{"id":12012,"date":"2023-10-29T11:00:06","date_gmt":"2023-10-29T10:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=12012"},"modified":"2025-12-02T19:12:36","modified_gmt":"2025-12-02T18:12:36","slug":"predigt-apostelgeschichte-41-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-apostelgeschichte-41-12\/","title":{"rendered":"Predigt: Apostelgeschichte 4,1-12"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/2023-Apg-L04a_04-0112-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apostelgeschichte 4,12)<\/p>\n<p>Vor drei Wochen habe ich dazu eingeladen, die Apostelgeschichte unter folgendem Blickwinkel zu studieren: Wie erf\u00fcllt Gott seine Verhei\u00dfungen und Versprechen an Israel im Alten Testament durch Jesus Christus, den K\u00f6nig der Juden und durch seine Gemeinde. Zum einen denke ich, dass es ein sehr biblischer Ansatz ist. Zum anderen denke ich, dass uns dieser Ansatz hilft, viele Aspekte besser zu verstehen und besser einzuordnen, nicht zuletzt die vielen Zitate aus dem Alten Testament und die vielen Verweise darauf. Und vielleicht hilft uns das auch, ganze neue Dinge zu lernen.<br \/>\nLetzte Woche hatten wir geh\u00f6rt und gelesen, dass die J\u00fcnger einen Gel\u00e4hmten im Tempel geheilt hatten. Allen, die dieses Wunder gesehen hatten, klappte die Kinnlade runter, und sie bekamen ihren Mund nicht zu. Petrus und Johannes nutzten die Gunst der Stunde f\u00fcr eine spontane Predigt. Die Predigt endete nicht mit einem abschlie\u00dfenden Gebet von Petrus, mit Vater Unser und Benediktion. Sie endete mit einer Verhaftung. Die Verk\u00fcndigung, dass Jesus der Messias und der K\u00f6nig ist, war schon immer eine extrem brenzlige Angelegenheit. Es war eine brandgef\u00e4hrliche Botschaft.<br \/>\nDrei Dinge sehen wir im heutigen Text: Wir sehen zum einen den Widerstand gegen diese Botschaft; wir sehen als N\u00e4chstes den Wendepunkt in der Botschaft; und wir sehen die Wiederherstellung durch die Botschaft. \u00dcber diese drei Aspekte wollen wir nachdenken.<\/p>\n<p><strong>1. Der Widerstand<\/strong><br \/>\nIn Vers 1 lesen wir, dass die Priester, der Tempelhauptmann und die Sadduz\u00e4er zu ihnen kamen und sie abf\u00fchren lie\u00dfen. Wer stand hinter der Verhaftung? Zum einen waren es die Priester, die im Tempel die Aufsicht hatten. Dann gab es im Tempel einen Sicherheitsdienst, die Tempelpolizei, die daf\u00fcr sorgte, dass im Tempel alles mit rechten Dingen zugingen. Dann ist von Sadduz\u00e4ern die Rede.<br \/>\nDas Verh\u00f6r fand am n\u00e4chsten Tag statt. Wir lesen in den Versen 5 und 6: \u201eAm anderen Morgen versammelten sich ihre Oberen sowie die \u00c4ltesten und die Schriftgelehrten in Jerusalem, dazu Hannas, der Hohepriester, Kajaphas, Johannes, Alexander und alle, die aus dem Geschlecht der Hohepriester stammten.\u201c Drei Gruppen von Menschen werden hier genannt: Die \u00c4ltesten, die vermutlich vor allem aus Sadduz\u00e4ern bestand, die Schriftgelehrten, von denen viele zu den Pharis\u00e4ern geh\u00f6rten, und der Hohepriester mit seiner Entourage. Wenn wir an \u00c4lteste, Schriftgelehrte und Hohepriester denken, k\u00f6nnten wir meinen, dass das alles sehr religi\u00f6s klingt. Und das war auch definitiv die religi\u00f6se Elite des Landes. Aber sie waren mehr als das. Sie waren auch die politischen, gesellschaftlichen und die \u00f6konomischen Anf\u00fchrer des Volkes. Sie hatten Macht, Geld und Einfluss. Nat\u00fcrlich unterstanden sie der r\u00f6mischen Besatzungsmacht. Aber wenn der r\u00f6mische Statthalter mit jemanden verhandelte, dann mit ihnen.<br \/>\nHier ist in Apostelgeschichte das erste Mal von Widerstand die Rede. Es ist interessant, wenn wir uns \u00fcberlegen, wer sich hier alles zusammengetan hatte. Vielleicht kennt ihr Situationen, in denen Menschen zusammenkommen, die sich eigentlich nicht ausstehen k\u00f6nnen. Aber sie werden zusammengehalten, nicht deshalb, weil es eine gemeinsame Sache gibt, die sie lieben, sondern weil es eine Sache gibt, die sie beide hassen? So etwas \u00c4hnliches sehen wir hier auch. Pharis\u00e4er und Sadduz\u00e4er waren nicht die besten Freunde. Pharis\u00e4er z.&nbsp;B. glaubten an Engel, die Auferstehung und \u00fcbernat\u00fcrliche Dinge. Die Sadduz\u00e4er verneinten alles das. D.&nbsp;h., der Widerstand gegen die Gemeinde war eine ziemlich unheilige, diverse Allianz. Sie bestand aus Religi\u00f6sen und S\u00e4kularen, aus Konservativen und Liberalen, aus Nationalisten und R\u00f6mer-Sympathisanten, aus Rechten und Linken; ein ziemlich gemischter Haufen. Das, was sie vereinte, war ihre Ablehnung des Evangeliums.<br \/>\nWas sehen wir dann also? Wir k\u00f6nnten versucht sein zu denken, dass das Christentum in einer Zeit entstanden ist, in der sich die Menschen beliebig zum Evangelium bekehrten; in der die meisten Menschen an Wunder, also auch an M\u00e4rchen glaubten. Aber dem ist \u00fcberhaupt nicht so. Das Christentum entstand in einer Atmosph\u00e4re, die extrem feindlich war; in einer Umgebung, die auch brenzlig war; innerhalb einer Gesellschaft, in der es lebensgef\u00e4hrlich war, Jesus zu verk\u00fcndigen.<br \/>\nNoch einen Punkt k\u00f6nnen wir mitnehmen. Wir k\u00f6nnten meinen: Wenn ich solche Wunder sehe, wie die Heilung eines 40-j\u00e4hrigen Gel\u00e4hmten, dann w\u00fcrde ich auch glauben. Oder, ich habe auch schon mal die Frage geh\u00f6rt: \u201ewenn es Gott wirklich gibt, warum schreibt er nicht einfach mit Gro\u00dfbuchstaben \u201aGlaubt an Jesus!\u2018 in den Himmel? Wenn er das tun w\u00fcrde, dann w\u00fcrde ich auch glauben.\u201c Und unser Text heute widerlegt das ziemlich klar. Hier waren Menschen, die hatten ein Wunder direkt vor ihrer Haust\u00fcr erlebt. Der ehemals Gel\u00e4hmte stand direkt vor ihnen. Und trotzdem konnten sie nicht glauben, weil sie nicht glauben wollten. Glaube ist kein Selbstl\u00e4ufer, auch nicht im Angesicht von harten Fakten und Wundern.<br \/>\nWir sehen hier also den Widerstand gegen die fr\u00fche Gemeinde.<\/p>\n<p><strong>2. Der Wendepunkt<\/strong><br \/>\nPetrus und Johannes werden gefragt: \u201eMit welcher Kraft oder in wessen Namen habt ihr das getan?\u201c Petrus ist erf\u00fcllt vom Heiligen Geist. Und er antwortet in den Versen 10-11: \u201eim Namen Jesu Christ, des Nazor\u00e4ers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Dieser Jesus ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist.\u201c<br \/>\nJesus ist die Autorit\u00e4t, von der Petrus hier spricht. Petrus erw\u00e4hnt hier drei Dinge, \u00fcber Jesus. Zum einen, sagt Petrus, dass dieses Gremium f\u00fcr den Tod Jesu verantwortlich war. \u201eihr habt ihn gekreuzigt.\u201c Wir wissen alle, dass die R\u00f6mer Jesus hingerichtet hatten. Im Apostolischen Glaubensbekenntnis hei\u00dft es, dass Pilatus derjenige war, der Jesu Leiden und Kreuzigung in Auftrag gegeben hatte. Und trotzdem sagte Petrus: \u201eIhr wart es \u2026\u201c Sie hatten Jesus abgelehnt. Sie hatten ihn den R\u00f6mern ausgeliefert. Sie waren diejenigen, die es besser h\u00e4tten wissen m\u00fcssen. Also waren sie verantwortlich. Als Zweites sagt Petrus: \u201eGott hat ihn von den Toten auferweckt.\u201c Der Kontrast k\u00f6nnte nicht gr\u00f6\u00dfer sein: \u201eIhr habt ihn umgebracht. Gott hat ihn auferweckt.\u201c Wir Menschen hatten Jesus mit F\u00fc\u00dfen getreten. Gott hat ihn als Messias best\u00e4tigt. Jesus sitzt zur Rechten Gottes. Und das bringt uns direkt zum dritten Punkt, den Petrus \u00fcber Jesus verk\u00fcndigt. Jesus ist der Stein, der von ihnen verworfen wurde, aber zum Eckstein geworden ist. Jesus war verworfen, aber er ist jetzt der Grundstein, das Fundament, das Haupt, die Essenz des ganzen Hauses Gottes. Die Auferstehung best\u00e4tigt, dass Jesus der wahre K\u00f6nig und der wahre Herr ist. Er regiert das Universum von nun an bis in Ewigkeit.<br \/>\nVor einigen Tagen hatte ich einen interessanten Podcast mit N.T. Wright geh\u00f6rt. (Der Podcast hei\u00dft \u00fcbrigens: \u201eAsk N.T. Wright anything\u201c, also, frag ihn was du willst). Und eine der Fragen lautete: \u201eM\u00fcssen wir alles, was Paulus geschrieben hat, ernst nehmen? Oder k\u00f6nnen wir nicht einfach sagen, dass er ein Mann seiner Zeit war, und dass manches, was er geschrieben hatte, einfach veraltet ist, zum Beispiel seine etwas schwierigen Aussagen zum Thema Heirat, M\u00e4nner und Frauen in der Gemeinde, Sexualit\u00e4t usw.?\u201c Jetzt k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich auf verschiedene Weise auf diese Frage antworten. Man k\u00f6nnte zum Beispiel sagen: \u201eDas, was uns von Paulus \u00fcberliefert ist, ist Gottes inspiriertes Wort. Alles, was in der Bibel steht, ist richtig und wichtig.\u201c Das w\u00e4re zwar durchaus eine richtige Antwort. Aber das w\u00e4re auch eine etwas plumpe Antwort. N.T. Wright w\u00e4hlte einen anderen Ansatz. Er sagte folgendes: \u201eIch denke, das Erste, was Paulus sagen w\u00fcrde, ist, dass die gro\u00dfe Wende in der Geschichte mit dem Tod und der Auferstehung Jesu stattgefunden hat. Es gibt keinen anderen Wendepunkt, bis Jesus wiederkommt und alles wiederherstellt. Es gibt keinen anderen \u00e4hnlich umw\u00e4lzenden Moment.\u201c Mit anderen Worten, alles, was Paulus schreibt, das schreibt er vor diesem Hintergrund: Wie sollten wir angesichts dessen leben? Welchen Plan hat Gott f\u00fcr die Menschheit? Und genau das macht Paulus\u2018 Worte so relevant f\u00fcr die Menschen damals wie heute.<br \/>\nPetrus schlie\u00dft seine Rede mit den Worten ab: \u201eUnd in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.\u201c Bevor wir fortfahren, sollten wir uns ein paar Gedanken dar\u00fcber machen, was der Wendepunkt, von dem Petrus hier spricht, f\u00fcr uns bedeutet. Vorhin hatten wir davon gesprochen, dass es Widerstand gegen das Evangelium gab. Ich w\u00fcrde behaupten, dass die Botschaft von Jesus Christus auch heute noch sehr viel Resistenz verursacht. Auch Widerstand in uns selbst.<br \/>\nDie eine Schwierigkeit besteht darin, dass der christliche Glauben intolerant erscheint. Petrus sagte, dass in keinem anderen das Heil ist. Uns Menschen ist kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden k\u00f6nnen. Das klingt ziemlich radikal. Es ist eine exklusive Botschaft, die alle anderen Religionen und Weltreligionen kategorisch ausschlie\u00dft. Viele Menschen tun sich schwer damit, dass Jesus der einzige Weg ist. Der britische Fernseh-Journalist Martin Bashir war zun\u00e4chst Muslim und bekehrte sich sp\u00e4ter zum Christentum. In einem Interview hat er diesen Einwand ziemlich gut artikuliert: \u201eBedeutet es dann, dass die Millionen von Muslimen, Sikhs, Hindus, Juden, die ihren Glauben mit gro\u00dfer Ernsthaftigkeit praktizieren, alle in die H\u00f6lle kommen?\u201c Ist das \u00fcberhaupt gerecht? Ist eine Religion, die so etwas behauptet, nicht furchtbar intolerant und unvereinbar mit unserer aufgekl\u00e4rten Gesellschaft?<br \/>\nDas ist keine einfache Frage. Was wir allerdings verstehen m\u00fcssen, ist, dass jede Religion und jede Anschauung exklusive Aussagen macht. Ich kann mich erinnern, dass ich als Doktorand mit einem indischen Kollegen eine hitzige Diskussion hatte. Mein Kollege war in einer sehr pluralistischen Umgebung aufgewachsen, in der es nicht akzeptabel war, wenn eine Religion behauptete, die einzige wahre Religion zu sein. Unser Gespr\u00e4ch ging hin und her, und er argumentierte ziemlich eindringlich, dass exklusive Anspr\u00fcche, wie Jesus als einziger Weg, nur zu Intoleranz und Gewalt und Konflikten f\u00fchrten. Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte, und es war dann auch Zeit, schlafen zu gehen. Seine Anschauung, dass alle Religionen gleich recht haben, klang so viel toleranter und friedevoller. Aber eine letzte Frage hatte ich dann doch noch. Ich fragte ihn: \u201eDu denkst, dass du recht hast?\u201c Er sagte: \u201eJa!\u201c Und dann war gedankenversunkene Stille. Das, was uns in Gedanken danach vermutlich noch besch\u00e4ftigte, war, dass wir beide absolute Aussagen machten. Der Unterschied war nur, dass ich dazu stand und er nicht.<br \/>\nHier ist die Ironie an dieser Position: Wenn du behauptest, dass keine Religion das Recht hat, exklusive Anspr\u00fcche zu stellen, dann ist das eine exklusive Behauptung in Bezug auf Religion, und du tust genau das, was du allen anderen Religionen verbietest. Wenn du sagst, keine Religion hat die absolute Wahrheit, dann sagst du damit, dass du die absolute Wahrheit hast, die du niemand anderem zugestehst. Wenn du sagst, keine Religion sollte andere zu ihrem Glauben bekehren, dann versuchst du alle Menschen zu deinem Glauben zu bekehren, dass niemand andere bekehren sollte. Jeder macht exklusive Aussagen in Bezug auf Religion. Die Frage ist nicht, welche Religion exklusiv ist und welche nicht. Die Frage ist, welche Religion und welcher Glaube bringt uns dazu, andere Menschen f\u00fcr h\u00f6her zu erachten, einander zu lieben, sich lieber \u00fcbervorteilen zu lassen, als anderen Unrecht zu tun, den Frieden suchen, so weit es geht.<br \/>\nIn Jesus Christus bietet Gott uns einen Wendepunkt an, der absolut einzigartig ist, was das angeht. Vor Jahren hatte mein Chef mich nach der Arbeit im Auto mitgenommen. Wir unterhielten uns \u00fcber den Glauben. Er sagte dann: \u201eAlle Religionen sind doch gleich und behaupten dasselbe.\u201c Meine Antwort war: \u201eDas stimmt nicht. Im Zentrum des Christentums ist der Sohn Gottes, der von seinen Feinden ans Kreuz geschlagen wird und der im Sterben f\u00fcr die Vergebung der Menschen betet, die ihm das angetan haben.\u201c Welche andere Religion hat so einen Gott? Jesus ist der einzige Weg, weil keine andere Religion uns dieses Angebot der radikalen Gnade Gottes macht. Wer das wirklich verstanden hat und wer diesem Jesus nachfolgt, der kann nicht auf andere herabschauen, oder andere verurteilen, oder lieblos sein.<br \/>\nDie zweite Schwierigkeit besteht darin, dass dieser Jesus den Anspruch erhebt, auch \u00fcber unser Leben zu herrschen. Jesus starb als das Lamm Gottes. Alles, was wir im Leben verbockt haben, alle unsere Schuld und S\u00fcnde hing mit Jesus am Kreuz. Er hat allen, alles getragen. Als Jesus am Kreuz starb, gab Gott uns mit Jesus Christus sein Ein und Alles. Jesus ist das eine, das wahre, das absolute und unendliche Opfer. Und es ist alles f\u00fcr uns. Aber was bedeutet das dann f\u00fcr uns? Eine Frau, die sich dar\u00fcber Gedanken gemacht hatte, kam zum folgenden Schluss: \u201eWenn Gott mir sein Ein und Alles geschenkt hat, dann gibt es nichts, was er nicht von mir verlangen k\u00f6nnte.\u201c Und sie hat den Nagel auf den Kopf getroffen.<br \/>\nCharles Spurgeon hatte davon gesprochen, dass er beim Predigen nicht darauf hoffte, dass sich der ein oder andere aus seinem freien Willen f\u00fcr Jesus entscheidet. Er sagte, dass er eine andere Hoffnung hat, n\u00e4mlich dass beim Predigen Gott die Hand auf die Schultern von Menschen legt und ihnen sagt: \u201eDu bist mein. Du sollst mir geh\u00f6ren! Ich erhebe meinen Anspruch auf dein Leben.\u201c Jesus der Eckstein, der Heiland und Retter: Er ist der wahre K\u00f6nig und Herr. Diesen Anspruch erhebt Jesus nicht einfach nur \u00fcber die Welt. Dein Leben soll ihm geh\u00f6ren. Du schuldest ihm deine uneingeschr\u00e4nkte Loyalit\u00e4t, deinen v\u00f6lligen Gehorsam, dein ganzes Leben. Und genau damit tun sich viele schwer. Vielleicht geht es dir \u00e4hnlich.<br \/>\nJesu Tod und Auferstehung sind der Wendepunkt: sowohl f\u00fcr die Menschheitsgeschichte als auch f\u00fcr dein Leben. Wir kommen damit zum letzten Punkt.<\/p>\n<p><strong>3. Die Wiederherstellung<\/strong><br \/>\nWenn wir einen frischen Blick auf diese Geschichte werfen, f\u00e4llt uns auf, wie furchtlos Petrus und Johannes zu sein scheinen. Sie standen vor dem Gericht, dass wenige Monate zuvor Jesus zum Tod verurteilt und an die R\u00f6mer ausgeliefert hatte. Aber das scheint sie nicht besonders zu k\u00fcmmern. Und eigentlich sind die Apostel diejenigen, die verh\u00f6rt werden und in der Defensive sein m\u00fcssten. Stattdessen sehen wir in Petrus\u2018 Rede keine wirkliche Verteidigung. Petrus sagt nicht: \u201eWir haben nichts getan, was diese Verhaftung gerechtfertigt\u201c oder \u201eIch sage kein Wort ohne meinen Anwalt.\u201c Stattdessen ist Petrus derjenige, der zum Angriff \u00fcbergeht (\u201eIhr habt ihn gekreuzigt!\u201c). Woher kam der an Gr\u00f6\u00dfenwahn grenzende Mut? Ich denke, es hat etwas damit zu tun, dass Jesu Auferstehung uns zeigt, wie Gott die Welt wiederherstellen wird.<br \/>\nWir sehen diese Wiederherstellung im Text. In Vers 9 spricht Petrus von dem Gel\u00e4hmten, der geheilt worden ist. Und in Vers 12 sagt Petrus, dass in keinem anderen das Heil ist und wir durch keinen anderen Namen gerettet werden k\u00f6nnen. Howard Marshall macht in seinem Kommentar darauf aufmerksam, dass f\u00fcr die Heilung des Gel\u00e4hmten wie auch f\u00fcr Rettung und Heil in Vers 12 das gleiche griechische Wort (bzw. der gleiche Wortstamm) verwendet wird: soteria. Der Gel\u00e4hmte wurde nicht einfach geheilt. Er wurde gerettet. Und wir werden in Jesus Christus nicht nur gerettet im Sinne von, dass uns die S\u00fcnde vergeben wird und wir in den Himmel kommen. Wenn wir in Jesus sind, dann werden wir geheilt. Mit anderen Worten, die Rettung, die Gott uns anbietet, ist eine volle und vollst\u00e4ndige Rettung. Er heilt uns in jeglicher Hinsicht: von unseren S\u00fcnden aber auch von allem, was die S\u00fcnde in uns anrichtet, k\u00f6rperlich, seelisch und geistlich. Die Auferstehung Jesu sagt, dass eines Tages Gott diese ganze Welt wieder neu und gut machen wird.<\/p>\n<p>Eine Anwendung zum Schluss. Jesu Auferstehung gibt uns Hoffnung f\u00fcr diese arme, kranke, gefallene Welt. Ich wei\u00df nicht, wie es euch ergeht. Aber in den letzten Wochen war es nicht einfach f\u00fcr mich, Nachrichten zu schauen. Der Krieg in der Ukraine geht weiter, wie eine nicht zu stoppende Maschine; wie als ob es zu einem neuen, schrecklichen \u201eNormal\u201c geworden ist, dass jeden Tag Menschen gewaltsam ums Leben kommen. Hinzu kommt der neue Krieg im Gazastreifen; als ob der Terroranschlag der Hamas nicht schlimm genug war, ist die ganze Welt dar\u00fcber zerstritten, wer an diesem Krieg die Schuld tr\u00e4gt; und an ganz vielen Stellen kommt unverhohlener Antisemitismus zum Ausdruck. Dann war diese Woche noch ein Amoklauf in den USA, die Zunahme an Fremdenhass und Rechtspopulismus in Europa, die toxische Auswirkung von Fake News in den sozialen Medien, und vieles mehr. Ich finde es richtig erm\u00fcdend.<br \/>\nEs gibt mehrere M\u00f6glichkeiten, wie man jetzt darauf reagieren kann. Man kann abstumpfen, was nicht gut ist; wir verlieren einen Teil unserer Menschlichkeit. Man kann versuchen, sich nicht weiter damit zu besch\u00e4ftigen, was vielleicht etwas besser ist, aber ein wenig so ist, wie seinen Kopf in den Sand zu stecken. Man kann das alles in sich aufsaugen, und richtig verbittern und hoffnungslos werden, was auch nicht gut ist. Oder aber, wir sehen das gro\u00dfe Bild: Jesus, der in diese kranke Welt kam, f\u00fcr uns und mit uns litt und von den Toten auferstand und der alles wieder gut machen wird.<br \/>\nTim Keller erz\u00e4hlte in seinem Buch \u00fcber Schmerzen und Leid von dem Moment, wo er das gro\u00dfe Bild zu sehen bekam. Er schreibt: \u201eEs gab nicht viele Momente in meinem Leben, in denen ich \u201aden Frieden, der alles Verstehen \u00fcbersteig\u2018 (Phil 4,7), gesp\u00fcrt habe. Aber es gab eine Situation, f\u00fcr die ich sehr dankbar bin [\u2026]. Es war kurz vor meiner Krebsoperation. Meine Schilddr\u00fcse sollte entfernt werden, und danach stand mir eine Behandlung mit radioaktivem Jod bevor, um jegliches verbliebene maligne Schilddr\u00fcsengewebe in meinem K\u00f6rper zu zerst\u00f6ren. Nat\u00fcrlich waren meine ganze Familie und ich ersch\u00fcttert und sehr besorgt. Am Morgen vor meiner Operation wurde ich, nachdem ich mich von meiner Frau und meinen S\u00f6hnen verabschiedet hatte, in einen Raum gerollt, um vorbereitet zu werden. Und in den Momenten, bevor sie mir die Narkose gaben, betete ich. Zu meiner \u00dcberraschung bekam ich pl\u00f6tzlich eine neue, klare Perspektive auf alles. Es erschien mir, als dass das Universum ein riesiges Reich der Freude, der Fr\u00f6hlichkeit und der \u00fcberragenden Sch\u00f6nheit war. Nat\u00fcrlich war es das \u2013 hatte der dreieinige Gott es nicht geschaffen, um es mit seiner eigenen grenzenlosen Freude, Weisheit, Liebe und Wonne zu erf\u00fcllen? Und innerhalb dieses gro\u00dfen Globus der Herrlichkeit gab es nur einen kleinen Fleck der Dunkelheit \u2013 unsere Welt \u2013 in der es vor\u00fcbergehend Schmerz und Leid gab. Aber es war nur ein Fleck, und bald w\u00fcrde dieser Fleck verblassen und alles w\u00fcrde Licht sein. Und ich dachte: \u201aEs ist eigentlich egal, wie die Operation verl\u00e4uft. Alles wird gut werden. Ich \u2013 meine Frau, meine Kinder, meine Gemeinde \u2013 alles wird gut.\u2018 Ich schlief mit einem tiefen Frieden im Herzen ein.\u201c<br \/>\nHier in dieser Welt werden wir Widerstand erleben. Aber keine Sorge, Gott hat bereits f\u00fcr den Wendepunkt gesorgt, als Jesus f\u00fcr uns gestorben und auferstanden ist. Und dieser auferstandene Jesus wird alles wiederherstellen, wiedergutmachen und neu machen.<\/p>\n<div class=\"notranslate\" style=\"all: initial;\">&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat \u201eUnd in keinem anderen ist das Heil zu finden. 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