{"id":12724,"date":"2024-09-22T11:00:45","date_gmt":"2024-09-22T09:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12724"},"modified":"2025-12-02T19:12:22","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:22","slug":"predigt-bergpredigt-matthaeus-619-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-bergpredigt-matthaeus-619-24\/","title":{"rendered":"Predigt: Bergpredigt &#8212; Matth\u00e4us 6,19-24"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [ODT]&nbsp; [PDF]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/matthaeus\/6\/19-24?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Dein Schatz und dein Herz<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDenn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Matth\u00e4us 6,21)<\/p>\n<p>In der Bergpredigt geht es darum, dass das Himmelreich nahe herbeigekommen ist, so dass alle, die es wollen, bereits hier und jetzt als B\u00fcrger des Himmels leben k\u00f6nnen. Und es geht darum, wie wir dann leben sollen. Ich muss sagen, dass ich immer wieder erstaunt bin, wie praxisnah, wie alltagstauglich, wie anwendbar Jesu Lehren sind. Das gilt auch f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Lektionen.<br \/>\nWir beginnen innerhalb der Bergpredigt mit einem neuen Abschnitt. Es geht um Sch\u00e4tze und Sorgen und wie sie miteinander zusammenh\u00e4ngen. Im heutigen Text lehrt uns Jesus drei Dinge: Was, Warum und Wie. Erstens, was sollen wir tun: die richtigen Sch\u00e4tze sammeln. Zweitens, warum sollen wir das tun: weil dort unser Herz ist. Drittens, wie sollen wir es tun: in dem wir auf das Richtige schauen.<\/p>\n<p><strong>Erstens, die richtigen Sch\u00e4tze sammeln<\/strong><br \/>\nIn den Versen 19 und 20 sagt Jesus: \u201eSammelt euch nicht Sch\u00e4tze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerst\u00f6ren und wo Diebe einbrechen und sieh stehlen, sondern sammelt euch Sch\u00e4tze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerst\u00f6ren und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.\u201c Wer von uns sieht sich als ein Sammler von Sch\u00e4tzen? Das Interessante hier ist, dass Jesus gar nicht die Frage stellt, ob wir Sch\u00e4tzesammler sind oder nicht. Er geht einfach davon aus, dass dem so ist. Er sagt uns aber, dass wir die richtige Art von Sch\u00e4tzen sammeln sollen.<br \/>\nWas genau ist ein Schatz? Sch\u00e4tze sind Dinge, die wir sammeln und von denen wir uns nicht oder nur schwerlich trennen k\u00f6nnen, weil wir einen Wert in ihnen sehen. Das Interessante daran ist, dass wir einen Wert in unseren Sch\u00e4tzen sehen, w\u00e4hrend es mag gut sein kann, dass alle anderen Menschen es als v\u00f6llig wertlos ansehen. Fakt ist, jeder von uns hat Sch\u00e4tze im Leben. Der christliche Philosoph Dallas Willard geht sogar so weit zu sagen: \u201eDies ist ein wesentlicher Teil des Menschseins. Nichts zu haben, was man sch\u00e4tzt, ist ein unmenschlicher Zustand, und nichts entw\u00fcrdigt Menschen mehr, als ihre Sch\u00e4tze zu verachten, zu zerst\u00f6ren oder ihnen diese zu nehmen.\u201c<br \/>\nUnd er gibt ein konkretes Beispiel: \u201eAls unser Sohn John Samuel ein kleiner Junge war, hatte er ein Stofftier, das er \u201eSchlafe-Hund\u201c nannte. Du kannst dir leicht vorstellen, wie es aussah, denke ich. Er hielt es beim Spielen in seiner N\u00e4he und schlief mit ihm direkt neben ihm. Mit der Zeit wurde es abgemagert und abgenutzt. Seine Mutter reinigte und reparierte ihn nat\u00fcrlich so gut sie konnte. Aber ich, in meiner unendlichen Weisheit &#8211; von der ich so viel mehr hatte, als ich j\u00fcnger war &#8211; beschloss schlie\u00dflich, dass der Schlafe-Hund ersetzt werden musste. Also besorgten wir ein anderes kleines Stofftier, und Schlafe-Hund verschwand. John hat den Ersatz nie wirklich akzeptiert, und in seiner sanften Art trauerte er noch lange um seinen kleinen ausgestopften Freund.\u201c Wer von uns kann das nicht nachvollziehen? Wir alle haben Sch\u00e4tze in unserem Leben.<br \/>\nWas sind Sch\u00e4tze auf Erden? Der Kontext macht ziemlich klar, dass es um materielle G\u00fcter geht: ein sch\u00f6nes Haus, kostbare Designer-Klamotten, die Kronjuwelen der Queen, und vor allem anderen: Geld, Kohle, Knete. Jesus sagt, dass Sch\u00e4tze auf Erden einen gro\u00dfen Nachteil haben: Motte und Wurm zerst\u00f6ren sie, Diebe brechen ein und stehlen diese. Wovon spricht Jesus? Motten sind relativ kleine Sch\u00e4dlinge. Kleidung war damals noch viel teurer und wertvoller als heute, und feine, kostbare Kleidung war ein f\u00fcr arme Menschen unbezahlbares Luxusgut. Das hat aber Motten nicht davon abgehalten, die kostbarsten Gew\u00e4nder zu zerfressen und zerst\u00f6ren. Der Wurm, kann auch mit \u201eRost\u201c \u00fcbersetzt werden. Die Elberfelder \u00fcbersetzt es mit \u201eFra\u00df\u201c. In einer Friends-Episode erz\u00e4hlt ein reicher Arzt namens Green davon, dass an seinem Boot Rost gefunden wurde. Und dann fragt er: \u201eVerstehst du, was das bedeutet?\u201c Und Ross antwortet daraufhin scherzhaft: \u201eEs gibt dem Boot eine antike Optik?\u201c Dr. Green sagt emp\u00f6rt: \u201eRost ist Krebs f\u00fcr Boote!\u201c Der Wurm oder der Rost ist etwas, was wertvolle Gegenst\u00e4nde korrodiert und zerst\u00f6rt. Einbrechende Diebe sind ziemlich selbsterkl\u00e4rend. Aber alle drei zusammen, Motte, Rost und Dieb stehen daf\u00fcr, dass alle Sch\u00e4tze hier auf Erden verg\u00e4nglich sind; alle Sch\u00e4tze werden uns eines Tages aus den H\u00e4nden gleiten, weil sie kaputt gehen, weil sie an Wert verlieren, weil uns jemand das nimmt.<br \/>\nUnd diese Tatsache hat Jerry Seinfeld sehr gut beschrieben. Er beklagte sich dar\u00fcber, dass wir alle einfach zu viel Zeugs anh\u00e4ufen. Und dass alles Zeugs einen verg\u00e4nglichen Wert hat. \u201eAlle Dinge auf der Erde existieren lediglich in unterschiedlichen Stadien des M\u00fcllwerdens. Dein Zuhause ist ein M\u00fcllverarbeitungszentrum; du kaufst neue Dinge, bringst sie in dein Haus und l\u00e4sst sie im Laufe der Zeit zu M\u00fcll werden. Das ist dein Leben. Du freust dich ganz arg, wenn du etwas Neues bekommst. Du bringst es herein, \u00f6ffnest es auf dem K\u00fcchentisch, dem Ehrenplatz f\u00fcr die Neuank\u00f6mmlinge. Man liest die Gebrauchsanweisung, f\u00fcllt die Registrierungskarte aus und schlie\u00dft sich vielleicht sogar dem Club der anderen Idioten an, die dieses Ding haben. Und dann vergeht einige Zeit. Und langsam d\u00e4mmert es dir, dass du vielleicht doch nicht ganz so scharf darauf bist, Obst zu trocknen und im Keller zu lagern, wie du dachtest. Was tust Du also? Du musst den Gegenstand herabstufen. Die Objekte beginnen auf der h\u00f6chsten Stufe, im Wohnbereich sichtbar zu sein. Von dort geht es hinunter in eine Abstellkammer, einen Schrank oder eine Schublade. Der Grund, warum wir Abstellkammern, Schr\u00e4nke und Schubladen haben ist der, damit wir nicht immer all die gro\u00dfen Fehler sehen m\u00fcssen, die wir gekauft haben. Vom Schrank geht es dann in die Garage, eine der l\u00e4ngsten Phasen der M\u00fcllwerdung, aber die definitivste. Kein Gegenstand hat es in die Garage und dann zur\u00fcck ins Haus geschafft. Das Wort \u201eGarage\u201c scheint eine Form des Wortes \u201eGarbage\u201c zu sein. Tats\u00e4chlich ist Ebay das Einzige, was das Objekt an diesem Punkt noch retten kann. Ebay ist ein gro\u00dfer Fortschritt in der menschlichen Kultur: \u201eWarum schicken wir uns nicht gegenseitig unseren M\u00fcll per Post?\u201c &#8230; Mein Standpunkt ist einfach: Am Ende wird alles weggeworfen. Am Ende werden wir weggeschmissen, meine Freunde.\u201c<br \/>\nGenau das ist die Art von Sch\u00e4tzen, die wir nicht sammeln sollen. Was f\u00fcr Sch\u00e4tze dann? In Vers 20 spricht Jesus von Sch\u00e4tzen im Himmel. Es sind Sch\u00e4tze, die unverg\u00e4nglich sind, die uns niemand nehmen kann. Dieser Schatz ist Gott und sein Reich. Vers 33 sagt, dass wir zuerst nach Gottes Reich und seine Gerechtigkeit suchen sollen.<br \/>\nWas ist dann damit gemeint? Hier sind drei Gedanken dazu. Das eine ist: wenn wir an Sch\u00e4tze im Himmel denken, dann denken wir vielleicht an eine Art private Altersvorsorge: w\u00e4hrend unseres Lebens zahlen wir diszipliniert ein; und sp\u00e4ter dann, nachdem wir gestorben und im Himmel sind, k\u00f6nnen wir ein sch\u00f6nes Leben genie\u00dfen. Viele verbinden den Himmel vor allem mit der Zukunft. Und das ist nicht v\u00f6llig falsch, weil Gottes Reich definitiv auch in die Zukunft schaut. Aber (gro\u00dfes aber!), es ist zumindest ein wenig daneben: wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass der Kontext der Bergpredigt das Himmelreich Gottes ist, das nahe herbeigekommen ist. Die Bergpredigt beginnt mit dem Wort \u201egl\u00fccklich\u201c. Das Gl\u00fcck des Himmels f\u00fcr die Ewigkeit, die jetzt bereits angefangen hat. D.h., die Sch\u00e4tze, die wir im Himmel sammeln, k\u00f6nnen und sollen wir bereits hier auf Erden genie\u00dfen und uns daran erfreuen. Wir tun das, indem wir uns an Gott erfreuen.<br \/>\nN\u00e4chster Gedanke, Sch\u00e4tze im Himmel zu sammeln bedeutet nicht nur Bibel zu lesen und zu beten. Auch das, was wir vielleicht als irdisch bezeichnen w\u00fcrden, kann ein himmlischer Schatz sein. Zum Beispiel: die Bibel lehrt uns, dass wir f\u00fcr die Kranken beten sollen. Die Bibel lehrt uns, dass wir achtsam mit unserem Leib umgehen sollen. Und trotzdem wissen wir alle, dass unser K\u00f6rper verg\u00e4nglich ist. Warum gehen wir zum Arzt, warum machen wir Sport, warum essen wir Gem\u00fcse, wenn Fried Chicken doch viel leckerer ist? Nicht deshalb, obwohl wir auferstehen werden, sondern gerade, weil wir eines Tages auferstehen werden. Gott wird eines Tages einen neuen Himmel und eine neue Erde machen, und das Alte wird nicht mehr sein. Aber das wie ist entscheidend. Himmel und Erde werden neu, in dem eines Tages Himmel und Erde vereint werden. Das ist der Grund weshalb Paulus in R\u00f6mer 8 schreibt, dass die Sch\u00f6pfung (die ganze Sch\u00f6pfung) sehns\u00fcchtig darauf wartet, dass Gottes Kinder offenbar werden. Das ist der Grund, weshalb auf die Frage \u201ewas w\u00fcrdest du tun, wenn du w\u00fcsstest, dass Jesus morgen wiederkommt?\u201c Martin Luther angeblich geantwortet haben soll: \u201eIch w\u00fcrde ein Apfelb\u00e4umchen pflanzen\u201c. Wie gut w\u00fcrde es wohl diesem Apfelb\u00e4umchen in der kommenden Welt gehen?<br \/>\nNoch ein Gedanke dazu: Sch\u00e4tze im Himmel sind nat\u00fcrlich unsere Beziehungen zu Gott, aber auch zu dem, was Gott liebt. Zeit mit anderen Menschen zu verbringen kann ein Sch\u00e4tzesammeln sein. Jeder Mensch hat von Gott unendlichen Wert und W\u00fcrde bekommen. Gott hat uns geschaffen als Wesen, von denen er sich w\u00fcnscht, dass wir die Ewigkeit mit ihm verbringen. Wenn wir Gemeinschaft mit anderen haben, dann verbringen wir Zeit mit Personen, die ewiges Potential haben. Als der Gr\u00fcnder von Apple Steve Jobs starb, war er von seiner Familie umgeben. Er sah seine Kinder. Die letzten Worte, die er sagte war: \u201eOh wow. Oh wow. Oh wow.\u201c So starb einer der reichsten Menschen auf Erden. Niemand, der auf dem Sterbebett liegt, sagt sich: \u201eich w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte noch mehr Geld verdient; ich w\u00fcnschte ich h\u00e4tte noch mehr sp\u00e4te Abende in der Firma verbracht.\u201c Die Reue ist fast immer: \u201eich w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht.\u201c Und da ist etwas sehr Wahres dran, weil jeder von uns ein unverg\u00e4nglicher Schatz sein soll.<\/p>\n<p><strong>Zweitens, unser Herz ist dort, wo unsere Sch\u00e4tze sind<\/strong><br \/>\nIn Vers 21 macht Jesus eine weitere profunde Aussage: \u201eDenn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.\u201c Auf dem ersten Blick h\u00f6rt sich das ganz logisch an: unser Herz h\u00e4ngt an den Dingen, die wir wertsch\u00e4tzen; wir haben eine emotionale Bindung zu unseren Sch\u00e4tzen; ist doch ganz klar. Das biblische Verst\u00e4ndnis von Herz ist aber mehr als einfach nur Gef\u00fchle. Das Herz im biblischen Sinne ist das Zentrums deiner ganzen Person: es ist der Sitz deines Intellekts, deiner Psyche und deiner Gef\u00fchle; es ist dein innerer Mensch, und alle deine Worte und Aktionen haben ihren Ursprung darin. Dort, wo dein Schatz ist, ist dein ganzer innerer Mensch.<br \/>\nWas passiert, wenn dieser innere Mensch dem Reichtum verf\u00e4llt? Die meisten von uns kennen die Herr der Ringe Trilogie von Tolkien und vor allem die Verfilmung von Peter Jackson. Es gibt eine Figur namens Smeagol, der einen Ring der Macht findet. Und er verf\u00e4llt diesem Ring. Dieser Ring gibt ihm ein unnat\u00fcrlich langes Leben; und gleichzeitig ver\u00e4ndert der Ring ihn, bis er s\u00e4mtliche Eigenschaften, die ihn vorher als Person ausgezeichnet hatten, verliert. Er sitzt nur noch in einer Grotte, streichelt den Ring, den er \u201eMein Schatz\u201c nennt. Es ist ein perfektes Bild daf\u00fcr, was im letzten Stadium passiert, wenn irgendetwas Materielles uns ergreift.<br \/>\nDieses Bild ist nicht \u00fcbertrieben, wenn wir uns anh\u00f6ren, was Jesus in Vers 24 sagt: \u201eNiemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr k\u00f6nnt nicht Gott dienen und dem Mammon.\u201c Mehrere Aspekte sind hier wirklich interessant und lehrreich.<br \/>\nZum einen, Jesus spricht hier von \u201edienen\u201c. Wir sehen Geld als etwas an, was uns dient. Geld ist ein Mittel, mit dem wir ein sch\u00f6nes Leben haben k\u00f6nnen, so unsere Vorstellung. Aber Jesus sagt, dass nicht das Geld uns dient, sondern, dass die Gefahr besteht, dass wir dem Geld dienen. Nicht nur das, Jesus gebraucht hier ein ziemlich starkes Wort f\u00fcr \u201edienen\u201c. Die Elberfelder Studienbibel sagt zur Definition des Wortes hier: \u201eEs bedeutet in der Stellung eines Sklaven sein und demgem\u00e4\u00df handeln; unterworfen sein und in Unterwerfung gebunden dienen; so zu handeln gewohnt sein, wie es andere befehlen; unterjocht sein, in Gefangenschaft von jemanden gef\u00fchrt sein usw.\u201c Jesus sagt, dass wir Sklaven des Geldes werden k\u00f6nnen. Das ist ziemlich krass.<br \/>\nDas N\u00e4chste, was uns hier auff\u00e4llt, ist die Tatsache, dass Jesus das Geld personifiziert. Jesus h\u00e4tte einfach sagen k\u00f6nnen, dass wir nicht Gott und dem Geld gleichzeitig dienen k\u00f6nnen. Aber er sagt das nicht in diesen Worten. Er spricht hier von Mammon. In den Chroniken von Narnia gibt es eine Gruppe von Menschen, die einen G\u00f6tzen anbeten. Am Ende, wenn die Welt untergeht, taucht dieser G\u00f6tze tats\u00e4chlich als lebendes Wesen auf. Und so \u00e4hnlich verh\u00e4lt es sich mit allen anderen G\u00f6tzen. Geld ist nat\u00fcrlich leblos. Aber Geld als G\u00f6tze kann uns in eine Abh\u00e4ngigkeit und Unterwerfung f\u00fchren, wie als ob Geld ein D\u00e4mon w\u00e4re.<br \/>\nUns sollte das sehr zum Nachdenken bewegen. Wer von uns denkt von sich, dass Geldgier ein echtes Problem in seinem Leben ist? Wer von uns denkt, dass die Gier nach Geld eine der gravierendsten S\u00fcnden in seinem Leben ist? Tim Keller erz\u00e4hlte, dass er als Pastor viele Einzelgespr\u00e4che mit Menschen gef\u00fchrt hatte, in denen die Menschen so ziemlich alle Arten von S\u00fcnden bekannt haben, die es gibt. Bis auf eine. Er kann sich nicht daran erinnern, wie jemals eine Person ihm Geldgier als S\u00fcnde bekannt h\u00e4tte. Aus welchem Grund auch immer denken wir, dass Geldgier vor allem das Problem der anderen ist, aber nicht unbedingt unser Problem. Kaum einer f\u00fchlt sich wegen Geldgier schuldig. Keller hat festgestellt, dass wenn wir die Evangelien lesen, wir feststellen, dass Jesus ein Vielfaches \u00fcber die Gefahr des Geldes gesprochen hat als z.B. \u00fcber Sex. Jesus warnte oft vor dieser S\u00fcnde. In den Evangelien scheint Geldgier eine viel dringlicheres Problem der Menschen zu sein als Ehebruch.<br \/>\nFrage: warum nehmen wir es dann so wenig wahr? Die beste Antwort habe ich bei Tim Keller gefunden. Er sagte, dass jeder von uns sich in gewissen sozialen Kreisen bewegt, z.B. in der Schule, Uni, Arbeit usw. Wenn du dir die Frage stellst, ob du \u201ereich\u201c und \u201ewohlhabend\u201c bist, dann vergleichst du dich in der Regel nicht mit Menschen in S\u00fcdamerika, Afrika, Asien (wo der gr\u00f6\u00dfte Teil der Menschheit lebt!). Du vergleichst dich mit den Menschen innerhalb deiner sozialen Kreise. Und irgendwie ist in deinen Kreisen gef\u00fchlt fast jeder reicher als du. Ich bin z.B. in einer Familie aufgewachsen, in der fast durchg\u00e4ngig immer nur ein Elternteil Geld verdient hat. In meiner Familie jetzt, in der meine Kinder heranwachsen, ist das wieder so, dass nur ein Elternteil Geld verdient. Das ist in unserer Gesellschaft ziemlich au\u00dfergew\u00f6hnlich. Nat\u00fcrlich haben Familien, in denen beide Partner einen Beruf aus\u00fcben, mehr finanzielle Mittel. Und auf diese Weise werden wir immer Leute finden, die mehr haben. Wir werden uns immer wie Unter- oder Mittelklasse f\u00fchlen, egal wie viele Millionen auf dem Bankkonto liegen. Und wir schauen auf \u201edie Reichen\u201c und sagen: \u201eganz klar, das sind diejenigen, die ein Problem mit Geld haben, nicht wir.\u201c Und vielleicht haben wir sogar Verachtung f\u00fcr \u201edie Reichen\u201c: \u201eWenn diese Reichen, nicht so viel Geld horten w\u00fcrden, dann g\u00e4be es keine Armut mehr.\u201c<br \/>\nDie wenigsten Menschen w\u00fcrden offen zugeben, wie geldgeil sie sind (\u201eMoney, money, money, please!\u201c). Wie \u00e4u\u00dfert sich die Gier nach Geld? F\u00fcr viele Menschen ist Geld mit einem gewissen Status verbunden: \u201eIch kann es mir leisten, mal in einem schicken Restaurant essen zu gehen. Ich muss nicht mehr die billigste Kleidung tragen. Ich kann ein sch\u00f6nes Auto fahren.\u201c Ganz viele Menschen wollen mehr Geld verdienen, weil sie dann denken, dass sie mehr Sicherheit im Leben haben: \u201eWas ist, wenn ich nicht mehr arbeiten kann? Habe ich genug f\u00fcrs Alter zur Seite gelegt? Was ist, wenn wir wieder so starke Inflation haben?\u201c (Das sind alles sehr valide Fragen).<br \/>\nJesus hat gesagt, dass unser Herz dort ist, wo unser Schatz ist. Und vielleicht ist Geld ein wenig zu sehr dein Schatz. Die Tatsache, dass Jesus dieses Thema so oft und so gr\u00fcndlich angesprochen hat, sollte dazu f\u00fchren, dass unsere Grundhypothese ist: vielleicht ist das auch mein Problem.<\/p>\n<p><strong>Drittens, auf das Richtige schauen<\/strong><br \/>\nWie k\u00f6nnen wir dann die richtigen Sch\u00e4tze sammeln? In den Versen 22 und 23 macht Jesus sehr ungew\u00f6hnliche Aussagen: \u201eDie Leuchte des Leibes ist das Auge. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Leib hell sein. Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie gro\u00df muss dann die Finsternis sein!\u201c Das Bild vom Auge als Leuchte unseres K\u00f6rpers ist sehr ungewohnt. Physiologisch betrachtet sind unsere Augen Organe, mit denen wir das Licht empfangen und wahrnehmen. Das Licht kommt von au\u00dferhalb zu uns. Unsere Augen produzieren ja kein Licht.<br \/>\nVor vielen Jahren war ich mal in Frankreich auf einer Konferenz. Beim Mittagessen hatte ich mich n\u00fctzlich gemacht und dabei geholfen, das Essen auf die Tische zu stellen. An einem der Tische sa\u00df ein kleiner Junge. Und als ich das Essen gebracht hatte, sind seine Augen ganz gro\u00df geworden, und seine Augen fingen regelrecht an zu leuchten. Das war mir nat\u00fcrlich richtig sympathisch. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Augen aufleuchten. Und im deutschen Sprachgebrauch gibt es noch einen anderen Ausdruck, der hier passt: \u201esein Auge auf etwas werfen\u201c. Worauf wirfst du dein Auge? Was ist es, was deine Augen zum Aufleuchten bringt? Worauf schaust du?<br \/>\nIn Hebr\u00e4er 11,26 lesen wir \u00fcber Mose: \u201eer hielt die Schmach Christi f\u00fcr einen gr\u00f6\u00dferen Reichtum als die Sch\u00e4tze \u00c4gyptens; denn er richtete seinen Blick auf die Belohnung.\u201c Mose sah auf die Belohnung. Und nachdem der Autor von Hebr\u00e4er uns die Riege der Glaubenshelden vorgestellt hat, fordert er uns auf, mit Ausdauer in dem Wettkampf zu laufen, der vor uns liegt, \u201eund dabei auf Jesus blicken.\u201c Wir sind eingeladen auf Jesus zu schauen. Schaust du auf Jesus?<br \/>\nIm ersten Teil habe ich Jerry Seinfeld zitiert. Seinfeld hat richtig beobachtet, dass am Ende alle unsere irdischen Sch\u00e4tze weggeworfen werden. Aber in einem Punkt irrt er gewaltig. Er sagte, dass wir am Ende auch weggeworfen werden. Das stimmt nicht. Aber es gab einen Menschen, der wirklich weggeworfen wurde. Als Jesus am Kreuz starb, gab er einen Verzweiflungsschrei von sich: \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c Es ist eines der wenigen Worte, die uns in aram\u00e4isch \u00fcberliefert sind, die Sprache, die Jesus und seine J\u00fcnger gesprochen hatten. Praktisch alle anderen Worte Jesu (einschlie\u00dflich der Bergpredigt) wurden \u00fcbersetzt, auf Griechisch, Latein, Deutsch, Koreanisch, Englisch&#8230; Warum haben wir diese Worte in aram\u00e4isch? Meine Vermutung ist, weil Jesu Schrei so durchdringend und so schmerzerf\u00fcllt war, dass niemand von den Augenzeugen, die das gesehen und geh\u00f6rt hatten, es vergessen konnte. Es ist als ob wir Jahrtausende sp\u00e4ter noch das Echo von diesem Schrei h\u00f6ren k\u00f6nnen. Jesus klagt \u00fcber die Tatsache, dass Gott ihn verlassen hatte. Gott schien Jesus weggeworfen zu haben, wie man M\u00fcll aus dem Haus wirft und nicht weiter danach schaut.<br \/>\nWarum hat Jesus das alles auf sich genommen? Weil Jesus uns retten wollte. Mit anderen Worten, Jesus schaut auf uns, und er sieht in uns seinen Schatz. Jesus schaut auf uns und sieht einen solchen Wert, dass er bereit ist, mit seinem Blut, mit seinem Leben, mit allem, was er hat, f\u00fcr uns zu bezahlen. Wenn wir diesem Jesus vertrauen, wird er uns niemals wegwerfen. Wie k\u00f6nnte er?<br \/>\nWie k\u00f6nnen wir also zu den Menschen werden, die auf Jesus schauen weit mehr noch als alle Sch\u00e4tze und Reicht\u00fcmer, die uns die Welt bieten kann? Vielleicht k\u00f6nnen wir es mit diesem Gebet versuchen: \u201eHerr Jesus, ich kann es kaum glauben, dass ich in deinen Augen ein so kostbarer Schatz bin, dass du f\u00fcr mich gestorben bist. Mein ganzes Leben soll dir geh\u00f6ren. Du sollst mein gr\u00f6\u00dfter Schatz sein. Und jetzt, zeig mir deine Herrlichkeit.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext Dein Schatz und dein Herz \u201eDenn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.\u201c (Matth\u00e4us 6,21) In der Bergpredigt geht es darum, dass das Himmelreich nahe herbeigekommen ist, so dass alle, die es wollen, bereits hier und jetzt als B\u00fcrger des Himmels leben k\u00f6nnen. 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