{"id":12733,"date":"2024-09-29T11:00:55","date_gmt":"2024-09-29T09:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12733"},"modified":"2025-12-02T19:12:22","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:22","slug":"predigt-bergpredigt-matthaeus-625-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-bergpredigt-matthaeus-625-34\/","title":{"rendered":"Predigt: Bergpredigt &#8212; Matth\u00e4us 6,25-34 (Teil 1: Verse 25-30)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bergpredigt_Lektion16_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bergpredigt_Lektion16_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/matthaeus\/6\/25-34?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Keine Sorgen<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDeswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Matth\u00e4us 6,25 [E\u00dc])<\/p>\n<p>In der Bergpredigt geht es darum, wie wir leben sollen, angesichts der Tatsache, dass das Himmelreich Gottes herbeigekommen ist. Wir haben letzte Woche einen neuen Abschnitt in der Bergpredigt angefangen: Es geht um unsere Sch\u00e4tze und unsere Sorgen.<br \/>\n\u00dcber vier Punkte wollen wir gerne nachdenken. Erstens, was Sorgen sind; zweitens, woher die Sorgen kommen; drittens, was nicht gegen Sorgen hilft; und viertens, wie wir doch unsere Sorgen \u00fcberwinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>1. Was sind Sorgen eigentlich?<\/strong><br \/>\nDas Offensichtlichste zuerst: Sorgen sind real. In Vers 25 sagt Jesus: \u201eSorgt euch nicht \u2026\u201c Jesus sprach zu Menschen vor 2.000 Jahren. Wir k\u00f6nnten uns fragen, was wir mit diesen Menschen gemeinsam haben? Relativ wenig, weil sie in fast jeder Hinsicht ein ganz anderes Leben hatten als wir: v\u00f6llig andere Kultur und Sprache, ganz andere Mentalit\u00e4t, ganz andere geschichtliche Situationen, ganz andere Gesellschaften und wirtschaftliche Lage. Und trotzdem hat sich an einer Tatsache nichts ge\u00e4ndert. Die Menschen damals hatten Sorgen. Und die Menschen heute haben definitiv nicht weniger Sorgen. Sorgen sind real und im Prinzip \u00fcberall. Jeder Mensch macht sich Sorgen, und Sorgen sind daher so alt wie die Menschheit selbst. Und das ist im Prinzip auch schon der Grund, weshalb dieser Text so relevant f\u00fcr uns alle ist.<br \/>\nAls N\u00e4chstes sehen wir, dass in Jesu Verst\u00e4ndnis Sorgen etwas sind, was wir anscheinend kontrollieren oder zumindest beeinflussen k\u00f6nnen. Jesus sagte \u201eSorgt euch nicht\u2026\u201c Diese Aufforderung w\u00fcrde nat\u00fcrlich keinen Sinn machen, wenn Sorgen nicht etwas w\u00e4ren, was wir in der Hand haben. Vielleicht ist das ein etwas ungewohnter Gedanke f\u00fcr uns. Kein Mensch steht morgens auf und sagt sich: \u201eHeute habe ich mir vorgenommen, mir mal so richtig Sorgen zu machen.\u201c Wir w\u00fcrden eher sagen: \u201eSorgen passieren halt. Sorgen sind unvermeidlich.\u201c Vielleicht ist das so \u00e4hnlich, wie das, was unsere Popkultur \u00fcber das Verlieben denkt: \u201eMan kann nicht kontrollieren, in wen man sich verliebt. Es geschieht einfach, und wir haben es nicht in der Hand. Wie romantisch.\u201c Die Bibel argumentiert, dass das nicht stimmt: Sowohl was unsere Sorgen angeht, als auch in wen wir uns verlieben, sind Dinge, die wir ma\u00dfgeblich beeinflussen k\u00f6nnen.<br \/>\nNoch ein Aspekt zu Sorgen: Sorgen k\u00f6nnen eine richtige Pest sein. Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Wir bereiten uns auf eine schwierige Klausur vor. Einen Tag vor der Klausur kommt dann der Klassenstreber, der Besserwisser zu uns und unseren Freunden und fragt: \u201eHabt ihr auch die Buchkapitel 15-19 gelernt? Ich habe eine Woche gebraucht, bis ich das einigerma\u00dfen konnte.\u201c Die Gruppe antwortet: \u201eAber das wird doch gar nicht abgefragt.\u201c \u201eDoch, das hat der Lehrer doch letzte Stunde noch gesagt.\u201c Und dann d\u00e4mmert es uns. Und es bricht eine innere Panik aus, nicht nur bei uns, sondern bei allen, die das h\u00f6ren. Sorgen k\u00f6nnen richtig ansteckend sein. Und wie wir alle wissen, k\u00f6nnen Sorgen auch k\u00f6rperlich krank machen: Sorgen rauben uns den Schlaf, verursachen Stress, f\u00fchren zu k\u00f6rperlichen Verspannungen und k\u00f6nnen Magengeschw\u00fcr verursachen. Und deshalb wissen wir auch: kein Mensch braucht Sorgen. Sie machen nichts besser, und sie machen alles noch schlimmer.<br \/>\nWas sind jetzt aber Sorgen genau? In Vers 34 sagt Jesus: \u201eSorgt euch nicht um morgen.\u201c Sorgen haben mit unserem \u201emorgen\u201c also mit unserer Zukunft zu tun. Genauer gesagt sind Sorgen Zukunfts\u00e4ngste. Sorgen sind \u00c4ngste davor, dass unsere Zukunft nicht so wird, wie wir es haben wollen. Sorgen \u00e4u\u00dfern sich darin, dass unsere Gedanken st\u00e4ndig um ein Problem herum kreisen wie Geier um den Kadaver fliegen: unaufh\u00f6rlich und durch nichts wirklich zu vertreiben.<\/p>\n<p><strong>2. Woher kommen Sorgen?<\/strong><br \/>\nSehen wir uns zun\u00e4chst an, worum wir uns eigentlich Sorgen machen. In Vers 25 sagt Jesus: \u201eSorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.\u201c Jesus erw\u00e4hnt unser Leben und er erw\u00e4hnt unseren Leib. Die Sorgen um unser Leben und die Sorgen um unseren Leib scheinen ganz gut so ziemlich alle Sorgen zusammenzufassen, die wir so haben k\u00f6nnen. Wir machen uns Sorgen um die Bed\u00fcrfnisse unseres Lebens: Essen und Trinken. Was dazu geh\u00f6rt, ist nat\u00fcrlich die finanzielle Versorgung, der Wohnraum, Erfolg im Studium oder auf der Arbeit. Die Sorgen, die wir uns also ums Leben machen, k\u00f6nnten sein: Werde ich die Schule mit der richtigen Note schaffen, um das zu studieren, was ich will, an der Uni, die ich will? Werde ich einen guten Arbeitsplatz finden, wenn ich fertig bin? Werde ich eine neue Stelle finden, wenn ich mit \u00fcber 50 meine jetzige Stelle verliere? Habe ich gut genug f\u00fcr mein Alter vorgesorgt? Und sicherlich spielen da auch Sorgen um unsere Kinder mit rein: Wird aus unseren Kindern mal was?<br \/>\nUnd das andere, worum wir uns Sorgen machen ist der Leib: die Kleidung, die wir anziehen. Aber ich denke, dass da noch mehr dahinter steht. Wenn wir an Kleidung denken, dann hat das f\u00fcr viele von uns eine weit gr\u00f6\u00dfere Bedeutung als einfach warm gehalten zu werden. Kleidung soll chic aussehen. Kleidung ist nat\u00fcrlich auch ein Statussymbol. Das ist der Grund, weshalb Jesus von Salomos Kleider spricht. D.h., bei der Sorge um den Leib geht es um unser Aussehen. Die Sorgen, die wir uns hier machen, k\u00f6nnten sein: Werde ich einen attraktiven Partner f\u00fcrs Leben finden, obwohl ich nicht gut in Sport bin; oder: obwohl ich zu gro\u00df \/ zu klein bin; obwohl ich nicht so attraktiv bin (wie die jungen Leute hier)? Aber auch Fragen wie: Was soll ich tun, wenn meine Gesundheit nachl\u00e4sst? Was ist, wenn ich ein Pflegefall werde, oder die Angeh\u00f6rigen in meiner Familie?<br \/>\nWoher kommen dann die \u00c4ngste? Unser Text gibt uns zwei ganz wichtige Hinweise, was das angeht. Zum einen sagt Jesus in Vers 25: \u201eDeswegen \u2026\u201c Und das Wort \u201edeswegen\u201c bezieht sich auf den Text von letzter Woche. Wir erinnern uns: Jesus sagte, dass wir uns nicht Sch\u00e4tze auf Erden sondern im Himmel sammeln sollten; weil unser Herz dort ist, wo unser Schatz ist; und weil wir nicht zwei Herren dienen k\u00f6nnen, d.h., dass wir nicht gleichzeitig Gott und dem Mammon dienen k\u00f6nnen. Geld ist ein guter Diener, aber Geld ist ein f\u00fcrchterlicher Herr.<br \/>\nPaul Tripp hatte einen exzellenten Artikel \u00fcber Sorgen*1) geschrieben, den ich w\u00e4rmstens empfehlen kann. In seinem Artikel beschreibt er, was die S\u00fcnde mit uns anstellt: \u201eIch wurde geschaffen, um f\u00fcr Gott zu leben &#8211; sein Reich und seine Herrlichkeit. Ich wurde geschaffen, um meine Identit\u00e4t, meinen Sinn und Zweck und mein inneres Wohlbefinden in der Vertikalen zu finden. Ich wurde geschaffen, um meinen Grund f\u00fcr das, was ich tue, und meine Ruhe in der Mitte meines Tuns von Gott zu bekommen. Aber die S\u00fcnde bringt jeden von uns dazu, f\u00fcr sich selbst zu leben, das hei\u00dft, unser Leben auf die Gr\u00f6\u00dfe unseres Lebens zu reduzieren. Die S\u00fcnde bringt uns dazu, den Bereich unserer Tr\u00e4ume und Anliegen auf unsere W\u00fcnsche, Bed\u00fcrfnisse und Gef\u00fchle zu reduzieren. Die S\u00fcnde macht uns erschreckend selbstbezogen, selbsts\u00fcchtig und selbstmotiviert. Was hat das mit Sorgen zu tun? Einfach alles!\u201c<br \/>\nWarum machst du dir Sorgen um dein Leben? Vielleicht ist der Grund tats\u00e4chlich, dass wir unser Leben auf unsere Bed\u00fcrfnisse reduzieren. Vielleicht liegt es daran, dass Geld in unserem Leben mehr ist als einfach nur Geld; dass wir im Geld eine Sicherheit oder einen Status oder eine Identit\u00e4t suchen, die wir eigentlich nur allein in Gott finden k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich kann Geld diese Erwartung nicht erf\u00fcllen. Die erste Ursache f\u00fcr unsere \u00c4ngste und Sorgen sind verkehrte Sch\u00e4tze: Weil unser Herz dort ist, wo unsere Sch\u00e4tze sind, werden wir uns Sorgen machen, wenn unsere Sch\u00e4tze nicht sicher sind.<br \/>\nDie zweite Ursache f\u00fcr Sorgen finden in Vers 30: \u201eWenn aber Gott schon das Gras so kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingl\u00e4ubigen!\u201c Jesus verwendet hier ein Wort, das er vermutlich selbst erfunden hat: oligopistoi, was mit \u201eKleingl\u00e4ubige\u201c \u00fcbersetzt wird und das ist kein Schimpfwort, oder zumindest kein schlimmes Schimpfwort. Es ist Jesu liebevolle Weise, uns auf unsere Probleme hinzuweisen.<br \/>\nWas ist das Problem? Das Problem ist, dass unser Glaube klein ist. Vielleicht habt ihr schonmal den Ausdruck geh\u00f6rt: \u201eWir brauchen keinen gro\u00dfen Glauben; ein kleiner Glaube ist ausreichend \u2013 ein kleiner Glaube an einen gro\u00dfen Gott.\u201c Und da ist auf jeden Fall etwas Wahres dran. Vielleicht ist der Gott, auf den du vertraust, zu klein? Vielleicht vertraust du nicht darauf, dass sein Herz wirklich das Herzen eines f\u00fcrsorglichen Vaters ist; vielleicht vertraust du nicht darauf, dass Gott wirklich die Kraft und die Allmacht hat, neue Wege zu \u00f6ffnen, T\u00fcren zu \u00f6ffnen, und vor allem, alles zum Guten zu bewegen.<br \/>\nMit dem fehlenden Vertrauen h\u00e4ngt ganz eng zusammen, dass wir die Kontrolle haben wollen. Wir k\u00f6nnen richtige Kontrollfreaks sein: Wir wollen den Ausgang der Dinge in der Hand haben; unser Wille soll geschehen. Das Problem ist aber, dass das, was wir beeinflussen k\u00f6nnen, relativ \u00fcberschaubar ist; und das, was wir tats\u00e4chlich kontrollieren k\u00f6nnen, ist erstaunlich wenig. Der Reformator Martin Luther hatte einen wichtigen Mitarbeiter namens Philipp Melanchthon. Melanchthon war hochgebildet und ein wertvoller Mitstreiter. Aber gleichzeitig war er ein Mensch, der \u00c4ngste hatte und sich Sorgen machte. Wenn Melanchthon eine von seinen Panikattacken hatte, w\u00fcrde Luther zu ihm sagen: \u201eLass Philippus aufh\u00f6ren, die Welt zu regieren.\u201c Und vielleicht ist es das, was wir uns zureden m\u00fcssen, wenn wir \u00c4ngste haben: \u201eH\u00f6r auf, die Welt regieren zu wollen. Du kannst es ohnehin nicht.\u201c<br \/>\nUnsere Sorgen haben ihre Ursache darin, dass wir die falschen Priorit\u00e4ten setzen und dass wir Gott nicht vertrauen und selbst die Kontrolle haben wollen.<\/p>\n<p><strong>3. Wie wir nicht von Sorgen freiwerden<\/strong><br \/>\nDie meisten von euch kennen das Lied \u201eDon\u2019t worry, be happy\u201c von Bobby McFerrin. Das ist ein tolles Lied, das gute Laune machen kann. Aber die Strategie, die hier besungen wird, ist im Prinzip Verdr\u00e4ngung: Versuche am besten nicht gro\u00df dar\u00fcber nachzudenken, dass du Probleme hast. Sei einfach happy.<br \/>\nUnd das ist eine g\u00e4ngige Art und Weise, wie wir h\u00e4ufig versuchen, mit unseren Sorgen klarzukommen. Wir versuchen die Probleme, die wir haben, zu ignorieren. Wir versuchen uns abzulenken. Dazu stehen uns vielf\u00e4ltige Methoden und Medien zur Verf\u00fcgung: Binge-Watching auf DisneyPlus oder Netflix, endlose Video- und News-Feeds auf TikTok, Youtube, Insta, X, Handy-Spiele, sinnbefreites Browsen on Reddit-Foren, exzessives Online-Shopping auf Amazon und Ebay; wenn du etwas altmodischer bist, Facebook; oder wenn du der Typ daf\u00fcr bist, K-Drama-Serien, die mit den 20+ Staffeln. Wir haben ganz viele Wege und Methoden, wie wir uns ablenken k\u00f6nnen. Das Problem ist nur, dass das keine dauerhafte L\u00f6sung ist.<br \/>\nWarum funktioniert Verdr\u00e4ngung nicht? Eine Antwort ist, weil die Probleme real sind. Nehmen wir als Beispiel die Umst\u00e4nde des Lebens in der damaligen Zeit? Wie haben die Menschen in der Antike gelebt? Michael Wilkins: \u201eDas allt\u00e4gliche Leben in den St\u00e4dten der antiken Welt war ganz anders als selbst die schwierigsten Umst\u00e4nde des st\u00e4dtischen Lebens in der modernen Welt. Bei begrenzten Wasser- und Abwasserm\u00f6glichkeiten \u00fcbersteigt die unglaubliche Dichte an Menschen und Tieren unsere Vorstellungskraft. Die Mietskasernen waren rauchig, dunkel, oft feucht und immer schmutzig. Der Geruch von Schwei\u00df, Urin, F\u00e4kalien und Verwesung durchdrang alles. Drau\u00dfen, auf der Stra\u00dfe, war es kaum besser \u2013 Schlamm, offene Abwasserkan\u00e4le, Mist und Menschenmassen. Manchmal wurden sogar menschliche Leichen &#8211; sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern &#8211; auf die Stra\u00dfe geworfen und dort abgelegt.\u201c Wir m\u00fcssen verstehen, dass Menschen, die unter solchen Bedingungen lebten, die ersten H\u00f6rer der Bergpredigt waren. Essen, Trinken und Kleidung waren echte Bed\u00fcrfnisse; Krankheit, Tod und der nackte Kampf ums \u00dcberleben waren tagt\u00e4gliche Probleme.<br \/>\nDie Bed\u00fcrfnisse, die wir haben, sind real. Wir brauchen Essen, Trinken und Kleidung, um zu leben. Und wenn wir unsere Sorgen und \u00c4ngste einfach nur verdr\u00e4ngen, werden sie fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wieder zur\u00fcckkommen. Am Ende des Tages, m\u00fcssen die grundlegenden Probleme, die wir haben, gel\u00f6st werden.<br \/>\nWie k\u00f6nnen wir dann also von unseren Sorgen freiwerden? Welche Strategie funktioniert?<\/p>\n<p><strong>4. Wie wir doch frei von Sorgen werden k\u00f6nnen<\/strong><br \/>\nIn den Versen 26 und 28 gebraucht Jesus zwei wunderbare Beispiele. Ein anglikanischer Bischof hatte geschrieben: \u201eIst dir jemals aufgefallen, was f\u00fcr ein grunds\u00e4tzlich gl\u00fccklicher Mensch Jesus war?\u201c Pfarrer Wilhelm Busch sagte, dass er Jesus lachen h\u00f6rt, als er diese Beispiele erz\u00e4hlt. Das erste Bild sind die V\u00f6gel: \u201eSeht euch die V\u00f6gel des Himmels an: Sie s\u00e4en nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorr\u00e4te in Scheunen; euer himmlischer Vater ern\u00e4hrt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?\u201c Frage: Habt ihr schon einmal einen Vogel gesehen, der zutiefst besorgt ist? Jesus sagt hier nicht, dass S\u00e4en, Ernten, Vorr\u00e4tesammeln falsch ist. Was er hier sagt ist, dass V\u00f6gel, die das nicht tun, trotzdem von Gott versorgt werden. Und weil dem so ist, sind V\u00f6gel in der freien Natur relativ unbek\u00fcmmerte Wesen.<br \/>\nUnd das andere Beispiel ist aus der Botanik: \u201eLernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie einen von ihnen.\u201c Jedes Jahr bei der Verleihung der Oscars treten die Hollywood Stars in den teuersten Kost\u00fcmen auf. Die g\u00fcnstigsten von diesen Aufmachungen kosten ein Jahresgehalt; die teuersten kosten (und das ist keine \u00dcbertreibung) Millionenbetr\u00e4ge. Wir k\u00f6nnten einen einfachen Vergleich machen: die sch\u00f6nsten dieser Kost\u00fcme gegen eine einfache, schlichte Lilie. Und das w\u00e4re kein fairer Vergleich, weil die Blume in ihrer zeitlosen Eleganz und Sch\u00f6nheit jedes Mal gewinnt. Und doch ist das Gras und die Blume in der Bibel ein Bild f\u00fcr Verg\u00e4nglichkeit. Selbst das verg\u00e4ngliche Gras wird von Gott sch\u00f6ner gekleidet als wir in der Lage sind, uns anzuziehen.<br \/>\nWie k\u00f6nnen wir Jesu Lehren dann auf uns anwenden? Ich finde Jesu Aufforderungen so bezeichnend. Jesus sagt: \u201eSeht\u201c. Und er sagt \u201eLernt\u201c. Und diese Aufforderungen helfen uns, im Hier und Jetzt zu leben: \u201eschau jetzt\u201c und \u201elerne hier in diesem Moment.\u201c Und das ist f\u00fcr unser Sorgenmachen so wichtig. In dem Film Kungfu Panda spricht der Meister mit dem neuen Sch\u00fcler, der verzweifelt ist. Der Meister sagt: \u201eDu besch\u00e4ftigst dich zu viel mit dem, was war und was sein wird. Es gibt ein Sprichwort: Das Gestern ist Geschichte; das Morgen ist ein Geheimnis; aber das heute ist ein Geschenk; deshalb nennt man es Pr\u00e4senz [klingt so \u00e4hnlich wie Pr\u00e4sent].\u201c Und seine Botschaft ist klar und sehr biblisch: K\u00fcmmere dich nicht um morgen. Lebe im Jetzt.<br \/>\nMeine Frau und ich kennen eine Frau, die Missbrauch erfahren hat. Sie leidet seither unter Angstzust\u00e4nden und hatte deshalb auch eine Therapie bekommen. Eine Sache, die sie in der Therapie gelernt hatte, war, sich auf den Moment zu fokussieren, immer wenn sie Angst bekommt. Und sie bekam verschiedene Techniken beigebracht, wie sie das tun kann. Und das hilft wirklich.<br \/>\nWarum ist es f\u00fcr uns noch so wichtig, im Hier und Jetzt pr\u00e4sent zu sein? Der Grund ist, weil es der einzige Zeitpunkt ist, in welchem wir Gott begegnen und Ihn erfahren k\u00f6nnen. Wir Menschen sind an die Zeit gebunden. Wir k\u00f6nnen weder in die Vergangenheit reisen, noch vorspulen in die Zukunft. Der einzige Zeitpunkt, in welchem du Gott erleben kannst, ist im Hier und Jetzt. Und wenn wir das tun, dann k\u00f6nnen wir alle unseren Sorgen an Gott abgeben.<br \/>\nWas erfahren wir dann? Georg M\u00fcller, der Vater des Waisenhauses in Bristol hat ohne zu \u00fcbertreiben Tausende Male erfahren, wie Gott die Kinder versorgt. So war es Zeit zum Fr\u00fchst\u00fccken. Die Tische waren gedeckt, aber die K\u00fcche war leer und es gab nichts zu essen. M\u00fcller betete: \u201eGro\u00dfer Vater, wir nehmen mit Dank das an, was du heute als Nahrung f\u00fcr uns bereiten wirst.\u201d Es dauerte nicht lange, und es klopfte an der T\u00fcr. Der \u00f6rtliche B\u00e4cker stand vor der T\u00fcr und sagte: \u201eHerr M\u00fcller, ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Ich hatte den Eindruck, dass Gott mir sagt, dass Sie nichts zu essen haben, und ich deshalb f\u00fcr Sie backen soll.\u201c So hatten die Kinder frisches Brot. Es dauerte nicht lange, und schon wieder klopfte es an der T\u00fcr. Der Milchmann statt da, und erkl\u00e4rte, dass sein Wagen einen Defekt hatte. Er schenkte dem Waisenhaus die Milch, die auf dem Wagen war, damit er seinen Wagen reparieren konnte. Das ist die F\u00fcrsorge des himmlischen Vaters. Im Gebet k\u00f6nnen wir alles abgeben, was uns belastet. In Philipper 4,6.7 schreibt Apostel Paulus: \u201eSorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen \u00fcbersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren.\u201c<br \/>\n*1) <a href=\"https:\/\/www.ligonier.org\/learn\/articles\/thinking-biblically-about-worry\">https:\/\/www.ligonier.org\/learn\/articles\/thinking-biblically-about-worry<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Keine Sorgen \u201eDeswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! 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