{"id":1173,"date":"2010-10-25T11:47:49","date_gmt":"2010-10-25T10:47:49","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1173"},"modified":"2023-01-29T20:52:08","modified_gmt":"2023-01-29T19:52:08","slug":"predigt-2-samuel-81-1019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-2-samuel-81-1019\/","title":{"rendered":"Predigt: 2.Samuel 8,1 &#8211; 10,19"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P17-2Sa0801-1019.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Recht und Gerechtigkeit<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>So war David K\u00f6nig \u00fcber ganz Israel und schaffte Recht und Gerechtigkeit seinem ganzem Volk\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(2.Sam. 8,15)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>In den vergangenen Kapiteln haben wir erfahren, wie David nach vielen Jahren des Ausharrens schlie\u00dflich K\u00f6nig wurde. Nun wollen wir uns der Frage widmen, was f\u00fcr ein K\u00f6nig David tats\u00e4chlich gewesen ist. Und in der Tat unterscheidet sich Davids K\u00f6nigreich von den restlichen K\u00f6nigreichen in der Geschichte. David schuf Recht und Gerechtigkeit seinem ganzen Volk. Wir wollen uns heute mit der Qualit\u00e4t seines K\u00f6nigreiches besch\u00e4ftigen. Dabei wollen wir uns fragen was f\u00fcr ein Mensch David war und wie er f\u00fcr Recht und Gerechtigkeit sorgen konnte. Gott helfe jedem von uns, das Geheimnis seines Glaubenslebens herauszufinden.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tDavids Kriege und Siege (8,1-14)<\/strong><\/p>\n<p>Welche Errungenschaft Davids wird im Vers 1 verk\u00fcndet? <strong>\u201eUnd es begab sich danach, dass David die Philister schlug und sie unterwarf und dass er den Dienstzaum den Philistern aus der Hand nahm.\u201c<\/strong> Dieser Vers beschreibt nicht nur einen Sieg. Dieser Vers schildert eine Wende. Durch das 1. Buch Samuel haben von der milit\u00e4rischen Dominanz der Philister erfahren. Wichtige St\u00e4dte Israels waren unter philistischer Fremdbesatzung. F\u00fcr einige Zeit gab es nicht einmal Waffen in Israel, da die Philister das alleinige Monopol des Schmiedehandwerks inne hatten. Die Philister unterdr\u00fcckten Israel nicht nur, sie sorgten zudem f\u00fcr Spott und Gottesl\u00e4sterung. Gerade der Riese Goliath war darauf spezialisiert und hatte sich weit aus dem Fenster gelehnt. Doch das ganze Volk, samt K\u00f6nig Saul, hatte sich gef\u00fcrchtet, seine Stimme zu erheben, geschweige denn etwas dagegen zu unternehmen. Nur David, den Gott als einen Mann nach seinem Herzen bezeichnet, konnte die Blasphemie nicht ertragen und schritt zu Tat.<\/p>\n<p>Als K\u00f6nig schlug David die Philister und unterwarf sie und nahm ihnen den Dienstzaum aus der Hand. Das Machtverh\u00e4ltnis kippte, nun herrschte David \u00fcber die ewigen Feinde.<\/p>\n<p>David schlug nicht nur die Philister. Er schlug auch die Moabiter und dezimierte sie, so dass viele am Leben blieben und Israel untertan wurden. Au\u00dferdem richtete David seine Macht am Euphratstrom wieder auf, indem er den K\u00f6nig von Zoba schlug. Daraufhin kamen die Aram\u00e4er, um dem K\u00f6nig von Zoba zu helfen, doch David schlug auch die Aram\u00e4er und herrschte \u00fcber ihr Reich, indem er Stadthalter einsetzte. So wurden auch die Aram\u00e4er David untertan.<\/p>\n<p>Obwohl David \u00fcber andere V\u00f6lker siegte, war er kein Eroberer im klassischen Sinne. Er war kein Dschingis Khan oder Alexander. Er terrorisierte seine Nachbarstaaten nicht wie eins Hitler oder die Japaner. Vielmehr befreite David sein Volk und festigte die von Gott vorgesehenen Grenzen seines Landes. Einen klaren Hinweis \u00fcber Davids Motive und sein unleugbares Erfolgsgeheimnis liefert uns Vers 6b: <strong>\u201edenn der Herr half David, wo er auch hinzog.\u201c<\/strong> Wo immer David hinzog, half ihm Gott. Diese Tatsache ist nicht nur bemerkenswert, sondern nahezu beneidenswert. Wer w\u00fcnscht sich das nicht? Das sind Traumvorstellungen eines jeden Gl\u00e4ubigen. Warum ist das bei uns nicht immer der Fall? Bzw. wann hilft Gott uns bei den Dingen, die wir tun? Vor einigen Wochen haben wir die Geschichte von General Washington w\u00e4hrend des amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieges geh\u00f6rt. Er war ein Mann des Gebets. Und als er eines Tages von einem ver\u00e4ngstigten Soldaten gefragt wurde ob Gott mit der Kontinentalarmee sei und ihr zum Sieg verhelfen w\u00fcrde, gab er die weise Antwort: Die Frage ist nicht ob Gott mit uns ist sondern ob wir mit Gott sind. Gott wird uns nicht beistehen, wenn wir pers\u00f6nliche Kriegsz\u00fcge f\u00fchren. Gott wird uns aber beistehen, wenn wir uns f\u00fcr seinen Willen und f\u00fcr seine Interessen engagieren. Und wir haben David als einen Mann kennengelernt, der den brennenden Wunsch hatte f\u00fcr Gott zu leben. Als 17 j\u00e4hriger setzte er sein Leben f\u00fcr die Ehre Gottes ein und stellte sich dem ungleich \u00fcberlegeneren Goliath. Auch als K\u00f6nig schaute Gott in Davids Herz und ihm gefiel, was er sah, n\u00e4mlich ein aufrichtiges Interesse an den Willen Gottes. Das war Davids Erfolgsrezept. Sehr gerne half und unterst\u00fctzte Gott David bei seinen K\u00e4mpfen, denn sie entsprachen seinem Willen. Was war n\u00e4mlich Gotte Wille f\u00fcr sein Volk? \u00dcber Gottes Verhei\u00dfung an Abraham hei\u00dft es: <strong>\u201eAn dem Tage schloss der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben von dem Strom \u00c4gyptens an bis an den gro\u00dfen Strom Euphrat\u201c<\/strong> (1.Mose 15,18) Gott hatte seinem Volk inmitten der heidnischen V\u00f6lker ein Land verhei\u00dfen. Und David setzte sich gerade f\u00fcr diesen Willen Gottes ein und erfuhr die Hilfe Gottes.<\/p>\n<p>Welche Orientierung k\u00f6nnen wir erlangen? Unser Herr Jesus hat uns das richtige und Gott wohlgef\u00e4llige Gebet gelehrt. Das Vaterunser schenkt uns die grundlegende Orientierung: <strong>\u201eDein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.\u201c<\/strong> (Mat. 6,9.10) Unser Herr lehrt uns somit zuerst, noch bevor wir f\u00fcr unsere pers\u00f6nlichen Anliegen beten, f\u00fcr Gottes Ehre, f\u00fcr Gottes Reich und f\u00fcr Gottes Willen zu beten. So brennend unsere pers\u00f6nlichen Anliegen auch sind, umso brennender sollen Gottes Anliegen f\u00fcr uns sein. Wir sollen uns zuerst auf die Seite Gottes stellen. Von da ausgehend, d\u00fcrfen und sollen wir f\u00fcr unsere allt\u00e4glichen Anliegen beten. Das ist die geistliche Ordnung, die Gott gef\u00e4llt und die Gott segnet. Diese Herzenseinstellung lernen wir von David und sie wird uns zu erfolgreiche Menschen machen, die Gottes Hilfe \u00fcberall erfahren, weil wir bei Gott stehen und mit Gott wandeln. Gott segne uns in dieser Hinsicht reichlich!<\/p>\n<p>Durch die Hilfe Gottes besiegte David seine Feinde. Was tat er mit all dem Edelmetall, das er als Beute nahm? Betrachten wir Verse 7 und 8. David nahm die goldenen Schilde und viel Kupfer und brachte sie nach Jerusalem. Zus\u00e4tzlich bekam er von Hadoram als Friedens- und Segenswunsch silberne, goldene und kupferne Kleinode. Was tat David mit all diesen Kostbarkeiten? Vers 11 lautet: <strong>\u201eAuch diese heiligte der K\u00f6nig David dem Herrn samt dem Silber und Gold, das er geheiligt hatte von allen Heiden, die er unterworfen hatte\u201c.<\/strong> Gerade als K\u00f6nig hatte David legitimen Anspruch auf Edelmetalle, Schmuck, Kronjuwelen usw. Doch David heiligte alles dem Herrn. Er sonderte sie aus, f\u00fcr Gott. Das zeigt, wen er f\u00fcr w\u00fcrdiger hielt, als sich selbst. Gott allein hielt er f\u00fcr w\u00fcrdig, denn Gott der Herr, der ewig ist und dessen Herrlichkeit kein Ende kennt, ist allein anbetungsw\u00fcrdig. David war jemand, der Gott alles widmete, sogar sich selbst. So lasst auch uns Gott unser wertvollstes anvertrauen, n\u00e4mlich uns selbst, wie Apostel Paulus uns ermahnt: <strong>\u201eIch ermahne euch nun, liebe Br\u00fcder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgef\u00e4llig ist. Das sei euer vern\u00fcnftiger Gottesdienst.\u201c<\/strong> (R\u00f6m. 12,1)<\/p>\n<p>Am Ende des ersten Teils berichten die Verse 13 und 14 davon, wie David sich durch die vielen Siege einen Namen machte und auch \u00fcber die Edomiter siegreich war und dass Gott ihm auch weiterhin half, wo er auch hinzog. Diese Verse vermitteln au\u00dfenpolische Souver\u00e4nit\u00e4t, da Gott David half. Gott hatte David gerade erst zum K\u00f6nig gemacht und Gott etablierte Davids Reich im verhei\u00dfenen Land. Gott hatte gro\u00dfes mit David und mit seinem heiligen Volk vor. Davids Reich sollte ein besonderes Reich unter allen V\u00f6lkern sein. Wie sah Davids Reich tats\u00e4chlich aus?<\/p>\n<p><strong>Teil II\t\tRecht und Gerechtigkeit (8,15-9)<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen die Frage, wie Davids K\u00f6nigreich am besten beschrieben werden kann, von der Bibel selbst beantworten lassen. Lesen wir dazu den Vers 15: <strong>\u201eSo war David K\u00f6nig \u00fcber ganz Israel und er schaffte Recht und Gerechtigkeit seinem ganzen Volk.\u201c<\/strong> David war ein Mann und ein K\u00f6nig des Rechts und der Gerechtigkeit. Das ist ein bemerkenswertes Zeugnis der Bibel! Wer kann dasselbe von sich behaupten?<\/p>\n<p>K\u00f6nige, Staatsh\u00e4upter oder Regierungschefs pr\u00e4gen ihre Amtszeit. In der Geschichte bleiben sie aufgrund einiger weniger aber pr\u00e4gender Errungenschaften im positiven wie im negativen Sinne in Erinnerung. Henirisch der VIII. ist z.B. f\u00fcr seine vielen Frauen bekannt und weil er sich selbst zum Oberhaupt der Kirche Englands erkl\u00e4rt hat. Wenn wir an Napoleon Bonaparte denken, dann kommen uns seine Sebstkr\u00f6nung in den Sinn und sein katastrophaler Feldzug nach Russland. Mit Julius C\u00e4sar verbinden wir den starken Feldherrn und Diktator.<\/p>\n<p>Doch David war anders. David schuf Recht und Gerechtigkeit, das war sein Markenzeichen.<\/p>\n<p>In welcher Hinsicht sind Recht und Gerechtigkeit von au\u00dferordentlicher Bedeutung? Vor einigen Monaten haben wir Habakuks Seufzen vernommen. <strong>\u201eHERR, wie lange soll ich schreien und du willst nicht h\u00f6ren? Wie lange soll ich zu dir rufen: \u00bbFrevel!\u00ab, und du willst nicht helfen? Warum l\u00e4sst du mich Bosheit sehen und siehst dem Jammer zu? Raub und Frevel sind vor mir; es geht Gewalt vor Recht. Darum ist das Gesetz ohnm\u00e4chtig, und die rechte Sache kann nie gewinnen; denn der Gottlose \u00fcbervorteilt den Gerechten; darum ergehen verkehrte Urteile.\u201c <\/strong>(Hab. 1,2-4) Frevel, Bosheit, Jammer, Raub, Gewalt vor Recht, ohnm\u00e4chtiges Gesetz, Gottlosigkeit, verkehrte Urteile waren die traurige Realit\u00e4t der damaligen Zeit und diese Missst\u00e4nde bereiteten nicht nur den Menschen, sondern auch dem Propheten unertr\u00e4gliche Schmerzen und Leid, so dass er nicht mehr innehalten konnte, sondern zu Gott schrie und rief. Und je mehr wir dar\u00fcber nachdenken, umso deutlicher wird die Tatsache, wie schrecklich das Leben in einer Gesellschaft ohne Recht und Gerechtigkeit tats\u00e4chlich ist. Es gleicht dem Leben im Dschungel, der st\u00e4rkere setzt sich durch, nicht derjenige der im Recht ist. Recht und Ordnung gibt es ohnehin nicht, da sich niemand an das Gesetz h\u00e4lt. Gut und B\u00f6se sind nicht mehr zu definieren, da eine gottlose Gesellschaft Gott ablehnt, der allein gut ist und den Unterschied zur Schlechtigkeit macht. Eine Gesellschaft ohne Recht und Gerechtigkeit ist eine finstere Gesellschaft, die Gott nicht kennt, die die Wahrheit nicht hat und die orientierungslos umher irrt. In so einer Welt zu leben gleicht einem Fluch. Wir w\u00fcrden genauso wie der Prophet nach Recht und Gerechtigkeit rufen und schreien.<\/p>\n<p>David aber schuf Recht und Gerechtigkeit. Er war ein Mensch, der Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit verabscheute. Im Psalm 26 lesen wir seine Worte: <strong>\u201ePr\u00fcfe mich, Herr, und erprobe mich, erforsche meine Nieren und mein Herz! Denn deine G\u00fcte ist mir vor Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit. Ich sitze nicht bei heillosen Leuten und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen. Ich hasse die Versammlung der Boshaften und sitze nicht bei den Gottlosen. Herr, ich habe lieb die St\u00e4tte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.\u201c <\/strong>David konnte f\u00fcr Recht und Gerechtigkeit sorgen, weil er in Gottes Wahrheit stand, weil sein Leben in Gott gegr\u00fcndet war. H\u00e4tte David lediglich f\u00fcr Recht und Ordnung gesorgt und h\u00e4tte selbst nach zweifelhaften Kriterien gelebt, w\u00e4re er kein wirklicher Segen f\u00fcr sein Volk gewesen. Denn der K\u00f6nig hat gro\u00dfen Einfluss auf das Volk, im Guten wie im Schlechten. Das Volk h\u00e4tte seinen K\u00f6nig verachtet und es schlimmer getrieben als der K\u00f6nig selbst. Doch David war ein authentischer K\u00f6nig und Mann Gottes. Er liebte Gott von ganzem Herzen und hielt Gottes Gebote wie kaum ein anderer. Sp\u00e4ter, nach Davids Tod verglich Gott die k\u00fcnftigen K\u00f6nige immer mit David. <strong>\u201eDu aber bist nicht gewesen wie mein Knecht David, der meine Gebote hielt und mir von ganzem Herzen nachwandelte, dass er nur tat, was mir wohlgefiel.\u201c<\/strong> (1. K\u00f6n. 14,8)<\/p>\n<p>David war nicht nur authentisch, sondern auch einflussreich. Er konnte Recht und Gerechtigkeit, nicht nur f\u00fcr seine Familie, f\u00fcr seinen Stamm, sondern f\u00fcr das ganze Volk, also f\u00fcr jedermann und jederfrau etablieren. Die Menschen konnten Davids Ernsthaftigkeit und Glauben sp\u00fcren. Und es gefiel den Menschen gut und sie respektierten und liebten ihren K\u00f6nig, wie wir vor zwei Lektionen erfahren haben: <strong>\u201eUnd alles Volk nahm es wahr; und es gefiel ihnen gut, wie alles, was der K\u00f6nig tat, dem ganzen Volke wohlgefiel.\u201c<\/strong> (2.Sam. 3,36)<\/p>\n<p>Wie muss sich Gott gef\u00fchlt haben, als er auf Davids K\u00f6nigreich blickte? Gott muss sich unheimlich \u00fcber David und das von ihm gegr\u00fcndete K\u00f6nigreich gefreut haben, denn David war ein gro\u00dfer Segen f\u00fcr sein Volk. Und Gottes Herz schl\u00e4gt f\u00fcr sein Volk. Bei Gott herrscht kein Ansehen der Person. Gott denkt auch an den kleinen Mann. Er denkt auch an die Witwen und den Waisen. Und es lag Gott sehr am Herzen, jemanden f\u00fcr sein Volk einzusetzen, der so wie ein Hirte sich um seine Herde k\u00fcmmert, sich um Gottes heiliges Volk k\u00fcmmern w\u00fcrde. Und gerade in David hatte Gott den Richtigen gefunden, einen Mann ganz nach dem Herzen Gottes, der nicht nur f\u00fcr sich selbst und seine Familie und Freunde Recht und Gerechtigkeit schuf, sondern allem Volk.<\/p>\n<p>Die Verse 16-18 berichten von Davids Beamten. Nach welchem Prinzip gr\u00fcndete David seine Administration? Joab war \u00fcber das Heer gesetzt, Joaschafat wurde Kanzler, Zadok und Abjatar waren Priester, Seraja der Schreiber, Benaja wurde \u00fcber die Kreter und Pleter gesetzt, wobei Davids eigene S\u00f6hne keine Priester waren, wie hier beschrieben. Das hebr\u00e4ische Wort \u201eKohen\u201c kann als Priester \u00fcbersetzt werden, aber auch als W\u00fcrdentr\u00e4ger. So stehen sowohl in anderen Bibel\u00fcbersetzungen als auch in der Parallelstelle im 1.Chr. 18,17, dass Davids S\u00f6hne nicht Priester, sondern Prinzen waren bzw. W\u00fcrdentr\u00e4ger an der Seite des K\u00f6nigs.<\/p>\n<p>Was zeigen Davids Beamte \u00fcber den K\u00f6nig? Vetternwirtschaft und Dynastiebildung sind typische Folgeerscheinungen der Macht\u00fcbernahme in der Menschheitsgeschichte. Doch die wichtigsten Posten seines K\u00f6nigreichs besetzte David nicht mit seinen Verwandten. David hatte Joab als st\u00e4rker bezeichnet als sich selbst und ihn mit einem Fluch belegt, weil er aus Rache Abna erstochen hatte. Er war also weder ein enger Freund noch ein Verwandter Davids. Dennoch war er am geeignetsten, um das Heer anzuf\u00fchren. Also behielt ihn David als Streitf\u00fchrer bei. Auch bei der Regierungsbildung dachte David nicht an sich selbst und seine Interessen, sondern an sein Volk. Die besten und geeignetsten setzte David \u00fcber sein Volk.<\/p>\n<p>David war ein Mann voller Recht und Gerechtigkeit, ein Segen f\u00fcr sein Volk. Wem wurde David noch zum Segen? Betrachten wir Kapitel 9. Vers 1 lautet: <strong>\u201eUnd David sprach: Ist noch jemand \u00fcbriggeblieben von dem Hause Sauls, damit ich Barmherzigkeit an ihm tue um Jonatans willen?\u201c<\/strong> Welchen Hintergrund hatte Davids Anfrage? Jonatan hatte mit David einen Freundschaftsbund geschlossen. Zu David hatte er gesprochen: <strong>\u201eDu aber wollest die Barmherzigkeit des Herrn an mir tun, solange ich lebe, und wenn ich sterbe, so nimm die Barmherzigkeit niemals fort von meinem Hause. Und wenn der Herr die Feinde Davids ausrotten wird, Mann f\u00fcr Mann, aus dem Lande, so m\u00f6ge der Name Jonatans nicht ausgel\u00f6scht werden neben dem Hause Davids!&#8230;Und Jonatan lie\u00df nun auch David schw\u00f6ren bei seiner Liebe zu ihm; denn er hatte ihn so lieb wie sein eigenes Herz.\u201c<\/strong> (1.Sam. 20,14-17) Und \u00fcber den Abschied der beiden Freunde hei\u00dft es: <strong>\u201eund sie k\u00fcssten einander und weinten miteinander, David aber am allermeisten. Und Jonatan sprach zu David: Geh hin mit Frieden! F\u00fcr das, was wir beide geschworen haben im Namen des Herrn, daf\u00fcr stehe der Herr zwischen mir und dir, zwischen meinen Nachkommen und deinen Nachkommen in Ewigkeit.\u201c<\/strong> (1.Sam. 20,41.42)<\/p>\n<p>David hatte den Freundschaftsbund, den er mit Jonatan geschlossen hatte, nicht vergessen. Obwohl viele Verpflichtungen auf den K\u00f6nig warteten, erinnerte er sich an den Bund. Somit zeigt Kapitel 9 Davids B\u00fcndnistreue.<\/p>\n<p>Und David wurde f\u00fcndig: <strong>\u201eEs ist noch ein Sohn Jonatans da, lahm an den F\u00fc\u00dfen.\u201c<\/strong> (3) David lie\u00df diesen sogleich holen. Als Jonatans Sohn, Mefi-Boschet zu David gebracht wurde, fiel er vor dem K\u00f6nig nieder und sprach: <strong>\u201eHier bin ich, dein Knecht.\u201c<\/strong> Welche Barmherzigkeit erwies ihm David? Lesen wir Vers 7: <strong>\u201eDavid sprach zu ihm: F\u00fcrchte dich nicht, denn ich will Barmherzigkeit an dir tun um deines Vaters Jonatan willen und will dir den ganzen Besitz deines Vaters Saul zur\u00fcckgeben; du aber sollst t\u00e4glich an meinem Tisch essen.\u201c<\/strong> Was wir hier \u00fcber David erfahren ist bemerkenswert. Was David tat war mehr als eine Geste des guten Willens. Er gab ihm alle Besitzt\u00fcmer seines Vaters zur\u00fcck. Da Saul fr\u00fcher K\u00f6nig war, muss er \u00fcber erhebliche L\u00e4ndereien verf\u00fcgt haben. Doch David, der das Recht des K\u00f6nigs hatte, \u00fcbergab diese an Mefi-Boschet. Doch damit nicht genug. Zudem lud er Mefi-Boschet dazu ein, t\u00e4glich mit ihm am Tisch zu essen. <strong>\u201eUnd Mefi-Boschet, sprach David, esse an meinem Tische wie einer der K\u00f6nigss\u00f6hne.\u201c<\/strong> Das war offensichtlich zu viel der Gnade. Wir lesen von dem \u00fcberw\u00e4ltigten Mefi-Boschet: <strong>\u201eEr aber fiel nieder und sprach: Wer bin ich, dein Knecht, dass du dich wendest zu einem toten Hunde, wie ich es bin?\u201c<\/strong> Mefi-Boschet war lahm an beiden F\u00fc\u00dfen. Er war David in keiner Weise n\u00fctzlich, ganz im Gegenteil. Er war eine Last. Dennoch w\u00fcrdigte ihn David als w\u00e4re er den K\u00f6nigss\u00f6hnen gleichgestellt.<\/p>\n<p>Dieses Kapitel zeigt uns Davids Herz. David war barmherzig und er war treu. Laut Vers 3 wollte er Gottes Barmherzigkeit aus\u00fcben. Barmherzigkeit und Treue sind n\u00e4mlich g\u00f6ttliche Eigenschaften. Barmherzigkeit und B\u00fcndnistreue in Vollkommenheit gew\u00e4hrleistet Gott allein. Erneut verstehen wir, warum David ein Mann nach dem Herzen Gottes war. Er \u00fcbernahm Gottes Eigenschaften in seinem Leben. Er wurde gepr\u00e4gt von Gottes Herz und Gottes Wesen. Diese Eigenschaften reiften in ihm und pr\u00e4gten seine Pers\u00f6nlichkeit zunehmend.<\/p>\n<p>Das ganze Volk wurde durch diesen David gesegnet, der Gott so nahe stand. Wie sch\u00f6n ist es, wenn man einen K\u00f6nig hat wie David!<\/p>\n<p><strong>Teil III\tDavids Freundschaft nach au\u00dfen (10)<\/strong><\/p>\n<p>David wollte nicht nur f\u00fcr sein eigenes Volk ein Segen sein. Wie sahen Davids au\u00dfenpolitische Bem\u00fchungen aus? Betrachten wir Verse 1 und 2: <strong>\u201eUnd es begab sich danach, dass der K\u00f6nig der Ammoniter starb, und sein Sohn Hanun wurde K\u00f6nig an seiner Statt. Da sprach David: Ich will Hanun, dem Sohn des Nahasch, Freundschaft erweisen, wie sein Vater mir Freundschaft erwiesen hat. Und er sandte hin und lie\u00df ihn durch seine Gesandten \u00fcber seinen Vater tr\u00f6sten.\u201c<\/strong> Doch die Obersten der Ammoniter missinterpretierten darin eine hinterh\u00e4ltige Spionageaktion Davids und sch\u00e4ndeten seine  Gesandten. Was tat David daraufhin? In David h\u00e4tte Zorn aufsteigen und er h\u00e4tte Hanun eine sch\u00f6ne Lektion erteilen k\u00f6nnten. Doch stattdessen k\u00fcmmerte sich David um seine gesch\u00e4ndeten Gesandten. Vielmehr waren es die Ammoniter, die Panik bekamen und die Aram\u00e4er anheuerten. V 7 lautet: <strong>\u201eAls das David h\u00f6rte, sandte er Joab mit dem ganzen Heer der Kriegsleute.\u201c<\/strong> David reagierte lediglich auf den bevorstehenden und unn\u00f6tigen Angriff seiner Feinde. Joab teilte die Armee mit seinem Bruder auf und ermutigte ihn mit den Worten: <strong>\u201eSei ganz getrost, damit wir die St\u00e4rkeren bleiben f\u00fcr unser Volk und die St\u00e4dte unseres Gottes. Der Herr aber tue, was ihm gef\u00e4llt.\u201c<\/strong> Doch sowohl die Aram\u00e4er, als auch die Ammoniter flohen vor Israel, so dass es zu keiner Schlacht kam.<\/p>\n<p>Doch die Aram\u00e4er waren etwas frecher und sammelten sich wieder gegen Israel. Dieses Mal zog David mit in den Kampf und schlug sie vernichtend. <strong>\u201eAls aber alle K\u00f6nige, die unter Hadad-Eser waren, sahen, dass sie von Israel geschlagen waren, machten sie Frieden mit Israel und wurden ihm untertan. Und die Aram\u00e4er f\u00fcrchteten sich, den Ammonitern hinfort zu helfen.\u201c<\/strong> (19)<\/p>\n<p>Der Herr war mit David und mit Israel, seinem Volk und der Herr war Davids St\u00e4rke. Diese Tatsache wurde auch allen Feinden Israels klar, so dass sie lieber Frieden schlossen und sich unterwarfen. Durch dieses Kapitel lernen wir David kennen, der auch \u00fcber seine Landesgrenzen hinweg Freundlichkeit aus\u00fcbte. Auch dieses Verhalten war ganz im Interesse Gottes. Denn Gottes Wille f\u00fcr sein Volk ist es immer gewesen, sie als ein K\u00f6nigreich von Priestern und ein heiliges Volk zum Segen f\u00fcr alle restlichen V\u00f6lker zu machen. In dieser Hinsicht war Davids gerechtes K\u00f6nigreich eine wichtige Etappe f\u00fcr Gottes gro\u00dfes Erl\u00f6sungswerk unter den Menschen. Denn Gott prophezeite seinen Willen ganz klar: <strong>\u201eSiehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein K\u00f6nig sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande \u00fcben wird.\u201c<\/strong> (Jer. 23,5) David war also der Vorbote eines k\u00fcnftigen K\u00f6nigs, der mit Recht und Gerechtigkeit regieren w\u00fcrde. <strong>\u201eUnd dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: \u00bbDer Herr unsere Gerechtigkeit\u00ab\u201c<\/strong> (6) Dieser Name ist einer der Namen Gottes. Gott selbst w\u00fcrde also als Spross Davids mit vollkommenem Recht und geistlicher Gerechtigkeit regieren. Diese Verhei\u00dfung klingt geheimnisvoll. Sie ist es auch. Das Geheimnis wird im Neuen Testament gel\u00fcftet. Als Christus nach Jerusalem kam, schrien die Menschen voller Freude: <strong>\u201eHosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Gelobt sei das Reich unseres Vaters David, das da kommt! Hosianna in der H\u00f6he!\u201c<\/strong> (Mk 11,9.10)<\/p>\n<p>Christus ist der verhei\u00dfene Nachkomme Davids und er ist ein ewiger und vollkommener K\u00f6nig. Und er sorgt f\u00fcr Recht und Gerechtigkeit in einer Weise die unvergleichlich ist. Er gibt uns das Recht Gottes Kinder zu hei\u00dfen, wenn wir an seinen Namen glauben (Vgl. Joh. 1,12) und durch seine Gnade schenkt er uns wahrhaftige Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, so dass wir nicht verloren gehen, sondern gerettet sind (Vgl. Rom. 1.3)<\/p>\n<p>David wurde Empf\u00e4nger gro\u00dfartiger Verhei\u00dfungen. Gott gebrauchte ihn auch \u00fcber seine Zeit hinaus als eine Segensquelle. Das war m\u00f6glich, weil David ein Mann Gottes, ein Mann nach dem Herzen Gottes war. M\u00f6ge Gottes Wort auch uns ermutigen, Frauen und M\u00e4nner nach dem Herzen Gottes zu sein, um von Gott als eine Quelle des Segens in unserer Zeit und dar\u00fcber hinaus gebraucht zu werden.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss das Leitwort, 2.Sam. 8,15: <strong>\u201eSo war David K\u00f6nig \u00fcber ganz Israel und schaffte Recht und Gerechtigkeit seinem gamzen Volk\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Recht und Gerechtigkeit \u201eSo war David K\u00f6nig \u00fcber ganz Israel und schaffte Recht und Gerechtigkeit seinem ganzem Volk\u201c (2.Sam. 8,15) In den vergangenen Kapiteln haben wir erfahren, wie David nach vielen Jahren des Ausharrens schlie\u00dflich K\u00f6nig wurde. Nun wollen wir uns der Frage widmen, was f\u00fcr ein K\u00f6nig David tats\u00e4chlich gewesen ist. 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