{"id":11835,"date":"2023-07-30T11:00:23","date_gmt":"2023-07-30T09:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=11835"},"modified":"2025-02-04T05:38:39","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:39","slug":"predigt-1-timotheus-61-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-timotheus-61-21\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Timotheus 6,1-21"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023_1Tim-6-0121_P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Ergreife das ewige Leben<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eK\u00e4mpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Timotheus 6,12)<\/p>\n<p>Timotheus stand als junger Gemeindeleiter vor der Herausforderung, dass in der Gemeinde in Ephesus einige Leute eine Irrlehre verbreiteten, die Unruhe und Streit in die Gemeinde brachte und viele zum Abfall vom Glauben zu f\u00fchren drohte. Apostel Paulus hat ihm in den ersten f\u00fcnf Kapiteln verschiedene Lehren und Anweisungen gegeben, wie er mit dem Problem umgehen sollte. Vor allem hat er Timotheus immer wieder ermutigt, selbst fest im Glauben zu stehen und sein Leben vor Gott vorbildlich zu f\u00fchren. Im letzten Kapitel gibt Paulus zun\u00e4chst Anweisungen an die Sklaven in der Gemeinde und beleuchtet nochmals das Problem der Irrlehrer. Am Ende richtet er Worte an die Reichen. Aber im Zentrum des Textes steht die starke Ermahnung an Timotheus, dass er einen guten geistlichen Kampf k\u00e4mpfen und das ewige Leben ergreifen sollte. Diese Ermahnung gilt nicht nur f\u00fcr Timotheus, sondern f\u00fcr alle Christen. Sie lehrt uns, dass wir einen geistlichen Kampf f\u00fchren m\u00fcssen, um in dieser Welt wirklich im Glauben an Jesus zu bleiben und das ewige Leben zu ergreifen. Manche m\u00f6gen die Vorstellung vom Kampf nicht. Von Natur aus will jeder lieber angenehm und ohne Schwierigkeiten leben. Manche fragen sich, wieso wir als Christen geistlich k\u00e4mpfen m\u00fcssen, obwohl wir aus Gnade durch Jesus die S\u00fcndenvergebung und die Kindschaft Gottes bekommen haben. Wir wollen daher heute auf zwei Fragen Antwort finden. Erstens, warum m\u00fcssen wir als Christen geistlich k\u00e4mpfen? Zweitens, was ist der gute Kampf des Glaubens und wie k\u00f6nnen wir ihn f\u00fchren?<\/p>\n<p><strong>1. Worte an die Sklaven (1-2)<\/strong><br \/>\nIn den fr\u00fchen christlichen Gemeinden gab es viele Sklaven, die wegen ihrer Stellung oft dem\u00fctiger waren und das Evangelium leichter annahmen. Im Evangelium fanden sie wahre Freiheit als Kinder Gottes und wurden in der Gemeinde als Geschwister im Glauben angenommen. Viele von ihnen m\u00fcssen sich gefragt haben, ob sie sich weiter ihren Herren unterordnen und ihnen dienen sollten. Was sagte Paulus dazu? \u201eAlle, die als Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, damit nicht gegen den Namen Gottes und die Lehre gel\u00e4stert werde.&nbsp;Welche aber gl\u00e4ubige Herren haben, sollen diese nicht verachten, weil sie Br\u00fcder sind, sondern sollen ihnen umso mehr dienstbar sein, weil sie gl\u00e4ubig und geliebt sind und sich bem\u00fchen, Gutes zu tun. So lehre und mahne!\u201c Paulus sagte klar, dass sie ihren Herren weiter dienen und in vorbildlicher Weise arbeiten sollten, damit nicht gegen den Namen Gottes und das Evangelium gel\u00e4stert w\u00fcrde. Wenn viele gl\u00e4ubige Sklaven gegen ihre Herren rebelliert und ihre Arbeit verweigert h\u00e4tten, w\u00e4ren Gottes Name und das Evangelium von vielen Menschen verl\u00e4stert worden, und sie h\u00e4tten vielen ein Hindernis auf dem Weg zur Rettung bereitet. Deshalb sollten die Sklaven weiter vorbildlich arbeiten, damit Gott geehrt und sein Evangelium weiter verbreitet werden konnte. Diejenigen, die das Gl\u00fcck hatten, gl\u00e4ubige Herren zu haben, sollte das nicht ausnutzen, sondern sollten ihnen umso williger dienen, weil sie gl\u00e4ubig und von Gott geliebt waren und sich bem\u00fchten, Gutes zu tun.<br \/>\nWas k\u00f6nnen wir hier lernen? Die Sklaverei ist zum Gl\u00fcck in gro\u00dfem Ma\u00dfe abgeschafft, wenn auch noch lange nicht vollst\u00e4ndig. Aber wir k\u00f6nnen den Vers 1 auch auf uns beziehen, wenn wir als Angestellte in einer Firma arbeiten. Denn das Motiv, aus dem die gl\u00e4ubigen Sklaven ihre Herren aller Ehre wert halten sollten, sollte auch unser Leitmotiv bei der Arbeit sein. Als Christen sollten auch wir an unserer Arbeitsstelle so gut wie m\u00f6glich arbeiten, nicht f\u00fcr uns selbst, sondern damit wir unseren Vorgesetzten und Kollegen keinen schlechten Eindruck von Jesus vermitteln und ihnen Anlass geben, \u00fcber Gott und das Evangelium zu l\u00e4stern. Wenn ein Christ seine Arbeit nachl\u00e4ssig macht, kann er dadurch einen schlechten Eindruck vom Evangelium erwecken. Wenn wir dagegen bewusst vor Gott arbeiten und unser Bestes tun, k\u00f6nnen wir einen guten Eindruck von Jesus vermitteln und andere zu ihm einladen.<\/p>\n<p><strong>2. Mahnungen wegen der Irrlehrer und wegen Geldgier (3-10)<\/strong><br \/>\nIn den folgenden Versen geht Paulus nochmals auf die Irrlehrer ein. Was war eigentlich ihr Problem? Betrachten wir die Verse 3-5: \u201eWenn jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus und bei der Lehre, die der Fr\u00f6mmigkeit gem\u00e4\u00df ist, der ist aufgeblasen und wei\u00df nichts, sondern ist s\u00fcchtig nach Fragen und Wortgefechten. Daraus entspringen Neid, Hader, L\u00e4sterung, b\u00f6ser Argwohn, Schulgez\u00e4nk solcher Menschen, die zerr\u00fcttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die meinen, Fr\u00f6mmigkeit diene dem Gewinn.\u201c Hier f\u00fchrt Paulus ihre geistlichen Probleme auf. Ihr grundlegendes Problem war, dass sie stolz waren und nicht bei den heilsamen Worten Jesu bzw. beim Evangelium blieben. Sie h\u00f6rten es zwar, hatten aber ein krankhaftes Verlangen danach, alles M\u00f6gliche in Frage zu stellen und mit anderen dar\u00fcber zu streiten. Dadurch hatten sie die Wahrheit in sich verloren, und ihr Sinn war so zerr\u00fcttet, dass sie meinten, mit ihrer scheinbaren Fr\u00f6mmigkeit materiellen Gewinn machen zu k\u00f6nnen. Sie waren im Herzen geldgierig und ihre Gesinnung war verdorben.<br \/>\nWas sagte Paulus dazu? \u201eEin gro\u00dfer Gewinn aber ist die Fr\u00f6mmigkeit zusammen mit Gen\u00fcgsamkeit\u201c (6). Fr\u00f6mmigkeit ist eine Gesinnung und Lebensweise, bei der Gott im Mittelpunkt steht und die auf ihn ausgerichtet ist. Geldgier hat dagegen den eigenen materiellen Vorteil zum Ziel und steht der Fr\u00f6mmigkeit v\u00f6llig entgegen. Deshalb ist Fr\u00f6mmigkeit nur dann ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr uns, wenn wir gen\u00fcgsam sind. Paulus erkl\u00e4rt die Gen\u00fcgsamkeit so: \u201eDenn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum k\u00f6nnen wir auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns damit begn\u00fcgen.\u201c Das ist die Einstellung der Gen\u00fcgsamkeit, die Paulus lehrt. Wir leben in einer Zeit, in der uns durch verschiedene Kan\u00e4le st\u00e4ndig suggeriert wird, dass wir dieses und jenes br\u00e4uchten, um gl\u00fccklich zu sein. Dadurch werden in uns die Habgier und die Geldgier angeregt, die das Gegenteil der Gen\u00fcgsamkeit sind. Wir m\u00fcssen lernen, gen\u00fcgsam und mit dem, was wir haben, zufrieden zu sein, damit wir in der Fr\u00f6mmigkeit wachsen k\u00f6nnen, die f\u00fcr uns ein echter, gro\u00dfer Gewinn ist.<br \/>\nWas passiert mit den Menschen, die Geldgier in ihrem Herzen zulassen? Betrachten wir die Verse 9 und 10: \u201eDenn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele t\u00f6richte und sch\u00e4dliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis. Denn Geldgier ist eine Wurzel alles \u00dcbels; danach hat einige gel\u00fcstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.\u201c Die meisten Menschen halten den Wunsch, reich zu werden, f\u00fcr normal und harmlos und lassen dieses Verlangen leicht in ihrem Herz zu. Dieser Wunsch wird in vielen Nachrichten und sozialen Medien noch gef\u00f6rdert und verharmlost. Aber Gottes Wort sagt uns in diesem Vers, dass Geldgier ein \u00fcbles Verlangen und sogar die Wurzel alles \u00dcbels ist. Geldgier treibt so viele Menschen dazu an, sich anderen gegen\u00fcber lieblos und r\u00fccksichtslos zu verhalten, zu l\u00fcgen und zu betr\u00fcgen, anderen materiellen oder gesundheitlichen Schaden zuzuf\u00fcgen, sie auszunutzen und zu unterdr\u00fccken oder sogar zu versklaven. Geldgier hat eine toxische Wirkung im eigenen Leben. Diejenigen, die reich werden wollen, fallen in viele Versuchungen und innere Verstrickungen und in t\u00f6richte Begierden, die ihnen selbst schaden und die sie schlie\u00dflich in Verderben und Verdammnis untergehen lassen. Geldgier ist wie Krebs, der sich im ganzen Herzen ausbreitet und den geistlichen Wunsch, Gott und seine Herrlichkeit zu erkennen und das ewige Leben in seinem Himmelreich zu erlangen, schleichend zerst\u00f6rt. Geldgier zerst\u00f6rt auch schon vorhandenen Glauben. Paulus scheibt, dass einige, die danach gel\u00fcstet hat, bereits vom Glauben abgeirrt waren und sich selbst viel Schmerzen machten. Wenn jemand die Geldgier in sein Herz l\u00e4sst, kommen viele weitere sch\u00e4dliche Begierden dazu. Geldgier treibt Menschen dazu, sich von Jesus abzuwenden, woraufhin sie viele innere Qualen haben und unter den Begierden leiden, die ihr Herz gefangen nehmen. Jesus warnte seine J\u00fcnger eindringlich vor der Geldgier, als er sagte: \u201eSeht zu und&nbsp;h\u00fctet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele G\u00fcter hat\u201c (Lk 12,15). Im Neuen Testament wird abgesehen vom Unglauben vor keiner S\u00fcnde so stark gewarnt, wie vor der Geldgier. Wir m\u00fcssen uns wirklich vor Geldgier h\u00fcten. Aber wie k\u00f6nnen wir das tun?<\/p>\n<p><strong>3. Ermahnung zum geistlichen Kampf (11-16)<\/strong><br \/>\nWie ermahnte Paulus Timotheus? Vers 11 sagt: \u201eAber du, Mensch Gottes, fliehe das! Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Fr\u00f6mmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut!\u201c Paulus spricht Timotheus als \u201eMensch Gottes\u201c direkt an und gibt ihm zwei starke Aufforderungen: Zum einen sollte er vor der Geldgier fliehen. Geldgier ist so gef\u00e4hrlich, dass man davor fliehen soll, wie man vor einem ausgebrochenen L\u00f6wen auf der Stra\u00dfe flieht oder vor einem bewaffneten Amokl\u00e4ufer. Ein Mensch Gottes sollte also gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Abstand zur Geldgier halten und auch keine kleinen Kompromisse damit machen.<br \/>\nGleichzeitig sollte er aktiv nach dem Guten jagen, n\u00e4mlich nach der Gerechtigkeit, der Fr\u00f6mmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut. \u201eJagen\u201c ist wiederum ein starker Ausdruck, dahinter steht das Bild eines L\u00e4ufers im Stadion, der mit seiner ganzen Kraft auf das Ziel zu jagt. Mit solcher Entschlossenheit sollte Timotheus danach jagen, in einer rechten Beziehung zu Gott zu leben, in der Fr\u00f6mmigkeit und im Glauben zu wachsen und stets Liebe, Geduld und Sanftmut gegen\u00fcber seinen Mitmenschen zu haben. Diese starke Aufforderung beschreibt die Dynamik, die auch unser Glaubensleben haben. Das Glaubensleben kann keine Routine sein, denn wir stehen in dem geistlichen Spannungsfeld, wo wir entschlossen vor der Habgier und anderen Begierden fliehen und mit ganzer Kraft der rechten Beziehung zu Gott, echter Fr\u00f6mmigkeit und Glauben, sowie Liebe, Geduld und Sanftmut gegen\u00fcber unseren Mitmenschen jagen sollen. Wie k\u00f6nnen wir das tun? Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen wir nicht einfach so leben. Es erfordert einen geistlichen Kampf.<br \/>\nWie ermutigt Paulus Timotheus dazu? Lesen wir gemeinsam den Vers 12: \u201eK\u00e4mpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.\u201c Wie angek\u00fcndigt, wollen wir diesen Vers mit zwei Fragen betrachten.<br \/>\nErstens: Warum sollen wir geistlich k\u00e4mpfen?<br \/>\nDie Anweisung, den guten Kampf des Glaubens zu k\u00e4mpfen, weist darauf hin, dass wir uns in einem geistlichen Krieg befinden. Es ist der Kampf des Widersachers gegen Gott, durch den er den Bau von Gottes Reich st\u00f6ren und mit seinen D\u00e4monen verhindern will, dass die Kinder Gottes das ewige Leben im Gottes Reich erlangen. Wir sollen diese Realit\u00e4t begreifen und bereit werden, geistlich zu k\u00e4mpfen.<br \/>\nTats\u00e4chlich erleben wir in unserem Glaubensleben, dass uns viele Dinge auf unserem Weg mit Jesus hindern. Manchmal haben wir einfach so viel Arbeit, dass wir uns kaum Zeit nehmen, um auf Jesus zu h\u00f6ren und die Beziehung zu ihm zu pflegen. Dann kann unsere Beziehung zu ihm leicht oberfl\u00e4chlich werden. Diese Gefahr besteht auch in der Zeit, wenn es uns gut geht und alles glatt l\u00e4uft. In dieser Zeit besteht die Gefahr, dass weltliche W\u00fcnsche in uns aufkommen oder andere Dinge uns wichtiger werden. Darum m\u00fcssen wir auch in der \u201eguten Zeit\u201c geistlich k\u00e4mpfen.<br \/>\nOft begegnen uns aber Schwierigkeiten, die einen geistlichen Kampf erfordern. Das k\u00f6nnen geistliche Probleme oder eine leichte oder schwere Krankheit von uns oder einer nahestehenden Person sein; oder Probleme bei der Kindererziehung, Probleme bei der Arbeit oder in der Beziehung zu anderen. Gerade in Schwierigkeiten m\u00fcssen wir geistlich k\u00e4mpfen, dass wir im Glauben an Jesus fest bleiben und sie durch den Glauben an ihn \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Wenn wir nicht geistlich k\u00e4mpfen, werden wir unweigerlich schw\u00e4cher. Gott l\u00e4sst aber Probleme in unserem Leben zu, nicht damit wir daran scheitern, sondern damit wir dadurch ihn als den souver\u00e4nen Gott und seine Gnade in Jesus tiefer ergreifen, uns von falschen Zielen und lauwarmer Haltung reinigen und uns ihm v\u00f6llig ergeben.<br \/>\nWir m\u00fcssen auch deshalb geistlich k\u00e4mpfen, weil der Widersacher Gottes aus seinem Neid immer wieder Gottes Kinder angreift und versucht, sie vom rechten Weg abzubringen und zu Fall zu bringen. Er nutzt dazu viele M\u00f6glichkeiten. Eine h\u00e4ufige Art der Versuchung ist, dass er uns Dinge in der Welt als erstrebenswert vorgaukelt und versucht, dass wir sie zu unserem Ziel machen; allem voran Geld und damit verbundenes Ansehen und Macht. Eine andere Versuchung ist das Verlangen nach Vergn\u00fcgen. Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen in einem wohl nie dagewesenen Ausma\u00df danach streben, ihr Leben zu genie\u00dfen und m\u00f6glichst viel Wohlbefinden und Spa\u00df zu haben. Wir wissen, dass die Menschen durch nichts in der Welt wirklich zufrieden werden und dass wir wahre Zufriedenheit nur in der Liebesbeziehung zu Jesus finden. Aber dieses Wissen allein macht uns gegen die Versuchung nicht ausreichend immun. Wir m\u00fcssen geistlich k\u00e4mpfen, damit wir nicht versuchen werden, uns solche Dinge zu w\u00fcnschen oder uns darauf einzulassen und Jesus als unserer ersten Liebe untreu zu werden. Das gleiche gilt auch f\u00fcr die Versuchung im sexuellen Bereich.<br \/>\nZweitens: Wie k\u00f6nnen wir dann den guten Kampf des Glaubens f\u00fchren?<br \/>\nWie im physischen Krieg ist es auch beim geistlichen Kampf wichtig, dass wir eine klare Orientierung haben, worum und wie wir k\u00e4mpfen sollen. Nach Vers 11 sollen wir darum k\u00e4mpfen, dass wir den s\u00fcndigen Begierden entfliehen, allen voran der Liebe zum Geld und zur Welt. Andererseits sollen wir darum k\u00e4mpfen, dass wir t\u00e4glich in der Gerechtigkeit, in der Fr\u00f6mmigkeit und im Glauben an Jesus leben und dass wir unseren N\u00e4chsten mit Liebe, Geduld und Sanftmut begegnen k\u00f6nnen. Beim guten Kampf des Glaubens geht es also vor allem darum, best\u00e4ndig in einer richtigen Beziehung zu Jesus zu leben, seine Gnade immer klarer zu erkennen, unsere Hoffnung ganz darauf setzen und das ewige Leben ergreifen. Damit wir den guten Kampf des Glaubens erfolgreich k\u00e4mpfen k\u00f6nnen, ist es auch wichtig, dass wir ihn nicht mit blo\u00dfen H\u00e4nden bzw. nur mit unserer Willenskraft k\u00e4mpfen, sondern die geistlichen Waffen, die Gott uns daf\u00fcr bereitstellt, ergreifen und gebrauchen. Wenn wir jeden Morgen den Panzer der Gerechtigkeit anziehen und unseren Kopf mit dem Helm des Heils sch\u00fctzen und den Schild des Glaubens und das Schwert des Geistes bzw. das Wort Gottes ergreifen, k\u00f6nnen wir erfolgreich geistlich k\u00e4mpfen und geistliche Siege erfahren. M\u00f6ge Gott uns helfen, t\u00e4glich den guten Kampf des Glaubens zu k\u00e4mpfen, dabei Jesu Gnade und Hilfe immer neu zu erfahren und das ewige Leben zu ergreifen!<br \/>\nWas sagt Paulus Timotheus nach seiner Ermahnung zum geistlichen Kampf? Die Verse 13 und 14 lauten: \u201eIch gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christus Jeus, der unter Pontius Pilatus bezeugt hat das gute Bekenntnis, dass du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus.\u201c Hier ermahnt Paulus Timotheus feierlich dazu, das Gebot unbefleckt und untadelig zu bewahren. \u201eDas Gebot\u201c kann sich auf die Anweisungen beziehen, die Paulus Timotheus in diesem Brief gegeben hat; man kann es auch umfassender auf den Willen Gottes beziehen, den Gott im Evangelium offenbart hat. Paulus ermahnt Timotheus vor Gott, der mit seiner Macht alle Dinge lebendig macht, und vor Jesus Christus, der vor Pontius Pilatus bekannt hat, dass er der Christus, der Sohn Gottes, ist, obwohl er wusste, dass er deswegen sterben musste. Timotheus sollte also im Blick auf Jesu klare Haltung vor dem Kreuz und im Glauben an die Auferstehung dem offenbarten Willen Gottes konsequent gehorchen und daf\u00fcr jeden Tag einen guten geistlichen Kampf k\u00e4mpfen.<br \/>\nWie lange sollen wir geistlich k\u00e4mpfen? Betrachten wir die Verse 14b-16: \u201e\u2026 bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus, welche uns zeigen wird zu seiner Zeit der Selige und allein Gewaltige, der K\u00f6nig aller K\u00f6nige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen.\u201c Diese Verse beschreiben, wann der geistliche Kampf endet. Wir m\u00fcssen nicht endlos k\u00e4mpfen. Der geistliche Kampf h\u00f6rt auf, wenn unser Herr Jesus Christus erscheinen wird und der allm\u00e4chtige und ewige Gott sein herrliches, ewiges Reich aufrichten wird. Dann werden alle, die in Jesus geblieben sind, getr\u00f6stet werden und bei der himmlischen Hochzeit zu Tisch sitzen und von ihm bedient werden und sich ewig an ihm erfreuen. Gelobt sei der ewige Gott, der uns dazu berufen hat! M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, f\u00fcr dieses Ziel jeden Tag den guten Kampf des Glaubens zu k\u00e4mpfen!<br \/>\n4. Mahnung an die Reichen (17-21)<br \/>\nBevor Paulus seinen Brief abschlie\u00dft, richtet er noch Worte an die Reichen in der Gemeinde: \u201eDen Reichen in dieser Welt gebiete, dass sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den unsicheren Reichtum, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, es zu genie\u00dfen; dass sie Gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, zum Teilen bereit sind und sich selbst einen Schatz sammeln als guten Grund f\u00fcr die Zukunft, damit sie das wahre Leben ergreifen\u201c (17-19). In der Gemeinde gab es Leute aus allen Gesellschaftsschichten, darunter auch Reiche. Sie waren materiell privilegiert. Nach diesen Versen stehen die Reichen aber geistlich in verschiedenen Gefahren. Zum einen k\u00f6nnen sie leicht stolz werden, weil sie mehr besitzen und sich mehr leisten k\u00f6nnen als andere. Stolz ist aber ein sehr ernstes geistliches Problem, weil er nicht nur die Liebesbeziehung zu anderen Menschen zerst\u00f6rt, sondern Menschen vor Gott hochm\u00fctig machen und sie zu Fall bringen kann (Spr\u00fcche 16,18). Zum anderen sind Reiche in der Gefahr, dass sie sich auf ihren Reichtum verlassen, der ihre Zukunft scheinbar absichert, anstatt auf Gott, der unser Leben in seiner Hand h\u00e4lt.<br \/>\nTimotheus sollte ihnen gebieten, nicht stolz zu sein, auch nicht auf den unsicheren Reichtum zu hoffen, sondern auf Gott, der seine Kinder gern ausreichend versorgt. Diesen Glauben an Gott sollten sie nicht nur haben, sondern ihn auch praktizieren, indem sie mit ihrem Geld gute Werke tun und gerne mit anderen teilen und sich so einen Schatz im Himmel sammeln, damit sie das wahre ewige Leben erlangen. Gott achtet darauf, ob man nur \u201etheoretisch\u201c auf Gott seine Hoffnung setzt, oder ihn auch praktisch zum Ziel seines Lebens gemacht hat.<br \/>\nWas bedeutet das f\u00fcr uns? Hier wird nicht gesagt, dass Reichtum an sich verwerflich w\u00e4re. Aber unser Text warnt uns im vorderen Abschnitt davor, nach Reichtum zu trachten, ihn zum Ziel zu machen. In diesen Versen hier lernen wir, dass es sehr wichtig ist, dass diejenigen, die reich sind, damit richtig umgehen. Ich wei\u00df nicht, ob jemand in unserer Gemeinde reich ist. Aber im Vergleich zu den Menschen damals sind wir wohl alle materiell in einer besseren Situation als die meisten damals. Deshalb d\u00fcrfen wir uns auch diese Verse zu Herzen nehmen. Wir sollten nicht auf das, was wir haben, stolz sein noch darauf vertrauen. Vielmehr sollten wir unsere Hoffnung auf Gott setzen und gerne mit anderen teilen und uns so einen Schatz im Himmel sammeln. Jesus sagte seinen J\u00fcngern: \u201eIhr sollt euch nicht Sch\u00e4tze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Sch\u00e4tze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz\u201c (Matth\u00e4us 6,19-21). Heute \u00fcberlegen viele, wie sie ihr Geld am besten investieren k\u00f6nnen, auch wenn sie nur 50 oder 100 Euro im Monat \u00fcbrighaben. Hier lernen wir aber, dass wer aus dem Glauben seinen Besitz mit anderen teilt, sich einen Schatz f\u00fcr die ewige Zukunft sammelt. Wer das nicht nur theoretisch wei\u00df, sondern praktisch danach lebt, kann sein Herz vor der Geldgier h\u00fcten und sein ganzes Herz Gott geben, sodass Gott ihm das ewige Leben geben kann.<br \/>\nWas schreibt Paulus ganz zum Schluss seines Briefs? Verse 20 und 21 sagen: \u201eO Timotheus! Bewahre, was dir anvertraut ist, und meide das ungeistliche lose Geschw\u00e4tz und das Gez\u00e4nk der f\u00e4lschlich so genannten Erkenntnis, die einige verk\u00fcnden; sie sind vom Glauben abgeirrt. Die Gnade sei mit euch!\u201c Paulus ermahnt ihn noch einmal, das ihm anvertraute Evangelium festzuhalten und Diskussionen mit den Irrlehrern zu vermeiden und befahl ihn und die anderen Gl\u00e4ubigen der Gnade Gottes an.<br \/>\nHeute haben wir gelernt, warum wir einen guten Kampf des Glaubens f\u00fchren sollen und wie wir das tun k\u00f6nnen. Gott helfe jedem von uns, t\u00e4glich einen guten Kampf des Glaubens zu k\u00e4mpfen, damit wir alle Hindernisse \u00fcberwinden und Jesus immer tiefer erkennen und das ewige Leben ergreifen k\u00f6nnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ergreife das ewige Leben \u201eK\u00e4mpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.\u201c (1. 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