{"id":11743,"date":"2023-05-21T11:00:45","date_gmt":"2023-05-21T09:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=11743"},"modified":"2025-02-04T05:38:42","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:42","slug":"predigt-lukas-2239-71","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-2239-71\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 22,39-71"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/2022-Lukas-L.-38_22-3971_P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Dein Wille geschehe<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eund sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukas 22,42)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir betrachtet, wie Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung mit den J\u00fcngern das letzte Abendmahl gegessen hat. Dabei \u00e4nderte Jesus die festgelegte Zeremonie. Er gab ihnen das Brot und sagte: \u201eDas ist mein Leib, der f\u00fcr euch gegeben wird; das tut zu meinem Ged\u00e4chtnis.\u201c Danach gab er ihnen den Kelch mit Wein und sagte: \u201eDieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das f\u00fcr euch vergossen wird!\u201c Dadurch lehrte Jesus seine J\u00fcnger anschaulich, dass er sein Leben f\u00fcr sie hingeben w\u00fcrde und dass sie durch seinen Tod eine ganz neue Beziehung zu Gott, mit Gott eingehen w\u00fcrden, einen neuen Bund. Jesus wusste also, dass er nach Gottes Willen sterben sollte, und er wollte diesem Willen gehorchen. Aber heute sehen wir, dass Jesus diesem Willen Gottes nicht einfach gehorchen konnte. Jesus musste im Gebet einen harten geistlichen Kampf f\u00fchren, um nach dem Willen des Vaters tats\u00e4chlich f\u00fcr uns leiden und sterben zu k\u00f6nnen. Jesu Gebet in Gethsemane war ein entscheidendes Ereignis in Gottes Rettungswerk. Auf der anderen Seite sehen wir im heutigen Text Petrus, der nicht gebetet hat und geistlich total gescheitert ist. Lasst uns heute lernen, wie Jesus gebetet hat, um Gottes Willen zu gehorchen und f\u00fcr uns zu sterben. Lasst uns lernen, wie wir in unserem neuen Leben, das wir dadurch bekommen, Gott wirklich gehorchen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Betrachten wir den Vers 39: \u201eUnd er ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den \u00d6lberg. Es folgten ihm aber auch die J\u00fcnger.\u201c Jesus hatte beim Abendmahl angek\u00fcndigt, dass einer der J\u00fcnger ihn verraten w\u00fcrde (21). Trotzdem ging Jesus danach an den Ort, an den er jeden Abend ging und den sein Verr\u00e4ter, Judas Iskariot, deshalb kannte. Jesus h\u00e4tte an diesem Abend an einen anderen Ort gehen k\u00f6nnen. Aber sein Verhalten zeigt, dass er dem Leiden und dem Tod nicht ausweichen wollte.<\/p>\n<p>Was tat Jesus, als sie dort ankamen? Jesus sagte als erstes seinen J\u00fcngern: \u201eBetet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!\u201c Jesus wusste, dass in dieser Nacht der Glaube der J\u00fcnger stark angefochten w\u00fcrde. Deshalb hatte er zu Petrus gesagt: \u201eSimon, Simon, siehe der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe f\u00fcr dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufh\u00f6re\u201c (31.32a). Jesus ermahnte die J\u00fcnger zu beten, weil sie es n\u00f6tig hatten, damit sie nicht in der Anfechtung fallen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Was tat Jesus danach? Der Vers 41 sagt: \u201eUnd er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete\u201c. Jesus wusste, dass er in unertr\u00e4glicher Weise leiden und sterben sollte und dass dies kurz bevorstand. Er war innerlich aufgew\u00fchlt und voll Angst. Aber Jesus versuchte in dieser Situation nicht, bei Menschen Rat oder Trost zu finden, sondern suchte das Gespr\u00e4ch mit seinem Vater. Deshalb riss er sich von ihnen los und ging ein St\u00fcck weiter, um zu beten. Wenn wir in Not sind, suchen wir oft den Rat oder die N\u00e4he anderer Menschen, denen wir vertrauen. Aber es gibt viele Situationen, in denen uns nur Gott helfen kann. Jesus kam in der Not zu Gott und setzte sein ganzes Vertrauen auf ihn.<\/p>\n<p>Wie betete Jesus? Jesus sprach: \u201eVater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir\u201c (42a) Jesus begann sein Gebet mit der vertrauensvollen Anrede \u201eVater\u201c. Er liebte den Vater und wollte immer seinen Willen tun. Jesus wusste, dass es Gottes Wille war, dass er viel leiden und f\u00fcr die S\u00fcnde der Welt sterben sollte. Dies stand nun unmittelbar bevor. Er sollte in K\u00fcrze gefangen genommen, gegei\u00dfelt und am Kreuz get\u00f6tet werden. Es war f\u00fcr ihn zwar zu schwer, dem Willen des Vaters praktisch zu folgen. Jesus war noch jung, erst Anfang drei\u00dfig. Er wollte weiter leben und nicht qualvoll sterben. Gottes Wille stand seinem eigenen Wunsch unvereinbar gegen\u00fcber. Jesus war innerlich zerrissen und \u00e4ngstlich. In diesem Konflikt betete er zum Vater vertrauensvoll. Im Vertrauen, dass der Vater ihn liebt, brachte er seinen Wunsch vor, dass der Vater das qualvolle Leiden und Sterben von ihm nehmen w\u00fcrde. Aber Jesus blieb nicht dabei stehen, sondern betete weiter: \u201eDoch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!\u201c (42b) Jesus wollte auch in dieser extremen Situation nicht seinen Willen \u00fcber den des Vaters stellen, sondern Gottes Willen tun. Er b\u00fcndelte seinen Willen und alle Kr\u00e4fte und betete daf\u00fcr, dass nicht sein, sondern Gottes Wille geschehe. Wie schwer muss es f\u00fcr ihn gewesen sein, daf\u00fcr zu beten. Aber er betete ernsthaft daf\u00fcr, weil er den Vater von ganzem Herzen liebte und ihn als Gott ehren wollte.<\/p>\n<p>Wie intensiv und wie lange betete Jesus f\u00fcr Gottes Willen? Die meisten Christen beten auch f\u00fcr den Willen Gottes, weil Jesus uns dieses Anliegen im Vaterunser gelehrt hat. Oft beten wir nur oberfl\u00e4chlich daf\u00fcr oder h\u00f6ren nach einer Weile auf, daf\u00fcr zu beten, ohne dass wir Gottes Willen klar genug erkannt und angenommen haben. Daher fehlt uns oft die geistliche Kraft, um Gottes Willen praktisch zu gehorchen. Aber Jesus betete mit ganzer Kraft daf\u00fcr, seinen eigenen Willen dem Willen Gottes unterzuordnen und ihm zu gehorchen. Der Vers 43 weist darauf hin, dass Jesus so ernsthaft und so lange daf\u00fcr betete, bis er seine ganze Kraft verbraucht hatte. Aber als er mit ganzer Kraft f\u00fcr den Willen Gottes betete, half Gott ihm. Vers 43 sagt: \u201eEs erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und st\u00e4rkte ihn.\u201c Gott freute sich \u00fcber Jesu Gebet und st\u00e4rkte ihn mit neuer Kraft. Als Jesus von Gott gest\u00e4rkt wurde, h\u00f6rte er nicht etwa auf zu beten, sondern betete unvermindert weiter. Vers 44 sagt: \u201eUnd er geriet in Todesangst und betete heftiger. Und sein Schwei\u00df wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.\u201c Die Luther\u00fcbersetzung von 1984 \u00fcbersetzt hier: \u201eUnd er rang mit dem Tode und betete heftiger\u201c, was Jesus aktiven Kampf im Gebet betont. In jedem Fall erkennen wir hier, wie ernsthaft und wie intensiv Jesus betete. Im Gebet f\u00fchrte Jesus einen heftigen Kampf darum, Gottes Willen zu gehorchen. Jesus rang darum so intensiv, dass er aus Stress Blut und Wasser schwitzte. Er k\u00e4mpfte auf Leben und Tod darum, dass er nach Gottes Willen am Kreuz sterben konnte, um uns von der S\u00fcnde und vom Tod zu retten.<\/p>\n<p>Wann beendete Jesus sein Gebet? In den Versen 45 und 46 hei\u00dft es: \u201eUnd er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen J\u00fcngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!\u201c Als Jesus von seinem Gebet aufstand, war er nicht mehr innerlich zerrissen und schwach. Jesus betete, bis er Gottes Willen angenommen und den Mut und die Kraft hatte, danach zu leben. Nun war er frei, sich wieder um die J\u00fcnger zu k\u00fcmmern. Als er zu den J\u00fcngern kam, beteten sie nicht, wie Jesus ihnen befohlen hatte, sondern schliefen, weil sie von der Traurigkeit dar\u00fcber, dass Jesus bald sterben w\u00fcrde, \u00fcberw\u00e4ltigt waren. Nat\u00fcrlich waren die J\u00fcnger m\u00fcde, da sie einen sehr langen und anstrengenden Tag hinter sich hatten. Aber das erkl\u00e4rt allein nicht, warum die J\u00fcnger nicht beteten, obwohl Jesus sie klar dazu aufgefordert hatte. F\u00fcr Jesus war der Tag viel anstrengender gewesen, weil er den ganzen Tag das Volk gelehrt und am Abend die J\u00fcnger stundenlang gelehrt hatte. Aber Jesus betete trotzdem ernsthaft zum Vater, weil er angesichts der Anfechtungen nicht auf sich, sondern ganz auf Gott vertraute. Die J\u00fcnger beteten nicht, weil sie nicht wussten, wie schwach sie waren und wie heftig die Anfechtungen sein w\u00fcrden. Jesus ermahnte sie erneut zu beten, damit sie der Anfechtung standhalten und Jesus treu bleiben konnten. Aber die J\u00fcnger verpassten die Gelegenheit zu beten.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir hier lernen? Zum einen k\u00f6nnen wir lernen, dass wir in jeder Situation zu unserem Vater im Himmel beten d\u00fcrfen, ganz besonders in Zeiten der Schwierigkeiten und Not. Egal, wie schwer unsere aktuelle Lage sein mag, egal, wie gro\u00df oder be\u00e4ngstigend die Herausforderung vor uns aussieht, egal wie schwach wir sind \u2013 wir d\u00fcrfen und sollen im Vertrauen zu Gott beten. Wir d\u00fcrfen ihm im Gebet sagen, was uns Angst macht und was wir uns w\u00fcnschen. Aber wir sollen dabei nicht stehen bleiben, sondern wie Jesus f\u00fcr den Willen Gottes beten. Wenn Jesus in Gethsemane nur daf\u00fcr gebetet h\u00e4tte, nicht zu leiden, h\u00e4tte sein Gebet Gott nicht geehrt und Gott h\u00e4tte nicht durch ihn die Welt retten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es passiert leicht, dass wir im Gebet nur unsere eigenen W\u00fcnsche vor Gott vertreten. Aber das sollte nicht alles sein, wir sollten da nicht stehen bleiben. Wir sollten uns fragen, warum bzw. aus welcher Gesinnung wir beten. Wenn wir das Gebet nur daf\u00fcr gebrauchen, dass wir Gott dazu bringen wollen, unseren Willen zu tun, hat solches Beten unseren eigenen Willen bzw. uns selbst zum Ziel, nicht Gott, seine Ehre und seinen Willen. Wir d\u00fcrfen f\u00fcr unsere W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse und f\u00fcr die anderer beten, aber wir sollten dabei auch und noch mehr nach Gottes Willen fragen. Wenn wir nur unsere eigenen W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse zum Ziel haben, sind wir auch in Gefahr, dass wir im Gebet unseren eigenen Willen mit Gottes Willen verwechseln. Menschen sind in der Lage, so lange f\u00fcr den eigenen Wunsch zu beten, bis sie schlie\u00dflich ihren eigenen Willen f\u00fcr Gottes Willen halten, obwohl Gott eigentlich etwas anderes wollte. So zu beten, ist t\u00f6richt. Wenn wir nur f\u00fcr unseren eigenen Willen beten, verfehlen wir den Sinn des Gebets.<\/p>\n<p>Aber wie betete Jesus? Jesus betete von Anfang an mit einer anderen Haltung. Er sagte gleich am Anfang: \u201eVater, willst du \u2026\u201c Er brachte zwar seinen eigenen Wunsch vertrauensvoll vor den Vater; aber sein Anliegen war von Anfang an, dass Gottes Wille geschehen soll. Wenn wir die Evangelien lesen, finden wir, dass Jesus in allen Situationen f\u00fcr die Verherrlichung Gottes und f\u00fcr seinen Willen gebetet und gelebt hat. Als nun der Wille des Vaters mit seinem eigenen Wunsch unvereinbar war, versuchte Jesus nicht, im Gebet seinen eigenen Willen zu erzielen, sondern betete: \u201edoch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.\u201c Jesus k\u00e4mpfte im Gebet darum, seinen Willen dem Willen Gottes v\u00f6llig unterzuordnen und seinem Willen vollst\u00e4ndig zu gehorchen. Als er betete: \u201eDoch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!\u201c, rang er darum, f\u00fcr uns zu sterben, damit wir leben k\u00f6nnen. Als Jesus betete: \u201eNicht mein, sondern dein Wille geschehe\u201c, zeigte er uns, wie ein Mensch eigentlich beten soll, um Gott in allen Situationen zu gehorchen und ihn wirklich als Gott zu ehren. Weil Jesus mit ganzer Kraft daf\u00fcr betete, dass Gottes Wille geschehe, konnte er schlie\u00dflich Gottes Willen gehorchen, am Kreuz f\u00fcr uns zu sterben und f\u00fcr uns die Vergebung der S\u00fcnde und die Rettung vom Tod und uns neues Leben zu geben. Dank sei Jesus, der in Gethsemane gebetet hat: \u201eNicht mein, sondern dein Wille geschehe!\u201c, bis er die Kraft bekam, um uns nach Gottes Willen zu erl\u00f6sen und Gott zu verherrlichen.<\/p>\n<p>Wie verhielt sich Jesus weiter, nachdem er gebetet hatte? In den Versen 47\u201353 beschreibt der Verfasser Jesu Gefangennahme. Eine Schar von j\u00fcdischen Leitern und Knechten des Hohenpriesters wurden von Judas zum Garten Gethsemane gef\u00fchrt. Dass Jesus tats\u00e4chlich von einem der zw\u00f6lf J\u00fcnger verraten wurde, war eigentlich der bitterste Moment in seinem Leben. Aber Jesus war souver\u00e4n und tadelte Judas sanftm\u00fctig. Die J\u00fcnger, die nicht gebetet hatten, waren dagegen mit der Situation v\u00f6llig \u00fcberfordert und reagierten kopflos. Sie fragten Jesus, ob sie mit dem Schwert k\u00e4mpfen sollten; und ohne Jesu Antwort abzuwarten, schlug einer von ihnen nach einem Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Vom Johannesevangelium wissen wir, dass dieser J\u00fcnger Petrus war (Joh 18,10). Aber Jesus gebot ihnen Einhalt und ber\u00fchrte das Ohr des Knechts und heilte ihn. Jesus tadelte die Hohenpriester, Hauptleute und \u00c4ltesten, dass sie ihn wie einen Schwerverbrecher verhafteten, obwohl sie nichts gegen ihn unternommen hatten, als er t\u00e4glich im Tempel gepredigt hatte. Er wusste die Situation in Gottes Ratschluss einzuordnen und sagte: \u201eAber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis\u201c (53b). W\u00e4hrend der ganzen Gefangennahme war Jesus Herr der Situation und wirkte souver\u00e4n, obwohl er eigentlich das Opfer war. Jesus redete ruhig und besonnen und deckte die Verkehrtheit seiner Gegner auf. Der Grund f\u00fcr Jesu Souver\u00e4nit\u00e4t war, dass er gebetet hatte und dadurch innerlich vorbereitet war.<\/p>\n<p>In den Versen 54-62 beschreibt der Verfasser, wie Petrus anschlie\u00dfend Jesus dreimal verleugnete. Petrus\u2018 geistliches Versagen steht in gro\u00dfem Kontrast zu Jesu Verhalten bei seiner Gefangennahme. Jesus hatte Petrus gewarnt, dass er vom Satan angegriffen w\u00fcrde. Aber Petrus hatte Jesus entgegnet, dass er bereit sei, mit ihm ins Gef\u00e4ngnis und in den Tod zu gehen (33). Sein Versprechen kam aus seinem guten Wunsch, basierte aber nur auf seinem Selbstvertrauen. Als Jesus ihm daraufhin ank\u00fcndigte, dass er dreimal leugnen w\u00fcrde, ihn zu kennen (34), h\u00e4tte dies Petrus eigentlich ins Gebet treiben sollen. Aber Petrus nahm auch dieses Wort nicht zu Herzen und betete nicht, weil er auf sich mehr vertraute als auf Jesus. Er ging in den Hof des Hohenpriesters und setzte sich zu den Knechten ans Feuer. Eigentlich hatte er nicht so viel zu bef\u00fcrchten wie Jesus. Aber als er dreimal als J\u00fcnger Jesu erkannt wurde, leugnete er jedes Mal sofort, Jesus zu kennen. Als der Hahn kr\u00e4hte, drehte sich Jesus um und sah Petrus an. Petrus erinnerte sich an Jesu Worte und musste bitterlich weinen. Er musste auf schmerzliche Weise erfahren, wie schwach er war, wenn er sich nicht an Jesu Worte klammert und inst\u00e4ndig betet.<\/p>\n<p>Jesus war dagegen stark und handelte souver\u00e4n. Jesus wurde von den Knechten, die ihn gefangengenommen hatten, verspottet, ins Gesicht geschlagen und verl\u00e4stert. Aber er konnte alle Misshandlungen ruhig ertragen (63-65). Am n\u00e4chsten Morgen wurde er vor den Hohen Rat gef\u00fchrt und herausgefordert: \u201eBist du der Christus, so sage es uns!\u201c (67) Jesus wusste, dass sie sein Bekenntnis nicht annehmen, sondern nur missbrauchen w\u00fcrden, um ihn zum Tod zu verurteilen. Aber er antwortete ihnen: \u201eSage ich\u2019s euch, so glaubt ihr\u2019s nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht. Aber von nun an wird der Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagt es, ich bin es\u201c (67b-70). Jesus bezeugte klar seine Identit\u00e4t als Gottes Sohn, auch wenn er das f\u00fcr ihn das Todesurteil bedeutete. Damit machte er den letzten Schritt, um Gottes Willen zu folgen und f\u00fcr uns ans Kreuz zu gehen. Jesus konnte Gottes Willen gehorchen, weil er daf\u00fcr ernsthaft gebetet hatte.<\/p>\n<p>Durch seinen Gehorsam bis zum Tod hat Jesus uns die Vergebung unserer Schuld und ein neues Leben als Gottes Kinder gegeben. Im Glaubensleben geht es um den Willen Gottes. Als Gl\u00e4ubige sollen wir Gott verherrlichen, indem wir durch den Glauben nach seinem Willen leben. Das f\u00e4llt uns in manchen Bereichen leicht, aber an bestimmten Punkten kann es auch extrem schwer sein. Was sollen wir dann tun? Wir brauchen unser Leben nicht in wiederholter Niederlage zu f\u00fchren, sondern d\u00fcrfen wie Jesus beten. Lasst uns von Jesu Beispiel lernen, wie wir trotz unserer Schwachheit im Gebet Gottes Hilfe empfangen und nach seinem Willen leben k\u00f6nnen, indem wir ernsthaft beten: \u201eNicht mein, sondern dein Wille geschehe!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Dein Wille geschehe \u201eund sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!\u201c (Lukas 22,42) Letzte Woche haben wir betrachtet, wie Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung mit den J\u00fcngern das letzte Abendmahl gegessen hat. Dabei \u00e4nderte Jesus die festgelegte Zeremonie. 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