{"id":1306,"date":"2011-01-20T08:07:26","date_gmt":"2011-01-20T07:07:26","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1306"},"modified":"2023-01-29T20:59:15","modified_gmt":"2023-01-29T19:59:15","slug":"predigt-philipper-115-30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-philipper-115-30\/","title":{"rendered":"Predigt: Philipper 1,15 &#8211; 30"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/P2-Phil011530.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Christus ist mein Leben, Sterben mein Gewinn<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eWie ich sehnlich warte und hoffe, dass ich in keinem St\u00fcck zuschanden werde, sondern dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Phil. 1,20.21)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir Apostel Paulus Lage kennen gelernt. Er sa\u00df in Rom im Gef\u00e4ngnis. Viele Christen, die Apostel Paulus von Herzen liebten, vor allem die Gemeinde in Philippi, machten sich gro\u00dfe Sorgen, weil der einflussreichste Evangelist im Gef\u00e4ngnis sa\u00df. Doch Paulus berichtete dar\u00fcber, dass es zur F\u00f6rderung des Evangeliums geschehen war. Im heutigen Text erfahren wir seine unver\u00e4nderliche Freude. Wie konnte er sich im Gef\u00e4ngnis so sehr freuen? Was war die Grundlage seiner unverg\u00e4nglichen Freude? M\u00f6ge Gott uns eine klare Antwort geben. Zus\u00e4tzlich ermahnt er uns dazu des Evangeliums w\u00fcrdig zu leben. Lasst uns unser ganzes Herz daf\u00fcr einsetzen, um Freude zu erfahren und w\u00fcrdig des Evangeliums zu leben.<\/p>\n<p><strong>Teil I\u00a0\u00a0 Paulus\u2019 unersch\u00f6pfliche Freude (15-21)<\/strong><\/p>\n<p>Paulus Gefangenschaft hatte sich positiv auf die Verk\u00fcndigung des Evangeliums ausgewirkt. Wie unterschiedlich motiviert waren jedoch die Verk\u00fcndiger des Evangeliums? Vers 15 lautet: <strong>\u201eEinige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einiger aber auch in guter Absicht: diese aus Liebe, denn sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege; jene aber verk\u00fcndigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie m\u00f6chten mir Tr\u00fcbsal bereiten in meiner Gefangenschaft.\u201c<\/strong> Paulus erw\u00e4hnt Menschen, die ihm gegen\u00fcber neidisch und streits\u00fcchtig waren. Sie beneideten Apostel Paulus. H\u00f6chstwahrscheinlich weil er im Evangeliumswerk gro\u00dfen Erfolg hatte. Paulus konnte das Evangelium mit Vollmacht verk\u00fcnden. Die g\u00f6ttliche Wahrheit offenbarte sich durch seine Predigten. Paulus war ein erfolgreiches Werkzeug Gottes. Doch einige konnten die Fr\u00fcchte seiner Arbeit nicht ertragen. Sie schauten nicht auf Gott, der sein gro\u00dfartiges Heilswerk bewirkte. Neidisch und streits\u00fcchtig blickten sie auf den Apostel. Paulus beschreibt ihre Herzen. Sie verk\u00fcndigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie m\u00f6chten mir Tr\u00fcbsal bereiten in meiner Gefangenschaft.<\/p>\n<p>Diejenigen die Paulus gut kannten, liebten ihn f\u00fcr seine Hingabe im Evangeliumswerk, der sie ihr geistliches Leben zu verdanken hatten. Dieselbe Hingabe, durch die sie zum Glauben gekommen waren, hatte Paulus ins Gef\u00e4ngnis getrieben. Das wussten sie. Mit Liebe zu ihrem geistlichen Bibellehrer setzten sie das Evangeliumswerk fort. Doch nicht alle folgten dem Pfad der Liebe. Einige verk\u00fcndeten Christus aus Eigennutz. Sie wollten sich selbst profilieren und Paulus in seiner Gefangenschaft Tr\u00fcbsal bereiten. Das ist wirklich sehr abscheulich.<\/p>\n<p>Wie h\u00e4tte Paulus dieser, nicht nur unn\u00f6tigen sondern zu allem \u00dcberfluss auch aus den Reihen der Christen kommenden, Bedr\u00e4ngnis begegnen k\u00f6nnen? Das Herz vieler Menschen zerbricht, wenn sie sehen, wie ihr mit M\u00fche und guter Absicht zustandegebrachtes Werk mit F\u00fc\u00dfen getreten und verleumdet wird. Der Schmerz ist umso gr\u00f6\u00dfer, wenn der Verrat aus den eigenen Reihen kommt. Man ergraut und resigniert. Ohne jede Kraft und Lebensfreude will man nur noch dahinsiechen, bis die Tage enden.<\/p>\n<p>So h\u00e4tte Paulus auch reagieren k\u00f6nnen, wenn er nicht Paulus gewesen w\u00e4re. Welche Sichtweise hatte jedoch Apostel Paulus? Im Vers 18 schreibt er: <strong>\u201eWas tut\u2019s aber? Wenn nur Christus verk\u00fcndigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich dar\u00fcber.\u201c<\/strong> Bei Paulus ist keine deprimierte Sichtweise zu erkennen. <strong>\u201eWas tut\u2019s aber?\u201c<\/strong> schreibt er und meint: \u201emacht nichts\u201c, \u201ekein Problem\u201c, w\u00fcrde man heute sagen und er meint es ernst! Denn nicht der Umgang anderer Menschen mit seiner Person ist ihm wichtig, sondern etwas ganz anderes. Das worauf Paulus schaut und was Paulus Freude bereitet, ist die Verk\u00fcndigung des Evangeliums. Er konnte sich freuen, wenn nur Christus verk\u00fcndigt wird, wenn es in Wahrheit geschieht, umso mehr aber auch wenn zum Vorwand, denn Paulus hatte nur das eine Ziel vor Augen, n\u00e4mlich die Verk\u00fcndigung Jesu Christi. Das war sein Wunsch, seine Lebensorientierung und sein Herzensanliegen. Er freute sich nicht nur wenn es ihm selbst gut ging. Weil seine Gefangenschaft, inklusive alle Leiden, f\u00f6rderlich f\u00fcr die Evangelisation war, freute er sich dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Wor\u00fcber freute sich Apostel Paulus noch? Verse 18b-19 lauten: <strong>\u201eAber ich werde mich auch weiterhin freuen; denn ich wei\u00df, dass mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi\u201c. <\/strong><\/p>\n<p>Paulus konnte sich auch im Hinblick auf seine Zukunft freuen. Weltlich gesehen sahen seine Zukunftsperspektiven ungewiss aus. Mit hohem Alter sa\u00df er im Gef\u00e4ngnis und wartete auf sein Urteil. Er h\u00e4tte freikommen oder hingerichtet werden k\u00f6nnen. Wie kann man sich in so einer Lage freuen? Durch Vers 19 sehen wir, dass Paulus trotz seiner widrigen Umst\u00e4nde Heilsgewissheit besa\u00df. In der Welt sah Paulus aus wie ein gescheiterter Verbrecher. Doch durch das Gebet der Heiligen und durch den Geist Jesu Christi sah er das ewige Heil. Und selbst in den menschenfeindlichsten 4 Mauern konnte Paulus sich kontinuierlich freuen.<\/p>\n<p>Was bereitete Paulus noch unersch\u00f6pfliche Freude? Lesen wir Vers 20: \u201e<strong>wie ich sehnlich warte und hoffe, dass ich in keinem St\u00fcck zuschanden werde, sondern dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausdr\u00fccke \u201esehnlich warte und hoffe\u201c weisen auf Paulus wichtigste Anliegen hin, die er Tag und Nacht im Gebet zu Gott gebracht haben muss. Was lag ihm so sehr am Herzen? Worauf wartete und hoffte er sehnlichst? <strong>\u201edass ich in keinem St\u00fcck zuschanden werde\u201c<\/strong>, schreibt er. Paulus wollte in keinerlei Hinsicht in Schande fallen und besch\u00e4mt werden. Menschen werden besch\u00e4mt oder fallen in Schande, wenn sie etwas Verwerfliches anstellen. Die S\u00fcnde bewirkt maximale Schande und Besch\u00e4mung in uns. Warum wollte Paulus in keinem St\u00fcck zuschanden werden? <strong>\u201edass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe\u201c<\/strong>. An seinem Leib wollte er Christus verherrlichen und zwar allezeit frei und offen. Das war der Inhalt seines langj\u00e4hrigen Glaubenslebens und daran wollte er festhalten. Die Verherrlichung Jesu Christi war seine gr\u00f6\u00dfte Freude.<\/p>\n<p>Doch der Leib ist anf\u00e4llig und der Leib f\u00e4llt leicht in Schande. Im Galaterbrief beschreibt Paulus die Werke des Fleisches. Sie sind verdorben und ziehen Gottes Gericht auf sich. Mit so einer Lebensweise ist es unm\u00f6glich Gott zu gefallen. Paulus aber wollte nichts sehnlicher als die Verherrlichung Christi an seinem Leibe. Sein Leben war ein Mittel f\u00fcr die Verherrlichung Christi. So wie Treibstoff aus dem Tank in den Motor gepumpt wird um dort zu verbrennen und das Fahrzeug in Bewegung zu setzen, setzt Paulus sein Leben ein, um der maximalen Verherrlichung Christi zu dienen. In keinem St\u00fcck wollte er S\u00fcnde, Schande und Teufel Raum geben, ihn f\u00fcr die Verherrlichung Christi unbrauchbar zu machen. Tag f\u00fcr Tag brannte in ihm die Sehnsucht, Christus zu verherrlichen. Und die Verherrlichung Christi an seinem Leibe kannte keine Nebenbedingungen. Sie sollte nicht nur dann geschehen, wenn es ihm leiblich gut ging. Er schreibt: <strong>\u201eChristus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod.\u201c<\/strong> Die Verherrlichung Christi kannte in seinem Leben keine Grenzen. Er war bereit, Leiden und Schmerzen bis an den Tod auf sich zu nehmen, wenn Christus dadurch verherrlicht w\u00fcrde. Denn Christus war seine Freude.<\/p>\n<p>Wie ist das m\u00f6glich? Wie kann ein Mensch so selbstlos sein und ein Leben wie Paulus f\u00fchren? Wie kann man Gef\u00e4ngnis, Leid und Schmerzen auf sich nehmen und sogar den Tod und dennoch unnachl\u00e4ssige Freude haben? Lesen wir Vers 21: \u201e<strong>Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.\u201c <\/strong>Dieses Glaubensbekenntnis liefert alle Antworten. Im Vergleich zu Apostel Paulus mangelt es uns viel zu oft an Freude, obwohl wir vieles haben, was er in seiner Gefangenschaft nicht hatte. Wir sind frei, k\u00f6nnen gehen wohin wir wollen und tun was wir wollen. Wir leben in Frieden, haben keinen Mangel, m\u00fcssen nicht hungern, leiden keinen Durst und sind nicht obdachlos. Wir haben Familie und Freunde und vieles mehr. Warum fehlt uns dann viel zu oft die mit Paulus vergleichbare Freude? Paulus sagt uns warum. Er bezeugt: \u201e<strong>Denn Christus ist mein Leben\u201c<\/strong>. Damit sagt er, dass Christus der Inhalt und das Ziel seines Lebens ist. Christus ist sein ein und alles. Den Galatern schrieb er: <strong>\u201eIch lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst f\u00fcr mich dahingegeben.\u201c<\/strong> (Gal 2,20) Diesem Christus, der ihn geliebt hat und sich selbst f\u00fcr Paulus dahingegeben hat, galt Paulus ganzes Leben. Dieser Christus hat Paulus Herz durch seine Liebe und sein Opfer ge\u00f6ffnet und gereinigt. Er ist in Paulus Herz eingezogen. Seitdem lebte Christus in Paulus. <strong>\u201eDenn Christus ist mein Leben\u201c<\/strong> schreibt er und diesen Christus konnte ihm niemand nehmen. Sie konnten Paulus schlagen, ihn fluchen, ihn ins Gef\u00e4ngnis werfen, seine Knochen brechen und ihm alle Besitzt\u00fcmer und alle Grundrechte berauben, doch Christus im Herzen konnte ihm niemand nehmen.<\/p>\n<p>Doch was, wenn sie Paulus auch sein Leben nehmen w\u00fcrden? W\u00fcrde er Christus verlieren, weil Christus sein Leben ist? Nein, <strong>\u201eDenn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.\u201c<\/strong>, lautet sein vollst\u00e4ndiges Zeugnis. In der Regel bedeuten Sterben und Tod den vollst\u00e4ndigen Verlust dieser Welt. Man verliert alles was man besitzt und alles woran man gearbeitet hat. In einem Augenblick ist alles wof\u00fcr man gelebt hat dahin. Deshalb wollen die Menschen normalerweise nicht sterben. Den Satz \u201eIch will noch nicht sterben\u201c kennen wir aus vielen Filmen. Denn der Tod bedeutet Verlust. Die Ledigen wollen noch nicht sterben um Familien zu gr\u00fcnden. Die Kinderlosen wollen noch nicht sterben, um Kinder zu bekommen. Etwas \u00e4ltere wollen nicht sterben, bevor sie ihre Enkelkinder in den Armen halten. Es gibt so vieles was Menschen sehen und erleben wollen. Der Tod ist ein unerw\u00fcnschter Termin auf dem Weg der Selbstverwirklichung. Am liebsten w\u00fcrde man ihn aus dem Terminkalender streichen. Wenn unser Lebensinhalt und unser Lebensziel in dieser Welt verankert sind, dann ist der Tod wirklich das Allerschlimmste, der allergr\u00f6\u00dfte Verlust, den wir erleiden k\u00f6nnen. Paulus aber schreibt: <strong>\u201eDenn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.\u201c<\/strong> Der Tod w\u00fcrde Paulus ein f\u00fcr allemal in die Arme Christi f\u00fchren. Der Tod w\u00fcrde Paulus an sein ewiges Ziel bringen. Der Tod ist f\u00fcr Paulus kein Verlust. <strong>\u201eSterben ist mein Gewinn\u201c<\/strong>. Diesen Satz k\u00f6nnen die Menschen in der Welt nicht verstehen. Diese Aussage macht auch keinen Sinn, wenn Christus nicht unser Leben ist. Dieses Glaubenszeugnis liefert uns die Erkl\u00e4rung f\u00fcr Paulus gro\u00dfe Freude im Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Warum k\u00f6nnen wir uns nicht unaufh\u00f6rlich freuen, wie Paulus? Eine Erkl\u00e4rung ist, dass sich weltliche Ziele in uns einschleichen und unseren Blick auf das wahre Ziel und auf das wahre Leben, Christus, verblenden. Pl\u00f6tzlich leben wir bewusst oder unbewusst f\u00fcr unseren Erfolg. Oder f\u00fcr unsere Gesundheit oder f\u00fcr unser Ansehen oder f\u00fcr unsere Familienangeh\u00f6rige etc. Immer mehr k\u00f6nnte Christus ins Abseits geraten. Wir f\u00fchren ein Leben, als ob unser Studium unser Leben w\u00e4re. Oder als ob meine Arbeit mein Leben w\u00e4re. Oder als ob meine Familie mein Leben w\u00e4re. Schlie\u00dflich finden wir uns in einer Lebensweise wieder, die die \u00dcberschrift tr\u00e4gt: \u201eDie Welt ist mein Leben\u201c und der 2. Teil tr\u00e4gt den Titel: \u201eund Sterben ist mein Verlust\u201c. Wir verlieren unsere Freude, wenn wir keine guten Noten schreiben, wir verlieren die Freude, wenn die Arbeit nicht gut l\u00e4uft, wir verlieren die Freude, wenn andere Menschen uns unfreundlich behandeln. Unsere Freude ist abh\u00e4ngig von den Umst\u00e4nden dieser Welt.<\/p>\n<p>Danken wir Gott f\u00fcr den rechten Weg und die rechte Lebensweise, die durch Apostel Paulus vermittelt wird. Die Welt l\u00fcgt uns an. Sie verspricht uns Freude. Sie l\u00fcgt und verf\u00fchrt uns. Wenn die Welt unser Leben ist, wird der Tod unser Verlust sein. Danken wir Gott f\u00fcr sein Wort der Wahrheit. Christus ist unser Leben. Christus ist unser ein und alles. Christus schenkt uns wahre Freude. Niemand liebt uns wie er. Niemand sonst hat sich f\u00fcr uns dahingegeben. Die Welt l\u00fcgt, doch das Evangelium Christi ist wahr.<\/p>\n<p>Nach dem Vorbild des Apostels haben wir allezeit Grund zur Freude. Wir haben Grund zur gr\u00f6\u00dften Freude, weil Christus unser Leben ist.<\/p>\n<p><strong>Teil II Glauben und Leiden in Christus (22-30)<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Christus sein Leben ist und Sterben sein Gewinn, wollte Paulus lieber weiterleben oder lieber sterben? Betrachten wir die Verse 22-26. <strong>\u201eWenn ich aber weiterleben soll im Fleisch, so dient mir das dazu, mehr Frucht zu schaffen; und so wei\u00df ich nicht, was ich w\u00e4hlen soll. Denn es setzt mir beides hart zu: Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser w\u00e4re; aber es ist n\u00f6tiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen.\u201c<\/strong> Paulus befand sich vor einem Dilemma. Sterben war sein Gewinn und er hatte Lust aus der Welt zu scheiden, um bei Christus zu sein. Das w\u00e4re viel besser f\u00fcr ihn. Er w\u00fcrde die Ewigkeit in der Herrlichkeit Christi verbringen. Doch um der Menschen willen, die ihn brauchten, war es in seinen Augen n\u00f6tiger, am Leben zu bleiben, um mehr Frucht zu schaffen. Das ist bemerkenswert. Auch als Christen neigen wir dazu Leiden und Unannehmlichkeiten zu meiden. Wir w\u00fcrden viel lieber ein Missionsleben auf Hawaii oder auf den Malediven f\u00fchren, als in Sibirien oder in der arabischen W\u00fcste. Wir w\u00fcrden lieber Menschen einladen die freundlich sind, als aggressive und ablehnende Studenten. Wir w\u00fcrden viel lieber aus der Welt scheiden, um so schnell wie m\u00f6glich bei Christus zu sein, als die Leiden der Mission zu tragen. Doch Paulus, der alt und sicherlich auch schwach im Leibe war und zus\u00e4tzlich im Gef\u00e4ngnis litt und die Summe aller Sorgen der einzelnen Gemeindemitglieder trug und t\u00e4glich Bedr\u00e4ngnissen und Verleumdungen ausgesetzt war, entschied sich zu bleiben und weiter zu leiden, um mehr Frucht zu schaffen. Gott schenke uns Verantwortungsbewusstsein, nicht auf unseren Vorteil zu schauen, sondern auf das was aus Gottes Sicht notwendig und besser ist und dem anderen dient.<\/p>\n<p>Paulus scheute das Leiden um Christi Willen nicht, im Gegenteil. Wozu ermahnte er die Gl\u00e4ubigen in den Versen 27-30? Betrachten wir den Text. <strong>\u201eWandelt nur w\u00fcrdig des Evangeliums Christi\u201c<\/strong>. Sie sollten ihr Leben w\u00fcrdig nach der Botschaft des Evangeliums f\u00fchren. Sie sollten keine unordentlichen Menschen sein, sondern Menschen mit geistlicher Sch\u00f6nheit. Menschen mit Treue zum Wort Gottes. Standhaft und vertrauensw\u00fcrdig. Diese Lebensweise nach dem Evangelium sollte die Gemeinde pr\u00e4gen. <strong>\u201edamit ihr in einem Geist steht und einm\u00fctig mit uns k\u00e4mpft f\u00fcr den Glauben des Evangeliums und euch in keinem St\u00fcck erschrecken lasst von den Widersachern, was ihnen ein Anzeichen der Verdammnis ist, euch aber der Seligkeit, und das von Gott.\u201c<\/strong> Einigkeit im Geist und Standfestigkeit gegen\u00fcber Widersachern sollten Zeichen ihrer Evangeliumstreue sein. Die Frucht dieser Lebensweise ist die Seligkeit von und vor Gott. M\u00f6ge das Evangelium uns in gleicher Weise pr\u00e4gen, einen und ausr\u00fcsten.<\/p>\n<p>Was war ihnen von Gott noch gegeben? <strong>\u201eDenn euch ist es gegeben um Christi willen, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden, habt ihr doch denselben Kampf, den ihr an mir gesehen habt und nun von mir h\u00f6rt.\u201c<\/strong> In der interlinearen Wort f\u00fcr Wort \u00dcbersetzung der Bibel lesen wir das Wort Geschenk oder Gnade. Von Christus haben wir zwei Geschenke empfangen. Erstens an ihn zu glauben. Das ist unglaubliche Gnade. Das unterscheidet uns von allen anderen Menschen. Der Glaube macht uns gottzugeh\u00f6rig und errettet uns. Doch wir haben noch ein zweites Gnadengeschenk empfangen, n\u00e4mlich auch um Jesu willen zu leiden. Viele Christen wollen dieses Geschenk nicht. Sie wollen es zur\u00fcckgeben oder gegen etwas anderes eintauschen. Doch wir sollen Gottes Gnade als Gottes Gnade annehmen. Im Hinblick auf den Umgang mit Leid hatten die Philipper in Apostel Paulus ein lebendes Vorbild. <strong>\u201ehabt ihr doch denselben Kampf, den ihr an mir gesehen habt und nun von mir h\u00f6rt.\u201c<\/strong> Sie hatten gesehen, mit welcher Haltung Paulus Leiden als Gnade angenommen und getragen hatte. Wir haben vor kurzem studiert, wie Paulus und Silas, zu Gott beteten und ihn lobten, nachdem sie hart geschlagen und ins innerste Gef\u00e4ngnis geworfen worden waren. Paulus selbst hatte Vorbilder in den J\u00fcngern und Aposteln Jesu, wor\u00fcber wir in der Apostelgeschichte lesen: <strong>\u201eund riefen die Apostel herein, lie\u00dfen sie gei\u00dfeln und geboten ihnen, sie sollten nicht mehr im Namen Jesu reden, und lie\u00dfen sie gehen. Sie gingen aber fr\u00f6hlich von dem Hohen Rat fort, weil sie w\u00fcrdig gewesen waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden, und sie h\u00f6rten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den H\u00e4usern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus.\u201c<\/strong> (Apg. 5,40-42) Auf schreckliche Weise wurden die Apostel Jesu gegei\u00dfelt doch sie waren fr\u00f6hlich, weil sie um Jesu Namens willen leiden durfen, weil sie w\u00fcrdig waren, diese Gnade Gottes zu tragen, weil sie, Christus besser erfahren und an der Gemeinschaft seines Leides teilhaben konnten, wie Apostel Paulus sp\u00e4ter schrieb: <strong>\u201eIhn m\u00f6chte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden\u201c<\/strong> (Phil. 3,10).<\/p>\n<p>Von Paulus lernen wir, uns zu freuen, wenn wir um Jesu Namens willen Leid tragen. Von Paulus lernen wir, dass wir uns allezeit freuen k\u00f6nnen, wenn Christus unser Leben ist. So k\u00f6nnen wir uns auch freuen, wenn wir um des Evangeliums willen zu leiden haben. Gott helfe uns, ein w\u00fcrdiges Leben nach dem Evangelium zu f\u00fchren und unverg\u00e4ngliche Freude zu haben. M\u00f6ge Christus durch unser allt\u00e4gliches Glaubensleben maximal verherrlicht werden.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Christus ist mein Leben, Sterben mein Gewinn \u201eWie ich sehnlich warte und hoffe, dass ich in keinem St\u00fcck zuschanden werde, sondern dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.\u201c (Phil. 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