{"id":12250,"date":"2024-03-03T11:00:36","date_gmt":"2024-03-03T10:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12250"},"modified":"2025-12-02T19:12:32","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:32","slug":"predigt-apostelgeschichte-1536-1610","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-apostelgeschichte-1536-1610\/","title":{"rendered":"Predigt: Apostelgeschichte 15,36-16,10"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2023-Apg-L15_15-36_16-10-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/apostelgeschichte\/15\/36-41?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gottes Willen erkennen<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eAuf diese Vision hin wollten wir sofort nach Mazedonien abfahren; denn wir kamen zu dem Schluss, dass uns Gott dazu berufen hatte, dort das Evangelium zu verk\u00fcnden.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apostelgeschichte 16,10[EH\u00dc])<\/p>\n<p>Unsere Ausgangsthese ist, dass das Buch Apostelgeschichte dar\u00fcber berichtet, wie Gott durch die christliche Gemeinde seine Versprechen an Israel erf\u00fcllt. Aus heutiger Perspektive kommt es uns vielleicht so vor, dass es auf der einen Seite die Juden gibt, und auf der anderen Seite die Christen. Das war damals \u00fcberhaupt nicht so. Die ersten Christen waren alle j\u00fcdische Christen. Paulus hatte sich immer als ein Jude identifiziert. Paulus\u2018 Reisegef\u00e4hrten Barnabas, Silas (der Bruder aus Jerusalem, der mitgereist war, um den Beschluss des apostolischen Konzils zu \u00fcbergeben) und selbst Timotheus waren Juden. Die gro\u00dfe Frage ist dann: Wie kommt es dazu, dass aus einer kleinen Religion, die von einem kleinen Volk, in einer obskuren Ecke des r\u00f6mischen Reiches geglaubt wurde, eine Bewegung wird, die die ganze Welt erreicht? Das war absolut unvorstellbar. Wer h\u00e4tte sich so etwas ausdenken k\u00f6nnen?<br \/>\nEin wichtiger Aspekt ist hier, dass Gott seinen Willen offenbarte. Jesus tut es direkt zu Anfang diese Buches: \u201e\u2026 ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Jud\u00e4a und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.\u201c Das ist der Blueprint, die Blaupause. Als es darum ging, diesen Auftrag zu erf\u00fcllen, gab es einen wichtigen Entscheidungsmoment nach dem anderen. An jedem dieser Weggabelungen offenbar Gott seinen Willen. Wir haben das gesehen bei der Bekehrung von Paulus oder als Petrus zu Kornelius gesandt wird. Das gro\u00dfe Bild wird nach und nach sichtbar.<br \/>\nDie Tatsache, dass Gott seinen Willen offenbart, ist etwas, was ich zutiefst faszinierend finde. Wir alle brauchen diese Offenbarung in unserem Leben. Ganz egal woran wir glauben, sind wir immer wieder mit wichtigen Entscheidungen im Leben konfrontiert: Was soll ich studieren? Soll ich bleiben oder wegziehen? Ist diese Person der oder die richtige Partner\/-in f\u00fcr mein Leben? Soll ich ihn\/sie heiraten? Ist dieser Job der Richtige f\u00fcr mich? Soll ich diese Person einstellen?<br \/>\nOder wenn wir die gleichen Fragen etwas anders formulieren: Ist es Gottes Wille, dass ich diese Person heirate? Ist es Gottes Wille, dass ich diesen Job antrete?<br \/>\nUm es vorweg zu nehmen, ich werde diese Fragen nur indirekt beantworten. Im heutigen Text sehen wir zum einen, wie wir Gottes Willen ignorieren; wie Gottes uns trotzdem seinen Willen zeigen kann; und drittens, wie wir Gottes Willen erfahren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>1. Wie wir Gottes Willen ignorieren<\/strong><br \/>\nPaulus und Barnabas waren bislang das Dreamteam der christlichen Mission gewesen. Die Verse 37-39 von Kapitel 15 lassen die beiden in etwas anderem Lichte dastehen. Paulus wollte mit Barnabas erneut aufbrechen, um die Gemeinden zu besuchen, die sie gegr\u00fcndet hatten. Barnabas wollte Markus mitnehmen. Paulus war vehement dagegen. Vers 39: \u201eEs kam zu einer heftigen Auseinandersetzung\u2026\u201c Damit hat die Einheits\u00fcbersetzung das ziemlich gut getroffen. Das griechische Wort paroxysmos wird heute in der Medizin gebraucht f\u00fcr heftige und abrupt auftretende, kurzdauernde Ereignisse, wie z.B. epileptische Anf\u00e4lle oder Fieberanf\u00e4lle. Zwischen Paulus und Barnabas bringt ein heftiger Streit aus. Weder Paulus noch Barnabas haben sich hier mit Ruhm bekleckert.<br \/>\nWorum ging der Streit? Barnabas setzte sich f\u00fcr Markus ein, weil er ihm gerne eine zweite Chance geben wollte. F\u00fcr Paulus kam das \u00fcberhaupt nicht in die T\u00fcte. Markus hatte sie verlassen, noch bevor die erste Missionsreise richtig losging. Wie w\u00fcrde Markus reagieren, wenn es wieder w\u00fctende Mobs g\u00e4be, wenn wieder Steine fliegen w\u00fcrden? F\u00fcr die Mission konnten sie es sich nicht leisten, unbew\u00e4hrte Glaubensanf\u00e4nger mitzunehmen. Barnabas erkl\u00e4rte Paulus daraufhin, dass er mit Markus l\u00e4ngere und tiefere Gespr\u00e4ch gef\u00fchrt hatte. Markus war in der Zwischenzeit gereift und w\u00fcrde sie nicht l\u00e4nger im Stich lassen. Paulus stellte dann die etwas giftige Frage: \u201eDu setzt dich doch nur deshalb f\u00fcr ihn ein, weil du mit ihm verwandt bist!\u201c Markus war ein Cousin von Barnabas.<br \/>\nUnd in diesem Moment kam Paulus in den Sinn, dass er nicht nur von Markus, sondern auch von Barnabas entt\u00e4uscht gewesen war. Im Galaterbrief 2,13 schrieb Paulus: \u201eUnd mit ihm [Petrus] heuchelten die anderen Juden, sodass auch Barnabas durch ihre Heuchelei mitgerissen wurde.\u201c Selbst Barnabas, der Sohn der Ermutigung, hatte einen gro\u00dfen Aussetzer gehabt und sich daneben verhalten. Er hatte seine heidnischen Geschwister diskriminiert, als es hart auf hart kam. Barnabas entgegnete daraufhin gekr\u00e4nkt: \u201eIch kann nicht glauben, dass du mir das schon wieder an den Kopf wirfst! Wie oft soll ich mich noch daf\u00fcr entschuldigen!\u201c Paulus sagte daraufhin: \u201eJetzt mal Markus ganz beiseitegelassen: die Frage ist am Ende doch, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich dir vertrauen kann, wenn du so einknickst!\u201c<br \/>\nBarnabas antwortete: \u201eDu kannst mir nicht vertrauen? Hast du vergessen, wer dich damals unter die Fittiche genommen hatte? Ich war derjenige, der dir vertraut hatte, dir dem Christenverfolger! Ich war derjenige, der dich den Aposteln in Jerusalem vorgestellt hatte, als niemand etwas mit dir zu tun haben wollte. Ich war derjenige, der dich nach Antiochia geholt hatte, wo du deine erste Pastorenstelle angetreten hattest. Hast du das alles vergessen?\u201c Und danach wurde der Streit richtig pers\u00f6nlich. H\u00e4ufig sind die Streitereien dann am heftigsten und am schlimmsten, wenn beide Seiten irgendwo recht haben. (Woher wissen wir, dass sich das Gespr\u00e4ch so abgespielt hatte? N.T. Wright hat antike Tonbandaufnahmen analysiert ;-).<br \/>\nDer Streit war so schlimm, die Kr\u00e4nkungen auf beiden Seiten so tief, das Vertrauen so besch\u00e4digt, dass nur noch eine Scheidung infrage kam. Paulus und Barnabas trennten sich. Um es so klar zu sagen, wie es nur geht: Wenn Christen sich auf solche Weise trennen, ist das nie der Wille Gottes. Sp\u00e4ter, als \u00e4lterer und reiferer Mann hat Paulus sicherlich das ein oder andere Mal an diesen Streit zur\u00fcckdenken m\u00fcssen. Fakt ist, Markus wurde zu einem t\u00fcchtigen Bruder f\u00fcr Paulus (2. Timotheus 4,11). Aus den sp\u00e4teren Briefen von Paulus wird offensichtlich, dass er gerne und eng mit Markus zusammenarbeitete. Und Paulus hat sich sicherlich f\u00fcr sein Verhalten gegen\u00fcber Barnabas gesch\u00e4mt.<br \/>\nWas hat das Ganze jetzt mit Gottes Willen zu tun? Was den Willen Gottes angeht, differenzieren christliche Theologen zwischen zwei unterschiedlichen Aspekten: der offenbarte Wille Gottes und der geheime, verborgene Wille Gottes. Der offenbarte Wille Gottes ist das, was Gott in seinem Wort zu uns spricht. In R\u00f6mer 12,2 hei\u00dft es zum Beispiel: \u201eUnd gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr pr\u00fcfen k\u00f6nnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgef\u00e4llige und Vollkommene!\u201c In 1. Thessalonicher 4,3 hei\u00dft es: \u201eDas ist es, was Gott will: eure Heiligung.\u201c Courtney Doctor[1] hat einen Artikel geschrieben mit dem Titel \u201eGottes Wille f\u00fcr dein Leben ist offensichtlicher als du denkst.\u201c[2] Und tats\u00e4chlich ist das so. In vielen F\u00e4llen wissen wir ziemlich genau, was Gott-gef\u00e4llig ist. Das, was Paulus und Barnabas demonstrierten, war weder gut noch wohlgef\u00e4llig, vollkommen oder heilig. Es war ziemlich menschlich.<br \/>\nZwei kurze Anwendungen, bevor wir fortfahren. Wir haben gesagt, dass wenn sich Christen im Streit trennen, es nie der Wille Gottes ist. Gott hat uns zur Gemeinschaft geschaffen. Die christliche Gemeinde soll ein lebendes Beispiel f\u00fcr diese Gemeinschaft sein: dass die unterschiedlichsten Menschen eins werden k\u00f6nnen. Friedrich Schiller hatte gedichtet: \u201eDeine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt, alle Menschen werden Br\u00fcder, wo dein sanfter Fl\u00fcgel weilt.\u201c Wir alle kennen diese Worte aus Beethovens neunter Symphonie. Die Gemeinde sollte eigentlich der Ort sein, in der Menschen erfahren, wie sich diese Hoffnung erf\u00fcllt, dass alle Menschen Geschwister werden.<br \/>\nDiese Botschaft ist f\u00fcr unsere Zeit vielleicht relevanter als je. Wir leben in einer Zeit, in der jeder f\u00fcr sich ist. Einsamkeit wurde als gr\u00f6\u00dfte Volkskrankheit unserer Zeit bezeichnet. Gleichzeitig wird in unserer Gesellschaft die Illusion vermittelt, dass wir die anderen nicht brauchen. Der dritte \u201eGuardians of the Galaxy\u201c Film endet damit (sorry, Spoiler-Alarm), dass das Team auseinanderbricht und getrennte Wege geht. Mantis sagt: \u201eMein ganzes Leben habe ich getan, was mein Vater wollte. Und dann habe ich alles getan, was die Guardians wollten. Ich muss rausfinden, was ich will.\u201c Die Botschaft, die dahintersteht ist: \u201eIch muss herausfinden, wer ich bin. Und dazu brauche ich Abstand von euch. Mein Verst\u00e4ndnis meiner Identit\u00e4t, muss unabh\u00e4ngig sein, von allen meinen Beziehungen. Wer ich bin, kann alleine ich entscheiden, ohne Beeinflussung von au\u00dfen.\u201c<br \/>\nDas Problem ist, dass Identit\u00e4t so nicht funktioniert. Du kannst dein Leben nicht alleine f\u00fchren. Du kannst nicht in einem Vakuum leben. Und wenn du es versuchst, dann gehst du innerlich zugrunde. Die Beziehungen, die wir hegen, machen aus, wer wir sind. Der Grund ist, dass wir zur Gemeinschaft geschaffen wurden. Und nur in tiefer, wahrer Gemeinschaft, Gemeinschaft mit Gott und Gemeinschaft mit unseren Mitmenschen einschlie\u00dflich den Geschwistern der Gemeinde, finden wir unser Selbst. Wir finden den Ort, an dem wir sein k\u00f6nnen.<br \/>\nDie andere Anwendung ist, dass wir alle auf Gottes Gnade angewiesen sind. Im heutigen Text benehmen sich Paulus und Barnabas auf besch\u00e4mende Art und Weise. Paulus wird als der gr\u00f6\u00dfte Apostel angesehen, und Barnabas war der Sohn der Ermutigung. Wenn das den Besten der Besten, und den Gr\u00f6\u00dften der Gr\u00f6\u00dften passiert, dann sollte unsere Grundannahme sein, dass uns das erst recht passiert. Hier ist eine Illustration von Tim Keller. Als wir 20 Jahre alt waren, haben wir sicherlich mal auf unsere Teenie-Jahre zur\u00fcckgeschaut und gedacht: \u201eMeine G\u00fcte, ich war damals so ein Volltrottel. Wie konnte ich nur so doof sein.\u201c Als wir dann unsere 30er Jahre erreicht hatten, dachten wir an unsere 20er und dachten: \u201eMeine G\u00fcte, ich war so ein Volltrottel.\u201c Das Gleiche passiert uns, als wir unsere 40er und 50er Jahre erreicht haben. Und wisst ihr was? Wir sind immer noch Volltrottel.<br \/>\nWir brauchen Gottes Gnade.<\/p>\n<p><strong>2. Wie Gott uns trotzdem seinen Willen zeigt<\/strong><br \/>\nDie Geschichte fokussiert sich jetzt auf Paulus und seine Begleiter. In Vers 6 lesen wir: \u201eWeil ihnen aber vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in der Provinz Asien zu verk\u00fcnden, reisten sie durch Phrygien und das galatische Land.\u201c Paulus Absicht war es, tiefer nach Kleinasien zu ziehen. Der Text sagt nicht, wie der Heilige Geist den Weg versperrt hatte. Vielleicht hatte er auf irgendeine Weise klar die T\u00fcr verschlossen. Das heutige \u00c4quivalent k\u00f6nnte sein, dass die GdL streikt, und alle Z\u00fcge ausfallen, so dass man aufs Auto umsteigt, aber auf der Autobahn ein unm\u00f6glich langer Stau ist, weil ein LKW querliegt, und man versucht auf die Landstra\u00dfe auszuweichen, die wegen einer Baustelle gesperrt ist. Dann lesen wir in Vers 7: \u201eSie zogen an Mysien entlang und versuchten, Bithynien zu erreichen; doch auch das erlaubte ihnen der Geist Jesu nicht.\u201c Wieder gab es einen klaren Eingriff Gottes. Diese Zeit der Unsicherheit hielt einige Tage oder Wochen an, in der sie eine ziemliche Wegstrecke zur\u00fccklegten. Paulus und sein Team kommen schlie\u00dflich nach Troas. Vers 9 sagt dann: \u201eDort hatte Paulus in der Nacht eine Vision. Ein Mazedonier stand da und bat ihn: Kommt her\u00fcber nach Mazedonien und hilf uns!\u201c Das war ziemlich eindeutig und klar.<br \/>\nIn Vers 10 lesen wir als Konsequenz: \u201eAuf diese Vision hin wollten wir sofort nach Mazedonien abfahren; denn wir kamen zu dem Schluss, dass uns Gott dazu berufen hatte, dort das Evangelium zu verk\u00fcnden.\u201c (\u00dcbrigens ist hier das erste Mal, dass sich das Personalpronomen \u00e4ndert. Der Text spricht von \u201ewir\u201c, was ein starker Hinweis darauf ist, dass Lukas Teil dieser Reisegruppe ist.) Gott hatte Paulus und Team nach Troas gef\u00fchrt, was direkt am Meer liegt. Und danach zeigte Gott, wohin die Reise als N\u00e4chstes hingehen sollte: nach Westen; nach Mazedonien und nach Griechenland. Philippi, Thessalonich, Athen und Korinth w\u00fcrden einige der n\u00e4chsten Etappen werden.<br \/>\nVorhin hatte ich gesagt, dass man beim Willen Gottes zwei Aspekte unterscheiden kann. Im Gegensatz zum offenbarten Willen gibt es noch den verborgenen Willen Gottes. Er ist geheim. Dieser Wille Gottes hat etwas mit seiner Souver\u00e4nit\u00e4t zu tun: Die Tatsache, dass Gott das Universum regiert, auch in den Momenten, in denen es nicht so ersichtlich ist. Das Resultat ist, dass am Ende des Tages, im Gro\u00dfen und Ganzen, der Wille Gottes geschieht, auch wenn in den einzelnen Situationen nicht das geschieht, was Gott will. Oft gebraucht Gott das B\u00f6se, das gegen seinen offenbarten Willen begangen wird, um Gutes hervorzubringen, was seinem Willen entspricht.<br \/>\nHier sind zwei Beispiele: Als Teenager wurde Josef von seinen \u00e4lteren Br\u00fcdern in eine Grube geworfen und anschlie\u00dfend als Sklave verkauft. Das widerspricht in jeglicher Hinsicht Gottes offenbarten Willen. Aber Gott f\u00fchrt es so, dass Josef \u00fcber Umwege der Vizeregent von \u00c4gypten wird und viele Menschen von einer langen Hungernot gerettet werden. Unser heutiger Text ist ein weiteres Beispiel daf\u00fcr. Es war nicht der Wille Gottes, dass Paulus und Barnabas sich nach erbittertem Streit im Unfrieden trennten. Aber als Resultat dessen entstanden zwei Missionsteams. Und als Resultat dessen wurde Silas Paulus neuer Partner, und Silas war wie Paulus r\u00f6mischer B\u00fcrger, was sich im Lauf der Geschichte als sehr wichtig erweisen sollte.<br \/>\nDas Besondere am heutigen Text ist, dass Gott seinen Willen, der verborgen ist, offenbart. Paulus\u2018 Plan war, nach Kleinasien zu gehen. Gott hatte einen anderen Plan. Und Gott f\u00fchrte Paulus und sein Team auf solche Weise, dass sein Plan offensichtlich wurde. Und damit kommen wir zum letzten Punkt.<\/p>\n<p><strong>3. Wie wir Gottes Willen in unserem Leben erfahren k\u00f6nnen<\/strong><br \/>\nWir hatten die Predigt mit einigen Fragen begonnen, in denen wir uns h\u00e4ufig w\u00fcnschten, etwas klarere Antworten zu haben, was Gottes Wille f\u00fcr uns sein k\u00f6nnte. Ich m\u00f6chte gerne zum Schluss einige Prinzipien diskutieren, die uns helfen k\u00f6nnen, mehr Klarheit zu haben, was Gottes Willen f\u00fcr uns angeht.<br \/>\nZum einen, Gott offenbart seinen Willen, damit wir ihm gehorchen, w\u00e4hrend der verborgene Wille Gottes etwas ist, auf das wir vertrauen d\u00fcrfen. In dem Film \u201eMen in Black 3\u201c gibt es einen Au\u00dferirdischen namens Griffin, der in der Lage ist, die Zukunft zu sehen. Aber nicht einfach irgendeine Zukunft, sondern verschiedene Zukunftsszenarien. Er sieht ein Baseball-Spiel und sagt, dass der eine Spieler nur deshalb professioneller Baseball-Spieler geworden ist, weil sein Vater ihm zum achten Geburtstag keinen Football geschenkt hatte; und ein anderer Spieler namens Cleon h\u00e4tte als Clara geboren werden sollen, wenn seine Eltern nicht ein weiteres Glas Wein getrunken h\u00e4tten, bevor sie ins Bett gegangen sind. Die Ereignisse sind miteinander verwoben.<br \/>\nWer von uns hatte Gedanken wie: \u201eIch h\u00e4tte doch etwas anderes studieren sollen\u201c oder \u201eIch habe den falschen Ehepartner geheiratet\u201c oder \u201eIch h\u00e4tte doch nicht die Ausbildung abbrechen sollen\u201c gefolgt von \u201e\u2026 dann w\u00e4re alles besser gewesen\u201c? Vielleicht ist da auch etwas Wahres dran. Vielleicht w\u00e4re unser Leben dann besser. Aber die Tatsache, dass Gott das Universum regiert, bedeutet, dass er auch dann etwas Wunderbares aus deinem Leben machen kann, wenn bisher alles schiefgegangen ist. Gottes verborgener Wille f\u00fcr dein Leben ist immer noch gut. Deine falschen Abbiegungen sind kein Hindernis f\u00fcr ihn, dich trotzdem zu segnen und etwas aus dir zu machen. Unsere Berufung ist zuallererst, dem Willen Gottes gehorsam zu sein, den er offenbart hat. Mehr noch als \u201eherausfinden\u201c zu wollen, was Gottes spezifischer Lebensplan f\u00fcr uns ist, sollte unser Ziel sein, zu Menschen zu werden, die nah bei Gott sind.<br \/>\nAls zweites, Gottes Wille f\u00fcr unser Leben ist praktisch immer gr\u00f6\u00dfer und besser als das, was wir uns vorstellen k\u00f6nnen. Paulus wollte nach Kleinasien, was sicherlich gut war. Aber Gott wollte, dass Paulus nach Athen, Korinth, Ephesus und Rom geht. Es waren die wichtigsten und die gr\u00f6\u00dften und die einflussreichsten St\u00e4dte des r\u00f6mischen Reiches. Paulus wollte Gemeinden gr\u00fcnden in Mainz, in Paderborn und in W\u00fcrzburg (alles wichtige St\u00e4dte); aber Gott wollte, dass er in Berlin, in Paris, in London und in New York Gemeinden gr\u00fcndet. Der Plan Gottes war mindestens drei Nummern gr\u00f6\u00dfer, als alles, was Paulus sich damals vorstellen konnte.<br \/>\nAuch wenn Gott dich nicht unbedingt ans Ende der Welt schicken will, kannst du davon ausgehen, dass sein Plan f\u00fcr dich gr\u00f6\u00dfer ist, als das, was du im Moment geplant hast. Um eine pers\u00f6nliche Geschichte zu erz\u00e4hlen, wenn ihr mich vor 15 Jahren gefragt h\u00e4ttet, wie viele Kinder ich mir w\u00fcnsche, h\u00e4tte ich gesagt: zwei, maximal drei. Wenn ihr mich heute fragen w\u00fcrdet, wie viele Kinder ich mir w\u00fcnsche, w\u00fcrde ich das Gleiche sagen. Die meisten von euch wissen, dass meine Frau und ich unser f\u00fcnftes Kind erwarten. Alle, die davon geh\u00f6rt haben, haben uns gesagt, dass das eine sch\u00f6ne Nachricht ist. Viele Paare w\u00fcnschen sich Kinder, beten Jahre daf\u00fcr, dass es passiert. Kinder sind ein Segen. Trotzdem haben meine Frau und ich uns gar nicht dar\u00fcber gefreut. Bis heute ist es eine Last. Wir waren so fest davon \u00fcberzeugt, dass wir dieses Kapitel in unserem Leben abgeschlossen hatten. Aber es scheint so, dass es Gottes Wille ist, dass wir noch ein Kind haben. Und ich habe den Eindruck, dass Gott uns dieses Kind anvertraut, weil es Dinge gibt, die ich nur dadurch lernen kann; oder dass es Bereiche in meinem Leben gibt, in denen ich wachsen soll. Gottes Plan ist gr\u00f6\u00dfer, als meine Pr\u00e4ferenzen.<br \/>\nAls letztes, alles wird gut werden, weil Jesus an unserer Stelle dem Willen Gottes v\u00f6llig untertan war. In Bezug auf Kindererziehung hatte ein \u00e4lterer Freund von mir vor Jahren einen Rat gegeben, der mich bis heute zum Denken anregt. Er sagte mir: \u201eDas Wichtigste ist, dass du den Kindern das Gef\u00fchl gibst, dass sie in Ordnung sind und dass alles gut werden wird; weil am Ende alles gut werden wird.\u201c Der letzte Satz ist der wichtigste. Am Ende wird alles gut werden. Woher d\u00fcrfen wir das wissen?<br \/>\nEs gab in der ganzen Geschichte nur einen Menschen, der dem ganzen Willen Gottes auf vollkommene Weise gehorsam war. Im Garten Gethsemane sagte Jesus zu seinen J\u00fcngern: \u201eMeine Seele ist zu Tode betr\u00fcbt.\u201c Und danach betete Jesus ein herzzerrei\u00dfendes Gebet: \u201eAbba, Vater, alles ist dir m\u00f6glich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst.\u201c Der Wille Gottes f\u00fcr Jesus war es, dass dieser Kelch nicht an ihm vorr\u00fcberging. Jesus hat Gott auf perfekte Weise gehorcht, und es hat ihn sein Leben gekostet. Jesus starb am Kreuz, verlassen von Menschen und verlassen von Gott. Er trug die ganze Schuld der Welt.<br \/>\nIch m\u00f6chte euch einladen, auf dieses Kreuz zu schauen. Es ist das gr\u00f6\u00dfte Verbrechen, das die Menschheit begehen konnte. Inmitten dieses Unrechts geschieht der verborgene Wille Gottes, uns Menschen zu retten. Gottes guter Wille f\u00fcr jeden einzelnen von uns erf\u00fcllt sich, weil Jesus f\u00fcr uns gestorben ist. Was ist dieser Wille f\u00fcr uns? Die Auferstehung von den Toten, ein neues Leben, ein wahres Zuhause, das er uns bereitet hat, einen Schatz, den uns niemand nehmen kann, ewige Gemeinschaft mit dem, der uns vor Anbeginn der Welt geliebt hat im Kreis aller Menschen, die Jesus lieb haben und grenzenlose, unendliche, unaussprechliche Freude und Gl\u00fcck. Das ist der Wille Gottes f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>[1]&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.evangelium21.net\/autoren\/courtney-doctor\/\">https:\/\/www.evangelium21.net\/autoren\/courtney-doctor\/<\/a><\/p>\n<p>[2] <a href=\"https:\/\/www.evangelium21.net\/media\/1802\/gottes-wille-fuer-dein-leben-ist-offensichtlicher-als-du-denkst\">https:\/\/www.evangelium21.net\/media\/1802\/gottes-wille-fuer-dein-leben-ist-offensichtlicher-als-du-denkst<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/www.thegospelcoalition.org\/article\/gods-will-life-obvious-think\/\">https:\/\/www.thegospelcoalition.org\/article\/gods-will-life-obvious-think\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext &nbsp;&nbsp; Gottes Willen erkennen \u201eAuf diese Vision hin wollten wir sofort nach Mazedonien abfahren; denn wir kamen zu dem Schluss, dass uns Gott dazu berufen hatte, dort das Evangelium zu verk\u00fcnden.\u201c (Apostelgeschichte 16,10[EH\u00dc]) Unsere Ausgangsthese ist, dass das Buch Apostelgeschichte dar\u00fcber berichtet, wie Gott durch die christliche Gemeinde seine Versprechen an Israel [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[14,4],"tags":[],"class_list":["post-12250","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-apostelgeschichte","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12250","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12250"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12250\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12257,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12250\/revisions\/12257"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}