{"id":12211,"date":"2024-02-11T11:00:33","date_gmt":"2024-02-11T10:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12211"},"modified":"2025-12-02T19:12:33","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:33","slug":"predigt-apostelgeschichte-1316-43","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-apostelgeschichte-1316-43\/","title":{"rendered":"Predigt: Apostelgeschichte 13,16-43"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2023-Apg-L12_13-1643-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/apostelgeschichte\/13\/16-43?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a> &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gottes eingel\u00f6stes Versprechen<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eSo verk\u00fcnden wir euch das Evangelium: Gott hat die Verhei\u00dfung, die an die V\u00e4ter ergangen ist, an uns, ihren Kindern, erf\u00fcllt, indem er Jesus auferweckt hat, wie es im zweiten Psalm hei\u00dft: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apostelgeschichte 13,32.33)<\/p>\n<p>Wir haben gesagt, dass die Apostelgeschichte dar\u00fcber berichtet, wie Gott durch die christliche Gemeinde seine Versprechen an Israel erf\u00fcllt. Je mehr ich dieses Buch lese und studiere (und daraus predige), desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass diese Hypothese wirklich best\u00e4tigt wird. Das gilt auch f\u00fcr den heutigen Text. Bevor wir darauf zu sprechen kommen, wollen wir uns kurz den geschichtlichen Kontext anschauen. Paulus und Barnabas befinden sich mitten auf ihrer ersten Missionsreise. Das kleine Reiseteam kommt in eine Stadt, die Antiochia hei\u00dft, genau wie die Stadt aus der sie urspr\u00fcnglich ausgesandt wurden. Das Antiochia im heutigen Text ist in Pisidien, was sich ziemlich in der Mitte der heutigen T\u00fcrkei befindet. Heute ist die Stadt praktisch nur noch f\u00fcr Touristen interessant, falls sie Interesse an r\u00f6mischer und christlicher Geschichte haben. Damals war Antiochia aber eine relativ wichtige Stadt im r\u00f6mischen Reich. Viele altgediente Legion\u00e4re hatten sich dort niedergelassen. Die R\u00f6mer investierten in einige gro\u00dfe Bauprojekte dort. Die Ruinen sind heute Zeugen dessen.<br \/>\nPaulus predigte in der Synagoge in dieser Stadt. Es ist die erste Rede oder Predigt, die uns von Paulus \u00fcberliefert ist. Durch seine Predigt k\u00f6nnen wir drei Dinge mitnehmen. Zum einen, Gott machte Versprechen; als zweites, in Jesus Christus erf\u00fcllt Gott die Versprechen; als drittes, diesen Jesus brauchen wir mehr als alles andere im Leben.<\/p>\n<p><strong>1. Gott machte Versprechen<\/strong><br \/>\nIn Vers 16 beginnt Paulus seine Predigt mit den Worten: \u201eIhr Israeliten und ihr Gottesf\u00fcrchtigen, h\u00f6rt!\u201c Paulus beginnt mit einem Abriss \u00fcber die Geschichte Israels. Gott hatte das Volk erw\u00e4hlt und aus \u00c4gypten herausgef\u00fchrt. Er f\u00fchrte sie durch die W\u00fcste und gab ihnen das Land Kanaan. Er gab ihnen Richter, einschlie\u00dflich Samuel. In Vers 21 kommt der erste wichtige Wendepunkt. Israel bekommt seinen ersten K\u00f6nig Saul, der das Volk 40 Jahre lang regiert.<br \/>\nNach Saul folgt David: \u201eNachdem er ihn verworfen hatte, erhob er David zu ihrem K\u00f6nig, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird.\u201c Alle Israeliten waren sich einig, dass David der beste K\u00f6nig war, den sie in ihrer Geschichte hatten. Unter seiner Herrschaft entstand aus Israel ein Gro\u00dfreich. Er schaffe es, alle St\u00e4mme unter sich zu einen. Und doch k\u00f6nnen wir uns ehrlich die Frage stellen: Hat Gott durch ihn wirklich alles vollbracht, was er wollte?<br \/>\nPaulus antwortet auf diese Frage sp\u00e4ter in seiner Predigt: \u201eDarum sagte er auch an einer anderen Stelle: Du l\u00e4sst deinen Heiligen nicht die Verwesung schauen. David aber ist, nachdem er seinen Zeitgenossen gedient hatte, nach Gottes Willen entschlafen und mit seinen V\u00e4tern vereint worden. Er hat die Verwesung gesehen.\u201c Gott hat nicht alles erf\u00fcllt, was er auf dem Herzen hatte. L\u00e4ngst nicht. David war ein K\u00f6nig f\u00fcr seine Zeit, und er ist danach gestorben. Anders gesagt, Gott machte an David und durch David Versprechen und Verhei\u00dfungen. Aber diese Verhei\u00dfungen sollten sich zu einer anderen Zeit, sp\u00e4ter, durch eine andere Person erf\u00fcllen.<br \/>\nWenn wir die Predigt von Paulus \u00fcberfliegen, f\u00e4llt uns auf, wie oft von Verhei\u00dfungen die Rede ist. In Vers 23 hei\u00dft es: \u201eAus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verhei\u00dfung gem\u00e4\u00df, Jesus als Retter geschickt\u201c. Vers 32: \u201eGott hat die Verhei\u00dfung, die an die V\u00e4ter ergangen ist, an uns, ihren Kindern erf\u00fcllt.\u201c Vers 34 erw\u00e4hnt eine Zusage an David. An den Stellen, in denen der Text nicht explizit Verhei\u00dfungen erw\u00e4hnt, tut er es zumindest indirekt. Es ist von verschiedenen Prophezeiungen die Rede, wie zum Beispiel in Vers 29: \u201eAls sie alles vollbracht hatten, was in der Schrift \u00fcber ihn gesagt ist&nbsp;\u2026\u201c Der Schlussteil von Paulus Predigt erw\u00e4hnt eine Prophezeiung nach der anderen. Paulus spricht also von Gottes Versprechen, die er gemacht hatte.<br \/>\nBevor wir fortfahren, wollen wir ganz kurz innehalten und dar\u00fcber nachdenken, warum das f\u00fcr uns so relevant ist. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, basiert in unserem Leben vieles auf Versprechen. Und eines dieser Versprechen scheint zu sein, dass unsere Zukunft besser wird, als unsere Gegenwart. Das gibt uns Hoffnung. Wir hoffen die ganze Zeit. Als Sch\u00fcler hoffen wir auf die Ferien; oder wir hoffen auf die Zeit, wenn es mit der Schule endlich vorbei ist, weil danach geht das Leben ja erst richtig los. Wenn wir krank sind oder wenn wir uns beim Sport eine richtig bl\u00f6de Verletzung eingeholt haben, dann hoffen wir auf eine baldige Genesung, weil Gesundheit ja das ist, was man braucht, damit das Leben wieder richtig Fahrt aufnimmt. Als Singles hoffen wir auf den einen richtigen Partner, den Traumprinz oder die Traumfrau, weil wenn man gl\u00fccklich unter Dach und Fach ist, geht das Leben ja erst so richtig los. Als Eltern freuen wir uns zwar an den Kindern, die wir haben (wenn auch nicht st\u00e4ndig, dann meistens oder auch vielleicht nur manchmal), aber gleichzeitig hoffen wir vielleicht auch auf eine Zeit, wenn die Kinder aus dem Haus sind, weil man endlich wieder seine Ruhe hat, weil dann geht das Leben ja erst richtig los. Wenn wir studieren, hoffen wir vielleicht auf die Zeit, wenn wir einen richtigen Job landen, bei dem wir endlich anfangen Geld zu verdienen, weil wir ja alle wissen, dass erst mit Geld das Leben so richtig losgeht. Wenn wir arbeiten, freuen wir uns vielleicht auf den Ruhestand&nbsp;\u2026 wobei, hier muss man sagen, dass ich einige Leute gesehen habe, die vor dem Ruhestand fast schon Angst hatten. Aber man k\u00f6nnte ja annehmen, dass mit der verdienten Rente, das Leben erst so richtig losgeht.<br \/>\nIhr seht schon, es ist im Prinzip egal, in welcher Lage unseres Lebens wir uns befinden. Wir hoffen eigentlich immer darauf, dass es besser, sch\u00f6ner und angenehmer wird. Jetzt k\u00f6nnten wir uns nat\u00fcrlich fragen, worauf diese Hoffnungen beruhen? Irgendwie scheint ein nicht ausgesprochenes, nicht deutlich artikuliertes Versprechen da zu sein, dass die Zukunft, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, besser wird. Und ganz viele scheinen daran zu glauben. Aber Frage ist, ob an diesen Versprechen irgendetwas dran ist. Ist das Versprechen einer besseren Zukunft nur hei\u00dfe Luft? Ist es vielleicht nur Wunschdenken? Wie schaut es mit der Realit\u00e4t aus?<br \/>\nIn der Fernsehserie \u201eHow i met your mother\u201c gibt es einen r\u00fchrenden Dialog zwischen dem Ehepaar Marshall und Lily. Lily ist eine studierte K\u00fcnstlerin, die als Kinderg\u00e4rtnerin arbeitet. Eines Tages lernt sie einen reichen Kunstsammler kennen, der eine ver\u00e4chtliche Bemerkung macht, weil sie \u201enur\u201c eine Kinderg\u00e4rtnerin ist. Dieses Ereignis verletzt sie zutiefst. Als die Wahrheit ans Licht kommt, versucht Marshall sie zu tr\u00f6sten. Er sagt ihr folgendes: \u201eIch verspreche dir: Deine besten und sch\u00f6nsten Tage kommen erst noch.\u201c Lily antwortet darauf: \u201eIch liebe dich so sehr daf\u00fcr, dass du das sagst. Aber es gibt einen Punkt im Leben, an dem das einfach nicht mehr wahr ist.\u201c Das ist eine bittere Aussage. Frage: Wann genau kommt dieser Punkt?<br \/>\nZum Ende meiner Doktorarbeit stand fest, dass ich als Postdoc in die USA gehen w\u00fcrde, um dort weiter zu forschen. Ich hatte mich mit einem der Gruppenleiter in Hannover unterhalten. Er hatte gefragt, wie es mit mir weitergeht, und ich hatte ihm von den Pl\u00e4nen erz\u00e4hlt. Er schien beeindruckt. Danach sagte er zu mir: \u201eVergiss nicht. Danach geht es nur noch bergab.\u201c Ich war etwas irritiert und fragte: \u201eWas meinst du mit bergab?\u201c Er sagte dann: \u201eIn jeder Hinsicht.\u201c Vielleicht ist das, was Lily sagt, die bittere Realit\u00e4t? Dass es wirklich einen Moment im Leben gibt, wenn unsere besten und sch\u00f6nsten Momente des Lebens bereits passiert sind? Und danach geht es nur noch bergab?<br \/>\nBei Versprechen ist es abh\u00e4ngig, wer das Versprechen macht. Ist diese Person ver\u00adtrau\u00adens\u00adw\u00fcr\u00addig? Das bringt uns zum zweiten Teil.<\/p>\n<p><strong>2. In Jesus Christus erf\u00fcllt Gott alle seine Versprechen<\/strong><br \/>\nEs ist offensichtlich, dass Jesus die Hauptperson in Paulus\u2018 Predigt ist. Paulus demonstriert, wie sich in Jesus alle Verhei\u00dfungen erf\u00fcllen. Das, was uns hier verwundert, ist die Tatsache, welche Aspekte Paulus in Jesu Leben betont. Er erw\u00e4hnt, dass Johannes der T\u00e4ufer, der Vorl\u00e4ufer von Jesus war. Johannes war vielen Zeitgenossen von Paulus noch ein Begriff. Paulus macht sehr deutlich, dass Johannes trotz seines gigantischen Einflusses nur der Wegbereiter war und dass Johannes selbst bezeugte, dass Jesus unendlich viel wichtiger und gr\u00f6\u00dfer als er selbst ist.<br \/>\nDanach erw\u00e4hnt Paulus nichts aus Jesu Leben. Stattdessen zeigt Paulus, dass Jesus unschuldig umgebracht wurde. Aber der Tod Jesu war kein tragischer Justizirrtum; es war kein Unfall. Der Mord an Jesus erf\u00fcllte das, was die Schrift \u00fcber ihn prophezeit hatte. Nachdem Jesus gestorben war, wurde er vom Holz herabgenommen. Jesus wurde ins Grab gelegt.<br \/>\nDer Hauptteil von Paulus folgt erst noch. Den l\u00e4ngsten Teil seiner Rede verbringt Paulus damit, die Auferstehung von Jesus zu predigen. Paulus predigt die Auferstehung unter mindestens zwei Aspekten: als eine historische Tatsache und als eine Erf\u00fcllung der Versprechen Gottes.<br \/>\nDen ersten Aspekt sehen wir in den Versen 30 und 31: \u201eGott aber hat ihn von den Toten auferweckt und er ist viele Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm zusammen von Galil\u00e4a nach Jerusalem hinaufgezogen waren und die jetzt vor dem Volk seine Zeugen sind.\u201c In unserer Gesellschaft h\u00e4tte kaum jemand ein Problem damit, wenn wir sagen w\u00fcrden, dass die Auferstehung ein sch\u00f6nes Bild daf\u00fcr ist, dass das Leben weitergeht; ein Bild daf\u00fcr, dass nach der Nacht ein neuer Tag beginnt oder dass nach dem Winter der Fr\u00fchling kommt. Aber das war \u00fcberhaupt nicht die Art und Weise, wie die fr\u00fchen Christen die Auferstehung verstanden haben. Paulus sagt, dass Jesus seinen Anh\u00e4ngern viele Tage hindurch erschienen ist. D.h., es war nicht einfach nur eine Halluzination einer vereinzelten Person. Ganz viele hatten \u00fcber einen signifikant langen Zeitraum immer wieder gesehen, dass Jesus lebt. D.h., die Auferstehung Jesu ist nicht einfach ein Mythos oder das Happyend eines M\u00e4rchens oder eine rein symbolisch zu verstehende Geschichte. Paulus bezeugt es als ein historisches Ereignis.<br \/>\nDer andere Aspekt ist die theologische Bedeutung der historischen Tatsache, dass Jesus auferstanden ist. Weil Jesus lebt, ist er derjenige, der eingesetzt ist, als der Sohn Gottes. Und Jesu Auferstehung hat nicht nur Bedeutung f\u00fcr ihn selbst. Es hat auch Konsequenzen f\u00fcr uns. In Vers 34 hei\u00dft es: \u201eDass er ihn aber von den Toten auferweckt hat, um ihn nicht mehr zur Verwesung zur\u00fcckkehren zu lassen, hat er so ausgedr\u00fcckt: Ich will euch die Heilsgaben gew\u00e4hren, die ich David fest zugesagt habe.\u201c In der Neuen Genfer\u00fcbersetzung hei\u00dft es: \u201eIch werde euch die heiligen und unverg\u00e4nglichen Gaben schenken, die ich David versprochen habe.\u201c Wir werden durch die Auferstehung Jesu beschenkt.<br \/>\nWas hei\u00dft das genau? Jesus ist der wahre K\u00f6nig David; derjenige, auf den David vor hunderten von Jahren hingewiesen hatte. Als Messias repr\u00e4sentiert Jesus ein ganzes Volk, das Volk Israel. Alle, die in Jesus zu diesem Israel geh\u00f6ren, erfahren durch Jesus den ganzen Segen Gottes: Weil er auferstanden ist, werden auch wir auferstehen; weil er lebt, werden auch wir leben; weil seine Auferstehung Teil von Gottes neuer Sch\u00f6pfung und Gottes neuer Welt ist, werden wir erleben, wie Gott eines Tages alles neu und alles gut machen wird und diese ganze Welt wiederherstellen wird.<br \/>\nJahre sp\u00e4ter w\u00fcrde Paulus an die Korinther schreiben: \u201eDenn Gottes Sohn Jesus Christus, der euch durch uns verk\u00fcndet wurde \u2013 durch mich, Silvanus und Timotheus -, ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht. Denn er ist das Ja zu allem, was Gott verhei\u00dfen hat.\u201c In Jesus Christus erf\u00fcllen sich alle g\u00f6ttlichen Zusagen.<\/p>\n<p><strong>3. Wir brauchen Jesus mehr als alles andere in diesem Leben<\/strong><br \/>\nEs gibt mindestens zwei Gr\u00fcnde, warum Jesus alles ist, was wir in diesem Leben brauchen. Jesus bietet uns Rechtfertigung, und Jesus macht unser Leben erst lebenswert. In den Versen 38 und 39 sagt Paulus: \u201eIhr sollt also wissen, meine Br\u00fcder: Durch diesen wird euch die Vergebung der S\u00fcnden verk\u00fcndet und in allem, worin euch das Gesetz des Mose nicht gerecht machen konnte, wird jeder, der glaubt, durch ihn gerecht gemacht.\u201c Hier verwendet Paulus einen Begriff, der vermutlich wie kein anderer mit ihm verbunden ist: Gerechtigkeit. Was bedeutet es, dass Gott uns gerecht macht? Es ist zum einen ein legaler Begriff und bezieht sich auf den Status, den wir bei Gott haben. Gott spricht uns zu, dass wir vor ihm perfekt sind. Wir werden gerecht, nicht aufgrund unserer Leistungen, unseres Gehorsams, unseren guten Taten. Wir werden gerecht aufgrund von dem, was Jesus f\u00fcr uns getan hat. Jesus hat f\u00fcr uns bezahlt.<br \/>\nJemand hat das mit einem Rechnungsbeleg verglichen, auf dem mit einem roten Stempel gro\u00df \u201eBEZAHLT\u201c gedruckt steht. Vor der Zeit meines Studiums hatte unsere Familie Geld geschenkt bekommen, um damit unseren ersten eigenen PC zu kaufen. Ich hatte den Rechner bezahlt und ging ihn sp\u00e4ter dann abholen. Beim Abholen rannte mir der Sicherheitsdienst vom Laden hinterher, weil er dachte, dass ich den PC am helllichten Tag geklaut h\u00e4tte. Ich zeigte ihm die Rechnung: BEZAHLT.<br \/>\nDie Tatsache, dass wir vor Gott gerecht sind, sollte noch eine wichtige psychologische Konsequenz in uns haben. So viele von uns versuchen sich zu beweisen. Wir versuchen zu zeigen, dass wir einen einzigartigen, besonderen Wert haben, der uns ausmacht. Die Dinge in deinem Leben, f\u00fcr die du besondere Leidenschaft hast, warum machst du das? Warum machen wir Musik? Warum machen wir Sport? Warum reiben wir uns auf der Arbeit auf? Vielleicht, weil es eine Form von Validierung ist; weil wir jemand sein wollen; weil unser Selbstwert davon abh\u00e4ngig ist. Mit anderen Worten: Wir rechtfertigen uns selbst. Und das ist m\u00fchsam. Es macht uns zutiefst ungl\u00fccklich.<br \/>\nDie Rechtfertigung Gottes bedeutet, dass er uns ansieht und in uns einen unendlichen Wert sieht. Er sieht uns an und sagt uns: \u201eDu bist einzigartig, und du bist wunderbar. Ich habe mit meinem Leben f\u00fcr dein Leben bezahlt. Du bist unendlich kostbar.\u201c Die Rechtfertigung Gottes bedeutet, dass wir bei ihm unendlich geliebt sind. Der Herrscher des Universums liebt uns so wie wir sind. Wir tragen das Siegel Gottes, auf dem ganz gro\u00df \u201eBEZAHLT\u201c und \u201eunendlich kostbar\u201c steht. Das gibt uns eine W\u00fcrde wie nichts anderes.<br \/>\nAls letztes, Jesus macht unser Leben erst lebenswert. Tim Keller hat in einer Predigt einmal gefragt: \u201eWas ist es, was dein Leben wirklich lebenswert macht? Ist es deine Gesundheit? Teilweise. Ist es dein Wohlstand? Teilweise. Ist es dein Erfolg? Teilweise. Aber was w\u00e4re, wenn du das alles hast, aber keine Liebe? \u2026 Das, was dein Leben lebenswert macht, ist, dass du geliebt wirst und dass du andere liebst.\u201c Ich glaube, dass die meisten von uns mit dieser Aussage einverstanden sind.<br \/>\nUnd dann sehen wir auch das Problem. Denn unser Leben ist so verg\u00e4nglich. Wenn man mich fragen w\u00fcrde, was ich durch unsere vier Kinder gelernt habe, dann w\u00fcrde ich folgendes sagen: \u201eWie kurz und wie verg\u00e4nglich die sch\u00f6nen Momente mit ihnen sind.\u201c D.&nbsp;h., auf der einen Seite macht Liebe unser Leben erst lebenswert, weil Liebe auf etwas hinweist, was \u00fcber unser eigenes Leben hinausgeht; und gleichzeitig scheint auch Liebe so verg\u00e4nglich zu sein, weil der Tod alles \u00fcberschattet.<br \/>\nEine Mutter hat es folgenderma\u00dfen ausgedr\u00fcckt: \u201eEs wird der Moment kommen, an dem dein Kind nach einem langen Tag auf deinem Arm einschl\u00e4ft und es wird das letzte Mal sein, dass du dein schlafendes Kind h\u00e4ltst. Irgendwann wirst du dein Kind wie selbstverst\u00e4ndlich auf den Boden absetzen, nachdem du es wie jeden Tag auf der H\u00fcfte sitzen hattest und du wirst es nie wieder auf dieselbe Art auf den Arm nehmen. Es kommt der Tag, an dem du das letzte Mal mit deinem Kind zusammen badest, weil es am n\u00e4chsten Tag und ab dann f\u00fcr immer alleine baden m\u00f6chte. Dein Kind h\u00e4lt deine Hand beim \u00dcberqueren der Stra\u00dfe und wird sie eines Tages auf der anderen Seite loslassen und nie wieder auf der Stra\u00dfe danach greifen. Die kleinen F\u00fc\u00dfe auf dem Flur, wenn dein Kind nachts in eure Zimmer gelaufen kommt, wirst du eines Tages das letzte Mal h\u00f6ren, weil es ab dann lieber alleine im eigenen Zimmer schl\u00e4ft. Eines Abends wirst du das liebste Lied deines Kindes zum letzten Mal singen und das schon tausend Mal gelesene Lieblingsbuch zum letzten Mal schlie\u00dfen. Und irgendwann wird dein Kind das letzte Mal mit weit ausgebreiteten Armen auf dich zugerannt kommen. \u2026 Wenn es also mal wieder hart ist, denk an all die kleinen Dinge, all die selbstverst\u00e4ndlichen Geschenke. Denn wenn sie weg sind, wirst du dich danach sehen, sie nochmal erleben zu d\u00fcrfen.\u201c<br \/>\nOder ein anderes Beispiel: Stellen wir uns ein Abendessen mit den geliebten Menschen in unserer Familie vor: mit unseren Eltern und Geschwistern, oder mit unseren Kindern. Oder ein Essen im Kreis wirklich enger Freunde, die Art von Gemeinschaft, in der wir uns zu Hause f\u00fchlen. Es wird der Tag kommen, in welcher einer von den geliebten Menschen am Tisch miterlebt hat, wie jeder andere dieser geliebten Menschen beerdigt wurde. Die Momente des Gl\u00fccks und der Sch\u00f6nheit sind hier auf Erden so unglaublich kurz und so verg\u00e4nglich.<br \/>\nVorhin hatte ich gesagt, dass wir alle mit der Hoffnung leben, dass die Zukunft \u2013 wie auch immer, warum auch immer \u2013 besser wird. Aber wenn der Tod uns alles nimmt, was uns lieb und wertvoll ist, unsere Gesundheit, unseren Reichtum und vor allem anderen alle unsere Beziehungen, wof\u00fcr leben wir dann eigentlich? Wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden ist, was bringt uns dann morgens aus dem Bett? Welche Hoffnung haben wir dann? Die einzige M\u00f6glichkeit zu leben ist, den Kopf in den Sand zu stecken; die Tatsache zu ignorieren, dass es den Tod gibt; so zu tun als ob der Tod nicht so schlimm ist, obwohl es das Schlimmste ist, was uns passieren wird.<br \/>\nWas ist die Alternative? Die Alternative ist, sich der Tatsache zu stellen, dass an Jesu Auferstehung etwas dran ist; dass es hervorragende Indizien daf\u00fcr gibt, dass Jesus wirklich den Tod besiegt hat und lebt; dass es durch die Auferstehung neues Leben und eine neue Hoffnung f\u00fcr uns alle gibt; dass wir wissen d\u00fcrfen, dass Gott diese kaputte und kranke und korrupte Welt neu machen und gut machen und vollkommen heilen wird; dass das Leben, das Jesus uns anbietet, wirklich lebenswert ist, weil es ein Leben der Liebe ist: Wir werden unendlich von ihm geliebt und reflektieren seine Liebe in unsere Umgebung und diese Liebe ist nicht nur f\u00fcr jetzt oder f\u00fcr diesen kurzen Augenblick, den wir menschliches Leben nennen, sondern f\u00fcr die Ewigkeit, weil wir auf ewig mit ihm leben werden. Und weil dem so ist, haben wir einen echten Grund, morgens aufzustehen.<br \/>\nJesus ist auferstanden. Der christliche Dichter George Herbert sprach davon, dass der Tod ein Henker war, aber jetzt ist er nur ein G\u00e4rtner [Death used to be an executioner, but the gospel has made him just a gardner].<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext &nbsp;&nbsp; Gottes eingel\u00f6stes Versprechen \u201eSo verk\u00fcnden wir euch das Evangelium: Gott hat die Verhei\u00dfung, die an die V\u00e4ter ergangen ist, an uns, ihren Kindern, erf\u00fcllt, indem er Jesus auferweckt hat, wie es im zweiten Psalm hei\u00dft: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.\u201c (Apostelgeschichte 13,32.33) Wir haben gesagt, dass die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[14,4],"tags":[],"class_list":["post-12211","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-apostelgeschichte","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12211"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12226,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12211\/revisions\/12226"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}