{"id":1224,"date":"2010-11-28T22:41:35","date_gmt":"2010-11-28T21:41:35","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1224"},"modified":"2023-01-29T20:53:29","modified_gmt":"2023-01-29T19:53:29","slug":"predigt-2-samuel-192-2122","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-2-samuel-192-2122\/","title":{"rendered":"Predigt: 2.Samuel 19,2 &#8211; 21,22"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/P20-2Sa1902-2122.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\" lang=\"de-DE\"><strong>Um des Eides Willen<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Aber der K\u00f6nig verschonte Mefi-Boschet, den Sohn Jonatans, des Sohnes Sauls,um des Eides willen, den David und Jonatan, der Sohn Sauls, einander vor dem Herrn geschworen hatten.\u201d<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(2.Sam 21,7)<\/p>\n<p>In den letzten Wochen wurden wir mit Davids S\u00fcnden konfrontiert. Seine S\u00fcnde war schwerwiegend, dementsprechend schwerwiegend waren auch die Nachwirkungen seiner S\u00fcnde. Letzte Woche haben wir erfahren, wie das harte Gericht Gottes die Nation traf. Zwar gewann David die Schlacht gegen Absalom und die Rebellen doch statt Recht und Gerechtigkeit standen Hass, Rebellion und Spaltung an der Tagesordnung. Was tat David in dieser Zeit und wie half Gott ihm? M\u00f6ge Gott sich durch sein Wort reichlich offenbaren.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tDavid wirbt um Juda (19,1-16)<\/strong><\/p>\n<p>Was berichtet Vers 1 \u00fcber David? <strong>\u201eDa erbebte der K\u00f6nig und ging hinauf in das Obergemach des Tores und weinte\u201c<\/strong>. Was war geschehen? Joab hatte Absalom erstochen, als dieser hilflos am Baum hing. Das ganze Kriegsvolk hielt diesen Mord f\u00fcr einen gro\u00dfen Sieg. David sollte sich freuen, so wie sie sich freuten. Wie reagierte David auf den Tod seines Sohnes? David war zutiefst betroffen. Seinen Schmerz und seine Trauer konnte er nicht verbergen. Er fing an zu beben und lautstark zu trauern. Er weinte und wollte lieber selbst tot sein, anstelle seines Sohnes. Wie beschreibt die Bibel diesen Tag? Vers 3 erz\u00e4hlt: <strong>\u201eSo wurde aus dem Sieg an diesem Tag eine Trauer unter dem ganzen  Kriegsvolk; denn das Volk hatte an diesem Tage geh\u00f6rt, dass sich der K\u00f6nig um seinen Sohn gr\u00e4me.\u201c<\/strong> Daraufhin stahl sich das Kriegsvolk weg, als h\u00e4tten sie den Kampf verloren und einen R\u00fcckzug unternommen. David aber h\u00f6rte nicht auf, laut zu schreien und den Namen seines verstorbenen Sohnes zu rufen.<\/p>\n<p>Was tat Joab in dieser Situation? Joab hatte absolut kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr David. Er hatte wohl seinen eigenen Schmerz \u00fcber den Verlust seines Bruders vergessen. Er spottete quasi \u00fcber Davids Art zu trauern. David sollte sich den Tod Absaloms nicht zu Herzen nehmen, denn dieser war sein Feind gewesen. Vielmehr sollte sich David um seine Soldaten k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Er verstand David einfach nicht. Am allerwenigsten verstand er wieso David seinen Feinden so wohlgesinnt sein konnte. Gerade hier wird der gro\u00dfe Kontrast zwischen David und Joab deutlich. David hatte Saul verschont, David hatte Absalom geliebt, David hatte Schimi geduldig ertragen. Davids Umgang mit anderen Menschen zeigt die Besonderheit seiner Person. David war kein Mann mit leicht verletzlichem Ego. Er war kein Mann der pers\u00f6nlichen Rache. Er war nicht nachtragend. Er ging auf Menschen zu, sogar auf Feinde, die ihn t\u00f6ten wollten. David konnte es tun, weil er die Menschen aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtete. Gottes Gesinnung war Davids Ma\u00dfstab, mit der er andere behandelte. Somit spiegelt David die Liebe Gottes wieder, denn Gott kann die S\u00fcnde der Menschen nicht ausstehen, doch er liebt die S\u00fcnder trotz ihrer zahlreichen Makel. Gott umarmt uns Menschen mit seiner Liebe, damit wir zu ihm kommen und von ihm ver\u00e4ndert werden. So lehrt uns Jesus, nicht nur unsere Freunde, sondern vor allem auch unsere Feinde zu lieben.<\/p>\n<p>Dennoch nahm David Joabs Kritik zu Herzen und setzte sich wieder ins Tor, so dass das Volk wieder zu ihm treten konnte. Auch hierin zeigt David Gr\u00f6\u00dfe. \u00dcber seinen pers\u00f6nlichen Schmerz verga\u00df er sein Volk nicht. Er widmete sich seinen Aufgaben und dem Amt, das er von Gott erhalten hatte, n\u00e4mlich K\u00f6nig \u00fcber ganz Israel zu sein.<\/p>\n<p>Was tat das Volk, nachdem es unter Absaloms Rebellion eine Niederlage eingesteckt hatte? Vers 9b berichtet, dass jeder in sein Zelt floh. Zuhause angekommen musste sich das Volk neu positionieren. Sollten sie trotz Absaloms Tod weiter in Rebellion leben oder sich David als alten und neuen K\u00f6nig anschlie\u00dfen? Laut Vers 10 entfachte in allen St\u00e4mmen ein Streit \u00fcber dieses Thema. Nationale Einheit unter David oder Spaltung und Autonomie? Welche Argumente fand das Volk f\u00fcr David? Sie stellten fest: <strong>\u201eDer K\u00f6nig hat uns errettet aus der Hand unserer Feinde und uns erl\u00f6st aus der Hand der Philister und hat jetzt aus dem Lande fliehen m\u00fcssen vor Absalom. Aber Absalom, den wir \u00fcber uns gesalbt hatten, ist gefallen im Kampf. Warum seid ihr nun so still und holt den K\u00f6nig nicht wieder zur\u00fcck?\u201c<\/strong> Dieser Streit im Volk entwickelte sich zugunsten Davids und der Anerkennung seines K\u00f6nigtums. Schlie\u00dflich sprachen alle Fakten f\u00fcr David. Gott hatte ihn als K\u00f6nig \u00fcber sein Volk gesalbt und feierlich eingesetzt. Gott hatte ihn gebraucht, um Israel aus der Hand ihrer Feinde zu erl\u00f6sen. David war die beste Wahl Gottes. Ihn hatten sie aber abgelehnt, nun war Wiedergutmachung angesagt.<\/p>\n<p>Was tat David, als er von diesem Vorhaben erfuhr? Verse 12 und 13 lauten: <strong>\u201eEs kam aber die Rede ganz Israels vor den K\u00f6nig. Und der K\u00f6nig sandte zu den Priestern Zadok und Abjatar und lie\u00df ihnen sagen: Redet mit den \u00c4ltesten in Juda und sprecht: Warum wollt ihr die Letzten sein, den K\u00f6nig zur\u00fcckzuholen in sein Haus? Ihr seid meine Br\u00fcder, von meinem Gebein und Fleisch; warum wollt ihr denn die Letzten sein, den K\u00f6nig zur\u00fcckzuholen?\u201c<\/strong> David h\u00e4tte sich \u00fcber das Interesse der restlichen 11 St\u00e4mme freuen k\u00f6nnen. Im selben Atemzug h\u00e4tte er das offensichtlich fehlende Interesse seines eigenen Stammes, Juda, betroffen, beleidigt und mit Abneigung registrieren und Sanktionen gegen sie verh\u00e4ngen k\u00f6nnen. Oder er h\u00e4tte \u00fcberlaufen und nur K\u00f6nig der 11 St\u00e4mme sein und Juda aus dem Volk Gottes amputieren k\u00f6nnen. Menschen neigen dazu viele Dummheiten zu begehen, wenn sie an der falschen Stelle empfindlich sind und sich verletzt f\u00fchlen. Ein solcher K\u00f6nig w\u00e4re kein Segen f\u00fcr das Volk Gottes gewesen. Welche Anstrengung unternahm David? Er warb um Juda. Und er warb mit den Priestern. Die Priester sollten das Volk wachr\u00fctteln. Warum z\u00f6gerte Davids Stamm? David stammte zwar von Juda ab, doch Absalom eben auch und ihn hatten sie unterst\u00fctzt. In dieser Hinsicht erinnert David an den auferstanden Jesus am See Genezareth, dem sich die J\u00fcnger aufgrund ihres Versagens nicht n\u00e4hern konnten, bis Jesus sie aufsammelte.<\/p>\n<p>Welcher Beschluss Davids folgte seinem ersten Vorhaben? Vers 15 lautet: <strong>\u201eUnd zu Amasa sprecht: Bist du nicht von meinem Gebein und Fleisch? Gott tue mir dies und das, wenn du nicht Feldhauptmann sein sollst vor mir dein Leben lang an Joabs statt.\u201c <\/strong>Wer war Amasa? Er stammte aus Juda, war sogar mit David verwandt. Doch er hatte sich Absalom angeschlossen und fungierte als sein Hauptmann. Er hatte somit f\u00fcr Hochverrat aus den eigenen Reihen gesorgt. Warum wollte David ausgerechnet ihn als Feldhauptmann einsetzen? Diesen politischen Stiel kennen wir auch aus unserer Zeit, n\u00e4mlich von Pr\u00e4sident Obama. Er integriert politische Gegner, um wie versprochen ein Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten zu sein und nicht nur der Demokraten. Es ist eine interessante Parallele zum heutigen Text, dass gerade Obamas Verteidigungsminister ein Republikaner ist. Aber Verteidigungsminister Gates hatte nie einen Mordanschlag auf Obama geplant oder ausge\u00fcbt. Amasa hatte aber nach Davdis Leben getrachtet, das ist ein gro\u00dfer Unterschied!<\/p>\n<p>Wir sehen Davids Orientierung und Davids Ziel. Er wollte integrieren und vereinen. Kein Stamm sollte au\u00dfenvor bleiben. Er tat alles, um jeden in das Reich und im Volk Gottes einzuschlie\u00dfen, niemand sollte verloren gehen. Ein vereintes K\u00f6nigreich vor Gott besa\u00df bei David erste Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wie sah das Resultat seiner Bem\u00fchung aus? Betrachten wir Vers 15: <strong>\u201eUnd er wandte das Herz aller M\u00e4nner Judas wie eines Mannes Herz und sie sandten hin zum K\u00f6nig: Komm zur\u00fcck, du und alle deine Leute! So kam der K\u00f6nig zur\u00fcck.\u201c<\/strong> Davids Bem\u00fchung um Einigkeit trug Fr\u00fcchte. David hatte seinen eigenen Stamm wieder hinter sich. Vor allen anderen St\u00e4mmen kamen die Menschen aus Juda, um ihren K\u00f6nig \u00fcber den Jordan zu bringen.<\/p>\n<p><strong>Teil II\tDavid wirbt um Israel (19,17-41)<\/strong><\/p>\n<p>Wer kam noch, um David zur\u00fcck zu bringen? Vers 17 berichtet, wie Schimi, der Benjaminiter und Ziba, der Knecht Mefi-Boschets, eilends kamen und eine Furt durch den Jordan machten, um den K\u00f6nig \u00fcber den Fluss zu f\u00fchren. Wir erinnern uns noch an Schimi. Auf Davids Flucht trat er sp\u00f6ttisch auf, beschimpfte den fliehenden K\u00f6nig und bewarf ihn mit Steinen und Erdklumpen. Das war ein unm\u00f6gliches und in jeder Hinsicht unangebrachtes Verhalten. Doch David hatte tiefe Demut bewiesen und ihn gew\u00e4hren lassen. David erduldete wirklich seine Feinde, ohne Rache auszu\u00fcben. Nun sehen wir welche Frucht Davids Geduld trug. <strong>\u201eund sprach zum K\u00f6nig: Mein Herr rechne es mir nicht als Schuld an und denke nicht mehr daran, dass dein Knecht sich an dir vergangen hat an dem Tage, da mein Herr, der K\u00f6nig, aus Jerusalem ging, und der K\u00f6nig nehme es nicht zu Herzen. Denn dein Knecht erkennt, dass ich ges\u00fcndigt habe. Und siehe, ich bin heute als Erster vom ganzen Hause Josef gekommen, dass ich meinem Herrn, dem K\u00f6nig, entgegen z\u00f6ge.\u201c<\/strong> Davids Umgang mit S\u00fcndern ist wirklich beispielhaft. Abischai, Joabs Bruder, wollte Schimi umbringen. Doch David hatte Schimi Zeit zur Bu\u00dfe gegeben. Es ist auffallend, mit welcher Entschiedenheit David Abischais Vorschlag zerschlug. Er wollte nichts mehr mit ihm und seinen Bruder zu tun haben, die nur auf Rache und Selbstjustiz aus waren und das Herz Gottes keineswegs verstanden. Denn Gottes Herz schl\u00e4gt gerade f\u00fcr S\u00fcnder. Ihnen will Gott begegnen und er tut es am Kreuz. So kam auch Christus, der K\u00f6nig aller K\u00f6nige und lie\u00df sich beschimpfen, bespucken und schlagen um am Kreuz die S\u00fcnder zu sich zu rufen. So hat uns der gekreuzigte und auferstandene Christus Gelegenheit gegeben unsere S\u00fcnde zu erkennen und Bu\u00dfe zu tun. Gott ist geduldig und freut sich, wenn seine Feinde ihre S\u00fcnde erkennen und Bu\u00dfe tun. So freute sich auch David, als sein Feind Bu\u00dfe tat und zur\u00fcck zu ihm kehrte. David nahm ihn mit offenen Armen an und sprach: <strong>\u201eDu sollst nicht sterben. Und der K\u00f6nig schwor es ihm.\u201c <\/strong>David schenkte ihm sein Leben und tat einen weiteren Schritt, um sein Volk und insbesondere den rebellischen Stamm Benjamin zu integrieren.<\/p>\n<p>Wer kam David noch entgegen? Betrachten wir Vers 25. Auch Mefi-Boschet, Jonatans Sohn und Sauls Enkel, erschien vor David. Diesem Mann hatte David viel Gnade erwiesen, doch er war nicht mit David gezogen und sein Knecht Ziba hatte ihn als einen Verr\u00e4ter dastehen lassen. Doch David wollte Mefi-Boschet nicht ohne die M\u00f6glichkeit der Verteidigung richten. So stellte ihn David zur Rede: <strong>\u201eWarum bist du nicht mit mir gezogen, Mefi-Boschet?\u201c<\/strong> Mefi-Boschet erz\u00e4hlte David eine v\u00f6llig andere Version der Geschichte. Nach seiner Version wollte er zu David kommen, doch es war nicht so leicht f\u00fcr ihn, da er an beiden Beinen invalid war. Au\u00dferdem hatte Ziba ihn verleumdet und ihn in einem schlechten Licht vor dem K\u00f6nig dastehen lassen. Er wollte aber nicht weiter um Gnade bitten, da er bereits unbeschreibliche Gnade erfahren hatte und sich selbst nicht f\u00fcr w\u00fcrdig hielt, die unverdiente Gunst des K\u00f6nigs weiterhin in Anspruch zu nehmen. Er war bereit, des K\u00f6nigs Urteil zu seinem Vor- oder Nachteil stillschweigend entgegen zu nehmen.<\/p>\n<p>Sagte Mefi-Boschet die Wahrheit oder log er? Betrachten wir Vers 25b: <strong>\u201eUnd er hatte seine F\u00fc\u00dfe und seinen Bart nicht gereinigt und seine Kleider nicht gewaschen von dem Tage an, da der K\u00f6nig weggegangen war, bis zu dem Tag, da er wohlbehalten zur\u00fcckk\u00e4me.\u201c<\/strong> Man kann vieles sagen, doch oft sprechen die Taten B\u00e4nde. Und Mefi-Boschet hatte die Abwesenheit des einzig legitimen K\u00f6nig Israels Tag und Nacht betrauert. Eigentlich wollte David ihn ganz enteignen. Doch nun sollte er sein Hab und Gut mit seinem Knecht teilen, wom\u00f6glich deshalb, weil Ziba zu David und nicht zu Absalom gehalten hatte und ihm zur rechten Zeit zu Hilfe gekommen war.<\/p>\n<p>Wer kam noch herab zum K\u00f6nig? Vers 32 erw\u00e4hnt Barsillai, den Gileaditer, der David im Exil mit jeder Menge Betten, Decken, Gef\u00e4\u00dfe und Nahrungsmittel versorgt hatte. Diesen Barsillai h\u00e4tte David gerne an seiner Seite in Jerusalem gehabt, um ihm zu danken. Doch Barsillai lehnte aufgrund seines hohen Alters h\u00f6flich ab. Er wollte lieber in Frieden bei seinen Vorfahren sterben und schlug einen anderen vor, dem der K\u00f6nig Gnade erweisen sollte. David akzeptierte seine W\u00fcnsche, k\u00fcsste ihn zum Abschied und segnete ihn. Schlie\u00dflich hei\u00dft es im Vers 41b: <strong>\u201eUnd das ganze Volk von Juda hatte den K\u00f6nig hin\u00fcbergef\u00fchrt und auch die H\u00e4lfte des Volks von Israel.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Teil III\tDavids Sieg und Treue (19,42-21)<\/strong><\/p>\n<p>Juda und die H\u00e4lfte Israels waren dabei beteiligt, den K\u00f6nig zur\u00fcck zu f\u00fchren. Die R\u00fcckkehr des K\u00f6nigs war ein erfreulicher Anlass, ein nationaler Festtag. Was entstand jedoch im Volk? Betrachten wir die Verse 42-44. Die 11 St\u00e4mme Israels beschwerten sich beim K\u00f6nig \u00fcber Juda; diese h\u00e4tten David gestohlen und \u00fcber den Jordan gebracht. Offenbar waren die restlichen 11 St\u00e4mme besorgt. Sie interpretierten einen Alleinanspruch Judas auf den K\u00f6nig. Darin sahen sie eine Provokation und eine erneute Spaltung, die sich abzeichnete. Die Jud\u00e4er wiederum verteidigten sich: <strong>\u201eDer K\u00f6nig steht uns doch n\u00e4her; warum z\u00fcrnt ihr dar\u00fcber? Meint ihr, dass wir etwa ein St\u00fcck vom K\u00f6nig aufgegessen oder ihn f\u00fcr uns weggeschleppt h\u00e4tten?\u201c<\/strong> Die Jud\u00e4a hatten keine Spaltung beabsichtigt, doch offenbar herrschte eine tiefe Spaltung, auch ohne Grenzen und Mauern, im Volk. Die 11 St\u00e4mme stritten sich heftig mit dem Stamm Juda, der im Streit trotz der klaren Unterzahl an Heftigkeit \u00fcberwog.<\/p>\n<p>Was folgte diesem Streit? Betrachten wir Kapitel 20. <strong>\u201eEs traf sich aber, dass dort ein ruchloser Mann war, der hie\u00df Scheba, ein Sohn Bichris, ein Benjaminiter. Der blies die Posaune und sprach: Wir haben kein Teil an David noch Erbe am Sohn Isais. Ein jeder gehe in sein Zelt, Israel! Da fiel jedermann in Israel von David ab und sie folgten Scheba, dem Sohn Bichris. Aber die M\u00e4nner von Juda hingen ihrem K\u00f6nig an und geleiteten ihn vom Jordan bis Jerusalem.\u201c<\/strong> Durch diese Begebenheit wird deutlich, wie fragil der Zusammenhalt im Volk war. Obwohl David sein Bestes tat, die Nation zu vereinen, reichte ein Windhauch und der Zusammenhalt brach wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Diese Tatsache war zutiefst bedauerlich und erf\u00fcllte David sicherlich mit Traurigkeit. Doch David gab nicht auf. Er kannte seine g\u00f6ttliche Berufung, ein K\u00f6nig des ganzen Volkes zu sein, damit Gott das Volk als Ganzes segnen und als Segen f\u00fcr andere V\u00f6lker gebrauchen konnte. Das war der Wille Gottes und nicht die Spaltung und das gegenseitige Bekriegen!<\/p>\n<p>Welchen Plan hatte David, um Schebas Ruchlosigkeit und dem Zerfall der Einigkeit Einhalt zu gebieten? Amasa, der neue General Davids, bekam den Auftrag alle M\u00e4nner Judas zu versammeln. Dazu bekam er 3 Tage Zeit. Doch Amasa war \u00fcberfordert und konnte Davids Projekt nicht zustandebringen. <strong>\u201eDa sprach David zu Abischai: Nun wird uns Scheba, der Sohn Bichris, mehr Schaden tun als Absalom. Nimm du die M\u00e4nner deines Herrn und jage ihm nach, damit er nicht etwa f\u00fcr sich feste St\u00e4dte gewinne und entrei\u00dfe sie vor unsern Augen.\u201c<\/strong> Joab machte sich auf und folgte seinem Bruder Abischai, gemeinsam mit den Kretern und Pletern und allen Helden Davids, um Scheba nachzujagen. Auf dem Weg traf Joab Amasa. Mit den heuchlerischen Worten: \u201eFriede mit dir, mein Bruder!\u201c und den heuchlerischen Taten, ihn am Bart zu fassen und den Kuss des Verrates zu geben, erstach Joab seinen Konkurrenten und lehnte sich ein weiteres Mal gegen David auf. Die weiteren Verse berichten, wie sich jedermann Joab und David anschloss und ebenfalls Scheba nachjagte. Die Verfolgung Schebas vollzog sich durch alle St\u00e4mme Israels, bis er sich in Abel-Bet-Maacha verschanzte. Weil die Stadt ummauert war, sch\u00fctteten die Verfolger einen Wall auf, entschlossen die ganze Stadt auf den Kopf zu stellen, um Scheba zu schnappen.<\/p>\n<p>Das war die Sternstunde einer klugen Frau, die mit ihrer bahnbrechenden Klugheit tats\u00e4chlich in der Lage war den hitzk\u00f6pfigen Joab zu stoppen. Sie versprach Joab den Kopf Schebas, wenn er die Stadt verschonen w\u00fcrde. So geschah es dann auch. Und ein jeder ging heim und Joab kehrte zur\u00fcck zu David. Erfolgreich hatte David die Spaltung im Keim erstickt. In den Versen 23-25 erfahren wir, wie er seine Administration \u00fcber alle St\u00e4mme wieder aufstellte.<\/p>\n<p>Welches andersgeartete Problem bedrohte das Reich? Betrachten wir Kapitel 21. <strong>\u201eEs war eine Hungersnot zu Davids Zeiten drei Jahre nacheinander. Und David suchte das Angesicht des Herrn und der Herr sprach: Auf Saul und auf seinem Hause liegt eine Blutschuld, weil er die Gibeoniter get\u00f6tet hat.\u201c<\/strong> Josua hatte mit den Gibeonitern einen Bund geschlossen. Demnach sollten sie nicht ausgerottet werden. Doch Saul hatte sie bek\u00e4mpft und somit gegen den Bund versto\u00dfen. Das gefiel Gott nicht. Gottes Volk sollte ein gerechtes und ein b\u00fcndnistreues Volk sein, ein Segen f\u00fcr andere V\u00f6lker und kein Fluch. Und S\u00fcnde muss ges\u00fchnt werden. Auf Davids Anfrage forderten die Gibeoniter 7 M\u00e4nner aus dem Hause Sauls, um sie \u201evor dem Herrn in Gibeon, auf dem Berge des Herrn\u201c aufzuh\u00e4ngen. David willigte ein, doch unter einer Bedingung. Wie lautete sie? Vers 7 lautet: <strong>\u201eAber der K\u00f6nig verschonte Mefi-Boschet, den Sohn Jonatans, des Sohnes Sauls, um des Eides willen, den David und Jonatan, der Sohn Sauls, einander vor dem Herrn geschworen hatten.\u201c <\/strong>David hatte seinen eigenen, ganz pers\u00f6nlichen Bund mit Jonatan, vor Gott geschossen, n\u00e4mlich Jonatans Nachkommen zu verschonen. Und David war im Gegensatz zu Saul treu. Er verschonte Mefi-Boschet.<\/p>\n<p>Auch wenn es aus unserer Sicht nicht so leicht zu verstehen ist, akzeptierte jeder die S\u00fchnung, Juda, die St\u00e4mme Israels, auch Benjamin, ja selbst Gott. Gott ist gerecht und er l\u00e4sst Gerechtigkeit walten. Blut muss mit Blut ges\u00fchnt werden. Und sicherlich waren die S\u00f6hne Sauls keine Freunde der Gibeoniter. Wir wissen, wie hartn\u00e4ckig der Stamm Benjamin in die Fu\u00dfstapfen Sauls trat, um wie viel mehr Sauls eigene S\u00f6hne. Und sicherlich hatten die Gibeoniter guten Grund die Nachkommen Sauls zu fordern. Auf diese Weise geschah S\u00fchnung, symbolisch am Tag der Gerstenente, vor dem Herrn. Vers 14b berichtet: <strong>\u201eDanach wurde Gott dem Lande wieder gn\u00e4dig.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Welches letzte Ereignis bedrohte das Reich in der heutigen Lektion? Betrachten wir Verse 15-22. <strong>\u201eEs erhob sich aber wieder ein Krieg der Philister mit Israel.\u201c<\/strong> Doch David, der \u00fcber 60 war, wurde m\u00fcde und w\u00e4re beinahe von einem Riesen erschlagen worden. Doch Abischai kam dem K\u00f6nig zu Hilfe und erschlug den Riesen. <strong>\u201eDa beschworen David seine M\u00e4nner und sprachen: Du sollst nicht mehr mit uns ausziehen in den Kampf, damit nicht die Leuchte in Israel verlischt.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDanach erhob sich noch ein Krieg bei Gob mit den Philistern.\u201c Auch hier wurden die Riesen erschlagen. <strong>\u201eUnd es erhob sich noch ein Krieg bei Gat\u201c<\/strong>. Doch auch der furchteinfl\u00f6\u00dfende Riese mit den 24 Fingern und Z\u00e4hen wurde bezwungen. Gott war mit David und Gott war mit seinem Volk. Nicht einmal Riesen konnten die Nation bedrohen.<\/p>\n<p>Wenn wir uns einzelne Etappen des heutigen Textes im Detail anschauen, stellen wir fest, dass David eine ganze Reihe Niederlagen einstecken musste. David verlor seinen zweiten Sohn und war am Boden zerst\u00f6rt, Davids auserw\u00e4hlter Feldhauptmann wurde hinterh\u00e4ltig erstochen, Davids vielseitige Bem\u00fchungen um Einigkeit schienen phasenweise umsonst gewesen zu sein, Schebas Aufstand drohte das K\u00f6nigreich von innen zu zerst\u00f6ren, 3 Jahre litt das K\u00f6nigreich unter einer Hungersnot und wurde von Feinden bedroht, au\u00dferdem w\u00e4re David beinahe im Kampf umgekommen. Trotz dieser vielen kleinen Misserfolge konnte David im Gro\u00dfen und Ganzen die Nation erfolgreich vereinen. Wie war das m\u00f6glich? Zwei Faktoren spielten eine entscheidende Rolle. Zum einen half Gott David und segnete und best\u00e4tigte sein K\u00f6nigreich. Zum anderen h\u00e4ngt es mit David selbst zusammen. Davids Herzenseinstellung, mit der er regierte und mit anderen Menschen umzugehen pflegte, spiegelt Gottes Willen wieder. Gottes Geduld gegen\u00fcber S\u00fcndern ist schier unermesslich. Diesen Weg ging auch David. David h\u00e4tte durch ein egozentrisches Auftreten viele Feinschaften bewirken k\u00f6nnen. Doch mit seiner Geduld und Liebe wurde er zum Segen f\u00fcr ein vereinigtes K\u00f6nigreich.<\/p>\n<p>Das heterogene Volk mit seinen Schw\u00e4chen und Unvollkommenheiten repr\u00e4sentiert die Gemeinde Gottes. Weil die Gemeinde aus vielen verschiedenen Menschen besteht, k\u00f6nnen \u00e4hnliche Probleme auftreten, wie Uneinigkeit und Rebellion. Doch Gottes guter Wille ist, die Gemeinde zu vereinen, um sie als Ganzes zu segnen, um sie als Segen f\u00fcr viele zu gebrauchen. M\u00f6ge Gottes guter Wille auch unter uns Realit\u00e4t sein.<\/p>\n<p>Gerade als Kreisleiter lerne ich heute von David Gutes und Wichtiges, z.B. dass ich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen als Gottes Volk betrachten soll. Der Segenskreis soll somit eine geistliche Heimat auf f\u00fcr viele Bibelsch\u00fcler sein.<\/p>\n<p>Gott segne unsere geistliche Gemeinschaft innerhalb der Gemeinde reichlich. Gott mache uns zum Segen f\u00fcr viele!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Um des Eides Willen \u201eAber der K\u00f6nig verschonte Mefi-Boschet, den Sohn Jonatans, des Sohnes Sauls,um des Eides willen, den David und Jonatan, der Sohn Sauls, einander vor dem Herrn geschworen hatten.\u201d (2.Sam 21,7) In den letzten Wochen wurden wir mit Davids S\u00fcnden konfrontiert. 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