{"id":12870,"date":"2024-12-01T11:00:20","date_gmt":"2024-12-01T10:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12870"},"modified":"2025-12-02T19:12:20","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:20","slug":"predigt-lukas-18-17-weihnachten-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-18-17-weihnachten-2024\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 1,8-17 &#8212; Weihnachten 2024"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [ODT]&nbsp; [PDF]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/lukas\/1\/8-17?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gottes \u00fcberrascht Zacharias<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDer Engel aber sagte zu ihm: F\u00fcrchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erh\u00f6rt worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn geb\u00e4ren; dem sollst du den Namen Johannes geben.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukas 1,13 [E\u00dc])<\/p>\n<p>Wie von R. angek\u00fcndigt, fangen wir heute mit einer neuen Serie von Texten und Predigten an, um die Advents- und Weihnachtszeit zu feiern. Lukas beginnt seinen Bericht nicht direkt mit der Geburt Jesu. Er holt etwas aus, und f\u00e4ngt erst einmal mit der Geburt von Johannes dem T\u00e4ufer an, genauer gesagt, mit der Ank\u00fcndigung seiner Geburt durch einen Engel Gottes. Der Priester Zacharias ist der Empf\u00e4nger der Botschaft durch den Engel Gabriel.<br \/>\nDer Text heute ist voller \u00dcberraschungen. \u00dcberraschungen sind das Erlebnis von unerwarteten, unvorgesehenen Situationen und Ereignissen. \u00dcberraschungen haben das Potential uns richtig aus der Bahn zu werfen, sowohl die Negativen als auch die Positiven. Vor allem sind \u00dcberraschungen eine Art Realit\u00e4tscheck. Wir leben unser Leben mit gewissen Erwartungen, mit gewissen Anschauungen im Bezug darauf, was realistisch ist und was nicht; bis dann etwas geschieht, was aus dieser Norm ausbricht.<br \/>\nIm heutigen Text sind alle \u00dcberraschungen wunderbar. Und sie laden uns ein, einem Gott zu begegnen, der uns \u00fcberraschen will. Wir haben hier: erstens, eine unerwartete Begegnung; zweitens, eine unerwartete Gebetserh\u00f6rung; und drittens, eine unerwartete Freude. (Eigentlich m\u00fcsste die Predigt noch mindestens zwei weitere Teile haben, wie z.B. eine unerwartete Mission und eine unerwartete erzieherische Ma\u00dfnahme. Das w\u00fcrde leider den Rahmen der Predigt sprengen.)<\/p>\n<p><strong>1. Eine unerwartete Begegnung<\/strong><br \/>\nLukas beginnt seine Erz\u00e4hlung damit, dass er uns zwei \u00e4ltere Menschen vorstellt: Zacharias und Elisabeth. Zacharias war Priester, und auch seine Frau kam aus einer priesterlichen Familie. Beide waren gottesf\u00fcrchtige Menschen (sie lebten gerecht vor Gott und hielten sich an alle Gebote und Vorschriften). Und der Text erw\u00e4hnt, dass sie keine Kinder hatten und beide relativ alt waren.<br \/>\nWir finden die erste \u00dcberraschung in den Versen 8 und 9: \u201eEs geschah aber, als seine Abteilung wieder an der Reihe war und er den priesterlichen Dienst vor Gott verrichtet, da traf ihn, wie nach der Priesterordnung \u00fcblich das Los, in den Tempel des Herrn hineinzugehen und das Rauchopfer darzubringen.\u201c Warum war das eine \u00dcberraschung? Die Priester waren in 24 Ordnungen unterteilt. Jede Ordnung hatte zweimal im Jahr Dienst, und der Dienst dauerte eine Woche. Lukas erw\u00e4hnt, dass das R\u00e4ucheropfer dargebracht werden sollte. Aus antiken Quellen wissen wir, dass es ungef\u00e4hr 18.000 Priester gab, die Dienst hatten. D.h., die Ehre, das R\u00e4ucheropfer darzubringen, bekam man als Priester nicht mehr als einmal im Leben. Vermutlich gab es viele Priester, die nie in den Genuss dieser Aufgabe kamen.<br \/>\nWie kommen Menschen \u00fcberhaupt dazu, gro\u00dfe Aufgaben zu \u00fcbernehmen? Manche werden gew\u00e4hlt. Andere werden von jemanden berufen, wie etwas von einem K\u00f6nig. In beiden F\u00e4llen steht die eigene Leistung im Vordergrund oder zu allermindest der Ruf. Man sollte bekannt daf\u00fcr sein, ein toller Mensch zu sein und seine Aufgaben gut zu meistern. Aber f\u00fcr das Opfer wurden Zacharias weder gew\u00e4hlt noch von seinem Priesterchef berufen. Er hatte das \u201eGl\u00fcck\u201c, dass das Los auf ihn fiel. Und genau dieser Punkt sollte uns wirklich zum Nachdenken bringen. Im AT ist verankert, dass die Priester das Los werfen konnten, um Gottes Willen herauszufinden. Und wenn das Los dann gefallen war, dann wurde das Resultat als Gottes Entscheidung angesehen. Um das etwas direkter auf den Punkt zu bringen: Gott befand, dass Gottes Zeit gekommen war, dass der gottesf\u00fcrchtige Zacharias in Gottes Tempel ging, um Gott das R\u00e4ucheropfer darzubringen; und weil das dem Willen Gottes entsprach, hatte Gott alles das orchestriert.<br \/>\nGanz kurze Anwendung, bevor wir fortfahren. Im Film Kungfu Panda sagt der weise Ober-Meister Oogway: \u201eEs gibt keine Unf\u00e4lle.\u201c Er sagt das mehrere Male, bis Shifu das versteht und selbst anwendet, indem er dem Panda sagt: \u201eEs gibt keine Unf\u00e4lle.\u201c D.h., alles hat seinen Sinn, jedes Element hat seinen Platz im Universum der Ereignisse, und wenn wir nur das Gro\u00dfe und Ganze sehen, dann k\u00f6nnen wir verstehen, wie sich jedes Puzzle-Teilchen einf\u00fcgt. Frage: ist dem wirklich so? Es gibt Leute, die bei jedem kleinsten Ereignis davon ausgehen, dass Gott seine Finger im Spiel hat: \u201eGott hat mir geholfen, heute morgen einen Parkplatz zu finden; Gott hat daf\u00fcr gesorgt, dass die Warteschlange im Supermarkt k\u00fcrzer war als sonst; Gott hat daf\u00fcr gesorgt, dass kurz die Sonne geschienen hat, damit ich Fu\u00dfball spielen kann\u2026\u201c Oder schlimmer noch, man bringt Gott mit allem m\u00f6glichen negativen Dingen in Verbindung. Es kann durchaus sein, dass Gott heute Morgen die Parksituation in der Weststadt minuti\u00f6s f\u00fcr dich designt hat. Die Frage ist, woher wir das so sicher wissen wollen. Ich denke, es gibt Unf\u00e4lle. Ich denke es gibt ganz vieles, womit Gott nichts direkt zu tun hat.<br \/>\nUnsere Aufgabe ist es, in einer pers\u00f6nlichen Beziehung mit Gott zu leben. Und \u00fcber die Jahre lernen wir, Gottes Stimme zu h\u00f6ren, vor allem aus seinem Wort aber auch durch die Situationen und Ereignisse, in welche Gott uns f\u00fchrt. Und vielleicht k\u00f6nnen wir dann auch etwas besser differenzieren, was von Gott kommt und was nicht. Aber hier ist der eigentliche Punkt, den ich machen will: im Gro\u00dfen und Ganzen wird der Wille Gottes geschehen. Im Gro\u00dfen und Ganzen hat Gott einen Plan f\u00fcr die ganze Geschichte der Menschheit. Im Gro\u00dfen und Ganzen wird Gott daf\u00fcr sorgen, dass sich sein Plan zu seiner Zeit erf\u00fcllen wird. Und Gott orchestriert und gebraucht gro\u00dfe und kleine Ereignisse zu diesem Zweck. Das ist es, was wir von der Erz\u00e4hlung lernen k\u00f6nnen, dass das Los auf Zacharias fiel. Auf diesen Gott d\u00fcrfen wir vertrauen.<br \/>\nDie erste \u00dcberraschung war, dass Zacharias das Los traf. In Vers 10 lesen wir dann: \u201eW\u00e4hrend er nun zur festgelegten Zeit das Rauchopfer darbrachte, stand das ganze Volk drau\u00dfen und betete.\u201c R.C. Sproul hatte die Szene ein wenig damit verglichen, was bei einer Papstwahl geschieht. Die \u201enormalen\u201c Zuschauer haben keinen Einblick in die Diskussionen und Gespr\u00e4che der Kardin\u00e4le. Niemand wei\u00df, wie die Kardin\u00e4le w\u00e4hlen. Aber irgendwann sieht man, wie Rauch vom Vatikan aufsteigt. Das ist das Signal, dass gew\u00e4hlt wurde. Wenn der Rauch wei\u00df ist, dann wei\u00df man, dass ein neuer Papst gew\u00e4hlt wurde. Und so \u00e4hnlich standen die Menschen drau\u00dfen. Sie warteten betend. Es war ein Warten auf den wei\u00dfen Rauch.<br \/>\nAn diesem Tag war alles anders. Verse 11 und 12: \u201eDa erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars. Als Zacharias ihn sah, erschrak er und es befiel ihn Furcht.\u201c Ein Engel Gottes erschien. Eine Riesen-\u00dcberraschung! Vor Jahren hatten Grace und ich Besuch von Freunden, mit denen ich bei ConnAction zusammengearbeitet hatte. W\u00e4hrend der Vorbereitungen zu Hause hatte eins von meinen Kindern mich gefragt, wer zu Besuch kommt. Meine Antwort war: \u201eOh, das sind Engel.\u201c Und dann kamen die G\u00e4ste zu uns nach Hause. W\u00e4hrend ich am Herd stand, kam dann mein Sohn zu mir und sagte dann etwas besorgt: \u201ePapa, ich glaube nicht, dass das Engel sind. Sie haben keine Fl\u00fcgel.\u201c Wenn ich an dieses Gespr\u00e4ch zur\u00fcckdenke, muss ich sagen, dass das so wunderbar ist, dass Kinder daran glauben k\u00f6nnen, dass jederzeit ein Engel auftauchen k\u00f6nnte. Denn Fakt ist, wir leben in einer Welt, in der wir st\u00e4ndig von Engeln umgeben sind. Wir k\u00f6nnen sie nur nicht sehen.<br \/>\nWoher wissen wir, dass wir es mit einem Engel Gottes zu tun haben? Wir erkennen das daran, dass die Menschen, die dem Engel begegnen, fast immer gro\u00dfe Furcht haben; und dass die Engel fast immer den Satz verwenden m\u00fcssen: \u201eF\u00fcrchte dich nicht!\u201c So gro\u00df und so herrlich und so majest\u00e4tisch sind diese Wesen. Genau so war es auch bei Zacharias. Die Bibel sagt, dass er erschrak und sich f\u00fcrchtete.<br \/>\nWas ist das Besondere hier? Das Besondere ist, dass Gott sein Schweigen brach. Jahrhunderte waren vergangen, seitdem der letzte von Gott inspirierte Prophet zu seinem Volk gesprochen hatte. Und danach schwieg Gott. Aber die Jahrhunderte dazwischen waren alles andere als ruhig. Politisch war es eine extrem turbulente Zeit mit vielen Konflikten. Schlie\u00dflich \u00fcbernahmen die R\u00f6mer die Oberherrschaft. Das Volk lebte in Unterdr\u00fcckung. Ungerechtigkeit und Brutalit\u00e4t war ihr Alltag. Inmitten dessen mussten sich alle die Frage gestellt haben: \u201eWo ist Gott? Warum greift Gott nicht ein? Sind die Geschichten von damals vielleicht einfach nur M\u00e4rchen? Gibt es den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs \u00fcberhaupt?\u201c Gott schwieg.<br \/>\nAber hier im Text beendet Gott sein Schweigen. Was ist es, was wir hier mitnehmen k\u00f6nnen? Vielleicht befinden wir uns in Situationen, in denen Gott abwesend erscheint: alles scheint dr\u00fcber und drunter zu gehen, Probleme soweit das Auge sehen kann aber keine L\u00f6sungen in Sicht, Leiden und Schmerzen sowohl k\u00f6rperlicher als auch seelischer Art. Es gibt einige Psalmen, in genau in solchen Situationen geschrieben zu sein scheinen. Psalm 10,1: \u201eHERR, warum bleibst du so fern, verbirgst dich in Zeiten der Not?\u201c Oder Psalm 74: \u201eZeichen f\u00fcr uns sehen wir nicht, \/ es ist kein Prophet mehr da, niemand mehr ist bei uns, der wei\u00df, wie lange noch. Wie lange, Gott, darf der Bedr\u00e4nger noch schm\u00e4hen, darf der Feind f\u00fcr immer deinen Namen l\u00e4stern? Warum ziehst du deine Hand zur\u00fcck und deine Rechte?\u201c Wir wissen nicht, weshalb es Zeiten gibt, in denen Gott schweigt. Aber was wir wissen d\u00fcrfen ist, ist folgendes: Gottes Schweigen bedeutet nicht seine Abwesenheit; Gottes Verstummen bedeutet nicht Gleichg\u00fcltigkeit; Gottes Verborgenheit bedeutet nicht seine Abkehr. Gott ist immer noch da. Und Gott h\u00f6rt alle unsere Gebete.<\/p>\n<p><strong>2. Eine unerwartete Gebetserh\u00f6rung<\/strong><br \/>\nDer Engel spricht zu ihm: \u201eF\u00fcrchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erh\u00f6rt worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn geb\u00e4ren; dem sollst du den Namen Johannes geben.\u201c Genauso \u00fcberraschend wie die Begegnung mit einem Engel Gottes muss f\u00fcr Zacharias die Nachricht gewesen sein, dass sein Gebet erh\u00f6rt worden ist, und er und Elisabeth Eltern werden w\u00fcrden.<br \/>\nIn der damaligen Zeit war es eine gro\u00dfe Schmach f\u00fcr eine Frau, keine Kinder geb\u00e4ren zu k\u00f6nnen. Der Wert einer Frau wurde damals dar\u00fcber definiert, wie t\u00fcchtig sie darin war, Kinder zu haben und gro\u00dfzuziehen. (Kurzer Exkurs: falls ihr denkt \u201ewie r\u00fcckst\u00e4ndig\u201c, habt ihr ein wenig recht. Heute wird der Wert einer Frau definiert, wie attraktiv sie ist, wie selbstbestimmt sie ist, und\/oder wie erfolgreich sie Karriere macht. Fr\u00fcher kam der Druck von au\u00dfen. Heute macht man sich den Druck selbst. Das ist kein allzu gro\u00dfer Fortschritt.) Zacharias und Elisabeth m\u00fcssen viel daf\u00fcr gebetet haben, dass Gott sich \u00fcber sie erbarmt und ihnen Kinder schenkt. Die Jahre vergingen. Nichts passierte. Irgendwann hatte Elisabeth ihre Wechseljahre. Und ich vermute, dass sie ihr Gebet damit ge\u00e4ndert haben muss. Anstatt zu beten \u201eHerr, bitte, bitte schenk uns doch ein Kind!\u201c, fingen sie an zu beten: \u201eHerr, bitte gib uns die Gnade, unsere Kinderlosigkeit gut zu tragen.\u201c Und jetzt, noch einmal viele Jahre sp\u00e4ter h\u00f6rt Zacharias, dass er doch einen Sohn bekommen sollte. Die Ansage kam zu einem Zeitpunkt, als er nicht nur \u00fcberhaupt nicht mehr damit gerechnet hatte. Vermutlich war ihm auch l\u00e4ngst die Lust auf ein Kind vergangen. Sein Lebensplan war, w\u00fcrdevoll zu altern, anstatt einem Baby die Windeln zu wechseln.<br \/>\nUnd wisst ihr, ein ganz klein wenig meine ich Zacharias verstehen zu k\u00f6nnen. Wie die meisten von euch wissen, hatten Grace und ich daf\u00fcr gebetet, ein M\u00e4dchen zu haben. Gott beantwortete unser Gebet, indem er uns mit vier gesunden und sch\u00f6nen Jungs beschenkte. Das ist so ein Segen! Aber nachdem Eliot geboren war, war sowohl f\u00fcr Grace als auch f\u00fcr mich klar, dass wir kein weiteres Kind mehr haben wollten. Vier Jungs waren mehr als genug f\u00fcr uns. Viele Freunde und Kollegen hatten mich scherzhaft gefragt, ob wir nicht doch noch ein M\u00e4dchen haben wollten. Ich habe dann immer geantwortet: \u201eUnsere Furcht davor, noch einen Jungen zu bekommen ist weit gr\u00f6\u00dfer als unser Wunsch, ein M\u00e4dchen zu haben. Wir sind definitiv fertig.\u201c Grace und ich erfuhren vor ziemlich genau einem Jahr, dass wir noch einmal ein Kind bekommen w\u00fcrden. Wir haben uns nicht wirklich darauf gefreut. Ich war mehrere Tage in einem Zustand des Schocks. Grace war so geschockt, dass sie beim Sp\u00fclen einen Teller fallen gelassen hatte. Es hatte eine Weile gedauert, bis wir das verdaut hatten. Und jetzt, ein Jahr sp\u00e4ter genie\u00dfen wir jeden Augenblick mit Emma Grace. Sie ist Gottes unerwartete Gebetserh\u00f6rung, zu einem Zeitpunkt, an welchem wir \u00fcberhaupt nicht damit gerechnet hatten.<br \/>\nWof\u00fcr beten wir? Corrie ten Boom hat folgendes gesagt: \u201eDas Wunderbare am Beten ist, dass man die Welt der Unm\u00f6glichkeit verl\u00e4sst und Gottes Reich betritt, in dem alles m\u00f6glich ist. Er ist der Experte f\u00fcr das Unm\u00f6gliche. Nichts ist zu gro\u00df f\u00fcr seine allm\u00e4chtige Macht. Nichts ist zu klein f\u00fcr seine Liebe.\u201c Weil dem so ist, beten wir f\u00fcr gro\u00dfe Anliegen. Wir beten f\u00fcr Frieden in der Ukraine und f\u00fcr Frieden im Nahost. Wir beten f\u00fcr Freunde und Geschwister, die krank sind, der ein oder andere todkrank. Wir beten f\u00fcr Gottes Erbarmen \u00fcber unsere Stadt. Wir beten f\u00fcr Freunde, die Jesus nicht kennen. Wir beten f\u00fcr unsere Kinder, dass sie zum pers\u00f6nlichen Glauben an Gott kommen. Vielleicht beten manche von den jungen Leuten, den richtigen Partner f\u00fcrs Leben zu finden. Das sind alles gewichtige Anliegen. Und wir sollten noch viel mehr daf\u00fcr und f\u00fcr viele andere Anliegen beten.<br \/>\nAber vielleicht habt ihr nach Jahren des Gebets den Eindruck, dass sich da \u00fcberhaupt nichts getan hat. Was lernen wir hier im Text? Gott best\u00e4tigt uns hier, dass er Gebet erh\u00f6rt. Er tut es nicht immer auf die Art und Weise, wie wir es uns vorstellen und oftmals auch anders als wir es uns initial w\u00fcnschen. Aber Gott erh\u00f6rt Gebet. Gott erh\u00f6rt Gebet auf \u00fcberraschende Weise.<\/p>\n<p><strong>3. Eine unerwartete Freude<\/strong><br \/>\nWir wollen uns eine weitere \u00dcberraschung anschauen, die Gott verhei\u00dft. In Vers 14 sagt der Engel: \u201eDu wirst dich freuen und jubeln und viele werden sich \u00fcber seine Geburt freuen.\u201c Der Engel verspricht Zacharias, dass er sich riesig \u00fcber die Geburt von Johannes freuen wird. Nicht nur er, viele andere w\u00fcrden sich ebenfalls \u00fcber die Geburt freuen. Jetzt ist es so, dass praktisch alle Geburten von Kindern ein Grund zu Freude sind. Wie k\u00f6nnte es auch anders sein? Babys sind unbestritten so ziemlich das Gro\u00dfartigste, was es auf dieser Welt gibt. Bei Zacharias und Elisabeth muss man jetzt nat\u00fcrlich noch das Alter hinzuziehen. Der Grund zur Freude war, weil die Geburt nichts weniger als ein Wunder und nichts weniger als Gottes direktes Eingreifen war. Aber der Text sagt, dass noch mehr Grund zur Freude bestand.<br \/>\nJohannes w\u00fcrde kein gew\u00f6hnliches Baby Kind sein. Der Engel begr\u00fcndet die Freude in Vers 15. Er gebraucht das Wort \u201edenn\u201c. Zacharias hatte gro\u00dfen Grund zur Freude, \u201edenn er wird gro\u00df sein vor dem Herrn. Wein und berauschende Getr\u00e4nke wird er nicht trinken und schon vom Mutterleib an wird er vom Heiligen Geist erf\u00fcllt sein.\u201c Johannes w\u00fcrde ein gro\u00dfer Mensch vor dem Herrn sein. Wir wollen in den letzten Minuten dieser Predigt kurz dar\u00fcber nachdenken, was es bedeutet, wahrhaftig gro\u00df zu sein.<br \/>\nDas Offensichtlichste zuerst: wahre Gr\u00f6\u00dfe hat nichts mit K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe zu tun. Das ist vielleicht eher f\u00fcr die M\u00e4nner relevant. Wir wissen das alle und trotzdem m\u00fcssen wir st\u00e4ndig daran erinnert werden. Es ist viel einfacher als Mann zu beeindrucken, wenn man eine entsprechende K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe hat. Und ganz viele M\u00e4nner leiden unter Minderwertigkeitskomplexen (\u201eshort man syndrome\u201c), weil sie denken, dass sie zu klein geraten sind. Petra, Josef und ich lesen mit unserer Gruppe von Jungs zur Zeit das erste Buch Samuel. In 1. Samuel begegnen wir dem ersten K\u00f6nig von Israel Saul. Als er zum ersten Mal in der \u00d6ffentlichkeit auftrat konnte sehen, dass er im Durchschnitt ein Kopf gr\u00f6\u00dfer war als alle anderen M\u00e4nner. Wenige Kapitel sp\u00e4ter begegnen wir David, dem zweiten K\u00f6nig von Israel. David schien eher zierlich von Gestalt zu sein. Er war auf jeden Fall weit weniger imposant als seine \u00e4lteren Br\u00fcder. Der weitere Verlauf der Erz\u00e4hlung macht deutlich, dass David derjenige war, der wirklich gro\u00df war vor dem Herrn. Was ist es dann, was wahre Gr\u00f6\u00dfe ausmacht?<br \/>\nDer Engel gibt ein paar indirekte Hinweise, was die Gr\u00f6\u00dfe von Johannes ausmacht. Es war die Art von Leben, das er sp\u00e4ter f\u00fchren w\u00fcrde. Verse 16 und 17: \u201eViele Kinder Israels wird er zum Herrn, ihrem Gott, hinwenden. Er wird ihm mit dem Geist und mit der Kraft des Elija vorangehen, um die Herzen der V\u00e4ter den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zu gerechter Gesinnung zu f\u00fchren und so das Volk f\u00fcr den Herrn bereit zu machen.\u201c Im weiteren Verlauf von Lukas\u2018 Erz\u00e4hlung sehen wir, wie sich dieses Wort erf\u00fcllte.<br \/>\nAls Johannes von Herodes gefangen genommen wurde, hatte er eine kleine Sinnkrise. Er fragte sich, ob Jesus wirklich der verhei\u00dfene Messias war. Jesus antwortete den Boten von Johannes: \u201eGeht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und geh\u00f6rt habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen und Auss\u00e4tzige werden rein; Taube h\u00f6ren, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt. Selig ist, wer an mir keinen Ansto\u00df nimmt.\u201c Als die Boten von Johannes weg waren, sagte Jesus \u00fcber Johannes: \u201eIch sage euch: unter den von einer Frau Geborenen gibt es keinen gr\u00f6\u00dferen als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist gr\u00f6\u00dfer als er.\u201c Jesus sagte, dass Johannes der Gr\u00f6\u00dfte von allen war. Warum war dem so? Und danach sagte Jesus, dass der Kleinste im Reich Gottes gr\u00f6\u00dfer ist als er? Was bedeutet das schon wieder?<br \/>\nD.A. Carson erkl\u00e4rte: \u201eJesus sah sich selbst als Brennpunkt der Geschichte. Wenn er darauf besteht, dass Johannes der T\u00e4ufer der gr\u00f6\u00dfte Mensch ist, der von einer Frau geboren wurde (d.h., bis zu diesem Zeitpunkt), dann zeigt der Kontext, dass Jesus Johannes f\u00fcr gr\u00f6\u00dfer hielt als Abraham, gr\u00f6\u00dfer als David, gr\u00f6\u00dfer als Salomo aus dem einfachen Grund, dass der T\u00e4ufer das immense Privileg hatte, auf der B\u00fchne der Geschichte auf Jesus zu zeigen und die Ankunft des verhei\u00dfenen Messias anzuk\u00fcndigen. Wenn Jesus fortf\u00e4hrt und darauf besteht, dass der Kleinste im K\u00f6nigreich gr\u00f6\u00dfer ist als Johannes, dann deshalb weil jeder in dem Reich, der diesseits vom Kreuz und der Auferstehung lebt, auf Jesus mit gr\u00f6\u00dferer Klarheit auf Jesus hinweisen kann als es der T\u00e4ufer tat.\u201c Johannes war wahrhaft gro\u00df, weil er die Aufgabe erf\u00fcllt hatte, auf Jesus Christus hinzuweisen. Johannes Gr\u00f6\u00dfe stand im direkten Zusammenhang zu Jesus, dem Allergr\u00f6\u00dften von allen.<br \/>\nDie Botschaft von Weihnachten ist, dass Jesus in diese Welt gekommen ist. Jesus ist gekommen, um Gottes Reich zu uns zu bringen und um unser K\u00f6nig zu sein: er ist gekommen, Krankheiten zu heilen, Schwache aufzurichten, Arme reich zu machen, Frieden zu stiften, Barmherzigkeit auszu\u00fcben; er ist gekommen, um uns von S\u00fcnden zu retten, uns mit Gott zu vers\u00f6hnen, den Tod zu besiegen, Hoffnung einzupflanzen, Glaube aufzurichten, uns mit Gottes Liebe zu \u00fcbersch\u00fctten; er ist gekommen, diese ganze Welt neu zu machen und uns ein neues Leben zu schenken, das wirklich lebenswert ist. Das ist die Art und Weise, wie Gott diese Welt \u00fcberrascht.<br \/>\nJeder von uns w\u00fcnscht sich ein gro\u00dfes, gro\u00dfartiges und besonderes Leben zu f\u00fchren. Das gute Leben, das gesegnete Leben, das gro\u00dfartige Leben ist unter der Herrschaft von K\u00f6nig Jesus. Diesen Jesus wollen wir in dieser Weihnachtszeit willkommen hei\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Gottes \u00fcberrascht Zacharias \u201eDer Engel aber sagte zu ihm: F\u00fcrchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erh\u00f6rt worden. 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