{"id":11771,"date":"2023-06-11T11:00:42","date_gmt":"2023-06-11T09:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=11771"},"modified":"2025-02-04T05:38:41","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:41","slug":"predigt-lukas-2350-2453","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-2350-2453\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 23,50 &#8211; 24,53"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2022-Lukas-L.-40_23-50_24-53-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Er \u00f6ffnete ihnen das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Schrift<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDa \u00f6ffnete er ihnen das Verst\u00e4ndnis, dass sie die Schrift verstanden.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukas 24,45)<\/p>\n<p>Danken wir Gott f\u00fcr seinen Segen auf unser Studium des Lukasevangeliums! Im heutigen letzten Kapitel geht es um Jesu Auferstehung. Viele Menschen haben Schwierigkeiten, das Ereignis der Auferstehung zu fassen, weil die Auferstehung au\u00dferhalb unseres Erfahrungsbereichs liegt und ihm scheinbar widerspricht. Lukas berichtet als Wissenschaftler \u00fcber Jesu Auferstehung sachlich, detailliert und in chronologischer Reihenfolge. Er schildert ausf\u00fchrlich auch ein Gespr\u00e4ch zwischen dem auferstandenen Jesus und zwei J\u00fcngern, von dem die anderen Evangelien nicht berichten. Lukas\u2018 Bericht macht schonungslos deutlich, dass auch Jesu J\u00fcnger Schwierigkeiten hatten, seine Auferstehung zu fassen. Aber sein Bericht zeigt auch deutlich, auf welche Weise Jesus ihnen half, seine Auferstehung wirklich zu begreifen. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, auf sein Wort zu h\u00f6ren und es gut zu verstehen, sodass wir mit klarem Glauben an die Auferstehung leben k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Jesu Grablegung (23,50-56)<\/strong><br \/>\nUnser Text beginnt mit dem letzten Abschnitt von Kap. 23 (23,50-56). Josef war ein Ratsherr, der der Entscheidung seiner Kollegen, Jesus zu verurteilen, nicht zugestimmt hatte. Er wartete auch auf das Reich Gottes. Nachdem Jesus am Kreuz gestorben war, fasste er Mut und ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Er nahm Jesu Leichnam vom Kreuz ab, wickelte ihn in ein Leintuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch nie jemand gelegen hatte. Jesus musste so eilig beerdigt werden, weil am Freitagabend f\u00fcr die Juden der Sabbat anbrach und das Passafest begann und Begr\u00e4bnisse vorher erfolgen mussten. Lukas erw\u00e4hnt an dieser Stelle wieder die Frauen, die mit Jesus aus Galil\u00e4a gekommen waren und Jesus nicht nur bis zum Kreuz folgten, sondern bis ans Grab, sodass sie sahen, wie sein Leichnam dort hineingelegt wurde. Danach gingen sie wieder in die Stadt und bereiteten wohlriechende \u00d6le, mit denen sie Jesu Leichnam salben wollten, sobald der Sabbat vorbei ist. Jesu Begr\u00e4bnis durch einen J\u00fcnger vor den Augen von glaubhaften Zeugen belegt, dass Jesus wirklich gestorben ist.<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Eine gro\u00dfe \u00dcberraschung (24,1-12)<\/strong><br \/>\nWas passierte, als der Sabbat vorbei war? Kap. 24 beginnt mit der Beschreibung der treuen Frauen, die am Sonntag fr\u00fchmorgens mit den wohlriechenden \u00d6len zum Grab gingen. Zu ihrer \u00dcberraschung war der Stein vor dem Eingang der Grabh\u00f6hle weggew\u00e4lzt, und als sie in die Grabkammer hineingingen, fanden sie den Leib Jesu nicht. Als sie dar\u00fcber ratlos waren, traten zwei M\u00e4nner in gl\u00e4nzenden Kleidern zu ihnen. Die Frauen erschraken bei ihrem Anblick und neigten ihr Angesicht zur Erde. Ihre ehrf\u00fcrchtige Reaktion weist darauf hin, dass es sich bei den beiden M\u00e4nnern in gl\u00e4nzenden Kleidern um Engel handelte. Was sagten sie zu den Frauen? Sie sagten: \u201eWas sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden\u201c (5b.6a). Die Frauen waren gekommen, um den Leichnam Jesu zu salben und ihm so einen letzten Liebesdienst zu erweisen. Aber ihr Vorhaben war v\u00f6llig unangebracht; denn Jesus war nicht mehr bei den Toten, sondern er war auferstanden. Mit diesen Worten verk\u00fcndigten die Engel den treuen Frauen als ersten Menschen \u00fcberhaupt die gro\u00dfartige Tatsache, dass Jesus auferstanden ist.<\/p>\n<p>Wie halfen sie ihnen auch, die Tatsache von Jesu Auferstehung wirklich zu fassen? Sie sagten weiter: \u201eGedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galil\u00e4a war und sprach: Der Menschensohn muss \u00fcberantwortet werden in die H\u00e4nde der S\u00fcnder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen\u201c (6b.7). Sie forderten die Frauen dazu auf, sich an Jesu Worte zu erinnern, dass er an die S\u00fcnder ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen muss. Jesus hatte seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung am dritten Tag dreimal angek\u00fcndigt und als ein g\u00f6ttliches Muss bezeichnet. Die Erinnerung an Jesu Worte sollte den Frauen helfen, Gottes Ratschluss zu verstehen und Jesu Tod und seine Auferstehung als Teil seines Ratschlusses zu begreifen. Vers 8 sagt: \u201eUnd sie gedachten an seine Worte.\u201c Als sie sich an Jesu Worte erinnerten, fingen sie an, die unfassbaren Ereignisse aus der Sicht von Gottes Ratschluss zu verstehen und zu begreifen. Sie gingen wieder nach Jerusalem und verk\u00fcndigten alles den elf Aposteln und allen anderen J\u00fcngern. Wie reagierten die J\u00fcnger darauf? Vers 11 sagt: \u201eUnd es erschienen ihnen dies Worte, als w\u00e4r\u2019s Geschw\u00e4tz, und sie glaubten ihnen nicht.\u201c Die J\u00fcnger taten die Worte der Frauen als Geschw\u00e4tz ab. Ihre ablehnende Reaktion zeigt, wie entt\u00e4uscht und verzweifelt sie \u00fcber Jesu Tod waren. Sie waren innerlich so verzweifelt, dass sie keinen Raum hatten, die Tatsache von Jesu Auferstehung wahrzunehmen. Petrus stand immerhin auf und lief zum Grab, um sich selbst ein Bild zu machen. Als er sich ins Grab hineinb\u00fcckte, sah er darin tats\u00e4chlich nur die Leinent\u00fccher. Das leere Grab war ein Indiz f\u00fcr Jesu Auferstehung. Aber Petrus konnte es nicht geistlich fassen. Er ging davon und wunderte sich (8). Jesu J\u00fcnger brauchten dringend geistliche Hilfe.<\/p>\n<p><strong>Teil 3: Ein einmaliges Bibelstudium (13-35)<\/strong><br \/>\nBevor Lukas dar\u00fcber berichtet, wie der auferstandene Jesus den elf J\u00fcngern half, berichtet er zuerst \u00fcber das Gespr\u00e4ch zwischen ihm und zwei J\u00fcngern, die unterwegs waren. Diese J\u00fcnger geh\u00f6rten nicht zum Kreis der Apostel, wir erfahren nur von einem, dass er Kleopas hie\u00df. Sie waren auf dem Weg nach Emmaus, einem Dorf, das von Jerusalem etwa elf Kilometer entfernt lag und vermutlich ihr Heimatdorf war. Sie unterhielten sich unterwegs \u00fcber alle Ereignisse, die in den letzten Tagen passiert waren. W\u00e4hrend sie dar\u00fcber redeten, kam Jesus selbst in ihre N\u00e4he. Vers 16 sagt, dass ihre Augen gehalten wurden, sodass sie ihn nicht erkannten. Sie waren so fest in ihren ungl\u00e4ubigen Gedanken, dass ihre Augen unf\u00e4hig waren, den auferstandenen Jesus, den sie f\u00fcr tot hielten, zu erkennen. Der Vers kann auch bedeuten, dass Gott die J\u00fcnger aktiv daran hinderte, Jesus sofort zu erkennen, weil sie erst eine geistliche Vorbereitung brauchten, um seine Auferstehung wirklich fassen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jesus mischte sich unauff\u00e4llig in ihr Gespr\u00e4ch ein, indem er fragte, \u00fcber was sie denn so intensiv redeten. Sie blieben traurig stehen und fragten, ob er denn der Einzige in Jerusalem ist, der nicht wei\u00df, was dort passiert war. Dann erz\u00e4hlten sie, wie Jesus von den Hohenpriestern zum Tod verurteilt und gekreuzigt worden war. Sie dr\u00fcckten ihre Hoffnung aus, dass Jesus der Erl\u00f6ser Israels w\u00e4re, die nun in ihnen zerbrochen war. Sie erz\u00e4hlten auch von dem Zeugnis der Frauen, die am Grab waren und seinen Leib nicht gefunden hatten und Engel gesehen hatten, die ihnen sagten, dass Jesus lebt. Sie wussten auch, dass einige J\u00fcnger am Grab waren und best\u00e4tigten, dass das Grab leer war. Aber sie konnten aus allem nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass Jesus auferstanden waren, sondern kehrten traurig und entt\u00e4uscht in ihr Dorf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wie half ihnen der auferstandene Jesus? Betrachten wir die Verse 25 und 26: \u201eUnd er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu tr\u00e4gen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?\u201c Jesus tadelte sie daf\u00fcr, dass sie t\u00f6richt waren und zu tr\u00e4ge im Herzen, all dem zu glauben, was in der Schrift \u00fcber ihn stand. Jesus hatte Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihre geistliche Lage, aber er zeigte kein Mitleid. Jesus tadelte sie daf\u00fcr, dass nicht an die Auferstehung glaubten, weil sie nicht an das glaubten, was Gott durch die Propheten \u00fcber den Christus gesagt hatte. Nicht an das zu glauben, was man eigentlich aus der Bibel wei\u00df, ist nach diesem Wort Jesu t\u00f6richt und ist eine Folge eines zu tr\u00e4gen Herzens.<\/p>\n<p>Aber Jesus belie\u00df es nicht bei seinem Tadel. Danach fing er bei Mose und allen Propheten an und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war. Jesus war \u00fcberzeugt, dass die J\u00fcnger klaren Glauben erlangen w\u00fcrden, wenn sie die Schrift richtig erkl\u00e4rt bekommen und verstehen. Jesus betrachtete bei seinem Bibelstudium besonders die Stellen, die von ihm reden oder auf ihn hinweisen. Dieses Bibelstudium muss hoch interessant gewesen sein und lange gedauert haben. Als Jesus und die beiden J\u00fcnger in die N\u00e4he von Emmaus kamen, war es schon gegen Abend. Der rote Faden und Hauptpunkt von Jesu Bibelstudium war das, was er im Vers 26 sagte: \u201eMusste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?\u201c<\/p>\n<p>Der Verfasser Lukas hat wie immer nur das N\u00f6tigste berichtet, sodass wir hier nicht erfahren, welche Bibelstellen Jesus mit den J\u00fcngern betrachtet hat. Aber von Jesu Fragestellung im Vers 26, warum der Christus so sehr leiden und in seine Herrlichkeit eingehen musste, bekommen wir doch eine Vorstellung davon, welche Stellen Jesus mit ihnen betrachtet hat. Bestimmt hat er mit ihnen die Stelle in Jesaja 53 betrachtet, wo \u00fcber den Messias gesagt wird: \u201eAber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller S\u00fcnde auf ihn\u201c (Jesaja 53,4-7). Der Christus musste so viel leiden und am Kreuz zerschlagen werden wegen unsrer S\u00fcnde. Er musste so viel leiden, weil unsere S\u00fcnde uns von Gott un\u00fcberwindbar trennt und zwangsl\u00e4ufig Gottes Gericht und Strafe nach sich zieht. Von seinem Status und Recht her musste Jesus \u00fcberhaupt nicht leiden. Aber weil Gott uns so liebt, dass er uns um jeden Preis retten will, wegen der Logik seine Liebe musste der Christus doch den Tod am Kreuz erleiden und an unserer Stelle sterben, um f\u00fcr uns S\u00fchne und Vergebung zu schaffen. Sicher hat Jesus auch den Psalm 22 betrachtet, in dem sein Leiden prophetisch sehr anschaulich beschrieben wird. Noch viele andere Stellen in der Schrift sagen das Leiden des Christus voraus. Jesus musste so viel leiden, weil Gott es vorausgesagt hat und sein Wort erf\u00fcllt werden muss.<\/p>\n<p>Jesus lehrte die J\u00fcnger auch, warum der Christus nach seinem Leiden auferstehen und in seine Herrlichkeit eingehen musste. Jesus musste auferstehen und in seine Herrlichkeit eingehen, weil es nicht sein kann, dass der allm\u00e4chtige Gott seinen Sohn dem Tod \u00fcberl\u00e4sst, obwohl er viel m\u00e4chtiger ist als der Tod. Jesus musste von den Toten auferstehen, weil Gottes Rettungswerk sonst unvollst\u00e4ndig w\u00e4re und niemanden zum ewigen Leben f\u00fchren k\u00f6nnte. Vor allem musste Jesus nach seinem Tod auferstehen und in seine Herrlichkeit eingehen, weil Gott es in der Schrift vorausgesagt hat.<\/p>\n<p>Wir wissen nicht genau, an welchen Stellen Jesus das den beiden J\u00fcngern erkl\u00e4rt hat. Bestimmt hat Jesus den Psalm 16 betrachtet. Diesen Psalm hat einige Wochen sp\u00e4ter auch Petrus in seiner Predigt an Pfingsten gebraucht, um den Menschen die Auferstehung Jesu zu bezeugen. Dabei sagte er: \u201eIhr M\u00e4nner von Israel, h\u00f6rt diese Worte: Jesus von Nazareth, von Gott unter euch ausgewiesen durch m\u00e4chtige Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst \u2013 diesen Mann, der durch Gottes Ratschluss und Vorsehung dahingegeben war, habt ihr durch die Hand der Ungerechten ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Den hat Gott auferweckt und hat ihn befreit aus den Wehen des Todes, denn es war unm\u00f6glich, dass er vom Tode festgehalten wurde.\u201c Petrus verk\u00fcndigt zun\u00e4chst die Tatsache, dass Jesus nach Gottes Ratschluss get\u00f6tet wurde, und dass Gott ihn dann auferweckt und aus den Wehen des Todes befreit hat. Und danach sagt er, dass es unm\u00f6glich war, dass Jesus vom Tod festgehalten wurde, dass Jesus also von den Toten auferstehen musste. Warum? Petrus sagt als Antwort: \u201eDenn David spricht von ihm \u2026\u201c Der Grund, warum Jesus auferstehen musste, war, dass Gott das in der Schrift vorausgesagt hat. Petrus zitiert an dieser Stelle aus Psalm 16, einem Psalm Davids: \u201eIch habe den Herrn allezeit vor Augen, denn er steht mir zur Rechten, dass ich nicht wanke. Darum ist mein Herz fr\u00f6hlich und meine Zunge frohlockt; auch mein Leib wird ruhen in Hoffnung. Denn du wirst meine Seele nicht dem Reich des Todes \u00fcberlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe.\u201c (Psalm 16,8-10). Gott hatte durch David vorausgesagt, dass sein Heiliger nicht die Verwesung sehen w\u00fcrde. Petrus macht klar, dass sich diese Prophezeiung nicht auf David selbst bezogen hat. Denn David war ein Mensch und ist wie andere Menschen gestorben und begraben worden, und sein Grab gab es damals noch in Jerusalem. Petrus bezeugt klar, dass dieses Schriftwort eine Verhei\u00dfung ist, die sich auf den Messias bezieht, den einzigen wahrhaft \u201eHeiligen\u201c, auf Gottes einzigen Sohn Jesus. Weil Gott durch David vorausgesagt hat, dass er seinen Heiligen nicht der Verwesung \u00fcberlassen wird, hat Gott Jesus nach seinem Tod f\u00fcr uns wieder auferweckt und ihm ewiges Leben gegeben.<\/p>\n<p>Viele weitere Stellen in der Schrift weisen auf die Auferstehung des Christus hin. Zum Beispiel sagt die Stelle in Jesaja 9, dass der Christus ewig herrschen und ein Reich aufrichten wird, das kein Ende hat (Jesaja 9,6). Im Buch Jona lesen wir die bekannte Geschichte von dem ungehorsamen Propheten, der vor Gott fliehen wollte, weil er nicht bereit war, Gottes Befehl zu gehorchen und den Menschen in Ninive Gottes Gericht zu predigen. Der dann auf dem Schiff in einen schweren Sturm kam und ins Meer geworfen wurde und von einem Fisch verschluckt und wieder an Land gespien wurde. Ich denke, jeder von euch kennt diese Stelle. Viele Leute haben \u00fcberlegt, wie das m\u00f6glich war, dass Jona im Bauch eines Fisches \u00fcberleben und dort beten konnte. Es war auf jeden Fall ein Wunder Gottes. Aber habt ihr euch auch schon mal gefragt, warum Gott f\u00fcr diesen ungehorsamen Mann so einen Aufwand betrieben und so ein spektakul\u00e4res Wunder vollbracht hat? Nat\u00fcrlich tat Gott dieses Wunder, um seinem Diener zu helfen, Bu\u00dfe zu tun und Gottes Auftrag doch auszuf\u00fchren, weil Gott dadurch viele Menschen in der Stadt Ninive retten wollte. Aber das Wunder, dass Jona drei Tage im Bauch eines Fischs war und danach weiterleben konnte, hat noch eine viel gr\u00f6\u00dfere Bedeutung. Diese Bedeutung hat Jesus selbst erkl\u00e4rt, als er sagte: \u201eDenn wie Jona drei Tage und drei N\u00e4chte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei N\u00e4chte im Herzen der Erde sein\u201c (Matth\u00e4us 12,40). Das Buch Jona erz\u00e4hlt also nicht nur von Gottes Hilfe f\u00fcr einen seiner Propheten. Es weist auf ein viel gr\u00f6\u00dferes Wunder hin, das Gott an seinem wahren Knecht vollbringen wollte, den er am dritten Tag aus dem Reich des Todes zum ewigen Leben erwecken wollte. Und dieses Wunder hat auch eine viel gr\u00f6\u00dfere Bedeutung. Denn w\u00e4hrend Jonas Rettung aus dem Bauch des Fischs zur Rettung der einer gro\u00dfen heidnischen Stadt f\u00fchrte, f\u00fchrt Jesu Rettung aus dem Reich des Todes zur Rettung aller Menschen in der ganzen Welt, die dieses Heilswerk Gottes f\u00fcr sich annehmen.<\/p>\n<p>Jesus muss den beiden J\u00fcngern noch viele weitere Schriftstellen erkl\u00e4rt haben, die darauf hinweisen, dass der Christus leiden und dann in seine Herrlichkeit eingehen musste. Gottes Worte m\u00fcssen in ihren Herzen gewirkt haben. Als sie in die N\u00e4he ihres Dorfs kamen, baten sie Jesus, bei ihm zu bleiben. Als Jesus dann mit ihnen am Tisch sa\u00df und das Brot brach, erkannten sie ihn, vielleicht an der Art und Weise, wie er das Brot gebrochen hat. Als das Wort Gottes in ihren Herzen wirkte, reichte eine Kleinigkeit, damit sie den auferstandenen Jesus erkennen konnten. Ihre Augen wurden schlagartig ge\u00f6ffnet. Sobald sie Jesus erkannten, verschwand er vor ihnen. Sie sagten: \u201eBrannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift \u00f6ffnete?\u201c Durch Jesu Bibelstudium hatten Gottes Worte in ihren Herzen gewirkt und sie bef\u00e4higt, die Auferstehung als Gottes Ratschluss zu begreifen, sodass sie schlie\u00dflich den auferstandenen Jesus erkennen konnten. Danach eilten sie den ganzen Weg nach Jerusalem zur\u00fcck, um den anderen J\u00fcngern zu erz\u00e4hlen, was sie erlebt hatten. Zu ihrer \u00dcberraschung sagten ihnen die J\u00fcnger in Jerusalem: \u201eDer Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen.\u201c Der auferstandene Jesus war inzwischen auch Petrus erschienen. Dann erz\u00e4hlten sie von ihrer Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, ihrem Bibelstudium mit ihm und wie sie ihn erkannten.<\/p>\n<p><strong>Teil 4: Jesus erscheint den J\u00fcngern (36-53)<\/strong><br \/>\nSchlie\u00dflich erschien der auferstandene Jesus auch den elf J\u00fcngern. Er erwies sich vor ihnen als der Lebendige, indem er ihnen seine H\u00e4nde und seine Seite zeigte, wo seine Wundmale noch zu sehen waren. Die J\u00fcnger konnten vor Freude aber immer noch nicht glaubten. Da a\u00df Jesus vor ihren Augen ein St\u00fcck gebratenen Fisch. Aber Jesus wusste, dass auch diese Erfahrung nicht reichte, damit die J\u00fcnger dauerhaft festen Glauben an die Auferstehung h\u00e4tten. Wie half er ihnen weiter? Vers 45 sagt: \u201eDa \u00f6ffnete er ihnen das Verst\u00e4ndnis, dass sie die Schrift verstanden.\u201c Jesus lehrte sie die Schrift und half ihnen, bis sie die Schrift verstanden. Er studierte mit ihnen die Bibel und legte ihnen aus, was sie \u00fcber ihn sagte, bis er zusammenfassend sagen konnte: \u201eSo steht\u2019s geschrieben, dass der Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden unter allen V\u00f6lkern. Von Jerusalem an seid ihr daf\u00fcr Zeugen\u201c (46-48). Jesus erkl\u00e4rte den J\u00fcngern aufgrund der Schrift Gottes Ratschluss, der Jesu Tod und seine Auferstehung zur Rettung der Menschen zum Kern hat. Als die J\u00fcnger aufgrund der Schrift Jesu Tod und Auferstehung fassen konnten, gab Jesus ihnen den Auftrag, unter allen V\u00f6lkern daf\u00fcr Zeugen zu sein und verhie\u00df ihnen daf\u00fcr die Kraft des Heiligen Geistes (49).<\/p>\n<p>Danach f\u00fchrte Jesus sie aus der Stadt hinaus bis nach Betanien, hob seine H\u00e4nde auf und segnete sie. Und w\u00e4hrend er sie segnete, fuhr er vor ihren Augen auf zum Himmel. Die J\u00fcnger beteten ihn an und kehrten mit gro\u00dfer Freude nach Jerusalem zur\u00fcck. Sie waren nicht mehr \u00e4ngstlich und verzweifelt, sondern waren allezeit im Tempel und priesen Gott. Sie waren von allem Unglauben, Zweifel, Furcht und Angst befreit und wurden mutige und fr\u00f6hliche Zeugen der Auferstehung Jesu, weil sie den Glauben an die Auferstehung hatten. Mit der Schrift als Grundlage ihres Glaubens konnten sie \u00fcberall hingehen und Jesu Tod und seine Auferstehung in der ganzen Welt bezeugen, damit alle, die an ihn glauben gerettet werden k\u00f6nnen. Gott helfe jedem von uns, die Worte der Schrift so gut zu verstehen, dass wir unter allen Umst\u00e4nden t\u00e4glich aus dem Glauben an Jesu Tod und Auferstehung leben und f\u00fcr viele Mitmenschen seine fr\u00f6hlichen Zeugen sein k\u00f6nnen. Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Er \u00f6ffnete ihnen das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Schrift \u201eDa \u00f6ffnete er ihnen das Verst\u00e4ndnis, dass sie die Schrift verstanden.\u201c (Lukas 24,45) Danken wir Gott f\u00fcr seinen Segen auf unser Studium des Lukasevangeliums! Im heutigen letzten Kapitel geht es um Jesu Auferstehung. Viele Menschen haben Schwierigkeiten, das Ereignis der Auferstehung zu fassen, weil die Auferstehung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[13,4],"tags":[],"class_list":["post-11771","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lukas","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11771"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11771\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11774,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11771\/revisions\/11774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}