{"id":1311,"date":"2011-01-25T21:21:30","date_gmt":"2011-01-25T20:21:30","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1311"},"modified":"2023-01-29T20:59:14","modified_gmt":"2023-01-29T19:59:14","slug":"predigt-philipper-21-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-philipper-21-11\/","title":{"rendered":"Predigt: Philipper 2,1 &#8211; 11"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/P3-0201-11.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Seid\u00a0 so\u00a0 unter\u00a0 euch\u00a0 gesinnt!<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eSeid so unter euch gesinnt, wie es auch<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\">der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Phil 2,5)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>In den vergangenen zwei Wochen haben wir die Gl\u00e4ubigen in Philippi durch Kap. 1 ein wenig kennen gelernt. Wir haben erfahren, dass Paulus jedes Mal, wenn er an sie dachte, Gott f\u00fcr sie dankte und mit Freude f\u00fcr sie betete. Paulus war guter Zuversicht f\u00fcr sie, dass Gott sein angefangenes Werk an ihnen auch vollenden w\u00fcrde. Denn sie hatten auch nach zehn Jahren weiterhin Gemeinschaft mit Paulus am Evangelium und dienten mit ihm aktiv dem Werk des Evangeliums, indem sie f\u00fcr ihn beteten und ihn immer wieder auch praktisch unterst\u00fctzten. Bis hierhin haben wir also ein rundweg positives, fast ideales Bild von ihnen bekommen. Doch im heutigen Text erfahren wir, dass es einen gravierenden Mangel in ihrer Gemeinde gab, den Paulus gr\u00fcndlich behandelte \u2013 es fehlte ihnen n\u00e4mlich an der Einheit. Warum ist es so wichtig, dass die Gl\u00e4ubigen in einer Gemeinde eines Sinnes sind? Und wie k\u00f6nnen wir trotz unserer Verschiedenheit eines Sinnes sein? Im heutigen Text finden wir auf diese wichtigen Fragen Antwort. Lasst uns gut zuh\u00f6ren und erfahren, wie wir eines Sinnes sein k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Seid eines Sinnes (1-4)<\/strong><\/p>\n<p>Wie war das Glaubensleben der Philipper? Betrachten wir Vers 1: <strong>\u201eIst nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit\u201c<\/strong>. Dieser Vers beschreibt mehrere gute Attribute ihres Glaubenslebens und sagt etwas von dem Niveau, auf dem sie ihr geistliches Leben f\u00fchrten. Zum Beispiel gab es bei ihnen \u201eErmahnung in Christus\u201c. Das Wort f\u00fcr Ermahnung hier kann man auch mit \u201eErmutigung\u201c \u00fcbersetzen. Die Gl\u00e4ubigen in Philippi waren also nicht ratlos oder hilflos, wenn jemand unter ihnen geistlich schwach wurde oder in Bedr\u00e4ngnis geriet. Sie konnten einander geistlich ermahnen und ermutigen. Es gab bei ihnen auch Trost der Liebe. Wenn jemand Leid oder Kummer hatte, lie\u00dfen sie ihn nicht allein, sondern konnten ihn liebevoll tr\u00f6sten. Sie waren auch damit vertraut, mit dem Heiligen Geist Gemeinschaft zu haben und in ihrem allt\u00e4glichen Leben auf seine F\u00fchrung zu achten. Sie lebten nicht blo\u00df nebeneinander her, sondern hatten herzliche Liebe und \u00fcbten Barmherzigkeit, wenn jemand in Not war.<\/p>\n<p>Wenn wir nur diese Beschreibung im Vers 1 bedenken, bekommen wir den Eindruck, dass sie rundherum vorbildlichen Glauben hatten. Aber obwohl ihr Glaube so viele gute Tugenden hatte, gab es ein gravierendes Problem. Betrachten wir Vers 2: <strong>\u201eso macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig seid.\u201c<\/strong> Der Glaube der einzelnen Gemeindeglieder hatte zwar viele gute Eigenschaften, aber sie waren nicht eines Sinnes; sie liebten Gott und liebten auch einander, aber sie hatten nicht die gleiche Liebe; sie hatten vielleicht viele Zusammenk\u00fcnfte und organisierten verschiedene Aktionen der Gemeinde, aber sie waren dabei nicht einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig. Paulus ermahnte sie dazu, eines Sinnes zu sein. Eines Sinnes zu sein, bedeutet nicht, dass alle gleich werden sollen. Die englische \u00dcbersetzung sagt \u201elikeminded\u201c. Es geht um die Gesinnung, um die gleiche Ausrichtung des Sinnes, darum, das gleiche Lebensziel und die gleiche Wertanschauung im Leben zu haben.<\/p>\n<p>Wie ernst war das Problem der Uneinigkeit in der Philipper Gemeinde? Obwohl Paulus seine Aufforderung sehr liebevoll formuliert hat (\u201eso macht meine Freude dadurch vollkommen\u201c), sodass der Eindruck entstehen k\u00f6nnte, dass es sich nur um ein marginales Problem handeln w\u00fcrde, zeigt die Tatsache, dass er deswegen einen ganzen Abschnitt von elf Versen schreibt, dass das Problem ernst war. In Kap. 4 sieht Paulus es sogar f\u00fcr n\u00f6tig an, zwei Frauen wegen ihrer Uneinigkeit \u00f6ffentlich zu ermahnen; dort steht: <strong>\u201eEvodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien in dem Herrn\u201c<\/strong> (4,2). Die beiden Frauen waren offenbar beide Mitarbeiterinnen in der Gemeinde. Aber sie hatten einen lang andauernden Streit, sodass man auch Paulus in Rom davon berichtete. Wenn eine Gemeinde nicht einm\u00fctig ist, sondern es Streit unter Gemeindegliedern gibt, hat dies sehr schlechte Auswirkungen auf die ganze Gemeinde. Streit zerst\u00f6rt die Harmonie in der Gemeinde, die Atmosph\u00e4re der Liebe und des Vertrauens, die f\u00fcr das geistliche Wachstum der Gl\u00e4ubigen und f\u00fcr die Anziehungskraft der Gemeinde auf Au\u00dfenstehende wichtig ist, geht verloren. Selbst wenn nur zwei Gemeindeglieder miteinander streiten, kann der Konflikt sich leicht ausweiten und zum Konflikt zwischen z.B. Evodias Kreis und Syntyches Kreis werden. Es kann leicht zur Bildung von Parteien und sogar zur Spaltung der Gemeinde kommen. Darum ermahnt Paulus sie pers\u00f6nlich dazu, eines Sinnes zu sein in dem Herrn. Aber es geht Paulus um viel mehr als nur darum, den Konflikt zwischen diesen zwei Mitarbeiterinnen zu beenden. Vielmehr fordert er alle in der Gemeinde dazu auf, eines Sinnes zu sein, gleiche Liebe zu Gott und zu einander zu haben und einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig zu sein.<\/p>\n<p>Warum ist es so wichtig, eines Sinnes zu sein? Eine einm\u00fctige Gesinnung zu haben, ist sogar auch in vielen Bereichen wichtig, die die meisten ohne Glauben an Gott gestalten, etwa in der Arbeitswelt, im Sports oder in der Kunst wichtig. Zum Beispiel m\u00fcssen selbst gute Fu\u00dfballspieler einm\u00fctig zusammenspielen, damit sie eine erfolgreiche Mannschaft werden. Selbst hervorragende Musiker k\u00f6nnen nur dann als Orchester sch\u00f6n spielen, wenn sie in diesem Anliegen einm\u00fctig werden und das jeweilige St\u00fcck mit derselben Gesinnung einstudieren. Viel wichtiger noch ist die Einmut in der Familie. Wie schrecklich ist das Familienleben, wenn sich die Familienglieder andauernd streiten? Wie sehr leiden die Kinder in den Familien, wo die Eltern sich dauernd streiten und die Familie schlie\u00dflich praktisch auseinander gerissen wird! Die Gemeinde der Gl\u00e4ubigen ist nach der Lehre der Bibel auch eine organische Einheit, und zwar der Leib Jesu Christi, und jeder ist des anderen Glied. So wie die Glieder unseres K\u00f6rpers, wenn wir laufen, sprechen oder arbeiten, harmonisch zusammen\u00adwirken, sollen wir als Glieder des Leibes Jesu miteinander harmonisch zusammen\u00adwirken. Damit dies m\u00f6glich ist, m\u00fcssen wir eines Sinnes sein. Wir sollen auch gleiche Liebe haben; da wir denselben Gegenstand der Liebe haben, Gott, sollen wir auch in der Art, wie wir ihn lieben, eins werden. Auch in der Liebe zueinander sollen wir als Jesu J\u00fcnger eins werden. Darum sagte Jesus noch am Vorabend seiner Kreuzigung zu seinen J\u00fcngern: <strong>\u201eEin neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine J\u00fcnger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt\u201c<\/strong> (Joh 13,34.35). Jesus w\u00fcnscht sich, dass wir als seine J\u00fcnger uns in dem Ma\u00df lieben, wie er uns geliebt, und so auch in der Liebe einm\u00fctig werden.<\/p>\n<p>Doch das ist nicht ganz einfach und geschieht nicht von allein. Auch Paulus war sich dessen offenbar bewusst, sodass er es nicht dabei belie\u00df, die Philipper einfach nur zur Einm\u00fctigkeit aufzufordern, sondern noch konkreter darauf einging. Welchen konkreten Rat gab er ihnen? Im Vers 3a schreibt er:<strong> \u201eTut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen \u2026\u201c <\/strong>Die Haupthindernisse sind vor allem das Handeln aus Eigennutz oder um der eigenen Ehre willen. Hier wird klar, dass es nicht nur um die Taten geht, die jemand in der Gemeinde tut, sondern auch um seine Motive, aus denen man sie tut. Eigentlich sollten alle in der Gemeinde aus Liebe zu Gott und zu seiner Ehre wirken. Aber es kann auch sein, dass jemand aus eigenn\u00fctzigen Motiven mitwirkt, zum Beispiel um dadurch eine Best\u00e4tigung f\u00fcr seinen eigenen Glauben zu erlangen oder um von anderen in der Gemeinde anerkannt oder bewundert zu werden. Der Ausdruck \u201eeitle Ehre\u201c kann auch mit \u201eleerer Ruhm\u201c \u00fcbersetzt werden und macht deutlich, wie bedeutungslos und leer letztlich jegliche Anerkennung von Menschen ist. Wenn wir aus solchen verkehrten Motiven handeln, k\u00f6nnen wir nicht nur Gott nicht erfreuen, sondern verhindern auch die Einheit in der Gemeinde. Denn eines Sinnes zu sein, ist von vorneherein nicht m\u00f6glich, wenn jemand aus eigenn\u00fctzigen, verkehrten Motiven heraus mitwirkt. Eines Sinnes zu sein, ist nur m\u00f6glich auf der Basis, dass alle das richtige Anliegen haben, Gott zu verherrlichen und aus Liebe zu ihm den Menschen zu dienen.<\/p>\n<p>Welche Haltung sollten die Gl\u00e4ubigen in Philippi dann gegen\u00fcber den Geschwistern haben, um mit ihnen einm\u00fctig zu sein? Betrachten wir die Verse 3b und 4: <strong>\u201esondern in Demut achte einer den andern h\u00f6her als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.\u201c <\/strong>W\u00e4hrend Vers 3a sagt, was die Gl\u00e4ubigen nicht tun sollten, erfahren wir nun hier, worum sie sich aktiv bem\u00fchen sollten. Anstatt eigenn\u00fctzige Ziele zu verfolgen oder die eitle Ehre von den anderen zu suchen, sollte jeder den andern h\u00f6her achten als sich selbst und finden, wie er ihm dienen kann.<\/p>\n<p>Das war f\u00fcr die Philipper sicher nicht leicht. Es ist in der Tat f\u00fcr keinen Menschen leicht, die anderen h\u00f6her zu achten als sich selbst und ihnen zu dienen. Denn unsere alte Natur ist selbsts\u00fcchtig und hochm\u00fctig und will sich selbst \u00fcber andere erheben und von anderen bedient werden anstatt ihnen zu dienen. Wie ist es aber doch m\u00f6glich? Vers 3b sagt \u201ein Demut\u201c. Wir brauchen Demut. Augustinus sagte einmal, als er gefragt wurde, was das wichtigste im Glaubensleben sei, nur ein Wort: \u201eDemut.\u201c Als er gefragt wurde, was denn das Zweitwichtigste sei, antwortete er: \u201eDemut.\u201c Auf die Frage, was dann am drittwichtigsten sei, sagte er wiederum: \u201eDemut.\u201c Demut ist die Eigenschaft, die in unserem Leben die zentrale Rolle f\u00fcr die richtige Beziehung zu Gott und zu unseren Mitmenschen spielt. Wenn wir dem\u00fctig sind, k\u00f6nnen wir die anderen mit anderen Augen sehen, wir k\u00f6nnen n\u00e4mlich ihre St\u00e4rken sehen anstatt ihrer Schw\u00e4chen und M\u00e4ngeln, und k\u00f6nnen sie vom Herzen hoch achten. Wenn wir dem\u00fctig sind, k\u00f6nnen wir den anderen gerne dienen. Dann k\u00f6nnen wir mit den anderen trotz aller Verschiedenheit eines Sinnes sein und eintr\u00e4chtig mit ihnen Gott dienen und ihn erfreuen. M\u00f6ge Gott uns helfen uns, f\u00fcr alle verkehrten Motive und verborgenen Hochmut Bu\u00dfe zu tun, und in Demut einander hoch zu achten und so eines Sinnes zu sein!<\/p>\n<p>Wir danken Gott, dass wir in einer Gemeinde sein d\u00fcrfen, in der es fast nie Streit gibt. Dies ist dadurch bedingt, dass die meisten die Gesinnung Jesu kennen und die Schw\u00e4chen der anderen getragen haben und tragen. Von ihrer Natur her ist Demut eine Eigenschaft, die oft unsichtbar ist und nicht hervortritt; und doch sind etliche Spuren davon zu sehen. Einige stellen treu jeden Sonntag die St\u00fchle f\u00fcr die Gebetsstunde am n\u00e4chsten Morgen hin. Manche haben stets ein offenes Ohr f\u00fcr andere und sind bereit, ihnen mit einem geistlichen Rat und Gebet zu dienen, unabh\u00e4ngig davon, aus welchem Kreis sie sind. Andere sind stets bereit, auch praktische Dienste zu leisten oder unaufgefordert die Einrichtung im Gemeindezentrum zu reparieren oder zu verbessern. Obwohl es schon etliche \u00c4hnlichkeiten mit der dem\u00fctigen Gesinnung Jesu gibt, wollen wir uns damit nicht zufrieden geben. Wir sollen uns selbst pr\u00fcfen, wie dem\u00fctig wir zurzeit wirklich sind und wie einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig wir mit den anderen sind. M\u00f6ge Gott uns helfen, in der Gesinnung Jesu weiter heranzuwachsen und ganz eines Sinnes zu sein und in allem einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig zusammen zu wirken!<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Seid so gesinnt wie Christus (5-11)<\/strong><\/p>\n<p>Was ist der Ma\u00dfstab f\u00fcr unsere Bem\u00fchung um die richtige Gesinnung gegen\u00fcber den anderen? An wem k\u00f6nnen wir uns orientieren, damit wir eine richtige Gesinnung haben und f\u00fcr die Einmut in der Gemeinde kein Hindernis werden, sondern unseren Beitrag dazu leisten? Lesen wir gemeinsam den Vers 5: <strong>\u201eSeid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht\u201c. <\/strong>Unser Beispiel und Ma\u00dfstab ist Jesus Christus. Wir sollen so gesinnt sein, wie es der Gemeinschaft mit Jesus Christus, entspricht. Einfacher, der urspr\u00fcnglichen \u00dcbersetzung Luthers entsprechend ausgedr\u00fcckt sollen wir jeder so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war. Eine englische \u00dcbersetzung lautet: \u201c<strong>In your relationship with one another have the same mindset as Christ Jesus.\u201c <\/strong>(NIV 2010) Diese Aufforderung macht deutlich, dass unsere Gesinnung nicht von unserem Charakter oder unserer langj\u00e4hrigen Gewohnheit her festgelegt ist, sondern dass wir sie mit unserem Willen selbst bestimmen k\u00f6nnen. Sicherlich sind wir von Natur aus nicht so gesinnt wie Jesus Christus. Unser nat\u00fcrliche Gesinnung ist vielmehr ichzentriert, hochm\u00fctig, selbstherrlich und das Verlangen, uns dienen zu lassen. Aber die Aufforderung \u201eSeid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht\u201c zeigt, dass wir nicht in unserer nat\u00fcrlichen Gesinnung bleiben m\u00fcssen, sondern die Gesinnung Jesu lernen und sie uns zu eigen machen k\u00f6nnen. In diesem Sinne sind wir vergleichbar mit einem Computer, auf dem unterschiedliche Software ablaufen kann, gute und schlechte Programme; indem wir mit unsere Gesinnung bewusst festlegen, bestimmen wir letztlich, was darauf abl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Doch praktisch ist es nicht so leicht, unsere Gesinnung wirklich dauerhaft zu \u00e4ndern. Sicher haben manche von uns schon erfahren, dass sie, nachdem sie vor Gottes Wort Bu\u00dfe getan und eine dem\u00fctige Gesinnung angenommen haben und nach einer Weile doch wieder in die alte Gesinnung zur\u00fcckgefallen sind. Was sollen wir dann tun? Wir sollten uns nicht entmutigen lassen, sondern sollen unsere Gesinnung nochmals erneuern. Tats\u00e4chlich m\u00fcssen wir unsere Gesinnung t\u00e4glich erneuern. Wie Jesus auch bei seiner Einladung zur Nachfolge gesagt hat: <strong>\u201eWer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich t\u00e4glich und folge mir nach\u201c <\/strong>(Lk 9,23). Wir sollen t\u00e4glich unsere Gesinnung erneuern und sie wieder der Gesinnung Jesu anpassen. Bildlich gesprochen sollen wir t\u00e4glich einen \u201eReset\u201c machen und unsere Gesinnung neu mit der Gesinnung Jesu pr\u00e4gen. Das ist wirklich sehr wichtig. Denn unsere Gesinnung bestimmt unser Denken, Streben und Handeln und somit letztlich unseren Lebensweg. Wenn wir Jesu Gesinnung lernen, wird sie uns den Weg zum Leben f\u00fchren. Wenn wir die Gesinnung Jesu haben, haben wir auch eine richtige Einstellung gegen\u00fcber den anderen in der Gemeinde und k\u00f6nnen mit ihnen eine Einheit bilden.<\/p>\n<p>Wie war Jesus dann gesinnt? Der Vers 6 beginnt mit den Worten: \u201e<strong>Er, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war \u2026\u201c <\/strong>Jesus war urspr\u00fcnglich in g\u00f6ttlicher Gestalt. Das hei\u00dft, dass er Gott gleich war und selbst Gott war. So sagt auch Joh 1,1.2 \u00fcber ihn: <strong>\u201eIm Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; dasselbe war im Anfang bei Gott.\u201c<\/strong> Welche gro\u00dfe Herrlichkeit, welche Ehre und wie gro\u00dfe Macht muss Jesus gehabt haben, als er in g\u00f6ttlicher Gestalt im Himmel Gott gleich war. Wir sind nicht in der Lage, es uns auch nur ann\u00e4hernd vorzustellen. Doch was machte Jesus damit? Lesen wir den ganzen Vers 6: \u201e<strong>Er, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war, hielt es nicht f\u00fcr einen Raub, Gott gleich zu sein\u201c. <\/strong> Wir Menschen halten unsere Privilegien fest, selbst wenn sie noch so gering sind. Das was wir besitzen oder was uns zusteht an Geld, Respekt oder Macht, halten wir fest, wie ein L\u00f6we seine Raub festh\u00e4lt, wir bestehen darauf, dass wir es auch unvermindert erhalten. Aber wie anders ist Jesus! Jesus hielt seine Privilegien nicht fest. Er gab vielmehr alles auf.<\/p>\n<p>Vers 7 sagt dazu weiter: <strong>\u201esondern ent\u00e4u\u00dferte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.\u201c<\/strong> Hier wird dreifach das unfassbare Ereignis ausgedr\u00fcckt, dass Jesus, der Gott gleich war, tats\u00e4chlich all seine Macht und Herrlichkeit und sein ganzes g\u00f6ttliches Dasein im Himmel verlassen hat und tats\u00e4chlich ein Mensch wurde und in derselben Gestalt wie andere Menschen auf dieser Erde lebte. F\u00fcr das Wort \u201eent\u00e4u\u00dferte sich selbst\u201c hei\u00dft in der NIV-\u00dcbersetzung \u201emade himself nothing\u201c. Jesus gab all seine Macht und Herrlichkeit auf und wurde wie nichts.<\/p>\n<p>Wie tief hat sich Jesus erniedrigt? Vers 8 sagt: <strong>\u201eEr erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.\u201c<\/strong> Jesus hat nicht nur auf seine himmlische Macht und Herrlichkeit verzichtet und sich auf das Niveau seiner Knechte erniedrigt, indem er ein Mensch wurde. Auch als Mensch hat er nichts f\u00fcr sich festgehalten, sondern hat sich hingegeben, um dem Willen des Vaters und unserem Bed\u00fcrfnis nach Erl\u00f6sung zu dienen. Im Gehorsam gegen\u00fcber dem Vater erniedrigte er sich sogar bis dahin, dass er sein Leben selbst hingab und den Tod am Kreuz auf sich nahm. So wurde er das Passalamm, das am Kreuz starb und die S\u00fcnde der\u00a0 Welt tr\u00e4gt. Jesu Erniedrigung vom himmlischen Thron bis hin zum Tod am Kreuz l\u00e4sst sich von uns kaum fassen; sie l\u00e4sst uns, je mehr wir dar\u00fcber nachdenken, mit Ehrfurcht im Herzen staunen.<\/p>\n<p>Welche gro\u00dfartige Folge hatte Jesu Erniedrigung f\u00fcr uns? Die Stelle in Markus 10,45 sagt: \u201e<strong>Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als L\u00f6segeld f\u00fcr viele.\u201c <\/strong>Durch Jesu v\u00f6llige Erniedrigung und Hingabe bis zum Tod konnten wir die Erl\u00f6sung bekommen. Weil Jesus sein Leben gegeben hat, werden alle, die Jesus annehmen, von der S\u00fcnde und vom Tod verschont und erlangen neues, ewiges Leben mit ihm.<\/p>\n<p>Wie war Jesus also gesinnt? Jesu Gesinnung war, seine Position, seinen Status und seine Privilegien und Rechte nicht festzuhalten, sondern sich selbst zu erniedrigen und alles, was er hatte, hinzugeben, sogar sein Leben. Das tat er im Gehorsam gegen\u00fcber dem Willen des Vaters, die Welt zu erretten. Anders gesagt gab sich Jesus f\u00fcr uns S\u00fcnder hin, weil er uns trotz unserer furchtbaren S\u00fcnde so sehr wert achtete und uns und unser Leben f\u00fcr h\u00f6her achtete als sich selbst und sein Leben. Wie k\u00f6nnen wir dann gesinnt sein, wie Jesus Christus es auch war? Wir m\u00fcssen auf Jesus sehen und seine Gesinnung lernen und sie uns bewusst aneignen. Wir sollen t\u00e4glich neu von Jesus lernen, der seine Herrlichkeit aufgegeben und Knechtsgestalt angenommen hat, und sollen ihn nachahmen. Wir sollen beten, dass wir so gesinnt sein k\u00f6nnen wie Jesus, und sollen ihm praktisch nachfolgen.<\/p>\n<p>Was tat Gott, als Jesus sich im Gehorsam so sehr erniedrigt und v\u00f6llig hingegeben hat? Betrachten wir die Verse 9-11:<strong> <\/strong><strong>\u201eDarum hat ihn auch Gott erh\u00f6ht und hat ihm den Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.\u201c <\/strong>Nachdem Jesus sich im Gehorsam bis zum tiefsten Punkt erniedrigt und v\u00f6llig hingegeben hat, hat Gott ihn hoch erh\u00f6ht. Gott hat ihn nicht nur von den Toten auferweckt, sondern hat ihm den h\u00f6chsten Rang und den h\u00f6chsten Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist. Gott hat bestimmt, dass vor Jesus, der sich gedem\u00fctigt und allen Menschen gedient hat, sich alle Knie beugen werden und zu Gottes Ehre alle Zungen bekennen werden, dass Jesus Christus der Herr ist. Auf diese Weise hat Gott Jesu Erniedrigung und Hingabe in unvorstellbarer Weise belohnt.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr uns? Angesichts der Aufforderung, dass wir uns selbst erniedrigen und den anderen hingebungsvoll dienen sollen, dr\u00e4ngt sich uns die Frage auf, was dann mit uns wird; was ist dann mit unserer Freude und Gl\u00fcck? Werden wir daf\u00fcr wirklich angemessen belohnt werden? Aber die Tatsache, dass Gott Jesus nach seiner Erniedrigung auf den h\u00f6chsten Rang erh\u00f6ht und seine Hingabe himmlisch belohnt hat, bezeugt, dass Gott auch unsere Erniedrigung reichlich belohnt und dass dieser Weg gerade der Weg des Lebens ist. Der Weg des Satans ist es, sich selbst vor Gott zu erh\u00f6hen und daf\u00fcr total erniedrigt zu werden (vgl. Jes 14,12-15). Dagegen hat Jesu sein g\u00f6ttliches Dasein samt seiner Ehre und Herrlichkeit aufgegeben und hat sich selbst erniedrigt und wurde von Gott wunderbar erh\u00f6ht. Dies zeigt, wie sehr Gott die Demut und liebt, und es bezeugt das geistliche Prinzip, dass Gott die Dem\u00fctigen erh\u00f6ht. Neben vielen anderen Stellen in der Bibel, sagt Jesus dazu in Lukas 18,14: <strong>\u201e<\/strong><strong>Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erh\u00f6ht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erh\u00f6ht werden.\u201c <\/strong>Petrus schreibt in seinem Brief an die Gl\u00e4ubigen: \u201e<strong>Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochm\u00fctigen, aber den Dem\u00fctigen gibt er Gnade.\u201c<\/strong> Gott liebt Demut. Dass wir uns vor den anderen erniedrigen und ihnen zu ihrem Wohl dem\u00fctig dienen, ist der Weg des Lebens, den Gott segnet.<\/p>\n<p>Lesen wir gemeinsam den Vers 5: <strong>\u201eSeid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.\u201c <\/strong>Heute haben wir gelernt, dass wir in der Gemeinde eines Sinnes sein sollen und dass wir dazu dem\u00fctig gesinnt sein sollen, wie Jesus es war. M\u00f6ge Gott uns helfen, uns Jesu Demut stets vor Augen zu haben und unsere Gesinnung mit der seinen tief zu pr\u00e4gen. M\u00f6ge Gott uns helfen, dadurch ganz (s)eines Sinnes zu werden und einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig zu sein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Seid\u00a0 so\u00a0 unter\u00a0 euch\u00a0 gesinnt! \u201eSeid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.\u201c (Phil 2,5) In den vergangenen zwei Wochen haben wir die Gl\u00e4ubigen in Philippi durch Kap. 1 ein wenig kennen gelernt. Wir haben erfahren, dass Paulus jedes Mal, wenn er an sie dachte, Gott f\u00fcr sie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[53,4],"tags":[],"class_list":["post-1311","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philipper","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1311"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1311\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11096,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1311\/revisions\/11096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}