{"id":1196,"date":"2010-11-17T21:07:02","date_gmt":"2010-11-17T20:07:02","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1196"},"modified":"2023-01-29T20:53:52","modified_gmt":"2023-01-29T19:53:52","slug":"predigt-psalm-511-5121","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-psalm-511-5121\/","title":{"rendered":"Predigt: Psalm 51,1 &#8211; 21"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/P18S-Ps5101-5121.doc\">Download<\/a><\/p>\n<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --> <!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><\/p>\n<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Gott, sei mir S\u00fcnder gn\u00e4dig!<\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Gott, sei mir gn\u00e4dig nach deiner G\u00fcte und tilge meine S\u00fcnden nach deiner gro\u00dfen Barmherzigkeit.\u201d<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">(Ps 51,3)<\/span><\/p>\n<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> <\/span><\/p>\n<p>In der Bibel sind viele S\u00fcndenf\u00e4lle \u00fcberliefert. Einige davon sind weltweit bekannt. Dazu geh\u00f6rt der erste S\u00fcndenfall \u00fcberhaupt, verursacht durch Adam. Ein gravierender S\u00fcndenfall ist der Verrat Judas. Ein sehr bekannter S\u00fcndenfall ist allerdings auch die S\u00fcnde Davids. Es ist wirklich erschreckend, dass sich ausgerechnet David in diese Negativliste einreiht. Wie ging David mit der Schwere seiner Schuld um und worin unterscheidet er sich von sonstigen S\u00fcndern? Welche beispielhafte Qualit\u00e4t hat Davids Bu\u00dfe und wie konnte er Gottes Herz letztendlich erfreuen? M\u00f6ge Gottes Wort uns klare Antworten liefern. M\u00f6ge Gott unsere geistlichen Augen \u00f6ffnen und zu Menschen der Bu\u00dfe ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tSei mir gn\u00e4dig (1-11)<\/strong><\/p>\n<p>Welchen Grund geben Verse 1 und 2 f\u00fcr diesen Bu\u00dfpsalm Davids an? <strong>\u201eEin Psalm Davids, vorzusingen, als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war.\u201c<\/strong> Explizit wird der Ehebruch Davids mit Batseba angesprochen, da diese S\u00fcnde den Startschuss eines unheilvollen Lebensabschnittes darstellt. David hatte unbeschreibliche Schuld auf sich geladen. Er hatte mit einer verheirateten Frau die Ehe gebrochen. Als diese unverhofft schwanger wurde wollte David seine S\u00fcnde vertuschen und lie\u00df nach einigen gescheiterten Tricks den Ehemann umbringen. Dadurch verachtete David Gott und Gottes Gebote. F\u00fcr etwa ein Jahr steckte er ausweglos im S\u00fcndenpfuhl. Er hatte den Weg der S\u00fcnde eingeschlagen, doch dieser Weg war lang und wollte kein Ende nehmen. Tag f\u00fcr Tag wandelte er auf diesem Weg, bis etwa ein Jahr verging. Der Weg der S\u00fcnde h\u00f6rt so schnell nicht auf. Erst einmal eingeschlagen geht er so weit, bis der Tod eintrifft. Gl\u00fccklicherweise fand Davids einj\u00e4hriges Umhergeirre mit Nathans Worten: <strong>\u201eDu bist der Mann\u201c<\/strong> (2.Sam. 12,7) ein abruptes Ende. Wie ersch\u00fctternd m\u00fcssen diese Worte in den Ohren und im Herzen Davids geschallt haben! Du bist der Mann, der vor Gott ges\u00fcndigt und den Tod verdient hat!<\/p>\n<p>David wurde schonungslos mit seiner S\u00fcnde konfrontiert. Welche Reaktion bewirkte diese Konfrontation in ihm? Lesen wir die Verse 3 und 4: <strong>\u201eGott, sei mir gn\u00e4dig nach deiner G\u00fcte und tilge meine S\u00fcnden nach deiner gro\u00dfen Barmherzigkeit. Wasche mich rein von meiner Missetat und reinige mich von meiner S\u00fcnde\u201c<\/strong>. David leugnete nicht.<\/p>\n<p>Viele Menschen leugnen. Das Leugnen der eigenen Schuld ist typisch. Die Konfrontation mit der eigenen Schuld bewirkt eine implementierte Abwehrreaktion: \u201eWas ich? Nein!\u201c Das sehen wir bei kleinen Kindern und das sehen wir bei Erwachsenen. Das haben wir bei vielen Sportlern, vor allem Radsportlern, gesehen, die ihre Unschuld beteuert haben, bis die Dopingergebnisse da waren. Sogar Bill Clinton hat seine S\u00fcnde zun\u00e4chst geleugnet.<\/p>\n<p>Wie ging aber David mit seiner S\u00fcnde um? Dreimal bezog er seine Missetat und S\u00fcnden oder \u201emy Transgressions\u201c, wie es die NIV beschreibt, auf sich selbst. Weil er immer wieder sagte: \u201emeine S\u00fcnden\u201c, trug David die volle Verantwortung seiner Schuld. \u201eTransgression\u201c weist auf Davids Aufstand und Rebellion gegen Gott und Gottes Gebote hin. Missetat betont die b\u00f6se Absicht. Und das Wort S\u00fcnde bedeutet Zielverfehlung. Mit b\u00f6swilliger Absicht hatte David den falschen Weg gew\u00e4hlt und Gottes Ziel verfehlt. Durch Nathans Hilfe wurden ihm seine abscheulichen Taten bewusst. Er verharmloste sie nicht!<\/p>\n<p>Als Davids geistliche Augen f\u00fcr seine Schuld ge\u00f6ffnet wurden, bat er mit dem notwendigen Ernst f\u00fcr Tilgung, Reinigung und Reinwaschung seiner S\u00fcndenschuld. Es ist nicht leicht, das gesamte Ausma\u00df der eigenen S\u00fcnde zu erfahren und einzugestehen. Welche Hoffnung hatte David allerdings bei seinem Bekenntnis? David pl\u00e4dierte auf Gottes G\u00fcte und Barmherzigkeit, weil er Gott kannte. Ist Gott immer gn\u00e4dig und barmherzig? Nein, nicht immer. Gott ist zornig und strafend, wenn wir in S\u00fcnde leben. Aber Gott ist gn\u00e4dig und barmherzig, wenn wir den Weg der Bu\u00dfe einschlagen. So war Gott, so ist Gott auch heute und so wird Gott in Ewigkeit sein. Und David wusste, dass Gott jemand ist, der S\u00fcnde nicht ausstehen kann aber die S\u00fcnder zur Bu\u00dfe ruft. Gott ist also ein Gott, der die Menschen seit Anbeginn der Zeit von ihren S\u00fcnden befreien m\u00f6chte. Vor Gott wegzurennen, wie Adam oder Kain, ist keine L\u00f6sung. Es gibt nur einen Weg, n\u00e4mlich zur\u00fcck zu Gott. Und diesen ging David, wohlwissentlich, dass nichts und niemand ihm sonst helfen konnte!<\/p>\n<p>Welche Dimension seiner S\u00fcnde spricht David in den kommenden Versen an? Lesen wir Verse 5 und 6: <strong>\u201edenn ich erkenne meine Missetat und meine S\u00fcnde ist immer vor mir. An dir allein habe ich ges\u00fcndigt und \u00fcbel vor dir getan, auf dass du Recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Davids S\u00fcnde war immer vor seinen Augen, selbst dann, als er sie nicht zugeben wollte. Dar\u00fcber hei\u00dft es im Ps.32: <strong>\u201eDenn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein t\u00e4gliches Klagen. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer d\u00fcrre wird.\u201c<\/strong> (Ps. 32,3.4) Nun wissen wir, wie David sein Jahr in S\u00fcnde verbracht hat. Er tat was er wollte. Er nahm die Frau seines N\u00e4chsten. Als K\u00f6nig waren ihm ohnehin kaum Grenzen gesetzt. Sein Leben in S\u00fcnde verhie\u00df ihm Gl\u00fcck. \u201eH\u00f6r nicht auf die strengen Gebote Gottes. Denke auch mal an dich. Nur dieses eine Mal, dann kannst du wieder zu Gott.\u201c Doch der kurzfristige Genuss der S\u00fcnde bescherte David ein unheilvolles Jahr. Am Liebesten h\u00e4tte er seine S\u00fcnde verdr\u00e4ngt und vergessen. Doch sein Gewissen rief seine S\u00fcnde t\u00e4glich in seinen Sinn und klagte ihn an. Tag und Nacht litt er wie eine ausgetrocknete Pflanze in der W\u00fcste. Ein Leben unter der Macht der S\u00fcnde ist wirklich ein erb\u00e4rmliches Leben. Es raubt unsere Kraft und Lebenslust. Auch wenn wir von uns aus alles M\u00f6gliche unternehmen, um sie loszuwerden, entkommen wir ihrer Knechtschaft nicht. Der Stachel der S\u00fcnde steckt tief und f\u00fcgt uns Todesqualen zu.<\/p>\n<p>Davids S\u00fcnde f\u00fcgte nicht nur ihm selbst, sondern auch den Menschen in seiner Umgebung viel Leid an. Warum sagte er: <strong>\u201eAn dir allein habe ich ges\u00fcndigt?\u201c<\/strong> David wollte etwas Spezielles ausdr\u00fccken. Nat\u00fcrlich hatte er gegen andere Menschen ges\u00fcndigt. Was David ausdr\u00fccken wollte ist die Tatsache, dass alles was er anderen Menschen angetan hatte, in erster Linie gegen Gott gerichtet war. Denn noch bevor David Batseba zu sich holen lie\u00df, s\u00fcndigte er in Gedanken gegen Gottes Gebot, \u201eDu sollst nicht begehren\u201c. Sp\u00e4ter, noch bevor er Uria in den Kampf ziehen lie\u00df, mordete David im Herzen vor Gott und verachtete Gottes Gebot \u201eDu sollst nicht t\u00f6ten\u201c. In jedem Punkt hatte David zuerst gegen Gott selbst ges\u00fcndigt, bevor er anderen Menschen Schaden zugef\u00fcgt hatte. Und er gab Gott vollkommen Recht. Gott hat vollkommen Recht, wenn er mich richtet. Er ist rein, ich bin schuld.<\/p>\n<p>Welchen tiefen Einblick hatte David \u00fcber seine S\u00fcnde? Im Vers 7 lesen wir: <strong>\u201eSiehe, ich bin als S\u00fcnder geboren und meine Mutter hat mich in S\u00fcnden empfangen.\u201c<\/strong> In diesem Vers t\u00e4tigt David eine Aussage \u00fcber sich selbst, die bis zum Ursprung seiner irdischen Existenz reicht. Warum sagt er, dass er von Anfang an S\u00fcnder gewesen ist? David h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen: \u201eMeine S\u00fcnde war ein Ausrutscher. Sie passt nicht zu meiner Natur. Ich bin der Mann ganz nach dem Herzen Gottes. Mit 17 bin ich keinen M\u00e4dchen nachgelaufen, sondern habe Goliath erschlagen. Schaut auf meine guten Werke, meine S\u00fcnde f\u00e4llt kaum ins Gewicht.\u201c Doch David hatte kein falsches, sondern ein realit\u00e4tsnahes Bild von sich selbst und von seiner S\u00fcnde. Wir lesen Gottes Wort in der Genesis: <strong>\u201edenn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist b\u00f6se von Jugend auf.\u201c<\/strong> (1.Mose 8,21) Und David kannte die Wahrheit des Wortes Gottes. Best\u00e4tigt durch sein eigenes Erinnerungsverm\u00f6gen, durch Geschichten seiner Verwandten \u00fcber seine Kindheit und durch das Beobachten anderer S\u00e4uglinge, Kinder und Jugendliche konnte er dem Wort Gottes voll und ganz zustimmen und auf sein eigenes Leben beziehen. \u201eJa, ich bin S\u00fcnder von Anfang an. Mein ganzes Wesen, von Kopf bis Fu\u00df, ist durch und durch befleckt.\u201c Wir sehen Davids umfassendes Schuldeingest\u00e4ndnis, das sein ganzes Leben und alle seine S\u00fcnden miteinschloss. Davids S\u00fcndenbekenntnis war alles andere als oberfl\u00e4chlich, sie war umfassend.<\/p>\n<p>Gottes Wort ist wahr. Welche Eigenschaften hat die Wahrheit Gottes? Wir lesen im Vers 8: <strong>\u201eSiehe, dir gef\u00e4llt Wahrheit, die im Verborgenen liegt und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.\u201c<\/strong> Leider ist es nicht immer leicht, die eigene S\u00fcnde zu erkennen, denn sie steht uns nicht auf der Stirn geschrieben. Vielmehr ist die S\u00fcnde mit unserem Wesen vermischt und inwendig verankert. Wir sind zwar Experten darin die Schuld anderer sofort zu erkennen und sie darauf aufmerksam zu machen, doch uns selbst sehen wir vor lauter Balken nicht. (Vgl. Mt.7,3) Au\u00dferdem wollen wir unser Gesicht bewahren. Unser Ansehen ist uns wichtig, wenn nicht gar heilig. Die anderen sollen einen positiven Eindruck von mir haben und Gutes \u00fcber mich erz\u00e4hlen. Beides, sowohl die geistliche Blindheit, als auch die falsche Selbstliebe verhindern ein umfassendes S\u00fcndenbekenntnis und Bu\u00dfe vor Gott, so dass wir unsere S\u00fcnden weiter mit uns herumschleppen. Wie k\u00f6nnen wir sehende Augen erhalten und eine bu\u00dfwillige Einstellung? Betrachten wir Vers 8. Es ist das Wort Gottes, das uns zeigt, wer wir wirklich sind und dass wir unsere S\u00fcnden bekennen und daf\u00fcr Bu\u00dfe tun sollen. David erfuhr Gottes Wort durch Nathan und war ersch\u00fcttert. Apostel Paulus erfuhr seine Aufkl\u00e4rung durch das letzte Gebot: \u201eDu sollst nicht begehren\u201c. Dadurch erkannte er sich selbst, als dem Tode verfallenen Knecht der S\u00fcnde. Wir brauchen also das Wort Gottes, das in die tiefsten Tiefen unseres Herzens hervordringen und unsere S\u00fcnde offenbaren kann. Verweigere dich dem Wort Gottes nicht. \u00d6ffne dein Herz f\u00fcr die Wahrheit. Lass das Wort der Wahrheit reichlich in dein Herz flie\u00dfen. M\u00f6gen Gottes Wahrheit und Weisheit in die Verborgenheit unseres Innern gelangen und ihr gutes Werk vollbringen, damit wir keine Todeskandidaten der S\u00fcnde sind, sondern Bekenner, die Vergebung erlangen.<\/p>\n<p>Welche Weisheit empfing David durch Gottes wahrhaftiges Wort? Lesen wir die Verse 9-11: <strong>\u201eEnts\u00fcndige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich schneewei\u00df werde. Lass mich h\u00f6ren Freude und Wonne, dass die Gebeine fr\u00f6hlich werden, die du zerschlagen hast. Verbirg dein Antlitz vor meinen S\u00fcnden und tilge alle meine Missetat.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Gottes Wort schenkte ihm die n\u00f6tige Weisheit, zur\u00fcck zu Gott zu kommen. David erinnerte sich an fr\u00fchere Zeiten, als er frei und gl\u00fccklich vor Gott leben konnte, doch nun war sein Herz beladen und seine Gebeine zerschlagen. Wie gesegnet war hingegen die Zeit mit Gott! David ist der gl\u00fccklichste Mensch auf Erden gewesen. Doch nun litt er aufgrund seiner S\u00fcnde unertr\u00e4gliches Leid. Und er w\u00fcrde weiter leiden, n\u00e4mlich wegen Gottes Strafgericht, das ihm Gott im 2.Samuel verk\u00fcndet hatte. Doch am allermeisten litt David aufgrund seiner Distanz zu Gott. Er bat Gott nicht um Strafmilderung. Er war bereit alle Konsequenzen zu tragen, wenn er doch nur wieder vor Gottes Angesicht treten und ein Leben mit Gott f\u00fchren konnte. Denn Gott selbst war die Quelle seiner Freude und die Quelle seines Lebens.<\/p>\n<p>Wir sehen, dass David mit der Heiligkeit Gottes Gemeinschaft haben wollte. Doch zwischen ihm und Gott herrschte eine weite Kluft. Wie war es m\u00f6glich, diese Kluft zu \u00fcberwinden? Er stand an ihrem Abgrund, doch was er sah war der Sold der S\u00fcnde. Er sah Tod und Verdammnis. In einer solchen Situation, des v\u00f6lligen Scheiterns und der Ausweglosigkeit, scheiden sich die Wege der Menschen. Die einen resignieren und geben auf. Sie sterben im Geist.<\/p>\n<p>Die anderen folgen Davids Beispiel. Angewidert von seiner eigenen S\u00fcnde und verzweifelt \u00fcber seine Distanz zu Gott fing David an zu beten. <strong>\u201eGott, sei mir gn\u00e4dig\u201c<\/strong>. Nur durch seine Gnade konnte Gott eine Br\u00fccke zu ihm schlagen. Wir wollen Menschen sein, die Davids Beispiel folgen. Wir d\u00fcrfen unserer S\u00fcnde nicht kompromissbereit begegnen. Lasst uns von David lernen, der seine Schuld nicht mehr ertragen konnte. Er wollte schneewei\u00df werden. Gott schenke uns denselben Willen zu ihm zu kommen und mit dem reinen Blut Christi besprengt und reingewaschen zu werden. M\u00f6ge Gottes Gnade allezeit eine Br\u00fccke wischen Gott und uns sein.<\/p>\n<p><strong>Teil II\tEin neues Herz (11-21)<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Teil haben wir erfahren, mit welcher Intensit\u00e4t David Gottes Gegenwart aufgesucht und f\u00fcr Vergebung seiner S\u00fcnden gebeten hat. Gott sollte ihn v\u00f6llig reinwaschen. Welchen weiteren Schritt der Bu\u00dfe tat David? Vers 12 lautet: <strong>\u201eSchaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, best\u00e4ndigen Geist.\u201c<\/strong> F\u00fcr seine S\u00fcnde um Vergebung zu bitten ist gut und notwendig aber nicht hinreichend. Wer an dieser Stelle aufh\u00f6rt, ist den Weg der Bu\u00dfe nicht zu Ende gegangen. Denn Beichte ablegen gen\u00fcgt nicht. Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden. Wo ist das Problem verankert? Worauf schaut Gott? Es ist das Herz, das repr\u00e4sentativ f\u00fcr das ganze Wesen des Menschen steht. Lesen wir Vers 12 gemeinsam: <strong>\u201eSchaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, best\u00e4ndigen Geist.\u201c<\/strong> Genau hierf\u00fcr betete David. Er erkannte n\u00e4mlich die Ursache allen \u00dcbels. Seine S\u00fcnde war kein dummer Zufall. Sein Herz war eine sprudelnde Quelle der S\u00fcnde. Sein Herz ist vergleichbar mit dem Bohrloch vor der amerikanischen K\u00fcste. Wochen lang hat man versuchen den \u00d6lteppich zu bek\u00e4mpfen aber solange die Quelle offen lag sprudelt unaufhaltsam das \u00d6l und verschmutzte die Umgebung.<\/p>\n<p>\u00dcber sein s\u00fcndiges Herz, aus dem unaufhaltsam die S\u00fcnde quoll, muss David sehr verzweifelt gewesen sein. Doch aus dieser Erkenntnis, verbunden mit der gro\u00dfen Hilflosigkeit, empfing er ein neues Anliegen, n\u00e4mlich f\u00fcr ein neues Herz zu beten. er bat Gott um die Erschaffung eines neuen Herzens, eines reinen Herzens und f\u00fcr einen neuen, best\u00e4ndigen Geist, der in ihm wohnen konnte. M\u00f6ge Gott auch uns dieses Anliegen schenken!<\/p>\n<p>\u201e<strong>Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.\u201c <\/strong>setzte David sein Bu\u00dfgebet im Vers 13 fort. Seinem Vorg\u00e4nger, K\u00f6nig Saul, war es n\u00e4mlich so ergangen. Gott hatte verworfen und ihm seinen Heiligen Geist entrissen. David hatte erfahren, welche uns\u00e4gliche Folgen der geistliche Fall Sauls mit sich f\u00fchrte. Auf keinen Fall wollte David ein gefallenes Leben f\u00fchren. Gott sollte seinen Heiligen Geist nicht von ihm nehmen, sondern: <strong>\u201eErfreue mich wieder mit deiner Hilfe und mit einem willigen Geist r\u00fcste mich aus.\u201c<\/strong> (14) Der Geist Gottes sollte in ihm das Wollen und das Vollbringen bewirken (vgl. Phil. 2,13). Die wahre Lebensfreude, die selbstverst\u00e4ndlich mit der geistlichen Bereitschaft zum Gehorsam verbunden ist, liegt im Herrn. Daran gab es f\u00fcr David keinen Zweifel. M\u00f6ge es an dieser Tatsache auch in uns keine Zweifel geben. Demnach ist Bu\u00dfe eines der wichtigsten und dringlichsten Aktivit\u00e4ten unseres Glaubenslebens, sie trifft genau das Anliegen Gottes und sie bewirkt Erl\u00f6sung in uns. Doch Bu\u00dfe hat zwei Seiten. So hoch die geistlichen Benefits auch sind, so schwer kann der Gang der Bu\u00dfe sein. Sie ist gut aber schwer, sie ist notwendig aber fordernd, sie heilt aber entbl\u00f6\u00dft. Unsere Bu\u00dfe soll nicht das Ziel haben, uns besser zu f\u00fchlen und unser schlechtes Gewissen loszuwerden. Wir sollen Bu\u00dfe tun, um mit dem Geist Gottes erf\u00fcllt zu werden und ein Leben mit ihm zu f\u00fchren. M\u00f6ge Gott uns von falschen Vorstellungen der Bu\u00dfe befreien und uns den gottgef\u00e4lligen und legitimen Weg der Bu\u00dfe ins Herz legen.<\/p>\n<p>Welche Ver\u00e4nderung der Bu\u00dfe k\u00f6nnen wir in David feststellen? Betrachten wir die Verse 15-17: <strong>\u201eIch will die \u00dcbertreter deine Wege lehren, dass sich die S\u00fcnder zu dir bekehren. Errette mich von Blutschuld, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit r\u00fchme. Herr tu meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verk\u00fcndige.\u201c<\/strong> Als er sich auf dem Weg der S\u00fcnde befand, war David nichts anderes als ein Fluch, nicht nur f\u00fcr sein eigenes Leben, sondern auch f\u00fcr das anderer Menschen. Er wurde zum Fluch f\u00fcr Batseba, f\u00fcr Uria und f\u00fcr sein erstes Kind, mit Batseba und sicherlich auch f\u00fcr viele andere Menschen, die nicht explizit erw\u00e4hnt werden. Doch als David den gesamten Weg der Bu\u00dfe entlang schritt, f\u00fcr Reinwaschung, f\u00fcr ein reines Herz und einen neuen Geist bat, fing er an f\u00fcr Gottes Namen und f\u00fcr andere Menschen zu beten. <strong>\u201eIch will die \u00dcbertreter deine Wege lehren, dass sich die S\u00fcnder zu dir bekehren&#8230; dass meine Zunge deine Gerechtigkeit r\u00fchme. Herr tu meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verk\u00fcndige.\u201c<\/strong> Und Vers 20: <strong>\u201eTu wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem.\u201c<\/strong> Davids Ver\u00e4nderung durch seine Bu\u00dfe war zugleich eine Ver\u00e4nderung vom Fluch hin zum Segen. David konnte Gottes Ruhm verk\u00fcndigen. Er konnte ein pers\u00f6nliches Zeugnis geben, wie Gott ihn aus dem S\u00fcndenpfuhl befreit und die Wiederherstellung eines geistlichen Lebens erm\u00f6glicht hatte. S\u00fcnde und Fluch h\u00e4ngen zusammen. Vergebung und Segen aber auch. Beten wir, dass Gottes Vergebungsgnade und Wiederherstellung uns zum Lob Gottes und zum Segen f\u00fcr viele macht.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend kam David zum rechten Gottesdienst zu Wort. Was gef\u00e4llt Gott und was gef\u00e4llt Gott nicht? <strong>\u201eDenn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben und Brandopfer gefallen dir nicht. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein ge\u00e4ngsteter Geist, ein ge\u00e4ngstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.\u201c<\/strong> (18.19) Gott hat kein Gefallen am regul\u00e4ren Gottesdienst, wenn wir ein unbu\u00dffertiges Herz haben. Wenn ich ein s\u00fcndenkrankes Herz habe, kann ich mich sch\u00f6n anziehen, laut singen und Opfer darbringen. Das wird Gott aber nicht annehmen. Bereits Samuel lehrte K\u00f6nig Saul: <strong>\u201eMeinst du, dass der Herr Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern.\u201c <\/strong>Gott fordert zu allererst Gehorsam, im heutigen Kontext, die Bereitschaft zur Bu\u00dfe.<strong> <\/strong>Welches Opfer fordert Gott zu aller erst von uns? <strong>\u201eDie Opfer, die Gott gefallen, sind ein ge\u00e4ngsteter Geist, ein ge\u00e4ngstetes, zerschlagenes Herz.\u201c<\/strong> Unsere S\u00fcnde, wie gro\u00df oder klein wir sie auch einsch\u00e4tzen m\u00f6gen, ist in Gottes Augen verheerend. Und wohl dem Menschen, der offene geistliche Augen des Herzens durch das Wort Gottes erlangt und das ganze Ausma\u00df der pers\u00f6nlichen Schuld erkennt. Diese Erkenntnis ist wie ein reinigendes Gewitter. Im ersten Zug zerschl\u00e4gt und \u00e4ngstete sie das Herz und die Seele. Wenn sich Entsetzen in uns breit macht, haben wir genau die Haltung vor Gott eingenommen, die unserer s\u00fcndhaften Natur entspricht und Gott gef\u00e4llt. Gott offenbarte sich Jesaja mit den Worten: <strong>\u201eDenn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der H\u00f6he und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und dem\u00fctigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedem\u00fctigten und das Herz der Zerschlagenen.\u201c<\/strong> (Jes. 57,15) Wir m\u00fcssen wirklich runter von unserem hohen Ross. Lasst uns die richtige Haltung vor Gott einnehmen. M\u00f6ge Gottes Wort unser Herz zerschlagen und dem\u00fctigen. Dann wird Gott auch unseren Gottesdienst wohlgef\u00e4llig annehmen, wie es im Vers 21 hei\u00dft: <strong>\u201eDann werden dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer; dann wird man Stiere auf deinem Alter opfern.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Wir brauchen das Wort Gottes. Lasst uns das Wort Gottes reichlich unter uns wohnen, damit es seine volle Wirkung entfachen kann. Beten wir, damit Gott uns erleuchtete Augen des Herzens schenkt, damit wir erkennen was f\u00fcr S\u00fcnder wir vor Gott sind! M\u00f6ge Gottes Wort unsere Herzen zerschlagen und unsere Seelen \u00e4ngsten. Lasst uns mit aller Kraft Bu\u00dfe vor Gott tun. M\u00f6ge Gott unsere Bu\u00dfe gn\u00e4dig annehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Gott, sei mir S\u00fcnder gn\u00e4dig! \u201eGott, sei mir gn\u00e4dig nach deiner G\u00fcte und tilge meine S\u00fcnden nach deiner gro\u00dfen Barmherzigkeit.\u201d (Ps 51,3) In der Bibel sind viele S\u00fcndenf\u00e4lle \u00fcberliefert. Einige davon sind weltweit bekannt. Dazu geh\u00f6rt der erste S\u00fcndenfall \u00fcberhaupt, verursacht durch Adam. Ein gravierender S\u00fcndenfall ist der Verrat Judas. 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