{"id":11601,"date":"2023-04-02T11:00:16","date_gmt":"2023-04-02T09:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=11601"},"modified":"2025-02-04T05:38:45","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:45","slug":"predigt-lukas-1928-48","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-1928-48\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 19,28-48"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/2022-Lukas-L.-34_19-2848-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Der K\u00f6nig zieht ein<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eAls sie die Stelle erreichten, an der der Weg den \u00d6lberg hinabf\u00fchrte, fingen alle seine Anh\u00e4nger an, Gott mit lautem Jubel f\u00fcr die gro\u00dfen Wunder zu loben, die sie gesehen hatten.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukas 19,37)<\/p>\n<p>Vor einigen Wochen habe ich gesagt, dass es bei Lukas eine lange Reiseerz\u00e4hlung gibt. Am Ende von Lukas 9 haben wir folgendes gelesen: \u201eAls die Zeit n\u00e4her r\u00fcckte, in der Jesus die Erde verlassen und in den Himmel zur\u00fcckkehren sollte, machte er sich entschlossen auf den Weg nach Jerusalem.\u201c Die Elberfelder Bibel schreibt: \u201e\u2026 da richtete er sein Angesicht fest darauf, nach Jerusalem zu gehen.\u201c Jesus war fest entschlossen, nach Jerusalem zu gehen. Die Kapitel danach machen deutlich, dass Jesus sich auf dieser Reise befindet. Und jetzt, zehn Kapitel sp\u00e4ter, kommt Jesus in Jerusalem an. Es gibt keinen passenderen Text f\u00fcr den heutigen Palmsonntag.<br \/>\nNat\u00fcrlich war es nicht das erste Mal, dass Jesus in Jerusalem einkehrt. Die Juden hatten mehrere Jahresfeste, die in Jerusalem gefeiert wurden. Als frommer Jude war Jesus immer wieder nach Jerusalem gereist, um an diesen Festen teilzunehmen. Er tat es bereits als Kind. Aber uns ist allen klar, dass diese Reise nach Jerusalem anders ist. Und dieser Einzug in Jerusalem ist anders als alles, was die Stadt je gesehen hat. Jesus zieht ein als der verhei\u00dfene K\u00f6nig.<br \/>\nWir sehen im heutigen Text folgende Punkte: erstens, der Anspruch, den Jesus erhebt; zweitens, der Widerspruch, den er vereinigt; drittens, die Reaktion die sein Einzug von uns erfordert.<\/p>\n<p><strong>1. Der Anspruch, den Jesus erhebt<\/strong><br \/>\nJesus kommt als K\u00f6nig in die Stadt. Nichts weniger ist sein Anspruch. Wir sehen das anhand von verschiedenen Aspekten. Um mit etwas Einfachem anzufangen: In Vers 36 lesen wir, dass die Menschen beim Einzug ihre M\u00e4ntel vor Jesus auf der Stra\u00dfe ausbreiteten. Die Kleidung f\u00fcr jemanden auf dem Weg auszubreiten ist eine besondere Geste f\u00fcr eine besondere Person: Wir tun das nicht einmal f\u00fcr besondere Freunde oder f\u00fcr besondere Familienangeh\u00f6rige. Es ist eine Geste f\u00fcr einen K\u00f6nig.<br \/>\nIch liebe meine Frau G. sehr. Aber ich w\u00fcrde niemals auch nur auf die Idee kommen, meine Kleidung vor G. auf den Boden auszubreiten, aus zwei Gr\u00fcnden. Der eine Grund ist: Obwohl G. bei uns in der Familie das Sagen hat, ist sie keine K\u00f6nigin \u2013 also keine richtige K\u00f6nigin. Der andere Grund ist: G. ist bei uns die Person, die die ganze W\u00e4sche macht. Am Ende des Films \u201eShakespeare in love\u201c geht die K\u00f6nigin Elizabeth zu ihrer k\u00f6niglichen Kutsche. Vor ihr ist eine schlammige Pf\u00fctze. An der Seite stehen ihre Diener, sie sich vor ihr verbeugen. Die K\u00f6nigin h\u00e4lt inne. Das ist der Moment, in welchem die Diener ihre M\u00e4ntel ausbreiten sollten, damit die K\u00f6nigin trockenen Fu\u00dfes zu ihrer Kutsche kann. K\u00f6nigin Elizabeth geht durch die Pf\u00fctze, die Diener werfen ihre M\u00e4ntel schnell zu Boden, w\u00e4hrend die K\u00f6nigin sagt: \u201eZu sp\u00e4t. Zu sp\u00e4t.\u201c Aber Jesus bekommt diese k\u00f6nigliche Behandlung. Er nimmt es in Anspruch, weil er als K\u00f6nig in die Stadt kommt.<br \/>\nWir sehen Jesu Anspruch auch in der Tatsache, wie er seinen Einzug vorbereitet. In Vers 29 schickt Jesus zwei J\u00fcnger voraus. Die Aufgabe der J\u00fcnger war es, ein Transportmittel f\u00fcr den K\u00f6nig ausfindig zu machen. Jesus offenbart, dass er alles sieht und alles wei\u00df: \u201eGeht in den Ort vor euch. Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Eselsfohlen angebunden sehen, das noch nie geritten wurde. Bindet es los und bringt es mir.\u201c Jesus sieht auch, dass die Besitzer des Esels unangenehme Fragen stellen werden: \u201eWas genau macht ihr da?\u201c Als ich damals in Hannover Doktorand war, hatte jemand versucht mein Fahrradschloss zu knacken. Dabei wurde das Schloss so demoliert, dass es ich es nicht mehr mit meinem Schl\u00fcssel aufschlie\u00dfen konnte. Also musste ich mir Werkzeug ausleihen und das Schloss durchs\u00e4gen. Mein Fahrrad stand an einer Stra\u00dfenbahn-Haltestelle. W\u00e4hrend ich also mein Fahrradschloss aufges\u00e4gt habe, gab es einige Leute, die mich extrem schr\u00e4g angesehen hatten.<br \/>\nF\u00fcr diesen Fall der F\u00e4lle hatte Jesus auch schon eine klare Antwort parat. Die J\u00fcnger sollten einfach antworten: \u201eDer Herr braucht es.\u201c Genau das taten die J\u00fcnger. Und dieses eine, ziemlich eigenartige Wort \u201eDer Herr braucht es\u201c l\u00f6ste tats\u00e4chlich das ganze Problem. Es gab keine weiteren Nachfragen. Und das ist eigentlich ein Wunder. Als ich mein Fahrrad in Hannover frei s\u00e4gte, hatte mein Wort: \u201eDas ist mein Fahrrad\u201c ungef\u00e4hr so viel Glaubw\u00fcrdigkeit, wie wenn jemand sagt: \u201eIch hatte Kontakt mit Au\u00dferirdischen.\u201c Der Blick in den Augen der Zuschauer sagte alles: \u201eJa, schon klar.\u201c Dabei geh\u00f6rte das Fahrrad ja wirklich mir. Aber als die J\u00fcnger \u201eDer Herr braucht es\u201c sagten, hatte dieses Wort mehr Autorit\u00e4t und mehr Gewicht, als wenn man w\u00e4hrend einer Hochzeit sagen w\u00fcrde: \u201eEs ist f\u00fcr die Braut.\u201c<br \/>\nDas Wort f\u00fcr \u201eHerr\u201c, das Jesus hier gebrauchte, ist kyrios. Im griechischen Sprachgebrauch wurde dieses Wort verwendet, wenn man vom Kaiser gesprochen hatte oder sogar f\u00fcr eine Gottheit. Jesus bezieht dieses Wort auf sich selbst. Was Jesus hier zum Ausdruck bringt, ist folgendes: \u201eIch bin der wahre Herr und der alleinige Gott. Ich bin der Sch\u00f6pfer von allem, was existiert. Und weil dem so ist, bin ich der absolute, uneingeschr\u00e4nkte Eigent\u00fcmer von allem, was es gibt. Ich erhebe meinen Anspruch auf das, was mir rechtm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rt und zusteht.\u201c Johannesevangelium Kapitel 1 spricht davon, dass Jesus in die Welt hineinkommt, die ihm geh\u00f6rt. Nichts weniger ist sein Anspruch.<br \/>\nAls ob das Ganze noch nicht explizit genug ist, l\u00e4sst Jesus sich von seinen Anh\u00e4ngern feiern und zujubeln. Vers 38: \u201eGepriesen sei der K\u00f6nig, der im Namen des Herrn kommt! Friede in der H\u00f6he und Ehre im h\u00f6chsten Himmel!\u201c Es ist ein Zitat aus Psalm 118. Und dieses Wort, das vom Messias spricht, wird auf Jesus angewendet. Jesus ist dieser verhei\u00dfene Messias. Er ist der K\u00f6nig, der im Namen des Herrn kommt. Das wiederum bedeutet, dass sich alle Verhei\u00dfungen, die mit diesem Messias zusammenh\u00e4ngen, erf\u00fcllen werden. Vers 38 spricht davon, dass Friede kommen wird. Das hebr\u00e4ische Wort von Frieden ist uns allen bekannt: Schalom. Es ist der wichtigste Gru\u00df im Nahen Osten. Wenn immer die Bibel von Frieden spricht, ist nicht einfach nur eine Abwesenheit von Konflikten und Gewalt gemeint. Friede bedeutet umfassendes Wohlergehen. Friede bedeutet, dass es uns allen in jeder Hinsicht, gut gehen wird.<br \/>\nIm dritten Buch der Herr der Ringe von Tolkien gibt es ein Kapitel, das \u201edie H\u00e4user der Heilungen\u201c hei\u00dft. Der Inhalt des Kapitels ereignet sich nach einer verheerenden Schlacht. Einige der Protagonisten sind verwundet, teilweise vergiftet, und ihr Zustand verschlimmert sich zusehends. Inmitten dieser Verzweiflung weint eine alte Frau um einen der Helden. Und sie spricht von einer alten Prophezeiung, die besagt: \u201eDie H\u00e4nde des K\u00f6nigs sind die H\u00e4nde eines Heilers, und so soll der rechtm\u00e4\u00dfige K\u00f6nig erkannt werden.\u201c Wenig sp\u00e4ter kommt der Nachkomme des K\u00f6nigs in die Stadt. Er nimmt die Bl\u00e4tter von einer scheinbar nutzlosen Pflanze und macht daraus ein Medikament. Nach und nach kommen die verwundeten und verletzten Helden wieder zu Bewusstsein und es geht ihnen viel besser. Die ganze Nacht hindurch heilt der K\u00f6nig die Verwundeten der Stadt.<br \/>\nUnd genau so k\u00f6nnen wir uns den Einzug des K\u00f6nigs Jesus vorstellen. Er erhebt den Anspruch, der wahre K\u00f6nig und der Messias zu sein. Unter seiner Herrschaft gibt es wahren Schalom-Frieden. Er heilt alle Wunden. Er macht das Kaputte und das Kranke wieder heil. Er wird alles wieder gut machen.<br \/>\nBevor wir fortfahren, m\u00f6chte ich nur ganz kurz zeigen, wie relevant das Ganze ist. Wir leben in einer Demokratie und keiner Monarchie. Und das ist irgendwo auch gut so, weil die meisten Alleinherrscher ziemlich schrecklich waren. Der letzte Quasi-Monarch, den es in Deutschland gab, hatte den Zweiten Weltkrieg angezettelt und Millionen von Menschen ermorden lassen. Wir k\u00f6nnen von Gl\u00fcck davon reden, dass wir in einer Demokratie leben, auch wenn unsere jetzige Regierungsform alles andere als perfekt ist.<br \/>\nUnd trotzdem l\u00e4sst uns das Thema nicht los. Letztes Jahr ist Queen Elizabeth II. gestorben. Tage- und wochenlang waren sogar die deutschen Medien \u00fcberf\u00fcllt mit Berichten \u00fcber die K\u00f6nigin. Und dabei war Elizabeth noch nicht einmal K\u00f6nigin in Deutschland. Diese Woche war ihr Sohn K\u00f6nig Charles III. in Deutschland zu Besuch. Auch das wurde ausf\u00fchrlich in den Medien behandelt. Warum ist alles, was mit den Royals zu tun hat, Futter f\u00fcr die Medien? Vorhin habe ich die Geschichte \u201eder Herr der Ringe\u201c erw\u00e4hnt, in der es um die R\u00fcckkehr der K\u00f6nig Aragorn geht. Ich kenne eigentlich nur zwei Gruppen von Menschen: diejenigen, die Herr der Ringe nicht kennen; und diejenigen, die Fans davon sind. Fast jeder, der sich mit dieser Geschichte besch\u00e4ftigt hat, sei es durch B\u00fccher oder Filme, ist davon angezogen und fasziniert. Dar\u00fcber hinaus gibt es unz\u00e4hlige Geschichten, Legenden, Mythen \u00fcber K\u00f6nige. Und \u00fcber diesen Stoff werden unz\u00e4hlige Geschichten erfunden, B\u00fccher geschrieben und Serien und Filme gedreht, die von Millionen von Menschen gelesen und geschaut werden. Warum diese Obsession? Woher kommt diese Faszination? Warum lieben wir diese Geschichten?<br \/>\nVielleicht liegt es daran, dass wir ein Echo geh\u00f6rt haben, von einer unendlich sch\u00f6nen Musik; oder wir haben ein Nachglimmen von einem hellen Licht gesehen; oder wir haben eine Erinnerung an ein Zuhause, das wir nie hatten. Vielleicht liegt es daran, dass wir tief im Herzen Sehnsucht haben nach dem einen wahren K\u00f6nig; der wahre Held, der Rettung bringt, der diese Welt rettet und der uns rettet. Jemand, der wirklich gerecht und wirklich gut ist. Jemand, der stark ist und auf unserer Seite steht. Jemand, der unsere K\u00e4mpfe k\u00e4mpft und f\u00fcr uns den Sieg davontr\u00e4gt. Wir wollen einen K\u00f6nig.<\/p>\n<p><strong>2. Der Widerspruch, den Jesus in sich vereinigt<\/strong><br \/>\nDie Art und Weise wie Jesus in Jerusalem einzieht, offenbart, welche Widerspr\u00fcche Jesus in sich vereint. Diesen Punkt habe ich, wie so oft, von Tim Keller gelernt. Versuchen wir uns in die Lage der J\u00fcnger hineinzuversetzen. Jesus hatte sie in den Plan eingeweiht, dass er als K\u00f6nig nach Jerusalem kommt. \u201eEndlich!\u201c, m\u00fcssen sie gedacht haben. \u201eEndlich wird er sein Reich aufrichten! Endlich macht er Ernst! Endlich werden K\u00f6pfe rollen!\u201c Bei der Wahl des Transportmittels f\u00fchlen wir uns vielleicht an den Disney Film Aladdin erinnert. Der Geist aus der Lampe verschafft Aladdin ein besonderes Reittier: Esel und Kamel sind v\u00f6llig ungeeignet. Stattdessen verwandelt er Aladdins Affen in einen riesigen Elefanten. Das w\u00e4re ein w\u00fcrdiges Transportmittel oder ein nobles Schlachtross.<br \/>\nDie J\u00fcnger m\u00fcssen nicht schlecht gestaunt haben, als Jesus ihnen sein Reittier zeigte: ein Esel. Als ob das f\u00fcr einen K\u00f6nig nicht unw\u00fcrdig genug ist: Jesus reitet auf einem jungen Esel. Das w\u00e4re eher ein Reittier f\u00fcr Kinder. Der Esel war vermutlich so klein, dass Jesu F\u00fc\u00dfe fast auf dem Boden schleiften. Es muss l\u00e4cherlich ausgesehen haben.<br \/>\nNoch ein weiterer Punkt: Esel oder Pferde, die noch nie von jemanden geritten wurden, lassen es in der Regel nicht einfach zu, dass sich jemand auf ihren R\u00fccken setzt. Sie brauchen Eingew\u00f6hnungszeit. Sie m\u00fcssen erst damit warm werden, einen Menschen auf sich sitzen zu haben. Und sie sind scheu. Warum sind Tiere scheu? Weil sie schlau sind. Sie wissen, dass sie uns nicht trauen k\u00f6nnen. Wir Menschen gehen nicht gerade gut mit Tieren um. \u00dcberhaupt nicht. Wir beuten Tiere erbarmungslos aus.<br \/>\nDass der Esel Jesus \u00fcberhaupt als Reiter zul\u00e4sst, ist ein kleines Wunder. Vielleicht liegt es daran, dass das Tier wusste, dass Jesus ganz anders ist als wir alle. Jesus ist sanftm\u00fctig und freundlich, auch zu den Tieren. D.A. Carson schreibt zu diesem Ereignis: \u201eInmitten dieser aufgeregten Menge bleibt also ein unversehrtes Tier ruhig unter den H\u00e4nden des Messias, der die Natur beherrscht [und der den Sturm beruhigt hat]. So weist das Ereignis auf den Frieden des vollendeten Reiches hin [wenn Wolf und Lamm eintr\u00e4chtig zusammenleben, und Kalb, L\u00f6we und Mastvieh Freunde sein werden].\u201c Der junge Esel tr\u00e4gt seinen Meister durch die vollen Stra\u00dfen von Jerusalem. Und es geht dem Tier wunderbar dabei.<br \/>\nDas alles verr\u00e4t uns etwas \u00fcber die Gegens\u00e4tze, die Jesus vereinigt. Auf der einen Seite erhebt Jesus den Anspruch, der K\u00f6nig zu sein. Nicht einfach irgendein K\u00f6nig, sondern der K\u00f6nig der K\u00f6nige und der Herr aller Herren. Auf der anderen Seite reitet Jesus auf einem nicht ausgewachsenen Esel. Einerseits ist Jesus unendlich stark, andererseits so schwach; einerseits so hoch, andererseits so niedrig.<br \/>\nDer schottische Prediger James Stewart hat folgendes \u00fcber Jesus geschrieben: \u201eEr war der sanftm\u00fctigste und niedrigste aller Menschens\u00f6hne, und doch sprach er davon, auf den Wolken des Himmels mit der Herrlichkeit Gottes zu kommen. Er war so streng, dass b\u00f6se Geister und D\u00e4monen vor seinem Erscheinen erschraken, und doch war er so freundlich und liebensw\u00fcrdig und zug\u00e4nglich, dass die Kinder es liebten mit ihm zu spielen und die Kleinen sich in seine Arme schmiegten. Seine Anwesenheit bei der unschuldigen Fr\u00f6hlichkeit einer Dorfhochzeit war wie die Anwesenheit von Sonnenschein. Niemand war nur halb so barmherzig zu den S\u00fcndern, aber niemand hat jemals solch wei\u00dfgl\u00fchende Worte \u00fcber die S\u00fcnde gesprochen. Das geknickte Rohr w\u00fcrde er nicht zerbrechen, sein ganzes Leben war Liebe, doch bei einer Gelegenheit fragte er die Pharis\u00e4er, wie sie der Verdammnis der H\u00f6lle entgehen wollten. Er war ein Tr\u00e4umer von Tr\u00e4umen, und ein Seher von Visionen, doch was den puren Realismus angeht, \u00fcbertrifft er alle unsere puristischen Realisten um L\u00e4ngen. Er war ein Diener aller, der den J\u00fcngern die F\u00fc\u00dfe wusch, und doch schritt er meisterhaft in den Tempel, und die H\u00e4ndler und Geldwechsler fielen \u00fcbereinander her, um dem wahnsinnigen Ansturm und dem Feuer, das sie in seinen Augen lodern sahen, zu entkommen. Er rettete andere, aber sich selbst rettete er nicht. Es gibt in der Geschichte nichts, das sich mit der Vereinigung von Gegens\u00e4tzen vergleichen lie\u00dfe, die uns in den Evangelien begegnet. Das Geheimnis Jesu ist das Geheimnis g\u00f6ttlicher Pers\u00f6nlichkeit.\u201c<br \/>\nDer Punkt ist, dass es genau das ist, was wir brauchen. Wir brauchen nicht nur einen gro\u00dfen K\u00f6nig, sondern auch einen K\u00f6nig, der nahbar ist. Wir brauchen nicht nur einen allm\u00e4chtigen Herrscher, sondern auch einen Sanftm\u00fctigen.<br \/>\nUnd das bringt uns zum letzten Punkt.<\/p>\n<p><strong>3. Die Reaktion, die sein Einzug von uns erfordert<\/strong><br \/>\nWas die Reaktion der Menschen angeht, sind uns vor allem zwei \u00fcberliefert. In Vers 37 hei\u00dft es: \u201eAls sie die Stelle erreichten, an der der Weg den \u00d6lberg hinabf\u00fchrte, fingen alle seine Anh\u00e4nger an, Gott mit lautem Jubel f\u00fcr die gro\u00dfen Wunder zu loben, die sie gesehen hatten.\u201c Lauter Jubel, Anbetung und Freude \u00fcber die Wunder waren die eine Reaktion auf Jesu Kommen.<br \/>\nDie andere Reaktion zeigt Vers 39. Die Pharis\u00e4er sind \u201enot amused\u201c. Sie verlangen von Jesus, dass er seine J\u00fcnger ma\u00dfregelt und zum Schweigen bringt. Jesus sagt aber: \u201eW\u00fcrden sie schweigen, dann w\u00fcrden die Steine schreien!\u201c Dieses Wort kann bildlich verstanden werden. Aber vielleicht ist es eine Anspielung auf alttestamentliche Prophezeiungen wie zum Beispiel in Psalm 98,8: \u201eDie Fl\u00fcsse sollen vor Freude in die H\u00e4nde klatschen! Die Berge sollen fr\u00f6hliche Lieder singen vor dem HERRN. Denn der HERR kommt, die Erde zu richten. Er wird die Welt richten mit Gerechtigkeit und alle V\u00f6lker nach seiner Wahrheit.\u201c Oder Jesaja 55,12: \u201eDie Berge und H\u00fcgel werden jubelnd vor euch singen und alle B\u00e4ume auf dem Feld werden in die H\u00e4nde klatschen.\u201c Die Bibel spricht davon, dass diese ganze Sch\u00f6pfung nicht so ist, wie sie sein sollte; dass die Natur, von der wir umgeben sind, ebenfalls darauf wartet, erl\u00f6st zu werden. Und vielleicht wird es so sein, dass Berge, Steine, Fl\u00fcsse, B\u00e4ume sp\u00e4ter einmal jubeln und singen und tanzen k\u00f6nnen, wenn Jesus wiederkommt.<br \/>\nWas k\u00f6nnte das dann f\u00fcr uns bedeuten? Um Tim Keller zu zitieren: \u201eUns wird mitgeteilt, dass im neuen Himmel und der neuen Erde, B\u00e4ume und H\u00fcgel in der Lage sein werden, zu klatschen und zu tanzen. Wenn sie in der Lage sein werden, das zu tun, versuch dir vorzustellen, was du und ich eines Tages tun werden k\u00f6nnen.\u201c Welche F\u00e4higkeiten werden wir dann haben? Wie werden wir eines Tages erneuert werden? Wie werden wir sein, wenn wir nicht mehr durch Krankheiten, Alterungsprozesse und vor allem durch die S\u00fcnde selbst geplagt sein werden?<\/p>\n<p>Eine Anwendung zum Schluss: Dieser Text konfrontiert uns mit einem K\u00f6nig, der so umfassend gro\u00df ist, dass es eine Entscheidung von uns erfordert. Johannes Hartl hatte vor kurzem gesagt, dass wir nur einen Telefonanruf von einer Katastrophe entfernt sind: ein Telefonanruf, der unser Leben radikal ver\u00e4ndern k\u00f6nnte; weil wir z.&nbsp;B. von einer Diagnose erfahren, mit der wir nicht gerechnet haben, oder von einem unerwarteten Ungl\u00fcck in der Familie. Es gibt Ereignisse, die so gro\u00df sind, dass wir sofort unser ganzes Leben umdenken m\u00fcssen. Und danach gibt es kein Zur\u00fcck mehr in unser altes Leben. Es gibt nur noch ein \u201ewie stelle ich mein Leben so um, dass ich mit dieser neuen Situation klarkomme.\u201c Das gilt auch im positiven Sinne: ein Ereignis, das so gro\u00df und so sch\u00f6n ist, dass wir uns ganz darauf einstellen m\u00fcssen.<br \/>\nUnser Text konfrontiert uns mit einer Person, die so unglaublich gro\u00df und gut ist, dass wir nicht umhinkommen, eine Entscheidung zu treffen: Jesus ist der K\u00f6nig, der gekommen ist, dein Leben heil und gut zu machen; er ist der K\u00f6nig, der f\u00fcr dich gestorben ist, um das L\u00f6segeld f\u00fcr deine Schuld zu zahlen, welche du niemals h\u00e4ttest bezahlen k\u00f6nnen; er ist der K\u00f6nig, der auferstanden ist und der deine gr\u00f6\u00dften und schlimmsten Feinde, S\u00fcnde und Satan, Tod und Teufel, ein f\u00fcr alle Mal besiegt hat. Er ist der K\u00f6nig, der alles neu macht und der dir ein neues Leben anbietet mit einem neuen Himmel und einer neuen Erde. Es klingt zu gut, um wahr zu sein. Aber das Evangelium sagt uns, dass es wahr ist, weil Gott wirklich so gut ist. Und das alles erfordert eine Entscheidung von dir. Es ist die Entscheidung, Jesus als deinen K\u00f6nig und dein Herr in deinem Leben anzunehmen, sich unter seine gerechte Herrschaft zu stellen und sein Diener zu werden. Gleichg\u00fcltig zu sein, unentschieden zu bleiben ist auch eine Entscheidung.<br \/>\nSo sehr wir von K\u00f6nigen und Royalty fasziniert sind, tun wir uns vielleicht schwierig mit der Tatsache, uns wirklich einem K\u00f6nig unterzustellen. Wir wollen unser Leben selbst in H\u00e4nden halten. Wir wollen die Kontrolle haben. Wir wollen unsere eigenen Herren sein. Aber Fakt ist: Jeder von uns hat bereits einen K\u00f6nig; jeder von uns dient bereits etwas; jeder von uns ist bereits untertan: Arbeit, Geld, Karriere, Ansehen, Familie, Kinder. Wir alle haben etwas, dem wir dienen, um erf\u00fcllt und gl\u00fccklich zu sein. Spurgeon sagte in seiner letzten Predigt: \u201eJeder Mensch muss etwas dienen: Wir haben keine Wahl, was das angeht. Diejenigen, die keinen Herrn haben, sind Sklaven ihrer selbst. Vertrau darauf: Du wirst entweder Satan oder Christus dienen, entweder deinem Selbst oder dem Heiland. Du wirst feststellen, dass S\u00fcnde, Selbst und Satan harte Herren sind.\u201c<br \/>\nWie anders hingegen ist Jesus. Er ist der K\u00f6nig, der auf einem jungen Esel reitet. Er ist der einzige K\u00f6nig, der \u00fcber uns herrscht, ohne uns zu unterdr\u00fccken; er ist der einzige K\u00f6nig, der treu ist, auch wenn wir untreu sind; der einzige K\u00f6nig, der f\u00fcr uns gestorben ist, um uns zu vergeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der K\u00f6nig zieht ein \u201eAls sie die Stelle erreichten, an der der Weg den \u00d6lberg hinabf\u00fchrte, fingen alle seine Anh\u00e4nger an, Gott mit lautem Jubel f\u00fcr die gro\u00dfen Wunder zu loben, die sie gesehen hatten.\u201c (Lukas 19,37) Vor einigen Wochen habe ich gesagt, dass es bei Lukas eine lange Reiseerz\u00e4hlung gibt. 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