{"id":13038,"date":"2025-02-09T11:00:00","date_gmt":"2025-02-09T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13038"},"modified":"2025-12-02T19:12:16","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:16","slug":"predigt-1-mose-131-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-131-18\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 13,1-18"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Genesis-131-18_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Genesis-131-18_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_mose\/13\/1-18?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Abram und das Land<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eNachdem sich Lot von Abram getrennt hatte, sprach der HERR zu Abram: Erheb deine Augen und schau von der Stelle, an der du stehst, nach Norden und S\u00fcden, nach Osten und Westen!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1.Mose 13,14 [EH\u00dc])<\/p>\n<p>Wir haben letzte Woche mit einer neuen Serie \u00fcber die Patriarchen des Alten Testaments im Buch Genesis begonnen. Wir haben gesagt, dass das fundamentale Problem der Menschen die S\u00fcnde ist. Das \u00e4u\u00dfert sich darin, dass wir unser wahres Zuhause verloren haben. Wir sind ruhelose, verirrte Seelen sind, die auf der Suche nach dem verlorenen Paradies sind. Die Art und Weise wie Gott dieses Problem adressiert, ist, in dem er einem Menschen und seiner unmittelbaren Familie begegnet. Und anhand dieser Personen demonstriert Gott, wie er die verlorene Menschheit nach Hause f\u00fchrt. Das, was das Leben dieser Glaubensv\u00e4ter ausmacht, ist ihre Sehnsucht nach der himmlischen Stadt.<br \/>\nLetzte Woche haben wir gesehen, wie Gott Abram berufen hat. Der neue Anfang mit Abram ist gemacht. Abram machte dann auch relativ bald seinen ersten groben Schnitzer, als er nach \u00c4gypten zog. Jetzt ist er wieder zur\u00fcck im verhei\u00dfenen Land. Der Text heute zeigt uns drei Dinge. Zum einen, ein Paradies, das keines war; zweitens, das versprochene wahre Paradies; drittens, wie wir das wahre Paradies in Anspruch nehmen.<\/p>\n<p><strong>1. Das Paradies, das keines war<\/strong><br \/>\nWir sehen zu Beginn einen Konflikt. Abram wurde von seinem Neffen Lot begleitet. Beide waren reiche und wohlhabende Menschen. Vers 6 sagt: \u201eDas Land reichte nicht hin, dass sich beide nebeneinander darin h\u00e4tten ansiedeln k\u00f6nnen; denn ihr Besitz war zu gro\u00df und so konnten sie sich nicht miteinander niederlassen.\u201c Reichtum kann etwas ziemlich Belastendes sein. Sowohl Abram als auch Lot waren so reich, dass das Land irgendwann nicht ausreichte, um beide Familien zu versorgen. Vers 7 gibt uns noch einen kleinen Hinweis, weshalb dem so war: \u201eauch siedelten damals noch die Kanaaniter und die Perisiter im Land.\u201c Das Land, in das Gott Abram und seine Familie gef\u00fchrt hatte, war ein bereits bewohntes Land. Die Kanaaniter hatten es sich dort bereits gem\u00fctlich gemacht und sich das Land eingerichtet. Sie waren diejenigen, welche die Wasserstellen und die Brunnen kontrollierten. Und wie das so oft der Fall ist, waren sie Neuank\u00f6mmlingen gegen\u00fcber eher feindlich eingestellt. D.&nbsp;h., die einzige M\u00f6glichkeit, in diesem Land zu \u00fcberleben, war, die richtigen Nischen zu finden.<br \/>\nWie versuchte Abram den Konflikt zu l\u00f6sen? Vers 8: \u201eDa sagte Abram zu Lot: Zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten soll es keinen Streit geben; wir sind doch Br\u00fcder.\u201c Robert Alter kommentiert an dieser Stelle, dass es erst das zweite Mal ist, das der Autor von Genesis Abrams w\u00f6rtliche Rede zitiert. Das erste Mal, als wir Abram sprechen geh\u00f6rt haben, war in \u00c4gypten, als er seine Frau erfolgreich davon \u00fcberzeugte, sich als seine Schwester auszugeben. Das war nicht besonders ehrenhaft. Hier erleben wir einen ganz anderen Abram. In der damaligen patriarchalischen Zeit hatten die Menschen Respekt vor dem Alter. Die J\u00fcngeren hatten sich den \u00c4lteren ohne gro\u00dfes Wenn und Aber unterzuordnen. Alles andere war inakzeptabel. Abram tut nun etwas, was ziemlich unerh\u00f6rt war. Er sagt Lot: \u201ewir sind doch Br\u00fcder\u201c, d.&nbsp;h., er begegnet ihm auf Augenh\u00f6he und behandelt Lot als seinesgleichen.<br \/>\nDas andere, das v\u00f6llig unerh\u00f6rt war: Abram machte Lot ein unglaublich gro\u00dfz\u00fcgiges Angebot. Vers 9: \u201eLiegt nicht das ganze Land vor dir? Trenn dich also von mir! Wenn du nach links willst, gehe ich nach rechts; wenn du nach rechts willst, gehe ich nach links.\u201c Jeder andere Patriarch h\u00e4tte sich das ausgesucht, was f\u00fcr ihn gut ist und dann den jungen Nachwuchs die billigen Reste \u00fcberlassen. Aber Abram \u00fcberl\u00e4sst Lot den Vortritt. Er l\u00e4sst ihn zuerst aussuchen.<br \/>\nUnd jetzt kommt der entscheidende Vers. \u201eLot erhob seine Augen und sah, dass die ganze Jordangegend \u00fcberall bew\u00e4ssert war. Bevor der HERR Sodom und Gomorra vernichtete, war sie bis Zoar hin wie der Garten des HERRN, wie das Land \u00c4gypten.\u201c Beide m\u00fcssen auf einem Berg gestanden haben, von welchem man das ganze Land sehen konnte. Die Wahl war nicht schwer. Die Jordangegend war wie der Garten des HERRN hei\u00dft es hier. Es sah aus wie das Paradies. Es war nicht wie in den uns\u00e4glichen Quiz-Shows, wo der Moderator fragt: \u201eNimmst du T\u00fcr 1 oder T\u00fcr 2?\u201c, und man \u00fcberhaupt keine Ahnung, was sich hinter den T\u00fcren verbirgt. Es war eher ein: \u201eHier ist ein riesiger Haufen Gold und dort ist ein Haufen Sand. Was nimmst du?\u201c Lot stand da und machte laut \u201eHummm \u2026 also, wenn du mich so fragst \u2026\u201c<br \/>\nLot w\u00e4hlt sich das fruchtbare, gut bew\u00e4sserte Jordantal. Und so trennen sich Abram und Lot voneinander. Der Text gibt uns ein paar rote Warnzeichen. Zum einen sagt Vers 10, dass das Jordantal bew\u00e4ssert war, wie das Land \u00c4gypten. Und das Wort \u00c4gypten ist zwar \u00fcberhaupt nicht \u201eb\u00f6se\u201c gemeint, aber es hat einen unangnehmen Beigeschmack. \u00c4gypten war das Land, in welchem Abram sich seinen ersten richtigen geistlichen Fehltritt geleistet hatte. \u00c4gypten war das Land, in welchem Sarai Teil von Pharaos Harem wurde. \u00c4gypten war das Land, das nicht gerade in bester Erinnerung war. Der Autor gibt dem Leser aber noch viel direktere Hinweise. Lot schl\u00e4gt seine Zelte vor der Stadt Sodom auf. Vers 13 sagt: \u201eDie M\u00e4nner von Sodom aber waren sehr b\u00f6se und s\u00fcndigten vor dem HERRN.\u201c Sodom war nicht der beste Ort, um seine Kinder zur Schule zu schicken. Sodom stand bereits unter dem Gericht Gottes.<br \/>\nWas ist hier die Anwendung? Die Bibel macht an dieser Stelle ganz deutlich, dass Lot sich f\u00fcr das falsche Paradies entschieden hatte. Lot hatte sich f\u00fcr die Option entschieden, die es ihm erlaubte, seinen Reichtum auszubauen. Man k\u00f6nnte sagen, dass Lot sich f\u00fcr die Karriereoption entscheiden hatte, die \u00dcberholspur innerhalb der Managementlaufbahn, die es ihm erlaubte, richtig schnell bef\u00f6rdert zu werden und auch richtig Kohle zu scheffeln. Wie Lot gibt es hier einige junge Menschen, die sich vermutlich dar\u00fcber Gedanken machen, was jobtechnisch die beste Option ist. Und vielleicht denken manche von euch: \u201eOkay, du Ober-Schaumeier. Versuchst du uns gerade zu sagen, dass es verkehrt ist, einen guten Job anzustreben, bei welchem man gutes Geld verdienen kann? Dass es S\u00fcnde ist, wenn man Karriere macht?\u201c<br \/>\nSehen wir uns noch einmal den Vers 10 an. Vers 10 sagt, dass Lot seine Augen erhob und sah, dass die ganze Jordangegen bew\u00e4ssert war. Robert Alter, einer der f\u00fchrenden Experten f\u00fcr altes Hebr\u00e4isch, macht uns auf ein wichtiges Detail aufmerksam. Alles, was in Vers 10 beschrieben wird, das bew\u00e4sserte Land, der Garten des HERRN, das Paradies, wie \u00c4gypten wird uns aus der Perspektive Lots beschrieben. Lot schaut sich das alles an, und sagt: \u201eWow! Das ist f\u00fcr mich das Paradies. Das will ich haben! Wenn ich das erreicht habe, dann habe ich es geschafft!\u201c<br \/>\nAn die jungen Menschen unter uns, die eine gro\u00dfartige Karriere und Erfolg anstreben: Was ist das, was ihr seht? Und was ist es, was ihr damit verbindet? Welche Bedeutung hat es f\u00fcr euch, wenn ihr Erfolg habt? Ein Beispiel aus meinem Leben: Ich arbeite seit ca. 20 Jahren im wissenschaftlichen Bereich, davon ca. 8 Jahre im akademischen Bereich. Wie ihr vielleicht wisst, ist es f\u00fcr Akademiker \u00fcberlebenswichtig, gut zu publizieren. Am besten sollte das Journal mit den Namen \u201eNature\u201c oder \u201eCell\u201c enthalten. Die h\u00e4sslichsten und schlimmsten Konflikte, die ich zwischen Kollegen, Gruppenleitern usw. gesehen habe, waren, wenn es um die Frage geht, wer auf dem Paper Erst- oder Letztautor ist, und wer \u00fcberhaupt mit auf dem Manuskript stehen darf. Warum? Weil f\u00fcr Wissenschaftler eine Publikation nicht einfach nur eine Publikation ist, sondern weil es um Prestige geht, um Anerkennung, um das Gef\u00fchl jemand zu sein. Als ich Doktorand war, wurde uns angehenden Nachwuchswissenschaftlern eingetrichtert: \u201epublish or perish\u201c, was so viel hei\u00dft wie \u201ever\u00f6ffentlichen oder verloren gehen\u201c. Mit anderen Worten, das Publizieren von Papern wird zu einer Methode, wie Wissenschaftler versuchen, sich selbst zu retten. Man sieht das Cover von Nature und Science und sagt sich: auf diesem Cover zu sein, ist wie der Garten der HERRN, wie das Paradies, wie \u00c4gypten. Wenn ich euch als Au\u00dfenstehende dazu fragen kann: Ist das Ganze nicht richtig traurig? Und doch ist es wahr.<br \/>\nDeshalb noch einmal die Frage: Was ist das, was du in deiner Arbeit siehst? Hast du das Gef\u00fchl, dass Arbeit nicht einfach nur Arbeit ist, sondern die Erf\u00fcllung deines Lebenstraums; dass du denkst, dass das der einzige Weg ist, sich morgens in den Spiegel blicken zu k\u00f6nnen und sich einreden zu k\u00f6nnen, jemand zu sein? Wenn das der Fall ist, dann hast du das gleiche Problem wie Lot. Was war das Problem von Lot? Lot wollte das Paradies. Aber es war das Paradies ohne Gott; es war der Garten des HERRN ohne den HERRN. Das Paradies, das er sah, war seine Einbildung. Es war so ziemlich genau das Gegenteil vom Paradies. Die Bibel zeigt uns, dass es sein selbst gew\u00e4hlter Untergang war. Was ist dann das wahre Paradies?<\/p>\n<p><strong>2. Das Paradies, das versprochen wird<\/strong><br \/>\nAbram hatte drei Dinge, die er wollte, von denen er aber nur zwei haben konnte. Vielleicht kennt ihr solche Situationen? Ich gebe euch zwei Beispiele. Im Projekt-Management spricht man vom magischen Dreieck: Zeit, Kosten und Qualit\u00e4t. Man will normalerweise bei einem Projekt, dass es so schnell wie m\u00f6glich geht, so g\u00fcnstig wie m\u00f6glich ist und trotzdem das Ergebnis h\u00f6chster Qualit\u00e4t hat. Man kann aber nur zwei davon haben. Zum Beispiel, wenn man Zeit und Kosten spart, dann leidet die Qualit\u00e4t darunter. Ein weiteres Beispiel habe ich von einem Arzt geh\u00f6rt, den ich auf einer wissenschaftlichen Konferenz getroffen hatte. Er meinte zu mir: \u201eMan kann ein guter Kliniker sein; man kann ein guter Forscher sein; und man kann eine Familie haben. Nur zwei Dinge davon sind realisierbar.\u201c F\u00fcr Abram galt: er wollte Gottes Berufung gehorchen; er wollte eine gute Beziehung zu Lot haben; und er wollte seinen Reichtum mehren. Wenn Abram sich entschieden h\u00e4tte, im verhei\u00dfenen Land zu bleiben, um mehr Geld zu verdienen, h\u00e4tte er Lot unterwerfen oder rausschmei\u00dfen m\u00fcssen. Wenn Abram seinen Reichtum multiplizieren und seine Beziehung zu Lot halten wollte, dann g\u00e4be es keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr ihn, im verhei\u00dfenen Land zu bleiben. Und so entschied er sich dazu, gro\u00dfz\u00fcgig zu sein und benachteiligt zu werden. In 1. Korinther 6,7 fragte Paulus seine Glaubensgeschwister, die kleinlich waren und die ihre Streitigkeiten untereinander sogar vor Gericht austrugen: \u201eWarum leidet ihr nicht lieber Unrecht? Warum lasst ihr euch nicht lieber \u00fcbervorteilen?\u201c Abram lie\u00df sich \u00fcbervorteilen.<br \/>\nVielleicht stand Abram jetzt an der gleichen Stelle, von der Lot das Jordantal gesehen hatte. Vielleicht sah er von dort aus wehm\u00fctig zu, wie sein geliebter Neffe von ihm wegzog; und Lot konnte es noch nicht einmal abwarten, wegzuziehen und freute sich wie jemand, der einen Sechser im Lotto gezogen hatte. Wie ging es Abram? Kennt ihr diese Momente, in welchen man wei\u00df, dass man das Richtige getan hat, aber es bleibt trotzdem eine Leere und Entt\u00e4uschung? Ich gehe davon aus, dass Abram sich so f\u00fchlte. Inmitten dessen spricht Gott zu Abram: \u201eErheb deine Augen und schau von der Stelle, an der du stehst, nach Norden und S\u00fcden, nach Osten und Westen! Das ganze Land n\u00e4mlich, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen f\u00fcr immer geben. Ich mache deine Nachkommen zahlreich wie den Staub auf der Erde. Nur wer den Staub auf der Erde z\u00e4hlen kann, wird auch deine Nachkommen z\u00e4hlen k\u00f6nnen. Mach dich auf, durchzieh das Land in seiner L\u00e4nge und Breite; denn dir werde ich es geben.\u201c Das ist ein gewaltiges Versprechen Gottes.<br \/>\nSchon einmal hatte Gott Abram in Kapitel 12 versprochen, dass seine Nachkommen das Land besitzen w\u00fcrden. Hier versprach Gott es Abram direkt. Was hat es mit diesem Land auf sich? Gary Burge schreibt: \u201eBei Land geht es nicht nur um den Besitz von Grundst\u00fccken, sondern um Sicherheit und Identit\u00e4t, um kulturellen Zusammenhalt und Sinn. Im tiefsten Sinne geht es bei Land um einen Ort, um den Besitz eines Gebiets, das uns geh\u00f6rt, das wir verteidigen k\u00f6nnen und das uns Sicherheit vor der Welt geben kann.\u201c Land gibt Sicherheit, Identit\u00e4t, kulturellen Zusammenhalt und Sinn. Mit anderen Worten: Nat\u00fcrlich ging es hier um das Zuhause.<br \/>\nWenn wir die Geschichte des AT verfolgen, sehen wir, dass Gott diese Verhei\u00dfung tats\u00e4chlich Schritt f\u00fcr Schritt erf\u00fcllt hat. Abrams Nachkommen haben unter Josua Teile des Landes eingenommen. Es dauerte noch einige hunderte Jahre bis K\u00f6nig David endlich das ganze verhei\u00dfene Land erobert hatte. Aber hier ist jetzt das Interessante. Relativ bald nach David begann auch schon wieder der langsame aber sichere Abstieg: die Teilung des Landes mit einem kleineren S\u00fcdreich und einem gr\u00f6\u00dferen Nordreich, das von den Assyrern zugrunde gerichtet wurde. Zur Zeit des NT war das Land unter r\u00f6mischer Herrschaft. Die R\u00f6mer hatten dabei die Griechen abgel\u00f6st; die Griechen hatten seinerzeit die Perser abgel\u00f6st. Die Perser wiederum hatten die Babylonier abgel\u00f6st. Wenn das Land ein so wichtiger Bestandteil von Gottes Verhei\u00dfung war, warum wurde dieses Land so oft fremdbesetzt und schlie\u00dflich komplett entrissen?<br \/>\nIm Neuen Testament sehen wir, wie sich durch Jesus Christus der Fokus \u00e4ndert. Im AT war der Glaube an Gott einem Volk in einem Land vorbehalten. Aber in Jesus wird der Glaube allen Menschen zug\u00e4nglich, nicht mehr nur den leiblichen Nachkommen Abrahams. Und in Jesus Christus werden die Versprechen Abrahams allen L\u00e4ndern zug\u00e4nglich, nicht nur dem Land Israel. D.&nbsp;h. Gott versprach Abram Land, aber dieses Land war eine tempor\u00e4re Notwendigkeit. Anders gesagt, das Land war ein Hinweis auf die wahre Heimat im Himmel. Indem Gott Abram Land verspricht, verspricht er ihm ein wahres Zuhause im Himmel. Gott verspricht ihm das wahre Paradies. Das war Gottes Trost f\u00fcr Abram.<\/p>\n<p><strong>3. Wie wir das wahre Paradies in Anspruch nehmen<\/strong><br \/>\nWir haben den Kontrast zwischen Abram und Lot gesehen. Lot schnappte sich das, was er sah. Abram bekam als Antwort darauf das von Gott zugesichert, was er jetzt noch gar nicht sehen konnte. Was bedeutet das nun f\u00fcr uns?<br \/>\nDrei Dinge gibt es, die wir beherzigen sollten. Alle drei Anwendungen h\u00e4ngen eng miteinander zusammen. Als Erstes und als Wichtigstes: Wie jeder Text in der Bibel ist auch dieser Text eine Einladung, neu zu Jesus zu kommen. Dieser Text ist eine Einladung, neu zu h\u00f6ren, was Gott in Jesus f\u00fcr uns getan hat, mehr noch als das, was wir f\u00fcr ihn tun sollten. Lot stand auf dem Berg und ist der Versuchung erlegen. Und das erinnert uns an eine andere Versuchung. In Matth\u00e4us 4 lesen wir: \u201eWieder nahm ihn der Teufel mit sich und f\u00fchrte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.\u201c Wenn man so will, ist das die kosmische Variante von Lots Versuchung.<br \/>\nTim Keller hatte auf den gro\u00dfen Unterschied aufmerksam gemacht. Lot bekam vor Augen gef\u00fchrt, was ihm nicht geh\u00f6rte; und er nahm sich das, was er nicht nehmen sollte. Jesus hingegen bekam das gezeigt, was ihm bereits rechtm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rte. Aber er nahm es nicht an. Warum eigentlich nicht? Weil der Weg Jesu ein anderer war. Jesus wurde K\u00f6nig, nicht obwohl er den Weg des Kreuzes und des Leidens auf sich nahm, sondern indem er f\u00fcr uns alle starb. Jesus lehnte alle Reicht\u00fcmer und Herrlichkeit der Welt ab, weil er es auf etwas ganz anderes abgesehen hatte. Was war ihm so lieb und kostbar? Jesu Wahl fiel auf uns. Wir sind Jesu Schatz im Acker; wir sind die kostbare Perle, f\u00fcr die Jesus alles bereit war zu bezahlen, bis hin zu seinem Leben. So sehr sind wir bei Jesus geliebt und angenommen. Die erste Anwendung lautet: Komme zu diesem Jesus.<br \/>\nDie zweite Anwendung ist Anbetung. Bruce Waltke macht in seinem Kommentar darauf aufmerksam, dass der hier betrachtet Bibeltext mit einem Altar beginnt und mit einem Altar endet. In Vers 3 kommt Abram an den Altar zwischen Bethel und Ai. Das ist im Norden des Landes. In Vers 18 baut er einen neuen Altar bei den Eichen von Mamre in Hebron. Das ist im S\u00fcden des Landes. Und Waltke kommentiert, dass es in \u00c4gypten, dem Land von Abrams Fehltritt, keinen Altar gegeben hatte. Der Altar ist ein sichtbares Zeugnis von Abrams aktivem Gebetsleben. Es ist Ausdruck des Lebens in enger Freundschaft und Verbindung mit Gott, das Abram f\u00fchrte. Es ist der Anfang der tiefen Ver\u00e4nderung von Abram. Mit Gott Zeit zu verbringen, hei\u00dft, von Gott ver\u00e4ndert zu werden. Die zweite Anwendung vom Text ist: Baue einen Altar. Das kostet sprichw\u00f6rtlich Kraft und Energie. Es m\u00fcssen Steine geschleppt werden. Es muss Stein auf Stein gesetzt werden. Mein Gebet ist es, dass die Manna-Gebetsstunden ein solcher sichtbarer Altar werden k\u00f6nnen, neben den anderen Alt\u00e4ren des Gebets, die in dieser Gemeinde gebaut werden.<\/p>\n<p>Als Letztes. Erkunde das Land, das Gott dir schenken will. Gott gab Abram den Auftrag, das Land zu durchziehen. Vers 17: \u201eMach dich auf, durchzieh das Land in seiner L\u00e4nge und Breite; denn dir werde ich es geben.\u201c Gott wollte, dass Abram die Realit\u00e4t dieses Besitzes begreift. Das tat Abram dann auch. Er zieht mit seinen Zelten bis nach Hebron im S\u00fcden des Landes. Eine passende Illustration dazu: Eine Kollegin von mir wohnt in einem Vorort von Paris und hat sich vor kurzem eine Wohnung gekauft. Vor ein paar Tagen hatte sie mich gefragt, ob ich ihre Wohnung sehen will. Das geht nat\u00fcrlich nicht, schon deshalb nicht, weil das Haus, in welchem ihre neue Wohnung ist, in Moment noch gebaut wird. Aber sie zeigte mir ganz stolz den Grundriss. Und nicht nur das, sie hatte sehr detaillierte Pl\u00e4ne wo in der Wohnung was hinkommen w\u00fcrde und wie sie die Wohnung gestalten w\u00fcrde. Sie hatte bereits angefangen, in die zuk\u00fcnftige Wohnung einzuziehen, obwohl das nur ein Versprechen war.<br \/>\nK\u00f6nnen wir bereits in das verhei\u00dfene Land einziehen, obwohl es nur ein Versprechen ist? Und die gro\u00dfe Frage ist dann nat\u00fcrlich: Wie sieht das dann konkret in unserem Leben aus? Die Antwort ist das Leben, das wir im vergangenen Sommer in der Bergpredigt betrachtet haben. Das Himmelreich ist der Ort, an dem Gottes Liebe \u00fcberflie\u00dft. Also lebe ein Leben der Liebe. Der Himmel ist der Ort von Gottes Frieden. Also sei ein Friedensstifter. Der Himmel ist der Bereich, wo Gottes Barmherzigkeit regiert. Also sei ein Mensch der Barmherzigkeit. Und vor allem, der Himmel ist unser Zuhause, an dem wir durch Gottes Gnade so angenommen sind, wie wir sind. Also lass uns das praktizieren, indem wir immer wieder in Gottes liebevolle Umarmung zur\u00fcckkehren; und indem wir andere Menschen annehmen, wie sie sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Abram und das Land \u201eNachdem sich Lot von Abram getrennt hatte, sprach der HERR zu Abram: Erheb deine Augen und schau von der Stelle, an der du stehst, nach Norden und S\u00fcden, nach Osten und Westen!\u201c (1.Mose 13,14 [EH\u00dc]) Wir haben letzte Woche mit einer neuen Serie \u00fcber die Patriarchen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[37,4],"tags":[],"class_list":["post-13038","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-mose","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13038"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13038\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13041,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13038\/revisions\/13041"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}