamen auch M\u00e4nner aus Zypern und aus Kyrene in Nordafrika (im heutigen Libyen) nach Antiochia. Sie waren offenbar Juden, die dort in der Minderheit lebten und vermutlich auf einer der j\u00e4hrlichen Wallfahrten in Jerusalem die christliche Botschaft geh\u00f6rt hatten und zum Glauben gekommen waren. Weil sie in Zypern bzw. in Kyrene seit langem unter vielen Nichtjuden gelebt hatten und vermutlich heidnische Nachbarn und Gesch\u00e4ftspartner hatten, betrachteten sie Heiden nicht so starr nach dem j\u00fcdischen Schema, wie das die Christen in Jerusalem noch taten. Wegen ihrer N\u00e4he zu Heiden konnten sie sich vorstellen, dass Gott auch die Heiden liebt und erretten will. Als sie nach Antiochia kamen, wo die zerstreuten Christen eifrig das Evangelium verk\u00fcndigten, begannen sie auch mit den Heiden zu reden und ihnen das Evangelium von Jesus zu predigen. Die Mauer zur Heidenmission brach endlich ein.<\/p>\n<p>Wie reagierte Gott darauf? Der Vers 21&nbsp;sagt: \u201eUnd die Hand des Herrn war mit ihnen und eine gro\u00dfe Zahl wurde gl\u00e4ubig und bekehrte sich zum Herrn.\u201c Gott segnete ihre Predigt und er f\u00fchrte dadurch viele Heiden zum Glauben an Jesus. Auch diese M\u00e4nner aus Zypern und Kyrene waren keine Missionare, sondern Menschen, die zum Glauben an Jesus gefunden hatten und den Wunsch hatten, das Evangelium anderen weiterzugeben. Dass Gottes Hand mit ihnen war und Gott so stark durch sie unter den Heiden wirkte, zeigt, wie sehr ihr Predigen Gottes Wunsch entsprach. Das war ein sehr wichtiger Schritt in der Verbreitung des Evangeliums. Die T\u00fcr zur Mission der Heiden war aufgesto\u00dfen.<\/p>\n<p>Wie entwickelte sich diese Gemeinde und welche Eigenschaften hatte sie? Die Verse 22-24 berichten, dass die Gemeinde in Jerusalem, als sie von Gottes Wirken in Antiochia h\u00f6rte, Barnabas nach Antiochia sandte, um dieses Werk zu unterst\u00fctzen. Barnabas (auch aus Zypern) wird uns als ein Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes vorgestellt. Als er in Antiochia ankam und die Gnade Gottes sah, die dort unter Juden und Heiden m\u00e4chtig wirkte, ermahnte er sie alle, mit festem Herzen am Herrn Jesus zu bleiben. Unter seinem guten geistlichen Einfluss wurden viele weitere Menschen f\u00fcr den Glauben an Jesus gewonnen.<\/p>\n<p>Als die Gemeinde wuchs, erkannte Barnabas, dass weitere geistliche Unterst\u00fctzung gebraucht wird. Er ging nach Tarsus, der Heimatstadt von Saulus, um diesen zu suchen. Als er ihn fand, brachte er ihn nach Antiochia. Saulus und Barnabas blieben ein ganzes Jahr in der Gemeinde und lehrten viele. Die Gemeinde war eine multiethnische und multikulturelle Gemeinde mitten in einer Gro\u00dfstadt. Die Menschen waren von ihrem Hintergrund, ihrer Denkweise und Lebensweise sehr verschieden, vom Alter her sowieso. Daher muss es viele Fragen und viele Probleme beim Zusammenleben und beim Bilden einer herzlichen Gemeinschaft gegeben haben. Doch durch die profunde Lehre konnte die Gemeinde geistlich gesund heranwachsen und eine Gemeinde werde, die Gott f\u00fcr sein gro\u00dfes Werk gebrauchen konnte.<\/p>\n<p>Der Vers 26 merkt an dieser Stelle an: \u201eIn Antiochia wurden die J\u00fcnger zuerst Christen genannt.\u201c Warum bekamen die Christen gerade in Antiochia diese Bezeichnung und was sagt sie \u00fcber die dortige Gemeinde? Dass Juden sich absonderten, war damals normal; und selbst eine Gemeinschaft von Juden, die an Jesus glaubten, erregte kein besonderes Interesse in der \u00d6ffentlichkeit. Aber in der Gemeinde in Antiochia gab es eine herzliche Gemeinschaft aus Juden und Griechen, also von Menschen, die sich eigentlich nicht ausstehen konnten und sich normal nie an einen Tisch setzten. Aber sie versammelten sich h\u00e4ufig zum H\u00f6ren des Wortes, zum Gebet oder zum gemeinsamen Essen, was eigentlich unvorstellbar war. Als man versuchte, f\u00fcr diese Leute eine Bezeichnung zu finden, stellten man fest, dass das, was sie verband, Christus war. Christus war es, von dem sie st\u00e4ndig redeten und den sie als ihren Herrn und Retter lobten; Christus war es, der bei ihnen im Mittelpunkt stand. Daher gab man ihnen die Bezeichnung \u201eChristen\u201c.<\/p>\n<p>In den Versen 27-30 k\u00f6nnen wir zum Schluss noch eine weitere Eigenschaft dieser Gemeinde erfahren. In jenen Tagen kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochia und einer von ihnen mit Namen Agabus sagte durch den Geist eine gro\u00dfe Hungersnot voraus, die \u00fcber den ganzen Erdkreis kommen sollte. Die Verse 29 und 30 sagen: \u201eAber unter den J\u00fcngern beschloss ein jeder, nach seinem Verm\u00f6gen den Br\u00fcdern, die in Jud\u00e4a wohnten, eine Gabe zu senden. Das taten sie auch und schickten sie zu den \u00c4ltesten durch Barnabas und Saulus.\u201c Jeder beschloss, Geld f\u00fcr die Br\u00fcder in Jud\u00e4a zu sammeln. Warum taten sie das? Die allermeisten hatten die Glaubensbr\u00fcder in Jud\u00e4a noch nie gesehen. Aber sie hatten ein Bewusstsein f\u00fcr ihren geistlichen Ursprung und f\u00fcr die Einheit der christlichen Gemeinde. Auch hatten sie geistliche Unterst\u00fctzung aus Jerusalem durch die Entsendung von Barnabas erhalten. Als sie erfuhren, dass eine gro\u00dfe Hungersnot kommen w\u00fcrde, die die Br\u00fcder im j\u00fcdischen Bergland h\u00e4rter treffen w\u00fcrde als sie in einer gro\u00dfen Handelsstadt, wollten alle die Br\u00fcder in Jud\u00e4a gerne unterst\u00fctzen. So haben sie praktisch die geistliche Einheit gelebt und gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Heute haben wir betrachtet, wie die zerstreuten Christen \u00fcberall, wo sie hinkamen, das Evangelium verk\u00fcndigt haben. Dadurch entstand in Antiochia eine gro\u00dfe Gemeinde aus Menschen mit sehr unterschiedlichen kulturellen und religi\u00f6sen Hintergr\u00fcnden, in der Jesus Christus das Zentrum und die verbindende Kraft war. Diese Gemeinde hatte trotz oder wegen ihrer gro\u00dfen Vielfalt ein klares Bewusstsein f\u00fcr die geistliche Einheit. Dadurch wurde sie eine Gemeinde, die Gott bald als Basis f\u00fcr die Weltmission gebrauchen konnte (13,1-3). M\u00f6ge Gott uns im neuen Jahr helfen, mit dem Glauben an das Evangelium erf\u00fcllt zu sein, sodass wir es unter allen Umst\u00e4nden anderen fr\u00f6hlich sagen k\u00f6nnen. M\u00f6ge Gott uns helfen, dass wir Gottes Ratschluss tiefer verstehen, so gut, dass wir auch schwierige Situationen im Glauben an seinen guten Willen bestehen und entsprechend handeln k\u00f6nnen. M\u00f6ge Gott uns helfen, wie die Christen in Antiochia eine Christus-zentrierte Gemeinschaft zu werden und nach der geistlichen Einheit zu streben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Eine neue Gemeinde durch zerstreute Christen \u201eDie aber zerstreut waren wegen der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhob, gingen bis nach Ph\u00f6nizien und Zypern und Antiochia und verk\u00fcndigten das Wort niemandem als allein den Juden.\u201c (Apostelgeschichte 11,19) Frohes, gesegnetes neues Jahr! 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