{"id":13103,"date":"2025-03-16T11:00:37","date_gmt":"2025-03-16T10:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13103"},"modified":"2025-12-02T19:12:14","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:14","slug":"predigt-1-mose-191-29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-191-29\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 19,1-29"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Genesis-191-29_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Genesis-191-29_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_mose\/19\/1-29?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Es geht um dein Leben!<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eW\u00e4hrend die M\u00e4nner sie hinaus ins Freie f\u00fchrten, sagte der eine: Rette dich, es geht um dein Leben! Sieh dich nicht um und bleib im ganzen Umkreis nicht stehen! Rette dich ins Gebirge, sonst wirst du weggerafft!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 19,17 [E\u00dc])<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren ist eine Reihe von neuen Spiderman-Verfilmungen erschienen. Ich will gar nicht n\u00e4her auf die Filme eingehen. Ich fand nur die Titel der Filme sehr interessant, weil sie alle etwas mit \u201eZuhause\u201c zu tun haben. Auf deutsch: \u201eHeimkehr\u201c; \u201eWeit weg von zu Hause\u201c; und schlie\u00dflich \u201eKein Weg nach Hause.\u201c Wir haben gesagt, dass wir Menschen durch die S\u00fcnde unser wahres Zuhause verloren haben. Aber im Leben von Abraham und seiner direkten Familie zeigt uns Gott einen Weg nach Hause. Allerdings gilt f\u00fcr die Menschen im heutigen Text, dass sie \u201eweit weg von zu Hause\u201c sind und sie schlie\u00dflich \u201ekeinen Weg nach Hause\u201c finden.<br \/>\nDer Text heute ist weder einfach noch jugendfrei. Es geht um das Gericht Gottes \u00fcber Sodom und Gomorra. Es ist ein Gericht mit Ansage. Die Zerst\u00f6rung dieser beiden St\u00e4dte ist geradezu ein Sinnbild f\u00fcr Gottes Gericht; selbst Menschen, die sonst nicht so viel mit der Bibel am Hut haben, d\u00fcrften mit den Namen dieser St\u00e4dte etwas anfangen k\u00f6nnen; es ist den meisten Menschen ein Begriff, dass diese beiden St\u00e4dte b\u00f6se waren und mit Feuer vom Himmel zerst\u00f6rt wurden.<br \/>\nDas Gericht Gottes ist ein Thema, mit dem vermutlich die meisten Menschen unserer Zeit echte Probleme haben. Vermutlich w\u00fcrden die meisten unserer Mitmenschen davon ausgehen, dass das Konzept eines zornigen Gottes, der Menschen richtet altmodisch (mittelalterlich, v\u00f6llig \u00fcberholt), intolerant und irrelevant ist. Man kann dieses Thema praktisch nicht ernst nehmen, weil es l\u00e4cherlich ist, und wenn man es doch tut, dann eckt man richtig an, weil man als fundamentalistisch und diskriminierend r\u00fcberkommt. Meine Hoffnung heute ist, dass unsere Reflektion \u00fcber den Text ein wenig dazu beitragen kann, zu zeigen, dass Gottes Gericht nicht nur Sinn macht, sondern dass es auch absolut relevant f\u00fcr unser Leben ist: \u201eEs geht um dein Leben!\u201c<br \/>\nFolgendes wollen wir heute versuchen, etwas besser zu verstehen: erstens, was genau die S\u00fcnde von Sodom war; zweitens, wie Gottes Gericht zu verstehen ist; drittens, was Gott tut, um uns zu retten.<\/p>\n<p><strong>1. Die S\u00fcnde von Sodom<\/strong><br \/>\nDer Text beginnt damit, dass die zwei Engel, die vorher Abraham besucht hatten, nach Sodom kamen. Lot sa\u00df am Stadttor, was eigentlich ein Platz der Ehre war. D.h., in gewisser Weise hatte es Lot zu etwas gebracht. Als Lot die Engel sieht, steht er sofort auf und verbeugt sich vor ihnen. Wie Abraham besteht er darauf, dass sie bei ihm zu Hause einkehren. In Vers 2 sagen die Engel, dass sie auf dem Platz \u00fcbernachten wollen. Das war f\u00fcr Lot nicht akzeptabel. Vers 3: \u201eEr bedr\u00e4ngte sie so sehr, dass sie bei ihm einkehrten und in sein Haus kamen.\u201c<br \/>\nAls ich damals Sch\u00fcler war, gab es die M\u00f6glichkeit einen Austausch mit der Stadt Baltimore zu haben. Der Lehrer, der diesen Sch\u00fcleraustausch organisiert hatte, hatte eine Randbemerkung gemacht, dass es Gegenden in der Stadt gibt, in denen man wegen der hohen Kriminalit\u00e4t nachts nicht unbedingt unterwegs sein m\u00f6chte. Wir wussten das nat\u00fcrlich alle. Aber wir waren eine ziemlich schlecht erzogene Klasse und haben uns alle d\u00e4mlich gestellt und gefragt: \u201eWarum?\u201c Seine Antwort: \u201eEs k\u00f6nnte zu einer illegalen Verm\u00f6gensumverteilung kommen.\u201c Lot hatte lang genug in Sodom gelebt hatte, um zu wissen, wie gef\u00e4hrlich die Stadt war. Er wusste, dass die leibliche Unversehrtheit der Besucher auf dem Spiel stand, wenn er sie nicht bei sich aufnehmen w\u00fcrde. So schlimm war die Stadt.<br \/>\nIn den Versen 4.5 wird berichtet: \u201eSie waren noch nicht schlafen gegangen, da umstellten die M\u00e4nner der Stadt das Haus, die M\u00e4nner von Sodom, Jung und Alt, alles Volk von weit und breit. Sie riefen nach Lot und fragten ihn: Wo sind die M\u00e4nner, die heute Nacht zu dir gekommen sind? Bring sie zu uns heraus, wir wollen mit ihnen verkehren.\u201c Lot versuchte die Menge zu beschwichtigen. Ich vermute, dass diese M\u00e4nner stark berauscht waren. Lot will ihrer Bosheit etwas entgegensetzen. Er macht dabei einen Gegenvorschlag, der genauso niedertr\u00e4chtig und furchtbar ist: \u201eSeht doch, ich habe zwei T\u00f6chter, die noch nicht mit einem Mann verkehrt haben. Ich will sie zu euch herausbringen. Dann tut mit ihnen, was euch gef\u00e4llt. Nur diesen M\u00e4nnern tut nichts; denn deshalb sind sie ja unter den Schutz meines Daches getreten.\u201c Wir leben ja durchaus in einer Zeit, in der sexuell so ziemlich alles erlaubt ist, was geht. Aber selbst f\u00fcr unsere Verh\u00e4ltnisse ist das ziemlich krude. Das Wort Sodomie hat im Englischen und im Deutschen unterschiedliche Bedeutungen, aber ist zu einem Sinnbild f\u00fcr extrem verwerfliches sexuelles Verhalten geworden. Ist das die S\u00fcnde von Sodom? Haben wir damit das eigentliche Problem richtig erfasst?<br \/>\nNat\u00fcrlich ist da noch mehr dahinter. Zweimal wird in der Erz\u00e4hlung von Sodom und Gomorra erw\u00e4hnt, dass es Klagegeschrei aus der Stadt gab. In Vers 13 sagen die Engel: \u201eWir wollen diesen Ort vernichten; denn gro\u00df ist das Klagegeschrei, das \u00fcber sie zum HERRN gedrungen ist.\u201c Frage: wessen Klagen und wessen Geschrei? Es ist das Geschrei der Unterdr\u00fcckten; das Geschrei der Ausgebeuteten; das Geschrei derer, die Gewalt \u00fcber sich ergehen lassen mussten. Wir finden in Hesekiel die vielleicht klarste Antwort auf die Frage, was die Essenz der Bosheit in Sodom war. In Hesekiel 16,49 steht: \u201eSiehe, dies war die Schuld deiner Schwester Sodom: In Hochmut, \u00dcberfluss an Brot und in sorgloser Ruhe lebte sie mit ihren T\u00f6chtern, ohne die Hand des Elenden und Armen zu st\u00e4rken.\u201c<br \/>\nGanz viele Christen denken, dass sexuell unmoralisch zu sein, eine der schlimmsten S\u00fcnden ist, die man begehen kann. Ganz viele Nichtchristen denken, dass Christen vor allem moralisch den Zeigefinger erheben, wenn es um Homosexualit\u00e4t geht. Die Bibel spricht an ungef\u00e4hr 5-6 Stellen \u00fcber das Thema Homosexualit\u00e4t. Das ist nicht wenig. Aber wisst ihr was? Man sch\u00e4tzt, dass die Bibel mehr als 2,000 Verse daf\u00fcr aufwendet, um \u00fcber soziale Gerechtigkeit zu sprechen. Es ist eines der ganz zentralen Themen der Bibel. Und trotzdem h\u00f6rt man Christen nicht ann\u00e4hernd so oft \u00fcber dieses wichtige Thema sprechen im Vergleich mit anderen Themen. Arroganz, Habgier und die Unterdr\u00fcckung der Armen war die wesentliche S\u00fcnde in Sodom.<br \/>\nWas bedeutet das f\u00fcr uns? Eine Sache hat sich seit den Tausenden von Jahren nicht ver\u00e4ndert: Wir leben nach wie vor in einer v\u00f6llig ungerechten Welt. Im aktuellen Bericht der Oxfam hei\u00dft es: Die f\u00fcnf reichsten M\u00e4nner der Welt haben ihr Verm\u00f6gen seit 2020 von 405 Milliarden US-Dollar auf 869 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt. [\u2026] Fast f\u00fcnf (4,77) Milliarden Menschen, die \u00e4rmsten 60 Prozent der Menschheit, haben seit 2020 zusammen 20 Milliarden US-Dollar Verm\u00f6gen verloren. [\u2026] Das weltweit reichste Prozent besitzt 43 Prozent des gesamten Finanzverm\u00f6gens.\u201c<br \/>\nZurzeit macht der reichste Mensch der Welt viele Schlagzeilen, weil er extrem anschaulich verdeutlicht, dass finanzieller Reichtum auch uneingeschr\u00e4nkte Macht bedeutet. W\u00e4hrend er seinen politischen Einfluss dazu verwendet, um sich unter anderem weiter auf Kosten der anderen zu bereichern, erreicht die Zahl der Obdachlosen neue Rekorde. In der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung gab es vor einigen Jahren einen Artikel \u00fcber die Ungerechtigkeit der Welt. Der erste Absatz lautete: \u201eIn Syrien bombardieren Kampfflugzeuge gezielt Krankenh\u00e4user und Hilfskonvois. IS-Schergen k\u00f6pfen Menschen vor laufender Kamera. In Libyen versklaven Schlepperbanden M\u00e4nner, Frauen, Kinder und schicken sie dann, wenn sie ausgepresst sind, in Gummibooten aufs Mittelmeer hinaus, wo die H\u00e4lfte ertrinkt. In Ostafrika rafft eine Hungerkatastrophe nach der anderen Millionen von Menschen dahin. Babys in aller Welt kommen mit Aids zur Welt und fristen dann ein kurzes, bitteres Leben. Hinter zahllosen T\u00fcren weltweit tobt h\u00e4usliche Gewalt.\u201d Die Akteure heute hei\u00dfen heute etwas anders, aber im Prinzip ist es die gleiche Art von Leid, die Menschen zugef\u00fcgt wird.<br \/>\nIm zweiten Herr der Ringe Film wird Rohan von einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Armee von Orcs angegriffen. Trotz des erbitterten Widerstandes seiner Streitkr\u00e4fte f\u00fchlt sich der K\u00f6nig von Rohan Theoden, der bisher mutig gek\u00e4mpft hatte, am Ende v\u00f6llig machtlos. Theoden sagt: \u201eSo viel Tod. Was k\u00f6nnen Menschen gegen solch unbarmherzigen Hass tun?\u201c Angesichts von so viel Ungerechtigkeit k\u00f6nnten wir uns die gleiche Frage stellen: So viel Leid, was k\u00f6nnen Menschen gegen solche Ungerechtigkeit tun?<br \/>\nHier ist mein Punkt: Die Welt, in der wir leben, sehnt sich nach einem Richter. Die Welt, in der wir jetzt leben, erhebt jeden Tag aufs Neue ein lautes Klagegeschrei. Das Geschrei der Unterdr\u00fcckten, das Geschrei der Ausgebeuteten, das Geschrei derer, denen Gewalt angetan wurde, ist un\u00fcberh\u00f6rbar. Falls du der Ansicht bist, dass diese Welt auch ohne einen g\u00f6ttlichen Richter auskommen kann, liegt das vielleicht daran, dass du unglaublich privilegiert bist. Vielleicht liegt das daran, dass du noch nie echtes, tiefes Leid erfahren hast. Vielleicht liegt das daran, dass du in der Komfortzone dieser Welt lebst, im Gegensatz zum Gro\u00dfteil der Menschen, die in den Konfliktzonen dieser Welt ihr trauriges Dasein fristen. Diese Welt braucht einen Richter, der Recht schafft und Gerechtigkeit wiederherstellt. Welche Hoffnung h\u00e4tte diese Welt sonst?<\/p>\n<p><strong>2. Das Gericht Gottes<\/strong><br \/>\nIn Vers 23 und folgende lesen wir: \u201eAls die Sonne \u00fcber dem Land aufgegangen und Lot in Zoar angekommen war, lie\u00df der HERR auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen, vom HERRN, vom Himmel herab. Er lie\u00df ihre St\u00e4dte einst\u00fcrzen mitsamt ihrem ganzen Umkreis, auch alle Einwohner der St\u00e4dte und alles, was auf den Feldern wuchs.\u201c Sonnenaufgang war damals h\u00e4ufig der Zeitpunkt, an dem Recht gesprochen und das Urteil vollzogen wurde. Es war der letzte Sonnenaufgang, den diese St\u00e4dte erleben sollten. Danach lie\u00df Gott alles in Flammen aufgehen und legte die St\u00e4dte komplett in Schutt und Asche.<br \/>\nHier ist ein einfaches Gedankenexperiment, das zeigt, warum das ein schwieriges Thema ist. Stellen wir uns vor, dass Jesus, der Sohn Gottes heute unter uns lebt. Stellen wir uns, jemand kommt auf uns zu sagt: \u201eIch habe eine unglaubliche Person kennengelernt. Er ist ein Mensch aber muss gleichzeitig Gott sein. Er \u00f6ffnet den Blinden die Augen, macht Taube h\u00f6rend, er heilt alle Gebrechen. Er predigt davon, dass Gott der Vater der Liebe und Barmherzigkeit ist. Du musst diese Person unbedingt kennenlernen!\u201c Wir antworten darauf: \u201eWow,\u2026 das klingt wirklich zu gut, um wahr zu sein. Ist er wirklich so freundlich und so liebevoll wie du behauptest?\u201c Antwort: \u201eJa, absolut! Okay, nur das eine Mal, \u2026 da hat er ein ganzes Dorf unter Wasser gesetzt und alle Menschen ertr\u00e4nkt. Und ein anderes Mal hat er eine Stadt angez\u00fcndet. Aber die Leute, die da umgekommen sind, sie hatten es echt verdient!\u201c Ende des Gedankenexperiments.<br \/>\nWir haben vier Berichte \u00fcber Jesus, die uns zeigen, wie Jesus wirklich war. Wir lesen in Lukasevangelium, wie Jakobus und Johannes Jesus fragten, ob sie Feuer vom Himmel herabbeten sollten (Lk 9,54). Nicht nur, dass Jesus sich nicht auf diesen Vorschlag einlie\u00df. Er tadelte seine J\u00fcnger daf\u00fcr. Jesus war wirklich die ganze Liebe Gottes unter uns: Er war sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig; er war der Diener aller; Kinder liebten es, in seinen Armen zu spielen. In den ganz vereinzelten Momenten, in denen er f\u00fcr Radau sorgte (im Tempel!), war er immer noch v\u00f6llig gewaltlos.<br \/>\nDieser Jesus, wie er uns in den Evangelien begegnet, ist die beste, die gr\u00f6\u00dfte, die klarste Offenbarung Gottes. Das ist es, was die Bibel an verschiedenen Stellen sagt. Jesus selbst sagte, dass wenn wir ihn sehen, wir den Vater sehen. Mit anderen Worten, wenn wir wirklich wissen wollen wie Gott ist, dann sollen wir auf Jesus schauen. Jesus zeigt uns, dass Gott wie der Vater der verlorenen S\u00f6hne ist, der trotz aller Verletzungen, die ihm die S\u00f6hne antun, nicht aufh\u00f6rt, sie zu lieben, f\u00fcr sie da zu sein, geduldig auf ihre Heimkehr zu warten, und ein riesiges Fest feiert, wenn sie nach Hause kommen.<br \/>\nDie gro\u00dfe Frage ist dann, wie wir Gottes Gericht \u00fcber Sodom und Gomorra in Einklang bringen mit der Art und Weise, wie Gott sich uns in Jesus Christus offenbart hat. Gott ist die Liebe. Wie ist sein Gericht im Kontext seiner Liebe zu verstehen? Das ist eine unglaublich schwierige Frage, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Aber vielleicht ein paar Gedanken dazu, die uns etwas weiterhelfen k\u00f6nnen.<br \/>\nVers 23 sagt, dass der HERR Schwefel und Feuer regnen lie\u00df. Aber in Vers 13 sehen wir, dass es die Engel sind, die das Gericht ausf\u00fchren. Sie sagen: \u201eWir wollen diesen Ort vernichten.\u201c Und: \u201eDer HERR hat uns geschickt, die Stadt zu vernichten.\u201c D.h., Gott ist nicht derjenige, der selbst Hand anlegt an der Zerst\u00f6rung. Es sind die Engel, die das Gericht ausf\u00fchren. An dieser Stelle k\u00f6nntet ihr fragen: Was macht das f\u00fcr einen Unterschied? Wenn der K\u00f6nig den Befehl gibt, die Stadt niederzubrennen, dann ist er ja immer noch voll und ganz daf\u00fcr verantwortlich? Ja, schon. Und doch ist dieses Detail wichtig und zeigt wie komplex das Ganze ist.<br \/>\nUm das zu veranschaulichen: Das traumatischste Ereignis des Alten Testaments ist die Belagerung und Zerst\u00f6rung Jerusalems durch die Babylonier. Verschiedene Texte im Alten Testament machen deutlich, dass der Fall Jerusalems durch die Babylonier Gottes Gericht \u00fcber Juda ist. Und gleichzeitig dichtet der Prophet Jeremia die Klagelieder, in denen er als Augenzeuge dieses schreckliche Ereignis beklagt. Seine Klage ist g\u00f6ttlich inspiriert, d.h., Gott klagt mit; Gott identifiziert sich mit Jeremias Klage. Um es noch komplizierter zu machen: In Jeremia 50 und 51 k\u00fcndigt der Prophet Gottes Gericht \u00fcber die Babylonier an. Wof\u00fcr? Weil sie Jerusalem zerst\u00f6rt und Gottes Tempel entweiht hatten. Aber war es nicht gerade das, wozu Gott die Babylonier gebraucht hatte?<br \/>\nEin weiterer Gedanke: Derek Kidner und Bruce Waltke machen darauf aufmerksam, dass das brennende Material (Schwefel und Bitumen) in der Gegend von Sodom und Gomorra h\u00e4ufig anzutreffen sind. Waltke deutet an, dass es plausible nat\u00fcrliche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Zerst\u00f6rung der St\u00e4dte gab: \u201eWissenschaftlich gesehen lassen sich das Feuer und die katastrophale Zerst\u00f6rung von Sodom und Gomorra durch ein Erdbeben erkl\u00e4ren. Hitze, Gase, Schwefel und Bitumen w\u00e4ren durch die bei einem heftigen Erdbeben entstandenen Risse in die Luft geschleudert worden. Die Blitze, die h\u00e4ufig ein Erdbeben begleiten, h\u00e4tten die Gase und den Bitumen entz\u00fcndet.\u201c Er folgert: \u201eEs ist theologisch verfehlt, entweder die wissenschaftlichen Ursachen historischer Ereignisse aufgrund theologischer Erkl\u00e4rungen zu verwerfen oder umgekehrt.\u201c<br \/>\nNoch ein Gedanke. Vergangene Woche gab es in der New York Times einen interessanten Artikel \u00fcber einen christlichen Denker namens Aaron Renn. (Ich bin \u00fcbrigens mit seiner zentralen These nicht einverstanden, aber fand einige Gedanken sehr interessant). Er beobachtete in den vergangenen Jahrzehnten in den USA, wie christlich gepr\u00e4gte Werte immer mehr verloren gingen. In einer Gesellschaft mit christlichen Werten f\u00fchrte eine au\u00dfereheliche Aff\u00e4re dazu, dass Gary Hart seine Ambitionen, Pr\u00e4sident zu werden, beerdigen konnte. In einer Gesellschaft, die christlichen Werten neutral gegen\u00fcber war, hatte Bill Clinton durch seine Aff\u00e4re viel \u00c4rger, konnte aber politisch \u00fcberleben. In einer Welt, in der christliche Moralvorstellungen keine Rolle mehr spielten, gibt es f\u00fcr die Liberalen keinen bindenden Ma\u00dfstab mehr, um Trumps Z\u00fcgellosigkeiten koh\u00e4rent zu kritisieren. Renn sagt: \u201eGenau die Leute, die am meisten daf\u00fcr waren, alle alten moralischen Normen und Regeln der feinen Gesellschaft, die ihnen nicht gefielen, niederzurei\u00dfen, sind diejenigen, die am meisten \u00fcber Donald Trump entsetzt sind. Man denkt, man bekommt ein Multi-Kulti-Paradies oder so etwas, und stattdessen bekommt man Donald Trump.\u201c Anders gesagt, in einer Gesellschaft, die sich von Gott abwendet, ist der Same zum Untergang bereits ges\u00e4t. Die Zerst\u00f6rung ist bereits im Gange.<br \/>\nVielleicht lernen wir daraus folgendes \u00fcber Gottes Gericht. Gottes Gericht ist weniger sein aktiver Eingriff, Menschen zu bestrafen und zu vernichten. Gottes Gericht k\u00f6nnte vielleicht eher bedeuten, dass er seine sch\u00fctzende Hand wegzieht; dass die destruktiven Kr\u00e4fte, die immer vorhanden waren, freien Lauf bekommen. Wenn Menschen es wiederholt ablehnen, unter Gottes Herrschaft und F\u00fcrsorge zu leben, ist das Liebevollste, was der tun kann, sie ihrem Willen zu \u00fcberlassen. Was sind die destruktiven Kr\u00e4fte? Am Ende ist es die S\u00fcnde selbst &#8211; alles was sich in uns und in dieser Welt gegen den guten Willen Gottes auflehnt. S\u00fcnde hat etwas zutiefst Zerst\u00f6rerisches; es ist das, was uns am Ende zugrunde richtet, als Gesellschaft und als Individuen. Gottes Gericht k\u00f6nnte sein, dass er uns dieser Zerst\u00f6rung \u00fcberl\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>3. Wie Gott uns rettet<\/strong><br \/>\nWir haben gesagt, dass die S\u00fcnde von Sodom die Ungerechtigkeit schlechthin war: Unterdr\u00fcckung, Ausbeutung und Gewalt an den Armen. Und wir haben gesehen, dass unsere Welt genauso ist, weshalb das Gericht Gottes die einzige Hoffnung ist. Wir haben aber auch gesehen, dass Gottes Gericht bedeuten kann, dass er den zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4ften der S\u00fcnde freien Lauf l\u00e4sst. Die Bibel sagt, dass diese S\u00fcnde in uns allen aktiv ist. Glen Scrivener hat gesagt: \u201eWenn du das n\u00e4chste Mal etwas Hinterlistiges, Verletzendes oder Stolzes sagst, solltest du nicht sagen: \u00bbIch wei\u00df nicht, was \u00fcber mich gekommen ist.\u00ab Nichts ist \u00fcber dich gekommen. Diese S\u00fcnden kommen aus dir heraus. Sie entspringen einer Quelle, die sehr finster, sehr tief und sehr alt ist. Du wei\u00dft es. Wir alle f\u00fchlen es. Adam erkl\u00e4rt es.\u201c<br \/>\nWoher kommt unsere Rettung? Im Text sehen wir auf der einen Seite, wie z\u00f6gerlich und unwillig Lot und seine Familie ist. Die Engel m\u00fcssen ihn zur Rettung dr\u00e4ngen. Vers 15: \u201eAls die Morgenr\u00f6te aufstieg, dr\u00e4ngten die Engel Lot zur Eile.\u201c Ihr Dr\u00e4ngen reicht irgendwann nicht aus. Vers 16: \u201eDa er noch z\u00f6gerte, fassten die M\u00e4nner seine Hand, die Hand seiner Frau und die Hand seiner beiden T\u00f6chter, weil der HERR mit ihm Mitleid hatte. Sie f\u00fchrten ihn hinaus und lie\u00dfen ihn erst drau\u00dfen vor der Stadt los.\u201c In Vers 17 kommt noch einmal die Aufforderung: \u201eRette dich, es geht um dein Leben! Sieh dich nicht um und bleib im ganzen Umkreis nicht stehen! Rette dich ins Gebirge, sonst wirst du weggerafft!\u201c Vers 29 fasst zusammen: \u201eAls Gott die St\u00e4dte der Gegen vernichtete, gedachte Gott Abrahams und geleitete Lot mitten aus der Zerst\u00f6rung heraus, w\u00e4hrend er die St\u00e4dte, in denen Lot gewohnt hatte, einst\u00fcrzen lie\u00df.\u201c Die Rettung war ganz alleine Gottes Eingriff und sein Werk.<br \/>\nWenn wir noch einmal an die zuvor erw\u00e4hnte Episode in Lukas zur\u00fcckdenken, als Johannes und Jakobus Feuer vom Himmel herab regnen lassen wollten, stellen wir fest, dass das Gericht \u00fcber Samarien nicht unverdient gewesen w\u00e4re. Sie hatten Jesus, den Sohn Gottes, abgelehnt. Fakt ist, wir alle h\u00e4tten es verdient, dass Feuer auf uns f\u00e4llt und uns vernichtet. Warum h\u00e4lt Gott seine Hand \u00fcber uns? Die Ablehnung Jesu in Samarien geschah, als er unterwegs nach Jerusalem war; in die Stadt, wo die Menschen die schlimmste S\u00fcnde begehen w\u00fcrden, die jemals begangen wurde; die Stadt, in der Jesus die krasseste Ablehnung erfahren w\u00fcrde, resultierend in seiner unschuldigen Verurteilung. Jesu Tod am Kreuz war das Gericht Gottes. Aber das Feuer fiel nicht auf die Menschen, die es verdient h\u00e4tten. Das Feuer fiel auf Jesus! Jesus war das S\u00fcnd- und Schuldopfer.<br \/>\nWeil Jesus an unserer Stelle gerichtet wurde, gilt sein Wort: \u201eWer mein Wort h\u00f6rt und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nichts ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hin\u00fcbergegangen.\u201c Diese Welt braucht einen Richter. Aber diese Welt braucht auch einen Retter. In Jesus Christus begegnet uns der Richter, der Retter geworden ist. Und dieser Jesus will dich an die Hand nehmen. Er sagt dir heute morgen: \u201eEs geht um dein Leben!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Es geht um dein Leben! \u201eW\u00e4hrend die M\u00e4nner sie hinaus ins Freie f\u00fchrten, sagte der eine: Rette dich, es geht um dein Leben! Sieh dich nicht um und bleib im ganzen Umkreis nicht stehen! Rette dich ins Gebirge, sonst wirst du weggerafft!\u201c (1. 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