{"id":12967,"date":"2024-12-15T11:00:33","date_gmt":"2024-12-15T10:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12967"},"modified":"2025-12-02T19:12:19","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:19","slug":"predigt-lukas-29-14-weihnachten-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-29-14-weihnachten-2024\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 2,9-14 &#8212; Weihnachten 2024"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/2024-Weihnachten-Lukas-2-0914_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/2024-Weihnachten-Lukas-2-0914_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/lukas\/2\/9-14?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Eine gro\u00dfe Freude<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd der Engel sprach zu ihnen: F\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukas 2,10)<\/p>\n<p>In dem Text, der uns gerade vorgelesen wurde, geht es vor allem um die Worte von Engeln zu einer Gruppe von Hirten, die zuf\u00e4llig in der N\u00e4he von Bethlehem waren. Wir haben von Hirten vermutlich ein eher positives von der Romantik gepr\u00e4gtes Bild. Wir denken an eine sch\u00f6ne Landschaft und an etwas Friedfertiges. Aber was wir verstehen sollten, ist, dass Hirten damals ungef\u00e4hr so beliebt waren wie eine Woche Regenwetter in Deutschland. Hirten galten als nicht vertrauensw\u00fcrdig, und sie waren nicht als Zeugen vor Gericht zul\u00e4ssig. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass Hirten von Ort zu Ort zogen, und dass sie h\u00e4ufig Probleme damit hatten, \u201emeins\u201c und \u201edeins\u201c klar auseinander zu halten. Ausgerechnet diese Menschen ohne Ansehen werden hier angesprochen. Und die Konsequenz, die man daraus ziehen kann, ist, dass wenn diese Botschaft f\u00fcr Hirten ist, dann gilt sie allen Menschen. Niemand soll sich ausgeschlossen f\u00fchlen.<br \/>\nMan k\u00f6nnte so viel zum heutigen Text sagen. Wir wollen nur drei Aspekte betrachten. Zum einen sehen wir eine gro\u00dfe Furcht. Der Engel spricht von einer gro\u00dfen Freude. Und schlie\u00dflich sehen wir ein gro\u00dfes Fest.<\/p>\n<p><strong>1. Eine gro\u00dfe Furcht<\/strong><br \/>\nIn Vers 9 bekommen die Hirten auf dem Feld Besuch. Wir lesen: \u201eDa trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie, und sie f\u00fcrchteten sich sehr.\u201c Ihr kennt vermutlich die Situation, wenn es nachts richtig finster ist, und man versucht irgendwie den richtigen Weg zu finden. Und dann ist zum Gl\u00fcck ein Bewegungssensor in der N\u00e4he, und es geht das Licht an. Pl\u00f6tzlich ist die Unsicherheit weg; man kann wieder sehen und man wei\u00df, wo der Weg ist. Licht ist in der Regel das, was uns die Furcht vor der Finsternis nimmt.<br \/>\nDas Interessante hier aber ist, dass das Licht genau die umgekehrte Wirkung hat. Die Hirten f\u00fchlten sich in der Nacht pudelwohl. Sie f\u00fcrchten sich erst, als das Licht kam. Das Licht war der Grund f\u00fcr ihre Furcht. Die Hirten hatten nicht nur ein wenig Angst. Im griechischen Urtext hei\u00dft es sprichw\u00f6rtlich: \u201esie f\u00fcrchteten sich mit gro\u00dfer Furcht.\u201c Was hat es mit dem Licht auf sich? Wir lesen, dass die Herrlichkeit des Herrn die Hirten umstrahlte. Im Licht Gottes wird das offenbar, was tats\u00e4chlich in uns ist. Im Licht Gottes zeigt sich, was real ist.<br \/>\nHier ist eine Frage: Wer von euch hat Furcht? Jetzt gerade vielleicht nicht. Aber in vielen von uns ist vielleicht eine latente Furcht vorhanden. Und wenn Licht auf uns f\u00e4llt, dann merken wir, wie unsicher wir uns f\u00fchlen. Hier sind ein paar Beispiele. Vorgestern bekamen meine Frau und ich eine E-Mail von einer Klassenlehrerin von einem unserer Jungs. Und die Lehrerin hat ihre Sorge ausgedr\u00fcckt, dass unser Kind mit dem Lernstoff nicht zurechtkommt. Pl\u00f6tzlich ist diese tief sitzende Furcht: Wird unser Junge es in der Schule schaffen? Was ist, wenn nicht? Am Ende war die E-Mail nicht weiter tragisch oder schlimm. Wir brauchen bald einen Termin beim Augenarzt. Aber es war so eine Situation, in der sich zeigte, was die Realit\u00e4t ist, und es war eine unangenehme Realit\u00e4t.<br \/>\nEin anderes Beispiel: Vielleicht haben manche von uns eine latente Unsicherheit auf der Arbeit, weil wir denken, dass wir nicht die Qualifikationen haben, die wir eigentlich br\u00e4uchten, um unseren Job gut zu machen. Es ist dieses Gef\u00fchl, insgeheim ein Hochstapler zu sein (Imposter-Syndrom); das Gef\u00fchl, sich bei allem, was man auf der Arbeit macht, auf relativ d\u00fcnnem Eis zu bewegen. Wann bricht diese Furcht richtig in uns aus? Der Moment, wenn auf der Arbeit ein neuer, junger Kollege anf\u00e4ngt, der alle Qualifikationen mitbringt, die wir haben sollten, der viel dynamischer und talentierter ist als wir, und der zu allem \u00dcberfluss auch noch besser aussieht und beliebter ist. Wenn Licht auf unsere Realit\u00e4t f\u00e4llt, zeigt sich, wie unsicher wir eigentlich sind.<br \/>\nOder noch ein Beispiel: Seit einigen Jahren tobt in Europa ein schrecklicher Krieg in der Ukraine. Ich kann mich noch an den Morgen erinnern, als ich in den Nachrichten las, dass Russland die Ukraine angegriffen hat. F\u00fcr mich war an diesem Morgen eine Welt zusammengebrochen: Der europ\u00e4ische Friede, der seit dem Zweiten Weltkrieg mehr als 70 Jahre angehalten hatte, war dahin. Gute wirtschaftliche Beziehungen zu haben, war kein Garant mehr f\u00fcr Frieden. Die Welt, in der wir leben, ist doch viel instabiler, viel fragiler, als ich naiverweise gedacht hatte.<br \/>\nWoher kommt unsere Furcht? Die Furcht kommt daher, weil das, worauf wir hoffen, das, worauf wir bauen, das, auf das wir uns verlassen, infrage gestellt wird. Es ist ein wenig wie ein Erdbeben, weil der Boden selbst, den wir f\u00fcr stabil halten, anf\u00e4ngt zu wackeln. Wir f\u00fcrchten uns, weil die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte; und weil wir wissen, dass wir nicht so sind, wie wir sein sollten. Und wenn ihr diese Furcht noch nicht hattet, dann gut f\u00fcr euch: Gott segne euch. Aber fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wird das jeden von uns ereilen. Wenn Licht zeigt, wie die Realit\u00e4t wirklich ist, f\u00fcrchten wir uns mit gro\u00dfer Furcht.<\/p>\n<p><strong>2. Eine gro\u00dfe Freude<\/strong><br \/>\nDer Engel sagt nun: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht, denn siehe, ich verk\u00fcnde euch eine gro\u00dfe Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll.\u201c Der Engel spricht von einer gro\u00dfen Freude. Und diejenigen, die Lukas von Anfang an gelesen haben, haben vielleicht gemerkt, dass die Freude zunimmt wie ein Crescendo. Als der Engel Gabriel dem Priester Zacharias mitteilt, dass Elisabeth und er in ihrem hohen Alter doch noch Eltern werden w\u00fcrden, sagte der Engel: \u201eDu wirst dich freuen und jubeln und viele werden sich \u00fcber seine Geburt freuen.\u201c Hier gilt die Freude vor allem dem Zacharias, seiner Familie und den Menschen aus seiner Umgebung. Und diese Verhei\u00dfung erf\u00fcllt sich sp\u00e4ter in Kapitel 1,58: \u201eIhre Nachbarn und Verwandten h\u00f6rten, welch gro\u00dfes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuen sich mit ihr.\u201c Als Maria ihre Verwandte Elisabeth besucht, h\u00fcpft das Ungeborene in Elisabeths Bauch. Sie sagt: \u201eDenn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gru\u00df h\u00f6rte, h\u00fcpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.\u201c Maria f\u00e4ngt dann an zu singen, das ber\u00fchmte Magnificat, und ihre ersten Worte sind: \u201eMeine Seele preist die Gr\u00f6\u00dfe des Herrn \/ und mein Geist jubelt \u00fcber Gott, meinen Retter.\u201c Gro\u00dfe Freude bei allen diesen Individuen. So gro\u00df die Freude auch ist, bleibt die Freude noch bei vereinzelten Menschen.<br \/>\nAber hier ist das ganz anders. Der Engel spricht wieder von einer gro\u00dfen Freude. Und er sagt, dass diese Freude dem ganzen Volk zuteilwerden wird. Mit Volk ist erst einmal Israel gemeint. Wenn wir ans Ende von Lukas bl\u00e4ttern, ist wieder von Freude die Rede, dieses Mal bei den J\u00fcngern Jesu: \u201eSie aber fielen von ihm nieder. Dann kehrten sie in gro\u00dfer Freude nach Jerusalem zur\u00fcck.\u201c Die J\u00fcnger wiederum hatten dann die Aufgabe, diese Freude, in die ganze weite Welt zu tragen. Ganz offensichtlich waren sie erfolgreich: Zweitausend Jahre sp\u00e4ter feiern hunderte Millionen Menschen weltweit Weihnachten. D.&nbsp;h., die gro\u00dfe Freude ist nicht nur f\u00fcr ein paar Menschen hier und dort. Diese Freude ist eine universale Freude, eine Freude die f\u00fcr alle Menschen aller Zeiten gilt. Eine gro\u00dfe Freude f\u00fcr dich und f\u00fcr mich.<br \/>\nDiese Botschaft vom Engel ist f\u00fcr jeden hier im Raum relevant. Ich m\u00f6chte euch drei Gr\u00fcnde nennen, warum jeder von uns sich daf\u00fcr interessieren sollte. Zum einen bin ich davon \u00fcberzeugt, dass jeder Mensch sich diese Freude w\u00fcnscht. Es spielt keine Rolle, woher du kommst oder woran zu glaubst oder wie alt du bist. Jeder von uns w\u00fcnscht sich die gro\u00dfe Freude, von welcher der Engel spricht. Nicht nur das. Wenn wir wirklich dar\u00fcber nachdenken, ist das dann nicht die wichtigste Motivation von praktisch allem was wir tun? Praktisch alles, was wir tun, ist ein Streben nach Gl\u00fcck; ist der Versuch, unsere Freude zu mehren und zu multiplizieren.<br \/>\nWir alle suchen nach der gro\u00dfen Freude, von welcher der Engel spricht. Wir nennen es zum Beispiel Liebe und Partnerschaft: den Traumprinzen oder die Traumprinzessin zu finden. Oder wir nennen Karriereplanung: das Traumfach studieren und danach den Traumjob finden. Oder wir nennen es Urlaub: das Traumland besuchen und das Traumabenteuer erleben. Oder wir nennen es Hobby, Musik, Kunst, Entertainment oder Freitagabend. Ganz egal wie wir es nennen, all unser Streben dient im Prinzip dem ein- und demselben Ziel: das Gl\u00fcck des Lebens zu finden, Freude zu haben.<br \/>\nDas bringt uns zum n\u00e4chsten Gedanken. Ganz egal, was wir tun und was wir versuchen, irgendwie bleibt die Sehnsucht nach Freude in gro\u00dfen Teilen unerf\u00fcllt. In dem zweiten Doctor Strange Film stellt sich der Hauptcharakter immer wieder die Frage nach dem Gl\u00fcck. Die Frage \u201eBist du gl\u00fccklich?\u201c zieht sich durch den Film wie eine Art Refrain. Und er kommt wiederholt zu dem Schluss, dass er wirklich ungl\u00fccklich ist, weil seine gro\u00dfe Liebe jemanden anderes heiratet. Seine Gegnerin Wanda ist ebenfalls ungl\u00fccklich, weil sie keine Kinder hat, obwohl sie der Ansicht ist, dass sie Kinder haben sollte. Weil sie ungl\u00fccklich ist, tut sie vielen Menschen weh und macht viele Dinge kaputt.<br \/>\nVielleicht glaubst du, dass wenn du nur den richtigen Partner h\u00e4ttest, oder wenn du nur den richtigen Job finden w\u00fcrdest, du wahrhaftig gl\u00fccklich werden w\u00fcrdest. Aber selbst unter den besten Umst\u00e4nden, scheint immer irgendetwas zu fehlen. Dieses Jahr unternahm ich mit drei von meinen Jungs eine Fahrt an die Nordwestk\u00fcste von Frankreich. Wir sahen das wundersch\u00f6ne Meer. So sch\u00f6n das auch war, war es gleichzeitig auch deprimierend: Ich war der Einzige, der die Landschaft richtig sch\u00f6n fand (die Jungs fanden es nicht so besonders, was an sich schon traurig war). Vor allem aber bleibt eine unerf\u00fcllte Sehnsucht: Der Urlaub ist so schnell vorbei; man will die Sch\u00f6nheit der Natur irgendwie gerne weiter genie\u00dfen weit \u00fcber den kurzen Urlaub hinaus; man will es mitnehmen; man will eigentlich mit dieser Sch\u00f6nheit der Natur irgendwie eins werden, wenn es ginge. Es bleiben nur ein paar Fotos und Erinnerungen. Habt ihr \u00e4hnliche Erfahrungen?<br \/>\nHier ist eine Illustration, die mich sehr ber\u00fchrt hatte, weil ich selbst Musikfan bin. Carlos Kleiber wird von vielen Musikern als der gr\u00f6\u00dfte Dirigent des 20. Jahrhunderts angesehen. Als Kleiber starb, ver\u00f6ffentlichten die Wiener Philharmoniker einen Artikel zum Gedenken an diesen einzigartigen K\u00fcnstler. In diesem Artikel beschrieb Clemens Hellsberg die schwierige Zusammenarbeit. Kleiber probte mit dem Orchester Beethovens 4. Symphonie. Er war \u00fcberzeugt davon, dass die rhythmische Anfangsfigur im langsamen Satz, den Namen von Beethovens unsterblich Geliebten widerspiegelte: Theres. Aber irgendwie bekam das Orchester das nicht so auf die Reihe, wie er es sich vorstellte. Irgendwann schrie er: \u201eIhr spielt nicht Theres! Ihr spielt immer nur Marie!\u201c Und dann st\u00fcrmte er raus und kam nicht wieder zur\u00fcck. Die weiteren Proben und vor allem die Konzerte mussten abgesagt werden. Hellsberg schrieb: \u201eIn diesem Aufschrei manifestierte sich die v\u00f6llige Verzweiflung eines K\u00fcnstlers, der nach der Unendlichkeit greift und bei diesem Versuch zerbricht.\u201c Er schloss ab mit den Worten: \u201eF\u00fcr uns alle hat er nach den Sternen gegriffen, und auch wenn er dabei zerbrochen ist, hat er zumindest bewiesen, dass es sie wirklich gibt.\u201c<br \/>\nVielleicht geht es euch wie mir: Ich finde diese Schilderung zutiefst sympathisch. Kleiber war nicht einfach nur ein detailverliebter Perfektionist, der den Musikern das Leben zur H\u00f6lle machen wollte. Er war jemand, der in der Musik nach der unendlichen Freude suchte. Er war zutiefst davon \u00fcberzeugt, dass es sie geben muss. Aber er hat sie nie erreicht, und das hat ihn fertig gemacht. Das ist der zweite Grund: Hier in dieser Welt scheint die gro\u00dfe Freude nur eine Sehnsucht zu sein, die in gro\u00dfen Teilen unerf\u00fcllt bleibt.<br \/>\nDer dritte Grund, warum die Botschaft des Engels f\u00fcr uns relevant ist: Er spricht von einem historischen Ereignis, das sich wirklich geschehen ist. In den Versen 11 und 12 sagt der Engel: \u201eHeute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.\u201c Die gro\u00dfe Freude, von welcher der Engel spricht, ist nichts, was vage, abstrakt, unbestimmt ist. Die Freude ist so real, so pr\u00e4sent, so konkret wie ein Kind in einer Krippe. Wer schon mal das Gl\u00fcck hatte, ein Baby in Armen zu halten, der wei\u00df: Das ist ziemlich real. Das Kind in der Krippe ist nicht irgendein Kind. Es ist der Retter, der Christus, d.&nbsp;h., der eine, wahre K\u00f6nig aller K\u00f6nige und der Herr aller Herren, der seine gerechte Herrschaft unter uns aufrichten soll. Gott selbst kommt in Jesus Christus in diese Welt. Und obwohl Gott unendlich viel gr\u00f6\u00dfer ist als diese Welt, kommt er in solcher Niedrigkeit und Einfachheit. Um es mit einem Zitat aus den Chroniken von Narnia zu sagen: In unserer Welt gab es einen Stall, der etwas beherbergte, das gr\u00f6\u00dfer war als die ganze Welt. Mythos und Legende werden zu Ereignissen in unserer Menschheitsgeschichte. Das ist das Wunder von Weihnachten.<br \/>\nDer Rest des Evangeliums spricht von Jesu Weg: von der Krippe zum Kreuz. Gott steht nicht \u00fcber dem Leid und der Bosheit der Menschen. Er ist mitten drin. Er ist pr\u00e4sent in all dem Schmerz, den wir haben. Das Schlimmste, was Menschen einander antun k\u00f6nnen, wird ihm angetan. Das ist die Art und Weise, wie er Krankheit, Korruption, Krieg, Leid und Tod besiegt: Er tut es, indem er alles auf sich nimmt und daf\u00fcr stirbt. In Jesus Christus bietet Gott uns ein neues Leben an mit einer neuen Hoffnung, mit einer gro\u00dfen Freude, die nicht nur eine Sehnsucht ist, sondern ein Versprechen, das er erf\u00fcllt.<br \/>\nWir alle haben Sehnsucht nach einer Umarmung, die wir noch nie auf diese Weise erfahren haben, und doch k\u00f6nnen wir uns daran erinnern. Wir alle haben Sehnsucht nach einer Musik, die wir noch nie geh\u00f6rt haben, aber wir k\u00f6nnen uns an sie erinnern. Und wir alle haben Sehnsucht nach einem Zuhause, indem wir noch nie zuvor waren, und an das wir uns trotzdem erinnern k\u00f6nnen. Jesu Kommen in diese Welt bedeutet, dass die Umarmung, die Musik und das Zuhause real sind. Und wenn wir uns auf diesen Jesus einlassen, dann d\u00fcrfen wir, dann werden wir das pers\u00f6nlich erfahren.<\/p>\n<p><strong>3. Ein gro\u00dfes Fest<\/strong><br \/>\nIn den Versen 13 und 14 lesen wir dann: \u201eUnd pl\u00f6tzlich war bei dem Engel ein gro\u00dfes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der H\u00f6he \/ und Friede auf Erden \/ den Menschen seines Wohlgefallens.\u201c Wie in einem Flashmop tritt eine riesige Schar von Engeln auf. Sie singen und feiern die Geburt von Jesus mit einem gewaltigen Chor. Mein Cousin J. hatte mich einmal gefragt, ob ich meinen Geburtstag feiern werde. Und ich antwortete, dass ich es nicht mag, im Mittelpunkt zu stehen. Seine Antwort war dann: \u201eMan feiert Geburtstag nicht f\u00fcr sich selbst. Man feiert Geburtstag f\u00fcr die anderen.\u201c Gott feiert hier Geburtstag. Und er tut es f\u00fcr die anderen: f\u00fcr alle, die einfach gerade da sind, wie die Hirten auf dem Feld. Niemand w\u00e4re auf die Idee gekommen, Hirten zum Geburtstag einzuladen. Gott tut so etwas.<br \/>\nWas bedeutet das dann f\u00fcr uns? Drei kurze Gedanken zum Schluss. Erstens, wir sind alle zu dieser Geburtstagsfeier eingeladen. Der Grund, weshalb wir jedes Jahr Weihnachten feiern, ist genau der: Gott l\u00e4dt uns zu seinem Geburtstag ein. Unser kleiner Gottesdienst ist eine Reflektion von der unermesslich gro\u00dfen Einladung Gottes an uns. Jeder ist eingeladen, jeder ist willkommen. Jeder darf mitfeiern. Niemand muss drau\u00dfen sitzen, niemand muss einfach nur Zuschauer sein.<br \/>\nAls n\u00e4chstes: Die gro\u00dfe Freude bedeutet nicht, dass wir keine Probleme mehr in dieser Welt haben. Die Freude, die Gott uns anbietet, ist nicht Freude anstelle von Leid. Es ist Freude inmitten von Leid: Freude inmitten von Stress auf der Arbeit, Drama in der Familie, Krankheiten die l\u00e4stig sind, Krankheiten, die lebensbedrohlich sind, sogar auf dem Sterbebett. Das, was sich durch die gro\u00dfe Freude ver\u00e4ndert, ist oftmals gar nicht so sehr unser Alltagsleben. Das, was sich \u00e4ndert, ist die Perspektive auf alles. Weil Gott in diese Welt gekommen ist, wird diese Welt eines Tages erl\u00f6st und neu gemacht werden.<br \/>\nJ.R.R. Tolkien, der durch das Evangelium inspiriert war, erz\u00e4hlt eine \u00e4hnliche Geschichte in Herr der Ringe. Im letzten Buch, wacht der Hobbit Sam auf, nachdem das B\u00f6se besiegt ist. Und er ist \u00fcberrascht, seinen alten Freund Gandalf zu sehen. Er ruft aus: \u201eGandalf! Ich dachte, du w\u00e4rst tot! Aber dann dachte ich, dass ich tot bin. Wird alles Traurige nun unwahr werden? Was ist mit der Welt geschehen?\u201c Genau das ist der wesentliche Punkt: Es wird alles gut werden. Alles Traurige wird eines Tages unwahr werden.<br \/>\nAls ich einmal richtigen Stress mit einem der Jungs hatte, hatte mir einer meiner \u00e4lteren Freunde folgenden Rat gegeben: \u201eDas Wichtigste ist, dass du deinen Kindern das Gef\u00fchl gibst, dass sie in Ordnung sind, und dass alles gut werden wird \u2026 weil am Ende alles gut werden wird.\u201c Dieser Ratschlag war Gold wert.<br \/>\nAls letztes: Vielleicht haben einige von euch, Probleme das alles zu glauben: Der Text spricht von einem Engel, Geburt durch eine Jungfrau und noch mehr Engel. Das klingt doch alles zu m\u00e4rchenhaft, um wahr zu sein. Vielleicht denkt ihr: \u201eDas ist eine sch\u00f6ne Geschichte, aber leider kann ich das nicht glauben.\u201c Ich m\u00f6chte euch gerne mitgeben: Auch wenn ihr vielleicht jetzt in diesem Moment nicht in der Lage seid, das zu glauben, solltet ihr euch zumindest w\u00fcnschen, dass das alles wahr ist. Ihr solltet euch w\u00fcnschen, dass es wahr ist, dass es einen Gott gibt, der diese Welt so sehr liebt, dass Er in Jesus Christus in diese Welt gekommen ist. Ihr solltet euch w\u00fcnschen, dass das Gute \u00fcber das B\u00f6se triumphieren wird. Und wenn ihr euch das w\u00fcnscht, dann kommt der n\u00e4chste Schritt: Pr\u00fcft die Fakten. Vielleicht ist hier doch etwas Wahres dran?<br \/>\nEs steht viel auf dem Spiel. Es geht um unendliche Freude f\u00fcr alle Menschen, f\u00fcr dich und f\u00fcr mich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Eine gro\u00dfe Freude \u201eUnd der Engel sprach zu ihnen: F\u00fcrchtet euch nicht! 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