{"id":12507,"date":"2024-05-26T11:00:53","date_gmt":"2024-05-26T09:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12507"},"modified":"2025-12-02T19:12:28","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:28","slug":"predigt-bergpredigt-matthaeus-53-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-bergpredigt-matthaeus-53-12\/","title":{"rendered":"Predigt: Bergpredigt &#8212; Matth\u00e4us 4,17.23-5,3"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Mt_Bergpredigt_Lektion01_P.odt\">ODT<\/a>] [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Mt_Bergpredigt_Lektion01_P.pdf\">PDF<\/a>] &nbsp;&nbsp;<\/strong> &nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/matthaeus\/5\/1-3?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a> &nbsp; &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Einleitung zur Bergpredigt<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eAls er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine J\u00fcnger traten zu ihm.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Matth\u00e4us 5,1)<\/p>\n<p>Letzte Woche am Sonntag ging eine \u00c4ra zu Ende. Liverpool spielte sein letztes Spiel mit J\u00fcrgen Klopp als Trainer. Klopp war fast 9 Jahre lang Trainer. Das ist eine au\u00dfergew\u00f6hnlich lange Zeit f\u00fcr einen Trainer. Viele Trainer fangen vielversprechend an, bringen frischen Wind. Aber dann verl\u00e4sst sie irgendwann das Gl\u00fcck, und sie werden relativ schnell und relativ sang- und klanglos entlassen. Was aber noch au\u00dfergew\u00f6hnlicher ist, ist, dass Klopp nicht nur die Herzen der Fu\u00dfballfans erobert hat. Es scheint, dass sich die ganze Stadt Liverpool regelrecht in ihn verliebt hat. Auf mehreren gro\u00dfen Wandmalereien kann man Bilder von ihm bestaunen.<br \/>\nWas hat Klopp so besonderes gemacht? Anl\u00e4sslich seines Abschieds ist in der Sportsparte der New York Times eine ganze Serie von Artikeln \u00fcber J\u00fcrgen Klopp erschienen. In einem dieser Artikel kommt ganz gut zum Ausdruck, was f\u00fcr eine Art von Manager er war. Nach seinem Antritt versammelte er die Mannschaft im Medienraum. Die Mitarbeiter, die f\u00fcr den Klub arbeiteten, wurden gebeten, vorbeizukommen und ihre Rolle (ihre Arbeit) zu beschreiben. Die Mitarbeiter rauschten schnell durch und J\u00fcrgen fragte: \u201eWer sind all diese Leute?\u201c Alle sagten: \u201eDas sind die Mitarbeiter.\u201c Und er sagte: \u201eNein, wir sind alle eine Familie: die Liverpooler Familie. Jeder muss den Namen von jedem kennen. Diese Leute sind hier, um euch bei eurer Leistung zu helfen.\u201c Das gab den Ton an f\u00fcr alles, was danach kam.<br \/>\nIm Dezember 2015 hatte sein Team 0:3 gegen eine wesentlich schlechtere Mannschaft verloren. Die Spieler hatten erwartet, dass damit die Weihnachtsfeier gestrichen war. Stattdessen gab es vom Trainer die Ansage: \u201eAlles, was wir gemeinsam tun, das tun wir so gut wir es k\u00f6nnen, und heute Abend hei\u00dft das: Wir feiern.\u201c Niemand durfte die Feier vor 1 Uhr verlassen. Am Ende der Saison hatte das Team zwei Finale verloren: das Pokalfinale gegen Manchester City im Elfmeterschie\u00dfen und die Europa League gegen Sevilla. Spieler erinnern sich wie er nach diesen bitteren Niederlagen als Trainer an ihrer Seite stand, um sie zu ermutigen. Es erinnert ein wenig an den epischen Dialog zwischen Tony Stark und Captain America. \u201eWie wollen wir diese Armee besiegen?\u201c Der Captain sagt: \u201eZusammen.\u201c Stark sagte: \u201eAber wir werden verlieren.\u201c Der Captain: \u201eDann tun wir auch das zusammen.\u201c So eine Pers\u00f6nlichkeit war J\u00fcrgen Klopp.<br \/>\nVielleicht fragt ihr euch jetzt, warum ich das alles erz\u00e4hle. Ein Fu\u00dfballtrainer hat zwar einen extrem unsicheren Job und wird ganz schnell entlassen. Aber so lange er der Trainer ist, hat er tats\u00e4chlich extrem viel Einfluss und Macht. Seine Aufgabe ist es, dem Team seinen Stempel aufzudr\u00fccken: seine Strategie, seine Mentalit\u00e4t und seine Werte. Klopp war extrem erfolgreich, was das angeht. Im Artikel hie\u00df es: \u201eNach und nach begann Klopp, einen Kader nach seinem eigenen Bild aufzubauen.\u201c Man k\u00f6nnte es auch so formulieren: Liverpool war sein K\u00f6nigreich. Jedes K\u00f6nigreich hat eine Autorit\u00e4t (der K\u00f6nig), Werte, Macht und Kraft, Kultur, Gesetze. In den kommenden Wochen wollen wir viel \u00fcber ein anderes K\u00f6nigreich nachdenken.<br \/>\nWir fangen heute eine neue Serie an, die uns fast bis zum Ende des Jahres besch\u00e4ftigen wird: die Bergpredigt. Ich bin wirklich gespannt auf das, was uns erwartet. Es wird auf jeden Fall ein Abenteuer. Die Texte sind k\u00fcrzer als das, was wir vielleicht normalerweise gewohnt sind. Aber das ist auch bitter n\u00f6tig, denn viele Texte sind nicht einfach zu verstehen. Wir brauchen viel Zeit, f\u00fcr eine sorgf\u00e4ltige Betrachtung. Der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis der Bergpredigt ist das Himmelreich Gottes. Die Bergpredigt gibt uns einen tiefen Einblick darin, was es bedeutet, als B\u00fcrger dieses K\u00f6nigreich zu leben. Wir lernen, wie dieses Reich alles auf den Kopf stellt, was wir kennen.<br \/>\nFolgende Punkte m\u00fcssen wir in Bezug auf Gottes K\u00f6nigreich verstehen: erstens, das Himmelreich ist real; zweitens, das Himmelreich ist normal; und drittens, das Himmelreich ist eine Einladung an uns.<\/p>\n<p><strong>1. Das Himmelreich ist real<\/strong><br \/>\nWas ist Realit\u00e4t? Die Schulkinder haben zurzeit Pfingstferien. Unsere Jungs genie\u00dfen die Ferien sehr, und verbringen nach meinem Geschmack etwas zu viel Zeit vor dem Bildschirm. Vor ein paar Tagen habe ich mir zwei von den Jungs geschnappt, um abends noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Einer von ihnen meinte dann: \u201eLaaaangweilig!\u201c Meine Antwort darauf war folgende: \u201eSiehst du die B\u00e4ume hier drau\u00dfen? Die Natur? Den Himmel? Das hier drau\u00dfen ist die Realit\u00e4t. Das, was du auf dem Bildschirm siehst, ist nicht real. Und wenn du das, was real ist, als langweiliger empfindest als die virtuelle Welt, dann hast du wirklich ein Problem und solltest vielleicht aufh\u00f6ren zu zocken.\u201c<br \/>\nWir haben keine Probleme damit, nachzuvollziehen, dass die Natur da drau\u00dfen realer ist, als das, was wir auf einem Bildschirm sehen k\u00f6nnen. Das ist einleuchtend. Wir haben auch keine Probleme damit zu verstehen, dass ein richtiges Treffen mit einer Person in einem Caf\u00e9 viel realer ist, als sich \u00fcber Zoom zu unterhalten; dass ein pers\u00f6nliches Gespr\u00e4ch, in dem man sich von Angesicht zu Angesicht sieht, viel realer ist, als Instagram und X Posts zu kommentieren oder zu \u201aliken\u2018. Fakt ist ja auch: Ganz viel von dem, wovon unsere Gesellschaft erkrankt ist, hat damit zu tun, dass zu viele Menschen in einer Blase anstatt in der Realit\u00e4t leben.<br \/>\nDer Philosoph Dallas Willard wurde einmal gefragt, was Realit\u00e4t ist. Seine Antwort: \u201eRealit\u00e4t ist das, worauf du dich verlassen kannst.\u201c Dann wurde er gefragt, was Schmerz ist. Seine Erkl\u00e4rung: \u201eSchmerz ist das, was du empfindest, wenn du auf die Realit\u00e4t triffst.\u201c Realit\u00e4t ist das, worauf wir uns verlassen k\u00f6nnen. Das spricht von Dauerhaftigkeit, Best\u00e4ndigkeit, Stabilit\u00e4t. Sehen wir uns noch einmal 4,17 an: \u201eVon da an begann Jesus zu verk\u00fcnden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.\u201c F\u00fcr Jesus war ganz klar, dass es eine absolute Realit\u00e4t gibt, die alles andere in den Schatten stellt. Wir k\u00f6nnten uns fragen: Was ist realer als diese Welt? Was ist realer als das, was wir f\u00fchlen, betasten, schmecken, riechen, sehen, h\u00f6ren und messen k\u00f6nnen? Jesus Antwort darauf ist: Gott und sein Reich. Das Geistliche ist realer als das Physische. Es ist der kategorische Unterschied zwischen dem Sch\u00f6pfer und der Sch\u00f6pfung. Gott ist die absolute Realit\u00e4t, weil er der Ursprung von allem ist, was existiert.<br \/>\nEin Theologe namens Adam Clarke hatte \u00fcber Gott geschrieben: \u201e[Gott ist] das ewige, unabh\u00e4ngige und selbst existierende Wesen; das Wesen, dessen Absichten und Handlungen aus ihm selbst entspringen, ohne fremde Motive oder Einfl\u00fcsse; er, der absolut herrscht; das reinste, das einfachste, das geistigste aller Wesen; unendlich vollkommen; und ewig selbstgen\u00fcgsam, da er nichts braucht, was er geschaffen hat; unermesslich in seiner Unermesslichkeit, unvorstellbar in seiner Existenzweise und unbeschreiblich in seinem Wesen; nur von ihm selbst vollst\u00e4ndig erkannt, weil der unendliche Geist nur von sich selbst vollst\u00e4ndig erfasst werden kann. Mit einem Wort, ein Wesen, das aufgrund seiner unendlichen Weisheit weder irren noch get\u00e4uscht werden kann, und das aufgrund seiner unendlichen G\u00fcte nichts anderes tun kann als das, was ewig gerecht, richtig und gut ist.\u201c Das ist eine theologische Umschreibung dessen, wie Gott sich selbst aus dem brennenden Dornbusch offenbart hatte, als er sagte: \u201eIch bin, der ich bin.\u201c<br \/>\nAls Jesus das Himmelreich Gottes ank\u00fcndigte, war seine Aufforderung: \u201eKehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.\u201c Wenn wir das Wort Himmelreich h\u00f6ren, dann denken ganz viele von uns vermutlich an einen Ort, der ganz weit weg ist. Zum einen, geographisch ganz weit weg, weil das Himmelreich ja nicht Teil unseres Universums sein kann; d.h., \u201eman m\u00fcsste dieses Universum erst verlassen,\u201c so die Annahme. Zum anderen, zeitlich ganz weit weg, weil wir das Wort Himmelreich mit etwas verbinden, was erst am Ende der Zeit relevant ist, wenn Jesus kommen wird, die Lebenden und die Toten zu richten, und seine Gerechtigkeit zu etablieren; und wenn wir nicht so \u201eweit\u201c in die Zukunft sehen wollen, dann zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir sterben, und auch das ist ja noch ganz weit von unserer jetzigen Situation entfernt. Wer denkt schon an seinen Tod?<br \/>\nNichts k\u00f6nnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Das Himmelreich, von dem Jesus spricht, ist nahe, sowohl \u00f6rtlich als auch zeitlich. Wie nahe? Es ist mitten unter uns, auch wenn wir es nicht direkt sehen k\u00f6nnen. Das Himmelreich ist hier aber wie von einem unsichtbaren Schleier bedeckt. Vor zwei Wochen hatte ich erw\u00e4hnt, dass Theologen von der Spannung des \u201eSchon-jetzt-und-Noch-nicht\u201c sprechen. Und ja, das Himmelreich ist noch nicht vollst\u00e4ndig unter uns realisiert. Wir sehen das tagt\u00e4glich, wenn wir Nachrichten lesen. Das Himmelreich hat ein starkes, ausgepr\u00e4gtes \u201eNoch-nicht\u201c, weil der Schleier noch nicht gehoben wurde. Und gleichzeitig hat das Himmelreich auch eine ganz starke, nicht zu \u00fcbersehende Komponente vom Hier und Jetzt. Das Himmelreich ist in Jesus Christus so nahe herbeigekommen, dass man danach greifen kann. Alle Menschen, die wollen, k\u00f6nnen bereits im Hier und Jetzt in diesem K\u00f6nigreich leben.<br \/>\nDallas Willard, den ich im Lauf der Serie ganz oft zitieren werde, schrieb: \u201eIn seinen [Jesu] Augen ist dies eine von Gott durchflutete und von Gott durchdrungene Welt. Es ist eine Welt, die von einer herrlichen Realit\u00e4t erf\u00fcllt ist, in der jeder Bestandteil in den Bereich von Gottes direktem Wissen und seiner Kontrolle f\u00e4llt &#8211; auch wenn er offensichtlich zul\u00e4sst, dass einiges davon aus guten Gr\u00fcnden eine Zeit lang anders ist, als er es will. Es ist eine Welt, die unvorstellbar sch\u00f6n und gut ist, weil es Gott gibt und weil Gott immer in ihr ist. Es ist eine Welt, in der Gott st\u00e4ndig im Spiel ist und \u00fcber die er sich st\u00e4ndig freut.\u201c Gott ist in seiner Welt pr\u00e4sent. Das Himmelreich ist unter uns angekommen, und es ist f\u00fcr unser jetziges Leben so greifbar und so relevant, dass es eine unmittelbare Reaktion fordert. Jesus sagte \u201eKehrt um.\u201c<br \/>\nEin letzter Gedanke, bevor wir fortfahren. Als eine gl\u00e4ubige Gemeinschaft, die Gott jede Woche in Gottesdiensten feiert, k\u00f6nnen wir uns leicht damit anfreunden, dass Gott gro\u00df und herrlich ist. Aber ein Aspekt scheint vielen immer wieder zu entgehen. Gott ist ein Gott, der sich freut. Dallas erz\u00e4hlte, wie er einmal in S\u00fcdafrika von einem jungen Mann zu einem Strand gebracht wurde, um den Sonnenuntergang zu sehen. Er berichtete davon: \u201eIch hatte bereits Str\u00e4nde gesehen, bzw. dachte ich das zumindest. Aber als wir \u00fcber den Anstieg waren, von welcher sich uns die See und das Land \u00f6ffneten, stand ich in fassungsloser Stille und ging danach langsam auf die Wellen zu. Worte k\u00f6nnen den Anblick nicht beschreiben. Ich sah Raum und Licht und Struktur und Farben und Gewalt, die kaum von dieser Welt zu sein schienen. Langsam d\u00e4mmerte in mir die Erkenntnis, dass Gott das allezeit sieht. Er sieht das, er erf\u00e4hrt das von jeder m\u00f6glichen Perspektive: diese und Milliarden von anderen Szenerien wie diese und ungleich diese, in dieser und in Milliarden von anderen Welten. Gewaltige Wellen von Freude m\u00fcssen st\u00e4ndig in diesem Wesen fluten. Es mag seltsam klingen, das zu sagen, aber pl\u00f6tzlich war ich extrem gl\u00fccklich f\u00fcr Gott, und ich dachte, dass ich einen kleinen Eindruck davon habe, welch ein unendlich gl\u00fcckliches Wesen er ist und was es bedeutete, dass er auf seine Sch\u00f6pfung blickte und sie f\u00fcr \u201asehr gut\u2018 befand.\u201c Gott ist ein Gott, der sich unendlich freut.<br \/>\nUnd vielleicht fangen wir langsam an zu verstehen, dass unsere Vorstellung davon, wie Gott ist, ganz wesentliche Konsequenzen hat, in Bezug darauf wie und ob wir uns zu diesem Gott hingezogen f\u00fchlen. Zum Beispiel: Wer von uns verbringt gerne Zeit mit einer Person, die konstant genervt ist; die st\u00e4ndig zu Wutausbr\u00fcchen neigt; die uns st\u00e4ndig anschreit; die uns st\u00e4ndig auf unsere Fehler aufmerksam macht; die st\u00e4ndig mit uns unzufrieden ist. Wer von uns verbringt gerne Zeit mit einer Person, die todungl\u00fccklich und einfach nur verbittert ist? Auf der anderen Seite, wer von uns liebt es nicht, Zeit mit einer Person zu verbringen, die frohgelaunt und ein Sonnenschein ist? Wer verbringt nicht gerne Zeit mit einer Person, die eine Freude hat, die \u00fcberflie\u00dft, und von einer Liebe erf\u00fcllt ist, die alles \u00fcberstrahlt, und eine Ruhe und einen Frieden hat, die nicht von dieser Welt sind?<br \/>\nFrage an dich: Welches Bild hast du von Gott? Welche Eigenschaften verbindest du prim\u00e4r mit Gott? In 1. Timotheus 1,11 spricht Paulus von dem Evangelium der Herrlichkeit des seligen Gottes. F\u00fcr das Wort \u201eselig\u201c steht im Urtext makarios. Es ist das gleiche Wort, das Jesus in den Seligpreisungen auf seine Zuh\u00f6rer anwendet. Und es bedeutet \u201agl\u00fccklich\u2018, \u201agesegnet\u2018, oder die Mischung aus beidem: \u201agl\u00fcckselig\u2018. Gott ist zutiefst gl\u00fccklich. Jeden Sonntag schlie\u00dfen R. oder M. den Gottesdienst mit dem aaronitischen Segen ab: \u201eDer Herr segne dich und beh\u00fcte dich! Der HERR lasse sein Angesicht \u00fcber dich leuchten und sei dir gn\u00e4dig. Der HERR wende sein Angesicht zu dir und schenke dir Frieden.\u201c Dieser wunderbare Segen macht Sinn, weil Gott unendlich gut und freundlich ist. Dieser Segen macht Sinn, weil uns Gottes Angesicht anstrahlt und anlacht weit mehr und besser als die Sonne am sch\u00f6nsten Fr\u00fchlingsmorgen.<br \/>\nGott und sein Himmelreich sind die Realit\u00e4t, auf die wir uns verlassen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>2. Das Reich Gottes ist normal<\/strong><br \/>\nN\u00e4chste Woche und in den folgenden Wochen werden wir viele Worte h\u00f6ren, die uns sehr zu denken geben. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass die Bergpredigt vieles auf den Kopf stellt, was wir gewohnt sind: \u201egl\u00fccklich sind die Armen, die Trauernden, die Sanftm\u00fctigen usw.\u201c Das ist ein wenig, wie wenn man sagen w\u00fcrde, Fl\u00fcsse flie\u00dfen aufw\u00e4rts und Hasen schie\u00dfen J\u00e4ger. Wie passt das zusammen? Jesus scheint alle menschlichen Normen infrage zu stellen. Was ist denn \u00fcberhaupt normal?<br \/>\nStudenten aus der Uni M\u00fcnster hatten sich ein wenig Gedanken dazu gemacht. Ein paar von ihnen sind auf die Stra\u00dfe und haben junge und alte Menschen befragt. Die Fragen waren ziemlich einfach und deshalb ziemlich schwer: \u201eWer bin ich?\u201c, \u201eWas ist normal?\u201c, \u201eBist du normal?\u201c und \u201eWas ist nicht normal?\u201c Eine \u00e4ltere Dame wurde das am Ende gefragt. Sie machte sich Gedanken. Und w\u00e4hrend sie \u00fcberlegte, fragte der Interviewer: \u201eIst nicht jeder \u2026 normal?\u201c Und ihre Antwort war ein emp\u00f6rtes: \u201eNein! \u00dcberhaupt nicht! Wer bestimmt denn die Norm?!?\u201c<br \/>\nIn den letzten Versen von Kapitel 4 lesen wir: \u201eEr zog in ganz Galil\u00e4a umher, lehrte in den Synagogen, verk\u00fcndete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien. Man brachte alle Kranken mit den verschiedensten Gebrechen und Leiden zu ihm, Besessene, Monds\u00fcchtige und Gel\u00e4hmte, und er heilte sie.\u201c Jesus offenbart sich hier als der Herr \u00fcber Krankheit, Leiden und b\u00f6se Geister. Wir sehen in ihm die Kraft und die Macht des K\u00f6nigreiches Gottes. Und ich glaube, dass Jesus hier noch mehr offenbart. S\u00e4mtliche Menschen, die Jesus ber\u00fchrt und geheilt hatte, sind sp\u00e4ter wieder krank geworden und gestorben. Warum heilte Jesus diese Menschen, wenn es nur von vor\u00fcbergehender Wirkung war?<br \/>\nIch glaube, dass eines der Gr\u00fcnde daf\u00fcr ist, weil Jesus ein St\u00fcck weit offenbart, was normal ist. Er zeigt uns eine Welt, in der Krankheiten und Leiden und Tod nicht zum Design geh\u00f6ren. Er zeigt uns eine Welt, in der es allen Menschen wahrhaftig gut geht; in der alle Menschen gesund sind und alle Menschen frei von b\u00f6sen M\u00e4chten sind. Er zeigt uns eine Welt, in der alle Menschen ihr volles Potenzial aussch\u00f6pfen k\u00f6nnen. Mit jeder Heilung, die Jesus vollbrachte, stelle Jesus ein St\u00fcckchen Normalit\u00e4t her.<br \/>\nDas ist der Kontext der Bergpredigt. Unmittelbar danach lesen wir, wie Menschen in Scharen zu Jesus kommen. Und dann beginnt Kapitel 5: \u201eAls Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine J\u00fcnger traten zu ihm. Und er \u00f6ffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach \u2026\u201c Um Dallas f\u00fcr heute zumindest ein letztes Mal zu zitieren: \u201e[Jesus] ist nicht nur nett, er ist brillant. Er ist der kl\u00fcgste Mensch, der je gelebt hat. Er \u00fcberwacht jetzt den gesamten Verlauf der Weltgeschichte und bereitet gleichzeitig den Rest des Universums auf unsere zuk\u00fcnftige Rolle darin vor. Er hat immer die besten Informationen \u00fcber alles und sicherlich auch \u00fcber die Dinge, die im menschlichen Leben am wichtigsten sind. Jetzt wollen wir seine Lehren dar\u00fcber h\u00f6ren, wer das gute Leben hat, wer zu den wahrhaft Gesegneten geh\u00f6rt.\u201c<br \/>\nDas Himmelreich ist die wahre Normalit\u00e4t. Und Jesus, der gr\u00f6\u00dfte und weiseste Lehrer aller Zeiten, tut seinen Mund auf, lehrt uns und zeigt uns, wie dieses wahrhaftig normale Leben aussieht.<\/p>\n<p><strong>3. Das Himmelreich ist eine Einladung an uns<\/strong><br \/>\nJesus spricht: \u201eSelig, die arm sind vor Gott; \/ denn ihnen geh\u00f6rt das Himmelreich.\u201c Das erste Wort der Bergpredigt ist \u201eselig\u201c. Ich habe bereits vorhin erw\u00e4hnt, dass es \u201agl\u00fccklich\u2018 oder \u201agesegnet\u2018 oder \u201agl\u00fcckselig\u2018 bedeutet. Diese Tatsache ist so wichtig f\u00fcr uns zu verstehen. Gott ist das gl\u00fccklichste Wesen, das existiert. Warum erschafft Gott eine Welt, wenn Er in sich alles hat und nichts braucht? Warum gibt er sich mit uns ab, wenn er unendlich gl\u00fccklich ist? Die Antwort ist, dass dieser Gott so mit Freude und Liebe und Gl\u00fcck \u00fcberflie\u00dft, dass er das mit seiner Sch\u00f6pfung teilen will. Gott will uns gl\u00fccklich machen. Unser Gl\u00fcck ist sein Herzensanliegen.<br \/>\nWas ist es, was uns gl\u00fccklich machen kann? Karl Marx hatte davon gesprochen, dass Religion das Opium des Volkes ist. Seine These war, dass Opium die Menschen durch Flucht vor der eigentlichen Realit\u00e4t \u201egl\u00fccklich\u201c macht. Die Bibel argumentiert das genaue Gegenteil: \u201eDu kannst wahres Gl\u00fcck nur dann erfahren, wenn du dich der Realit\u00e4t stellst. Du kannst nur dann ein wahrhaft gl\u00fcckliches Leben haben, wenn dein Leben auf der Realit\u00e4t fu\u00dft, und zwar die Realit\u00e4t Gottes und seines Himmelreiches.\u201c C.S. Lewis hatte es so formuliert: \u201eGott hat uns gemacht: Er hat uns erfunden, wie ein Mensch einen Motor erfindet. Ein Auto ist f\u00fcr den Betrieb mit Benzin gemacht und w\u00fcrde mit etwas anderem nicht richtig funktionieren. Nun hat Gott die menschliche Maschine so konstruiert, dass sie mit ihm selbst l\u00e4uft. Er selbst ist der Treibstoff, den unser Geist verbrennen soll, oder die Nahrung, von der sich unser Geist ern\u00e4hren soll. Es gibt nichts anderes. Deshalb ist es sinnlos, Gott zu bitten, uns auf unsere eigene Weise gl\u00fccklich zu machen, ohne sich um Anbetung zu k\u00fcmmern. Gott kann uns kein Gl\u00fcck und keinen Frieden geben, der nicht von ihm selbst kommt, weil es das nicht gibt. So etwas existiert nicht.\u201c<br \/>\nDas Reich Gottes ist eine Einladung an uns: die Einladung zu einem gl\u00fccklichen Leben mit ihm. Das Gebet der Gemeinde ist, dass wir diese Einladung h\u00f6ren, annehmen und ihr folgen, um diese gl\u00fccklichen Menschen zu werden. Um mit einem Zitat von John Ortberg abzuschlie\u00dfen: \u201eDu, genau hier in deinem Leben, bist gesegnet. In deinem K\u00f6rper, ja genau in diesem K\u00f6rper, in deinen Umst\u00e4nden, an diesem Tag, in deinem Leiden, bist du, kannst du gesegnet sein. Aber wenn du diesen Segen auf tiefe Weise erfahren willst, ist das ein bisschen kontra-intuitiv.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download&nbsp; [ODT] [PDF] &nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp; Bibeltext &nbsp; &nbsp;&nbsp; Einleitung zur Bergpredigt \u201eAls er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine J\u00fcnger traten zu ihm.\u201c (Matth\u00e4us 5,1) Letzte Woche am Sonntag ging eine \u00c4ra zu Ende. Liverpool spielte sein letztes Spiel mit J\u00fcrgen Klopp als Trainer. 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