{"id":12384,"date":"2024-05-12T11:00:28","date_gmt":"2024-05-12T09:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12384"},"modified":"2025-12-02T19:12:29","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:29","slug":"fragebogen-apostelgeschichte-2816-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/fragebogen-apostelgeschichte-2816-31\/","title":{"rendered":"Predigt: Apostelgeschichte 28,16-31"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/2023-Apg-L24_28-1631-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/apostelgeschichte\/28\/16-31?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Das gro\u00dfe Finale<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eAus diesem Grund habe ich darum gebeten, euch sehen und sprechen zu d\u00fcrfen. Denn um der Hoffnung Israels willen trage ich diese Fesseln.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apostelgeschichte 28,20 [EH\u00dc])<\/p>\n<p>Das Buch Apostelgeschichte berichtet, wie Gott durch die christliche Gemeinde seine Verhei\u00dfungen an Israel erf\u00fcllte. Gottes Plan war es, dass alle V\u00f6lker auf Erden durch Israel gesegnet werden. Apostelgeschichte erz\u00e4hlt davon, wie das eingetroffen ist. Das Buch begann mit der Frage der J\u00fcnger an Jesus: \u201eHerr, stellst du in dieser Zeit das Reich f\u00fcr Israel wieder her?\u201c Und es endet damit, wie Apostel Paulus die Hauptstadt der damaligen Welt Rom erreicht. Und in Rom bekennt er, dass er um der Hoffnung Israels willen gefesselt ist. Hier schlie\u00dft sich der Kreis.<br \/>\nPaulus in Rom ist das gro\u00dfe Finale. Und der Text gibt uns Aufschluss \u00fcber drei Dinge: Erstens, wie kam Paulus nach Rom? Zweitens, wozu kam er nach Rom? Und drittens, wie endete sein Dienst in Rom?<\/p>\n<p><strong>1. Wie kam Paulus nach Rom?<\/strong><br \/>\nWenn wir uns an einige Kapitel zur\u00fcckerinnern, sehen wir den Apostel Paulus in der Stadt Ephesus. Er hatte lange Zeit in dieser Stadt gewirkt, und es war eine gewaltige Erweckung ausgebrochen. Unz\u00e4hlige Menschen hatten sich bekehrt, neue Gemeinden wurden gegr\u00fcndet, der G\u00f6tzendienst und die Zauberei in der Stadt kamen zu erliegen, es geschahen Wunder und Zeichen und sehr viele Heilungen. Hier war Paulus auf dem H\u00f6hepunkt seiner Wirksamkeit. In Kapitel 19,21 hei\u00dft es dann: \u201eAls sich diese Geschehnisse erf\u00fcllt hatten, fasste Paulus im Geist den Beschluss, \u00fcber Mazedonien und Achaia nach Jerusalem zu reisen. Er sagte: Wenn ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen.\u201c Paulus sieht, wie m\u00e4chtig und wie unaufhaltsam die Botschaft von Jesus Christus ist. Und er denkt sich, dass er dieses Evangelium auch ins Zentrum des r\u00f6mischen Reiches bringen will. Der Entschluss ist gefasst, der Plan ist konkret. Was kann jetzt eigentlich noch schiefgehen?<br \/>\nEs stellt sich heraus: ziemlich viel. Paulus\u2018 Leben davor war auch schon alles andere als ein Zuckerschlecken. Aber sobald er in Jerusalem ist, geht so ziemlich alles schief in seinem Leben. Er l\u00f6st unbeabsichtigt einen Aufruhr aus, er wird verhaftet, er wird verh\u00f6rt, er wird fast ermordet, er wird verlegt und er kommt in l\u00e4ngere Haft, w\u00e4hrend er auf ein faires Gerichtsverfahren wartet. Zwei Jahre ist er in C\u00e4sarea, und dort scheint sich erst einmal gar nichts zu tun: keine weiteren Reisen, kein gro\u00dfes Predigen und vor allem kein Fortschritt. Er scheint dort erst einmal richtig festzustecken.<br \/>\nUnd schlie\u00dflich beruft sich Paulus auf den r\u00f6mischen Kaiser. Der Statthalter Felix entscheidet, dass dem stattgegeben wird, und Paulus darf nach Rom reisen, aber er tut es nicht als freier Mann, sondern als Gefangener. Letzte Woche haben wir dann gelesen, dass die Reise nach Rom ein einziges Drama war: Das Schiff kommt nur m\u00fchsam vorw\u00e4rts, Paulus warnt die Besatzung: \u201ebitte nicht weiterreisen, das wird ansonsten ganz schlimm f\u00fcr uns alle\u201c. Niemand h\u00f6rt auf ihn, dann Riesensturm, Katastrophe, Paulus sagt \u201eh\u00e4ttet ihr mal auf mich geh\u00f6rt\u201c und \u201eGott wird euch trotzdem alle retten\u201c, gefolgt von Schiffbruch und der versprochenen Rettung. In Kapitel 28,14 dann die Schlussfolgerung: \u201eUnd so kamen wir nach Rom.\u201c Und das klingt lakonisch, wie ein Understatement. Ja, in der Tat, Paulus kam nach Rom. Und gleichzeitig war es eine Reise mit so vielen Umwegen, mit so viel Leid und Schmerzen.<br \/>\nUnd dieser Punkt sollte uns zu denken geben. Frage ist: \u201eRegiert Gott nicht die Welt? Wenn Gott alles in seiner Hand h\u00e4lt, warum dieses unglaubliche Chaos?\u201c Und diese Frage l\u00e4sst sich auch noch pers\u00f6nlicher stellen: \u201eWenn Gott diese Welt regiert, warum ist mein Leben dann ein solches Desaster? Warum geht so viel in meinem Leben schief?\u201c Das Sprichwort sagt \u201ealle Wege f\u00fchren nach Rom\u201c, und gleichzeitig stimmt das \u00fcberhaupt nicht. Vielleicht hattest du in deinem Leben auch diese Momente, in denen du dich gefragt hast: \u201eIch scheine irgendwie nicht voranzukommen. Ich stecke fest. Nichts von den guten Pl\u00e4nen, die ich hatte, scheint sich in irgendeiner Weise zu materialisieren. Ich wollte Gott dienen, und ich habe so unglaublich wenig erreicht. Warum? Ich habe doch alles richtig gemacht. Warum scheine ich daf\u00fcr bestraft zu werden?\u201c<br \/>\nIn der Fernsehserie Cobra Kai gibt es einen Karate-Meister namens Johnny Lawrence, der ein Alkoholiker ist und nichts auf die Reihe kriegt. Aber er findet eine neue Lebensaufgabe darin, einen jungen Sch\u00fcler namens Miguel zu unterweisen. Miguel bewundert ihn von ganzem Herzen. Eines Tages ger\u00e4t Miguel in eine gro\u00dfe Schulschl\u00e4gerei. Anstatt seinen Erzfeind Robby krankenhausreif zu schlagen, l\u00e4sst er von ihm ab. Robby nutzt die Chance, gibt Miguel einen Tritt. Miguel f\u00e4llt die Treppe herunter und liegt bewusstlos am Boden. Schlie\u00dflich kommt er ins Krankenhaus und ist gel\u00e4hmt. Das Tragische ist, dass er nicht deshalb im Krankenhaus lag, weil er ein aggressiver Schl\u00e4ger war, sondern deshalb, weil er Barmherzigkeit gezeigt hatte. Und in einer sehr bewegenden Szene besucht ihn sein Meister. Der Sch\u00fcler fragt: \u201eSensei\u2026 ich habe alles getan, was du mich gelehrt hast. Ich habe Barmherzigkeit ausge\u00fcbt. Warum ist mir das passiert?\u201c Und wir sehen seinen Lehrer, sein Herz ist zerbrochen, er ist verzweifelt, und er ist mit seinem Latein v\u00f6llig am Ende. Und er sagt einfach nur: \u201eIch wei\u00df es nicht.\u201c<br \/>\nF\u00fcr uns mag zun\u00e4chst etwas entt\u00e4uschend sein, dass wir keine wirkliche Antwort auf das \u201ewarum\u201c finden. Vor kurzem hatte ich ein sehr ermutigendes Gespr\u00e4ch mit E. E. wird auf der europ\u00e4ischen Konferenz Johannes 14 predigen. Und er meinte zu mir, dass er daf\u00fcr betet, dass in den n\u00e4chsten Wochen Johannes 14 zu einem Unterstrom in seinem Leben wird. Dieses Bild von einem Unterstrom fand ich richtig sch\u00f6n. Stellen wir uns vor, dass egal wo wir stehen, unter uns ein Fluss flie\u00dft. H\u00e4ufig bekommen wir nichts davon mit, weil zwischen uns und dem unterirdischen Fluss drei Meter Erde sind. Aber dann gibt es andere Momente, in denen der Fluss sich wieder bemerkbar macht: Wir h\u00f6ren das Pl\u00e4tschern, unsere F\u00fc\u00dfe werden nass.<br \/>\nPaulus hatte es sich vorgenommen, nach Rom zu gehen. Jesus hatte diesen Wunsch best\u00e4tigt und ihm die Verhei\u00dfung gegeben, dass Paulus nach Rom gehen wird. Wir finden keine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, weshalb die Reise so schwierig war. Es gibt keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr den Stillstand, die Umwege, den Schiffbruch. Aber wir finden aber etwas viel Besseres. Die Tatsache, dass Paulus Rom erreicht, ist die Erf\u00fcllung von Jesu Versprechen in seinem Leben. D.&nbsp;h., der Text zeigt, dass Gott seine Versprechen erf\u00fcllt. Gott erf\u00fcllt seine Zusagen, die er dir gemacht ganz egal wie chaotisch die Lebensumst\u00e4nde sind. Gott macht seine Versprechen wahr. Wenn du diesem Gott vertraust, dann wird er dich ans Ziel bringen. Er wird daf\u00fcr sorgen, dass du dein Lebenswerk vollendest. Gottes G\u00fcte und Gottes Treue sind wie der Unterstrom in deinem Leben. Gott l\u00e4sst dich nicht allein, nicht eine Sekunde lang. Er ist unser gro\u00dfes Finale.<\/p>\n<p><strong>2. Wozu kam Paulus nach Rom?<\/strong><br \/>\nVers 16 sagt, dass Paulus die Erlaubnis bekam, eine Wohnung zu beziehen. D.&nbsp;h., er lebte in Rom in einer Mietwohnung. Solange er auf sein Verfahren wartete, stand er unter Hausarrest. Ein Soldat war immer an ihn gekettet. Die \u00fcbliche Missionsstrategie von Paulus war es, in die Synagoge zu gehen und den Juden von Jesus zu erz\u00e4hlen. Das ging jetzt nat\u00fcrlich nicht. Da der Prophet nicht zum Berg konnte, musste der Berg zum Propheten. Er l\u00e4sst die f\u00fchrenden M\u00e4nner der Juden zusammenrufen. Historiker sch\u00e4tzen, dass es zum Zeitpunkt als Paulus in Rom eintraf, dort 10 Synagogen gab und ca. 40.000 Juden. Nachdem der Kaiser Claudius die Juden vertrieben hatte, hatte sein Nachfolger Nero dessen Befehl wieder aufgehoben. Viele Juden waren seitdem wieder zur\u00fcckgekehrt (unter anderem auch Priska und Aquila).<br \/>\nIn Vers 23 vereinbaren sie einen Termin. Die Leiter kommen in gro\u00dfer Zahl zu Paulus. Vermutlich war die ganze Wohnung voll von Menschen. Und dann lesen wir: \u201eVom Morgen bis in den Abend hinein erkl\u00e4rte und bezeugte er ihnen das Reich Gottes und versuchte, sie vom Gesetz des Mose und von den Propheten aus f\u00fcr Jesus zu gewinnen.\u201c Was tut Paulus also? Von morgens bis abends predigt er das Evangelum von Jesus Christus aufgrund von dem, was die Bibel lehrt. Es ist das, was wir bereits vielfach in der Apostelgeschichte gesehen haben, angefangen mit der Predigt von Petrus an Pfingsten, die Rede des Stephanus und verschiedene Predigten, die Paulus gehalten hat: Jesus aus dem AT predigen.<br \/>\nEin Kommentator schreibt dazu: \u201eWahrscheinlich k\u00f6nnten wir Paulus&#8216; Zeilen f\u00fcr ihn entwerfen, mit Psalmen und Propheten und Mose und Abraham, die alle die gro\u00dfe Geschichte erz\u00e4hlen, und den verschiedenen kleineren Geschichten, die dazu beitragen, und die alle den Blick auf einen Messias lenken, der leiden und von den Toten auferstehen musste; einen Messias, der die Botschaft seiner souver\u00e4nen Herrschaft zu allen V\u00f6lkern sandte, genau in Erf\u00fcllung seiner Verhei\u00dfung an Abraham; einen Messias, in dessen Antlitz Paulus die Herrlichkeit des lebendigen Gottes erblickt hatte.\u201c Die Schlussfolgerung dieser Predigt war: \u201eJesus ist der K\u00f6nig Israels und als solcher, der K\u00f6nig des ganzen Universums.\u201c Alle Schrift erf\u00fcllt sich in ihm. Und wir sind eingeladen, an diesen Jesus zu glauben, unser Vertrauen auf ihn zu werfen, uns von ihm retten zu lassen. Wir sind berufen, diesem K\u00f6nig zu folgen und ihm zu gehorchen.<br \/>\nZwei Punkte k\u00f6nnen wir hier mitnehmen. Wir alle haben unser kleines Reich, das wir regieren. Hier ist eine Illustration, die ich pers\u00f6nlich hilfreich fand. Stellen wir uns vor, wir unterhalten uns nach dem Gottesdienst. In der Regel halten wir einen gewissen Abstand voneinander. Das klingt jetzt etwas seltsam, aber so ist es ja. Der Abstand ist ungef\u00e4hr so gro\u00df, dass wenn wir unseren Arm ausstrecken, wir unser Gegen\u00fcber nicht ganz ber\u00fchren k\u00f6nnen. (In Japan und in Korea tendiert dieser Abstand vielleicht noch eine Ecke gr\u00f6\u00dfer zu sein). Warum halten wir einen solchen Abstand? Und kennt ihr Leute, die sich null daranhalten und uns immer n\u00e4her auf die Pelle r\u00fccken? Wie reagieren wir darauf? Meistens, indem wir einen Schritt zur\u00fcckgehen. Was hat es damit auf sich? Die Sph\u00e4re, die dich umgibt, ist dein Reich. Und wenn eine Person uns ganz nahe kommt, (auch wenn sie uns nicht direkt ber\u00fchrt), haben wir das Gef\u00fchl, dass jemand in unser Reich eindringt. Wir m\u00f6gen es auch nicht, wenn jemand vor unserer Nase die Faust schwingt, auch wenn die Faust uns nicht trifft.<br \/>\nEin anderes Beispiel: Habt ihr schon einmal ungefragt den Rucksack oder die Handtasche einer anderen Person aufgemacht und durchgeschaut? Wenn wir das tun, dann sollten wir dabei in mulmiges Gef\u00fchl haben. Und dieses schlechte Gewissen, das wir in diesem Moment zu Recht haben, liegt daran, dass die Tasche des anderen ein Teil seines Reiches ist, und wir darin erst einmal nichts verloren haben. Diese kleinen Beispiele zeigen, dass wir kleine K\u00f6nige sind. Das Problem ist nicht, dass wir kleine K\u00f6nige sind. Das Problem ist, dass wir als kleine K\u00f6nige keine Autorit\u00e4t \u00fcber uns akzeptieren wollen, zumindest nicht bewusst. Das Problem ist, dass wir uns das Recht herausnehmen, \u00fcber Dinge zu entscheiden, die uns nicht zustehen (\u201eIch entscheide f\u00fcr mich, was richtig und falsch ist. Ich entscheide f\u00fcr mich, wer ich bin.\u201c)<br \/>\nWas bedeutet es, das Evangelium von Jesus anzunehmen? Das Evangelium anzunehmen bedeutet, dass unsere S\u00fcnden vergeben werden. Es bedeutet, mit Gott vers\u00f6hnt zu werden. Aber es bedeutet vor allem, dass ein neuer K\u00f6nig \u00fcber unser Leben regiert. In der Offenbarung gibt es ein wunderbares Bild von dem Thronsaal Gottes. 24 \u00c4lteste, die selbst m\u00e4chtige K\u00f6nige sind, legen vor dem Lamm Gottes ihre Kronen nieder. D.&nbsp;h., sie h\u00f6ren nicht auf, K\u00f6nige zu sein, aber sie geben dem wahren K\u00f6nig ihre Ehrerbietung. Jesus als K\u00f6nig zu haben, bedeutet nicht, dass wir aufh\u00f6ren zu regieren. Das Regieren an sich ist etwas, was wir von ihm geerbt haben; weil wir eigentlich himmlische Prinzen und Prinzessinnen sind. Aber es bedeutet, dass wir unsere Herrschaft der Seinen unterstellen. Wir legen unsere Kronen vor seinem Thron ab. Wir leben unter seiner gerechten Herrschaft.<br \/>\nDer andere Punkt ist, wie Paulus dazu berufen war, in Rom das Evangelium von Jesus zu predigen, haben auch wir die Aufgabe Jesu Zeugen zu sein. Und vielleicht ist die Mietwohnung, in der er wohnte, ein gutes Bild daf\u00fcr. Nicht jeder hat die Berufung, die sieben Weltmeere zu bereisen und vor Tausenden von Zuh\u00f6rern zu predigen. Es hat seinen Grund, warum es nur einen Apostel Paulus gab, oder einen Luther, einen Calvin, einen Whitefield, einen Billy Graham. Aber wie Paulus haben wir eine Unterkunft, die wir zeitweilig w\u00e4hrend unserer kurzen Zeit auf Erden bewohnen.<br \/>\nFrage an dich: Welches Zimmer, welche Mietwohnung, welches Haus kannst du \u00f6ffnen, um anderen das Evangelium weiter zu sagen? Es kann sprichw\u00f6rtlich oder metaphorisch sein. Und wer sind die Nachbarn und die Mitmenschen um uns herum, denen wir von Jesus erz\u00e4hlen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>3. Wie endet sein Dienst in Rom?<\/strong><br \/>\nWir sehen zum einen, dass Paulus seine j\u00fcdischen Zuh\u00f6rer verliert. Sie sind sich uneins und gehen schlie\u00dflich weg. Wir lesen in den letzten Versen von Apostelgeschichte: \u201eEr blieb zwei volle Jahre in seiner Mietwohnung und empfing alle, die zu ihm kamen. Er verk\u00fcndete das Reich Gottes und lehrte \u00fcber Jesus Christus, den Herrn \u2013 mit allem Freimut, ungehindert.\u201c Die Art und Weise, wie Lukas sein Evangelium beendet ist etwas seltsam und mysteri\u00f6s. Das Ende ist so offen. Eigentlich ist es kein richtiges Ende. Lukas scheint mitten in der Erz\u00e4hlung aufzuh\u00f6ren. Fragen, die uns wichtig erscheinen, bleiben unbeantwortet, wie z.&nbsp;B.: was geschah nach den zwei Jahren mit Paulus? Wie ging die Gerichtsverhandlung aus? Wurde Paulus freigesprochen?<br \/>\nDrei Gedanken zum Schluss. Zum einen, Lukas macht den Unterschied zwischen seinem Evangelium und seiner Apostelgeschichte deutlich. Zwischen dem Lukas-Evangelium und der Apostelgeschichte gibt es so viele Parallelen (z.&nbsp;B. die Festnahme in Jerusalem, das Ausgeliefertwerden an die R\u00f6mer, der Verh\u00f6r vor dem Sanhedrin, vor Herodes, vor dem Statthalter usw.). Und gleichzeitig gibt es einen Schl\u00fcsselunterschied. Ich glaube, dass der Grund weshalb Lukas uns auf alle diese Parallelen aufmerksam gemacht hat, der ist, dass er den Unterschied zeigen wollte. Paulus\u2018 Drama ging glimpflich aus. Paulus wurde gerettet. Paulus erfuhr, wie Gott an seiner Seite stand. F\u00fcr Jesus ging das Drama nicht gut aus. Jesus wurde nicht gerettet. Jesus erfuhr, wie er von allen verlassen wurde: verraten von einem der 12 J\u00fcnger, verleugnet von Petrus, dem Anf\u00fchrer seiner J\u00fcnger, und am Ende von Gott verlassen. Paulus ist nach christlicher Tradition den M\u00e4rtyrertod gestorben. Aber er ist nicht f\u00fcr uns gestorben.<br \/>\nSo sehr wir Paulus lieben und respektieren, macht Lukas absolut deutlich, dass es nur einen wahren Helden gibt und nur einen Retter: Jesus Christus, der Sohn Gottes, der f\u00fcr uns und an unserer Stelle gestorben ist. Wir werden gerettet durch das, was Jesus f\u00fcr uns getan hat, genauso wie Paulus gerettet wurde.<br \/>\nZweiter Gedanke, das Ende von Apostelgeschichte ist ein gutes Ende basierend auf Hoffnung. Wir kennen ja alle den Spruch \u201eEnde gut, alles gut.\u201c Es gibt keinen Zweifel daran: Die Apostelgeschichte hat ein Happyend, auch wenn das Happyend etwas anders aussieht, als was wir uns vorgestellt h\u00e4tten. Das Happyend, das wir uns gew\u00fcnscht h\u00e4tten, w\u00e4re Paulus\u2018 Freispruch gewesen; und dass die j\u00fcdischen Zuh\u00f6rer alle die frohe Botschaft angenommen h\u00e4tten. Aber das sagt der Text nicht. Der Text endet aber mit der Erw\u00e4hnung der Hoffnung Israels. Und das ist besonders.<br \/>\nIn dem StarWars Film Rogue One wird die Vorgeschichte von der originalen Trilogie erz\u00e4hlt. Es geht darum, wie eine kleine Gruppe von Rebellen die Baupl\u00e4ne des Todessterns klaut. Der Todesstern ist die m\u00e4chtigste Waffe der Galaxie und wurde vom b\u00f6sen Imperium gebaut. Nat\u00fcrlich h\u00e4ngt die ganze Mission am seidenen Faden. Nur sehr knapp k\u00f6nnen die Pl\u00e4ne gerade noch rechtzeitig an Prinzessin Leia \u00fcbergeben werden. Am Ende des Films, als die Helden, welche die Pl\u00e4ne geklaut haben, bereits gestorben sind, fragt Captain Raymus Antilles, was diese Pl\u00e4ne sind und was sie bedeuten. Prinzessin Leia l\u00e4chelt und antwortet mit einem einzigen Wort: \u201eHoffnung.\u201c Es ist das Happyend einer etwas traurigen Vorgeschichte. Der erste Film der Trilogie hei\u00dft dann \u201eEine neue Hoffnung\u201c. Und die epische Trilogie handelt davon, wie ein zahlenm\u00e4\u00dfig weit \u00fcberlegenes Imperium von den sympathischen Underdogs besiegt wird und wie die Galaxie befreit wird. (Und danach hat Disney die Rechte an StarWars erworben und mit den folgenden Filmen alles kaputt gemacht).<br \/>\nPaulus verk\u00f6rperte die Hoffnung Israels. Theologen sprechen von der Spannung des \u201eSchon-jetzt-und-Noch-nicht\u201c. In Jesus Christus, seinem Tod und seiner Auferstehung, ist das Reich Gottes schon jetzt angebrochen. Aber Jesu Reich ist noch nicht vollst\u00e4ndig realisiert. Der Krieg ist bereits entschieden. Aber der Krieg ist noch nicht vorbei. Bis es so weit ist, haben wir Hoffnung: die Hoffnung, dass die Macht der Bosheit und die Macht des Todes vollst\u00e4ndig gebrochen wird; die Hoffnung, dass der Fluch, der \u00fcber dieser Welt liegt, aufgehoben wird; dass der Bann, der die Menschen verzaubert hat, aufgehoben wird; die Hoffnung, dass wahre Gerechtigkeit einkehren wird und diese Welt echten Frieden und Freude erf\u00e4hrt; die Hoffnung, dass die Sch\u00f6pfung wiederhergestellt wird und Himmel und Erde eins werden.<br \/>\nEin letzter Gedanke: Das Ende der Apostelgeschichte ist eine Einladung an uns. Wir sind eingeladen, die Geschichte fortzuf\u00fchren. Wir sind eingeladen, in die Fu\u00dfspuren der ersten Christen und der ersten Gemeinde zu treten. Wir sind durch unsere Nachfolge Jesu angehalten, Apostelgeschichte 29 und 30 und 31 zu schreiben.<br \/>\nEin anglikanischer Bischof hat folgendes gesagt: \u201eJesus von Nazareth, Messias und Herr: Durch seine Diener, durch ihre Reisen und ihre Pr\u00fcfungen, durch ihre Schmerzen und ihre R\u00e4tsel und ihre Leiden und ihre Schiffbr\u00fcche, erreicht er noch immer die Zukunft, \u00fcber Rom und das erste Jahrhundert hinaus, \u00fcber die Weiten der Zeit und der Geografie hinweg. Er konfrontiert noch immer M\u00e4nner, Frauen und Kinder, Herrscher, Behinderte, lokale Beh\u00f6rden, Handwerker, Statthalter von Inseln, wandernde Zeltmachern, Philosophen auf dem Marktplatz und junge M\u00e4nner, die auf Fensterb\u00e4nken einnicken. Lukas hat sie alle in einer schillernden schriftstellerischen und theologischen Darstellung vor uns gebracht, die uns einbezieht und uns einmal mehr daran erinnert, dass dies ein Drama ist, in dem wir selbst dazu berufen sind, zu den Darstellern zu geh\u00f6ren. Die Reise geh\u00f6rt uns, die Anschuldigungen und Freispr\u00fcche geh\u00f6ren uns, die souver\u00e4ne Gegenwart Jesu geh\u00f6rt uns, die Geschichte geh\u00f6rt uns, damit wir sie aufgreifen und weiterf\u00fchren. Wie die Reise des Paulus ist nun auch das Schreiben des Lukas an seinem Ende angelangt, aber das Ende ist unser Anfang.\u201c<br \/>\nDas gro\u00dfe Finale geh\u00f6rt auch uns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; Das gro\u00dfe Finale \u201eAus diesem Grund habe ich darum gebeten, euch sehen und sprechen zu d\u00fcrfen. 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