{"id":1263,"date":"2010-12-27T15:47:48","date_gmt":"2010-12-27T14:47:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1263"},"modified":"2023-01-29T20:57:25","modified_gmt":"2023-01-29T19:57:25","slug":"predigt-jesaja-531-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-jesaja-531-12\/","title":{"rendered":"Predigt: Jesaja 53,1-12 (Sonderlektion zu Weihnachten 2010)"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/P10-Je53_2.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Aber\u00a0 der\u00a0 HERR\u00a0 warf\u00a0 unser\u00a0 aller\u00a0 S\u00fcnde\u00a0 auf\u00a0 ihn<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201cWir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg.<br \/>\nAber der Herr warf unser aller S\u00fcnde auf ihn.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">(Jes 53,6)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>Frohe Weihnachten! Heute ist der zweite Weihnachtsfeiertag. Wir haben bereits am letzten Sonntag und an Heilig Abend dar\u00fcber nachgedacht, warum wir uns an Weihnachten wirklich freuen k\u00f6nnen. Die Geburt Jesu ist ein Grund zu gro\u00dfer Freude, weil Jesus das Lamm Gottes ist, das die S\u00fcnde der ganzen Welt tr\u00e4gt. Unser heutiger Text ist eine Ank\u00fcndigung durch den Propheten Jesaja, bei der ein \u201eEr\u201c im Mittelpunkt steht, dessen Name nicht n\u00e4her genannt wird. Einige Verse zuvor nennt Gott ihn \u201emein Knecht\u201c (52.13). Wenn wir diesen Text n\u00e4her betrachten, k\u00f6nnen wir leicht erkennen, dass es sich bei diesem leidenden Knecht um Jesus Christus handelt. Wer ist er nach dieser Prophezeiung? Warum litt er so sehr und welche gro\u00dfartige Folge haben sein Leiden und Hingabe f\u00fcr uns? M\u00f6ge Gott uns durch diese Botschaft mit neuem Glauben und Weihnachtsfreude segnen!<\/p>\n<p><em>Teil 1: Gottes Knecht voller Schmerzen und Krankheit (1-3)<\/em><\/p>\n<p>Unser Text beginnt mit einer Frage. Vers 1 lautet:<strong> \u201eAber wer glaubt dem, was uns verk\u00fcndet wurde, und wem ist der Arm des HERRN offenbart?\u201c<\/strong> Es geht um eine Botschaft, die dem Propheten von Gott verk\u00fcndet wurde. \u00dcber diese Botschaft hei\u00dft es bereits in Kap. 52,7: \u201e<strong>Wie lieblich sind auf den Bergen die F\u00fc\u00dfe der Freudenboten, die da Frieden verk\u00fcndigen, Gutes predigen, Heil verk\u00fcndigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist K\u00f6nig!\u201c <\/strong>Es ist also eine Freudenbotschaft, die f\u00fcr die Menschen Frieden und Heil bedeutet, denn ihre Beziehung zu Gott als ihrem K\u00f6nig wird wieder hergestellt. Gott w\u00fcrde mit seinem starken Arm in die Geschichte eingreifen, um dieses Werk zu vollbringen. Doch die Frage im Vers 1 weist auf ein gro\u00dfes Problem hin. Obwohl Gott selbst dieses froh machende Botschaft geplant hat und sie verk\u00fcndigen lie\u00df, k\u00fcndigt dieser Vers das Problem an, dass die meisten Menschen auf dieses Werk Gottes nicht richtig reagieren werden. Viele werden an die froh machende Botschaft von Gott nicht glauben, sodass ihnen das gro\u00dfartige Heilswerk Gottes verh\u00fcllt bleibt.<\/p>\n<p>Wie w\u00fcrde der, der allen Menschen Freude, Frieden und Heil bringt, aussehen? Die Juden erwarteten von dem Messias, dass er mit gro\u00dfer Pracht und Herrlichkeit kommen und auf dem Thron Davids regieren w\u00fcrde. Doch der Prophet verk\u00fcndigt im Vers 2: <strong>\u201eEr schoss auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus d\u00fcrrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen h\u00e4tte.\u201c<\/strong> Er w\u00fcrde nicht mit Hoheit oder einer beeindruckenden Gestalt kommen. Er w\u00fcrde eher einem d\u00fcnnen Zweig oder einer Wurzel aus d\u00fcrrem Erdreich gleichen. Kurz gesagt w\u00fcrde er in Niedrigkeit kommen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kam Jesus nach dem Bericht der Evangelien ohne \u00e4u\u00dfere Herrlichkeit und Pracht. Er \u00a0kam als ein Kind in einer einfachen Familie in einem Tierstall zur Welt und wurde statt in ein Bett in eine Futterkrippe gelegt. Sp\u00e4ter zog er als einfacher Wanderprediger von Dorf zu Dorf und diente von morgens bis abends den geistlich und k\u00f6rperlich hilfsbed\u00fcrftigen Menschen. Dabei hatte Jesus keinerlei offizielle Position oder sonstige Anerkennung in der Gesellschaft und hatte keine Gestalt, die uns Menschen gefallen h\u00e4tte. Jesus kam zu uns in Niedrigkeit.<\/p>\n<p>Wie reagierten wir Menschen auf ihn? Vers 3 sagt: \u201e<strong>Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn f\u00fcr nichts geachtet.\u201c <\/strong>Als er nach Gottes Willen dem\u00fctig den Menschen diente, wurde er sehr verachtet. Viele Berichte in den Evangelien best\u00e4tigen, wie Jesus tats\u00e4chlich verachtet wurde. Die Juden erwarteten vom Messias, dass er mit gro\u00dfer Macht und Pracht kommen w\u00fcrde. Weil sie auf ihrer festen Vorstellung beharrten, erkannten sie ihn nicht als den Messias an. Insbesondere die religi\u00f6sen Leiter verachteten ihn, indem sie ihn absichtlich missverstanden und ihn mit b\u00f6sen Worten verleumdeten und ihn einen Fresser und Weins\u00e4ufer, einen Freund der Z\u00f6llner und S\u00fcnder nannten und ihm die Zusammenarbeit mit dem Teufel unterstellten. Ihre Verachtung ging so weit, dass sie ihn schlie\u00dflich grundlos zum Tod verurteilt und an einem Holzkreuz aufgeh\u00e4ngt haben. Als Jesus am Kreuz hing, war sein Anblick so unertr\u00e4glich, dass man das Angesicht vor ihm verbarg. Auf diese Weise wurde das Wort, das Gott durch den Propheten verk\u00fcndigen lie\u00df, \u00fcber 600 Jahre sp\u00e4ter durch Jesus wortw\u00f6rtlich erf\u00fcllt. Jesus kam nach Gottes Plan und Verhei\u00dfung zu uns Menschen in Niedrigkeit.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><em>Teil 2: Er trug unsre S\u00fcnde (4-9)<\/em><\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 4a: <strong>\u201eF\u00fcrwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.\u201c <\/strong>Dieser Vers beginnt mit dem Wort \u201eF\u00fcrwahr\u201c. Obwohl die Menschen ihn einfach verachtet haben, litt er in Wahrheit deshalb, weil er unsere Krankheit und unsere Schmerzen auf sich geladen und getragen hat. Es gab und gibt so viele Arten von Krankheiten und Schmerzen, unter denen die Menschen leiden \u2013 k\u00f6rperliche, seelische und geistliche. Es gibt so viele Krankheiten, bei denen kein Mensch Heilung herbeif\u00fchren kann. So viele verborgene Schmerzen werden niemals \u00fcberhaupt gegen\u00fcber anderen ausgesprochen. Doch was tat Jesus? Jesus lud unsere Krankheit und unsere Schmerzen auf sich und trug sie. Jesus trug sie, damit uns wirklich geholfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>F\u00fcr wen hielten ihn aber die Menschen, die sein Leiden sahen? Vers 4b sagt: \u201e<strong>Wir aber hielten ihn f\u00fcr den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert w\u00e4re.\u201c<\/strong> Als er die Krankheit und Schmerzen der Menschen auf sich nahm und darunter litt, wurde er v\u00f6llig\u00a0 missverstanden. Man hielt ihn f\u00fcr jemanden, der von Gott wegen irgendwelcher eigener Vergehen so viel Leid zugef\u00fcgt bekommen h\u00e4tte. Auch wir k\u00f6nnen Jesu Leiden leicht missverstehen, wenn wir nicht den wahren Grund f\u00fcr sein Leiden verstehen.<\/p>\n<p>Was ist aber der wahre Grund, aus dem Jesus so leiden musste? Betrachten wir Vers 5: <strong>\u201eAber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.\u201c<\/strong> Jesus litt wegen unserer Missetat und wegen unserer S\u00fcnde. Missetat kann hier auch mit \u201eAbfall oder Abtr\u00fcnnigkeit\u201c \u00fcbersetzt werden, was bedeutet, dass man sich von Gott abwendet und seine Autorit\u00e4t als Gott in seinem Leben bewusst ignoriert. S\u00fcnde ist weit mehr als ein moralisches Vergehen wie l\u00fcgen, stehlen oder andere zu verletzen. S\u00fcnde meint unsere Neigung, uns von Gott abzuwenden und unsere eigenen Ziele im Leben zu verfolgen und unser eigenes Ding zu machen. S\u00fcnde bedeutet, dass ein Mensch die falsche Richtung im Leben hat und das von Gott gesetzte Ziel nicht erreicht. Wie ernst nehmen wir die S\u00fcnde? Wir neigen dazu, unsere S\u00fcnde nach dem Ma\u00dfstab der allgemeinen Moral zu beurteilen oder danach, wie sehr unser Gewissen uns anklagt. Aber wie ernst ist unsere S\u00fcnde? Betrachten wir noch einmal Vers 5. Jesus wurde um unserer Missetat willen verwundet. Er wurde wegen unserer Missetat, Abtr\u00fcnnigkeit von Gott geschlagen und mit Gei\u00dfeln ausgepeitscht. Er wurde wegen unserer S\u00fcnde mit N\u00e4geln ans Kreuz geschlagen, buchst\u00e4blich zerschlagen. Dies zeigt uns, wie schwerwiegend unsere S\u00fcnde ist. S\u00fcnde ist ein schwerwiegendes Vergehen, eine eigentlich unverzeihliche Rebellion gegen Gott. Darum f\u00fchrt S\u00fcnde unweigerlich zum Tod. Darum m\u00fcssten wir wegen unserer S\u00fcnde uns\u00e4glich leiden und sterben. Aber Jesus wurde wegen unserer Abtr\u00fcnnigkeit furchtbar verwundet und wegen unserer S\u00fcnde am Kreuz zerschlagen, damit wir Frieden mit Gott und Heilung erfahren.<\/p>\n<p>Damit wir dies wirklich jeder begreifen k\u00f6nnen, wird es uns nochmals in einem Bild gesagt. Betrachten wir Vers 6: <strong>\u201eWir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller S\u00fcnde auf ihn.\u201c<\/strong> Niemand will gerne mit Tieren verglichen werden, insbesondere nicht mit Schafen, die als wenig klug gelten. Aber in welcher Hinsicht gleichen wir doch den Schafen? Wie wir wissen, haben Schafe die Gewohnheit, immer auf ihren eigenen Weg zu sehen und sich von der Herde zu entfernen und in die Irre zu gehen. Mit ihren kurzsichtigen Augen sehen sie sich um, wo es in ihrer Umgebung etwas zu trinken oder saftiges Gras zu fressen gibt, und gehen dorthin. Dort sehen sich erneut um und gehen noch ein paar Schritte weiter. Indem sie sich immer an dem orientieren, was sie gerade vor der Nase haben, sehen sie nur auf ihren Weg und entfernen sich immer weiter von der Herde und dem Hirten. So gehen sie unmerklich immer weiter in die Irre.<\/p>\n<p>In dieser Hinsicht sind wir Menschen wie Schafe. Obwohl wir bez\u00fcglich unseres Charakters, Bildung, Kultur und Hintergrund sehr verschieden sind, ist uns Menschen diese Neigung gemeinsam, blo\u00df auf den eigenen Weg zu schauen und uns daran zu orientieren, was uns in der jeweiligen Situation vorteilhaft erscheint. Indem wir so unseren Weg ohne Gott selbst bestimmen, entfernen wir uns immer weiter von Gott und dem Ziel, das er f\u00fcr unser Leben gesetzt hat. Unabh\u00e4ngig davon, was wir dar\u00fcber denken oder wie wir uns dabei f\u00fchlen, gehen wir auf diese Weise ohne Jesus alle in die Irre. Das ist keineswegs harmlos. Schafe, die in die Irre gehen, werden unweigerlich verhungern, verdursten oder Opfer von W\u00f6lfen werden. Menschen, die immer auf ihren eigenen Weg sehen und so geistlich in die Irre gehen, m\u00fcssen eines Tages die bittere Feststellung machen, dass sie an einem Ort gelandet sind, wo sie eigentlich niemals hinwollten. Das bezieht sich nicht nur auf den Ausgang unseres Leben hier. Die Bibel sagt, dass der S\u00fcnde Sold der Tod ist und dass nach dem Tod jeder Mensch in Gottes Gericht die Strafe f\u00fcr seine S\u00fcnde empfangen und ewige Qual erf\u00e4hrt (Hebr 9,27; Offb 21,8). Das ist die ernste Folge. In die Irre zu gehen, ist die unfassbar gro\u00dfe Trag\u00f6die des Lebens.<\/p>\n<p>Doch was tat Gott, um uns von diesem tragischen Schicksal zu retten? Vers 6b sagt: <strong>\u201eAber der Herr warf unser aller S\u00fcnde auf ihn.\u201c <\/strong>Gott nahm all unsere S\u00fcnde und warf sie auf Jesus, der sie stellvertretend f\u00fcr uns trug. Jesus nahm die Strafe, die wir zu tragen h\u00e4tten, stellvertretend auf sich und bezahlte sie mit seinem Leben. Jesus tat all dies f\u00fcr uns, damit wir Frieden mit Gott haben und von der S\u00fcnde und all ihren Folgen geheilt werden. Wir d\u00fcrfen und sollen diese Gnade f\u00fcr uns selbst tief annehmen. Wir sollen diese Gnade auch anderen weitersagen. Wie viele leiden noch unter der S\u00fcnde und dem schlechten Gewissen und Selbstverdammnis wegen ihrer S\u00fcnden! Aber niemand braucht sich mehr unter der Macht der S\u00fcnde zu qu\u00e4len, sondern jeder darf annehmen, dass Gott unser aller S\u00fcnde auf Jesus geworfen hat. Dadurch erm\u00f6glichte Gott uns ein neues Leben f\u00fcr ihn und nach seinem heiligen Willen. 1. Petrus 2,24 sagt dazu: <strong>\u201eder unsre S\u00fcnde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der S\u00fcnde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.\u201c<\/strong> Dank sei Jesus, der unsere S\u00fcnde getragen und uns ein neues Leben f\u00fcr ihn erm\u00f6glicht hat!<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>In den Versen 7-9 erfahren wir, wie Jesu Leiden seinen H\u00f6hepunkt nahm und wie er starb. Vers 7 sagt: <strong>\u201eAls er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank gef\u00fchrt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf.\u201c<\/strong> Jesus, der alle unsere S\u00fcnde auf sich nahm, wurde nicht nur deswegen verwundet, sondern wurde tats\u00e4chlich get\u00f6tet wie ein Lamm, das zur Schlachtbank gef\u00fchrt wird. Jesus wurde im Pr\u00e4torium gegei\u00dfelt. Schlie\u00dflich wurde er auf einem H\u00fcgel vor Jerusalem an ein Holzkreuz genagelt und daran aufgeh\u00e4ngt, bis er starb. Auf diese Weise ging Jesus den ihn bestimmten Weg zu unserer Erl\u00f6sung bis zum Ende.<\/p>\n<p>Mit welcher Haltung litt Jesus dabei? Jesus litt willig und tat seinen Mund nicht auf. Wie schnell protestieren wir, wenn jemand uns zu Unrecht Vorw\u00fcrfe macht! Wie vehement verteidigen wir uns, wenn wir ohne Schuld wegen einer Sache beschuldigt werden \u2013 manchmal sogar, obwohl wir wissen, dass wir nicht unschuldig sind! Aber wie anders reagierte Jesus, als er zu Unrecht angeklagt und verurteilt wurde und qualvoll sterben musste! Jesus nahm alle ungerechten Beschuldigungen und das Todesurteil schweigend an. Jesus nahm das unertr\u00e4gliche Leiden auf sich und ertrug es schweigend wie ein Lamm, das selbst angesichts der Schlachtbank still bleibt. Dadurch erwies sich Jesus als das wahre Passalamm, das die S\u00fcnde der Welt tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 8 und 9. <strong>\u201eEr ist aus Angst und Gericht hinweg genommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er f\u00fcr die Missetat meines Volkes geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei Gott\u00adlosen und bei \u00dcbelt\u00e4tern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist.\u201c<\/strong> Diese Verse machen noch einmal deutlich, dass Jesus nicht wegen eigener S\u00fcnde starb, sondern wegen unserer S\u00fcnde aus dem Leben gerissen wurde. Er konnte nicht einmal nach der damaligen Tradition ordentlich bestattet werden, sondern er wurde eilig bei Gottlosen und \u00dcbelt\u00e4tern begraben. In diesem Vers wird auch verdeutlicht, dass Jesus seinen Weg bis zum Ende gegangen ist und sein Werk vollendet hat.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Teil 3: Des Herrn Plan wird durch seine Hand gelingen (10-12)<\/em><\/p>\n<p>Jesu unsagbares Leiden und sein grausamer Tod wirft immer wieder die Frage auf, warum Jesus so sehr leiden musste. Immer wieder behaupten Menschen, dass Jesus wegen des Neids der damaligen religi\u00f6sen Leiter auf seine Wirksamkeit oder wegen der inneren Schw\u00e4che des r\u00f6mischen Statthalters Pilatus habe sterben m\u00fcssen. Doch wessen Wille war es in Wirklichkeit, dass er zerschlagen wurde? Vers 10a sagt: <strong>\u201eSo wollte ihn der <\/strong><strong>Herr zerschlagen mit Krankheit.\u201c<\/strong> Dieser Vers beendet alle menschlichen Spekulationen und macht es ganz klar, dass Jesu Tod Gottes Wille war. Gott wollte, dass Jesus am Kreuz starb, damit wir Menschen von der S\u00fcnde und vom Tod errettet werden.<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 10b: <strong>\u201eWenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die L\u00e4nge leben, und des Herrn Plan wird durch seine Hand gelingen.\u201c <\/strong>Hier wird Jesu v\u00f6llige Hingabe als Schuldopfer bezeichnet. Wie wir aus dem 3. Buch Mose wissen, wurde beim Schuldopfer ein fehlerloser Widder geschlachtet, sein Blut ringsum an den Altar gesprengt und dann das Fett auf dem Altar verbrannt (3.Mose 7,1-6). So wurde durch den stellvertretenden Tod eines Opfertiers die S\u00fcnde eines Menschen ges\u00fchnt. So hat auch Jesus durch seinen stellvertretenden Tod S\u00fchne geschaffen, S\u00fchne f\u00fcr die S\u00fcnde aller Menschen. Darum sagt Vers 10 auch, dass er Nachkommen haben und in die L\u00e4nge leben wird. Das hei\u00dft, dass er selbst ewig leben und viele geistliche Nachkommen zu diesem Leben f\u00fchren wird. Am Ende von Vers 10 hei\u00dft es: <strong>\u201eUnd des <\/strong><strong>Herrn Plan wird durch seine Hand gelingen.\u201c<\/strong> Eigentlich war Gottes Plan, uns Menschen zu erl\u00f6sen, gar nicht machbar; denn Gottes Heiligkeit wegen der die S\u00fcnde jedes Menschen mit dem Preis der S\u00fcnde, mit dem Tod ges\u00fchnt werden muss, ist nicht vereinbar mit seiner Liebe, aus der er die in die S\u00fcnde gefallenen Menschen retten will. Aber durch Jesus, der selbst ohne S\u00fcnde ist und stellvertretend sein Leben als Schuldopfer f\u00fcr uns gegeben hat, wird Gottes Plan doch gelingen. Denn durch Jesus, der am Kreuz starb, k\u00f6nnen alle Menschen die Vergebung ihrer S\u00fcnde und die ewige Rettung erlangen.<\/p>\n<p>Betrachten wir auch Vers 11: <strong>\u201eWeil seine Seele sich abgem\u00fcht hat, wird er das Licht schauen und die F\u00fclle haben. Und durch seine Erkenntnis wir er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er tr\u00e4gt ihre S\u00fcnden.\u201c<\/strong> Hier erfahren wir von der Belohnung, die Gott Jesus f\u00fcr seinen Gehorsam schenkt. Jesus hat sich abgem\u00fcht, dem Vater zu gehorchen und seinen Willen, die Menschen zu erretten, zu erf\u00fcllen, auch als ihm dies das \u00c4u\u00dferste abverlangt hat. Als Jesus am Kreuz starb, war nicht zu erkennen, ob ihm sein Opfer von Gott belohnt werden w\u00fcrde. Doch diese Stelle verk\u00fcndet deutlich Gottes Belohnung. Weil Jesus Gott bis zum Tod gehorcht hat, wird er das Licht schauen und die F\u00fclle haben. Er darf das ewige Leben in der Herrlichkeit von Gottes Reich genie\u00dfen und hat alle Macht im Himmel und auf Erden. Hierdurch hat Jesus selbst das Prinzip des Lebens offenbart, dass der Weg durch Leiden zur Herrlichkeit f\u00fchrt und durch den Tod zum Leben in Ewigkeit. Die meisten Menschen leben nach ihrem instinktiven Verlangen, Gl\u00fcck und Herrlichkeit erlangen zu wollen, ohne zu leiden, und versuchen, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu erhalten. Viele wollen Gott dienen und Frucht bringen, ohne wirklich bereit zu sein, f\u00fcr ihn auch zu leiden. Aber Jesus hat hier das geistliche Prinzip gezeigt, dass Gott denen die Herrlichkeit schenkt, die ihm gehorchen und ganz und gar f\u00fcr ihn leben, dass also der Weg durch Leiden zur Herrlichkeit f\u00fchrt und durch den Tod zur Auferstehung.<\/p>\n<p>Betrachten wir noch einmal Vers 11b: <strong>\u201e&#8230; und durch seine Erkenntnis wir er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er tr\u00e4gt ihre S\u00fcnden.\u201c<\/strong> Jesus hat sich durch seinen Gehorsam bis zum Tod als der Gerechte erwiesen. Weil Jesus die S\u00fcnde der Menschen stellvertretend getragen und bezahlt hat, wird er vielen Menschen die Gerechtigkeit verschaffen, n\u00e4mlich allen, die ihn als Gottes Sohn anerkennen und an sein stellvertretendes Opfer glauben.<\/p>\n<p>Betrachten wir schlie\u00dflich Vers 12. Dort hei\u00dft es: <strong>\u201eDarum will ich ihm die Vielen zur Beute geben und er soll die Starken zum Raube haben, daf\u00fcr dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den \u00dcbelt\u00e4tern gleich gerechnet ist und er die S\u00fcnde der Vielen getragen hat und f\u00fcr die \u00dcbelt\u00e4ter gebeten.\u201c <\/strong>Dieser Vers lehrt uns, dass Jesus der letzte Sieger ist. Jesus wird die Vielen zur Beute und die Starken zum Raub haben. Das besagt, dass Jesus die Macht des B\u00f6sen besiegen und sehr viele Menschen in sein herrliches Reich retten wird. Auf dem Weg der Nachfolge erleben wir manchmal Anfechtungen und Schwierigkeiten. Insbesondere wenn wir f\u00fcr andere beten und ihnen helfen wollen, den Weg ins Reich Gottes zu gehen, sto\u00dfen wir auf Widerst\u00e4nde und m\u00fcssen geistlich k\u00e4mpfen. Manchmal sieht es so aus, als ob der Satan st\u00e4rker w\u00e4re und siegen w\u00fcrde. Aber dieses Wort hier sagt klar, dass Jesus den letzten Sieg erlangen wird und die Vielen in sein Reich retten wird. Dabei erw\u00e4hnt der Verfasser noch einmal, dass Gott Jesus Sieg und Belohnung schenkt, weil er sein Leben f\u00fcr unsere S\u00fcnden in den Tod gegeben und die S\u00fcnden der Vielen getragen und f\u00fcr die \u00dcbelt\u00e4ter gebeten hat. Jesu Belohnung und Erh\u00f6hung aufgrund seiner Erniedrigung zum Gehorsam wird auch in Philipper 2,9-11 bezeugt. Dort hei\u00dft es: <strong>\u201eDarum hat ihn auch Gott erh\u00f6ht und hat ihm den Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort, Vers 6: <strong>\u201cWir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller S\u00fcnde auf ihn.\u201d<\/strong> Danken wir Gott f\u00fcr Jesus, der unsere S\u00fcnde auf sich genommen und die Strafe getragen hat! Lasst uns unser Leben aus Glauben an diese Gnade f\u00fchren und f\u00fcr ihn leben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Aber\u00a0 der\u00a0 HERR\u00a0 warf\u00a0 unser\u00a0 aller\u00a0 S\u00fcnde\u00a0 auf\u00a0 ihn \u201cWir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. 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