{"id":11842,"date":"2023-08-20T11:00:18","date_gmt":"2023-08-20T09:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=11842"},"modified":"2025-02-04T05:38:38","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:38","slug":"predigt-2-timotheus-21-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-2-timotheus-21-13\/","title":{"rendered":"Predigt: 2. Timotheus 2,1-13"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/2023_2Tim-2-0113-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Leiden f\u00fcr Jesus<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eSei bereit, als ein treuer K\u00e4mpfer f\u00fcr Christus Jesus zu leiden.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(2. Timotheus 2,3)<\/p>\n<p>Viele Ausleger gehen davon aus, dass Paulus den zweiten Timotheus-Brief aus dem Gef\u00e4ngnis in Rom schrieb, als er auf seinen Prozess wartete. Paulus ging davon aus, dass er am Ende des Prozesses hingerichtet werden w\u00fcrde. Er befand sich in den letzten Monaten seines Lebens. Inmitten dieser Situation schrieb er noch einmal an seinen Sch\u00fctzling Timotheus. Dieser Brief ist ein wenig wie ein Testament, ein letzter Wille, ein erster Abschied (obwohl Paulus hofft, dass Timotheus bald zu ihm kommen kann), und das Weiterreichen der Fackel.<br \/>\nLetzte Woche haben wir geh\u00f6rt, dass Paulus Timotheus dazu auffordert, sich nicht zu sch\u00e4men. Im heutigen Text finden wir wieder eine weitere besondere, pers\u00f6nliche Ermahnung. Paulus fordert Timotheus dazu auf, f\u00fcr Jesus zu leiden. Das ist keine einfache Botschaft. Mindestens drei Dinge lernen wir hier \u00fcber das Leiden. Erstens, Christen haben eine proaktive Haltung zum Leiden; zweitens, Christen haben Vorbilder des Leidens; und drittens, Christen finden im Evangelium eine Quelle, welche die Welt nicht kennt.<\/p>\n<p><strong>1. Christen haben eine proaktive Haltung zum Leiden<\/strong><br \/>\nIn Vers 3 lesen wir: \u201eSei bereit, als ein treuer K\u00e4mpfer f\u00fcr Christus Jesus zu leiden.\u201c Der Vers davor macht deutlich, dass die Leiden von denen Paulus hier spricht, etwas mit dem christlichen Glauben zu tun haben: \u201eWas du von mir geh\u00f6rt hast, das sollst du auch weitergeben an Menschen, die vertrauensw\u00fcrdig und f\u00e4hig sind, andere zu lehren.\u201c (Vers 2) Timotheus war von Paulus beauftragt worden, zu lehren. Er hatte einen Gemeindedienst. Seine Leiden waren Teil seiner Mission.<br \/>\nIn den Versen 4-6 verwendet Paulus drei verschiedene Bilder, um das Leiden zu veranschaulichen. Als Erstes spricht er von einem Soldaten, der in den Krieg zieht. Der Soldat verwickelt sich nicht in die Angelegenheiten des t\u00e4glichen Lebens. Damit ist nicht gemeint, dass weltliche Dinge unbedingt schlecht sind und auf jeden Fall zu vermeiden w\u00e4ren. Der Vers 4 sagt: \u201eer will ja dem gefallen, der ihn in seine Armee aufgenommen hat.\u201c D.&nbsp;h., der Soldat hat einen Herrn, und er wird alles tun, um diesem Herrn treu zu sein, auch dann noch, wenn dieser Herr ihn in Situationen stellt, die gef\u00e4hrlich und schmerzhaft sind. F\u00fcr dieses Ziel ist er bereit, zu leiden.<br \/>\nAls N\u00e4chstes spricht Paulus von einem Athleten, der an einem Wettkampf teilnimmt. Der Sportler muss sich an die Regeln halten. D.&nbsp;h., keine Abk\u00fcrzungen, kein Doping, kein Schummeln. Es bedeutet auch, dass der Athlet nur dann erfolgreich sein kann, wenn er entsprechend gut vorbereitet ist. Das erfordert Leiden.<br \/>\nAls Drittes spricht Paulus von Bauern, die anstrengende Feldarbeit verrichten. Das braucht nicht viele erkl\u00e4rende Worte. Die Arbeit auf dem Feld war m\u00fchselige, anstrengende T\u00e4tigkeit. Paulus schlie\u00dft diesen Teil ab mit den Worten. \u201eDenke \u00fcber meine Worte nach. Der Herr wird dir in all diesen Dingen das n\u00f6tige Verst\u00e4ndnis geben.\u201c (Vers 7) Genau das wollen wir an dieser Stelle tun.<br \/>\nWie spricht dieses Wort in unsere Zeit hinein? Wir leben in einer Zeit, in der so vieles danach ausgerichtet ist, Leiden zu minimieren. Das Vermeiden von allem, was unangenehm und schmerzhaft ist, scheint mit das Wichtigste zu sein, worum es in unserer Zeit geht. Zum Beispiel verwenden wir Maschinen und Technologien, um uns Arbeiten zu ersparen, die k\u00f6rperlich m\u00fchsam und anstrengend ist, wie Staubsaugeroboter und Sp\u00fclmaschinen. Wir haben Thermostate, Heizungen, Ventilatoren oder Klimaanlagen, die es uns zu jeder Zeit erlauben, eine ertr\u00e4gliche Zimmertemperatur zu haben, ganz egal welches Wetter drau\u00dfen ist. Wir haben Schmerzmittel erfunden, wie Aspirin, Ibuprofen oder Paracetamol; wer von uns war nicht schon dankbar, darauf zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen, wenn wir krank sind. Wir haben eine medizinische Versorgung, die noch nie in der Geschichte der Menschheit besser war. F\u00fcr diejenigen, die keine Lust haben rauszugehen, um einzukaufen, wurde Amazon, Gorillas und Lieferando erfunden; wir k\u00f6nnen praktisch alles nach Hause geliefert bekommen. Weil Langeweile richtig unangenehm sein kann, haben die Menschen Smartphones, PlayStation, Netflix und Disney plus erfunden.<br \/>\nWir haben Sanit\u00e4ranlagen wie Toiletten mit Sp\u00fclung, Bad und Dusche und warmem Wasser, die es uns erlauben, mit minimalem Aufwand und maximaler Bequemlichkeit, ein hygienisches Leben zu f\u00fchren. F\u00fcr uns ist das alles eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Wir w\u00fcrden auch in keine Wohnung oder Haus einziehen, in dem es keine Toilette und Dusche gibt. Lasst uns hier ganz kurz innehalten und dar\u00fcber nachdenken, wie krass und wie besonders das eigentlich ist. Frage: wisst ihr, wer zur Zeit von Apostel Paulus in seinem Zuhause flie\u00dfendes kaltes und warmes Wasser hatte? Genau, praktisch niemand, au\u00dfer dem r\u00f6mischen Kaiser und den Allerreichsten der Allerreichen. Christian Rach zeigte in einer Dokuserie wie im Mittelalter auf einer Burg gekocht wurde. Er zeigte die Wasserversorgung im Mittelalter: Es gab flie\u00dfendes Wasser; das Problem war nur, es floss vorbei (der Fluss in der N\u00e4he). Wir leben in einem Wohlstand und Luxus, den es in dieser Form noch nie auf der Welt gegeben hatte.<br \/>\nUnd versteht mich nicht falsch: alles das, was ich aufgez\u00e4hlt habe, ist sehr gut. Ich bin zutiefst dankbar f\u00fcr technologischen Fortschritt! Er hat dabei geholfen, unz\u00e4hlige Menschenleben zu retten und die Qualit\u00e4t des Lebens wirklich besser zu machen. Aber das Ganze hat auch eine Kehrseite. Wir vermeiden jegliche Art von Unbequemlichkeit, auch dann, wenn ein gewisses Ma\u00df an Schmerzen notwendig w\u00e4re. Und unsere Gesellschaft ist die am schlechtesten vorbereitete Gesellschaft, wenn es um Trag\u00f6dien und Leid geht. Wir k\u00f6nnen mit Leid so gar nichts anfangen.<br \/>\nUnd deshalb ist Paulus\u2018 Ermahnung eine so radikale Botschaft f\u00fcr unsere Zeit. \u201eSei bereit, als ein treuer K\u00e4mpfer f\u00fcr Christus Jesus zu leiden.\u201c Paulus sagt hier: \u201eGehe deinen Leiden nicht aus dem Weg. Suche nicht den einfachen und bequemen Weg. Wenn Leiden auf dich zukommen, stelle dich ihnen mutig.\u201c Um nicht falsch verstanden zu werden: Leiden sind an und f\u00fcr sich nicht gut. In den allermeisten F\u00e4llen wird Leiden durch S\u00fcnde verursacht. S\u00fcnde ist das Gegenteil von gut. Paulus sagt hier nicht, dass wir absichtlich leidvolle Erfahrungen suchen sollen. Das w\u00e4re v\u00f6llig absurd. Sondern Paulus geht von der Pr\u00e4misse aus, dass wenn wir Jesus nachfolgen, Leid einfach unvermeidlich ist. Und diesem unvermeidlichen Leid sollen wir uns proaktiv stellen.<br \/>\nDer Text zeigt uns auch, weshalb. Wenn immer Menschen leiden, stellen sie die gro\u00dfe Frage nach dem \u201eWarum\u201c: \u201eWarum ist mir das zugefallen? Warum hatte ich diesen Unfall? Warum habe ich diesen genetischen Defekt? Warum habe ich diese Familie?\u201c Und in den allermeisten F\u00e4llen finden wir keine Antwort, auf die Frage nach dem Grund. Aber das Wort \u201ewarum\u201c k\u00f6nnte auch verstanden werden, als ein \u201ewozu\u201c oder \u201ewof\u00fcr\u201c. C.S. Lewis hat ein wunderbares Bild gebraucht bez\u00fcglich der Frage, weshalb, wozu oder wof\u00fcr wir in dieser Welt leiden: \u201eWenn du dir diese Welt als einen Ort vorstellst, der nur f\u00fcr unser Gl\u00fcck geschaffen wurde, wirst du sie ziemlich unertr\u00e4glich finden: stell ihn dir als eine Trainings- und Korrektureinrichtung vor, und sie ist nicht so schlimm. Stell dir eine Gruppe von Menschen vor, die alle in demselben Geb\u00e4ude wohnen. Die eine H\u00e4lfte von ihnen h\u00e4lt es f\u00fcr ein Hotel, die andere f\u00fcr ein Gef\u00e4ngnis. Diejenigen, die es f\u00fcr ein Hotel halten, w\u00fcrden es ziemlich unertr\u00e4glich empfinden, und diejenigen, die es f\u00fcr ein Gef\u00e4ngnis halten, empfinden es als \u00fcberraschend angenehm.\u201c<br \/>\nDas ist es, was Paulus ebenfalls zu sagen scheint. Alles Leiden dient einem Ziel. Wenn wir noch einmal die drei Bilder betrachten, die Paulus gebraucht, der Soldat, der Athlet und der Bauer, erf\u00fcllt das Leiden immer einen guten Zweck: Der Soldat gewinnt das Ansehen des Herrn, der Athlet bekommt den Siegeskranz, der Bauer darf als Erstes die Fr\u00fcchte seiner Arbeit genie\u00dfen. Wir haben Leid in dieser Welt. Aber es gibt einen Lohn. Es gibt eine Belohnung, die so gro\u00df ist, dass alles Leid vorher nicht mehr als Leid angehen wird, sondern als Investition.<br \/>\nDer Lohn ist Jesus Christus selbst. Joni Eareckson-Tada ist eine Frau, die selbst so viel Leid und so viel Schmerz erfahren hat. Und sie hatte mit vielen Menschen auf der Welt zu tun, die unter Krankheiten und Behinderungen leiden. Einmal besuchte sie kranke Menschen in Ghana. Eine Schwester dort sagte folgendes: \u201eWillkommen in Ghana! Das Land, in dem Gott gr\u00f6\u00dfer ist. Weil wir ihn mehr brauchen.\u201c Und sie dachte: \u201eJa, genau. Gott erscheint den Menschen immer gr\u00f6\u00dfer, die ihn am meisten brauchen. Und diese Menschen brauchen ihn so sehr. Ist das nicht wunderbar?\u201c<br \/>\nJedes Leid, jeder Schmerz, den wir in diesem Leben erfahren, wird zu einer Gelegenheit, neu unsere Abh\u00e4ngigkeit von Gott zu erkennen. In unserem Leid erkennen wir, dass wir wirklich nichts haben, auf das wir uns wirklich verlassen k\u00f6nnen, au\u00dfer Gott selbst. Gott wird in unserem Leid gro\u00df, weil wir auf ihn angewiesen sind. Und dieser Gott ist der Lohn, nach dem wir trachten.<\/p>\n<p><strong>2. Christen haben Vorbilder des Leidens<\/strong><br \/>\nIm Text werden uns zwei Vorbilder vorgestellt, was Leiden angeht. In Vers 8 schreibt Paulus: \u201eDenke an Jesus Christus, der als Mensch aus dem Geschlecht Davids stammte und von den Toten auferstanden ist. Das ist die Botschaft, die ich predige.\u201c Das erste Vorbild f\u00fcr Leiden ist niemand Geringeres als unser Herr Jesus selbst. Jesus litt f\u00fcr die ganze Welt. Und sein Leiden fand seinen H\u00f6hepunkt, als er am Kreuz gottverlassen starb. Aber Jesus, der Sohn Davids, blieb nicht im Grab. Er ist von den Toten auferstanden. Und diese Tatsache macht alles anders.<br \/>\nDas zweite Vorbild sehen wir in Vers 9: \u201eUnd weil ich sie predige, leide ich und wurde angekettet wie ein Verbrecher.\u201c Paulus sa\u00df in einem r\u00f6mischen Gef\u00e4ngnis. Das Wort, das hier mit \u201eVerbrecher\u201c \u00fcbersetzt ist, wurde f\u00fcr R\u00e4uber und Schwerverbrecher angewendet. So wurde Paulus, mittlerweile ein alter Mann, behandelt. So endete sein Leben, das voll von vielen Leidensgeschichten war.<br \/>\nWas k\u00f6nnen wir von Jesus und von Paulus lernen, in Bezug darauf wie wir leiden sollen? Sowohl bei Jesus als auch bei Paulus sehen wir, dass sie nicht stoisch gelitten haben. Die Stoiker haben sich viel mit der Bew\u00e4ltigung von Leid besch\u00e4ftigt. Der griechische Philosoph Epiktet hatte zum Beispiel Folgendes gelehrt: \u201eDenn nicht die Dinge und Ereignisse beunruhigen uns, sondern unsere Vorstellung davon. Nicht Ereignisse oder Umst\u00e4nde an sich machen gl\u00fccklich, sondern die Art, wie wir sie begehren und wertsch\u00e4tzen.\u201c Was er damit meinte, war, dass Ereignisse, die sich au\u00dferhalb unserer Kontrolle befinden, neutral sind. Zum Beispiel: \u201eDeine Gro\u00dfmutter ist gestorben? Das ist weder gut noch schlecht. Das passiert halt.\u201c Erst unser Begehren und unsere emotionale Reaktion f\u00fchrt dazu, dass aus einem neutralen Ereignis Leiden werden. Also ist die Antwort auf Leid: bleib ganz rational und \u00fcberwinde deine Gef\u00fchle.<br \/>\nManche denken, dass Christen bei Schmerzen und Leiden einfach dr\u00fcberstehen m\u00fcssen: \u201eman darf die Leiden nicht an sich herankommen lassen\u201c. Es gibt ja den Ausdruck \u201estoische Ruhe\u201c. Und viele denken, dass Christen so etwas haben m\u00fcssten: unter den gr\u00f6\u00dften Anfechtungen ruhig zu bleiben; und vor allen Dingen emotional distanziert zu sein, egal, was passiert, z.B. indem man bewusst auf die Z\u00e4hne bei\u00dft und versucht den Kummer zu ignorieren; oder indem man versucht den Teil des Herzens, der an etwas h\u00e4ngt, zu unterdr\u00fccken.<br \/>\nUnd wisst ihr was? Stoizismus ist eine einigerma\u00dfen effektive Methode, um mit Leiden umzugehen. Es funktioniert. Aber gleichzeitig ist es emotional ungesund. Ein Teil unseres Herzens stirbt ab. Wenn du Leid und Trauer erfahren hast, und wenn du darauf reagiert hast, indem du dich emotional distanzierst, indem du deine Liebe zum Erkalten bringst, dann stirbt nicht nur ein Teil von dir; du wirst gleichzeitig auch hartherzig. Und wenn du andere Menschen das Gleiche durchmachen siehst, wirst du nicht in der Lage sein, Mitgef\u00fchl zu haben und zu zeigen. Du wirst sagen: \u201eRei\u00df dich zusammen! Stell dich nicht so an! So etwas passiert halt, und da musst du jetzt durch!\u201c Das ist nicht gerade tr\u00f6stlich.<br \/>\nGef\u00fchle auszuschalten war nicht die Art und Weise wie Paulus und Jesus durch Leid gingen. Im Gegenteil, wir sehen Jesus vor der Stadt Jerusalem weinen, weil er zutiefst betroffen war, wegen des Leids, das dieser Stadt widerfahren w\u00fcrde. Wir sehen Jesus im Garten Gethsemane voller Furcht und gesch\u00fcttelt von tiefsten Emotionen. Paulus war ebenfalls ein Mann, der anscheinend nah am Wasser gebaut war. In Apostelgeschichte 20,31 sagt er: \u201eDenkt an die drei Jahre, die ich bei euch gewesen bin \u2013 wie ich Tag und Nacht \u00fcber euch gewacht und mich unter Tr\u00e4nen um euch gesorgt habe.\u201c D.&nbsp;h., Paulus hatte oft geweint. F\u00fcr Paulus geh\u00f6rten Tr\u00e4nen zum Tagesgesch\u00e4ft. Jesus und Paulus waren nicht emotional distanziert. Sie sahen Leiden und Schmerzen als das an, was es ist: das Resultat einer gefallenen und kaputten Welt und das Resultat von S\u00fcnde. Und sie reagierten auf das, was nicht gut ist, auch mit ihren Gef\u00fchlen.<br \/>\nUnd obwohl Jesus und Paulus weinten, ist ihr Leiden doch ganz anders als das der Welt. Der Schl\u00fcsselunterschied ist: Es ist immer ein Leiden mit Hoffnung. Das sind die Vorbilder des Leidens, die wir haben.<br \/>\nBevor wir fortfahren, wollen wir nochmals kurz nachdenken, welche Implikationen das f\u00fcr uns hat. Francis Chan erz\u00e4hlte einmal davon, wie er Gott im Gebet gefragt hatte, warum er Gott nicht auf solch gro\u00dfartige Weise erfahren konnte wie Elia. Elia hatte erlebt, wie Feuer vom Himmel fiel. Francis hatte Gott immer wieder gebeten, dass Feuer vom Himmel f\u00e4llt. Aber nichts dergleichen passierte. Er fragte sich warum. Welche Antwort bekam Francis von Gott? Gott sagte ihm: \u201eFrancis, Elia befand sich auf dem Berg Carmel mit hunderten von Propheten, die ihm den Kopf abschlagen sollten. Du hingegen befindest dich gerade auf einem christlichen Konzert. Das sind zwei v\u00f6llig unterschiedliche Situationen.\u201c Die ersten Christen erfuhren schreckliche Verfolgungen und Leiden, die wir uns gar nicht vorstellen k\u00f6nnen und wollen. Uns hingegen geht es ziemlich gut. Bedeutet es, dass wir dann nur halbe Christen sind?<br \/>\nZwei Dingen k\u00f6nnen wir f\u00fcr uns mitnehmen. Zum einen, wir sollten uns ehrlich der Frage stellen, was wir f\u00fcr Jesus tun. Gibt es Opfer, die wir bringen, die wir nicht bringen w\u00fcrden, wenn wir Jesus nicht nachfolgen w\u00fcrden? Welche echten Unbequemlichkeiten nehmen wir auf uns, die wir nicht auf uns nehmen w\u00fcrden, um Jesu willen? Vor welcher Art von Schmerzen schrecken wir nicht zur\u00fcck, weil wir wissen, dass das der Weg der Christusnachfolge ist? Das sind Fragen, die jeder von uns mitnehmen sollte. Und vielleicht zeigt Gott uns im Gebet, in welchen Bereichen unser Herz noch nicht Gott geh\u00f6rt. Vielleicht zeigt Gott wo und wie er uns gebrauchen will.<br \/>\nDas andere ist, wir sollten die Leiden, die wir jetzt schon haben, nicht vergeuden. Wir haben vorhin gesagt, dass jeder Schmerz eine Gelegenheit ist, Gott auf eine Weise kennen zu lernen, wie wir das ohne Leid nicht k\u00f6nnten. Wir haben hier auf Erden die M\u00f6glichkeit, Gott auf eine Weise zu erleben, wie es im Himmel nicht mehr m\u00f6glich sein wird. Nur in diesem jetzigen Leben haben wir die M\u00f6glichkeit, Gott zu loben und preisen, nicht nur dann, wenn es uns blendend geht, sondern auch dann, wenn es uns gar nicht gut geht. Gott erscheint uns so viel gr\u00f6\u00dfer und so viel herrlicher, je mehr wir ihn brauchen. Jedes Leid dient dazu, uns Gott n\u00e4her zu bringen.<br \/>\nMein gro\u00dfer Held Tim Keller erfuhr w\u00e4hrend der Corona-Krise, dass er zum zweiten Mal Krebs hatte. Es ist eine sehr aggressive Krebsart, und die meisten Menschen mit dieser Diagnose sterben innerhalb von wenigen Monaten oder einem Jahr. Tim Keller \u00fcberlebte mehr als drei weitere Jahre. Zum Ende hin sagte er dann folgendes: \u201eDas klingt jetzt vielleicht etwas \u00fcbertrieben. Meine Frau und ich w\u00fcrden niemals zu dem Gebetsleben und dem geistlichen Leben zur\u00fcckkehren wollen, das wir vor der Krebserkrankung hatten, niemals&#8220;. Erst seine Krebserkrankung hatte ihn dazu gebracht, Psalm 90,14 wirklich zu erleben. Da hei\u00dft es: \u201e\u00dcbersch\u00fctte uns schon am Morgen mit deiner Gnade, dann werden wir singen und fr\u00f6hlich sein bis ans Ende unserer Tage.\u201c Keine Frage, er ist auch ein gutes Vorbild f\u00fcr Christen, die \u201egut\u201c leiden.<br \/>\nWelche Lasten und Schmerzen hast du? Vergeudest du deine Leiden? Oder nutzt du sie, Gott auf nie vorher da gewesene Art zu erfahren?<\/p>\n<p><strong>3. Wir haben eine Quelle, welche die Welt nicht kennt<\/strong><br \/>\nEs ist so wichtig, und ich sage das immer wieder: Wenn wir im Christentum einfach nur Vorbilder h\u00e4tten und sonst nichts, dann w\u00e4re das Christentum eine Religion wie jede andere. Wenn wir nur Vorbilder h\u00e4tten, dann bekommen wir vielleicht Inspiration, aber keine wirkliche Kraft. Die Essenz des Christentums sind nicht gute Vorbilder. Die Essenz ist die frohe Botschaft: Das was Gott in Jesus Christus f\u00fcr uns getan hat. Und unser Text ist voll vom Evangelium.<br \/>\nIn Vers 1 schreibt Paulus: \u201ewerde stark durch die Gnade, die Gott dir in Christus Jesus schenkt.\u201c In Vers 8 schreibt Paulus: \u201eDenke an Jesus Christus, der als Mensch aus dem Geschlecht Davids stammte und von den Toten auferstanden ist.\u201c Und in den Versen 11-13 hei\u00dft es: \u201eWenn wir mit ihm sterben, werden wir auch mit ihm leben. Wenn wir mit ihm leiden, werden wir mit ihm herrschen. Wenn wir ihn verleugnen, wird auch er uns verleugnen. Wenn wir untreu sind, bleibt er treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.\u201c Diese Verse sind vielleicht ein altes christliches Gedicht oder ein altes Lied, das Paulus geschrieben hat oder zitiert. Und vielleicht haben die Christen das gesungen oder zitiert, w\u00e4hrend sie Anfechtungen erlebt haben.<br \/>\nAllein \u00fcber diese Verse k\u00f6nnte man eine ganze Predigt halten. Aber denken wir nur \u00fcber einen Aspekt nach: Wie kann es sein, dass unser Sterben dazu f\u00fchrt, dass wir mit Jesus leben, dass unser Leiden bedeutet, dass wir mit ihm herrschen werden? Paulus spricht hier von einer innigen Verbindung zwischen Jesus und uns, die so stark ist, dass unsere Haltung zu Jesus ewige Konsequenzen hat. Woher kommt das?<br \/>\nDie Antwort ist nat\u00fcrlich, weil Jesus gestorben und Jesus auferstanden ist. Aber Jesu Tod und Auferstehung sind nicht einfach historische Fakten, die sich ca. 30 nach Christus abgespielt haben. Es ist historische Tatsachen, die etwas mit uns zu tun haben, im Hier und Jetzt. Der Punkt ist: Jesus ist f\u00fcr uns gestorben: f\u00fcr dich und f\u00fcr mich. Jesus ist f\u00fcr uns auferstanden. Er hat alle unsere Schuld und unsere Krankheit mit aufs Kreuz getragen. Unsere S\u00fcnde wurde mit ihm beerdigt. Und Jesus ist zu neuem Leben auferstanden. Sein Tod und seine Auferstehung sind sein unendlich gro\u00dfes, unendlich gro\u00dfz\u00fcgiges, unendlich gn\u00e4diges Geschenk an uns. Wenn wir dieses Geschenk annehmen und aus diesem Geschenk heraus leben, ver\u00e4ndert sich unser ganzes Leben.<br \/>\nGott hat f\u00fcr uns gelitten. Und weil dem so ist, haben wir einen Gott, der uns in unseren Leiden ganz nah ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Leiden f\u00fcr Jesus \u201eSei bereit, als ein treuer K\u00e4mpfer f\u00fcr Christus Jesus zu leiden.\u201c (2. Timotheus 2,3) Viele Ausleger gehen davon aus, dass Paulus den zweiten Timotheus-Brief aus dem Gef\u00e4ngnis in Rom schrieb, als er auf seinen Prozess wartete. Paulus ging davon aus, dass er am Ende des Prozesses hingerichtet werden w\u00fcrde. 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