{"id":1179,"date":"2010-11-02T13:58:38","date_gmt":"2010-11-02T12:58:38","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1179"},"modified":"2023-01-29T20:53:30","modified_gmt":"2023-01-29T19:53:30","slug":"predigt-2-samuel-111-1231","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-2-samuel-111-1231\/","title":{"rendered":"Predigt: 2.Samuel 11,1 \u2013 12,31"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/P18-2Sa1101-1231.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Davids S\u00fcnde  und Bu\u00dfe<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Da sprach David zu Nathan: Ich habe ges\u00fcndigt gegen den Herrn.\u201d <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(2.Sam 12,13a)<\/p>\n<p>Wir haben in den letzten Wochen die Person und das Leben von David kennen gelernt. Mit seinem festen Vertrauen auf Gott und seiner gro\u00dfen Liebe zu Gott und seiner Barmherzigkeit gegen\u00fcber seinen N\u00e4chsten hat Davids Pers\u00f6nlichkeit einen tiefen Eindruck in uns hinterlassen. Die Bibel nennt David einen Mann nach Gottes Herz und misst alle weiteren K\u00f6nige Israels an David. Aber im heutigen Text erfahren wir von einem Ereignis, das wie ein h\u00e4sslicher dunkler Fleck in Davids Leben ist \u2013 David beging mit einer Frau aus der Nachbarschaft Ehebruch und veranlasste danach die T\u00f6tung ihres Ehemanns. Wir wollen heute betrachten, wie David in die S\u00fcnde geriet und wie er lange vergeblich versuchte, mit der S\u00fcnde selbst fertig zu werden. Im zweiten Teil betrachten wir, wie David durch Gottes Hilfe f\u00fcr seine S\u00fcnde Bu\u00dfe tat und wie Gott seine Bu\u00dfe annahm. Lasst uns heute lernen, was f\u00fcr ein folgenschweres Problem die S\u00fcnde ist! Lasst uns vor allem lernen, wie wir mit der S\u00fcnde umgehen sollen!<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Davids S\u00fcnde (11,1-27)<\/strong><\/p>\n<p>In was f\u00fcr einer Zeit kam es dazu, dass David s\u00fcndigte? Betrachten wir Vers 1: \u201e<strong>Und als das Jahr um war, zur Zeit, da die K\u00f6nige ins Feld zu ziehen pflegen, sandte David Joab und seine M\u00e4nner mit ihm und ganz Israel, damit sie das Land der Ammoniter verheerten und Rabba belagerten. David aber blieb in Jerusalem.\u201c <\/strong>David sandte Joab mit dem Heer Israels in den Kampf gegen die Ammoniter, aber anders als sonst blieb er selbst in Jerusalem. Es wird nicht gesagt, warum David nicht mit in den Krieg zog. Vielleicht dachte er: \u201eIch bin nun oft genug in den Kampf gezogen; ich habe mich genug hingegeben f\u00fcr Gottes Werk und sein Volk \u2013 jetzt will ich mir eine wohl verdiente Auszeit g\u00f6nnen.\u201c Wir k\u00f6nnen Davids Verhalten im Zusammenhang mit seiner damaligen Lebensphase verstehen. In Kap. 1-5 haben wir erfahren, wie David K\u00f6nig \u00fcber ganz Israel geworden ist. In Kap. 6-7 haben wir erfahren, als David die Bundeslade nach Jerusalem holte und von Gott eine gro\u00dfartige Verhei\u00dfung bekam; das war geistlich gesehen ein H\u00f6hepunkt in seinem Leben. In den Kap. 8-10 haben wir letzte Woche Davids H\u00f6hepunkt seines Lebens betrachtet, wie er durch Gottes Hilfe rundherum Siege errang, f\u00e4hige Menschen als Beamte in seinem Staat einsetzte und Barmherzigkeit an Mefi-Boschet erwies. David befand sich also sowohl geistlich als auch politisch auf einem H\u00f6hepunkt seines Lebens, er lebte unter Gottes vollem Segen. Doch anstatt Gott noch mehr f\u00fcr seinen Segen zu danken und ihm noch eifriger zu dienen, fing David an, bequem und nachl\u00e4ssig zu werden. Vers 2a sagt weiter: \u201e<strong>Und es begab sich, dass David um den Abend aufstand von seinem Lager und sich auf dem Dach des K\u00f6nigshauses erging \u2026\u201c<\/strong> Warum stand David erst gegen Abend auf? Und auch nach dem Aufstehen erfahren wir nichts davon, dass David Stille Zeit hielt und zu Gott betete oder seinen Regierungsgesch\u00e4ften nachging. Vielmehr erging er sich auf der Dachterrasse seines Palastes.<\/p>\n<p>Was geschah, als David auf der Dachterrasse seines Palastes ziellos herumspazierte? Vers 2b sagt: \u201e<strong>da sah er vom Dach aus eine Frau sich waschen; und die Frau war von sehr sch\u00f6ner Gestalt.\u201c <\/strong>David sah vom Dach seines Palastes aus eine sch\u00f6ne Frau, die sich gerade im Garten ihres Hauses wusch. Die Worte im Vers 2 deuten darauf hin, dass David die Frau nicht nur kurz erblickte und dann sofort wieder wegschaute, sondern dass er sie l\u00e4nger betrachtete. Und es ist offensichtlich, was in seinem Herzen passierte, als er die sch\u00f6ne Frau eine Weile betrachtete. In seinem Herzen kam Verlangen nach dieser Frau auf. Als David es sich erlaubte, die Frau zu betrachten, lie\u00df er zu, dass Begierde nach ihr in seinem Herzen aufkam. Dass er die sch\u00f6ne Frau betrachtete, war also der Anfang der S\u00fcnde.<\/p>\n<p>Hier lernen wir, was f\u00fcr einen gro\u00dfen Einfluss es hat, was wir anschauen. In unserer Zeit ist es sehr leicht, Dinge zu sehen, die in uns s\u00fcndige Begierden erregen. Manchmal k\u00f6nnen wir nicht vermeiden, solche Bilder zu sehen, zum Beispiel in der Werbung auf Plakaten oder in Prospekten. Aber wenn wir es uns erlauben, solche Bilder anzuschauen, sind wir schon dabei, uns auf die S\u00fcnde einzulassen. Wen sollen wir als Christen eigentlich st\u00e4ndig betrachten und vor Augen haben? In Hebr\u00e4er 12,2 hei\u00dft es: <strong>\u201eLasst uns \u2026 aufsehen zu Jesus, dem Anf\u00e4nger und Vollender des Glaubens \u2026\u201c Als Gl\u00e4ubige sollten wir immer auf Jesus sehen. <\/strong>Wenn wir auf Jesus sehen, werden wir in unserem Glauben gest\u00e4rkt und zum heiligen Leben ermutigt. Wenn wir in unsrem Alltag Jesus vor Augen haben, sch\u00fctzt er uns vor s\u00fcndigen Gedanken und schenkt uns stets Kraft zu einem Leben, das Gott gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Was tat er, nachdem er sie eine Weile angeschaut hatte? Eigentlich h\u00e4tten in David die Alarmglocken seines Gewissens l\u00e4uten m\u00fcssen, als er sich dabei ertappte, dass er die sch\u00f6ne Frau betrachtete. Im 1. Buch Mose lesen wir, dass Josef in einer \u00e4hnlichen Situation die Versuchung durch eine attraktive Frau sofort entschieden abgelehnt hat und sagte:<strong> \u201eWie sollte ich denn nun ein solch gro\u00dfes \u00dcbel tun und gegen Gott s\u00fcndigen?\u201c<\/strong> (1.Mose 39,9b) Die Bibel lehrt uns an vielen Stellen, dass wir auch dann, wenn s\u00fcndige Gedanken oder W\u00fcnsche in uns aufgekommen sind, ihnen keineswegs folgen m\u00fcssen. Niemand, der s\u00fcndige W\u00fcnsche in sich hat, muss diesen W\u00fcnschen folgen. Aber Vers 3 berichtet, dass David sich nach der Frau erkundigte. Damit tat er einen ersten praktischen Schritt zur S\u00fcnde.<\/p>\n<p>Was tat David daraufhin? Vers 4 berichtet: \u201e<strong>Und David sandte Boten hin und lie\u00df sie holen. Und als sie zu ihm kam, wohnte er ihr bei; sie aber hatte sich gerade gereinigt von ihrer Unreinheit. Und sie kehrte in ihr Haus zur\u00fcck.<\/strong>\u201c Als David h\u00f6rte, dass die Frau die Ehefrau eines seiner M\u00e4nner war, h\u00e4tten sp\u00e4testens jetzt alle Alarmglocken seines Gewissens mit voller Lautst\u00e4rke l\u00e4uten m\u00fcssen. Aber David h\u00f6rte es nicht bzw. wollte auf sein Gewissen nicht h\u00f6ren. Vielmehr folgte er konsequent seinem s\u00fcndigen Wunsch. Er lie\u00df die Frau holen und beging die S\u00fcnde des Ehebruchs. Er, der Freund Gottes, brach bei klarem Bewusstsein eines der Zehn Gebote. Vers 5 berichtet weiter: <strong>\u201eUnd die Frau ward schwanger und sandte hin und lie\u00df David sagen: Ich bin schwanger geworden.\u201c<\/strong> S\u00fcnde hat immer auch unerwartete Folgen.<\/p>\n<p>Was zeigt uns dieses traurige Ereignis \u00fcber David? David hatte viel von seiner geistlichen Einstellung verloren. Fr\u00fcher, als er von Saul verfolgt wurde, betete er viel und flehte unaufh\u00f6rlich zu Gott um Hilfe. Aber sein Verhalten hier zeigt, dass er in der Zeit des Segens seine klare geistliche Einstellung und Lebensweise in gro\u00dfem Ma\u00df verloren hatte. Ohne klare geistliche Einstellung folgte er seiner s\u00fcndigen Lust einfach nach und beging die S\u00fcnde.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir hieraus lernen? Davids S\u00fcnde zeigt klar, dass es keine Garantie f\u00fcr ein s\u00fcndenfreies Leben gibt. Wenn selbst ein frommer Mann wie David, der mit Gott so eine enge Beziehung gepflegt und viele Psalmen geschrieben hatte, so in die S\u00fcnde fallen, wie k\u00f6nnten dann wir von uns denken, dass wir vor der S\u00fcnde gefeit sind! Wenn wir in solchem Selbstvertrauen leben, leben wir in gro\u00dfer Gefahr, ebenso in schwere S\u00fcnde zu fallen. Wir sollten nicht auf uns selbst vertrauen, auf unsere Disziplin, unsere Erfahrung, unseren guten Willen und auch nicht auf unseren Glauben. Wir sollen allein auf Gott vertrauen, der uns allein vor S\u00fcnde bewahren kann. Wir sollten jeden Tag beten: \u201eUnd f\u00fchre uns nicht in Versuchung\u201c und geistlich wachsam leben, damit wir nicht gegen Gott s\u00fcndigen und in gro\u00dfe Not geraten.<\/p>\n<h2>Eigentlich h\u00e4tte David nach der Nachricht, dass Batseba durch ihn schwanger geworden war, aufwachen und zugeben sollen, dass er gegen Gott ges\u00fcndigt hatte, und mit seiner S\u00fcnde zu Gott kommen sollen. Doch was tat er stattdessen? Die Verse 6-8 berichten: <strong>\u201eDavid aber sandte zu Joab: Sende zu mir Uria, den Hetiter. Und Joab sandte Uria zu David. Und als Uria zu ihm kam, fragte David, ob es mit Joab und mit dem Heer und mit dem Krieg gut st\u00fcnde. Und David sprach zu Uria: Geh hinab in dein Haus und wasch deine F\u00fc\u00dfe. Und als Uria aus des K\u00f6nigs Haus hinausging, wurde ihm ein Geschenk des K\u00f6nigs nachgetragen.\u201c<\/strong> David versuchte alles, um seine S\u00fcnde zu vertuschen. Er lie\u00df Uria, den Ehemann Batsebas, von der Front nach Jerusalem kommen und versuchte, ihn dazu zu bringen, am Abend in sein Haus zu gehen und bei seiner Frau zu schlafen. Aber sein Plan klappte nicht. Die Verse 9-13 beschreiben, wie Uria sich konsequent weigerte, w\u00e4hrend des Krieges in sein Hause zu gehen und dort zu schlafen.<\/h2>\n<h2>Was tat David daraufhin? Die Verse 14 und 15 sagen:<strong> \u201eAm andern Morgen schrieb David einen Brief an Joab und sandte ihn durch Uria. Er schrieb aber in dem Brief: Stellt Uria vornehin, wo der Kampf am h\u00e4rtesten ist, und zieht euch hinter ihm zur\u00fcck, dass er erschlagen werde und sterbe.\u201c<\/strong> David gab seinem Heerf\u00fchrer die Anweisung, daf\u00fcr zu sorgen, dass Uria an der Front durch die Hand der Feinde get\u00f6tet wird. Praktisch lie\u00df er Uria t\u00f6ten. Wie erschreckend ist es, dass David zu dieser Tat f\u00e4hig war! Fr\u00fcher hatte sein Herz geklopft, als er heimlich von Sauls Rock einen Zipfel abgeschnitten hatte. Aber nun organisierte er einen Auftragsmord. Und als er durch einen Soldaten von Joab die Meldung bekam, dass seine Anweisung ausgef\u00fchrt worden und Uria tats\u00e4chlich get\u00f6tet worden war, sagte er lapidar: <strong>\u201eSo sollst du zu Joab sagen: Lass dir das nicht leid sein, denn das Schwert frisst bald diesen, bald jenen. Fahre fort mit dem Kampf gegen die Stadt und zerst\u00f6re sie. So sollst du ihm Mut zusprechen\u201c<\/strong> (25). Wie sehr war sein Gewissen abgestumpft! Als David sich nicht von seiner S\u00fcnde abkehrte, setzte er alle seine Gedanken und Geschick und seine Macht daf\u00fcr ein, seine S\u00fcnde zu vertuschen. Schlie\u00dflich beging er die h\u00e4ssliche und furchtbare S\u00fcnde eines Mordes, sogar an seinem treuen Soldaten.<\/h2>\n<p>Davids Auftrag zur T\u00f6tung Urias zeigt uns \u00fcberdeutlich, dass es nicht m\u00f6glich ist, mit S\u00fcnde, die wir begangen haben, selbst fertig zu werden. Wir m\u00fcssen uns von der S\u00fcnde abkehren, und zwar so schnell wie m\u00f6glich. Wenn wir das nicht tun, werden auf unsere S\u00fcnde weitere S\u00fcnden folgen, und zwar m\u00f6glicherweise noch schlimmere S\u00fcnden.<\/p>\n<p>Betrachten wir auch die Verse 26 und 27. Als Batseba vom Tod ihres Mannes h\u00f6rte, hielt sie die Totenklage. Als sie ausgetrauert hatte, lie\u00df David sie in sein Haus holen, und sie wurde seine Frau und gebar ihm einen Sohn. Davids Plan war scheinbar aufgegangen. Er muss gedacht haben, dass es ihm gelungen war, seine S\u00fcnde erfolgreich zu verbergen. Er konnte Batseba heiraten und sie gebar den von ihm gezeugten Sohn. Dass er Ehebruch begangen und ihren Mann durch die Hand der Feinde get\u00f6tet hatte, hatte niemand bemerkt, es w\u00fcrde nie ans Licht kommen.<\/p>\n<p>Wie muss in dieser Zeit aber Davids inneres Leben gewesen sein? Er muss sehr unter seinem schlechten Gewissen gelitten haben, das ihn st\u00e4ndig wegen seiner S\u00fcnde anklagte. Seine Beziehung zu Gott muss zwangsl\u00e4ufig oberfl\u00e4chlich gewesen sein. Auch wenn er wohl formal Gebete sprach und am Gottesdienst teilnahm, konnte er keine herzliche Gemeinschaft mit Gott haben; denn mit unvergebener S\u00fcnde im Herzen kann niemand Gemeinschaft mit Gott haben. Auch wenn er nach au\u00dfen hin nicht viel anders lebte als fr\u00fcher, war er geistlich gesehen wie eine vertrocknete Rebe. Doch bewusst und unbewusst nahm David das alles in Kauf. Er ging den eingeschlagenen Weg, durch den er mit seiner S\u00fcnde selber fertig werden wollte, bis zum Ende. Scheinbar war er nun am Ziel angekommen.<\/p>\n<h2>Doch wie betrachtete Gott Davids Verhalten? Vers 27b sagt: <strong>\u201e<\/strong><strong>Aber dem Herrn missfiel die Tat, die David getan hatte.\u201c <\/strong>Auch wenn kein Mensch Davids S\u00fcnde bemerkt hatte, hatte Gott alles genau gesehen. Und Gott missfiel, dass David Ehebruch begangen und danach Urias T\u00f6tung veranlasst hatte. David hatte zwar eine enge Beziehung zu Gott gehabt. Aber er hatte in krasser Weise gegen Gottes Willen versto\u00dfen. Wenn er nicht Bu\u00dfe tun w\u00fcrde, musste er die gerechte Strafe f\u00fcr seine S\u00fcnde erhalten. David hatte lange Zeit daf\u00fcr gehabt, vor Gott f\u00fcr seine S\u00fcnde Bu\u00dfe zu tun. Aber David tat keine Bu\u00dfe. Vielmehr heiratete er Batseba und versuchte, so schnell wie m\u00f6glich seine S\u00fcnde zu vergessen und zu einem normalen Leben zur\u00fcckzukehren. Das war keine L\u00f6sung! Lasst uns im zweiten Teil betrachten, wie der treue Gott ihm half!<\/h2>\n<p><strong>Teil 2: Davids Bu\u00dfe (12,1-31)<\/strong><\/p>\n<p>Wie half Gott David? Kap. 12,1a sagt:<strong> \u201eUnd der Herr sandte Nathan zu David. Als der zu ihm kam, sprach er zu ihm \u2026\u201c <\/strong>Als David lange Zeit keine Bu\u00dfe tat, ergriff Gott die Initiative. Gott sandte seinen Knecht zu David, um ihm zu helfen, seine S\u00fcnde zu erkennen und zu Gott umzukehren. Auf dieselbe Weise hat Gott immer wieder in der Geschichte die Initiative ergriffen, um den Menschen zu  helfen, ihre S\u00fcnde zu erkennen und zu ihm umzukehren; ein gutes Beispiel daf\u00fcr sind die Israeliten, die immer wieder in die S\u00fcnde geraten und nicht zu Gott umgekehrt sind; aber Gott hat immer wieder die Initiative ergriffen und sie durch seine Knechte angesprochen oder ihnen durch Ereignisse geholfen, damit sie ihre S\u00fcnde erkennen und zu ihm umkehren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Auf dieselbe Weise handelt Gott auch in unserem Leben. Ungewollt geraten wir immer wieder in die S\u00fcnde. Aber Gott ergreift auch bei uns immer wieder die Initiative, indem er uns anspricht durch seine Worte beim Bibelstudium, beim H\u00f6ren einer Predigt oder in unserer Stillen Zeit oder durch Worte seiner Diener, damit wir unseren Zustand vor Gott erkennen und zu ihm umkehren m\u00f6gen. Die Wege k\u00f6nnen verschieden aussehen, aber immer wieder ist es Gott, der die Initiative ergreift und uns anspricht. Es ist wichtig, dass wir immer bereit sind und uns ansprechen lassen.<\/p>\n<p>Wie wollte Gott David ansprechen? In den Versen 1b-4 erz\u00e4hlte Nathan ein Gleichnis von einem reichen Mann, der viele Schafe und Rinder hatte, und einem armen Mann, der nur ein einziges Schaf hatte, das er wie seine Tochter hegte. Als der reiche Mann Besuch bekam, brachte er es nicht \u00fcbers Herz, eines seiner eigenen Schafe f\u00fcr den Gast zu schlachten, sondern er nahm dem armen Mann sein einziges Schaf, um damit seinen Gast zu bewirten. In diesem Gleichnis repr\u00e4sentiert der reiche Mann David, der mit dem K\u00f6nigtum Reichtum und viele Frauen bekommen hatte, der aber trotzdem seinem N\u00e4chsten seine einzige Frau genommen und ihn selbst sogar get\u00f6tet hatte.<\/p>\n<p>Aber wie reagierte David, als er dieses Gleichnis h\u00f6rte? Vers 5 sagt: \u201e<strong>Da geriet David in gro\u00dfen Zorn \u00fcber den Mann und sprach zu Nathan: So wahr der Herr lebt: der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat!\u201c<\/strong> David konnte nicht erkennen, dass das Gleichnis auf ihn hin gesagt worden war. Offenbar erkannte er nicht einmal, dass die erz\u00e4hlte Geschichte ein Gleichnis war. Er geriet in gro\u00dfen Zorn \u00fcber das Verhalten des reichen Mannes, der seinem N\u00e4chsten sein einziges Schaf genommen hatte, und verlangte, dass er daf\u00fcr mit dem Tod bestraft werden sollte, obwohl das Gesetz bei Raub eines Schafes lediglich die vierfache Erstattung vorsieht. David war immer noch blind f\u00fcr seine eigene S\u00fcnde, aber sehr sensibel und intolerant gegen\u00fcber der S\u00fcnder anderer. Dies ist die Haltung derjenigen, die ihre eigenen S\u00fcnde kaum wahrnehmen und vor Gott bringen und sehr empfindlich und intolerant gegen\u00fcber der S\u00fcnde anderer sind.<\/p>\n<p>Wie half Nathan diesem David? Nathan sprach zu David: <strong>\u201eDu bist der Mann!<\/strong> <strong>So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum K\u00f6nig gesalbt \u00fcber Israel und habe dich errettet aus der Hand Sauls und habe dir deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Frauen, und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazu tun. Warum hast du denn das Wort des Herrn verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel? Uria, den Hetiter, hast du erschlagen mit dem Schwert, seine Frau hast du dir zur Frau genommen, ihn aber hast du umgebracht durchs Schwert der Ammoniter.\u201c<\/strong> Mit diesem klaren Tadel konfrontierte der Knecht Gottes David mit seiner S\u00fcnde. Gott hatte David, einen Hirtenjungen, zum K\u00f6nig \u00fcber sein Volk eingesetzt und hatte ihn in allen Bereichen gesegnet. Aber David hatte trotz allen Segens leichtfertig durch seine S\u00fcnde Gott verachtet.<\/p>\n<p>Welche Folgen von Davids S\u00fcnde k\u00fcndigte Nathan an? Die Verse 10-12 sagen: <strong>\u201eNun, so soll von deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, dass sie deine Frau sei. So spricht der Herr: Siehe, ich will Unheil \u00fcber dich kommen lassen aus deinem eigenen Hause und will deine Frauen nehmen vor deinen Augen und will sie deinem N\u00e4chsten geben, dass er bei ihnen liegen soll an der lichten Sonne. Denn du hast&#8217;s heimlich getan, ich aber will dies tun vor ganz Israel und im Licht der Sonne.\u201c <\/strong>Davids S\u00fcnde w\u00fcrde weit reichende Konsequenzen haben. In seiner Familie w\u00fcrde es Unfrieden und Gewalttaten geben und die S\u00fcnde, die David begangen hatte, w\u00fcrde er in seiner eigenen Familie erleben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wie reagierte David, als er auf diese Weise klar mit seiner S\u00fcnde konfrontiert wurde? Lesen wir gemeinsam Vers 13a: <strong>\u201eDa sprach David zu Nathan: Ich habe ges\u00fcndigt gegen den Herrn.\u201c <\/strong>\u00dcber neun Monate lang hatte David versucht, seine S\u00fcnde vor sich selbst zu verharmlosen und sie zu vertuschen. Aber als David mit dem Wort Gottes konfrontiert wurde, gab er seine S\u00fcnde zu. Er versuchte nicht l\u00e4nger, sich herauszureden oder seine S\u00fcnde sch\u00f6n zu reden. Er pochte nicht darauf, dass er jahrzehntelang Gott gedient und vorbildlich gelebt hatte. Er behauptete auch nicht, blo\u00df einen Fehler gemacht zu haben, sondern er erkannte seine S\u00fcnde als S\u00fcnde gegen Gott an, indem er sagte: <strong>\u201eIch habe ges\u00fcndigt gegen den Herrn.\u201c<\/strong><\/p>\n<h2>Hier sehen wir die Kraft des Wortes Gottes. Neun Monate lang war David nicht in der Lage und nicht bereit gewesen, seine S\u00fcnde als S\u00fcnde anzuerkennen. Aber als er von Gottes Wort angesprochen wurde, wurde sein verh\u00e4rtetes Herz weich und er gab seine S\u00fcnde vor Gott zu. Das Wort Gottes hatte die Kraft, unsere Gedanken und Einstellungen zu ver\u00e4ndern. Das Wort Gottes ist das einzige, was uns Menschen ver\u00e4ndern kann. Hebr 3,14.15 sagt: <strong>\u201eDenn das Wort Gottes ist lebendig und kr\u00e4ftig und sch\u00e4rfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.\u201c <\/strong>Das Wort Gottes hat die Kraft, auch uns in schwierigen geistlichen Lagen zu helfen und uns zu ver\u00e4ndern. Darum ist es wichtig, dass wir regelm\u00e4\u00dfig auf das Wort Gottes h\u00f6ren und es nicht nur allgemein verstehen, sondern auch richtig auf uns pers\u00f6nlich beziehen. Dann kann das Wort seine ver\u00e4ndernde Kraft auch in unserem Herzen und Leben entfalten, und wir k\u00f6nnen in allen Lagen Gottes Hilfe erhalten.<\/h2>\n<p>Wie antwortete Nathan auf Davids S\u00fcndenbekenntnis? Vers 13b lautet:<strong> \u201eNathan sprach zu David: So hat auch der Herr deine S\u00fcnde weggenommen; du wirst nicht sterben.\u201c <\/strong>David hatte gegen die Zehn Gebote Gottes massiv versto\u00dfen. Er h\u00e4tte im J\u00fcngsten Gericht deswegen die gerechte Strafe erfahren m\u00fcssen. Aber als David seine S\u00fcnde vor Gott aufrichtig bekannte, vergab Gott ihm seine S\u00fcnde. Durch die Vergebung der S\u00fcnde wurde die Beziehung zwischen Gott und David wiederhergestellt. Wie gro\u00df ist Gottes Barmherzigkeit gegen\u00fcber den S\u00fcndern! Gott hasst zwar die S\u00fcnde und kann sie nicht hinnehmen. Aber Gott liebt die S\u00fcnder so sehr, dass er uns selbst zur Bu\u00dfe leitet und jedem, der mit aufrichtigem Herzen seine S\u00fcnde bekennt, die S\u00fcnde vergibt. David hatte in krasser Weise ges\u00fcndigt. David konnte nichts machen und hatte auch keine Grundlage daf\u00fcr, dass Gott ihm das vergeben sollte. Aber als David seine S\u00fcnde bekannte, nahm Gott die schwere S\u00fcnde weg. Dadurch wurde die Beziehung zwischen Gott und David wieder hergestellt.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir hier lernen? Es ist wichtig, dass wir lernen, mit der S\u00fcnde richtig umzugehen. Wir sollen mit Gottesfurcht unser Bestes tun, um nicht zu s\u00fcndigen. Aber gewollt oder ungewollt begehen wir doch immer wieder S\u00fcnden. Was sollen wir dann tun? Wir m\u00fcssen lernen, mit unserer S\u00fcnde zu Gott zu kommen und sie vor ihm zu bekennen. 1. Johannes 1,8.9 sagt:<strong> \u201eWenn wir sagen, wir haben keine S\u00fcnde, so betr\u00fcgen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre S\u00fcnden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die S\u00fcnden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.\u201c <\/strong>Wenn wir mit unserer S\u00fcnde zu Gott kommen und sie im Glauben an Jesus vor ihm bekennen, vergibt Gott uns unsere S\u00fcnde und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Dann d\u00fcrfen wir erneut in der Beziehung zu Gott leben.<\/p>\n<h2>Betrachten wir die Verse 14-17. Nathan verk\u00fcndigte, dass das Kind, das ihm Batseba geboren hatte, sterben w\u00fcrde. David suchte Gottes Gnade f\u00fcr das Kind, indem er abends nach seiner Arbeit fastete und auf dem Boden liegend f\u00fcr das Kind betete. Das zeigt, dass David glaubte, dass Gott ihm wirklich vergeben hatte und ihn liebte und ihn daher erh\u00f6ren konnte.<\/h2>\n<h2>Was tat David, als schlie\u00dflich das Kind doch starb? Er stand auf, wusch und salbte sich und ging in den Tempel; danach ging er heim und lie\u00df sich Essen auftischen und a\u00df. Seine M\u00e4nner verstanden nicht, warum David gefastet und gebetet hatte, als das Kind  noch gelebt hatte, aber nun, als es gestorben war, wieder a\u00df. David antwortete ihnen: <strong>\u201e<\/strong><strong>Als das Kind noch lebte, fastete ich und weinte; denn ich dachte: Wer wei\u00df, ob mir der Herr nicht gn\u00e4dig wird und das Kind am Leben bleibt. Nun es aber tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es wieder zur\u00fcckholen? Ich werde wohl zu ihm fahren; es kommt aber nicht wieder zu mir zur\u00fcck\u201c <\/strong>(22.23). Was k\u00f6nnen wir hier von David lernen? David hatte inst\u00e4ndig f\u00fcr sein Anliegen gebetet, dass Gott das Kind am Leben erhalten m\u00f6ge. Aber als Gott anders handelte, zerbrach er daran nicht, sondern nahm Gottes Souver\u00e4nit\u00e4t an. David war nicht von seinem Gebet abh\u00e4ngig. In diesem Sinne sollen auch wir nicht von unserem Glauben oder unserem Gebet abh\u00e4ngig sein, sondern Gottes Souver\u00e4nit\u00e4t in allen Bereichen im Leben annehmen.<\/h2>\n<h2>Welche Gnade schenkte Gott David danach? Betrachten wir die Verse 24 und 25 Gott schenkte David, der f\u00fcr seine S\u00fcnde Bu\u00dfe getan hatte, ein anderes Kind von Batseba. David nannte diesen Jungen Salomo. Von diesem Kind hei\u00dft es ausdr\u00fccklich, dass der Herr ihn liebte. Dieses Ereignis zeigt, dass Gott David wirklich seinen S\u00fcnde ganz vergeben und die Beziehung zwischen ihm und David vollst\u00e4ndig wieder hergestellt hatte.<\/h2>\n<h2>Betrachten wir noch den letzten Abschnitt Verse 26-31. Die Eroberung der Hauptstadt der Ammoniter zog sich lange hin, doch nun machte Joab gro\u00dfe Fortschritte. Dann lie\u00df er David holen, damit er selbst den Sieg erringen und sein Name \u00fcber der Stadt ausgerufen w\u00fcrde. David kam und konnte tats\u00e4chlich die Stadt erobern. Es wurde ein gro\u00dfer Sieg. Dieser gro\u00dfe Sieg Davids war ein weiteres Zeichen daf\u00fcr, dass die Beziehung zwischen Gott und David v\u00f6llig wiederhergestellt war.<\/h2>\n<p>Heute haben wir betrachtet, wie selbst David einmal in schwere S\u00fcnde geraten ist. Als er versuchte, mit seiner S\u00fcnde selber fertig zu werden, beging er eine noch schwerere S\u00fcnde und sein geistlicher Zustand wurde immer schlimmer. Aber als er seine S\u00fcnde von Herzen vor Gott bekannte, nahm Gott seine S\u00fcnde weg und stellte die Beziehung zu ihm v\u00f6llig wieder her.<\/p>\n<p>Es ist auch f\u00fcr jeden von uns von entscheidender Bedeutung f\u00fcr unser geistliches Leben, wie wir mit der S\u00fcnde umgehen. Wir sollen unser Bestes tun, in allem nach Gottes Willen zu leben und nicht zu s\u00fcndigen. Aber leider geraten wir doch allzu oft in S\u00fcnde durch unsere Gedanken, Worte oder Taten oder durch das Unterlassen von Taten. Wenn wir unsere S\u00fcnden verleugnen, verharmlosen oder irgendwie zu kompensieren suchen, wird unsere Beziehung zu Gott und unser geistliches Leben immer schlimmer. Wenn wir ges\u00fcndigt haben, sollen wir unsere S\u00fcnde aufrichtig vor Gott bekennen und sollen seine Gnade der Vergebung und Reinigung vom Herzen annehmen. Dann vergibt Gott uns unsere S\u00fcnde und stellt unsere Beziehung zu ihm wieder her. M\u00f6ge Gott jeden von uns in diesem Sinne segnen! Lesen wir zum Schluss nochmals Kap. 12,13: <strong>\u201eDa sprach David zu Nathan: Ich habe ges\u00fcndigt gegen den <\/strong><strong>Herrn. <\/strong><strong>Nathan sprach: So hat der <\/strong><strong>Herr<\/strong><strong> auch deine S\u00fcnde  weggenommen; du wirst nicht sterben.<\/strong><strong>\u201c <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Davids S\u00fcnde und Bu\u00dfe \u201eDa sprach David zu Nathan: Ich habe ges\u00fcndigt gegen den Herrn.\u201d (2.Sam 12,13a) Wir haben in den letzten Wochen die Person und das Leben von David kennen gelernt. 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