{"id":11729,"date":"2023-01-15T11:00:48","date_gmt":"2023-01-15T10:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=11729"},"modified":"2025-02-04T05:38:48","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:48","slug":"predigt-epheser-41-16-lektion-3-zum-neuen-jahr-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-epheser-41-16-lektion-3-zum-neuen-jahr-2023\/","title":{"rendered":"Predigt: Epheser 4,1-16  &#8211; Lektion 3 zum Neuen Jahr 2023"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/2023_SL-3_Epheser-4_0116-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Einheit in der Gemeinde<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eSo ermahne ich euch nun, ich, der Gebundene im Herrn, dass ihr der Berufung w\u00fcrdig wandelt, zu der ihr berufen worden seid, indem ihr mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut einander in Liebe ertragt und eifrig bem\u00fcht seid, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Epheser 4,1-3)<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren lernte ich einen Christen kennen, der in einer Stadt eine Gemeinde gr\u00fcnden wollte. Wenn neue Leute in seine Gemeinde kommen wollten, wollte er zun\u00e4chst einmal kl\u00e4ren, welche Ansichten sie zu bestimmten Themen der Bibel haben. Zum Beispiel, wie sie \u00fcber die Endzeit denken. Er erkl\u00e4rte mir, dass es sonst keine Einheit in der Gemeinde geben k\u00f6nne, wenn die Gemeindemitglieder unterschiedliche Ansichten haben. Einige Jahre sp\u00e4ter traf ich ihn wieder. Dabei erfuhr ich, dass mehrere Leute aus der Gemeinde gegangen waren. Ich wei\u00df nicht, was genau der Grund war. Jedenfalls lag es weniger an Umst\u00e4nden, wie etwa ein Umzug, als vielmehr an gewissen Konflikten. Die Einheit war gescheitert. Andere denken, wenn wir alle Mission betreiben w\u00fcrden, w\u00fcrde Einheit geschehen, weil wir ja alle dasselbe Ziel verfolgen. Menschen haben verschiedene Meinungen dar\u00fcber, wie Einheit in der Gemeinde geschehen kann. Doch welche Antwort gibt die Bibel darauf, wie Einheit in der Gemeinde geschehen kann? Der heutige Text aus Epheser 4 geht auf diese Frage gr\u00fcndlich ein. Ich m\u00f6chte diesen Text mit euch anhand von folgenden drei Punkten betrachten:<\/p>\n<p>1. Was sind die Bedingungen der Einheit?<br \/>\n2. Was ist die Grundlage der Einheit?<br \/>\n3. Wie kann eine Gemeinde in der Einheit wachsen?<\/p>\n<p><strong>1. Bedingungen der Einheit (V. 1 \u2013 3)<\/strong><br \/>\nIn Vers 2 werden mehrere Aspekte erw\u00e4hnt, die f\u00fcr die Einheit der Gemeinde unverzichtbar sind: Demut, Sanftmut, Langmut und Liebe.<br \/>\nDemut f\u00e4ngt damit an, dass man sich vor Gott als gering erkannt hat, dass man versteht, wer Gott ist und wer man selbst ist. Solche Menschen nehmen sich nicht f\u00fcr wichtig. Dies ist f\u00fcr die Einheit sehr essenziell. Die etymologische Herkunft von \u201eDemut\u201c ist \u201eMut zum Dienen\u201c. Dem\u00fctige Menschen haben ein Augenmerk darauf, wie sie anderen dienen bzw. helfen k\u00f6nnen, anstelle sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Menschen, die sich f\u00fcr zu wichtig nehmen, f\u00fchren zu Problemen und Belastungen in der Gemeinschaft. Sie verfolgen in erster Linie eigene Interessen und Ziele, anstelle die Ehre des Herrn. Dadurch werden sie zu einer St\u00f6rung der Einheit. Demut ist auch deswegen f\u00fcr die Einheit wichtig, weil man durch sie nicht allzu schnell von den eigenen Ansichten \u00fcberzeugt ist, sondern es auch offenh\u00e4lt, dass man irren kann. Demut macht uns bereit, einander gut zuzuh\u00f6ren und voneinander zu lernen. Demut f\u00f6rdert die Einheit auch in der Hinsicht, dass sie uns in die Lage versetzt, sich zu erniedrigen. Der Stolze spricht: \u201eIch entschuldige mich nur, wenn der sich entschuldigt\u201c. Doch der Dem\u00fctige geht auf den anderen zu und sucht die Vers\u00f6hnung. Man kann leicht denken, dass man sich gegen\u00fcber jemandem schon ausreichend dem\u00fctig verhalten hat \u2013 aber Paulus sagt: \u201emit aller Demut.\u201c Je dem\u00fctiger wir werden, desto mehr Unrecht k\u00f6nnen wir ertragen. Warum ist Sanftmut f\u00fcr die Einheit wichtig? Was tue ich, was tust du, wenn dich ein Bruder oder eine Schwester aus der Gemeinde respektlos behandelt? \u201eEr hat mich respektlos behandelt, also behandle ich ihn auch respektlos.\u201c Was tue ich, was tust du, wenn dich ein Bruder oder eine Schwester aus der Gemeinde ungerecht behandelt? \u201eEr hat mich ungerecht behandelt, also behandele ich ihn auch ungerecht.\u201c Das ist das Prinzip des Gesetzes: \u201eAuge um Auge, Zahn um Zahn\u201c. Aber Sanftmut bedeutet, dass man den Mut hat, sanft zu reagieren, anstelle zornig zu werden oder einen Streit zu beginnen.<br \/>\nEbenso ist auch die Langmut f\u00fcr die Einheit f\u00f6rderlich. Wir sind alle vom Charakter her unterschiedlich. Und jeder von uns hat bestimmte Charaktereigenschaften, die f\u00fcr die anderen unangenehm sind. Wir w\u00fcnschten uns am liebsten, dass sich der andere in dieser und jener Sache sofort \u00e4ndert, aber das geschieht nicht. Stattdessen kann das ein Leben lang dauern. Dies kann uns reizen, zornig machen und zu Konflikten f\u00fchren. Durch Langmut aber k\u00f6nnen wir miteinander geduldig umgehen. Allerdings geht es dabei nicht nur um ein Aushalten. Am Ende von Vers 2 hei\u00dft es: \u201eeinander in Liebe ertragend.\u201c Es muss in Liebe geschehen. Das Wort \u201eertragen\u201c macht deutlich, dass die Charaktereigenschaften von anderen uns schon zu schaffen machen k\u00f6nnen. Aber gerade deswegen muss das Ertragen umso mehr in Liebe geschehen. Ohne die Liebe sind manche Menschen kaum auszuhalten. Wir werden leicht durch sie gereizt und empfinden sie als st\u00f6rend. Aber wenn ich mich immer wieder neu entscheide, eine schwierige Person zu lieben, kann ich sie nicht nur aushalten, sondern auch mit Geduld tragen. Spurgeon sagte einmal: \u201eFehler sind immer dick, wo die Liebe d\u00fcnn ist\u201c. Zur Einheit in der Gemeinde kommt es nicht dadurch, dass man in allen theologischen Fragen einer Meinung ist (die Einheit auf dieser Grundlage zu erstreben f\u00fchrt eher zu Zersplitterung), sondern dadurch, dass man einander mit Demut, Sanftmut, Langmut und Liebe begegnet.<br \/>\nDemut, Sanftmut, Langmut und Liebe leichter gesagt, als getan. Was gibt uns die Motivation und den Antrieb mehr und mehr demgem\u00e4\u00df zu leben? Zu Beginn von Vers 1 sagt Paulus: Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt w\u00fcrdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid&nbsp;\u2026\u201c Paulus spricht hier von einer Berufung. Aus Vers 4 wissen wir, dass es sich bei dieser Berufung um die Berufung der Hoffnung handelt, also um die Ewigkeit. Wir sind zur ewigen Herrlichkeit bei Gott berufen. Das ist Grund zu immer wieder neuer Freude. Diese Freude gibt uns die Kraft, mit aller Demut, Sanftmut usw. zu wandeln. Mein Jahresleitwort f\u00fcr dieses Jahr ist R\u00f6mer 12,12: \u201eSeid fr\u00f6hlich in Hoffnung, in Bedr\u00e4ngnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet!\u201c Mein Anliegen f\u00fcr dieses Jahr ist es, dass ich mehr aus der Freude der Hoffnung lebe.<br \/>\nBevor Weltraumtouristen ins All fliegen, m\u00fcssen sie ein Training absolvieren. Sie bereiten sich auf die besonderen Bedingungen im All vor. Sie m\u00fcssen sich an die Schwerelosigkeit gew\u00f6hnen. Sie bewegen sich und wandeln so, wie es dem All entspricht. \u00c4hnlich ist es auch bei der Vorbereitung auf die Ewigkeit. Paulus sagt, besser gesagt ermahnt uns: \u201eWandelt w\u00fcrdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid\u201c. Wer mit aller Demut, Sanftmut, Langmut und Liebe wandelt, lebt so, wie es seiner himmlischen Berufung entspricht. Denn im Himmelreich wird der Umgang miteinander ja so sein, dass man einander liebevoll und dem\u00fctig begegnet.<br \/>\nWas ist f\u00fcr die Einheit in der Gemeinde noch erforderlich? Am Anfang von Vers 3 hei\u00dft es: \u201eBeflei\u00dfigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.\u201c Paulus sagt: \u201eBeflei\u00dfigt euch&nbsp;\u2026\u201c Wir m\u00fcssen uns aktiv um die Einheit bem\u00fchen. Sie erfordert Einsatz. Wie kann man sich darum bem\u00fchen? Paulus sagt durch das Band des Friedens. Wir k\u00f6nnen uns um Einheit bem\u00fchen, indem wir nach dem Frieden trachten. In Psalm 34,15 hei\u00dft es: \u201esuche den Frieden und jage ihm nach!\u201c In R\u00f6mer 12,18 steht: \u201eIst es m\u00f6glich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden.\u201c In einem Blumenstrau\u00df werden mehrere Blumen durch ein Band festgehalten. Und ebenso ist es auch mit dem Frieden. Paulus spricht vom \u201eBand des Friedens\u201c. Der Friede ist wie ein Band, dass die Menschen in der Gemeinde zusammenh\u00e4lt. Ohne den Frieden sind Menschen schnell aufeinander beleidigt, gehen sich aus dem Weg und reden nicht mehr miteinander. Aber wer stets den Frieden sucht, kann auch mit Menschen in Beziehung bleiben, die ihm Unrecht getan haben. Beim Blumenstrau\u00df sorgt das Band daf\u00fcr, dass die Blumen ganz dicht aneinander sind. Ebenso kann auch der Band des Friedens daf\u00fcr sorgen, dass die Geschwister in der Gemeinde viel und enge Gemeinschaft miteinander haben. Normalerweise ist es aufgrund unserer S\u00fcndhaftigkeit nicht m\u00f6glich, miteinander viel und enge Gemeinschaft zu haben. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kommt es zu Streitigkeiten. Aber durch das Band des Friedens ist es m\u00f6glich, enge Gemeinschaft miteinander zu haben, obwohl wir S\u00fcnder sind. Aus Galater 5,22 wissen wir, dass der Friede sowie die Liebe, Langmut und Sanftmut Fr\u00fcchte des Geistes sind. Geben wir dem Geist Gottes in uns Raum, wird es die Einheit in der Gemeinde st\u00e4rken.<br \/>\nDie Einheit in der Gemeinde erfordert von uns Demut, Sanftmut, Frieden usw. Sie erfordert unseren Einsatz. Obgleich unser Wille f\u00fcr die Einheit unverzichtbar ist, ist er doch nicht die Grundlage unserer Einheit. Worauf fu\u00dft aber die Einheit der Gemeinde? Lasst uns das im zweiten Teil der Predigt betrachten.<\/p>\n<p><strong>2. Grundlage der Einheit (V. 3\u20136)<\/strong><br \/>\nIn den Versen 4\u20136 spricht Paulus von 7 Dingen, in denen die Gl\u00e4ubigen eins sind bzw. die sie gemeinsam haben. Dabei geh\u00f6ren immer drei zusammen: Ein Leib, ein Geist und eine Hoffnung. Zweitens: Ein Herr, ein Glaube und eine Taufe. Zun\u00e4chst sagt Paulus: ein Leib und ein Geist. Durch den Heiligen Geist wird jeder einzelne Gl\u00e4ubige zum Glied des Leibes Christi. 1. Korinther 12,13 steht: \u201eDenn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden.\u201c Durch den Heiligen Geist werden die Gl\u00e4ubigen in den Leib Christi eingepflanzt. Dadurch bilden sie eine organische Einheit untereinander und mit Jesus. Alle, die zu Jesus geh\u00f6ren, werden auferstehen. Deswegen haben alle, die zum Leib Christi geh\u00f6ren, auch dieselbe Hoffnung \u2013 daher: \u201eEin Leib, ein Geist und eine Hoffnung\u201c. Die zweite Aussagenreihe ist: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. Diese drei geh\u00f6ren zusammen: Die T\u00e4uflinge bekennen sich zu Jesus als ihrem Retter und Herrn. Damit sagen sie gleichzeitig allen anderen Herren ab. Indem sie das tun, bekennen sie sich zu dem gemeinsamen Glauben der Gemeinde an Jesus als ihren Herrn und Retter. Die Taufe bezieht sich ganz klar auf solche, die sich f\u00fcr Jesus als ihren Herrn und Retter entschieden haben. Die Babytaufe ist somit ausgeschlossen. Schlie\u00dflich kommt die Zusammenfassung von allem: \u201eein Gott und Vater aller, der \u00fcber allen und durch alle und in allen ist.\u201c Alle in der Gemeinde sind sich darin eins, dass es nur einen Gott gibt, n\u00e4mlich den Gott der Bibel. Alle beten den einen wahren Gott an und erkennen an, dass Ihm allein alle Ehre geb\u00fchrt. Denn er ist der Vater aller, also der Sch\u00f6pfer von allem und Herr \u00fcber alles. \u2026\u2026<br \/>\nDer Heilige Geist macht die verschiedenartigsten Menschen eins in einem Leib, eins in einer Hoffnung, eins in einem Herrn, eins in einem Glauben usw. Daher spricht Paulus auch von der Einheit des Geistes. In Vers 3 steht, dass die Einheit des Geistes bewahrt werden muss. Da steht nicht, dass sie geschaffen werden muss. Die Einheit des Geistes besteht bereits. Sie muss lediglich erhalten und ausgelebt werden. Ist das nicht gro\u00dfartig? Die Einheit der Gemeinde ist bereits Realit\u00e4t, kein utopischer Gedanke. Wir sollen verstehen, dass Gott die Gl\u00e4ubigen bereits durch den Heiligen Geist eins gemacht hat. Wenn wir das glauben und beherzigen, sehen wir in dem anderen Gl\u00e4ubigen nicht in erster Linie die Unterschiede, sondern die Einheit, die Gott zwischen ihm und mir geschaffen hat. Das hilft uns einander mit Liebe, Demut und Sanftmut zu begegnen. Und eben dadurch wird die Einheit bewahrt. Gerade weil die Einheit bereits eine reale Grundlage ist, sollten wir Paulus Ermahnung umso ernster nehmen: \u201eBeflei\u00dfigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren\u201c.<br \/>\nAnderseits muss auch gesagt werden, dass Einheit in der Gemeinde nur aufgrund der Einheit, die in den Versen 3\u20135 beschrieben wird, m\u00f6glich ist. Denn in diesen drei Versen werden die Grundlagen des christlichen Glaubens beschrieben. Wie sollte denn z.&nbsp;B. eine Einheit mit \u201eChristen\u201c m\u00f6glich sein, die von der Errettung durch Werke \u00fcberzeugt sind und damit indirekt Jesus als ihren Retter ablehnen? Oder Einheit mit \u201eChristen\u201c, die Jesus lediglich als einen vorbildlichen Mann ansehen, ihn aber nicht als den Herrn akzeptieren oder ihn mit ihrem Leben eindeutig verleugnen, ist nicht richtig. Einheit mit Christen, die die Erwachsenentaufe kategorisch ablehnen, muss zumindest infrage gestellt werden. Einheit mit Christen, die den \u201eHeiligen Geist\u201c anders erleben, als wie ihn die Bibel beschreibt, ist ebenfalls nicht richtig. Die Gemeinde Gottes kann nicht mit allen Menschen und Gemeinden, die sich christlich nennen, eine Einheit bilden. Gerade in unserer Zeit gibt es unz\u00e4hlig viele christliche Str\u00f6mungen. Der Begriff: \u201eChrist\u201c ist zunehmend verw\u00e4ssert. Daher ist es wichtig zu unterscheiden, mit welchen Christen Einheit m\u00f6glich ist und mit welchen nicht.<br \/>\nGerade, was das Thema Einheit angeht, gibt es falsche Vorstellungen, z.&nbsp;B. die Vorstellung, dass alle in jeder theologischen Frage dieselbe Ansicht haben m\u00fcssen. Dies ist aber schon allein deswegen schwierig, weil die Leute in der Gemeinde unterschiedliche geistliche Reife haben, daher die Bibel auch unterschiedlich gut verstehen. Zum Beispiel haben diejenigen, die noch gesetzlich sind, auch ein gesetzliches Verst\u00e4ndnis der Bibel. Der heutige Text aus Epheser 4 macht eine Unterscheidung, die sehr hilfreich ist. In Vers 3 ist von Einheit des Geistes die Rede, in Vers 13 spricht er aber von der Einheit des Glaubens. Die Einheit des Geistes ist eine Sache, die wir erhalten m\u00fcssen. Die Einheit des Glaubens jedoch eine Sache, zu der wir hingelangen m\u00fcssen. Es ist gut, dass wir die eine Art der Einheit von der anderen unterscheiden, sodass wir keine falschen Erwartungen an die Gemeinde herantragen. Bei dieser Einheit des Glaubens geht es um die Reife des Glaubens. Das wird aus dem Zusammenhang von Vers 13 ersichtlich. Es geht darum, dass wir alle zu einem reifen Glauben gelangen. Wie k\u00f6nnen wir aber zu dieser Einheit des Glaubens gelangen?<\/p>\n<p><strong>3. Wachstum der Gemeinde (V. 7-16)<\/strong><br \/>\nDie Frage danach, wie wir zur Einheit des Glaubens gelangen k\u00f6nnen, ist untrennbar mit der Frage verbunden, wie wir als Gemeinde geistlich wachsen k\u00f6nnen. Hierauf gibt die Bibel sicherlich mehrere Antworten. Einige davon erfahren wir im heutigen Text, wie etwa in Vers 15. Hier ist davon die Rede, dass wir die Wahrheit in Liebe reden sollen. Die Wahrheit ohne Liebe zu sagen ist f\u00fcr den anderen schwer anzunehmen. Wenn wir aber miteinander in Liebe die Wahrheit reden, wird das unsere Denkweise biblisch pr\u00e4gen, uns ver\u00e4ndern und geistlich wachsen lassen. In dem ersten Teil der Predigt war davon die Rede, dass wir einander in Liebe ertragen sollen. Das kann leicht so verstanden werden, dass man dem anderen nie sagt, was er falsch gemacht hat, ihn nie zurechtweist, sondern ihn einfach ertr\u00e4gt. Aber durch Vers 15 wissen wir, dass das nicht so zu verstehen ist. Manche wiederum hacken bei dem anderen auf allem herum. Das wird sicherlich keinem helfen. Durch die Liebe wissen wir, was angesprochen werden sollte und was man einfach erst mal ertragen sollte.<br \/>\nEine weitere Antwort auf die Frage, wie die Gemeinde zu Einheit des Glaubens wachsen kann, erfahren wir in den Versen 7\u201314. Hier geht es st\u00e4ndig um ein Thema. Es sind die Gaben. Gaben spielen eine wichtige Rolle f\u00fcr das Wachstum der Gemeinde. Betrachten wir zun\u00e4chst einmal die Verse 7\u201310. Nachdem Jesus ins Totenreich hinabgestiegen war, stieg er hinauf zur Rechten Gottes. Von dort aus beschenkte er uns mit Gaben. Vers 7 macht deutlich, dass Christus jedem von uns Gaben ausgeteilt hat, dem einen diese, dem anderen jene, dem einem viele Gaben, dem anderen weniger Gaben, eben nach dem Ma\u00df seiner Gnade. Aber niemand braucht zu denken, er sei unbegabt. Denn es hei\u00dft: \u201eJedem Einzelnen von uns aber&nbsp;\u2026\u201c Aus Vers 11 k\u00f6nnen wir verschiedene Erkenntnisse \u00fcber Gaben ziehen: 1. Es handelt sich bei diesen Gaben nicht nur um Talente, die auch Ungl\u00e4ubige haben, sondern auch um geistliche Gaben. 2. Nicht jeder hat dieselbe Gabe. So hei\u00dft es auch in 1. Korinther 12,29-30: \u201eSind etwa alle Apostel? Sind etwa alle Propheten? Sind etwa alle Lehrer? Haben etwa alle Wunderkr\u00e4fte? Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? K\u00f6nnen alle auslegen?\u201c So wie Gott einen in der Gemeinde gebrauchen m\u00f6chte, so hat er ihn auch entsprechend begabt. In den Versen 12\u201314 erfahren wir vor allem, wozu Christus uns mit Gaben ausr\u00fcstet. Die Gaben dienen der Erbauung der Gemeinde. Sie sind dazu da, dass wir uns einander helfen, geistlich zu wachsen, sodass wir Christus mehr und mehr erkennen und wir dadurch zur Einheit des Glaubens gelangen. D.&nbsp;h. dass wir alle zu einem reifen Glauben gelangen, dass wir nicht mehr wie Kinder im Glauben sind, sondern v\u00f6llig Erwachsene. Stell dir vor, ein erwachsener Mann hat noch den K\u00f6rper eines Kindes. Dann w\u00e4re sein K\u00f6rper unterentwickelt. Wir sind ja der Leib, also der K\u00f6rper von Christus. Christus m\u00f6chte keinen unterentwickelten K\u00f6rper haben. Daher sagt Paulus: \u201ezur vollen Mannesreife, zum Ma\u00df der vollen Reife Christi.\u201c Christi Interesse besteht darin, dass wir zusammen als sein Leib wachsen. Man soll sich nicht damit zufrieden geben, wenn man selber w\u00e4chst, aber andere aus der Gemeinde nicht. Was hat Christus davon, wenn das eine Glied seines K\u00f6rpers gut entwickelt ist, andere aber unterentwickelt sind. So ein K\u00f6rper ist ja behindert.<br \/>\nVers 14 macht deutlich, wer im Glauben unreif bleibt, ist wie eine Wetterfahne. So wie sich eine Wetterfahne schnell von einer in die andere Richtung wenden kann, so unbest\u00e4ndig sind Menschen, die unreif im Glauben sind. Eben haben sie noch das geglaubt, doch schon bald danach glauben sie was ganz anderes. Denn sie lassen sich schnell von Irrlehren beeinflussen. Heutzutage werden \u00fcber das Internet viele Irrlehren, die sich als biblisch ausgeben, verbreitet. Man kann auf sie leicht hereinfallen, weil sie oft sehr plausibel klingen. Doch der im Glauben Reife merkt, welche Betr\u00fcgerei oder List dahinter steckt und bleibt bei der reinen Lehre des Evangeliums.<br \/>\nIm Vers 16 wendet Paulus ein Bild an, das uns in wunderbarer Weise veranschaulicht, wie Wachstum in der Gemeinde geschieht. Er vergleicht die Gemeinde mit einem K\u00f6rper. Der K\u00f6rper hat verschiedene Glieder, wie z.B. Kopf, H\u00e4nde, F\u00fc\u00dfe usw. Sie zusammen bilden den K\u00f6rper und unterst\u00fctzen sich einander, je nachdem, was ihre Funktion ist. Wenn ich zum Beispiel was essen m\u00f6chte, gibt mein Kopf meinen F\u00fc\u00dfen den Befehl zum K\u00fchlschrank zu laufen. Dann bekommen meine H\u00e4nde den Auftrag das Essen aus dem K\u00fchlschrank zu nehmen. Mein Mund kaut das Essen und mein Magen verdaut es usw. Dadurch bekommt der K\u00f6rper N\u00e4hrstoffe und w\u00e4chst mit der Zeit (sofern man noch nicht ausgewachsen ist). Unser K\u00f6rper w\u00e4chst von ganz allein. Wir m\u00fcssen den K\u00f6rper nicht irgendwie strecken oder dehnen. Der K\u00f6rper tr\u00e4gt in sich selbst das Potenzial zu wachsen. Ebenso ist es auch mit der Gemeinde. Sie w\u00e4chst von selbst, wenn ihre Glieder mit den jeweiligen Gaben einander dienen. Wir sollen einfach das tun, was unser Kopf, also Jesus uns sagt. So wie wir bei unserem K\u00f6rper nicht das Wachstum erzwingen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen wir es auch bei der Gemeinde nicht. Nicht wir wirken das Wachstum. Am Ende von Vers 16 hei\u00dft es: \u201eso wirkt er das Wachstum des Leibes zu seiner Selbsterbauung in Liebe\u201c.<br \/>\nWelche Gaben hat Gott dir gegeben? Wie kannst du diese Gaben in die Gemeinde einbringen? Welche Berufung hat Gott dir aufgrund deiner Gaben gegeben? Lasst uns mit diesen Fragen ins Gebet gehen. Wenn wir uns einander mit unseren Gaben dienen, wird das zum Wachstum der Gemeinde beitragen. Dadurch werden alle zur Einheit des Glaubens gelangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Einheit in der Gemeinde \u201eSo ermahne ich euch nun, ich, der Gebundene im Herrn, dass ihr der Berufung w\u00fcrdig wandelt, zu der ihr berufen worden seid, indem ihr mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut einander in Liebe ertragt und eifrig bem\u00fcht seid, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens\u201c [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[30,3,40],"tags":[],"class_list":["post-11729","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-epheser","category-fragebogen","category-neujahr"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11729","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11729"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11729\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11732,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11729\/revisions\/11732"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11729"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11729"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11729"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}