{"id":11746,"date":"2023-05-28T11:00:10","date_gmt":"2023-05-28T09:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=11746"},"modified":"2025-02-04T05:38:42","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:42","slug":"predigt-roemer-812-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-roemer-812-17\/","title":{"rendered":"Predigt: R\u00f6mer 8,12-17 &#8212; Sonderlektion zu Pfingsten 2023"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/2023-Roemer-8_12-17_Pfingsten-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Kinder Gottes<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDer Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(R\u00f6merbrief 8,16)<\/p>\n<p>Kurze Frage zu Beginn: Ist das christliche Leben einfach oder schwer? Was w\u00fcrdet ihr sagen?<br \/>\nIn R\u00f6mer 8 zeigt uns Paulus, dass es zwei grunds\u00e4tzlich unterschiedliche Art und Weisen gibt, sein Leben zu f\u00fchren. Und in unserem Text gebraucht Paulus zwei unterschiedliche Personengruppen, um das zu illustrieren: Sklaven und Kinder. Drei Dinge k\u00f6nnen wir dann mitnehmen: erstens, wie es ist, als Sklaven zu leben; zweitens, wie es ist als Kinder zu leben; drittens, wie der Heilige Geist uns hilft, Kinder Gottes zu sein.<\/p>\n<p><strong>1. Sklaven<\/strong><br \/>\nMindestens zwei Dinge lernen wir hier \u00fcber das Leben als Sklaven. In Vers 12 lesen wir: \u201eLiebe Br\u00fcder, ihr seid also nicht mehr dazu gezwungen, euch von den W\u00fcnschen eurer menschlichen Natur beherrschen zu lassen.\u201c Das ist die \u00dcbersetzung nach der \u201eNeues Leben\u201c Version. Die Einheits\u00fcbersetzung spricht davon, dass wir nicht verpflichtet sind, nach dem Fleisch zu leben. Die Luther \u00fcbersetzt das sehr gut: \u201eSo sind wir nun, liebe Br\u00fcder und Schwestern [das ist geschlechtergerechte Sprache, die hier sehr sinnvoll ist], nicht dem Fleisch schuldig, dass wir nach dem Fleisch leben.\u201c Luther \u00fcbersetzt den Zwang hier mit \u201eSchuld\u201c. Und das trifft es vermutlich am besten. Sklaven haben eine Schuld im Sinne von: sie schulden etwas.<br \/>\nIn der Antike gab es verschiedene Umst\u00e4nde, durch die man versklavt werden konnte. Nach einem Krieg zum Beispiel wurden die \u00dcberlebenden h\u00e4ufig versklavt. Aber, und das ist der Punkt hier, die Sklaverei hatte sehr h\u00e4ufig direkt etwas mit Verschuldung zu tun. Freie Menschen, die mit ihren Verpflichtungen so stark im R\u00fcckstand waren, dass sie nicht mehr in der Lage waren, ihre Schulden zu begleichen, hatten sich und\/oder ihre Familienmitglieder in die Sklaverei verkauft. Zu einem gewissen Grad funktionierte dieses Prinzip auch umgekehrt. Vielen Sklaven war es sp\u00e4ter m\u00f6glich, sich durch ihre Arbeit irgendwann freizukaufen. Schulden zu haben war sprichw\u00f6rtlich Unfreiheit.<br \/>\nPaulus spricht hier von einer Schuld, die wir hatten: Die Schuld, sich von den W\u00fcnschen unserer s\u00fcndigen Natur beherrschen zu lassen. In dem Oscar-pr\u00e4mierten Marvel Film \u201eBlack Panther\u201c gibt es einen B\u00f6sewicht, der Killmonger genannt wird. Wie es sich f\u00fcr einen Superheldenfilm geh\u00f6rt, wird Killmonger am Ende besiegt. N\u2019Challa schafft es seine undurchdringliche R\u00fcstung zu \u00fcberwinden und ihn zu erstechen. W\u00e4hrend Killmonger im Sterben liegt, bietet der noble K\u00f6nig N\u2019Challa seinem Feind an: \u201eDu wei\u00dft, dass wir dich vermutlich immer noch heilen k\u00f6nnen.\u201c Killmonger fragt: \u201eWozu? Nur um mich dann einzusperren? Nein. Begrabe mich einfach im Ozean, in das meine Vorfahren von den Schiffen gesprungen sind, weil sie wussten, dass der Tod besser ist, als Gefangenschaft.\u201c So stirbt er dann.<br \/>\nDas ist das Verst\u00e4ndnis von Freiheit heutzutage: frei zu sein von negativen, restriktiven Faktoren, um das zu tun und das zu lassen, was man will. Zum Beispiel Freiheit von kulturellen und gesellschaftlichen Zw\u00e4ngen, was immer sie sein m\u00f6gen; Freiheit von bestimmten Moralvorstellungen; Freiheit von den Erwartungen anderer Menschen. Angenommen wir h\u00e4tten das alles nicht mehr, ist das dann wirklich Freiheit? Um noch einmal kurz auf den Film zur\u00fcckzukommen: Bevor er starb, war Killmonger ein freier Mensch gewesen. Er hatte den amtierenden K\u00f6nig geschlagen, er sa\u00df auf dem Thron, er hatte eine gro\u00dfe Armee, er hatte Macht und Einfluss. Auf der anderen Seite war er innerlich zerfressen von seiner eigenen Finsternis. Er war rachs\u00fcchtig, brutal und skrupellos. Er war ein Gefangener seiner eigenen Vergangenheit. Er war ein Charakter, der eine Schuld hatte: Er war seiner s\u00fcndigen Natur schuldig, danach zu handeln. Auf der einen Seite war er frei von Restriktionen, aber war nicht frei von sich selbst.<br \/>\nDas zweite Anzeichen von Sklaven ist Furcht. In Vers 15 schreibt Paulus: \u201eDeshalb verhaltet euch nicht wie \u00e4ngstliche Sklaven.\u201c Das Bild, das Paulus hier verwendet, war den Zuh\u00f6rern nur zu vertraut: Sklaven hatten Angst und das mit gutem Grund. Die prim\u00e4re Motivation f\u00fcr die Sklaven damals irgendetwas zu tun, musste tats\u00e4chlich Furcht gewesen sein. Abh\u00e4ngig davon wer ihr Herr war und wie ihr Herr war, konnten drakonische Strafe die Folge sein, wenn sie ihre Arbeiten nicht zur Zufriedenheit ihres Besitzers erledigten. Sie waren ihrem Herrn ausgeliefert.<br \/>\nWas bedeutet das alles dann f\u00fcr uns? Jeder von uns wird von etwas beherrscht. Die Frage ist nur, von wem oder von was wir beherrscht werden. Wir alle haben einen Herrn. Es gibt keine absolute Freiheit. Die Frage ist, welche Freiheit wir haben, und welchem Herrn wir dienen. Beides h\u00e4ngt unweigerlich zusammen.<br \/>\nVon wem wirst du regiert? Unsere Gef\u00fchlswelt ist ein ziemlich guter Indikator diesbez\u00fcglich. Wenn du daran zur\u00fcckdenkst, wann du zum letzten Mal richtig w\u00fctend oder richtig frustriert warst, was war da der Anlass? Oder direkter noch: Wovor f\u00fcrchtest du dich? Gibt es in deinem Leben Momente, in denen du von Furcht und Angst vor negativen Konsequenzen beherrscht wirst? Ich kann ein Beispiel aus meinem Leben erz\u00e4hlen. Letzte Woche war ich im Zug nach Darmstadt unterwegs. Weil ich etwas verschlafen hatte, musste ich einen sp\u00e4teren Zug nehmen. Kurz vor Darmstadt gab es dann eine Weichenst\u00f6rung. Der Zug hielt an und stand still, und niemand konnte sagen, wann es weitergehen w\u00fcrde. Das w\u00e4re nicht weiter schlimm gewesen, wenn ich was arbeiten k\u00f6nnte. Aber ich hatte mein Laptop im B\u00fcro gelassen. Nix mit Arbeit. Das Einzige, was ich tun konnte, war in einem nichtfahrenden Zug festzusitzen und zu warten. Der Zug kam mit mehr als einer Stunde Versp\u00e4tung in Darmstadt an.<br \/>\nEs war richtig frustrierend. Aber warum eigentlich? Weil ganz so schlimm war es ja eigentlich nicht. Die Erde hat sich immer noch weitergedreht. Es ist niemand ernsthaft zu Schaden gekommen. Warum war ich so frustriert? Warum habe ich mich so ge\u00e4rgert? Und hier sind ein paar typische Gedanken, die mir in einer solchen Situation durch den Kopf gehen: \u201eIch muss doch ein gutes Beispiel und Vorbild f\u00fcr mein Team sein; und wenn ich mit solcher Versp\u00e4tung eintrudle, was sollen die anderen von mir denken? Bestimmt hat mein Chef mir eine E-Mail geschrieben und wartet gerade auf eine Antwort von mir, und er wundert sich, warum es mal wieder so lange dauert. Ich habe eigentlich so viel zu tun: Ich kann es mir nicht leisten, einfach eine Stunde lang stillzusitzen und nichts zu machen. Wie soll ich da meine Deadlines einhalten k\u00f6nnen?\u201c Wer von euch kann das nachvollziehen? Wer von euch hat \u00e4hnliche Sorgen? Das, was dahintersteht, ist Angst vor Konsequenzen, die ich nicht mag: \u201eWas w\u00fcrden die anderen von mir denken? Was ist, wenn ich auf der Arbeit, nicht die Leistung bringen kann, die ich bringen muss? Komme ich dann auch auf das Abstellgleis? Werde ich bei der n\u00e4chsten Umstrukturierung meine Stelle verlieren?\u201c<br \/>\nUnd alles das ist die Mentalit\u00e4t eines Sklaven in mir: regiert von der Arbeit, definiert durch meine eigene Leistung, abh\u00e4ngig von der Anerkennung anderer Menschen, unfrei von der s\u00fcndigen Natur, die anstelle Gottes andere Priorit\u00e4ten setzt. Und das ist ein elendes Leben.<br \/>\nWelche Schuld f\u00fchlst du? Und wovor hast du Angst?<\/p>\n<p><strong>2. Kinder<\/strong><br \/>\nDer gro\u00dfe Gegensatz dazu ist das, was Paulus in den Vers 14 und den folgenden beschreibt. Verse 14 und 15: \u201eDenn alle, die vom Geist Gottes bestimmt werden, sind Kinder Gottes. Deshalb verhaltet euch nicht wie \u00e4ngstliche Sklaven. Wir sind doch Kinder Gottes geworden und d\u00fcrfen ihn \u201aAbba, Vater\u2018 rufen.\u201c Und dann die Verse 16 und 17a: \u201eDenn der Geist Gottes selbst best\u00e4tigt uns tief im Herzen, dass wir Gottes Kinder sind. Und als seine Kinder sind wir auch Miterben an seinem Reichtum \u2013 denn alles, was Gott seinem Sohn Christus gibt, geh\u00f6rt auch uns.\u201c Diese Verse sind wiederum so inhaltsreich, dass wir nicht alles entpacken k\u00f6nnen. Aber ein paar Gedanken dazu, die uns hoffentlich helfen werden.<br \/>\nZum einen sollten wir hier verstehen, dass Paulus zwei verschiedene W\u00f6rter benutzt, die beide mit \u201eKinder\u201c \u00fcbersetzt werden. In den Versen 14 und 15 wird das Wort hyios verwendet. In den Versen 16 und 17 hingegen wird das Wort teknon verwendet. Manche \u00dcbersetzer sind der Ansicht, dass diese W\u00f6rter praktisch gleichbedeutend sind. Aber tats\u00e4chlich gibt es hier Nuancen, die uns nicht entgehen sollten. Das Wort teknon bedeutet \u201eKind\u201c und kann auf beide Geschlechter angewendet werden, sowohl M\u00e4dchen als auch Jungs. Hyios hingegen bedeutet \u201eSohn\u201c. D.&nbsp;h., es bezieht sich eigentlich auf einen m\u00e4nnlichen Nachkommen. Die Elberfelder-Bibel \u00fcbersetzt daher: \u201eDenn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind S\u00f6hne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen.\u201c<br \/>\nUnsere Gesellschaft legt ja sehr viel Wert auf eine genderneutrale Nutzung der Sprache. An dieser Stelle besteht dann aber die Gefahr, dass gewisse Aspekte unter den Tisch fallen, die wichtig sind. Warum verwendet Paulus mal das eine und dann das andere Wort? Und ich denke, dass wir die Antwort in Vers 15 finden: Wir haben den Geist der Sohnschaft empfangen. Wortw\u00f6rtlich beschreibt das Wort \u201eSohnschaft\u201c einen Prozess des Sohnwerdens, oder um ein neues Wort zu erfinden die \u201eSohnifizierung\u201c. Wir werden zu S\u00f6hnen Gottes. Warum ist das hier mit den S\u00f6hnen so wichtig? Der Grund ist, weil in der r\u00f6mischen Gesellschaft, der Status der S\u00f6hne so wichtig und so privilegiert war. Wenn ein reicher r\u00f6mischer B\u00fcrger keine leiblichen Nachkommen hatte, konnte er seinen Sohn adoptieren. Tim Keller schreibt in seinem wunderbaren Kommentar zum R\u00f6merbrief: \u201eIn dem Moment, in dem die Adoption stattfand, galten f\u00fcr den neuen Sohn sofort mehrere Dinge. Erstens waren seine alten Schulden und rechtlichen Verpflichtungen beglichen; zweitens bekam er einen neuen Namen und wurde auf der Stelle Erbe von allem, was der Vater besa\u00df; drittens wurde sein neuer Vater ab sofort f\u00fcr alle seine Handlungen (z.&nbsp;B. seine Schulden, Verbrechen usw.) haftbar; aber viertens hatte der neue Sohn auch neue Verpflichtungen: seinen Vater zu ehren und ihm zu gefallen. All das steht hinter dem Text hier.<br \/>\nSohnschaft bezog sich auf einen neuen rechtlichen Status. Und hier ist das, was Paulus dann sagt: Dieser neue Status der Sohnschaft wird allen Christen verliehen; nicht nur den Jungs und den M\u00e4nnern, sondern auch den M\u00e4dchen und den Frauen. Wenn wir den Heiligen Geist haben, sind wir alle S\u00f6hne Gottes. Das ist eine so wichtige Botschaft. D.&nbsp;h., liebe Frauen in der Gemeinde: Lasst euch nicht davon irritieren, dass euch die Bibel als S\u00f6hne Gottes bezeichnet; es hat einfach etwas mit einem rechtlichen Status zu tun. Liebe M\u00e4nner in der Gemeinde: Unser Text handelt zwar nicht davon, aber lasst euch nicht davon st\u00f6ren, dass die Bibel euch \u201edie Braut Christi\u201c nennt; es ist einfach eine unglaublich sch\u00f6ne Metapher.<br \/>\nWie \u00e4u\u00dfert sich die Tatsache, dass wir Kinder Gottes geworden sind? Vers 15b sagt: \u201eWir sind doch Kinder Gottes geworden und d\u00fcrfen ihn \u201aAbba, Vater\u2018 rufen.\u201c Das Wort \u201aAbba\u2018 kommt aus dem Aram\u00e4ischen. Und nat\u00fcrlich bedeutet es \u201eVater\u201c. Aber wie wir uns denken k\u00f6nnen, bedeutet es noch etwas viel Intimeres und Vertrauteres. Es bedeutet \u201ePapa\u201c. Das Erstaunliche an dem Wort \u201ePapa\u201c oder \u201eAbba\u201c ist, dass die Laute f\u00fcr dieses Wort in so vielen verschiedenen Sprachen so \u00e4hnlich ist: auf Russisch \u201aPapa\u2018, in Hindi \u201aAbba\u2018, auf Mandarin oder T\u00fcrkisch oder Griechisch \u201aBaba\u2018, auf Koreanisch \u201aAppa\u2018. Und das sind ja alles Sprachen die sonst nicht viel miteinander zu tun haben. Warum ist das so? Weil \u201aAbba\u2018 nicht einfach ein Wort ist, sondern ein Brabbeln, das Babys von sich geben k\u00f6nnen, lange bevor sie anfangen, richtig zu sprechen.<br \/>\nG. und ich hatten bei unseren vier Jungs einen kleinen Wettstreit, im Bezug darauf, ob unsere Kinder zuerst \u201aMama\u2018 sagen oder \u201aPapa\u2018. An dieser Stelle w\u00fcrde G. vielleicht sagen: \u201eSchatz, es ist kein Wettbewerb. Zumindest kein Wettbewerb mit knappem Ausgang.\u201c Bei den ersten drei Jungs war es so was von eindeutig und so was von klar: \u201aMama\u2018 war der haushohe Gewinner. Das Wort \u201aPapa\u2018 folgte mit sehr gro\u00dfem Abstand, wesentlich sp\u00e4ter. Da gab es nichts zu diskutieren. Etwas anders war es bei unserem j\u00fcngsten Kind E. Wie auf dem Beweis-Video eindeutig zu sehen und zu h\u00f6ren, hat E. noch vor seinem ersten Geburtstag \u201eAbba\u201c zuerst gesagt. Bei aller Genugtuung, die ich \u00fcber diese kleine ausgleichende Gerechtigkeit empfunden habe: Wenn man ein Baby, das noch nicht einmal ein Jahr alt ist, \u201aPapa\u2018 sagen h\u00f6rt, das macht etwas mit einem. Es kann mich unm\u00f6glich kalt lassen. Nat\u00fcrlich f\u00fchlt man sich mit dem kleinen Wesen noch tiefer verbunden. Ein \u00e4lterer Freund hat mir erz\u00e4hlt, dass seine Schwiegertochter angefangen hatte, ihn \u201eAbba\u201c zu nennen. Er sagte, dass immer, wenn sie ihn \u201eAbba\u201c nennt, sein Herz anf\u00e4ngt zu schmelzen. Sie kann alles haben, was sie will.<br \/>\nUnd hier ist jetzt das absolut Erstaunliche und fast Unaussprechliche: Paulus sagt, dass wir mit dem Sch\u00f6pfer von Himmel und Erde, mit dem Herrscher des Universums, mit dem ewigen und allm\u00e4chtigen Gott dieselbe Vertrautheit und Intimit\u00e4t haben wie Kleinkinder zu ihrem Papa. Ein Kennzeichen von Kindern Gottes ist, dass wir uns an ihn wenden k\u00f6nnen, wie Kinder an ihren leiblichen Vater. Und wenn wir ihn \u201eAbba, Vater\u201c rufen, dann macht es etwas mit dem Herzen Gottes. Er freut sich \u00fcber uns, unendlich viel mehr als sich der beste Vater \u00fcber sein goldigstes Baby freuen k\u00f6nnte. Sein Herz l\u00e4sst sich durch unser Rufen anr\u00fchren. Er wendet sich uns zu.<br \/>\nEin letzter Aspekt noch. Wir rufen Gott nicht nur als unseren Papa an. Vers 17 erw\u00e4hnt noch etwas anderes: \u201eUnd als seine Kinder sind wir auch Miterben an seinem Reichtum \u2013 denn alles, was Gott seinem Sohn Christus gibt, geh\u00f6rt auch uns. Doch wenn wir an seiner Herrlichkeit teilhaben wollen, m\u00fcssen wir auch seine Leiden mit ihm teilen.\u201c Es ist eigentlich wieder zu krass, als dass es sich in Worte fassen l\u00e4sst. Wir sind Miterben Jesu Christi. Alles, was Jesus geh\u00f6rt, geh\u00f6rt auch uns.<br \/>\nVor einigen Jahren war in der \u201aZeit\u2018 ein Artikel dar\u00fcber, wie ungerecht unsere Gesellschaft ist. Der Autor berichtet davon, wie in seinem Bekanntenkreis sich jemand in Berlin einfach mal so eine Wohnung gekauft hatte. Was war so besonders daran? Die Anzahlung f\u00fcr die Wohnung war ein Batzen Geld, und die Familie war noch jung und hatte gerade angefangen zu arbeiten. Woher kam das Geld in so jungem Alter? Sie hatten es geerbt. Man k\u00f6nnte meinen: Wir gehen alle in die gleiche Grundschule, das gleiche Gymnasium, auf die gleiche Uni und haben daher die gleichen Chancen und die gleichen M\u00f6glichkeiten. Aber dem ist \u00fcberhaupt nicht so. So vieles h\u00e4ngt davon ab, wer unsere Eltern sind und was sie uns vererben oder auch nicht vererben.<br \/>\nUnd wisst ihr was? Selbst wenn wir Kinder von Elon Musk oder von Jeff Bezos w\u00e4ren, ist der ganze Reichtum, den sie uns vererben k\u00f6nnten, noch nicht einmal hei\u00dfe Luft im Vergleich zu dem Erbe, das auf uns wartet in Jesus Christus. Alles, was Jesus geh\u00f6rt, wird auch uns mit geh\u00f6ren. Uns geh\u00f6rt die ganze Sch\u00f6pfung, der neue Himmel und die neue Erde.<br \/>\nAber gleichzeitig teilen wir seine Leiden und seine Schmerzen. Und das bringt uns zum letzten Punkt.<\/p>\n<p><strong>3. Wie wir als Kinder leben k\u00f6nnen<\/strong><br \/>\nZu Beginn habe ich die Frage gestellt, ob das christliche Leben schwer ist? Und die Antwort, die wir im Text finden, ist: Nat\u00fcrlich ist das christliche Leben schwer. Es ist unm\u00f6glich schwer. Vers 13 sagt: \u201eDenn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, m\u00fcsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die s\u00fcndigen Taten des Leibes t\u00f6tet, werdet ihr leben.\u201c (Einheits-\u00dcbersetzung). Vers 13 sagt, dass wir die s\u00fcndigen Taten unseres Leibes t\u00f6ten m\u00fcssen. Das klingt alles andere als angenehm. Es klingt nach einem anstrengenden Kampf. Vers 17 spricht von den Leiden Christi, die wir ebenfalls teilen m\u00fcssen in diesem Leben. Die Frage nat\u00fcrlich ist, was ist die Alternative? Und ist ein Leben ohne Jesus so viel einfacher? Und vor allem, wenn das christliche Leben so unm\u00f6glich schwer ist, welche Hilfe bietet Gott uns an?<br \/>\nC.S. Lewis antwortete auf diese Frage in seinem Buch \u201eMere Christianity\u201c: \u201eNun ist Bu\u00dfe \u00fcberhaupt kein Spa\u00df. Bu\u00dfe bedeutet, all den Selbstbetrug und den Eigenwillen zu verlernen, den wir uns \u00fcber Tausende von Jahren antrainiert haben. Es bedeutet, einen Teil von sich selbst zu t\u00f6ten, eine Art von Tod zu erleiden.\u201c Lewis macht dann darauf aufmerksam, dass eigentlich nur vollkommene, perfekte Menschen in der Lage w\u00e4ren, \u00fcberhaupt Bu\u00dfe zu tun und sich ganz der Herrschaft Gottes auszuliefern. Nur perfekte Menschen k\u00f6nnen Bu\u00dfe tun, aber sie sind diejenigen, die es nicht brauchen. Er f\u00e4hrt fort: \u201eDieselbe Schlechtigkeit, die Bu\u00dfe von uns erforderlich macht, macht uns auch unf\u00e4hig, Bu\u00dfe zu tun. K\u00f6nnen wir es tun, wenn Gott uns hilft? Ja, aber was meinen wir damit, wenn wir von Gott sprechen, der uns hilft? Wir meinen, dass Gott sozusagen ein St\u00fcck von sich selbst in uns hineinlegt. Er leiht uns ein wenig von seinem Verstand, und so denken wir; er legt ein wenig von seiner Liebe in uns, und so lieben wir einander.\u201c<br \/>\nUm noch ein Bild von C.S. Lewis zu verwenden: Stellen wir uns ein Kindergartenkind vor, das gerne anfangen will zu schreiben. Es w\u00fcrde vermutlich nicht ausreichen, ihm einfach ein Bild von einem Buchstaben zu zeigen und dem Kind zu sagen: \u201eSchreib es nach.\u201c Stattdessen nimmt ein Erwachsener die Hand des Kindes und f\u00fchrt es. Das Kind formt die Buchstaben, weil die Hand des Erwachsenen die Buchstaben f\u00fcr ihn und mit ihm formt. Das ist es, was der Heilige Geist in uns tut. Der Heilige Geist ist Gott selbst, der in uns wohnt. Er hilft uns das zu tun, was wir niemals k\u00f6nnten.<br \/>\nVielleicht denkt ihr: \u201eIch w\u00fcnschte, ich w\u00fcrde den Heiligen Geist mehr sp\u00fcren; ich w\u00fcnschte, er w\u00fcrde sich in meinem Leben st\u00e4rker bemerkbar machen, um genau das zu tun, die s\u00fcndigen Taten des Leibes zu t\u00f6ten; ich w\u00fcnschte ich h\u00e4tte mehr Gewissheit dar\u00fcber, dass er in meinem Leben aktiv ist.\u201c Aber vielleicht hilft es uns, wenn wir den Sachverhalt folgenderma\u00dfen sehen: Jede Art von geistlicher Sehnsucht ist ein Werk des Heiligen Geistes in uns. Jedes Mal, wenn wir das Evangelium h\u00f6ren, und wenn es unsere kalten Herzen erw\u00e4rmt oder sogar zu Tr\u00e4nen r\u00fchrt; jedes Mal, wenn wir den Hunger versp\u00fcren, uns mit Gottes Wort zu besch\u00e4ftigen; jedes Mal, wenn wir den Drang haben zu ihm zu kommen; jedes Mal, wenn wir vor einer wichtigen Entscheidung stehen und wir in der Lage sind, uns aus freien St\u00fccken f\u00fcr die Option zu entscheiden, die Gott gef\u00e4llt und ihn verherrlicht; jedes Mal, wenn wir den Wunsch in unseren Herzen haben, Gott zu loben und zu preisen \u2013 ist das ein Werk des Heiligen Geistes in uns. Wenn wir an Jesus glauben, dann ist der Heilige Geist da. Er wirkt bereits in uns.<br \/>\nWie k\u00f6nnen wir also als Kinder Gottes leben? Tim Cox berichtete davon, wie er mit Tim Keller nach Korea reiste. Tim Keller predigte dort auf einer Konferenz f\u00fcr Pastoren. Er betonte: \u201eSchau auf das, was Jesus f\u00fcr dich getan hat! Wenn du das siehst, dann wirst du ver\u00e4ndert werden!\u201c Wenn wir auf Jesus schauen, verstehen wir, dass alle unsere Schuld durch ihn vergeben ist; dass wir frei sein d\u00fcrfen von S\u00fcnde und Selbst; dass wir Gottes Kinder sein d\u00fcrfen frei von Angst.<br \/>\nTim Cox erz\u00e4hlte wie er Tim Keller fragte, ob das Schauen auf Jesus auch zu einer gesetzlichen Sache werden kann: dass ich nicht intensiv genug auf Jesus schaue und dass ich mich mehr anstrengen muss, um noch mehr und noch besser auf Jesus zu schauen. Aber in Wirklichkeit macht das der Heilige Geist f\u00fcr mich. Tim Keller sagte: \u201eJa, nat\u00fcrlich, das kann nur der Heilige Geist tun!\u201c Das war das Ende des Gespr\u00e4chs. Am n\u00e4chsten Tag predigte Tim Keller wieder, und er kam an die Stelle, wo er die Menschen dazu aufforderte auf Jesus zu schauen: \u201eWenn du siehst, was Jesus f\u00fcr dich getan hat&nbsp;\u2026\u201c und dann schaute er Tim Cox direkt an und sagte: \u201e\u2026 dann wirst du dich durch die Kraft des Heiligen Geistes ver\u00e4ndern!\u201c<br \/>\nJesus wirkt in uns. Und er tut es durch seinen Heiligen Geist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Kinder Gottes \u201eDer Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.\u201c (R\u00f6merbrief 8,16) Kurze Frage zu Beginn: Ist das christliche Leben einfach oder schwer? Was w\u00fcrdet ihr sagen? In R\u00f6mer 8 zeigt uns Paulus, dass es zwei grunds\u00e4tzlich unterschiedliche Art und Weisen gibt, sein Leben zu f\u00fchren. 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