{"id":12998,"date":"2025-01-19T11:00:56","date_gmt":"2025-01-19T10:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12998"},"modified":"2025-12-02T19:12:17","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:17","slug":"predigt-apostelgeschichte-279-44-jahresanfang-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-apostelgeschichte-279-44-jahresanfang-2025\/","title":{"rendered":"Predigt: Apostelgeschichte 27,9-44 &#8212; Jahresanfang 2025"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/2025-SL-Apg-279-44-Predigt.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/2025-SL-Apg-279-44-Predigt.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/apostelgeschichte\/27\/9-44?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Christen in einer nichtchristlichen Welt<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDeshalb ermahne ich euch: Nehmt Nahrung zu euch; das ist gut f\u00fcr eure Rettung. Denn keinem von euch wird auch nur ein Haar von seinem Kopf verloren gehen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apostelgeschichte 34 [E\u00dc])<\/p>\n<p>Der Text, den wir heute betrachten, ist einer der Texte, der mich nicht losl\u00e4sst. Ich hatte vor acht Jahren schon dar\u00fcber gesprochen. Es geht hier um Paulus\u2018 Seefahrt nach Rom. Apostelgeschichte 27 liest sich dabei wie ein spannender Abenteuerbericht. Er ist voller Drama. Aber das ist nicht der Fokus von unserer Betrachtung. Was wir ebenfalls im Text sehen ist ein Mann an Bord, der mit seinen engsten Begleitern (Lukas geh\u00f6rte vermutlich dazu) ein Christ war. Die anderen Reisenden waren Nichtchristen. Und wir finden hier ein Beispiel daf\u00fcr, wie Christen ihre Umgebung auf profunde und tiefgehende Weise beeinflussen und ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Nicht nur das, durch die Gegenwart von Paulus werden alle in seiner Umgebung gesegnet.<br \/>\nDrei Dinge wollen wir besonders betrachten: zum einen, die Gesellschaft, in welcher Paulus hineingeworfen wurde; als zweites, die Gelegenheiten, die sich ihm auftaten und die er nutzte; als drittes, die Konsequenzen dessen.<\/p>\n<p><strong>1. Die Gesellschaft<\/strong><br \/>\nVers 37 erw\u00e4hnt, dass insgesamt 276 Menschen an Bord waren. Das war keine kleine Mannschaft. Das Schiff muss eine gewisse Gr\u00f6\u00dfe gehabt haben. Wir finden weitere Hinweise darauf, wer diese Menschen waren. Vers 6 erw\u00e4hnt, dass der Hauptmann ein alexandrinisches Schiff fand, das nach Italien fuhr. Es handelte sich hier um ein \u00e4gyptisches Schiff, eines von vielen Schiffen, das Getreide nach Rom transportierte. Wie wir uns vorstellen k\u00f6nnen, war das f\u00fcr die R\u00f6mer ziemlich wichtig. Deshalb wurden solche Schiffe auch sehr privilegiert behandelt.<br \/>\nWas f\u00fcr Leute waren dann an Bord? Vers 11 erw\u00e4hnt, dass es neben dem Hauptmann noch den Steuermann und den Kapit\u00e4n gab. Luther und Elberfelder \u00fcbersetzen Kapit\u00e4n mit \u201eSchiffsherr\u201c, was vermutlich pr\u00e4ziser ist. Der Steuermann war dem Schiffsherrn unterstellt. Au\u00dferdem gab es an Bord die Matrosen und die Soldaten, die dem r\u00f6mischen Hauptmann unterstellt waren. Schlie\u00dflich gab es noch die Gefangenen. Was wir hier sehen ist ein kleiner Mikrokosmos einer ganzen Gesellschaft. An der Spitze sind die M\u00e4chtigen (der Hauptmann) und die Reichen (der Schiffsherr) und die Einflussreichen (der Steuermann). Weit darunter gab es die Mittelschicht bestehen aus Milit\u00e4r und Matrosen. Sie machten die Mehrheit der Schiffsbesatzung aus. Und noch einmal weit darunter waren die Gefangenen. Einer von diesen Gefangenen war nun eben Paulus.<br \/>\nWas uns zu denken geben sollte, ist die Tatsache, dass Paulus sich diese Mitmenschen nicht ausgesucht hatte. Als r\u00f6mischer B\u00fcrger, der zwar gefangen war, aber noch nicht verurteilt war, hatte Paulus das Gl\u00fcck, dass der Hauptmann ihm gegen\u00fcber wohl gesonnen war. Nichtsdestotrotz hatte Paulus als Gefangener Roms erst einmal gar nichts zu melden. Ob er wollte oder nicht, diese mehr als 270 Menschen waren f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen und Monate seine Reisegef\u00e4hrten. Es waren seine Mitmenschen, mit denen er erst einmal auskommen musste.<br \/>\nBildlich gesprochen gilt das auch f\u00fcr uns: Wir sitzen immer mit anderen Menschen im Boot. Wir m\u00f6gen denken, dass wir uns doch relativ sorgf\u00e4ltig aussuchen, mit wem wir abh\u00e4ngen. Und zu einem gewissen Grad stimmt das auch. Aber gleichzeitig gibt es viele Gemeinschaften, die wir uns nicht ausgesucht haben. Wir haben ein Wort daf\u00fcr. Wir nennen das \u201eZwangsgemeinschaft.\u201c<br \/>\nDer Berliner Schriftsteller Peter Glaser schrieb einmal: \u201eW\u00e4re man nicht, als Mitglied der menschlichen Gemeinschaft, st\u00e4ndig aufs Neue zur Teilnahme an Zwangsgemeinschaften, nun ja: gezwungen. Sie nennen es Zivilisation. Erst wird der Mensch gefangen gehalten von \u00e4lteren, st\u00e4rkeren Exemplaren seiner Gattung und an der Aus\u00fcbung seines freien Willens gehindert, indem er um acht ins Bett muss. Gro\u00dfen Geistern wie Bernard Shaw oder Mark Twain wird ein weises Wort zugeschrieben, das in etwa lautet: Mein Bildungsweg wurde vor\u00fcbergehend durch meine Schulzeit unterbrochen. Zuvor bereits wird der Menschenlehrling ja schon im Kindergarten und Vorschule mit Seinesgleichen zusammengepfercht, ob er nun will oder nicht. Das Programm setzt sich nahtlos fort in Kasernen, H\u00f6rs\u00e4len und an Arbeitspl\u00e4tzen. \u2026 Wird dann der Wunsch etwa nach einer Eigentumswohnung unbez\u00e4hmbar, findet der W\u00fcnschende sich unversehens wieder in einer Eigent\u00fcmergemeinschaft, wo man sich wie in den meisten Zwangsgemeinschaften, erstmal freundlich begr\u00fc\u00dft, um den Rest der Zeit uneins und zerstritten zu verbringen. So lernt der Mensch, dass er nicht allein auf der Welt ist.\u201c<br \/>\nUnser Leben fing schon damit an, dass wir uns nicht aussuchen konnten, in welche Familie wir hineingeboren wurden. Wir hatten keine Kontrolle dar\u00fcber, in welchem Land, in welcher Kultur, zu welcher Zeit wir als Kinder heranwachsen durften. Wir sind nicht allein auf der Welt. Und ganz egal wo wir waren, wir wurden immer mit anderen Menschen in Gruppen zusammengew\u00fcrfelt, die wir uns nicht ausgesucht haben.<br \/>\nUnd das ist der Punkt. Wir haben es uns nicht ausgesucht. Aber vielleicht hat es Gott so gewollt. Vielleicht wollte Gott auf diese Weise erreichen, dass seine Kinder mit m\u00f6glichst vielen Menschen in Kontakt kommen, die nicht, oder noch nicht, zu seinen Kindern geh\u00f6ren. Die Tatsache, dass wir uns unsere Mitmenschen nicht aussuchen konnten, hei\u00dft nicht, dass wir keine Berufung f\u00fcr sie h\u00e4tten. Das bringt uns zum zweiten Punkt.<\/p>\n<p><strong>2. Die Gelegenheiten<\/strong><br \/>\nDer Text beschreibt insgesamt vier Interaktionen zwischen Paulus und Mitgliedern der Schiffsbesatzung. In Vers 9 tritt Paulus in Erscheinung: \u201eM\u00e4nner, ich sehe, die Fahrt wird mit Gefahr und gro\u00dfem Schaden verbunden sein, nicht nur f\u00fcr die Ladung und das Schiff, sondern auch f\u00fcr unser Leben.\u201c Wir finden hier eine Zeitangabe: Die Fastenzeit war vor\u00fcber. Viele gehen davon aus, dass Paulus im Jahr 59 nach Christus nach Rom segelte. In diesem Jahr war die Fastenzeit Anfang Oktober vorbei. Der r\u00f6mische Schreiber Vegetius hatte berichtet, dass die Schifffahrt nach dem 15. September gef\u00e4hrlich wurde und vom 11. November bis zum 10. M\u00e4rz fast vollst\u00e4ndig unterbrochen wurde. Paulus war ein mit sprichw\u00f6rtlich allen Wassern gewaschener, erfahrener Vielreisender. Seine Warnung kam sicherlich aus seiner Erfahrung. Und gleichzeitig machte er sehr spezifische Vorhersagen, die geradezu prophetisch waren. Der Hauptmann, der Kapit\u00e4n und der Steuermann entscheiden sich, nicht auf Paulus zu h\u00f6ren.<br \/>\nDie zweite Interaktion ist in den Versen 21 und folgende. Zu diesem Zeitpunkt war bereits ein gewaltiger Sturm ausgebrochen, die Mannschaft hatte die Schiffsausr\u00fcstung bereits \u00fcber Bord geworfen, viele Tage waren ohne Aussicht auf Besserung vergangen, die Besatzung war m\u00fcrbe und hatte jegliche Hoffnung aufgegeben. Inmitten dessen spricht Paulus: \u201eM\u00e4nner, man h\u00e4tte auf mich h\u00f6ren und von Kreta nicht abfahren sollen, dann w\u00e4ren uns diese Gefahr und dieses Ungemach erspart geblieben.\u201c Das war Salz auf die Wunden. Aber das war nicht alles, was er sagte. \u201eDoch jetzt ermahne ich euch: Verliert nicht den Mut! Niemand von euch wird sein Leben verlieren, nur das Schiff wird untergehen. Denn in dieser Nacht ist ein Engel des Gottes, dem ich geh\u00f6re und dem ich diene, zu mir gekommen und hat gesagt: F\u00fcrchte dich nicht, Paulus! Du musst vor den Kaiser treten. Und siehe, Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir fahren. Habt also Mut, M\u00e4nner! Denn ich vertraue Gott, dass es so kommen wird, wie mir gesagt worden ist. Wir m\u00fcssen allerdings an einer Insel stranden.\u201c Inmitten einer Lage, in der alle Hoffnung verloren scheint, in denen sich alle bereits aufgegeben haben, spricht Paulus allen neuen Mut zu. Ist das nicht gro\u00dfartig?<br \/>\nDie dritte Interaktion findet statt, als Paulus bemerkt, wie die Matrosen versuchen, sich heimlich aus dem Staub zu machen. Sie wollten sprichw\u00f6rtlich das sinkende Schiff verlassen, bevor es zu sp\u00e4t war. Paulus ist geistesgegenw\u00e4rtig und teilt dem Hauptmann und den Soldaten mit: \u201eWenn sie nicht auf dem Schiff bleiben, k\u00f6nnt ihr nicht gerettet werden.\u201c Der Fluchtversuch wird vereitelt.<br \/>\nDer vierte gro\u00dfe Auftritt von Paulus ist in den Versen 33 und folgende: \u201eAls es nun Tag werden wollte, ermahnte Paulus alle, etwas zu essen, und sagte: Heute ist schon der vierzehnte Tag, dass ihr ausharrt, ohne auch nur die geringste Nahrung zu euch zu nehmen. Deshalb ermahne ich euch: Nehmt Nahrung zu euch; das ist gut f\u00fcr eure Rettung. Denn keinem von euch wird auch nur ein Haar von seinem Kopf verloren gehen.\u201c Wieder ermutigt Paulus die ganze Mannschaft des Schiffes. Paulus wiederholt Gottes Verhei\u00dfung, dass alle Menschen das Schiffsungl\u00fcck \u00fcberleben w\u00fcrden. Er spricht ihnen Mut und Hoffnung zu. Es bleibt aber nicht nur bei Worten. Vers 35: \u201eNach diesen Worten nahm er Brot, dankte Gott vor den Augen aller, brach es und begann zu essen.\u201c Diese Worte \u201enahm das Brot\u201c, \u201edankte Gott\u201c, \u201ebrach es\u201c erinnert ganz stark an verschiedene Stellen in den Evangelien. Als Jesus 5.000 Menschen mit f\u00fcnf Broten und zwei Fischen speiste, hei\u00dft es in Lukas 9,16: \u201eJesus aber nahm die f\u00fcnf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis und brach sie.\u201c Nachdem Jesus von den Toten auferstanden war, begegnete er zwei J\u00fcngern, die auf dem Weg nach Hause waren. Die M\u00e4nner laden Jesus zu sich nach Hause ein, ohne zu wissen, wen sie nach Hause einluden. Und wir lesen dann in Lukas 24,30: \u201eUnd es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen.\u201c Und alle diese Erw\u00e4hnungen sind wie Planeten, die um einen Fixstern kreisen. Und dieser Stern ist das Abendmahl, das letzte Mahl, das Jesus mit seinen J\u00fcngern hatte, bevor er verhaftet und unschuldig hingerichtet wurde. Lukas 22,19: \u201eUnd er nahm das Brot, sprach das Dankgebet, brach es und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der f\u00fcr euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis.\u201c<br \/>\nEs w\u00fcrde vermutlich ein wenig zu weit gehen, wenn man an dieser Stelle sagen w\u00fcrde, dass Paulus mit der Schiffsbesatzung das Abendmahl gefeiert h\u00e4tte. Und doch w\u00fcrde ich behaupten, dass das, was Paulus hier tut, gar nicht so weit entfernt davon ist. Anders gesagt, das Brot, das Paulus nimmt, f\u00fcr das Paulus dankt, das er bricht, geschieht im Geiste dessen, was Jesus f\u00fcr uns getan hat. Nur das Brot, das gebrochen wird, kann Menschen satt machen. Jesus ist das Brot, das f\u00fcr uns gebrochen wurde. Jesus ist derjenige, der uns wahrhaft satt macht. Jesus ist derjenige, der uns rettet. Rettung ist der springende Punkt hier. Paulus sagt: \u201eDeshalb ermahne ich euch: Nehmt Nahrung zu euch; das ist gut f\u00fcr eure Rettung.\u201c<br \/>\nDas griechische Wort, was hier f\u00fcr Rettung verwendet wird, ist das Wort soteria. Es ist das gleiche Wort, das verwendet wird, wenn die Bibel davon spricht, dass Jesus uns rettet. Wenn Christen von Rettung sprechen, dann in der Regel im Kontext von S\u00fcnde und Tod. Jesus rettet uns von allem, was wir verbrochen haben und der nat\u00fcrlichen Konsequenz dessen, dem Tod. Das ist Rettung mit einem gro\u00dfen \u201eR\u201c. Hier im Text werden mehr als 270 Menschen davor gerettet, im Mittelmeer zu ertrinken. Wenn man so will, k\u00f6nnte man sagen, dass das Rettung mit einem kleinen \u201er\u201c ist. Ich w\u00fcrde behaupten, dass diese Unterscheidung nicht so hilfreich ist. Gottes Business, Gottes Interesse, Gottes Leidenschaft ist es, uns zu retten und zwar Rettung in jeglicher Hinsicht: Rettung von Krankheit, Rettung von Sinnlosigkeit, Rettung von Hoffnungslosigkeit, Rettung in allen N\u00f6ten, und ja, auch die Rettung von dem absoluten \u00dcbel, S\u00fcnde und Tod. Gottes Eifer f\u00fcr Rettung ist so gro\u00df, dass es in Jesu Name reflektiert wird. Der Name Jesus bedeutet \u201eGott rettet.\u201c<br \/>\nPaulus, der 24\/7 im Dienst Jesu stand, hatte immer und zu jeder Zeit dieser Mission gedient: \u201eWas kann ich heute tun, um Menschen zu retten?\u201c Und das, was er tut, muss nicht heroisch sein. Es kann einfach ein Wort der Ermutigung und der Hoffnung sein. Es kann einfach sein, dass man das tut und das sagt, was der Gemeinschaft dient. Es kann so etwas Einfaches sein, wie Brot zu nehmen, Gott daf\u00fcr zu danken, es zu brechen und davon zu essen und mit anderen zu teilen.<br \/>\nWas k\u00f6nnen wir davon mitnehmen? Zwei Anwendungen wollen wir ganz kurz behandeln. Die erste Anwendung ist: Du bist berufen, bei der Rettung von Menschen zu helfen. Wir haben gesagt, dass es Gottes Business ist, Menschen zu retten. Wenn du diesem Gott angeh\u00f6rst, wenn du ein Kind von diesem Gott bist, dann ist es unweigerlich deine Aufgabe, andere Menschen zu retten, bzw., diesem Ziel zu dienen. D.&nbsp;h., in den Gemeinschaften, in die Gott uns hineingestellt (oder vielleicht auch hineingeworfen hat), ist es unsere Aufgabe, f\u00fcr die Rettung dieser Gemeinschaft zu beten und gebraucht zu werden. Wir alle haben unterschiedliche Nachbarschaften, unterschiedliche Freundeskreise, unterschiedliche Kollegen, unterschiedliche Kommilitonen oder Schulfreunde. Stell dir diese Frage: Wenn du an die Mitmenschen denkst, die du hast, wie viele christliche Bekannte und Freunde fallen dir ein, die sie au\u00dfer dir haben? Vielleicht bist du der einzige oder einer der ganz wenigen Christen in deren Leben. D.&nbsp;h., wenn du nicht f\u00fcr deine Kollegen betest, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es niemanden gibt, der f\u00fcr sie beten k\u00f6nnte. Jeder von uns hat ein einzigartiges Missionsfeld. Jeder von uns hat einen einzigartigen Kreis von Menschen, in denen wir als Kinder Gottes stehen. Und die Frage, die sich daher stellt, ist: Was tun wir in den Gemeinschaften, die wir haben? Und was tun wir f\u00fcr diese Gemeinschaften?<br \/>\nDie zweite Anwendung ist: Du wirst ein Zeuge Jesu sein, wenn du dein Licht nicht unter einen Scheffel stellst. Vielleicht denken wir folgendes: \u201eWenn wir das Leben von Paulus betrachten, dann muss man einfach feststellen, dass das Licht, das Paulus ausgestrahlt hat, von einer ganz anderen Qualit\u00e4t war, wie unser Licht. Paulus\u2018 Licht war wie das Flutlicht eines Fu\u00dfballstadions. Unser Licht hingegen ist wie das einer traurigen Gl\u00fchbirne, die zu wenig Strom abbekommt.\u201c So f\u00fchle ich mich zumindest. Wie k\u00f6nnen wir ein Zeugnis in dieser Welt sein? George Koch hatte eine Illustration verwendet, die ich sehr hilfreich fand. An einem sch\u00f6nen Sommerabend hatte er Gl\u00fchw\u00fcrmchen beobachtet. Ihm ist dann bewusst geworden, dass das Licht, dass diese kleinen Viecher ausstrahlen, wirklich schwach und mickrig klein ist. Und trotzdem kann man das Leuchten sehen, weil sie von Finsternis umgeben sind. Es geht nicht prim\u00e4r darum, wie stark unser Leuchten ist. Wenn wir unser Leuchten nicht aktiv verbergen, dann wird unser Licht gesehen werden, weil um uns herum Finsternis ist.<br \/>\nEin paar konkrete Beispiele: Du hast vielleicht ganz neu irgendwo angefangen. Deine neuen Kollegen oder neuen Mitsch\u00fcler oder neuen Kommilitonen k\u00f6nnen gleich in der allerersten Woche herausfinden, dass du ein Christ bist, nicht einfach dem Namen nach, sondern jemand, der wirklich Jesus nachfolgt. Sie k\u00f6nnen das herausfinden, ohne dass du es ihnen unter die Nase reiben musst. Es reicht bereits, dass wenn man beim Smalltalk \u00fcber das vergangene Wochenende spricht und dabei nicht verheimlicht, dass man am Sonntag den Gottesdienst besucht hatte. Wie au\u00dfergew\u00f6hnlich! Oder es reicht bereits, wenn sie sehen, dass du vor dem Mittagessen betest. Sieht man nicht alle Tage. Oder dass du dich nicht daran beteiligst, wenn alle \u00fcber einen Kollegen l\u00e4stern. Was ist denn mit dir los? In den Gemeinschaften, in welche wir eingebettet sind, tun sich dann sp\u00e4ter h\u00e4ufig viele Gelegenheiten auf, in welchen man mehr von Jesus erz\u00e4hlen kann, ohne dass es erzwungen ist.<\/p>\n<p><strong>3. Die Konsequenz<\/strong><br \/>\nIch finde es wunderbar, wie der Text heute endet. Der Jahrhundertsturm war endlich vorbeigezogen, das Boot war eine notd\u00fcrftig schwimmende Bruchbude, die Flucht der Matrosen war gerade vereitelt worden. Und dann bohrt sich das Schiff in eine Sandbank fest und das Schiff beginnt endg\u00fcltig zu zerbrechen. Vers 42 erw\u00e4hnt, dass die Soldaten die Gefangenen umbringen wollten, einfach nur um sicher zu sein, dass niemand auf die Idee kommt, zu fliehen. Der Hauptmann muss sie daran hindern. Er gibt die Order, dass alle an Land schwimmen sollten, die Schwimmer mit Silberabzeichen zuerst. Die anderen sollten Schiffstr\u00fcmmer als Schwimmhilfen verwenden. Wir lesen in Vers 44 das Resultat: \u201eSo kam es, dass alle ans Land gerettet wurden.\u201c (Wieder wird f\u00fcr das Wort \u201egerettet\u201c das griechische Wort soteria benutzt). Am Ende wurde alles gut.<br \/>\nWas uns hier in diesem Text auff\u00e4llt, ist Paulus Zuversicht. Als alle Menschen an Bord die Hoffnung in solchem Ma\u00dfe verloren hatten, dass sie noch nicht einmal mehr essen wollten, war es Paulus, der sie aufbaute: \u201eVerliert nicht den Mut! Niemand von euch wird sein Leben verlieren, nur das Schiff wird untergehen.\u201c Woher kam sein Mut? Woher kam seine unglaubliche Sicherheit? Woher kam sein Friede? Woher kam die \u00dcberzeugung, dass am Ende alles gut werden wird?<br \/>\nFakt ist, dass wir alle fr\u00fcher oder sp\u00e4ter den einen oder anderen Sturm im Leben haben werden. Wir alle werden Anfechtungen und Probleme haben. Und vielleicht sind wir schon mittendrin. Und auf jeden von uns wartet noch der gro\u00dfe Sturm, der uns alles nehmen will, was wir haben und vor allem, der das zerst\u00f6rt, wer wir sind, unsere Identit\u00e4t, unser Sein und unser Leben. Im Umkehrschluss zu Paulus\u2018 Geschichte: Wo finden wir unseren Mut, unsere Sicherheit, unsren Frieden?<br \/>\nWas wir verstehen m\u00fcssen, ist, dass diese st\u00fcrmische Seefahrt l\u00e4ngst nicht die einzige Erz\u00e4hlung dieser Art in der Bibel ist. Im Buch Jona geht es um den gleichnamigen Propheten, der keiner sein will, und versucht vor Gott zu fliehen. Das Boot auf dem er unterwegs ist, ger\u00e4t in einen furchtbaren Sturm. Als sich herausstellt, dass Jona f\u00fcr den Sturm eine gewisse Mitverantwortung tr\u00e4gt, fragen die M\u00e4nner ihn: \u201eWas sollen wir mit dir machen, damit sich das Meer beruhigt und uns verschont?\u201c Jonas Antwort: \u201eNehmt mich und werft mich ins Meer, damit das Meer sich beruhigt und euch verschont! Denn ich wei\u00df, dass dieser gewaltige Sturm durch meine Schuld \u00fcber euch gekommen ist.\u201c Das wollen die M\u00e4nner nicht, bzw. noch nicht. Sie versuchen es noch einmal mit eigener Kraft, aber der Sturm wird immer schlimmer. Schlie\u00dflich wird Jona doch \u00fcber Bord geworfen. Und pl\u00f6tzlich tritt Stille ein: Das Meer ist sofort ruhig, der Sturm ist verschwunden.<br \/>\nDiese Geschichte von Jona wiederum ist ein Hinweis auf den einen wahren Propheten, auf Jesus. Jona wurde gerettet und \u00fcberlebte das Ungl\u00fcck unversehrt. Aber als Jesus dem absoluten Sturm ausgesetzt wurde, blieb ihm nichts erspart. Jesus wurde in das tobende Meer geworfen, das finstere Meer der ganzen Bosheit und des ganzen Elends der gesamten Menschheit. Jona, Paulus, ihre jeweiligen Mitreisenden wurden alle gerettet. Aber Jesus wurde nicht gerettet. Das ganze Ungl\u00fcck, das ganze Unheil traf auf ihn, als Jesus am Kreuz f\u00fcr unsere Schuld und f\u00fcr unsere S\u00fcnde starb.<br \/>\nWenn du an diesen Jesus glaubst, dann ist es die logische Konsequenz dessen, dass es f\u00fcr dich keinen Sturm mehr gibt, der dich zunichtemachen k\u00f6nnte. So unangenehm und so be\u00e4ngstigend die St\u00fcrme auch sein m\u00f6gen, es gibt nichts, was uns von Gottes Liebe und F\u00fcrsorge trennen k\u00f6nnte. Um es mit den Worten von Tim Keller zu sagen: Jeder Sturm, den wir hier erleben, ist ein Wind, der uns enger in die Arme Gottes treibt. Paulus hatte davon gesprochen, dass der Engel Gottes bei ihm war. Gott ist mit uns in jedem Sturm. Gott ist an unserer Seite bei jedem Ungl\u00fcck.<br \/>\nWenn wir diese \u00dcberzeugung haben, und nur wenn wir diese \u00dcberzeugung haben, k\u00f6nnen wir ein Licht in dieser finsteren Welt sein. Und Gott kann und Gott wird uns zur Rettung von vielen Menschen gebrauchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Christen in einer nichtchristlichen Welt \u201eDeshalb ermahne ich euch: Nehmt Nahrung zu euch; das ist gut f\u00fcr eure Rettung. Denn keinem von euch wird auch nur ein Haar von seinem Kopf verloren gehen.\u201c (Apostelgeschichte 34 [E\u00dc]) Der Text, den wir heute betrachten, ist einer der Texte, der mich nicht losl\u00e4sst. 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