{"id":11818,"date":"2023-06-18T11:00:50","date_gmt":"2023-06-18T09:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=11818"},"modified":"2025-02-04T05:38:41","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:41","slug":"predigt-1-timotheus-11-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-timotheus-11-11\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Timotheus 1,1-11"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023_1Tim-1-0111-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Der christliche Glaube<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e\u2026 gem\u00e4\u00df dem Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut ist.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Timotheus 1,11)<\/p>\n<p>Wir beginnen heute mit einer neuen Predigtserie \u00fcber die Timotheus-Briefe. Paulus schreibt hier an seinen Sch\u00fctzling Timotheus, den er sein rechtm\u00e4\u00dfiges Kind im Glauben nennt. Es besteht keine Frage, dass Apostel Paulus f\u00fcr Timotheus ein wichtiger Mentor war. Und diese Beziehung scheint in diesem Brief durch. Aber gleichzeitig schreibt Paulus nicht einfach einen Ermutigungsbrief. Timotheus hatte von Paulus den Auftrag bekommen, in der Gemeinde in Ephesus zu bleiben.<br \/>\nAls Paulus sich damals von den \u00c4ltesten in Ephesus verabschiedet hatte, hatte er ihnen prophezeit, dass herausfordernde Zeiten auf sie zukommen w\u00fcrden: \u201eIch wei\u00df: nach meinem Weggang werden rei\u00dfende W\u00f6lfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen. Und selbst aus eurer Mitte werden M\u00e4nner auftreten, die mit ihren falschen Reden die J\u00fcnger auf ihre Seite ziehen.\u201c Es scheint so, dass sich das genauso erf\u00fcllt hatte. Mitten in der Gemeinde von Ephesus gab es falsche Lehrer. Sehr wahrscheinlich waren diese falschen Lehrer sogar \u00c4lteste in der Gemeinde.<br \/>\nTimotheus hatte die undankbare Aufgabe, in Ephesus vor Ort daf\u00fcr zu sorgen, dass diese falschen Lehrer zum Schweigen gebracht werden. Eine sehr schwierige Situation. Der Brief an Timotheus spricht in diese Situation hinein. Wir sehen im heutigen Text (etwas versteckt und doch ganz klar vorhanden) die Fundamente des christlichen Glaubens. Drei Dinge lernen wir \u00fcber den christlichen Glauben. Erstens, worum es im christlichen Glauben geht; zweitens, was der christliche Glaube hervorbringt; drittens, wie der christliche Glaube uns ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><strong>1. Worum es im christlichen Glauben geht<\/strong><br \/>\nIn Vers 3 schreibt Paulus: \u201eBei meiner Abreise nach Mazedonien habe ich dich ermahnt, in Ephesus zu bleiben, damit du bestimmten Leuten verbietest, falsche Lehren zu verbreiten.\u201c In der Einleitung habe ich erw\u00e4hnt, dass Timotheus die Aufgabe hatte, in der Gemeinde Ephesus das Problem der Irrlehrer zu behandeln. Der neutestamentliche Experte Gordon Fee geht davon aus, dass dieser Vers der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den ganzen Brief ist. Wenn wir den 1. Timotheusbrief als Paulus\u2018 Anweisung an Timotheus lesen, wie und was er angesichts der falschen Lehrer in Ephesus tun sollte, dann ergeben praktisch alle Aussagen dieses Briefes sehr viel Sinn.<br \/>\nUm was f\u00fcr Irrlehrer handelt es hier? Wir wissen das nicht so genau, aber wir finden einige Hinweise im Text. Vers 4 erw\u00e4hnt Fabeleien und endlose Abfolgen von Geschlechtern. Vielleicht waren die falschen Lehrer von der Wahrheit der Schrift abgewichen, indem sie Neues hinzudichteten. Vielleicht erz\u00e4hlten sie irgendwelche Legenden und Mythen von den Helden des Alten Testaments und erfanden irgendwelche Theorien, wie und woher sie wirklich abstammten. Vers 6 erw\u00e4hnt leeres Geschw\u00e4tz. Kennt ihr den Ausdruck \u201eLaberf\u00e4cher\u201c? Das waren bei uns F\u00e4cher wie Gemeinschaftskunde, Religion und vielleicht noch Geschichte. Wenn man keine Ahnung vom Fach hatte, aber zumindest gut darin war, \u00fcber ein Thema herum zu schwafeln, konnte man vielleicht noch auf eine Note 3 hoffen. Paulus sah die Irrlehren als \u201eHerumgelabere\u201c an. Es fehlte an Substanz. Vers 7 erw\u00e4hnt, dass sich die falschen Lehrer als Gesetzeslehrer ansahen. Aber sie verstanden nichts vom Gesetz, weil sie absolut ignorant waren. So dilettantisch und unf\u00e4hig die Irrlehrer hier auch r\u00fcberkommen, f\u00fcr Paulus waren sie kein kleines Problem. F\u00fcr ihn stand nichts weniger auf dem Spiel als das geistliche \u00dcberleben der ganzen Gemeinde. So weit, so schlimm.<br \/>\nWas h\u00e4lt Paulus dagegen? In Vers 4 erw\u00e4hnt Paulus den Heilsplan Gottes, der sich im Glauben verwirklicht. Das griechische Wort f\u00fcr \u201eHeilsplan\u201c ist ein Wort, das verwendet wurde, wenn jemand einen Haushalt verwaltet. Es geht hier um das, was Gott tut und wie Gott wirkt. Gottes Wirken verwirklicht sich im Glauben. Und hier ist die Antwort auf die Frage, worum es im christlichen Glauben. Es geht um Gottes Werk und Gottes Wirken, das sich im Glauben verwirklicht. Die Bibel definiert Glauben folgenderma\u00dfen: \u201eDer Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein \u00dcberzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.\u201c (Elberfelder \u00dcbersetzung). Per Definition hat der Glaube mit Dingen zu tun, die wir erst einmal nicht sehen k\u00f6nnen. Und weil dem so ist, denken viele Menschen, dass es egal ist, woran man glaubt.<br \/>\nWer von uns hat schonmal den Spruch geh\u00f6rt: \u201eDu kannst glauben, was du willst. Und ich kann glauben, was ich will.\u201c Und das ist ein ziemlich problematischer Satz. Hier sind einige offensichtliche Beispiele daf\u00fcr, warum das nicht funktionieren kann. Fangen wir mit dem praktischen Leben an: \u201eIch glaube nicht an Gravitation. Ich glaube nicht, dass diese Hochspannungsleitung gef\u00e4hrlich ist. Ich glaube, dass der Knollenbl\u00e4tterpilz ungiftig ist.\u201c Gravitation, Strom und Gift sind unsichtbar, d.h. gewisserma\u00dfen Glaubenssache. Aber das macht sie nicht weniger real. Wir erkennen an diesen ganz einfachen Beispielen wie absurd Glaubensaussagen sein k\u00f6nnen, wenn sie mit der Realit\u00e4t nichts zu tun haben. Das ist relativ plump. Hier sind ein paar weniger offensichtliche Beispiele: \u201eIch glaube, dass der Klimawandel ein riesiger Schwindel ist. Ich glaube nicht, dass man Menschen impfen sollte. Ich glaube, dass die Mondlandung einfach nur inszeniert ist.\u201c Das sind weit kontroversere Themen \u2026<br \/>\nUnwahrheiten werden verbreitet, seitdem es Menschen gibt. Vielleicht ist aber das Besondere unserer Zeit, dass sich Verschw\u00f6rungstheorien, Fakenews, Falschinformationen schneller und effizienter verbreiten als es fr\u00fcher der Fall war. Jonathan Haidt schrieb letztes Jahr einen langen Artikel f\u00fcr den Atlantic, den ich sehr empfehlen kann. Der Titel lautete: \u201eWarum die letzten 10 Jahre des amerikanischen Lebens einzigartig dumm waren.\u201c Untertitel: \u201eEs ist nicht nur vor\u00fcbergehend.\u201c Haidt vergleicht unsere Zeit mit dem Turmbau zu Babel, als Menschen die F\u00e4higkeit verloren haben, miteinander zu kommunizieren. Er zeigt eindr\u00fccklich, was die sozialen Medien (Facebook, Twitter, Youtube) mit unserer Gesellschaft gemacht haben. Die ungehemmte Verbreitung von falschen Informationen ist ein ungel\u00f6stes Problem unserer Zeit. Es ist ein echtes Problem, weil L\u00fcgen Vertrauen zerst\u00f6ren, weil es zu Radikalisierung f\u00fchren kann, weil echte Beziehungen daran kaputtgehen und es im schlimmsten Fall viele Menschenleben kosten kann. Bisher hat unsere Gesellschaft keine Antwort auf dieses Problem gefunden.<br \/>\nDaniel DeNicola schrieb: \u201eEin Glaube ist immer eine Aussage \u00fcber Tatsachen: etwas zu glauben, bedeutet auch, es f\u00fcr wahr zu halten. \u2026 Der Glaube strebt nach Wahrheit, aber er hat sie nicht automatisch zur Folge.\u201c Der Glaube strebt nach Wahrheit. Aber wenn es um den religi\u00f6sen Diskurs geht, scheinen wir das gerne au\u00dfer Acht zu lassen. Wenn es um Religionen geht, scheinen ganz viele Menschen der Ansicht zu sein, dass es v\u00f6llig egal ist, was man glaubt: \u201eHauptsache wir sind tolerant!\u201c Bei religi\u00f6sen Glaubensfragen denken ganz viele Menschen, dass Fakten und belegbare Tatsachen eine untergeordnete Rolle spielen. Aber f\u00fcr Paulus war es alles andere als egal, was die Epheser glaubten. Ihm ging es um die Wahrheit.<br \/>\nWas bedeutet das f\u00fcr uns? Im christlichen Glauben werden wir nicht einfach mit Mythen und Legenden konfrontiert, sondern mit historischen Fakten. C.S. Lewis hat es so formuliert:<br \/>\n\u201eDer Kern des Christentums ist ein Mythos, der auch eine Tatsache ist. Der alte Mythos vom sterbenden Gott, ohne aufzuh\u00f6ren, ein Mythos zu sein, steigt vom Himmel der Legende und der Vorstellung auf die Erde der Geschichte herab. Er ereignet sich &#8211; zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten Ort, gefolgt von definierbaren historischen Konsequenzen. Wir gehen von einem Balder oder einem Osiris, von dem niemand wei\u00df, wann und wo er stirbt, zu einer historischen Person \u00fcber, die unter Pontius Pilatus gekreuzigt wird.\u201c<br \/>\nJesus ist am Kreuz gestorben. Das ist eine historische Tatsache. Jesus ist auferstanden &#8211; ebenfalls historische Tatsache.<br \/>\nUnd wisst ihr was? Tatsachen sind unbequem und h\u00e4ufig auch ungem\u00fctlich. Wir k\u00f6nnen Tatsachen nicht wegdiskutieren oder \u201ewegglauben\u201c. Tatsachen sind da, egal ob wir daran glauben oder ob wir es nicht tun. Tatsachen \u00e4ndern sich nicht deshalb, weil wir sie m\u00f6gen oder nicht m\u00f6gen. Die einzige ehrliche Haltung, die wir gegen\u00fcber Tatsachen einnehmen k\u00f6nnen, ist, uns damit abzufinden; die Realit\u00e4t zu akzeptieren wie sie ist. Vielleicht denken manche von euch, dass Glaube einfach nur Pr\u00e4ferenzen sind, wie auf Instagram (oder damals Facebook), wo man etwas \u201eliken\u201c kann oder auch nicht. Und genau das funktioniert mit Tatsachen nicht.<br \/>\nTim Keller hatte als Pastor unz\u00e4hlige Gespr\u00e4che mit Menschen, die Dinge sagten, wie: \u201eIch kann nicht an die Bibel glauben, weil ich nicht mit dem einverstanden sein kann, was die Bibel \u00fcber Frauen sagt.\u201c; oder: \u201eIch kann nicht an Gott glauben, weil ich die Moralvorstellungen der Bibel f\u00fcr hoffnungslos veraltet halte.\u201c; oder: \u201eIch kann nicht glauben, dass es einen Gott gibt, der Menschen in die H\u00f6lle wirft. Das finde ich zu intolerant.\u201c Und Tim Keller antwortet oft darauf:<br \/>\n\u201eMoment mal \u2026 hei\u00dft das, dass, nur weil du mit dem, was die Bibel \u00fcber Frauen, Sex oder die H\u00f6lle sagt, nicht einverstanden bist, Jesus nicht von den Toten auferstanden ist?\u201c Und darauf sagen sie: \u201eVermutlich nicht.\u201c Und Keller sagt dann: \u201eWarum bek\u00fcmmert dich das dann? Wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden ist, dann ist doch v\u00f6llig irrelevant, was die Bibel sagt. Aber wenn Jesus von den Toten auferstanden ist, dann ist v\u00f6llig irrelevant, ob du das, was die Bibel sagt, magst oder nicht magst: Du musst dich damit abfinden.\u201c<br \/>\nGenau das ist der Punkt. Im christlichen Glauben geht es um die Wahrheit: die Wahrheit des Evangeliums, die Wahrheit, die uns in der Person Jesus Christus offenbart wurde, die Wahrheit der historischen Tatsachen, die Gott unter uns geschaffen hat, die Wahrheit von Gottes Wort, die der Heilige Geist inspiriert hat. Was bewirkt diese Wahrheit dann?<\/p>\n<p><strong>2. Was der christliche Glaube bewirkt<\/strong><br \/>\nWas haben die falschen Lehren bewirkt? Vers 4: \u201eund sich mit Fabeleien und endlosen Geschlechterreichen abzugeben, die nur Streitfragen mit sich bringen&nbsp;\u2026\u201c Das griechische Wort f\u00fcr \u201eendlos\u201c bedeutet erm\u00fcdend, m\u00fchsam, anstrengend. Und anscheinend haben diese Lehren auch zu richtig viel Streit gef\u00fchrt. Um keinen falschen Anschein zu erwecken: Z\u00fcnftige Kontroversen und Streit zu haben, ist zwar alles andere als optimal, aber manchmal unumg\u00e4nglich. Aber der Streit, den die falschen Lehrer in Ephesus vom Zaun gebrochen hatten, war einfach v\u00f6llig unn\u00f6tig. Es ging um nichts als falsche, irrelevante Lehren.<br \/>\nWir finden einen gro\u00dfen Kontrast dazu in Vers 5. Da hei\u00dft es: \u201eDas Ziel der Unterweisung ist Liebe aus reinem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.\u201c Der christliche Glaube bewirkt zwei Dinge: Er macht uns liebevoll, und er schenkt uns ein gutes Gewissen.<br \/>\nBeide Punkte h\u00e4ngen eng miteinander zusammen. Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Ein Ehemann verh\u00e4lt sich besonders liebevoll gegen\u00fcber seiner Frau; er ist besonders r\u00fccksichtsvoll, besonders aufmerksam, beschenkt sie mit Blumen und besonderen Geschenken. Es dauert nicht lang, und dann wird die Ehefrau misstrauisch. Sie fragt: \u201eWas hast du angestellt?\u201c Und dann kommt die Wahrheit ans Licht: Er hat versehentlich eine wertvolle Vase kaputt gemacht, oder hat auf dem Teppich einen gro\u00dfen Ketchup-Fleck hinterlassen, den man nicht mehr rauswaschen kann. Es gibt Verhaltensweisen, die sehr liebevoll aussehen. Aber in Wirklichkeit kommt das Verhalten aus einem schlechten Gewissen oder aus Angst vor Strafe.<br \/>\nUnd genau das ist es, was Paulus nicht meint. Wir lieben aus reinen Herzen. Die Liebe, die das Evangelium in unseren Herzen bewirkt, ist eine Liebe aus reinem Herzen. D.&nbsp;h., die Motivation, sich liebevoll zu verhalten, dreht sich nicht l\u00e4nger um uns selbst. Es geht nicht l\u00e4nger darum, dass wir uns bei etwas gut f\u00fchlen, dass wir etwas wieder gut machen, dass wir unser schlechtes Gewissen reinigen. Wir sind frei, die andere Person so wahrzunehmen und anzunehmen, wie sie ist, mit ihren N\u00f6ten und ihren Bed\u00fcrfnissen. Die Wahrheit macht uns zu Menschen, die Gott lieben und ihren N\u00e4chsten. Aber wie genau geschieht das?<\/p>\n<p><strong>3. Wie der christliche Glaube uns ver\u00e4ndert<\/strong><br \/>\nIn den Versen 8\u201310 erfahren wir zun\u00e4chst, wie wir nicht ver\u00e4ndert werden. Wir werden nicht durch das Gesetz ver\u00e4ndert. Es w\u00e4re fatal, wenn man versuchen w\u00fcrde, durch das Gesetz ver\u00e4ndert oder gerettet zu werden. Wozu ist das Gesetz dann gut? Paulus argumentiert: \u201eund bedenkt, dass das Gesetz nicht f\u00fcr den Gerechten bestimmt ist, sondern f\u00fcr Gesetzlose und Ungehorsame, f\u00fcr Gottlose und S\u00fcnder, f\u00fcr Menschen ohne Glauben und Ehrfurcht, f\u00fcr solche, die Vater oder Mutter t\u00f6ten, f\u00fcr M\u00f6rder, Unz\u00fcchtige, Knabensch\u00e4nder, Menschenh\u00e4ndler, f\u00fcr Leute, die l\u00fcgen und Meineide schw\u00f6ren und all das tun, was gegen die gesunde Lehre verst\u00f6\u00dft&nbsp;\u2026\u201c Paulus\u2018 Liste klingt wie eine illustre Liste der Niedertr\u00e4chtigen: die Erzschurken der Menschheitsgeschichte. Wir denken vielleicht: Da geh\u00f6re ich nicht dazu. Bei genauerem Hinsehen fallen uns ein paar Besonderheiten auf.<br \/>\nZum einen erw\u00e4hnt Paulus drei Paare von S\u00fcndern: Gesetzlose und Ungehorsame, Gottlose und S\u00fcnder, Menschen ohne Glauben und Ehrfurcht. Das ist sehr umfassend. Da ist f\u00fcr jeden Menschen was dabei. Zum anderen, geht Paulus auf etwas extreme Art und Weise einige von den zehn Geboten durch. Vater- und Mutterm\u00f6rder ist das Extrembeispiel f\u00fcr den Versto\u00df gegen das f\u00fcnfte Gebot \u201eEhre deinen Vater und deine Mutter\u201c. Paulus erw\u00e4hnt M\u00f6rder im Allgemeinen, was auf das sechste Gebot hinweist, Unz\u00fcchtige und Knabensch\u00e4nder bezieht sich auf das siebte Gebot, Menschenh\u00e4ndler auf das achte Gebot, L\u00fcgner und Meineide zu schw\u00f6ren auf das neunte Gebot. Paulus zieht also nicht einfach irgendwelche Gebote aus dem Hut, sondern er fu\u00dft sein Argument auf die Essenz des alttestamentlichen Gesetzes: die Zehn Gebote. Wie Paulus in R\u00f6merbrief schreibt, gibt es hier keinen Unterschied: Alle Menschen haben ges\u00fcndigt, alle Menschen sind von Gott abgefallen, niemand ist gerecht.<br \/>\nWas tut das Gesetz? Das Gesetz zeigt uns, dass wir nicht so sind, wie wir sein sollen. Es zeigt uns, dass wir schlimmer sind, als wir von uns zu denken gewagt haben. Es zeigt uns, dass in jedem einzelnen von uns, eine Finsternis vorhanden ist, die schw\u00e4rzer ist als die tiefste Nacht; dass in jedem von uns eine Bosheit ist, die abgrundtief ist. Es zeigt uns, dass wir uns nicht selbst retten k\u00f6nnen. Wir werden nicht durch das Gesetz ver\u00e4ndert. Es hat keine Kraft dazu.<br \/>\nWie werden wir dann ver\u00e4ndert? Vers 11: \u201egem\u00e4\u00df dem Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut ist.\u201c Paulus spricht vom Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes. Das Wort \u201eselig\u201c ist im Griechischen ist makarios. Es bedeutet \u201egl\u00fcckselig\u201c oder \u201egl\u00fccklich\u201c. Gott ist unendlich gl\u00fccklich. Gott ist das gl\u00fccklichste Wesen, das \u00fcberhaupt existiert. Seine Freude und sein Gl\u00fcck sind Teil seiner Herrlichkeit. John Piper schreibt: \u201eEs ist gute Nachricht, dass Gott herrlich gl\u00fccklich ist. Niemand w\u00fcrde die Ewigkeit mit einem ungl\u00fccklichen Gott verbringen wollen. Wenn Gott ungl\u00fccklich ist, dann ist das Ziel des Evangeliums kein gl\u00fcckliches Ziel, und das bedeutet, es w\u00e4re \u00fcberhaupt kein Evangelium.\u201c Die frohe Botschaft ist, dass Gott bereit war, alles zu geben und alles zu tun, um sein Gl\u00fcck und seine Freude mit uns zu teilen.<br \/>\nIn den Marvel Filmen Infinity Wars und Endgame, treffen die Avengers (die Guten) auf einen Erzb\u00f6sewicht namens Thanos, der gerade dabei ist, die H\u00e4lfte aller Lebewesen im Universum auszul\u00f6schen, weil das seine L\u00f6sung f\u00fcr die \u00dcberbev\u00f6lkerung ist. Doctor Strange benutzt den Zeitstein, um in die Zukunft zu schauen und jeden m\u00f6glichen Ausgang des kommenden Konfliktes zu sehen. Er sieht 14 Millionen und 605 verschiedene Varianten. Nur eine einzige dieser M\u00f6glichkeiten f\u00fchrt zum Sieg \u00fcber Thanos. Diese einzige M\u00f6glichkeit den Krieg zu gewinnen, ist ein schwerer Weg: Sie m\u00fcssen zun\u00e4chst alle verlieren und sp\u00e4ter muss einer der Helden sein Leben opfern, um alle zu retten. Klingt uns das vertraut? Falls ja, dann deshalb, weil Marvel vom Evangelium inspiriert war.<br \/>\nF\u00fcr Gott gab es nur eine einzige M\u00f6glichkeit, uns zu retten. Jesus, der Sohn Gottes, der alle Herrlichkeit und alle Freude des Vaters in Ewigkeit hatte, gab seinen Platz und seine Stellung auf, um uns zu retten. Der einzige Weg zur Rettung f\u00fchrte ebenfalls durch Verlust und Niederlage. Als Jesus gefangen genommen wurde, zerstreuten sich alle seine Anh\u00e4nger. Jesus selbst sagte zu den Menschen, die ihn abf\u00fchrten: \u201eAber das ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.\u201c Als er unschuldig hingerichtet wurde, war das der Triumph der S\u00fcnde und die schlimmste Niederlage von allem, was gut ist. Und gleichzeitig wurde Jesus zu dem einen wahren Helden, der sein Leben geopfert hat, um uns alle zu retten. Er gab seine Freude auf, damit wir die ewige Freude des Vaters haben k\u00f6nnen. Am Kreuz sehen wir welchen Preis Jesus bezahlt hat, um uns zu retten; um uns mit dem Vater zu vers\u00f6hnen, um uns in die Gemeinschaft Gottes zur\u00fcckzubringen. Echte, wahre Liebe ist das, was uns ver\u00e4ndert. Liebe bringt Liebe hervor. Wenn wir auf das Kreuz schauen, und verstehen, dass Jesus das alles f\u00fcr uns getan hat, wenn wir erkennen, wie sehr er uns geliebt hat, dann werden wir ver\u00e4ndert.<br \/>\nAn diesem Punkt erkennen wir, dass der christliche Glaube sich von allen anderen Religionen dieser Welt unterscheidet. Tim Keller hat es folgenderma\u00dfen auf den Punkt gebracht: \u201eDas Evangelium ist nicht guter Ratschlag, sondern gute Nachricht.\u201c Alle Religionen dieser Welt geben uns gute Ratschl\u00e4ge. Sie geben uns Gesetze und Gebote. Sie sagen uns, was wir tun m\u00fcssen, um unser Leben wieder auf die Reihe zu bringen. Sie sagen uns, was wir leisten m\u00fcssen, um moralisch und annehmbar zu sein. Das Evangelium hingegen ist die gute Nachricht dar\u00fcber, was Gott f\u00fcr uns getan hat; die gute Nachricht, dass wir bei Gott geliebt und angenommen sind, nicht weil wir irgendetwas geleistet haben, sondern weil er gn\u00e4dig zu uns ist.<br \/>\nNur diese Nachricht kann uns frei machen. Das Evangelium macht uns frei: frei von S\u00fcnde, frei von Verdammnis, frei von Schuldgef\u00fchlen, frei von schlechten Gewissen. Wir sind wirklich frei, Gott und den N\u00e4chsten zu lieben, nicht mit dem Drang uns selbst rechtfertigen zu m\u00fcssen, sondern aus reinem Herzen mit guten Gewissen. Wir k\u00f6nnen aufh\u00f6ren, uns st\u00e4ndig um uns selbst zu drehen. Wir werden frei von uns selbst.<br \/>\nZusammengefasst: Der christliche Glaube handelt von Gottes Wirken, der durch den Glauben verwirklicht wird. Der christliche Glaube bewirkt Liebe aus reinem Herzen mit gutem Gewissen. Und der christliche Glaube ver\u00e4ndert uns durch die frohe Botschaft: Gott teilt sein Gl\u00fcck und seine Freude mit uns durch seinen Sohn Jesus Christus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der christliche Glaube \u201e\u2026 gem\u00e4\u00df dem Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut ist.\u201c (1. Timotheus 1,11) Wir beginnen heute mit einer neuen Predigtserie \u00fcber die Timotheus-Briefe. Paulus schreibt hier an seinen Sch\u00fctzling Timotheus, den er sein rechtm\u00e4\u00dfiges Kind im Glauben nennt. 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