{"id":12267,"date":"2024-03-17T11:00:02","date_gmt":"2024-03-17T10:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12267"},"modified":"2025-12-02T19:12:31","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:31","slug":"predigt-apostelgeschichte-181-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-apostelgeschichte-181-17\/","title":{"rendered":"Predigt: Apostelgeschichte 18,1-17"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2023-Apg-L17_18-0117-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/apostelgeschichte\/18\/1-17?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Ermutigung in Korinth<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDer Herr aber sagte nachts in einer Vision zu Paulus: F\u00fcrchte dich nicht! Rede, nur, schweige nicht! Denn ich bin mir dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk n\u00e4mlich geh\u00f6rt mir in dieser Stadt.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apostelgeschichte 18,9.10 [EH\u00dc])<\/p>\n<p>Unser Text beginnt mit den Worten: \u201eHierauf verlie\u00df Paulus Athen und ging nach Korinth.\u201c Korinth war eine der wichtigsten St\u00e4dte im r\u00f6mischen Reich, die Hauptstadt der Provinz Achaia und Sitz des Prokonsuls. Bevor es dazu kam, war Korinth eine griechische Stadt. Als die R\u00f6mer Mazedonien eroberten, lehnte sich Korinth aber mit anderen St\u00e4dten gegen die R\u00f6mer auf. Als Antwort darauf wurde Korinth 146 v.Chr. dem Erdboden gleich gemacht. Die Stadt wurde niedergebrannt, die M\u00e4nner wurden umgebracht, die Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft, und alle Sch\u00e4tze der Stadt wurden gepl\u00fcndert. Ungef\u00e4hr 100 Jahre lang war dann dort nicht mehr viel. Danach kam aber ein Mann namens Julius C\u00e4sar, der ein Auge f\u00fcr Dinge mit Potenzial hatte. Die Stadt wurde als r\u00f6mische B\u00fcrgerkolonie neu gegr\u00fcndet. Danach dauerte es nicht lang, und die Stadt begann wieder zu florieren.<br \/>\nWas machte die Stadt aus? Zum einen lag die Stadt mitten an einer Handelskreuzung. Korinth lag an einem schmalen Korridor, der nur 6 km weit war. Oberhalb befand sich Nordgriechenland und im S\u00fcden war die Halbinsel Peloponnes. Nord-S\u00fcd-Reisende innerhalb von Griechenland kamen unweigerlich an Korinth vorbei. Dann lag Korinth direkt zwischen zwei Golfs: der Golf von Korinth im Nordwesten und der Saronischer Golf im S\u00fcdosten. Diese Verbindung war so wichtig, dass mindestens zwei r\u00f6mische Kaiser versuchten, einen Kanal zu graben (beide Versuche scheiterten). Korinth lag an zwei wichtigen H\u00e4fen und war der Inbegriff einer Handelsstadt. Nat\u00fcrlich profitierte die Stadt wirtschaftlich enorm davon. Es war vermutlich die reichste Stadt in Griechenland, viel wohlhabender als Athen mit mehr und sch\u00f6nerer Kunst.<br \/>\nCicero nannte Korinth das Auge von ganz Griechenland. Man sch\u00e4tzt, dass die Stadt ca. 200.000 Einwohner hatte. Viele von ihnen waren ziemlich gut gebildet, und die meisten waren in die Stadt zugezogen. Es war eine Stadt, in die es viele Reisende hinzog, um Geld zu verdienen, um Geld auszugeben und um sich zu vergn\u00fcgen: Essen, Trinken, Sportfeste, Theater. Mode spielte dort nat\u00fcrlich auch eine sehr wichtige Rolle: Aussehen war wichtig, Kleidung war wichtig, es gab sehr viel Schmuck: Ohrringe, Broschen, Haarspangen, Ringe, Kn\u00f6pfe. Es wurde Parf\u00fcm und Kosmetik verkauft. Was noch? Strabo, ein griechischer Historiker aus dem 1. Jahrhundert berichtet davon, dass ein Tausend Tempelprostituierte jeden Abend ihre \u201eDienste\u201c anboten. Korinth war bereits in der Antike bekannt daf\u00fcr, moralisch und verdorben zu sein.<br \/>\nUm es kurz zusammenzufassen: Korinth war eine extrem reiche, kosmopolitische Handelsstadt, sie zog Menschen an, die an diesem Erfolg teilhaben wollten, es war eine multikulturelle und gebildete Stadt, es war eine vergn\u00fcgungss\u00fcchtige Stadt, und es war eine unmoralische Stadt. Tim Keller sagte in einer Predigt: Korinth war also wie das heutige New York. Und er sagte, dass wenn man diese Parallelen und \u00c4hnlichkeiten nicht sehen konnte, es nur daran liegen k\u00f6nnte, dass man ein Tourist war. Wenn es eine Stadt gab, in der es unm\u00f6glich schwer sein musste, eine lebendige christliche Gemeinde zu gr\u00fcnden, dann war es Korinth. Die Menschen dort waren so besch\u00e4ftigt, so abgelenkt, so kultiviert, so intellektuell und auch so religi\u00f6s, dass das Letzte, was sie sich vermutlich vorstellen konnten, was sie brauchen k\u00f6nnten, eine neue Religion war. Schon gar nicht eine Religion, die behauptete, dass es nur einen wahren Gott gibt, der sich uns in Christus offenbart hat und dass alle anderen G\u00f6tter wie Zeus, Poseidon, Apollo und Aphrodite Fake waren. Schon gar nicht eine Religion, die eine scheinbar so restriktive, sexuelle Ethik, hatte, wie das Christentum. Und trotzdem entstand dort eine wichtige christliche Gemeinde. Es ist ein Wunder, dass das Evangelium dort Fu\u00df fassen konnte.<br \/>\nUnd jetzt kommen wir endlich zum Thema der Predigt: Selbst f\u00fcr einen gestandenen Mann des Glaubens wie Apostel Paulus war das keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Und wir haben Grund zur Annahme, dass Paulus in Korinth eine Zeit der Entmutigung hatte. In seinem ersten Brief an die Korinther Gemeinde schrieb Paulus Folgendes: \u201eZudem kam ich in Schw\u00e4che und in Furcht, zitternd und bebend zu euch.\u201c Der gro\u00dfe Gottesmann Paulus kam in Schw\u00e4che, in Furcht und Zittern.<br \/>\nDrei Dinge lernen wir dann durch den heutigen Text. Erstens, f\u00fcr wen ist Ermutigung? Zweitens, wie geschieht Ermutigung? Drittens, wozu ermutigt uns Gott?<\/p>\n<p><strong>1. F\u00fcr wen ist Ermutigung?<\/strong><br \/>\nIn den Versen 9 und 10 lesen wir: \u201eDer Herr aber sagte nachts in einer Vision zu Paulus: F\u00fcrchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk n\u00e4mlich geh\u00f6rt mir in dieser Stadt.\u201c Vor zwei Wochen hatten wir gelesen, dass Paulus nachts eine Vision von einem Mann hatte, der ihn nach Mazedonien rief. Dass Gott seinen Willen auf so deutliche Weise offenbart, ist au\u00dfergew\u00f6hnlich. Hier im Text sehen wir aber noch etwas viel Bedeutenderes. Nicht irgendein unbekannter Mazedonier spricht zu Paulus. Es ist Jesus selbst, der ihm in einer Vision erscheint. Und Jesus spricht, diese unglaublich ermutigenden Worte: \u201eF\u00fcrchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk n\u00e4mlich geh\u00f6rt mir in dieser Stadt.\u201c F\u00fcr mich geh\u00f6rt das mit zu den ermutigendsten Versen der Apostelgeschichte.<br \/>\nWarum sagte Jesus ihm das? Die Antwort liegt auf der Hand. Es waren genau die Worte, die Paulus in dieser Zeit h\u00f6ren musste. Anscheinend hatte er Furcht; anscheinend dachte er, dass das, was er tat, nicht wirklich n\u00fctzlich und nicht wirklich effektiv war; anscheinend f\u00fchlte er sich alleingelassen; und anscheinend dachte er ans Aufgeben. Nicht dass so jemand wie Paulus jemals aufgegeben h\u00e4tte; aber vielleicht spielte er zumindest mit dem Gedanken. Und anhand dessen und auch aus dem, was Paulus sp\u00e4ter in 1. Korinther schrieb, k\u00f6nnen wir folgern, dass es Paulus in diesem Moment nicht so toll ging. Wie mag sich das ge\u00e4u\u00dfert haben?<br \/>\nIn Vers 4 lesen wir: \u201eAn jedem Sabbat redete er in der Synagoge und suchte Juden und Griechen zu \u00fcberzeugen.\u201c Paulus tat das, was er sonst in anderen St\u00e4dten getan hatte. Er ging in die Synagoge und predigte dort. Als es dort Widerstand gab, ging er in das Haus eines Titius Justus. Der hatte sein Haus direkt neben der Synagoge, also eine Haust\u00fcr weiter. Paulus Predigten blieben nicht ohne Frucht. Es kamen Menschen zum Glauben an Jesus. Und nicht nur irgendwelche Menschen. Vers 8: \u201eKrispus aber, der Synagogenvorsteher, kam mit seinem ganzen Haus zum Glauben an den Herrn; und viele Korinther, die davon h\u00f6rten, wurden gl\u00e4ubig und lie\u00dfen sich taufen.\u201c Der Leiter der j\u00fcdischen Synagoge bekehrte sich. Vers 8 sagt, dass viele Korinther gl\u00e4ubig wurden. Paulus\u2018 Missionseinsatz war ein voller Erfolg!<br \/>\nHier ist das, was wir \u00fcber Entmutigung lernen k\u00f6nnen: in der Regel hat Entmutigung nichts mit den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden zu tun. Ein anderes Beispiel aus der Bibel ist der Prophet Elia. Zwei Jahre lang hatte es keinen Tropfen geregnet, weil Gott den Himmel verschlossen hatte. Auf dem Berg Karmel kam es zu einem riesigen Showdown. 450 Baalspriester traten gegen einen Propheten an. K\u00f6nig Ahab und das Volk Israel waren die Zuschauer. Das ganze Volk sah eine riesige Gottesoffenbarung, alle werfen sich auf den Boden nieder und rufen laut: \u201eDer HERR ist Gott, der HERR ist Gott!\u201c Das Volk ergreift die Baalspriester, und Elia l\u00e4sst sie hinrichten. Kurz danach endet die D\u00fcrreperiode: Gott l\u00e4sst es regnen. Es war ein riesiger Sieg f\u00fcr den Propheten Elia. Besser ging es nicht. Im n\u00e4chsten Kapitel sagt die K\u00f6nigin Isebel, dass sie Elia umbringen wird. Da hat doch Elia schon ganz andere Dinge erlebt. St\u00e4ndig wollte jemand ihn umbringen. Aber pl\u00f6tzlich verliert Elia jeden Mut. Er rennt um sein Leben, geht in die W\u00fcste, setzt sich unter einem Strauch, w\u00fcnscht sich den Tod und sagt: \u201eNun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine V\u00e4ter.\u201c<br \/>\nKurze Anwendung: Johannes Hartl hat Entmutigung folgenderma\u00dfen definiert: \u201epl\u00f6tzlicher, irrationaler und unspezifischer Verlust von Perspektive. Was vorher so klar war, ist gar nicht mehr klar.\u201c Das ist es, was Paulus vermutlich auch in Korinth erlebt hatte. Entmutigung hat nichts mit den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden zu tun. Die Umst\u00e4nde sind so wie sie sind; oft ist die Situation gar nicht mal so d\u00fcster. Entmutigung findet tief in unserem Inneren statt. Entmutigung hat etwas damit zu tun, dass alles, was man vorher erlebt hat, keine Bedeutung mehr hat. Alles Positive scheint aus dem Blick zu geraten. Man sieht nur noch das Negative. Wir kennen das alle.<br \/>\nEntmutigung hat ja nicht nur etwas mit dem geistlichen Leben zu tun. Wenn wir einen K\u00fcnstler dabei zu sehen, wie er etwas auff\u00fchrt, wie z.&nbsp;B. einen Pianisten, dann sehen wir das Produkt von unz\u00e4hligen Stunden Arbeit. Oftmals haben diese K\u00fcnstler viele Entmutigungen \u00fcberwinden m\u00fcssen. Oder wenn wir bei den Olympischen Spielen L\u00e4ufer auf der Zielgeraden sehen, dann sehen wir Athleten, die ihr ganzes Leben daf\u00fcr trainiert haben. Sie alle mussten viele Entmutigungen wegstecken.<br \/>\nZeiten der Entmutigung k\u00f6nnen kommen, wenn wir das h\u00f6ren, was Uwe Sch\u00e4fer den \u201einneren Kritiker\u201c nannte. Es ist die Stimme in uns, die st\u00e4ndig negativ ist und die st\u00e4ndig kritisiert, z.&nbsp;B.: \u201eDas wirst du doch nie schaffen\u201c oder \u201eDu bist so schlecht, dich kann doch keiner m\u00f6gen\u201c oder \u201eDiese Person wird sich niemals bekehren; warum betest du eigentlich noch f\u00fcr sie?\u201c oder \u201eAlles, was du tust, das bringt doch rein gar nichts; du k\u00f6nntest genauso gut damit aufh\u00f6ren\u201c.<br \/>\nJohannes Hartl, den ich gerade schon zitiert hatte, hat hunderte von Vortr\u00e4gen gehalten. Viele von diesen Vortr\u00e4gen kann man sich auf YouTube ansehen oder als Podcast h\u00f6ren. Einer seiner Vortr\u00e4ge, der am h\u00e4ufigsten aufgerufen wurde, hei\u00dft \u201eNein zu Entmutigung\u201c. Mit diesem Vortrag hat er wirklich einen Nerv getroffen. Jeder von uns hat Zeiten tiefer Entmutigung. Es hat nichts mit dem Alter zu tun, auch wenn es vielleicht Phasen im Leben gibt, in den man anf\u00e4lliger daf\u00fcr ist. Es hat auch nichts mit dem Geschlecht zu tun. Es hat nichts mit der geistlichen Reife zu tun, denn wenn M\u00e4nner des Glaubens wie Elia und Paulus solche Zeiten kannten, dann geschieht es allen Menschen. Es ist ein Thema, dass f\u00fcr jeden von uns Relevanz hat.<\/p>\n<p><strong>2. Wie geschieht Ermutigung?<\/strong><br \/>\nIm Text erfahren wir drei spezifische Ereignisse, die so orchestriert zu sein scheinen, um Paulus zu helfen. In Vers 2 ist von zwei Expats die Rede, die k\u00fcrzlich aus Rom in Korinth eingereist waren. Das Ehepaar hei\u00dft Aquila und Priscilla. Dieses Ehepaar wird sechsmal in der Bibel erw\u00e4hnt. Interessanterweise wird meist die Frau zuerst genannt und danach der Mann. Es ist vermutlich ein subtiler Hinweis darauf, dass Priscilla die Aktivere war und vermutlich auch eine leitende Rolle gespielt hatte. Was hatte es mit dem Ehepaar auf sich? Lukas erw\u00e4hnt, dass Kaiser Claudius angeordnet hatte, dass alle Juden Rom verlassen sollten. Der Geschichtsschreiber Suetonius erw\u00e4hnt, dass es in Rom Aufruhr bei den Juden wegen eines \u201eChrestus\u201c gab. Chrestus klingt sehr verd\u00e4chtig nach Christus. Viele Ausleger gehen daher davon aus, dass es in den sp\u00e4ten 40er Jahren Christen in Rom gab. Das hatte zu handfesten Streitereien unter den Juden gef\u00fchrt, so \u00e4hnlich wie wir das oft in der Apostelgeschichte sehen, nicht zuletzt in Korinth. Claudius wurde das Treiben zu bunt und verbannte die Juden kurzerhand. Viele dieser Juden kehrten sp\u00e4ter nach Rom zur\u00fcck, nachdem Claudius gestorben war, einschlie\u00dflich Priscilla und Aquila.<br \/>\nDieses unzertrennliche Ehepaar war wahrscheinlich bereits in Rom zum Glauben gekommen. Vers 3 erw\u00e4hnt, dass sie das gleiche Handwerk wie Paulus aus\u00fcbten: Zeltmacher. Anscheinend verstanden Priscilla, Aquila und Paulus sich in jeder Hinsicht gut. Sie werden richtig gute Mitarbeiter, Kollegen und vor allem Freunde. Die Freundschaft geht so weit, dass Paulus sie immer wieder in seinen Briefen gr\u00fc\u00dfen l\u00e4sst. Und das ist das erste wirklich ermutigende Ereignis in Paulus\u2018 Leben. Er findet neue Seelenverwandte; Freunde, die bereit sind, mit ihm durch dick und d\u00fcnn zu gehen.<br \/>\nDas zweite ermutigende Ereignis ist in Vers 5: \u201eAls aber Silas und Timotheus aus Mazedonien eingetroffen waren, widmete sich Paulus ganz dem Wort und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus sei.\u201c Vielleicht fragt ihr euch, was daran so ermutigend ist. Paulus hatte Silas und Timotheus in Mazedonien zur\u00fcckgelassen, weil es immer noch Arbeit f\u00fcr sie zu tun gab. Ihre Mission war beendet, und das Reiseteam war wieder vereint. Nicht nur das, sehr wahrscheinlich hatten sie Geld mitgebracht. Paulus konnte aufh\u00f6ren, als Zeltmacher zu arbeiten und sich stattdessen ganz dem Predigtdienst widmen. Das war eine praktische Hilfe f\u00fcr Paulus.<br \/>\nAls Elia in der W\u00fcste war, kam ein Engel. Zweimal gibt der Engel Elia zu essen: gegrilltes Brot und frisches Wasser. Warum war das Brot gegrillt? Weil alles, was gegrillt ist, besser schmeckt. Es ist diese Art von praktischer Hilfe, die eine echte Ermutigung sein kann, wenn es uns schlecht geht: Geld, das hilft eine Not zu \u00fcberbr\u00fccken; oder einfach etwas zu essen und zu trinken; oder einfach etwas Schlaf.<br \/>\nDas dritte ermutigend Ereignis haben wir bereits betrachtet. Jesus erschien ihm in der Nacht. Ich finde es interessant, dass Jesus ihm in der Nacht erscheint. Viele von euch kennen das wahrscheinlich: Kurz vor dem Einschlafen kommen uns ganz viele Gedanken. Und oft denken wir, dass diese Gedanken so klar und so genial sind, obwohl sie in Wirklichkeit ziemlich d\u00e4mlich sind. Oder wir haben ein Gedankenkarussell, und wir k\u00f6nnen nicht einschlafen, weil wir uns Sorgen machen. Aber inmitten der dunklen Nacht der Seele, kommt Jesus und verschafft ihm Klarheit: \u201eF\u00fcrchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk n\u00e4mlich geh\u00f6rt mir in dieser Stadt.\u201c Vielleicht f\u00fchlte Paulus sich einsam und allein. Und Jesus sagt ihm, dass das nicht realit\u00e4tsferner sein k\u00f6nnte. Jesus war mit ihm. Jesus war derjenige, der ihn bewahrte. Jesus hatte alles in der Hand. Vielleicht sind genau das die ermutigenden Worte, die wir h\u00f6ren m\u00fcssen?<br \/>\nIn der Fernsehserie Big Bang Theory gibt es einen jungen Mann namens Leonard, der fast immer Zweifel hat. Als seine Freundin von ihm wegzieht, fragt er seine Mutter um Rat. Seine Mutter ist eine eiskalte Psychologin mit null Empathie. Ihr Rat: \u201eRei\u00df dich zusammen.\u201c Leonard fragt: \u201eDu bist eine weltbekannte Expertin f\u00fcr Kindererziehung, und alles, was du mir sagen kannst, ist: rei\u00df dich zusammen?!?\u201c Sie \u00fcberlegt kurz und sagt dann: \u201eEntschuldigung. Rei\u00df dich zusammen, du Weichei!\u201c Leonard sagt: \u201eDankesch\u00f6n, mir geht es schon viel besser.\u201c Seine Mutter antwortet: \u201eGerne geschehen. Falls du weitere Hilfe von mir brauchen solltest, kannst du meine B\u00fccher auf Amazon finden.\u201c Die Komik dahinter ist nat\u00fcrlich, dass das nicht hilfreich ist.<br \/>\nJohn Ortberg berichtet davon, wie er vor Jahren durch ein finsteres Tal ging. Er schrieb: \u201eIn meiner eigenen dunkelsten Zeit vor einigen Jahren war meine gr\u00f6\u00dfte Entt\u00e4uschung tief und un\u00fcberwindbar. Ich stellte meine Berufung in Frage. Ich dachte nicht an Selbstmord, aber ich dachte definitiv, dass ich, wenn mein Leben zu Ende w\u00e4re, f\u00fcr das Endes des Schmerzes dankbar w\u00e4re. Ich sprach mit ein paar engen Freunden, die mir ihr Mitgef\u00fchl und ihre Unterst\u00fctzung zusagten, wof\u00fcr ich dankbar war. Aber dann tat ich das, was ich schon so oft getan habe, wenn ich nicht denken oder beten oder mir einen Ausweg aus meiner Situation \u00fcberlegen konnte. Ich rief Dallas Willard an. Ich schilderte ihm die Umst\u00e4nde, den Herzschmerz, und die Leiden und wartete bangend auf seine Antwort. Lange Pause. \u201aDies wird ein Test sein f\u00fcr dein freudiges Vertrauen in Gott.\u2018 Stille.\u201c Sp\u00e4ter sagte Ortberg, dass nur Dallas Willard so eine Antwort geben konnte. Anscheinend war es genau das, was er h\u00f6ren musste.<br \/>\nDer heutige Text gibt sehr praktische Tipps, die wir mitnehmen k\u00f6nnen. Wenn wir durch das ein oder andere Tal echter Entmutigung hindurch m\u00fcssen, d\u00fcrfen wir uns an diese drei Elemente erinnern. Zum einen, Gott hat uns Freunde im Leben gegeben; wir brauchen Zeiten der Mutlosigkeit nicht allein durchzustehen. Als zweites, oftmals sind es die praktischen Dinge, die uns helfen, wieder Mut zu fassen, Geld, Essen, Trinken, Schlafen. Und vor allem anderen: Am Ende des Tages ist es Gott selbst, der uns ermutigt. Gott ist derjenige, der in unsere geistliche Depression hineinspricht. Gott ist derjenige, der uns wieder aufrichtet. Er ist derjenige, der uns das zuspricht, was wir h\u00f6ren m\u00fcssen. Gott ist derjenige, der an unserer Seite ist. Nichts ist ermutigender, als nahe bei Gott zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>3. Wozu gibt Gott Ermutigung?<\/strong><br \/>\nWir finden die Antwort in Vers 10. Jesus sagt: \u201eViel Volk n\u00e4mlich geh\u00f6rt mir in dieser Stadt.\u201c Vorhin haben wir gesehen, dass Entmutigung ein pl\u00f6tzlicher, irrationaler und unspezifischer Verlust von Perspektive ist. Und Jesu Wort hier (in Vers 10), ist so wichtig f\u00fcr einen gro\u00dfen Perspektivwechsel. Zwei Gedanken dazu.<br \/>\nWir sehen zum einen, dass es um Jesu Volk und Jesu Auftrag geht, nicht um unseren eigenen. Entmutigung ist ganz h\u00e4ufig ein Blick auf sich selbst: meine Unf\u00e4higkeit, mein Unverm\u00f6gen, mein Versagen. Jesu Ermutigung ist ein Blick auf ihn. Wir erkennen, dass wir zu etwas berufen sind, was gr\u00f6\u00dfer und bedeutender und herrlicher ist, als unser eigenes Leben. Und wir erkennen, dass Jesus souver\u00e4n ist. Sein Wille wird geschehen, weil es um ihn geht.<br \/>\nZum Schluss, es zeigt den Wert, den Jesus in uns sieht. Jesu Volk ist Jesu Eigentum. C.S. Lewis ging durch eine sehr harte Zeit, als seine Frau gestorben war. Lewis war jemand, der erst sehr sp\u00e4t heiratete (im \u201azarten\u2018 Alter von 57 Jahren), als alle dachten, dass er mit diesem Thema schon abgeschlossen h\u00e4tte. Seine Ehe war sch\u00f6n aber sehr kurz, weil seine Frau nur drei Jahre sp\u00e4ter verstarb. Lewis verarbeitete seine Trauer in einem kurzen Buch (\u201aA Grief Observed\u2018). Er berichtet davon, wie er am Sterbebett seiner Frau war. Als das Ende nahe war, sagte er zu ihr: \u201eWenn du kannst \u2013 wenn es erlaubt ist \u2013 komm zu mir, wenn ich im Sterbebett liege.\u201c Ihre Antwort war: \u201eErlaubt! Der Himmel h\u00e4tte einiges zu tun, mich zu halten; und was die H\u00f6lle betrifft, w\u00fcrde ich sie in St\u00fccke hauen.\u201c Sie hatte sowohl ein Zwinkern als auch eine Tr\u00e4ne in den Augen.<br \/>\nUnd hier kommt der Punkt: nat\u00fcrlich ging das nicht. Beide wussten das, so sehr sie sich einander liebten. Sie geh\u00f6rten beide einander. Aber noch viel mehr geh\u00f6rten beide zu Jesus. C.S. Lewis beendet sein Buch, in dem er schreibt: \u201eWie schlimm w\u00e4re es, wenn man die Toten zur\u00fcckrufen k\u00f6nnte! Sie sagte nicht zu mir, sondern zu dem Priester: \u00bbIch habe Frieden mit Gott.\u00ab Sie l\u00e4chelte, aber nicht zu mir. Dann zur\u00fcck zum ewigen Brunnen [Zitat aus Dantes \u201aG\u00f6ttlicher Kom\u00f6die\u2018].\u201c Das war seine Art loszulassen und zu verstehen, dass sie bei Jesus war, was unendlich viel besser war.<br \/>\nJesus will, dass Paulus den unendlichen Wert seines Volkes versteht. Jesus gab sein Leben, damit seine Gemeinde leben kann. Du und ich, jeder einzelne von uns, wir haben einen unendlichen Wert, weil Jesus einen unendlichen Preis f\u00fcr uns bezahlt hat. In einem Lied hei\u00dft es:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Die Gemeinde steht gegr\u00fcndet allein auf Jesus Christ,<\/em><br \/>\n<em>sie, die des gro\u00dfen Gottes neue Sch\u00f6pfung ist.<\/em><br \/>\n<em>Vom Himmel kam er nieder und w\u00e4hlte sie zur Braut,<\/em><br \/>\n<em>hat sich mit seinem Blut ihr ewig angetraut.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jesus hat mit seinem Blut f\u00fcr dich bezahlt. Was gibt es noch, was er f\u00fcr uns h\u00e4tte tun k\u00f6nnen? Alles wird gut werden. Nat\u00fcrlich wird alles gut werden, weil dieser Jesus mit uns ist, und weil alles in seiner Hand ist.<\/p>\n<div class=\"notranslate\" style=\"all: initial;\">&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext &nbsp;&nbsp; Ermutigung in Korinth \u201eDer Herr aber sagte nachts in einer Vision zu Paulus: F\u00fcrchte dich nicht! Rede, nur, schweige nicht! 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