{"id":11591,"date":"2023-03-26T11:00:25","date_gmt":"2023-03-26T09:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=11591"},"modified":"2025-02-04T05:38:45","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:45","slug":"predigt-lukas-1911-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-1911-27\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 19,11-27"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2022-Lukas-L.-33_19-1127-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Handelt damit, bis ich wiederkomme<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDer lie\u00df zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukas 19.13)<\/p>\n<p>Unser heutiger Text umfasst ein einziges Gleichnis. Eine weitere Besonderheit ist, dass uns am Anfang klar gesagt wird, warum Jesus dieses Gleichnis erz\u00e4hlt hat. Da hei\u00dft es n\u00e4mlich: \u201eAls sie nun zuh\u00f6rten, sagte er ein weiteres Gleichnis; denn er war nahe bei Jerusalem und sie meinten, das Reich Gottes werde sogleich offenbar werden.\u201c Jesus befand sich noch in Jericho, der letzten Stadt vor Jerusalem. Die Menschen, die Jesus von Galil\u00e4a nach Jerusalem folgten, erwarteten, dass er in Jerusalem in K\u00fcrze die Herrschaft ergreifen, die R\u00f6mer vertreiben und so das Reich Gottes sichtbar aufrichten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Diese Erwartung veranlasste Jesus, ein weiteres Gleichnis zu erz\u00e4hlen, weil diese Erwartung nicht richtig war. Jesus w\u00fcrde in Jerusalem zwar etwas Entscheidendes f\u00fcr die Aufrichtung von Gottes Reich tun, da er f\u00fcr die S\u00fcnde der Welt sterben und von den Toten auferstehen w\u00fcrde. Aber er w\u00fcrde danach zum Himmel auffahren und erst sp\u00e4ter als der wahre K\u00f6nig des Universums zur\u00fcckkommen. Die J\u00fcnger sollten verstehen, wie sie in der Zeit zwischen Jesu Himmelfahrt und seiner Wiederkunft leben und welche Aufgabe sie in dieser Zeit erf\u00fcllen sollten. Wir leben zwar etwa 2000 Jahre sp\u00e4ter, aber wir leben wie die J\u00fcnger damals in der Zeit zwischen Jesu erstem Kommen und seiner Wiederkunft. Wie sollen wir in dieser Zeit leben? F\u00fcr welche Aufgabe sollen wir uns in dieser Zeit einsetzen? Lasst uns das heute von dem Gleichnis Jesu lernen!<\/p>\n<p>Welchen Inhalt hatte das Gleichnis, das Jesus erz\u00e4hlte? Jesus sagte: \u201eEin Mann von edler Herkunft zog in ein fernes Land, um ein K\u00f6nigtum zu erlangen und dann zur\u00fcckzukommen. Der lie\u00df zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme!\u201c (12.13) Der Mann von edler Herkunft oder anders \u00fcbersetzt \u201eF\u00fcrst\u201c, wollte in ein fernes Land ziehen, um sich dort zum K\u00f6nig \u00fcber sein Land ernennen zu lassen und dann als K\u00f6nig in sein Land zur\u00fcckzukommen. Vor seiner Abreise lie\u00df er zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfunde und gab ihnen den Auftrag: \u201eHandelt damit, bis ich wiederkomme!\u201c Ein Pfund entsprach damals etwa 625 Gramm Silber. Das entsprach etwa 100 Denare, was dem Lohn eines Tagel\u00f6hners f\u00fcr ein Drittel vom Jahr war und heute etwa mit 12.000 Euro vergleichbar ist. Das war eine gro\u00dfe Summe, von denen die Knechte nie zu tr\u00e4umen gewagt hatten, sie jemals in der Hand zu halten. Dass der Herr zehn seiner Knechte je ein Pfund anvertraute, war ein gro\u00dfes Privileg und eine Ehre f\u00fcr sie. Sie sollten damit w\u00e4hrend seiner Abwesenheit in Freiheit und eigener Verantwortung Handel treiben und dadurch f\u00fcr ihn Gewinn erzielen.<\/p>\n<p>Wie dachten die Leute des Landes \u00fcber diesen Edelmann? Vers 14 sagt: \u201eSeine B\u00fcrger aber waren ihm feind und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und lie\u00dfen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser \u00fcber uns herrsche.\u201c Dieser Vers hat den historischen Hintergrund, dass die Juden eine Gesandtschaft nach Rom geschickt hatten, als Archelaus, der Sohn von Herodes dem Gro\u00dfen sich beim Kaiser darum bewarb, das K\u00f6nigtum \u00fcber Jud\u00e4a zu erlangen, was die Juden verhindern wollten. Den meisten Zuh\u00f6rern Jesu war dieses Ereignis bekannt. Tats\u00e4chlich beschreibt Jesus mit diesem Vers aber die feindselige Haltung der meisten Juden, die ihn als Herrn und K\u00f6nig \u00fcber sich ablehnten.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der feindseligen Haltung seiner B\u00fcrger kam der Edelmann als K\u00f6nig wieder. Was tat er, als er wiederkam? Die Verse 15ff. sagen: \u201eUnd es begab sich, als er wiederkam, nachdem er das K\u00f6nigtum erlangt hatte, da lie\u00df er die Knechte zu sich rufen, denen er das Geld gegeben hatte, um zu erfahren, was sie erhandelt h\u00e4tten. Da trat der erste herzu und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund eingebracht.\u201c Der Herr wollte nach seiner R\u00fcckkehr von den Knechten, denen er sein Verm\u00f6gen anvertraut hat, erfahren, wie viel sie erhandelt hatten. Der erste Knecht hatte das zehnfache dazugewonnen. Als Knecht bzw. Sklave muss er bis dahin ganz andere Aufgaben gehabt haben, etwa auf dem Feld, im Stall oder in der K\u00fcche zu arbeiten. Er war nicht darin ausgebildet noch darin erfahren, mit Geld zu handeln und dadurch Gewinn zu erzielen. Aber er muss seine Aufgabe von Herzen angenommen und alles daf\u00fcr eingesetzt haben, um mit dem anvertrauten Pfund zu handeln und f\u00fcr den Herrn Gewinn zu erlangen. Er muss sich viele Gedanken gemacht und Vieles ausprobiert haben, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei muss er auch Entt\u00e4uschungen und R\u00fcckschl\u00e4ge erlebt haben. Aber hielt das Ziel fest, f\u00fcr seinen Herrn Gewinn zu erzielen, und suchte immer wieder nach einem Weg. Nach und nach gelang es ihm und schlie\u00dflich hatte er einen gro\u00dfen Gewinn erlangt.<\/p>\n<p>Wie reagierte der Herr? \u201eUnd er sprach zu ihm: Recht so, du guter Knecht; weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Macht haben \u00fcber zehn St\u00e4dte.\u201c Der Herr freute sich sehr \u00fcber ihn und lobte ihn als guten Knecht. Aufgrund seiner Treue setzte er ihn als Regent \u00fcber zehn St\u00e4dte ein. Der zweite Knecht hatte mit dem Pfund f\u00fcnf Pfund dazu gewonnen. Wie der erste Knechte betonte auch er nicht seine eigene Leistung, sondern sagte, dass das Pfund des Herrn so viel eingebracht hatte. Dieser Ausdruck zeigt, dass die beiden Knechte ihr Handeln mit dem Pfund nicht f\u00fcr erw\u00e4hnenswert hielten, sondern es f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich achteten, f\u00fcr den Herrn zu arbeiten. Ihre Worte zeigen auch, dass sie sich bewusst waren, dass das Pfund selbst ein Potenzial hat, sich zu vermehren.<\/p>\n<p>Was sagte der dritte Knecht? Die Verse 20-21 sagen: \u201eUnd der dritte kam und sprach: Herr, siehe da, hier ist dein Pfund, das ich in einem Tuch verwahrt habe; denn ich f\u00fcrchtete mich vor dir, weil du ein harter Mann bist; du nimmst, was du nicht angelegt hast, und erntest, was du nicht ges\u00e4t hast.\u201c Der dritte Knecht hatte mit dem anvertrauten Pfund gar nicht gehandelt, sondern es nur in einem Tuch aufbewahrt. Um sich zu rechtfertigen, macht er dem Herrn viele Vorw\u00fcrfe und bezeichnet ihn als harten Mann und als ungerecht. Wie reagierte der Herr? \u201eEr sprach zu ihm: Mit deinen eigenen Worten richte ich dich, du b\u00f6ser Knecht. Wusstest du, dass ich ein harter Mann bin, nehme, was ich nicht angelegt habe, und ernte, was ich nicht ges\u00e4t habe, warum hast du dann mein Geld nicht zur Bank gebracht? Und wenn ich zur\u00fcckgekommen w\u00e4re, h\u00e4tte ich\u2019s mit Zinsen eingefordert.\u201c Der Herr l\u00e4sst die Rechtfertigung dieses Knechts f\u00fcr seine Unt\u00e4tigkeit nicht gelten, sondern entlarvt sie als Ausrede. Wenn er den Herrn wirklich f\u00fcr einen harten Mann gehalten h\u00e4tte, h\u00e4tte er das anvertraute Verm\u00f6gen zur Bank gebracht, damit der Herr wenigstens Zinsen erhalten h\u00e4tte. Der Herr tadelt ihn als b\u00f6sen Knecht, weil er in Wirklichkeit gar nicht willens war, seinem Herrn zu dienen. Der Herr lie\u00df ihm das Pfund wegnehmen und es dem geben, der zehn Pfund hatte.<\/p>\n<p>Was bedeutet dieses Gleichnis? Der F\u00fcrst, der in ein fernes Land geht, um ein K\u00f6nigtum zu erlangen und dann zur\u00fcckzukommen, steht f\u00fcr Jesus, der durch seinen Tod und seine Auferstehung bald in den Himmel fahren w\u00fcrde, um einst als der K\u00f6nig der K\u00f6nige und als Herr aller Herren zur\u00fcckzukommen. Die Knechte sind die Menschen. Die zehn Knechte, denen der Herr je ein Pfund anvertraute, sind die Gl\u00e4ubigen. Wof\u00fcr steht dann das Pfund, das jeder der zehn Knechte gleicherma\u00dfen bekommen hat? Man k\u00f6nnte denken, dass es f\u00fcr die Begabungen und F\u00e4higkeiten der Menschen steht oder f\u00fcr die geistlichen Gaben, die sie von Gott bekommen. Aber geistliche Gaben werden von Gott in unterschiedlicher Weise verteilt; menschliche F\u00e4higkeiten sowie. Jesus erz\u00e4hlt im Matth\u00e4usevangelium ein anderes Gleichnis, das \u00e4hnlich ist, bei dem der Herr aber den Knechten unterschiedlich viele Zentner anvertraut; das bezieht sich auf die geistlichen Gaben, die Gott in unterschiedlichem Ma\u00dfe zuteilt. Aber in Jesu Gleichnis hier gibt der Herr jedem der zehn Knechte ein Pfund, also jedem genau gleich viel. Das Eine, was Jesus einem jedem seiner Knechte gibt, jedem genau gleich viel, ist das Evangelium. Das Evangelium ist ein kostbarer Schatz, auf das wir nie ein Anrecht hatten, von dem wir nicht einmal zu tr\u00e4umen gewagt hatten. Wie das Pfund im Gleichnis ist das Evangelium an sich bereits ein wertvolles Verm\u00f6gen; und es hat ein gewaltiges Potenzial, sich zu vermehren. Das Evangelium kann nicht nur uns selbst zu neuen Menschen machen, sondern es hat auch ein gewaltiges Potenzial, viele andere Menschen zum Glauben an Jesus zu f\u00fchren und sie zu seinen Kindern und zum Teil von Gottes Reich zu machen! So wie das Potenzial, das in diesem Pfund lag, sich erst zeigte, als die Knechte damit handelten, so zeigt sich auch das Potenzial des Evangeliums erst dann, wenn wir damit handeln.<\/p>\n<p>Denn Jesus hat uns das kostbare Evangelium nicht gegeben, damit wir es irgendwo in die Ecke oder zu Hause in den Schrank legen. Der Befehl des Herrn: \u201eHandelt damit, bis ich wiederkomme!\u201c dr\u00fcckt Jesu Willen f\u00fcr die J\u00fcnger und f\u00fcr alle Christen aus, auch f\u00fcr uns. Jesus will, dass wir mit dem Evangelium in seinem Sinne handeln und f\u00fcr ihn Gewinn bringen. Wir sollen den Herrn nicht verachten, indem wir das kostbare Evangelium irgendwo liegen lassen und uns haupts\u00e4chlich mit unseren eigenen Angelegenheiten im Leben besch\u00e4ftigen. Wir sollen uns mit dem Evangelium, das er uns anvertraut hat, aktiv so esch\u00e4ftigen, dass es mit seiner gro\u00dfen Kraft t\u00e4glich in uns wirken und uns immer weiter heiligen und erneuern kann. Zudem sollen wir mit dem Evangelium so wirken, dass es von anderen wahrgenommen und angenommen werden kann und sie durch die Kraft des Evangeliums von der S\u00fcnde befreit und Gottes Kindern werden. Auf diese Weise will Jesus uns daf\u00fcr gebrauchen, um das herrliche Reich Gottes weiter zu bauen und zu erweitern.<\/p>\n<p>Mit dem Auftrag des Herrn im Gleichnis \u201eHandelt damit, bis ich wiederkomme!\u201c dr\u00fcckt Jesus nicht einen Vorschlag oder eine Empfehlung, sondern seinen Auftrag und Befehl f\u00fcr die J\u00fcnger und f\u00fcr alle Christen aus. Nach seiner Auferstehung sprach Jesus nicht mehr in Gleichnissen zu den J\u00fcngern, sondern redete mit ihnen Klartext. In Galil\u00e4a gebot er ihnen auf einem Berg: \u201eGehet hin und machet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker!\u201c (Matth\u00e4us 28,19a) Jesus gab ihnen auch den Auftrag: \u201eGehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.\u201c<\/p>\n<p>Obwohl alle Christen den Auftrag Jesu kennen, k\u00f6nnen wir leicht denken, dass wir nicht mit dem Evangelium wirken k\u00f6nnen, weil uns daf\u00fcr etwas Wichtiges fehlt. Manche denken, dass sie nicht f\u00e4hig genug sind, um mit anderen von Jesus zu reden, oder dass es ihnen an geistlichen Kenntnissen und Weisheit fehlt; dass sie keinen geeigneten Charakter haben oder dass es ihnen an geistlicher Kraft und Ausstrahlung fehlt; dass sie noch zu jung daf\u00fcr sind, um das Evangelium zu verbreiten, oder schon zu alt; dass sie keine Menschen kennen, denen sie von Jesus sagen k\u00f6nnten, oder dass sie schlichtweg keine Zeit daf\u00fcr haben. Ich nehme an, dass wohl jeder von solche Gedanken kennt, vielleicht zu gut kennt. Aber auch wenn viele dieser Dinge wahr sein m\u00f6gen oder sogar alle zutreffen m\u00f6gen, sind sie nach dem heutigen Gleichnis kein Grund, aus dem man nicht f\u00fcr das Evangelium wirken k\u00f6nnte oder d\u00fcrfte. Nach dem Gleichnis Jesu gibt es nur zwei Typen von Knechten: solche, die wie der erste und der zweite Knecht dem Auftrag des Herrn gehorchen und hingehen und mit dem Pfund handeln, indem sie das, was sie an Zeit, Kraft und M\u00f6glichkeiten haben, daf\u00fcr einsetzen. Sie tun das treu, weil sie den Herrn lieben. Am Ende erlangen sie f\u00fcr den Herrn Gewinn. Der Gewinn kommt, weil das Pfund so viel Potenzial hat.<\/p>\n<p>Die andere Art von Knechten ist wie der dritte Knecht. Bei ihm brachte das Pfund keinen Gewinn, weil er gar nicht damit handelte. Der Herr nennt ihn einen b\u00f6sen Knecht, weil er dem Auftrag des Herrn nicht gehorchte, obwohl er ihn verstanden hatte. Dass er den Auftrag des Herrn durchaus verstanden hatte, zeigt sich darin, dass er viele Ausreden vorbereitet hatte, als der Herr zur\u00fcck kam. Ausreden sind ein Zeichen daf\u00fcr, dass wir in keiner guten Beziehung zum Herrn leben. Der dritte Knecht erkannte den Herrn nicht als Herrn an, sondern wollte sein eigener Herr sein. Wir sollen nicht so gesinnt sein und leben wie der dritte Knecht. Diejenigen, die sich weigern, dem Herrn zu gehorchen, werden am Ende alles verlieren.<\/p>\n<p>Jesus lehrt durch das Gleichnis, dass wer seinen Auftrag annimmt und mit dem Evangelium wirkt, schlie\u00dflich sicher einen Gewinn f\u00fcr das Reich Gottes bringen wird. Das ist nicht abh\u00e4ngig von dem Ma\u00df unserer F\u00e4higkeiten oder Begabung oder wenig Zeit, sondern von der Treue zu Jesus, mit der wir das, was wir haben, f\u00fcr seinen Willen einsetzen.<\/p>\n<p>Jesus sagt im Vers 25: \u201eWer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.\u201c Mit diesem Wort lehrt Jesus ein wichtiges geistliches Prinzip, das eine Warnung und gleichzeitig eine Verhei\u00dfung ist. Wir sollen immer haben. Wir sollen immer den Willen haben, Jesus zu erfreuen und seinen Auftrag zu erf\u00fcllen. Wir sollen immer danach suchen, was wir haben an M\u00f6glichkeiten und Wegen, um seinem Interesse zu dienen, sein Evangelium zu verbreiten und sein Reich zu erweitern. Wenn wir immer darauf sehen, was wir haben an Glauben, an M\u00f6glichkeiten, an Zeit und Kraft und es einsetzen, werden wir mehr Erkenntnis und mehr M\u00f6glichkeiten mehr haben, die wir einsetzen k\u00f6nnen, sodass nach und nach f\u00fcr unseren Herrn und \u201eGewinn\u201c entsteht und sein Reich in uns selbst und in anderen innerhalb und au\u00dferhalb der Gemeinde w\u00e4chst. Wenn wir diesen Weg aus Liebe zu Jesus und im Vertrauen auf ihn gehen, werden wir immer mehr Glauben, Liebe und Kraft haben und schlie\u00dflich f\u00fcr ihn und sein Reich innerlich und \u00e4u\u00dferlich gro\u00dfen Gewinn haben.<\/p>\n<p>Jesus hat durch dieses Gleichnis nicht nur seinen Auftrag an uns veranschaulicht. Jesu hat dadurch seine J\u00fcnger und die Christen damals und heute gelehrt, wie und wof\u00fcr wir leben sollen, bis er wiederkommt. Wir sollen in unserem Leben Jesu Auftrag erf\u00fcllen, mit dem Evangelium zu handeln und f\u00fcr ihn Gewinn zu bringen. Jesus hat uns nicht vorgeschrieben, wie wir das genau tun sollen. Wir d\u00fcrfen in der Freiheit und der Verantwortung vor ihm unsere Zeit, Kraft, F\u00e4higkeiten und Begabungen, unsere Fantasie und alles, was wir haben, einsetzen, um den guten Weg zu finden, dass das Evangelium andere erreicht und sie f\u00fcr Jesus gewinnt. Wir sollen dadurch unseren Glauben und unsere Liebe zu unserem Herrn zum Ausdruck bringen, und dabei unsere Treue zu zeigen. Wir sollen nicht einfach vor uns hin leben und unsere Zeit und Kraft nur damit verbringen, Geld zu verdienen, Alltagsprobleme zu l\u00f6sen und unsere kleinen menschlichen W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen. Wir sollen uns daf\u00fcr einsetzen, dass das Evangelium durch unser Leben, unser Reden und Wirken f\u00fcr andere sichtbar, verstehbar und erfahrbar wird, sodass sie auch an Jesus glauben und Gottes Reich erleben k\u00f6nnen. Dadurch, dass wir mit dem Evangelium wirken, k\u00f6nnen auch wir selbst immer im Evangelium bleiben und geistlich wachsen und verhindern, dass wir wie der dritte Knecht werden, der nur f\u00fcr sich selbst gelebt und den Herrn und seine Gabe verachtet hat.<\/p>\n<p>Der letzte und tiefste Grund, aus dem Jesus uns beauftragt hat, mit dem Evangelium zu handeln, ist, dass er uns belohnen will. Es ist schon hier eine gro\u00dfe Freude, wenn wir erleben, wie das Evangelium in anderen Menschen wirkt und sie von der S\u00fcnde frei macht und ihnen ein neues Leben als Gottes Kinder schenkt. Aber das Gleichnis lehrt, dass unsere wahre Belohnung kommt, wenn der Herr wiederkommt. Dass der Herr die ersten beiden Knechte als Regenten \u00fcber zehn bzw. f\u00fcnf St\u00e4dte einsetzte, war eine \u00fcberraschend gro\u00dfe und eigentlich unangemessene Belohnung. Es zeigt, dass der Herr mit seinem Auftrag eigentlich das Ziel hat, dass er seine Knechte gro\u00dfartig belohnen will. Der ultimative Grund, aus dem Jesus uns beauftragt hat, mit dem Evangelium zu handeln, ist, dass er dadurch unsere Liebe und unsere Treue sehen und einen \u201eGrund\u201c finden kann, &#8222;aufgrund dessen&#8220; der gerechte Gott uns am Ende \u00fcberreich belohnen kann.<\/p>\n<p>Dass der Herr im Gleichnis seine Knechte \u00fcber mehrere St\u00e4dte gesetzt hat, verstehen manche Bibelausleger so, dass wir im Tausendj\u00e4hrigen Reich \u00fcber mehrere St\u00e4dte auf der Erde regieren werden und danach im Himmel noch mehr belohnt werden. Andere glauben, dass es sich direkt die Belohnung im Himmel bezieht. Das Gleichnis zeigt aber in jedem Fall, dass Jesu Belohnung \u00fcberschw\u00e4nglich gro\u00df sein wird und dass sie nie langweilig wird wie das Luxusleben von Million\u00e4ren, sondern hochinteressant, ehrenvoll und tief befriedigend. Mehrere Stellen in der Bibel bezeugen, dass wir im Himmel mit Jesus herrschen werden, wenn wir hier Jesus folgen und mit ihm leiden. Wenn wir treu mit dem Evangelium handeln, wird Jesus bei seiner Wiederkunft jeden von uns pers\u00f6nlich loben: \u201eRecht so, du guter Knecht!\u201c und wird uns eine \u00fcberraschend gro\u00dfe, herrliche und ewige Belohnung geben. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, mit dem kostbaren Evangelium in seinem Sinne zu wirken und unsere Zeit, Kraft und Gaben daf\u00fcr einzusetzen, damit er bei seiner Wiederkunft jeden von uns loben und gro\u00dfartig belohnen kann!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Handelt damit, bis ich wiederkomme \u201eDer lie\u00df zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme!\u201c (Lukas 19.13) Unser heutiger Text umfasst ein einziges Gleichnis. Eine weitere Besonderheit ist, dass uns am Anfang klar gesagt wird, warum Jesus dieses Gleichnis erz\u00e4hlt hat. 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