{"id":12263,"date":"2024-03-10T11:00:18","date_gmt":"2024-03-10T10:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12263"},"modified":"2025-12-02T19:12:32","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:32","slug":"predigt-apostelgeschichte-171-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-apostelgeschichte-171-34\/","title":{"rendered":"Predigt: Apostelgeschichte 17,1-34"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2023-Apg-L16_17-0134_P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/apostelgeschichte\/17\/1-34?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Nun gebietet er allen, Bu\u00dfe zu tun<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eZwar hat Gott \u00fcber die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Bu\u00dfe tun.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apostelgeschichte 17,30)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir geh\u00f6rt, wie Gott Paulus auf seiner zweiten Missionsreise nach Europa gef\u00fchrt hat. Obwohl Paulus in andere Gebiete Kleinasiens reisen wollte, lie\u00df der Heilige Geist es nicht zu, sondern f\u00fchrte ihn und sein Team nach Troas an der Westk\u00fcste und zeigte ihm dort durch eine Erscheinung, dass er nach Mazedonien gehen sollte. Das wurde der Beginn der Europa-Mission. Der erste Mensch, der in Europa zum Glauben kam, war eine Frau in Philippi namens Lydia, eine Gesch\u00e4ftsfrau. In Philippi entstand die erste christliche Gemeinde in Europa, mit der Paulus sein Leben lang eng verbunden blieb.<br \/>\nUnser heutiger Text berichtet \u00fcber Paulus\u2018 Wirken in Thessalonich, in Ber\u00f6a und in Athen. Vielleicht klingt das f\u00fcr manche spontan nach einer alten Geschichte, die mit uns heute nicht mehr viel zu tun hat. Aber wir k\u00f6nnen in Wirklichkeit etwas sehr Interessantes lernen, was f\u00fcr uns durchaus relevant ist. Wir erfahren n\u00e4mlich, wie Paulus den Menschen in diesen sehr unterschiedlichen St\u00e4dten jeweils anders geholfen hat, um sie f\u00fcr den Glauben an Jesus zu gewinnen. Sicher haben alle unter uns, die Jesus pers\u00f6nlich kennengelernt haben, einen Wunsch, dass ihre Freunde, Bekannten und andere Jesus auch kennenlernen und zum Glauben an ihn finden. Aber wir haben wohl auch alle die Erfahrung gemacht, dass die Menschen sehr unterschiedlich sind und dass unser Zeugnis von Jesus, das einen vielleicht angesprochen hat, bei anderen gar nicht ankam, sondern ganz falsch verstanden wurde. Heute k\u00f6nnen wir lernen, dass Paulus sich sehr bewusst war, dass das eine Evangelium unterschiedlichen Menschen auf unterschiedliche Weise bezeugt werden muss, damit m\u00f6glichst viele es annehmen k\u00f6nnen. Lasst uns heute erfahren, wie Paulus sich darum bem\u00fcht hat, unterschiedliche Menschen f\u00fcr Gott zu gewinnen! Lasst uns lernen, wie Gott die unterschiedlichen Predigten von Paulus dazu gebraucht hat, um in allen St\u00e4dten Menschen zum Glauben zu f\u00fchren und dadurch in Europa Schritt f\u00fcr Schritt sein Reich zu bauen!<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Paulus\u2018 Predigt f\u00fcr eine gemischte Zuh\u00f6rerschaft in Thessalonich (1-9)<\/strong><\/p>\n<p>Paulus und sein Reiseteam kamen nach Thessalonich, das etwa 160 Kilometer westlich von Philippi in Mazedonien lag (das heutige Thessaloniki in Griechenland). Thessalonich war eine Hafenstadt und ein Handelszentrum. Die Verse 1 und 2 sagen, dass es dort, anders als in Philippi, eine Synagoge der Juden gab. Wie wirkte Paulus dort? Es hei\u00dft: \u201eWie nun Paulus gewohnt war, ging er zu ihnen hinein und redete mit ihnen an drei Sabbaten aus der Schrift, tat sie ihnen auf und legte ihnen dar: Der Christus musste leiden und auferstehen von den Toten, und dieser Jesus, den ich euch verk\u00fcndige, ist der Christus\u201c (2.3). Lukas berichtet \u00fcber die drei Predigten nicht ausf\u00fchrlich, zeigt aber, dass sie einen klaren Punkt hatten. Der Hauptpunkt war, dass Jesus leiden und von den Toten auferstehen musste, und dass Jesus der Christus ist.<br \/>\nWie die meisten von euch wissen, ist \u201eder Christus\u201c die lateinische \u00dcbersetzung von \u201eder Messias\u201c und bezeichnet den wahren Retter und K\u00f6nig, den Gott im Alten Testament vielfach angek\u00fcndigt hat. Paulus muss erkl\u00e4rt haben, dass Jesus viel leiden und auferstehen musste, weil Gott es so geplant und in der Schrift prophezeit hat. Er muss erkl\u00e4rt haben, dass Jesus am Kreuz den Tod erleiden musste, um die Strafe f\u00fcr alle Verfehlungen zu tragen, die wir Menschen in Gedanken, Worten und Taten begangen haben. Jesus musste am Kreuz leiden, damit wir mit Gott vers\u00f6hnt werden und in einer richtigen Beziehung zu ihm leben k\u00f6nnen. Jesus musste auferstehen und den Tod besiegen, damit wir an seinem Sieg teilhaben und ewig mit ihm leben k\u00f6nnen. Das ist der Kern der frohen Botschaft, die f\u00fcr alle Menschen gilt und die alle brauchen.<br \/>\nWas passierte in Thessalonich, als Paulus dort diese Botschaft klar verk\u00fcndigte? Der Vers 4 sagt: \u201eEinige von ihnen lie\u00dfen sich \u00fcberzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an, auch eine gro\u00dfe Menge von gottesf\u00fcrchtigen Griechen, dazu nicht wenige von den angesehen\u00adsten Frauen.\u201c Als Paulus die frohe Botschaft klar verk\u00fcndigte, lie\u00dfen sich etliche Menschen \u00fcberzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an, weil sie ein neues Leben mit Jesus f\u00fchren wollten.<br \/>\nHier lernen wir, wie stark das Evangelium von Jesus ist! Diese Leute in Thessalonich waren nicht leicht zu \u00fcberzeugen. Sie waren zum Teil Juden, zum Teil gottesf\u00fcrchtige Griechen, also Heiden, die den j\u00fcdischen Glauben angenommen hatten, aber nicht vollst\u00e4ndig zum Judentum konvertiert waren. Sie alle lebten in einem Land, das von der griechischen Kultur gepr\u00e4gt war und in dem fast alle die griechischen G\u00f6tter anbeteten. Aber als Paulus die frohe Botschaft von Jesus klar verk\u00fcndigte, kamen Juden und eine gro\u00dfe Menge von gottesf\u00fcrchtigen Griechen zum Glauben, M\u00e4nner und Frauen, auch Frauen mit Ansehen in der Gesellschaft. Wenn das Evangelium von Jesus klar gepredigt wird, hat es so eine starke Anziehungskraft, die die unterschiedlichsten Menschen \u00fcberzeugen kann.<br \/>\nJeder von uns, der zum Glauben an Jesus gekommen ist, hat diese Kraft selbst erlebt und erlebt sie seitdem immer wieder. Lasst uns beten, dass Gott unser Bibelstudium und die Predigten und unsere eigene Stille Zeit so segnet, dass uns das Evangelium immer wieder anspricht, sodass es mit seiner Kraft in uns m\u00e4chtig wirken kann! In diesem Sommer findet die europ\u00e4ische Sommerbibelkonferenz statt, f\u00fcr die viele seit Monaten beten und zu der sich schon etwa 750 Menschen angemeldet haben. Lasst uns mit beten, dass Jesus an dieser Konferenz klar verk\u00fcndigt wird, sodass alle Teilnehmer ihn als den Christus und als den einzigen Weg zum Vater erkennen und in ihm eine klare Orientierung f\u00fcr ihr Leben finden k\u00f6nnen! Beten wir mit, dass Gott daf\u00fcr die besten Prediger aufstellt, durch die auch die jungen Menschen \u00fcberzeugt werden k\u00f6nnen, dass Jesus der einzige Weg zu Gott ist!<br \/>\nAls viele Menschen in Thessalonich das Evangelium annahmen, gab es auch ein Werk des Widersachers. Die Verse 5\u20139 berichten, dass die Juden sich ereiferten und einen Aufruhr anzettelten. Das Wort \u201eereifern\u201c deutet darauf hin, dass sie in ihrem blinden Eifer f\u00fcr Gott gefangen waren und auf Paulus wegen seiner Wirksamkeit eifers\u00fcchtig waren. Sie rotteten sich zusammen und richteten mithilfe von gewissenlosen M\u00e4nnern einen richtigen Aufstand gegen die Missionare an. Sie zogen vor das Haus Jasons, in dem sich die jungen Christen offenbar versammelten. Als sie dort Paulus und Silas nicht fanden, schleiften sie Jason und einige Br\u00fcder vor die Oberen der Stadt und klagten sie an: \u201eDiese, die den ganzen Erdkreis erregen, sind auch hierher gekommen; die beherbergt Jason. Und diese alle handeln gegen des Kaisers Gebote und sagen, ein anderer sei K\u00f6nig, n\u00e4mlich Jesus\u201c (6b.7). Ihre Anklage macht ungewollt deutlich, wie kraftvoll Paulus\u2018 Predigt des Evangeliums war, sodass sogar solche Leute vernahmen, dass Jesus K\u00f6nig ist. In ihrer Anklage bezeugten sie auch, dass die Botschaft von Jesus Christus den ganzen Erdkreis erregt, also die ganze Welt ver\u00e4ndert. Trotz des heftigen Widerstands nahmen Paulus und Silas gar keinen Schaden; denn die Br\u00fcder schickten sie noch in derselben Nacht weg, und zwar nach Ber\u00f6a.<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Paulus\u2018 Predigt f\u00fcr lernwillige Menschen in Ber\u00f6a<\/strong><\/p>\n<p>Die Stadt Ber\u00f6a liegt etwa 80 Kilometer westlich von Thessalonich entfernt. Auch in dieser Stadt gingen Paulus und Silas in die Syngaoge der Juden. Was f\u00fcr Menschen traf Paulus dort? Vers 11 sagt: \u201eDiese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten t\u00e4glich in der Schrift, ob sich\u2019s so verhielte.\u201c Obwohl Ber\u00f6a in derselben Region wie Thessalonich lag, hatten die Menschen dort eine ganz andere Haltung, die der Verfasser detailliert beschreibt. Das Wort \u201efreundlicher\u201c bezieht sich hier vor allem auf ihre Haltung gegen\u00fcber der Predigt des Evangeliums. Sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten t\u00e4glich in der Schrift, ob es damit im Einklang stand. Kurz gesagt waren die Menschen in Ber\u00f6a nicht voreingenommen, sondern h\u00f6rten mit einer lernwilligen Haltung zu und forschten in der Bibel, ob sie das Geh\u00f6rte best\u00e4tigt.<br \/>\nWie konnte Gott unter ihnen wirken? Der Vers 12 sagt: \u201eSo glaubten nun viele von ihnen, darunter nicht wenige von den vornehmen griechischen Frauen und M\u00e4nnern.\u201c W\u00e4hrend in Thessalonich sich einige \u00fcberzeugen lie\u00dfen, kamen in Ber\u00f6a viele Menschen zum Glauben, weil sie eine lernwillige Haltung hatten und selbst t\u00e4glich in der Bibel lasen, um die Wahrheit zu erforschen. In Ber\u00f6a gab es auch niemand, der eine Verfolgung der Missionare anzettelte. Aber die neidischen Juden aus Thessalonich kamen nach Ber\u00f6a und erregten dort Unruhe und verwirrten das Volk. W\u00e4hrend Silas und Timotheus dort blieben, schickten die Br\u00fcder Paulus sofort weiter und begleiteten ihn bis nach Athen.<br \/>\nIn diesem Abschnitt betont der Verfasser die lernwillige Haltung der Ber\u00f6er und zeigt uns dadurch, wie wichtig es ist, was f\u00fcr eine Haltung wir Gottes Wort gegen\u00fcber haben. Es ist nicht leicht, dauerhaft eine suchende und lernwillige Haltung zu behalten, besonders wenn wir schon eine Weile im Glauben leben und die Bibel ein St\u00fcckweit kennengelernt haben. Wenn unser Herz gesch\u00e4ftig oder mit Sorgen oder irdischen W\u00fcnschen belastet ist, hat Gottes Wort darin wenig Raum zu wirken. Wenn wir zum Bibelstudium kommen, ohne uns davor mit dem Text besch\u00e4ftigen zu haben, oder uns einfach so in den Gottesdienst setzen, ohne unser Herz vorzubereiten, hat das Wort weniger M\u00f6glichkeiten, in uns zu wirken. Lasst uns unsere Herzenshaltung gegen\u00fcber dem Wort erneuern, sodass Gott unter uns wie in Ber\u00f6a m\u00e4chtig wirken kann!<\/p>\n<p><strong>Teil 3: Paulus\u2018 Predigt f\u00fcr Intellektuelle in Athen<\/strong><\/p>\n<p>Athen war damals das Zentrum der hellenistischen Philosophie, Kultur und Religion. Athen war die Stadt, in der die intellektuelle Elite wohnte, wo die Philosophenschulen waren und Wissenschaftler forschten. Es war eine Hochburg der hellenistischen Kultur mit vielen Theatern und Arenen. Wegen all dieser Errungenschaften waren viele B\u00fcrger Athens stolz. Gleichzeitig war Athen eine Hochburg des G\u00f6tzendienstes mit vielen Tempeln, von denen wir heute noch Reste sehen k\u00f6nnen. Die Griechen waren Pantheisten, die viele G\u00f6tter verehrten, die f\u00fcr verschiedene Bereiche des Lebens \u201ezust\u00e4ndig waren\u201c. Als Paulus in Athen auf Silas und Timotheus wartete, ergrimmte sein Geist, als er die Stadt voller G\u00f6tzenbilder sah. Wie wirkte Paulus in Athen? Der Vers 17 sagt, dass er in der Synagoge zu den Juden und den gottesf\u00fcrchtigen Griechen redete. Aber Paulus redete auch \u201et\u00e4glich auf dem Markt zu denen, die sich einfanden.\u201c Paulus ging also in Athen von Anfang an anders vor als in anderen St\u00e4dten. Er wusste, dass das Evangelium in Athen nur dann erfolgreich sein konnte, wenn es auch die intellektuelle Elite erreichen w\u00fcrde. Und die war nicht in der Synagoge, sondern auf dem Marktplatz, wo Intellektuelle sich zum Austausch trafen. Paulus hatte keine Hemmung, dorthin zu gehen, weil er wusste, dass das Evangelium jeder Philosophie und jeder anderen Lehre von Menschen weit \u00fcberlegen ist.<br \/>\nWie verlief Paulus\u2018 Gespr\u00e4ch mit ihnen? Der Vers 18a sagt: \u201eEinige Philosophen aber, Epikureer und Stoiker, stritten mit ihm.\u201c Die Epikureer und die Stoiker waren v\u00f6llig unterschiedliche Philosophierichtungen. Die Epikureer lehrten, wie Menschen in dieser Welt gl\u00fccklich werden k\u00f6nnen. Die Stoiker strebten dagegen danach, ihre Gef\u00fchle vollst\u00e4ndig zu beherrschen und in jeder Situation der Vernunft zu folgen (daher spricht man im Deutschen heute noch von \u201estoischer Ruhe\u201c). Vers 18b sagt: \u201eUnd einige von ihnen sprachen: Was will dieser Schw\u00e4tzer sagen? Andere aber: Es sieht aus, als wolle er fremde G\u00f6tter verk\u00fcndi\u00adgen. Denn er verk\u00fcndigte das Evangelium von Jesus und von der Auferstehung.\u201c Obwohl Paulus ihnen das Evangelium von Jesus sagte, verstanden sie nicht, was Paulus \u00fcber Jesus sagte. Aber sie bekamen den Wunsch, mehr davon zu erfahren. Sie nahmen ihn und f\u00fchrten ihn auf den Areopag, einen H\u00fcgel, auf dem ein Rat tagte, der \u00fcber Fragen der Religion und der Erziehung urteilte. Sie merkten n\u00e4mlich, dass Paulus eine Lehre hatte, die sie noch nie geh\u00f6rt hatten. Der Verfasser merkt kritisch an, dass alle Athener nichts anderes im Sinn haben, als etwas Neues zu sagen oder zu h\u00f6ren. Das zeigt, dass die Menschen in Athen trotz der vielen Philosophien innerlich unzufrieden und leer blieben. Andererseits zeugt ihre Neugier von ihrer oberfl\u00e4chlichen Haltung gegen\u00fcber der Wahrheit.<br \/>\nPaulus stand nun mitten auf dem Areopag, umringt von den ehrw\u00fcrdigen Richtern und der intellektuellen Elite der hellenistischen Welt. Es war eine einzigartige Gelegenheit. Was sagte Paulus zu ihnen? Er sprach: \u201eIhr M\u00e4nner von Athen, ich sehe, dass ihr die G\u00f6tter in allen St\u00fccken sehr verehrt. Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligt\u00fcmer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott.\u201c Paulus verurteilte ihren G\u00f6tzenkult nicht, da er sie sonst sofort verprellt h\u00e4tte. Vielmehr fand er einen Ankn\u00fcpfungspunkt, durch den er \u00fcber den wahren, lebendigen Gott sprechen konnte: \u201eNun verk\u00fcndige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit H\u00e4nden gemacht sind. Auch l\u00e4sst er sich nicht von Menschenh\u00e4nden dienen wie einer, der etwas n\u00f6tig h\u00e4tte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl f\u00fchlen und finden k\u00f6nnten; und f\u00fcrwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. Da wir nun g\u00f6ttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.\u201c Paulus verk\u00fcndigt den versammelten Athenern den einen wahren Gott, der die Welt und die Menschen gemacht hat und jeden einzelnen am Leben erh\u00e4lt. Er ermutigt sie dazu, Gott zu suchen, der ihnen nicht fern ist. Dabei nimmt er wiederholt Bezug auf ihre Kultur, um ihnen den Weg zu Gott so leicht wie m\u00f6glich zu machen. Vor diesen Denkern argumentierte er logisch, dass es unsinnig war, dass sie G\u00f6tzenbilder verehrten, die Menschen mit ihren H\u00e4nden kunstvoll selber gemacht hatten. Auf diese Weise tat Paulus sein Bestes, um den Athenern zu helfen, ihre geistlichen Augen zu \u00f6ffnen, die Nichtigkeit ihres G\u00f6tzendienstes zu erkennen und den wahren Gott und Sch\u00f6pfer zu erkennen.<br \/>\nAber Paulus blieb nicht bei seinem Zeugnis von Gott als Sch\u00f6pfer, weil er verstand, dass er eine einzigartige Gelegenheit hatte. Was war der H\u00f6hepunkt seiner Predigt? Betrachten wir die Verse 30 und 31: \u201eZwar hat Gott \u00fcber die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Bu\u00dfe tun. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er richten will den Erdkreis mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.\u201c Paulus nannte die Zeit vor Jesu Kommen die Zeit der Unwissenheit, in der Gott \u00fcber Manches hinweggesehen hatte. Nun aber fordert Gott alle Menschen an allen Enden zur Bu\u00dfe auf. Warum? Weil jetzt Gott seine Liebe und seinen Weg zur Rettung f\u00fcr alle offenbart hat. Er hat einen Mann, Jesus Christus, dazu bestimmt, die Welt gerecht zu richten, und er bietet jedermann den Glauben an, indem er Jesus von den Toten auferweckt hat. Die Auferstehung Jesu ist das Schl\u00fcsselereignis, durch das jeder Mensch Jesus erkennen und glauben kann. Und der Glaube an Jesus ist das Einzige, was uns vor Gott gerecht macht und vor seinem Gericht rettet. Alle Menschen m\u00fcssen diese Botschaft h\u00f6ren und Bu\u00dfe tun. Gott gebietet uns, Bu\u00dfe zu tun, weil er uns erretten will und wir nur durch Bu\u00dfe errettet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nWie viele wissen, bedeutet Bu\u00dfe nicht, dass wir unsere Schuld irgendwie abbezahlen, wie man ein Bu\u00dfgeld bezahlt oder eine Gef\u00e4ngnisstrafe \u201everb\u00fc\u00dft\u201c. Unsere Schuld vor Gott ist so schwerwiegend, dass wir sie nicht durch Werke, noch durch selbst auferlegte Strafen \u201everb\u00fc\u00dfen\u201c k\u00f6nnten. Kein Mensch kann seine Schuld vor Gott selbst bezahlen, um das Gericht und die ewige Strafe zu vermeiden. Das ist nicht die Bedeutung von Bu\u00dfe. Das griechische Wort f\u00fcr Bu\u00dfe hei\u00dft \u201emetanoien\u201c und bedeutet \u00c4nderung der Gesinnung. Bu\u00dfe ist die richtige Reaktion auf Gottes Werk, auf den einen Mann, den Gott dahingegeben und den er von den Toten auferweckt hat. Ihn hat er dazu bestimmt, die ganze Welt gerecht zu richten, was auch hei\u00dft, diejenigen, die ihm vertraut haben, zu retten. Das ist die Bu\u00dfe, die Gott verlangt: dass wir uns abkehren von jeglicher Selbstgerechtigkeit und Hochmut vor Gott, auch von jeglicher Verzagtheit und daraus resultierender Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber ihm. Bu\u00dfe tun hei\u00dft, dass wir Gottes Rettungswerk durch Jesus wahrnehmen und ihm unser ganzes Vertrauen schenken. Bu\u00dfe tun hei\u00dft, ihm unser ganzes Leben anzuvertrauen, was tats\u00e4chlich eine vollst\u00e4ndige \u00c4nderung unserer Gesinnung bedeutet und sich in einer gr\u00fcndlichen \u00c4nderung unseres Lebens ausdr\u00fcckt. Bu\u00dfe tun f\u00fchrt dazu, dass wir Gottes Liebe von ganzem Herzen annehmen und ihn mehr lieben als alles andere und unsere Selbstliebe \u00fcberwinden. Diese Bu\u00dfe, diese tiefgreifende Sinnes\u00e4nderung ist nicht optional, sondern Gottes Wille f\u00fcr alle Menschen. Gott befiehlt deshalb allen Menschen an allen Enden der Erde, Bu\u00dfe zu tun, weil Gott dadurch gerne alle erretten will. Diesen rettenden Befehl Gottes sollen wir annehmen und sollen unseren Gehorsam weder vom Gef\u00fchl abh\u00e4ngig machen noch von s\u00fcndhaftem Eigensinn. Gott helfe jedem von uns, vor in der Haltung der Bu\u00dfe zu bleiben, sodass wir ganz von Jesus erf\u00fcllt werden und mit ihm den Weg zum Leben gehen k\u00f6nnen.<br \/>\nWie reagierten die Athener auf Paulus\u2018 Predigt? Die Verse 32 und 33 sagen: \u201eAls sie von der Auferstehung der Toten h\u00f6rten, begannen die einen zu spotten; die anderen sagten: Wir wollen dich dar\u00fcber ein andermal weiterh\u00f6ren. So ging Paulus weg aus ihrer Mitte.\u201c Die meisten konnten Gottes Botschaft und seine Aufforderung zur Bu\u00dfe nicht annehmen. \u201eEinige M\u00e4nner aber schlossen sich Paulus an und wurden gl\u00e4ubig; unter ihnen war Dionysius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen\u201c (34). Als Paulus sein Bestes tat, den intellektuellen Menschen in Athen den wahren Gott und seine Rettung durch Jesus zu verk\u00fcndigen, wirkte Gott in etlichen und f\u00fchrte sie zum rettenden Glauben.<br \/>\nHeute haben wir gelernt, dass Paulus die frohe Botschaft von Jesus nicht \u00fcberall in gleicher Weise verk\u00fcndigte, sondern darauf achtete, zu wem er redete. Er tat sein Bestes, um es ihnen so leicht wie m\u00f6glich zu machen, die rettende Botschaft zu verstehen und pers\u00f6nlich anzunehmen. Wir haben auch gesehen, dass Gott, woimmer Paulus auch hinkam in Europa, die Verk\u00fcndigung des Evangeliums gesegnet und Menschen zum Glauben gef\u00fchrt hat. Gott hat dieses Werk \u00fcber Generationen fortgesetzt, bis Europa ein christlicher Kontinent wurde, von dem Missionare in die ganze Welt ausgegangen sind. Inzwischen reden viele Menschen von Europa als einem ehemals christlichen Kontinent. Denn seit der Wiederentdeckung der hellenistischen Philosophie und Kultur im 16. und 17. Jahrhundert, haben sich die Menschen in Europa schleichend von Gott abgewandt. Aber Gott will immer noch die Menschen in Europa retten. Gott befiehlt immer noch allen Menschen an allen Ende Bu\u00dfe zu tun. Deshalb will er es segnen, wenn wir anderen das Evangelium bezeugen. Gott m\u00f6ge uns helfen, auch Bu\u00dfe zu tun und das Evangelium anzunehmen, bis unsere Gesinnung ganze davon durchdrungen ist und so unser Leben davon gepr\u00e4gt wird. M\u00f6ge Gott uns dadurch neue Liebe, Weisheit und Kraft geben, den jungen Leuten und den intellektuellen Studenten in unserer Stadt auf beste Weise zu helfen, das Evangelium von Jesus anzunehmen, damit auch sie durch ihn gerettet werden! Amen!<\/p>\n<div class=\"notranslate\" style=\"all: initial;\">&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext &nbsp;&nbsp; Nun gebietet er allen, Bu\u00dfe zu tun \u201eZwar hat Gott \u00fcber die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Bu\u00dfe tun.\u201c (Apostelgeschichte 17,30) Letzte Woche haben wir geh\u00f6rt, wie Gott Paulus auf seiner zweiten Missionsreise nach Europa gef\u00fchrt hat. 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