{"id":12849,"date":"2024-11-17T11:00:52","date_gmt":"2024-11-17T10:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12849"},"modified":"2025-12-02T19:12:20","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:20","slug":"predigt-bergpredigt-matthaeus-721-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-bergpredigt-matthaeus-721-23\/","title":{"rendered":"Predigt: Bergpredigt &#8212; Matth\u00e4us 7,21-23"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Mt_Bergpredigt_Lektion22_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Mt_Bergpredigt_Lektion22_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/matthaeus\/7\/21-23?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Wer kommt ins Himmelreich?<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eNicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Matth\u00e4us 7,21 [E\u00dc])<\/p>\n<p>Der zugrunde liegende Text f\u00fcr diese Predigt ist relativ kurz, nur drei Verse. Aber diese Verse haben es ziemlich in sich. Sie sind schockierend; wir werden dazu aufgefordert, dar\u00fcber nachzudenken, was das bedeutet und was das f\u00fcr uns bedeutet. Ein ganz wesentlicher Punkt in der Auslegung ist, dass wir ohne den Kontext aufgeschmissen sind. Der Kontext ist die ganze Bergpredigt. Und diesen Satz habt ihr von mir so oft geh\u00f6rt, dass ihr ihn langsam im Schlaf k\u00f6nnen solltet: Der Kontext der Bergpredigt ist das Himmelreich, das in Jesus Christus so nahe herbeigekommen ist, dass alle Menschen, die es wollen, im Hier und Jetzt bereits in diesem Reich leben k\u00f6nnen.<br \/>\nJesus erkl\u00e4rt, wie dieses Leben aussieht, und vor allem, wie radikal anders dieses Himmelreich im Vergleich zu allem ist, was wir kennen. Jesus hat die Hauptlehre der Bergpredigt abgeschlossen. Ab Matth\u00e4us 7,13 befinden wir uns auf der Zielgeraden seiner Predigt. In diesem letzten Abschnitt fordert Jesus seine Zuh\u00f6rer zu einer Entscheidung auf. Das ist der Kontext. \u00dcber drei Fragen wollen wir dann aufgrund der Verse nachdenken. Erstens, wer ist verloren? Zweitens, wer ist gerettet? Und drittens, welche Einladung finden wir hier f\u00fcr uns?<\/p>\n<p><strong>1. Wer ist verloren?<\/strong><br \/>\nDas Schockierende zuerst: In den 21\u201323 sagt Jesus, dass viele Menschen, von denen wir erwarten w\u00fcrden, dass sie gerettet sind, es nicht sind. Vers 21: \u201eNicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen&nbsp;\u2026\u201c Und Verse 22 und 23: \u201eViele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht in deinem Namen D\u00e4monen ausgetrieben und haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten gewirkt? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Gesetzlosen!\u201c Das klingt erst einmal wirklich hart.<br \/>\nWer sind die Verlorenen? Wir sehen hier zum einen, dass es Menschen sind, die Jesus Herr nennen. Das ist ziemlich erstaunlich. Das griechische Wort hier ist kyrios. Im weiteren Verlauf des Matth\u00e4us Evangeliums wird immer deutlicher und klarer, was kyrios in Bezug auf Jesus bedeutet. Der Kommentator Michael Wilson schreibt: \u201e\u201aHerr\u2018 ist der Titel, der regelm\u00e4\u00dfig von Menschen verwendet wird, die sich an Jesus wenden, um g\u00f6ttlichen Beistand zu erbitten, einschlie\u00dflich seiner eigenen J\u00fcnger, wenn sie g\u00f6ttlichen Hilfe ben\u00f6tigen. Im Laufe des Wirkens Jesu verwenden seine J\u00fcnger diesen Titel mit zunehmender Ehrerbietung, denn er erweist sich als mehr, als sie urspr\u00fcnglich von ihm erwartet hatten. Er ist mit Gottes Macht verbunden und hat als Sohn eine Beziehung zu Gott, die nur mit einem Titel angesprochen werden kann, der normalerweise Gott vorbehalten ist: \u201aHerr\u2018. Das ist besonders bedeutsam, wenn sie seine Wundertaten sehen, ihn als \u201aHerr\u2018 anrufen und ihn dann anbeten, eine T\u00e4tigkeit, die nur der Gottheit vorbehalten ist.\u201c<br \/>\nAls Petrus in Jerusalem an Pfingsten seine Predigt abschlie\u00dft, ist seine Schlussfolgerung, dass Jesus der Herr ist. Wieder wird das Wort kyrios gebraucht. D.&nbsp;h., die Menschen, die Jesus als \u201eHerr\u201c anrufen, sprechen die biblische Wahrheit aus, die grundlegender kaum sein k\u00f6nnte. Es sind Menschen, die die richtige theologische Grundlage haben. Sie haben die richtige Lehre. Mit anderen Worten, sie sind \u00e4u\u00dferlich Christen und von Christen nicht wirklich zu unterscheiden.<br \/>\nIn der Art und Weise, wie Jesus diese Menschen beschreibt, f\u00e4llt uns auf, dass die Menschen Jesus nicht nur einmal mit \u201eHerr\u201c anreden. Sie sagen \u201eHerr, Herr\u201c. Ist euch das aufgefallen? Man k\u00f6nnte vielleicht denken, dass das ein Beispiel f\u00fcr eine Verneinung durch Verdopplung ist. Was meine ich damit? Als ich damals in der f\u00fcnften Klasse Franz\u00f6sisch hatte, wurden wir von einem Lehrer der alten Schule unterrichtet. Einmal hat er einen meiner Mitsch\u00fcler zurechtgewiesen. Der Sch\u00fcler antwortete geringsch\u00e4tzig und respektlos: \u201eJa, ja&nbsp;\u2026\u201c In dem Moment platzte dem Lehrer der Kragen. Er sagte: \u201eEs hei\u00dft \u201aja\u2018. Einmal \u201aja\u2018, nicht \u201aja, ja\u2018, hast du mich verstanden?!?\u201c Ist es das, was hier mit \u201eHerr, Herr\u201c gemeint ist? Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wenn in der Bibel ein Name zweimal genannt wird, ist das immer ein Ausdruck von Herz und Leidenschaft. Jesus wird hier nicht einfach nur lustlos und halbherzig \u201eHerr\u201c genannt wird. Da sind echte Emotionen und auch Ehrerbietung im Spiel. Die Leute meinen es durchaus ernst.<br \/>\nAls N\u00e4chstes sehen wir, dass diese Menschen auch aktiv f\u00fcr Jesus waren. Wenn wir uns noch einmal Vers 22 anschauen: \u201eHerr, Herr, sind wir nicht deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht in deinem Namen D\u00e4monen ausgetrieben und haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten gewirkt?\u201c Sie sind in Jesu Namen als Propheten aufgetreten. D.&nbsp;h., sehr wahrscheinlich sind sie sogar Lehrer der Schrift; vielleicht sind sie sogar Prediger; auf jeden Fall haben sie die Gabe, prophetisch zu sprechen. Nicht nur das, sie haben auch in Jesu Namen D\u00e4monen ausgetrieben und m\u00e4chtige Taten vollbracht. Sie haben in Jesu Namen Wunder gewirkt. Menschen sind durch ihren Dienst ver\u00e4ndert worden. Alles das ist doch gut! Ist es nicht das, was auch Jesu J\u00fcnger getan hatten?<br \/>\nNoch ein Aspekt, den wir hier beachten sollten. In Vers 22 sehen wir, dass die Verlorenen geradezu \u00fcberrascht sind. Jesus spricht zu ihnen: \u201eIch kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Gesetzlosen!\u201c Niemand von den verlorenen Menschen scheint damit gerechnet zu haben. Das ist be\u00e4ngstigend.<br \/>\nWas nehmen wir daraus mit? John Ortberg macht darauf aufmerksam, dass wir h\u00e4ufig den Fehler begehen, unser Leben auf zwei Optionen runterzubrechen. Zum Beispiel: \u201eEs gibt nur zwei Optionen f\u00fcr mich. Entweder ich schaffe die Zulassung zum Medizinstudium, oder mein Leben ist ruiniert.\u201c Oder: \u201eEntweder ich heirate genau diese eine Person, oder mein Leben hat keinen Sinn.\u201c Oder: \u201eEntweder der eine Politiker wird als Pr\u00e4sident gew\u00e4hlt, oder die Welt geht unter.\u201c Und was wir bei all diesen Erw\u00e4gungen au\u00dfer Acht lassen, ist die Tatsache, dass das Leben nicht schwarzwei\u00df ist, sondern dass es feine Graut\u00f6ne gibt. Wir ignorieren zu gerne die Tatsache, dass es durchaus Optionen 3 und 4 und 5 gibt, die wir vielleicht nicht auf dem Schirm hatten. F\u00fcr die meisten Bereiche unseres Lebens gibt es mehr als zwei M\u00f6glichkeiten.<br \/>\nAber das gilt nicht f\u00fcr das Himmelreich. Jesus zeigt uns ganz eindringlich, dass es grundlegend nur zwei Optionen f\u00fcr uns gibt: entweder der schmale Weg oder breite Weg; entweder ein guter Baum oder ein schlechter Baum; entweder unser Haus ist auf Fels gebaut oder auf Sand; entweder wir kommen in das Himmelreich oder wir tun es nicht. Wenn wir unsere nicht christlichen Freunde und Bekannten fragen w\u00fcrden, was sie glauben, wer nach der biblischen Lehre gerettet oder verloren ist, bin ich mir ziemlich sicher, dass mindestens 9 von 10 Leuten darauf antworten w\u00fcrden: \u201eDie Guten kommen in den Himmel; die B\u00f6sen kommen in die H\u00f6lle. Die Religi\u00f6sen, die, die sonntags in die Kirche gehen sind gerettet; die Irreligi\u00f6sen, die, die an gar nichts glauben, sind verloren.\u201c Davon gingen vermutlich auch Jesu Zuh\u00f6rer aus. Die Guten der damaligen Zeit waren die Schriftgelehrten und die Pharis\u00e4er. Das waren doch diejenigen, die sich an alle Gesetze hielten. Wer sonst, wenn nicht sie?<br \/>\nJesus sagt, es gibt zwei Optionen und eine klare Trennlinie. Aber in der Bergpredigt zeigt Jesus, dass die Grenze ganz anders verl\u00e4uft als wir es uns vorstellen. Die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er gaben Almosen, sie beteten, sie fasteten. Die Grenze verl\u00e4uft nicht zwischen Betern und Nichtbetern, Religi\u00f6sen und Irreligi\u00f6sen, Frommen und Weltlichen. Jesus scheint hier zu sagen: \u201eDu kannst die richtige christliche Lehre haben, du kannst die Bibel lesen und die Bibel den ganzen lieben langen Tag studieren, du kannst jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen, du kannst die ganze Zeit mit Christen abh\u00e4ngen, du kannst sogar aktiv im christlichen Dienst sein und ein reisender Prediger und Evangelist sein, und trotzdem verloren sein.\u201c<br \/>\nNicht nur das. Scheint es nicht so, dass diejenigen, die \u00f6ffentlich als S\u00fcnder bekannt waren, dem Reich Gottes n\u00e4her waren? Wenn wir die Evangelien lesen, sehen wir, wie Jesus mit allen m\u00f6glichen Menschen zu tun hat. Mir ist keine Stelle bekannt, in der Jesus Z\u00f6llner und Prostituierte kritisiert. Mir ist keine Stelle bekannt, in der Jesus \u00fcber die \u201eWeltlichen\u201c schimpft oder sich dar\u00fcber beklagt, wie schlimm die Gottlosen der Gesellschaft sind. (Ist das nicht etwas, was wir Christen, die ganze Zeit tun?). Die Menschen, die Jesus in den sch\u00e4rfsten T\u00f6nen kritisierte, waren die religi\u00f6sen Menschen seiner Zeit. Matth\u00e4us 23 ist ein ganzes Kapitel, in welcher Jesus ein vernichtendes Urteil \u00fcber die religi\u00f6sen Leiter seiner Zeit spricht.<br \/>\nUnd das sollte uns wirklich zum Nachdenken anregen. Was qualifiziert unsere Rettung?<\/p>\n<p><strong>2. Wer ist gerettet?<\/strong><br \/>\nIn Vers 21 gibt Jesus eine einfache Antwort auf die Frage, wer gerettet ist: \u201eNicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.\u201c Wer sind also die Menschen, die gerettet sind? Es sind diejenigen, die den Willen des Vaters im Himmel tun. Bedeutet es dann, dass wenn wir einfach genug gute Werke tun, die dem Willen Gottes entsprechen, wir in das Himmelreich kommen? Bedeutet es, dass unsere Aufnahme bei Gott doch davon abh\u00e4ngig ist, wie viele guten Taten wir verbucht haben? Bedeutet es, dass wir uns einfach mehr anstrengen m\u00fcssen, Gott besser zu gehorchen?<br \/>\nWir m\u00fcssen zun\u00e4chst verstehen, was das Himmelreich bedeutet. Im Vater Unser beten wir (jeden Sonntag), dass Gottes Reich kommen m\u00f6ge: \u201eDein Reich komme.\u201c Und danach beten wir: \u201eDein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.\u201c Viele Ausleger gehen davon aus, dass beides ein und dasselbe Anliegen ist, nur mit unterschiedlichen Worten ausgedr\u00fcckt. Dallas Willard definierte Gottes Reich folgenderma\u00dfen: \u201eGottes eigenes \u201aReich\u2018 oder \u201aHerrschaft\u2018 ist der Bereich seines wirksamen Willens, in dem das geschieht, was er will. Die Person Gottes selbst und das Wirken seines Willens sind die organisierenden Prinzipien seines Reiches, aber alles, was diesen Prinzipien gehorcht, sei es von Natur aus oder aus freien St\u00fccken, geh\u00f6rt zu seinem Reich.\u201c Das Himmelreich ist der Bereich, in dem das, was Gott will, geschieht.<br \/>\nHaben wir diesen Punkt verstanden? Wenn das Reich Gottes der Bereich von Gottes wirksamen Willens ist, dann ist nat\u00fcrlich die v\u00f6llig logische Konsequenz, dass alle, die dem Willen des Vaters untertan sind, Teil vom Himmelreich sind; und alle die sich dem Willen des Vaters widersetzen, k\u00f6nnen nicht Teil dessen sein. Dallas Willard sagte, dass er glaubt, dass Gott jeden Menschen ins Himmelreich l\u00e4sst, der es dort aush\u00e4lt. Das ist einer dieser S\u00e4tze, die einem eine gesunde Furcht einfl\u00f6\u00dfen, je mehr man dar\u00fcber nachdenkt. H\u00e4ltst du es im Himmelreich aus? Nat\u00fcrlich ist es so, dass diejenigen, die Gottes Willen nicht wollen, es nicht im Himmel aushalten.<br \/>\nDon Carson erz\u00e4hlte von einer Begegnung mit einem Pastor, der zutiefst geschockt war. Was war passiert? In seiner Gemeinde hatte es einen begabten, vielversprechenden Mann gegeben. Er war christliche aufgewachsen, er war als Jugendlicher und junger Mann auf Missionseins\u00e4tzen. Er heiratete schlie\u00dflich und hatte Kinder. Und ganz pl\u00f6tzlich, von einem auf den anderen Tag, verlie\u00df er seine Frau, verlie\u00df die Gemeinde, um mit einer anderen Frau zusammen zu sein. F\u00fcr dessen Familie und f\u00fcr den Pastor brach eine Welt zusammen. Einige Jahre sp\u00e4ter traf Carson noch einmal auf diesen Pastor. In der Zwischenzeit hatte er diese schwere Episode verdaut. Der Pastor erz\u00e4hlte: \u201eWei\u00dft du, dieser Mann hat sein ganzes Leben lang immer das getan, was er wollte.\u201c Man k\u00f6nnte meinen: \u201eWie jetzt? Er hatte doch zuerst nach dem Willen Gottes gelebt, und dann hatte er alles das \u00fcber Bord geworfen?\u201c Der Pastor sagte: \u201eEr hatte immer das getan, was er wollte. Er ging in die Gemeinde, weil er es wollte. Er nahm an Missionseins\u00e4tzen teil, weil er das wollte. Hier war sein Problem: Er war nie mit Situationen konfrontiert, in welchen er den Willen Gottes tun musste, auch dann, wenn es er nicht wollte. Bis zu dem Augenblick, als die andere Frau in sein Leben kam. Er tat er wieder das, was er wollte und verlie\u00df seine Familie, seine Gemeinde und seinen Glauben.\u201c<br \/>\nHier sind Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzen sollten: Hat es in deinem Leben Momente gegeben, in denen Gottes Willen und dein Wille auf Konfrontationskurs standen? Gab es Momente in deinem Leben, in denen du Gott gehorcht hast, nicht deshalb, weil es initial das war, was du wolltest, sondern einfach deshalb, weil Gott es will und weil er Gott ist? Oder gab es Dinge, die du wolltest, aber bewusst unterlassen hast, weil es dem Willen Gottes widersprochen hat?<\/p>\n<p><strong>3. Welche Einladung ist das f\u00fcr uns?<\/strong><br \/>\nDer Text heute spricht nicht nur eine Warnung aus. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass die ganze Bergpredigt eine Einladung an uns ist, im Reich Gottes zu leben. Wir wollen zum Schluss versuchen, aufgrund von dem, was die Bergpredigt lehrt, den richtigen Fokus zu finden. Gestern hatten wir drei G\u00e4ste aus T\u00fcbingen bei uns, ehemalige Kollegen von mir, die in den letzten 10 Jahren zu wirklich wundervollen Freunden von uns geworden sind. Wir haben mit den Kindern zusammen die Wohnung aufger\u00e4umt. Zwischenzeitliche musste unser Baby E. (4 Monate alt) versorgt werden. Und meine Frau G. hat dann laut \u00fcberlegt: \u201eWas kann denn die E. Sch\u00f6nes anziehen?\u201c Und genau in diesem Augenblick hatte ich endlich verstanden: \u201eJa stimmt \u2026 meine Freunde kommen ja gar nicht meinetwegen nach Heidelberg. Sie kommen, um E. zu sehen!\u201c Und wisst ihr, genau so war es dann auch. E. war der gro\u00dfe Star: Sie wurde mit Geschenken geradezu \u00fcbersch\u00fcttet. E. wurde sofort von einem der G\u00e4ste auf den Arm genommen. Frage: Worauf liegt unser Fokus? Wenn nur die Menschen, die den Willen des Vaters im Himmel tun, in das Reich Gottes kommen, welche Priorit\u00e4ten sollen wir setzen? Drei Vorschl\u00e4ge dazu.<br \/>\nHabe einen gr\u00f6\u00dferen Fokus darauf, wer du bist und etwas (etwas!) weniger darauf, was du tust. Vers 21 aus dem Kontext gerissen k\u00f6nnte zu einem ziemlich gesetzlichen Leben verleiten: \u201eIch muss Gottes Willen mehr gehorchen \u2026, ich muss mehr tun \u2026, ich muss mich mehr anstrengen \u2026\u201c Nur wenige Verse vorher hatte Jesus gelehrt: \u201eJeder gute Baum bringt gute Fr\u00fcchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte.\u201c Bist du ein guter Baum? Denn wenn du ein guter Baum bist, dann wirst du unvermeidlich gute Frucht bringen. Die Frage ist nicht so sehr, was wir tun; die Frage ist mehr, wer wir sind. Im Englischen gibt es ein wunderbares Sprichwort: \u201eWe are human beings, not human doings.\u201c Als Menschen geht es darum, dass wir erst einmal sind. Noch einmal, es geht nicht darum, nichts zu tun. Denn um ein guter Baum zu werden, braucht es gewisse Dinge, die wir durchaus tun m\u00fcssen. Aber der Fokus muss klar sein.<br \/>\nDas wiederum deckt sich mit dem, was Jesus in der ganzen Bergpredigt gelehrt hat. Es geht darum, wer wir tief im Innersten sind. Es geht nicht nur darum, dass wir nicht t\u00f6ten, sondern dass das Innere unseres Herzens so ver\u00e4ndert wird, dass wir noch nicht einmal zornig auf andere Menschen werden. Es geht nicht nur darum, dass wir nicht die ehebrechen, sondern dass unser Herz so rein ist, dass unsere Blicke rein sind. Es geht nicht nur darum, dass wir nicht schw\u00f6ren, sondern dass wir solche Menschen der Wahrheit sind, dass wir es nicht n\u00f6tig haben, andere zu manipulieren. Wenn unsere Innerlichkeit ver\u00e4ndert wird, dann folgen die richtigen Taten. Wie wird dann unsere Innerlichkeit ver\u00e4ndert? Wie k\u00f6nnen wir als Baum die richtigen Wurzeln schlagen? Das bringt uns zum n\u00e4chsten Punkt.<br \/>\nIn allem, was du tust, habe einen Fokus auf Gnade. Die Aussage Jesu, dass nur diejenigen, die den Willen des Vaters tun, ins Reich Gottes kommen, deckt sich mit dem, was Jesus vorher gesagt hatte: \u201eWenn eure Gerechtigkeit nicht weit gr\u00f6\u00dfer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharis\u00e4er, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.\u201c Die viel gr\u00f6\u00dfere und bessere Gerechtigkeit, von der Jesus spricht, ist keine Gerechtigkeit, die wir uns erarbeiten oder die wir uns verdienen. Es ist eine Gerechtigkeit, die Gott uns zuspricht, unabh\u00e4ngig von unseren Werken. Es ist eine Gerechtigkeit, die auf Gottes Gnade beruht, dass er uns unendlich viel besser behandelt als wir es verdient haben, weil Jesus f\u00fcr uns gestorben ist und alle unsere S\u00fcnden vergibt.<br \/>\nMein Papa hatte mir von einem Gespr\u00e4ch erz\u00e4hlt, das er mit einem meiner S\u00f6hne hatte. Er stellte ihm die Frage: \u201eWogegen m\u00fcssen wir k\u00e4mpfen?\u201c Mein Sohn antwortete: \u201eGegen die S\u00fcnde.\u201c Die Antwort von meinem Papa: \u201eNein! Wir k\u00e4mpfen gegen das Vergessen!\u201c Das ist der springende Punkt. Unser Kampf ist es, immer und immer wieder neu erinnert zu werden, wie gut, wie barmherzig, wie gn\u00e4dig Gott zu uns ist. Unser Kampf ist, immer wieder neu zum Kreuz zu kommen, an dem Jesus f\u00fcr uns bezahlt hat. Unser Kampf ist, Gottes Gnade nicht zu vergessen.<br \/>\nAls letztes, fokussiere dich mehr auf Gottes Liebe als auf alles andere. Jesus hat gesagt, dass es nicht ausreicht ihn \u201eHerr! Herr!\u201c zu rufen. D.&nbsp;h., wir k\u00f6nnen die beste und reinste und sch\u00f6nste Lehre haben und trotzdem verloren gehen. Gute Lehre zu haben ist wirklich wichtig. Aber wie oft haben wir Christen uns aufgrund von Unterschieden in der Lehre die K\u00f6pfe eingeschlagen? Die christliche Gemeinde ist in so vielen wichtigen Lehren unterschiedlicher Meinung und tief gespalten: Wie verstehen wir Taufe und Abendmahl? Sind Genesis 1 und 2 ein historischer Tatsachenbericht oder kann man das auch anders deuten? Wird es eine Entr\u00fcckung geben? Gibt es auch heute noch die Gabe der Prophetie und Zungenrede? D\u00fcrfen Frauen in der Gemeinde predigen? Welche Bedeutung hat das mosaische Gesetz f\u00fcr uns Christen? Das sind alles wichtige Fragen. Wir haben hier in dieser Gemeinde Leute, die teils sehr, sehr unterschiedliche Sichtweisen zu diesen Themen haben. Noch einmal, Lehre ist wichtig.<br \/>\nAber es gibt etwas, was unendlich viel wichtiger ist: agape Liebe. (Ich verwende hier das griechische Wort agape, damit das Ganze nicht kitschig klingt). Die Essenz der Bergpredigt ist die goldene Regel: \u201eAlles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!\u201c oder anders gesagt: \u201eLiebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst.\u201c Liebe \u00fcbertrumpft alles. Liebe ist die Essenz von dem, worum es im Reich Gottes geht. Der Puritaner Jonathan Edwards hatte eine Serie von Predigten zu 1. Korinther 13 gehalten \u2013 Paulus wunderbares Hohelied der Liebe. Die letzte Predigt ist der H\u00f6hepunkt. Der Titel dieser Predigt lautet: \u201eDer Himmel ist eine Welt der Liebe.\u201c Er beschreibt wie die Liebe des Dreieinigen Gottes im Himmel geradezu \u00fcberflie\u00dft: die Liebe von Gott dem Vater, die Liebe des Sohnes und die Liebe des Heiligen Geistes. Und er beschreibt, wie aus diesem Strom der Liebe ein Fluss wird und wie dieser Fluss in einem Ozean der Liebe m\u00fcndet, in welchem die Geretteten f\u00fcr immer baden werden.<br \/>\nUnd er fordert uns auf: \u201eWenn ihr auf dem Weg in die Welt der Liebe sein wollt, dann seht zu, dass ihr ein Leben der Liebe f\u00fchrt \u2013 der Liebe zu Gott und der Liebe zu den Menschen. Wir alle hoffen, im Jenseits an der Welt der Liebe teilzuhaben, und deshalb sollten wir den Geist der Liebe hegen und hier auf Erden ein Leben der heiligen Liebe f\u00fchren. Das ist der Weg, um wie die Bewohner des Himmels zu sein, die jetzt f\u00fcr immer in der Liebe best\u00e4tigt sind. Nur so k\u00f6nnt ihr ihnen an Vortrefflichkeit und Lieblichkeit gleich sein, und wie auch sie an Gl\u00fcck, Ruhe und Freude. Indem ihr in dieser Welt in der Liebe lebt, k\u00f6nnt ihr auch wie sie in lieblichem und heiligem Frieden sein und so auf Erden einen Vorgeschmack der himmlischen Freuden und Wonnen haben.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Wer kommt ins Himmelreich? \u201eNicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.\u201c (Matth\u00e4us 7,21 [E\u00dc]) Der zugrunde liegende Text f\u00fcr diese Predigt ist relativ kurz, nur drei Verse. Aber diese Verse haben es ziemlich in sich. 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