{"id":12317,"date":"2024-04-28T11:00:23","date_gmt":"2024-04-28T09:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12317"},"modified":"2025-12-02T19:12:29","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:29","slug":"predigt-apostelgeschichte-2523-und-269-29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-apostelgeschichte-2523-und-269-29\/","title":{"rendered":"Predigt: Apostelgeschichte 25,23 und 26,9-29"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/2023-Apg-L22_26-0129-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/apostelgeschichte\/26\/9-29?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Warum Jesus?<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDarauf sagte Agrippa zu Paulus: Bald \u00fcberredest du mich und machst mich zum Christen. Paulus antwortete: Ich w\u00fcnschte mir von Gott, dass bald oder sp\u00e4ter nicht nur du, sondern alle, die mich heute h\u00f6ren, das werden, was ich bin, freilich ohne diese Fesseln.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apostelgeschichte 26,28.29 [EH\u00dc])<\/p>\n<p>Der Text, der gerade vorgelesen wurde, ist ein Ausschnitt aus Paulus\u2018 Verteidigungsrede. Wir k\u00f6nnten denken: \u201eSchon wieder eine Rede!\u201c Genau, schon wieder eine. Aber nichts in dieser Rede ist in irgendeiner Form leblos oder langweilig.Vor 17 Jahren war ich Doktorand und hatte zum ersten Mal an einem wissenschaftlichen Kongress teilgenommen. Wissenschaftliche Konferenzen sind ziemlich langweilig, wenn man nicht auf dem Gebiet arbeitet und wenn man sich nicht brennend f\u00fcr die Materie interessiert. Aber dieser erste Kongress ist mir in Erinnerung geblieben, weil er wirklich aufregend war. Einer der geladenen Ehreng\u00e4ste war ein Virologe namens Robert Gallo, der einer der Mitentdecker von HIV war. W\u00e4hrend seines Vortrags gab es ein Paar, das pl\u00f6tzlich mitten drin den Redner unterbrach: \u201eDas stimmt alles gar nicht, was du erz\u00e4hlst! Du bist ein L\u00fcgner!\u201c Dieses Paar sa\u00df nur ein oder zwei Reihen vor mir. Robert Gallo war kein Kind von Traurigkeit und hatte die zwei Leute mit wenigen scharfen Worten ziemlich schnell zum Schweigen gebracht. Das war alles andere als langweilig.<br \/>\nW\u00e4hrend der Rede von Paulus gab es ebenfalls einen Zwischenruf. Der r\u00f6mische Statthalter Festus unterbrach Paulus\u2018 Rede und rief laut: \u201ePaulus, du bist wahnsinnig! Du hast nicht mehr alle Tassen im Schrank!\u201c Paulus war nicht eingesch\u00fcchtert. Mit ruhigen, n\u00fcchternen Worten sagte er: \u201eIch bin nicht verr\u00fcckt, ehrw\u00fcrdigster Festus. Was ich sage, ist wahr und meine Worte sind vern\u00fcnftig.\u201c (Apg 26,25 [NLB]) Die Rede von Paulus ist unglaublich dicht gepackt und tief. Wir wollen seine Rede aus folgendem Blickwinkel betrachten: Warum war Paulus ein entschiedener und auch radikaler Anh\u00e4nger Jesu? Nicht radikal im Sinne von gewaltt\u00e4tig, sondern radikal in seiner Hingabe, radikal im Sinne von, wie viel er bereit war, f\u00fcr Jesus zu leiden. Warum also Jesus?<br \/>\nAus mindestens vier Gr\u00fcnden: erstens, Jesus begegnete ihm pers\u00f6nlich; zweitens, Jesus machte ihn frei; drittens, Jesus gab ihm einen neuen Auftrag; viertens, Jesus gab ihm eine Zukunft.<\/p>\n<p><strong>1. Jesus begegnete Paulus pers\u00f6nlich<\/strong><br \/>\nIn Vers 13 [EH\u00dc] beschreibt Paulus seine Begegnung mit Jesus: \u201eDa sah ich unterwegs, K\u00f6nig, mitten am Tag ein Licht, das mich und meine Begleiter vom Himmel her umstrahlte, heller als die Sonne.\u201c Es ist das dritte Mal in der Apostelgeschichte, dass dieses Ereignis beschrieben wird. Saulus befand sich mitten auf einer radikalen Mission, Christen zu verfolgen: Sie gefangenzunehmen, den Beh\u00f6rden auszuliefern, daf\u00fcr zu sorgen, dass ihnen der Prozess gemacht wurde. Und hier wird er von einem \u00fcbernat\u00fcrlichen Ereignis \u00fcberrascht. Jesus spricht zu ihm auf Hebr\u00e4isch: \u201eSaul, Saul, warum verfolgst du mich?\u201c Diese Begegnung war die Grundlage f\u00fcr Saulus Bekehrung. Saulus wurde von neuem geboren.<br \/>\nDer gro\u00dfe Erweckungsprediger George Whitefield wurde einmal gefragt: \u201eWarum predigst du st\u00e4ndig, dass wir von Neuem geboren werden m\u00fcssen?\u201c Und seine Antwort war: \u201eWeil du von neuem geboren werden musst!\u201c Und hier ist der Punkt, den wir mitnehmen k\u00f6nnen: Das christliche Leben beginnt mit einer pers\u00f6nlichen Begegnung mit Jesus. Das christliche Leben beginnt mit einer neuen Geburt. Das christliche Leben ist nicht einfach ein Glaubenssystem, obwohl es klare Aussagen gibt, die wir glauben (z.&nbsp;B. das Apostolische Glaubensbekenntnis, das wir Woche f\u00fcr Woche bekennen). Es ist nicht einfach eine Form von religi\u00f6ser Praxis, obwohl es Praktiken gibt, zu denen wir f\u00fcr das christliche Leben ermutigen. Es ist nicht einfach eine Gemeinschaft oder Kultur, obwohl die Gemeinde Jesu und das christliche Leben untrennbar miteinander verbunden sind. Das christliche Leben ist das Leben mit Jesus, in Gemeinschaft mit Jesus, unter seiner dynamischen Herrschaft. Und damit dieses Leben starten kann, braucht es eine pers\u00f6nliche Begegnung mit Jesus. Es braucht eine neue Geburt.<br \/>\nWenn wir Jesus begegnen, dann wird aus leerem Glauben Vertrauen in eine Person; aus religi\u00f6sen Konzepten wird eine gelebte Beziehung. Wir treten ein in eine Gemeinschaft mit dem auferstandenen Jesus: Jesus der selbst der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Und die Frage, die jeder von uns nat\u00fcrlich beantworten muss, ist: Bist du diesem Jesus begegnet? Hattest du deinen Damaskus-Moment? Gab es diesen Moment in deinem Leben, ab welchem du angefangen hast, in einer pers\u00f6nlichen Beziehung zu Jesus zu leben, weil du erkannt hast, dass Jesus wirklich lebt und dass er da ist?<\/p>\n<p><strong>2. Jesus machte ihn frei<\/strong><br \/>\nIn dieser dritten Erz\u00e4hlung von Paulus\u2018 Bekehrung finden wir einen interessanten Zusatz, den die anderen Berichte nicht erw\u00e4hnen. Jesus sagte in Vers 14: \u201eSaul, Saul, warum verfolgst du mich? Es wird dir schwerfallen, gegen den Stachel auszuschlagen.\u201c Was ist mit dem Stachel gemeint? Das Bild, das hier gebraucht wurde, war ein Stachelstock. Und dieser Stachelstock wurde gebraucht, um Tiere anzutreiben. Zum Beispiel hatten manche Hirten einen Stachelstock, um Schafe daran zu hindern, sich selbst zu schaden. Wir k\u00f6nnen uns vorstellen, dass es f\u00fcr ein Tier extrem unangenehm und schmerzhaft ist, gegen einen solchen Stachelstab auszuscheren.<br \/>\nIn welcher Hinsicht war Paulus wie ein stures Tier, das immer wieder gegen einen solchen Stachelstab ausgeschlagen hatte? Paulus beschrieb sein vorheriges Leben mit folgenden Worten in Vers 9: \u201eIch selbst meinte, ich m\u00fcsste den Namen Jesu, des Nazor\u00e4ers, heftig bek\u00e4mpfen.\u201c Und in Vers 11: \u201eUnd in allen Synagogen habe ich oft versucht, sie durch Strafen zur L\u00e4sterung zu zwingen; in ma\u00dfloser Wut habe ich sie sogar bis in St\u00e4dte au\u00dferhalb des Landes verfolgt.\u201c Wir sehen hier einen Mann, der ein absoluter Fanatiker ist, ein religi\u00f6ser Terrorist, jemand der mit Hass und Wut erf\u00fcllt war. Das ist kein Mann, mit dem wir gerne zu Abend gegessen h\u00e4tten oder mit dem wir gerne Gemeinschaft gehabt h\u00e4tten. Das war definitiv nicht der Mann, der von den Epheser \u00c4ltesten geliebt wurde, der sie in seiner Abschiedsrede alle zum Weinen gebracht hatte, der von ihnen umarmt wurde bis zu dem Punkt, dass Paulus sich von ihnen losrei\u00dfen musste. Saulus war kein Mensch, der mit sich und mit Gott im Reinen war. Das ist kein Mensch, der mit Liebe, Freude und Frieden erf\u00fcllt war. Hier war ein Mann, der trotz seines religi\u00f6sen Eifers zutiefst ungl\u00fccklich war.<br \/>\nGestern hatte ich mit den Jungs der Kinderstunde den Anfang von 1. Samuel gelesen. Sie hatten sich dieses Buch gew\u00fcnscht. In Kapitel 1 ist von einer jungen Frau namens Hanna die Rede. Hanna war unfruchtbar und sie hatte eine Rivalin, die st\u00e4ndig gegen sie stichelte und ihr Leben zu einem einzigen Elend machte. Aber das wirklich interessante Detail ist in 1. Samuel 1 in den Versen 5 und 6. Der Text macht uns zweimal darauf aufmerksam, dass ihre Kinderlosigkeit von Gott kam. Und das bedeutet nicht, dass Gott f\u00fcr jede Form von Unfruchtbarkeit verantwortlich gemacht werden kann. Definitiv nicht. Aber in Hannas Fall war es so. Und das war der Stachel in ihrem Leben. Jahrein jahraus bereitete ihr das Kummer und Schmerz. Warum? Weil Gott von Hanna etwas wollte. Eines Tages, trifft sie die Entscheidung, dass sie weder ihre Kinderlosigkeit noch die H\u00e4nseleien hinnehmen wollte. Sie ging zu Gott ins Gebet. Und im Gebet, in der pers\u00f6nlichen Beziehung zum Gott Israels, erf\u00e4hrt sie Trost und wahre Erf\u00fcllung. Sie findet ihren Sinn des Lebens, ihren Wert und ihre W\u00fcrde und schlie\u00dflich den Segen Gottes. Der Stachel in ihrem Leben hatte sie in die Arme Gottes getrieben: der Ort, zu dem sie ohnehin berufen war.<br \/>\nHier ist der Punkt: Du und ich, wir sind zu einem Leben in Gemeinschaft mit Jesus berufen. Jesus ist das Brot des Lebens. Unser Platz ist an seinem Tisch, an welchem wir ihn essen und trinken. Jesus ist der Weinstock. Unser Platz ist, als Rebe mit diesem Weinstock organisch verbunden zu sein. Jesus ist der Br\u00e4utigam. Unser Platz ist es, seine Braut zu sein. Dazu wurden wir geschaffen. Und wenn wir in dieser Beziehung zu Jesus stehen \u2013 und nur dann \u2013 geht unsere Seele auf. Dann geht es uns wirklich gut!<br \/>\nVielleicht haben wir ebenfalls einen Stachel in unserem Leben. Vielleicht gibt es einen Bereich in deinem Leben oder auch mehrere, in welchem es so \u00fcberhaupt nicht l\u00e4uft; in welchem du dich wie der v\u00f6llige Versager f\u00fchlst, wo einfach alles auf die schlimmste Weise schiefzugehen scheint. Und das m\u00fcssen noch nicht einmal aktuelle Probleme sein, es k\u00f6nnen auch Ereignisse weit in der Vergangenheit sein: \u201eDie h\u00e4rtesten drei Jahre meines Lebens waren die 8. Klasse\u201c; \u201eIch war noch nie gut in Sport, weil ich einfach zu dick bin\u201c; \u201eAlle haben mir gesagt, dass ich schief singe und v\u00f6llig unmusikalisch bin\u201c; \u201eIch habe es nicht geschafft, mein Traumfach an der Traum-Uni zu studieren oder in meinen Traumjob zu landen, weil ich zu schlecht bin.\u201c Vielleicht gibt es in deinem Leben Beziehungen, die dich st\u00e4ndig belasten: Du brauchst nur an die Person zu denken, und schon merkst du, wie dein Herz schwer wird. Oder vielleicht ist es ein extrem wichtiges Ereignis in der Zukunft, von dem ganz viel abzuh\u00e4ngen scheint; und wenn du daran denkst, bekommst du Kopfschmerzen oder Schnappatmung.<br \/>\nVielleicht hast du einen Stachel in deinem Leben: das, was dir die Freude und den Frieden raubt; und vielleicht auch das, was dich bitter und w\u00fctend macht; vielleicht auch etwas, was dich mit Hass erf\u00fcllt, so wie bei Paulus. Der Stachel ist das, was er ist. Der Stachel ist nicht das eigentliche Problem. Er soll uns hin zu etwas lenken, n\u00e4mlich zu einer tieferen Beziehung mit Jesus. Das ist es, worum es geht.<br \/>\nWas passiert dann mit uns? Was ist mit Paulus passiert? In den Vers 23 spricht Paulus davon, dass Jesus die Propheten und das Gesetz erf\u00fcllte. Jesus litt und stand als Erster von den Toten auf. Deshalb ist Jesus das Licht der Welt. Vor wenigen Wochen gab es in den USA eine totale Finsternis, wie von den Medien ausf\u00fchrlich berichtet wurde. Wenn man sich in der Zone der totalen Finsternis befand, konnte man erleben, wie mitten am Tag f\u00fcr mehrere Minuten die Sonne nicht zu sehen war. Als Jesus am Kreuz starb, gab es eine Sonnenfinsternis. Sie war nicht in wenigen Minuten vorbei. Sie hielt Stunden an, mitten am Tag. Diese \u00fcbernat\u00fcrliche Finsternis steht sinnbildlich f\u00fcr das, was Jesus am Kreuz erdulden musste. Jesus erfuhr die totale Finsternis, das Abgeschnittensein von Gottes Liebe, das verdunkelte, verborgene Antlitz Gottes. Jesus ging in die Finsternis, damit wir das Licht haben k\u00f6nnen. Am Kreuz erfuhr Jesus den wahren Stachel, als er die Konsequenz unserer S\u00fcnde trug. Er wurde sprichw\u00f6rtlich f\u00fcr uns durchbohrt. Jesus gab am Kreuz sein Leben hin, damit wir durch ihn leben k\u00f6nnen.<br \/>\nDas war der Jesus, den Paulus erfahren hatte. Paulus hatte in Jesus das Licht des Lebens gesehen. Er hatte die Liebe Jesu pers\u00f6nlich erfahren. Er hatte Gnade empfangen: alle seine Vergehen, alle seine S\u00fcnden, alle seine Fehltritte, ganz egal wie schlimm sie waren, wurden ihm vergeben, weil Jesus f\u00fcr ihn gestorben war. Jesus wurde zu seinem pers\u00f6nlichen Befreier. Jesus wurde zu seinem pers\u00f6nlichen Retter.<br \/>\nAm Kreuz zeigt Jesus, dass wir ihm wirklich vertrauen k\u00f6nnen; dass er es unendlich gut mit uns meint; dass es echte Heilung und Wiedergutmachung f\u00fcr unser verkorkstes Leben gibt. Und das will Jesus auch in deinem Leben. Er will uns befreien.<\/p>\n<p><strong>3. Jesus gab ihm einen neuen Auftrag<\/strong><br \/>\nPaulus berichtet als n\u00e4chstes, wie Jesus ihm einen v\u00f6llig neuen Lebensinhalt gab. Vers 16 und folgende: \u201eSteh auf, stell dich auf deine F\u00fc\u00dfe! Denn ich bin dir erschienen, um dich zum Diener und Zeugen dessen zu erw\u00e4hlen, was du gesehen hast und wie ich mich dir noch zeigen werde. Ich will dich aus dem Volk und den Heiden aussondern, zu denen ich dich sende, um ihnen die Augen zu \u00f6ffnen. Denn sie sollen sich von der Finsternis zum Licht und von der Macht des Satans zu Gott bekehren und sollen durch den Glauben an mich die Vergebung der S\u00fcnden empfangen und mit den Geheiligten am Erbe teilhaben.\u201c (26,16-18) Jesus gab Paulus einen neuen Lebensinhalt. Paulus sollte ab sofort andere Menschen die Augen \u00f6ffnen, ihnen helfen von der Finsternis ins Licht zu kommen, freizuwerden aus der Macht des Teufels, umzukehren zu Gott, durch den Glauben an Jesus Vergebung der S\u00fcnden zu empfangen und mit anderen Gl\u00e4ubigen zu Erben Gottes zu werden. Das alles ist sehr reichhaltige Theologie. Man k\u00f6nnte \u00fcber diese Verse mehrere Predigten halten. Aber Paulus fasst es selbst in einem knappen Wort zusammen: Er w\u00fcnschte sich, dass andere Menschen das werden, was er selbst geworden war, nur ohne die Ketten.<br \/>\nPaulus Reaktion auf diese Berufung war entschieden: \u201eDaher, K\u00f6nig Agrippa, habe ich mich der himmlischen Erscheinung nicht widersetzt, sondern zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem, dann im ganzen Land Jud\u00e4a und bei den Heiden verk\u00fcndet, sie sollten umkehren, sich Gott zuwenden und der Umkehr entsprechende Taten tun.\u201c (26,19.20)<br \/>\nUnd am Ende des Tages ist das der Grund, weshalb wir hier sind. C.S. Lewis hat es etwas vereinfacht auf den Punkt gebracht: \u201eEs ist leicht zu denken, dass die Kirche viele verschiedene Ziele hat &#8211; Bildung, Bau, Mission, Gottesdienste. Genauso wie man leicht denken kann, dass der Staat viele verschiedene Ziele hat &#8211; milit\u00e4rische, politische, wirtschaftliche und so weiter. Aber in gewisser Weise sind die Dinge viel einfacher. Der Staat ist lediglich dazu da, das normale Gl\u00fcck der Menschen in diesem Leben zu f\u00f6rdern und zu sch\u00fctzen: Ein Ehepaar, das sich am Kamin unterh\u00e4lt, ein paar Freunde, die in einer Kneipe eine Partie Dart spielen, ein Mann, der in seinem Zimmer ein Buch liest oder in seinem Garten gr\u00e4bt &#8211; daf\u00fcr ist der Staat da. Und wenn er nicht dazu beitr\u00e4gt, solche Momente zu vermehren, zu verl\u00e4ngern und zu sch\u00fctzen, sind alle Gesetze, Parlamente, Armeen, Gerichte, Polizei, Wirtschaft usw. reine Zeitverschwendung. In gleicher Weise existiert die Kirche f\u00fcr nichts anderes als daf\u00fcr, die Menschen zu Christus zu ziehen, sie zu kleinen Christussen zu machen. Wenn sie das nicht tut, sind alle Kathedralen, Kleriker, Missionen, Predigten, sogar die Bibel selbst, einfach nur Zeitverschwendung.\u201c<br \/>\nPaulus zog die Menschen zu Christus wie kaum ein anderer Mensch und verfolgte das Ziel, dass Menschen so werden wie Jesus. Das ist auch unser Ziel.<\/p>\n<p><strong>4. Jesus gab ihm eine Zukunft<\/strong><br \/>\nDer Dreh- und Angelpunkt von Paulus Rede ist die Auferstehung Jesu. In Vers 6 spricht er von der Hoffnung auf die Verhei\u00dfung. In Vers 7 davon, dass er wegen dieser Hoffnung angeklagt ist. Und in Vers 8 spricht er aus, was hinter der Hoffnung steht: \u201eWarum haltet ihr es f\u00fcr unglaubhaft, dass Gott Tote auferweckt?\u201c In Vers 23 verk\u00fcndet Paulus, dass Jesus als Erster von den Toten auferstanden ist. Und das Wort \u201eErster\u201c impliziert, dass ganz viele folgen werden. Wir k\u00f6nnen uns das mit einem gro\u00dfen Lauf vorstellen, wie der New York Marathon, bei dem Zehntausende Menschen teilnehmen. Der schnellste L\u00e4ufer schafft das in zwei Stunden und ein paar Minuten. Aber er ist \u201enur\u201c der Erste. Nach und nach \u00fcberqueren mehr als 50,000 Menschen die Ziellinie. Jesus ist als Erster auferstanden. Und es wird die Zeit kommen, in der alle Menschen, die an diesen Jesus glauben und die zu diesem Jesus geh\u00f6ren, ebenfalls auferstehen werden. Paulus ist einer von ihnen. Und das ist die Zukunft, die Jesus ihm geschenkt hatte.<br \/>\nIn September 2022 ist ein Pianist namens Lars Vogt verstorben, den ich auch schon mal zitiert hatte. Ich hatte mehrere Interviews mit diesem Pianisten geh\u00f6rt und gelesen, und ich muss sagen, dass ich selten einen so herzlichen, menschlichen und authentischen Musiker erlebt hatte. Eines seiner Interviews gab er, nachdem er an Krebs erkrankt war, wenige Monate vor seinem Tod. Der Titel des Interviews lautete: \u201eIch mag den Gedanken, dass das Leben weitergeht.\u201c Auf eine ganz ehrliche Weise spricht er dar\u00fcber, wie seine Krankheit seine Beziehungen beeinflusst hatte. Es war ihm wichtig, seinen engen Freunden sagen zu k\u00f6nnen: \u201eWusstest du, dass du in meinem Leben wirklich wichtig warst? Dass du mir wirklich wichtig bist?\u201c Sein Gespr\u00e4ch ist ein Ringen damit, im Angesicht des Todes Bedeutung zu finden.<br \/>\nOder ein anderes Beispiel. Tim Keller erz\u00e4hlte von der Bekehrung von einem britischen Schriftsteller namens Andrew Wilson. Die Art wie er zum Glauben kam, war ein l\u00e4ngerer Prozess. Er erz\u00e4hlt, wie er mit einem atheistischen Freund zu Abend gegessen hatte. W\u00e4hrend des Abendessens unterhielten sie sich dar\u00fcber, wie sie mit fortschreitendem Alter anfingen, Namen zu vergessen. Und das fanden sie irgendwie lustig und mussten dar\u00fcber lachen. Wilson erz\u00e4hlt: \u201eWie \u00fcberzeugte Darwinisten es oft tun, behauptete mein Freund bei jeder Gelegenheit: \u201aDas liegt daran, dass wir, als wir einfach nur Menschenaffen waren, keine Notwendigkeit hatten, uns durch Namen voneinander zu unterscheiden.\u2018 Dieses \u201aGlaubensbekenntnis\u2018 erschien mir genauso abergl\u00e4ubisch wie der Glaube an die Historizit\u00e4t der Arche Noah. Eigentlich sogar noch mehr.\u201c<br \/>\nD.&nbsp;h., Wilson fing an, an seinem Atheismus zu zweifeln: Glaube ich wirklich, dass Menschen keine Namen brauchen, weil Menschen nichts anderes als Tiere sind? Glaube ich wirklich daran, dass Menschen keine Bedeutung haben, die \u00fcber dieses kurze Leben hinausgeht?<br \/>\nIn Kapitel 25,23 hei\u00dft es: \u201eSo kamen am folgenden Tag Agrippa und Berenike mit gro\u00dfem Gepr\u00e4nge und betraten die Audienzhalle, zusammen mit den Obersten und den vornehmsten M\u00e4nnern der Stadt. Auf Befehl des Festus wurde Paulus vorgef\u00fchrt.\u201c Bisher habe ich noch nicht viel dar\u00fcber gesagt, vor wem Paulus stand. Wer war dieses K\u00f6nigspaar? Beide entstammten der ber\u00fcchtigten Familie von Herodes; sie waren Enkel von Herodes dem Gro\u00dfen und Kinder von Herodes Agrippa I., der in Apostelgeschichte 12 sein Unwesen getrieben hatte. Fairerweise muss man sagen, dass Agrippa der II. in der Geschichte etwas besser wegkommt als seine Vorg\u00e4nger. Aber es gab das Ger\u00fccht, dass er mit seiner Schwester Berenike in einer inzestu\u00f6sen Beziehung lebte. Vom Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad k\u00f6nnte man sagen, dass Agrippa und Berenike das \u00c4quivalent von Prinz Harry und Meghan Markle waren: die Mischung aus Royals, Stars, Reichtum, Beliebtheit beim Volk und Skandale. Worauf ich hinaus will: Die Rede von Paulus fand vor der High Society statt. Der r\u00f6mische Statthalter, K\u00f6nig Agrippa und Berenike und alles, was in der Provinz Rang und Namen hatte, waren anwesend.<br \/>\nUnd wisst ihr was? Der ganze Reichtum, die gro\u00dfe B\u00fchne, die politische Macht, die milit\u00e4rische St\u00e4rke, der Pomp und die Pracht: das war alles nur Show. Nichts davon war ann\u00e4hernd echt. Unter einer hauchd\u00fcnnen Schicht von Blattgold war nichts, was Wert hatte. In diesem Raum war eine Person, die alles das \u00fcbertraf und alles in den Schatten stellte: der alte Apostel Paulus in Ketten, der an die Auferstehung Jesu glaubte. Und die Geschichte zeigt das. So ziemlich der einzige Grund, weshalb wir heute Agrippa und Berenike und Festus kennen, liegt daran, dass sie einen kurzen Moment das Privileg hatten, Paulus zu begegnen und mit ihm zu sprechen. Paulus ist der eigentliche Mann der Stunde, der eigentliche Star.<br \/>\nJeder von uns will Bedeutung haben. Niemand von uns will ein Leben f\u00fchren, das sinnlos ist, in dem es um gar nichts geht. Jesus will dir begegnen. Er ist dein Befreier und Retter. Er f\u00fcllt dein Leben mit wahrem Inhalt. In ihm findest du ewige Bedeutung und ewige Zukunft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext &nbsp;&nbsp; Warum Jesus? \u201eDarauf sagte Agrippa zu Paulus: Bald \u00fcberredest du mich und machst mich zum Christen. Paulus antwortete: Ich w\u00fcnschte mir von Gott, dass bald oder sp\u00e4ter nicht nur du, sondern alle, die mich heute h\u00f6ren, das werden, was ich bin, freilich ohne diese Fesseln.\u201c (Apostelgeschichte 26,28.29 [EH\u00dc]) Der Text, der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[14,4],"tags":[],"class_list":["post-12317","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-apostelgeschichte","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12317"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12317\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12321,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12317\/revisions\/12321"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}