{"id":12282,"date":"2024-03-31T11:00:58","date_gmt":"2024-03-31T09:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12282"},"modified":"2025-12-02T19:12:31","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:31","slug":"predigt-psalm-231-6-ostern-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-psalm-231-6-ostern-2024\/","title":{"rendered":"Predigt: Psalm 23,1-6 \u2014 Ostern 2024"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2024-Psalm_23-0106-Predigt.odt\"><strong>Download<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/psalm\/23\/1-6?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der Herr ist mein Hirte<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDer Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Psalm 23,1)<\/p>\n<p>Frohe Ostern! Millionen von Christen feiern heute Jesus, der von den Toten auferstanden ist! Unser heutiger Text ist wohl der bekannteste der 150 Psalmen und eines der ber\u00fchmtesten Kapitel in der Bibel. Daf\u00fcr gibt es wahrscheinlich mehrere Gr\u00fcnde. Denn in diesem Psalm beschreibt der K\u00f6nig David in nur sechs Versen mit poetischen Worten, als wen er Gott in seinem Leben erfahren hat. Dieser Psalm hat wohl gerade deshalb so eine starke Anziehungskraft, weil hier nicht etwas allgemein \u00fcber Gott gelehrt wird, sondern weil David seine ganz pers\u00f6nliche Erfahrung mit Gott wiedergibt. Und gleichzeitig gilt das, was dieser Psalm bezeugt, nicht nur in Bezug auf David, sondern beschreibt Gottes Wesens, das f\u00fcr jeden erfahrbar ist.<\/p>\n<p>Manche fragen sich vielleicht, warum wir diesen Psalm zu Ostern studieren. Diejenigen von uns, die auch an Karfreitag hier waren, haben mit M. gemeinsam den Psalm 22 betrachtet. Dieser Psalm enth\u00e4lt etliche Verse, die das Leiden Jesu am Kreuz genau beschreiben bzw. die sich bei der Kreuzigung Jesu wortw\u00f6rtlich erf\u00fcllt haben; zum Beispiel der Vers: \u201eSie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand\u201c (Ps 22,19)<br \/>\nDer Psalm 22 wird deshalb auch der messianische Leidenspsalm genannt. W\u00e4hrend der Verfasser David im Psalm 22 in bedr\u00fcckender Anschaulichkeit das Leiden Jesu vorausgesagt hat, beschreibt derselbe David im darauf folgenden Psalm 23 sein gesegnetes Leben mit Gott, seinem Hirten. Lasst uns heute Davids Glaubenszeugnis \u00fcber sein gesegnetes Leben mit Gott, seinem Hirten und dadurch Gott selbst besser kennenlernen! Gott m\u00f6ge uns helfen zu verstehen, inwiefern auch der Psalm 23 prophetisch auf Jesus hinweist und wie seine Aussagen durch Jesu Tod und Auferstehung in vollem Ma\u00dfe in unserem Leben in Erf\u00fcllung gehen!<\/p>\n<p>Was hat David \u00fcber Gott bezeugt? Betrachten wir den Text! Der Psalm beginnt mit den Worten: \u201eDer Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.\u201c David beschreibt hier zusammenfassend seine Erfahrung in seinem Leben mit Gott. Davids Leben war eigentlich alles andere als einfach oder geradlinig. Wie viele wissen, war David der siebte und j\u00fcngste Sohn seines Vaters Isai. Damals spielte das Alter und die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe noch eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle als heute. David war relativ klein und sowieso der J\u00fcngste; er musste von klein auf lernen, dem\u00fctig zu sein, weil seine \u00e4lteren Br\u00fcder alles besser wussten und besser konnten, und er musste oft die Arbeit machen, die kein anderer machen wollte. David musste vor allem Tag und Nacht die Schafe seines Vaters h\u00fcten. Dabei zeigte sich, dass er ein mutiger junger Mann mit einem echten Hirtenherz war. Denn wenn ein L\u00f6we oder Wolf kam und eines der Schafe raubte, k\u00e4mpfte David mit der blo\u00dfen Faust gegen das Raubtier und schlug auf es ein, bis es das erbeutete Schaf wieder freigab. Eines Tages kam der Prophet Samuel auf Gottes Befehl hin zu lsais Familie und goss \u2013 zur \u00dcberraschung aller \u2013 Salb\u00f6l auf Davids Kopf und verk\u00fcndete ihm, dass Gott ihn zum F\u00fcrsten \u00fcber sein Volk Israel erw\u00e4hlt hatte.<\/p>\n<p>Diese pers\u00f6nliche Verhei\u00dfung Gottes klang gro\u00dfartig, aber sie bedeutete gar nicht, dass Davids Leben von da an besser oder gar gl\u00e4nzend wurde. Als die Philister das Land belagerten, musste David weiter zu Hause die Schafe h\u00fcten und hatte den Job, seinen Br\u00fcdern an der Front ab und zu ein Essenspaket zu bringen. Als er bei dieser Gelegenheit \u00fcber die L\u00e4sterungen des riesengro\u00dfen Philisters Goliath in heiligen Zorn geriet und ihn zum Kampf herausforderte und ihn mit einer Schleuder und einem Kieselstein t\u00f6tete, wurde der K\u00f6nig Saul auf ihn aufmerksam. David wurde an Sauls Hof geholt und wurde sein pers\u00f6nlicher Diener. Obwohl David alles gab, um Saul als Musiker und als Soldat treu zu dienen, wurde Saul wegen Davids Erfolg im Kampf und seiner wachsenden Popularit\u00e4t eifers\u00fcchtig und fing an, ihn zu hassen. F\u00fcr David begann eine leidvolle Zeit von etwa zehn Jahren, in denen er st\u00e4ndig auf der Flucht leben musste, weil Saul ihn mit seinen Leuten \u00fcberall im Land verfolgte und ihn umbringen wollte. David wusste nie so recht, wem er vertrauen konnte, weil der K\u00f6nig alle im Volk angewiesen hatte, seinen Aufenthaltsort zu verraten. Manchmal konnte David Sauls M\u00e4nnern nur um Haaresbreite entkommen. Wie konnte David so viele Jahre lang in einem relativ kleinen Land wie Israel der Verfolgung durch Sauls Truppen entgehen? Wie konnte David all das auch psychisch aushalten \u2013 die st\u00e4ndige Verfolgung und Lebensgefahr, die Tatsache, dass er fast niemandem vertrauen konnte und auf sich selbst gestellt war? Wie konnte David den Widerspruch zwischen der Verhei\u00dfung Gottes, dass er der K\u00f6nig von Israel sein sollte, und der Realit\u00e4t, dass er jahrelang wie der schlimmste Staatsfeind im ganzen Land gejagt wurde ertragen? Wir w\u00fcrden erwarten, dass er an diesem scheinbaren Widerspruch zwischen Gottes Wort und seiner sichtbaren Realit\u00e4t schon l\u00e4ngst verzweifelt w\u00e4re und seinen Glauben aufgegeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Aber was sagte David in Wirklichkeit \u00fcber Gott? Er bekannte: \u201eDer Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer gr\u00fcnen Aue und f\u00fchret mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er f\u00fchret mich auf rechter Stra\u00dfe um seines Namens willen.\u201c (Ps 23,1-3)<\/p>\n<p>David bekannte, dass Gott sein guter Hirte ist, der ihn auf gr\u00fcne Auen und zum frischen Wasser f\u00fchrt. David sagte damit, dass Gott sich immer um ihn gek\u00fcmmert und ihn versorgt hat. Das ist sowohl geistlich als auch praktisch zu verstehen. Gott hat ihn jahrelang w\u00e4hrend der Verfolgung versorgt, so dass er immer eine Zuflucht fand und etwas zu essen und zu trinken bekam. Gott hat ihn auch geistlich immer wieder auf eine gr\u00fcne Aue gef\u00fchrt und ihn in seinem Kummer getr\u00f6stet und ihn mit seinem Wort und seiner Gegenwart erquickt. Selbst als sich einmal Davids eigene Leute gegen ihn wandten, weil w\u00e4hrend ihres Feldzugs die Feinde ihre Frauen und Kinder \u00fcberfallen und get\u00f6tet hatten, hei\u00dft es, dass David sich im Herrn st\u00e4rkte. David suchte gerade in der Not Gottes N\u00e4he und seine Hilfe, und er empfing von Gott immer neu Trost, Weisheit, Orientierung und Kraft. Wegen unz\u00e4hliger solcher Erfahrungen hatte David die feste Zuversicht auf Gott: \u201eDer Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.\u201c<\/p>\n<p>Obwohl David solchen Glauben lernte, wurde sein Leben nach Sauls Tod und seiner Einsetzung als K\u00f6nig \u00fcber ganz Israel keineswegs einfach. David musste jahrelang gegen verschiedene Feinde k\u00e4mpfen, die sich den Israeliten entgegenstellten und sie unterjochen wollten. Er musste Intrigen in seiner Armeef\u00fchrung und schwere Verbrechen wie Vergewaltigung und Mord durch seine eigenen S\u00f6hne erleben. Davids Leben war oft so dramatisch; er muss auch innerlich oft an seine Grenzen gesto\u00dfen sein.<\/p>\n<p>Aber in allen Situationen erlebte er, dass Gott bei ihm war und ihn nicht im Stich lie\u00df, dass Gott ihn h\u00f6rte, wenn er ihn anrief, und ihm treu aus allen N\u00f6ten heraus half. Aufgrund unz\u00e4hliger solcher Erfahrungen bekannte David: \u201eDer Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.\u201c Er hatte eine feste Zuversicht darauf, dass Gott sein Hirte ist, der ihn nie im Stich l\u00e4sst. Aufgrund dessen hatte er die Gewissheit, dass es ihm auch in der Zukunft an nichts Wichtigem fehlen wird \u2013 anders ausgedr\u00fcckt hatte er die Zuversicht, dass alles gut werden wird.<\/p>\n<p>Dieses Glaubensbekenntnis war nicht nur oberfl\u00e4chlich, sondern wurde immer wieder auf die Probe gestellt. Es gab in Davids Leben wiederholt auch Zeiten, die f\u00fcr ihn wie ein dunkle T\u00e4ler waren. Einmal machte sein Sohn Absalom einen gut vorbereiteten Aufstand gegen ihn, sodass David mit seinen Leuten aus Jerusalem fliehen musste. Er wurde vom eigenen Sohn vom Thron gesto\u00dfen und aus der Stadt gejagt und musste gegen ihn und seine Landsleute um sein Leben k\u00e4mpfen, wobei der Ausgang dieses B\u00fcrgerkriegs lange ungewiss war. Diese Situation war wirklich traurig und wirklich dramatisch. Das war wohl ziemlich sicher eine der Zeiten, an die David gedacht hat, als er im Vers 4 vom finsteren Tal spricht, oder anders \u00fcbersetzt vom Tal des Todesschattens. David muss so entt\u00e4uscht und so traurig \u00fcber seinen Sohn und die ganze Situation gewesen sein. Au\u00dferdem war sein Leben akut bedroht, weil Absaloms Truppen ihm nachjagten. Aber auch in dieser massiven Notlage half Gott ihm und lenkte die Entwicklung so, dass David zur\u00fcckkehren und wieder als K\u00f6nig eingesetzt werden konnte. So bekennt er im Vers 4: \u201eUnd ob ich schon wanderte im finstern Tal, f\u00fcrchte ich kein Ungl\u00fcck; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab tr\u00f6sten mich.\u201c David hatte noch etliche andere Probleme erlebt, die wie finstere T\u00e4ler waren. Aber er geriet nicht in Furcht, weil Gott bei ihm war.<\/p>\n<p>Manche unterstellen den Christen, dass sie nur so lange glauben, wie nichts wirklich Schlimmes in ihrem Leben passiert. Tats\u00e4chlich kann vieles im Leben eintreten, was uns wie ein dunkles Tal vorkommt: Wenn wir ein so gro\u00dfes Problem haben, dass wir keine L\u00f6sung daf\u00fcr sehen k\u00f6nnen; wenn innere oder praktische N\u00f6te so gro\u00df werden oder so lang dauern, dass wir kein Licht am Ende des Tunnels sehen; oder wenn wir wegen verschiedener Erfahrungen nach und nach die Vision f\u00fcr unser Leben verlieren und in Traurigkeit geraten, aus der wir gar nicht mehr allein herauskommen.<\/p>\n<p>Der Vers 4 hilft uns zu erkennen, dass es bei N\u00f6ten zwei verschiedene Faktoren gibt, n\u00e4mlich einmal das Problem an sich und zum anderen, wie wir damit umgehen. David spricht vom finsteren Tal, vom Tal der Schatten des Todes, also von Wegstrecken in seinem Leben, bei denen es sehr ernste Probleme gab, die auch bedrohlich aussahen, sogar lebensbedrohlich. Aber im Kontrast dazu betont David, dass er kein Ungl\u00fcck f\u00fcrchtete. Das hei\u00dft, er geriet nicht in Furcht. Was gro\u00dfe, scheinbar unl\u00f6sbare gro\u00dfe Probleme wirklich schrecklich macht, ist, wenn wir ihretwegen im Herzen den Glauben an Gott verlieren und deswegen in Furcht geraten, die uns alles fraglich erscheinen l\u00e4sst und uns in Gef\u00fchle der Hilflosigkeit und Verzweiflung st\u00fcrzt. Dann wird das finstere Tal wirklich schrecklich. Aber David geriet auch im dunklen Tal, wo er keinen Ausweg sehen konnte, nicht in Furcht, sogar auch angesichts des Todesschattens nicht. Warum nicht? Er bekannte: \u201eDenn du bist bei mir, dein Stecken und Stab tr\u00f6sten mich\u201c (4b). David geriet deshalb nicht in Furcht, weil er bewusst daran festhielt, dass Gott bei ihm ist und dass Gott sein Hirte ist. Er sah in der Not auf Gott, seinen Hirten, und wurde beim Anblick seines Steckens und seines Stabs getr\u00f6stet. Viele haben schon \u00fcberlegt, was mit Gottes Stecken und Stab gemeint ist.<\/p>\n<p>lch halte die Auslegung f\u00fcr am \u00fcberzeugendsten, dass mit Gottes Stecken und Stab sein Wort und sein Heiliger Geist gemeint sind, die uns in jeder Situation an Gottes Gegenwart erinnern und uns tr\u00f6sten. Davids Bekenntnis, dass er auch im finsteren Tal kein Ungl\u00fcck bef\u00fcrchtete, ermutigt uns, in allen Situationen und erst recht bei ernsten Problemen, bewusst an Gottes Gegenwart zu denken und uns durch sein Wort und die Gemeinschaft im Gebet von ihm tr\u00f6sten zu lassen.<\/p>\n<p>Was bezeugte David noch \u00fcber Gott? Betrachten wir Vers 5: \u201eDu bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit \u00d6l und schenkest mir voll ein.\u201c Hier beschreibt David, wie weit die G\u00fcte und Liebe Gottes, seines guten Hirten, geht. Gott sch\u00fctzte ihn nicht nur vor Gefahren oder rettete ihn aus Notlagen. Gott deckte f\u00fcr ihn sogar auch einen Tisch im Angesicht seiner Feinde, salbte sein Haupt mit \u00d6l und schenkte ihm voll ein. Dieser Vers ist offensichtlich gleichnishaft zu verstehen; es wird nirgends in der Bibel berichtet, dass Gott diese Dinge praktisch f\u00fcr David getan h\u00e4tte, also vor ihm auf dem Schlachtfeld einen Tisch aufgebaut und ihm einen Kelch mit Wein voll einschenkt. Dass diese ausdr\u00fccke etwas Geistliches beschreiben, macht die Aussage in diesem Vers nicht weniger faszinierend. Das Haupt mit \u00d6l zu salben, war etwas, was man f\u00fcr sehr gesch\u00e4tzte G\u00e4ste tat. Das und f\u00fcr den anderen einen Tisch vorzubereiten und ihm voll einzuschenken, und das trotz Kriegszustand im Angesicht der Feinde zu tun, bringt die verw\u00f6hnende Liebe Gottes zum Ausdruck, die David von Gott erfuhr. Gott war der gute Hirte Davids und er rettete ihn nicht nur in akuter Lebensgefahr, sondern er lie\u00df David seine wohltuende Liebe auch dar\u00fcber hinaus erfahren, die ihn erfreute und erquickte.<\/p>\n<p>Welche Zuversicht hatte David aufgrund all dieser Erfahrungen f\u00fcr seine Zukunft? Er schreibt abschlie\u00dfend im Vers 6: \u201eGutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar.\u201c Weil David wusste und immer wieder erfahren hatte, dass Gott sein guter Hirte ist, hatte er in seiner Gegenwart keine Angst vor einem Ungl\u00fcck, sondern hatte eine positive Sicht auf seine Zukunft. Praktisch gesehen war Davids Zukunft zu keinem Zeitpunkt sichergestellt, weder was seine eigene Gesundheit anging noch famili\u00e4r noch politisch-milit\u00e4risch. Aber durch den Glauben an Gott, der sein guter Hirte war, hatte David eine feste Zuversicht, dass ihm auch in der Zukunft sein Leben lang Gutes und Barmherzigkeit folgen w\u00fcrde. Er hatte insbesondere die Zuversicht, dass er immer im Haus des Herrn bleiben w\u00fcrde. Damit dr\u00fcckte er seine Zuversicht aus, dass er immer in einer richtigen Beziehung zu Gott bleiben und ewig mit ihm Gemeinschaft haben w\u00fcrde. War David so sicher, dass ihn keine Angriffe oder Gefahren von au\u00dfen bedrohten? Oder war er sicher, dass er von sich aus nie s\u00fcndigen w\u00fcrde und dadurch sein Bleiben im Haus Gottes bzw. in der Beziehung zu ihm gef\u00e4hrden k\u00f6nnte? David konnte sich weder des einen noch des anderen sicher sein. Im Gegenteil: Seine Erfahrung hatten ihn gelehrt, wie viele Gefahren und Problem in seinem Leben jederzeit auftauchen konnten. Er konnte sich keineswegs auf sich selbst verlassen, sondern er war schwach und f\u00fcr Versuchung anf\u00e4llig und potenziell jederzeit fallen konnte. Aber David war sich trotzdem so sicher, dass ihm sein Leben lang Gutes und Gottes Barmherzigkeit folgen w\u00fcrden. Er war sich gewiss, dass er f\u00fcr immer bei Gott bleiben w\u00fcrde, weil er wusste, dass Gott sein guter Hirte ist, der ihn nie im Stich lassen, sondern ihn immer sch\u00fctzen, f\u00fchren und leiten w\u00fcrde; und dass Gott daf\u00fcr sorgen w\u00fcrde, dass er ewig bei ihm bleibt.<\/p>\n<p>Wir sind beeindruckt, wie treu Gott tats\u00e4chlich mit K\u00f6nig David war und wie Zuverl\u00e4ssig er ihn in seinem Leben begleitet, besch\u00fctzt und aus den unterschiedlichsten N\u00f6ten gerettet hat. Und hier kommt die f\u00fcr uns wichtige Frage? K\u00f6nnen wir dieselbe Zuversicht haben? An sich nicht. David war in vieler Hinsicht kein gew\u00f6hnlicher Mann, mit dem wir uns einfach vergleichen k\u00f6nnen. David war ein vielseitig talentierter Mensch, er war ein begnadeter Dichter und Musiker, ein erfolgreicher Feldherr und K\u00f6nig \u00fcber das Volk Israel, das es vierzig Jahre lang weise regierte. Er war ein treuer und mutiger Mann, der f\u00fcr die Gerechtigkeit und den Schutz seines Volks auf Leben und Tod k\u00e4mpfte. Vor allem liebte David Gott von ganzem Herzen und diente ihm in vorbildlicher Weise. David ist die Hauptperson im Buch Samuel und wurde selbst der Autor vieler Psalmen und damit ein Mitautor der Bibel. David wurde und wird bis heute in Israel als der beste K\u00f6nig verehrt und galt als ein Sinnbild f\u00fcr den wahren K\u00f6nig, den Messias den Gott zu senden verhei\u00dfen hat. Tats\u00e4chlich gab Gott David, als er alt war, die Verhei\u00dfung eines Nachkommen, dem Gott den Thron ewig best\u00e4tigen w\u00fcrde. Die Juden verstanden es so, dass sich diese Verhei\u00dfung auf den Messias bezog, den von Gott verhei\u00dfenen K\u00f6nig und Retter, der ein Reich mit Gerechtigkeit aufrichten und ewig regieren w\u00fcrde. Deshalb haben die Juden den Messias auch \u201eden Sohn Davids\u201c genannt. David war ein Hinweis auf den wahren K\u00f6nig und Retter, der kommen sollte. David war also eine Art Ausnahme-Mensch, jemand, mit dem wir uns nicht so leicht vergleichen k\u00f6nnen. Wer kann einfach sagen, dass er wie David Gott lieben und ihm dienen und sein Leben lang in der Liebesbeziehung zu ihm leben kann?<\/p>\n<p>Andererseits haben wir vorhin schon festgestellt, dass David keineswegs vollkommen war, dass er auch Schw\u00e4chen hatte, sich gerirrt hat und zum Teil in schwere S\u00fcnde geriet. Dass David sein Leben lang in einer Liebesbeziehung zu Gott und unter seiner F\u00fchrung leben konnte, war also nicht wegen Davids Treue oder seine anderen Qualit\u00e4ten. Es war wegen Gottes Barmherzigkeit, aus der er ihn treu liebte und sein guter Hirte war.<\/p>\n<p>David war auch ein S\u00fcnder, der es nicht verdient hatte, dass Gott ihn ansieht, geschweige denn dass er immer bei ihm ist und ihm sein Leben lang hilft. Dass Gott sein Hirte war und ihn sein ganzes Leben lang leitete und sch\u00fctzte, wie es Psalm 23 beschreibt, war allein Gottes Barmherzigkeit. Diese Barmherzigkeit war es, worauf David vertraute und woraus er die Zuversicht sch\u00f6pfte, dass ihn sein Leben lang Gutes und Barmherzigkeit begleiten und er immerdar im Haus des Herrn bleiben w\u00fcrde. Deshalb weist Davids Leben auf das Bed\u00fcrfnis der Menschen nach dem guten Hirten hin, der die schwachen, fehlbaren Menschen mit Gottes Barmherzigkeit sch\u00fctzt und leitet.<\/p>\n<p>Deshalb wird in Psalm 23 nicht David, seine Treue oder andere Eigenschaften gepriesen, sondern Gott, der mit seiner G\u00fcte und Barmherzigkeit David geliebt und sein guter Hirte gewesen ist. Der Psalm beschreibt das gesegnete Leben, das David trotz vieler Probleme f\u00fchren konnte, weil Gott sein Hirte war und ihn mit seiner Liebe und Barmherzigkeit f\u00fchrte. Dieses gesegnete Leben Davids war ein Hinweis, dass wir Menschen alle den guten Hirten brauchen, den wahren K\u00f6nig, der kommen sollte. Gottes Barmherzigkeit mit den S\u00fcndern trieb Gott dazu, nach seinem Plan schlie\u00dflich tats\u00e4chlich seinen einzigen Sohn in die Welt zu senden. Das tat Gott, damit er f\u00fcr uns und alle gew\u00f6hnlichen Menschen der gute Hirte wird, der uns aus der S\u00fcnde rettet und uns auf den rechten Weg mit ihm leitet und in die ewige Gemeinschaft mit ihm f\u00fchrt. Jesus kam als ein schwaches Kind auf die Erde und wohnte mitten unter uns. Er ging gerade nicht zu den Frommen, den Reichen und Erfolgreichen, sondern predigte dem Volk die frohe Botschaft von Gottes Liebe und seinem Reich. Jesus offenbarte sich selbst im Johannesevangelium mit den Worten: \u201elch bin der gute Hirte. Der gute Hirte l\u00e4sst sein Leben f\u00fcr die Schafe.\u201c (Joh 10,11)<\/p>\n<p>Jesus ist der gute Hirte f\u00fcr alle Menschen \u2013 auch die gew\u00f6hnlichen. Jesus half den Schwachen und Kranken und wurde ein Hirte f\u00fcr die Menschen, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekamen, wie Z\u00f6llner und Prostituierte. Er half einer Frau, die f\u00fcnfmal geheiratet hatte, weil sie bei einem idealen Partner ihr Gl\u00fcck suchte, bis sie Jesus als Messias erkannte und ihn anbetete. Er half einem Mann, der schon so lange krank war, dass er selbst den Wunsch und die Hoffnung auf Heilung verloren hatte. Jesus half Zolleintreibern, von ihrer Geldgier frei zu werden, und Soldaten, barmherzig zu sein. Mit seiner Barmherzigkeit wurde Jesus der gute Hirte f\u00fcr alle Menschen. Jesus sagte: \u201elch bin der gute Hirte. Der gute Hirte l\u00e4sst sein Leben f\u00fcr die Schafe.\u201c Um allen Arten von S\u00fcndern wirklich ein Leben in einer best\u00e4ndigen und heilen Beziehung zu Gott zu erm\u00f6glichen, wie es im Psalm 23 beschrieben ist, musste Jesus unsere S\u00fcnden auf sich nehmen und am Kreuz daf\u00fcr sterben. Aus seiner g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit nahm Jesus tats\u00e4chlich unsere S\u00fcnde auf sich und bezahlte daf\u00fcr am Kreuz die Strafe mit seinem eigenen Blut (d.h. Leben). So hat er sich als der gute Hirte offenbart. Am Kreuz trug er die S\u00fcnde aller Menschen, der ganzen Welt, damit die S\u00fcnde, die auch ein Hindernis zwischen David und Gott war und die uns von Gott getrennt hat, zu tilgen, sodass wir ein gesegnetes Leben unter Gottes Leitung f\u00fchren k\u00f6nnen. Dadurch dass er am Kreuz starb und auferstand, ist er der gute Hirte f\u00fcr uns alle geworden, damit wir unter seinem Schutz und unter seiner Leitung t\u00e4glich mit Gott und f\u00fcr ihn leben und in Ewigkeit mit ihm Gemeinschaft haben k\u00f6nnen. Jesus ist der gute Hirte, der durch seinen Tod am Kreuz und durch seine Auferstehung unser guter Hirte geworden ist und uns auf t\u00e4glich auf die gr\u00fcne Aue und zu seinem frischen Wasser f\u00fchrt! Jesus leitet uns auf der rechten Stra\u00dfe, indem wir allein aus dem Glauben an ihn leben k\u00f6nnen. Selbst wenn wir durch ein finsteres Tal gehen m\u00fcssen, wo wir keinen Ausweg sehen, d\u00fcrfen wir 100%ig sicher sein, dass er bei uns ist, und uns t\u00e4glich durch sein Wort und seinen Geist tr\u00f6sten lassen, bis er uns aus dem Tal herausgef\u00fchrt hat. Weil Jesus als unser guter Hirte am Kreuz f\u00fcr uns gestorben ist, brauchen wir uns nie vor Ungl\u00fcck zu f\u00fcrchten, sondern d\u00fcrfen Ruhe haben, weil er uns sch\u00fctzt und uns vollst\u00e4ndig in der Hand hat. Weil Jesus der gute Hirte ist und f\u00fcr unsere S\u00fcnde gestorben und auferstanden ist, d\u00fcrfen wir sicher sein, dass uns unser Leben lang Gutes und Barmherzigkeit begleiten wird. Weil Jesus am Kreuz gestorben ist und auferstanden ist, d\u00fcrfen wir Zuversicht haben, dass wir immerdar in seinem Haus bleiben und ihn in Ewigkeit in seinem Reich anbeten werden. Dank sei Jesus, der unser guter Hirte geworden ist. Halleluja!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext &nbsp;&nbsp; Der Herr ist mein Hirte \u201eDer Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.\u201c (Psalm 23,1) Frohe Ostern! Millionen von Christen feiern heute Jesus, der von den Toten auferstanden ist! 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