{"id":11576,"date":"2023-03-05T11:00:19","date_gmt":"2023-03-05T10:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=11576"},"modified":"2025-02-04T05:38:46","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:46","slug":"predigt-lukas-1720-188","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-1720-188\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 17,20-18,8"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2022-Lukas-L.-30_17-20_18-08_P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Wird der Menschensohn Glauben finden?<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIch sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in K\u00fcrze. Doch wenn der Menschensohn kommen wird, wird er dann Glauben finden auf Erden?\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukas 18,8)<\/p>\n<p>Im heutigen Text spricht Jesus \u00fcber ein wichtiges Thema, das das Hauptthema der Bibel ist und \u00fcber das Jesus vor allem geredet hat: das Reich Gottes. Jesus antwortet zun\u00e4chst auf die Frage, wann das Reich Gottes kommt; danach spricht er warnend dar\u00fcber, in welchem Zustand die meisten Menschen sein werden, wenn er wiederkommen und das ewige Reich Gottes aufrichten wird. Schlie\u00dflich zeigt Jesus durch ein Gleichnis, wie wir Christen in der Zeit bis zu seiner Wiederkunft leben sollen. Gott m\u00f6ge uns helfen, das Reich Gottes neu als Realit\u00e4t zu begreifen und unser Leben auf dieses Ziel hin zu f\u00fchren!<\/p>\n<p><strong>I. Das Reich Gottes ist mitten unter euch (17,20-21)<\/strong><\/p>\n<p>Wie kam es zu dieser Rede Jesu? Jesus wurde von einigen Pharis\u00e4ern gefragt: \u201eWann kommt das Reich Gottes?\u201c (20a) Es war nicht schwer, wenn man Jesus zuh\u00f6rte, zu erkennen, dass das Reich Gottes in seinen Reden das zentrale Thema ist. Die Pharis\u00e4er kannten auch die Verhei\u00dfungen der Propheten, die von Gottes Reich handeln. Sie erwarteten daher mehr oder weniger aktiv, dass Gottes Reich irgendwann kommt.<\/p>\n<p>Wie antwortete Jesus ihnen? Er sagte ihnen: \u201eDas Reich Gottes kommt nicht mit \u00e4u\u00dferen Zeichen; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch\u201c (20b.21). Jesus antwortete auf die Frage nicht mit einer Zeitangabe. Jesus sagte ihnen, dass das Reich Gottes nicht mit \u00e4u\u00dferen Zeichen kommt, wie sie es erwarteten. Damals hatten die Juden die Vorstellung, dass die Aufrichtung von Gottes Reich die Wiederherstellung Israels als ein souver\u00e4ner Staat bedeutete. Sie stellten sich vor, dass Gott die Herrschaft der R\u00f6mer in ihrem Land beenden und Israel zu seiner fr\u00fcheren Herrlichkeit f\u00fchren w\u00fcrde. Aber zu ihrer \u00dcberraschung lehrte Jesus sie etwas ganz anderes, n\u00e4mlich dass das Reich Gottes mitten unter ihnen bereits begonnen hatte. Das griechische Wort f\u00fcr \u201eReich\u201c bedeutet K\u00f6nigreich im Sinne eines Herrschaftsgebiets, aber auch \u201eHerrschaft\u201c an sich. Gottes Reich bedeutet anders \u00fcbersetzt Gottes Herrschaft. Die Menschen leben von ihrer s\u00fcndigen Natur her nicht unter Gottes Herrschaft. Aber als Jesus kam und die Botschaft von Gottes Liebe zu den verkehrten Menschen und von seiner guten Herrschaft predigte, nahmen viele diese Botschaft im Herzen an und glaubten an seine Liebe und die Vergebung ihrer S\u00fcnden. Selbst stadtbekannte S\u00fcnder wie Z\u00f6llner oder Prostituierten erfuhren, dass Gott ihnen vergab und sie als seine Kinder annahm, und begannen ein neues Leben unter seiner Herrschaft. Auf diese Weise war Gottes Reich mitten unter ihnen bereits angebrochen, aber die Pharis\u00e4er hatten es nicht mitbekommen, weil sie selbst sich weigerten, Jesu Worte anzunehmen und seiner Botschaft zu glauben. Insofern war dieses Wort Jesu ein Tadel an sie, dass sie als religi\u00f6se Elite das neue Werk, das Gott unter ihnen tat, gar nicht mitbekommen hatten. Gleichzeitig waren Jesu Worte an sie auch eine Einladung, sich nun f\u00fcr Gottes Herrschaft zu \u00f6ffnen und Gottes Reich im eigenen Herzen und Leben zu erfahren.<\/p>\n<p>Gottes Reich entsteht \u00fcberall dort, wo Menschen Jesu Worte h\u00f6ren und ihm ihr Vertrauen schenken. Gottes Herrschaft macht uns frei vom schlechten Gewissen, von den L\u00fcgen der Welt und des Teufels, von allen m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Begierden, von Neid, Zorn und Hass, von er Angst vor dem Tod, von Traurigkeit und Sinnlosigkeit. Gottes Reich erf\u00fcllt uns mit Zuversicht auf Gott und seine Liebe zu uns, mit Dankbarkeit und Freude im Heiligen Geist, mit Klarheit \u00fcber das Ziel und den Sinn unseres Lebens und mit Kraft, unser Leben danach auszurichten und f\u00fcr seine Ehre zu f\u00fchren. Was f\u00fcr ein Segen ist es, dass wir in der Stille Gottes Worte h\u00f6ren und trotz unserer Schw\u00e4che seine Liebe zu uns immer neu erkennen und annehmen d\u00fcrfen! Was f\u00fcr ein Segen ist es, dass wir alle unsere Not zu ihm bringen d\u00fcrfen, auch die Not unseres Bruders, und darauf vertrauen d\u00fcrfen, dass er es recht machen wird. Jesus will, dass sich jeder von uns unter seine gute Herrschaft stellt und so sein Leben auf die einzige Grundlage stellt, die tr\u00e4gt. Jesus will, dass wir uns t\u00e4glich neu unter seine gute Herrschaft stellen und sie t\u00e4glich neu erfahren. Warum ist das f\u00fcr uns so wichtig? Lasst uns das im zweiten Teil erfahren!<\/p>\n<p><strong>II. Vom Kommen des Menschensohns (17,22-37)<\/strong><\/p>\n<p>Was sagte Jesus seinen J\u00fcngern, nachdem er den Pharis\u00e4ern geantwortet hatte? Er sagt im Vers 22: \u201eEs wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen.\u201c Jesus wollte, dass seine J\u00fcnger mehr \u00fcber das Reich Gottes verstehen. Er sagte ihnen eine Zeit voraus, in der sie sich einen der Tage des Menschensohns herbeisehnen werden. Hier stehen die \u201eTage des Menschensohns\u201c f\u00fcr sein rettendes Eingreifen f\u00fcr seine J\u00fcnger, ultimativ beziehen sie sich auf die Zeit, wenn Jesus wieder auf die Erde kommen und die Seinen erretten und Gottes Reich vollends aufrichten wird. Jesus wusste, dass r\u00f6mische Armeen die Stadt Jerusalem 70 n. Chr. gnadenlos belagern und v\u00f6llig zerst\u00f6ren w\u00fcrden. Jesus war tief bek\u00fcmmert und besorgt, weil den Menschen seiner Zeit wegen ihrer S\u00fcnde der Ablehnung von Gottes Sohn dieses Gericht drohte, sie das aber gar nicht wahrnahmen. Weil sie kein Bewusstsein f\u00fcr ihre S\u00fcnde und das Gericht hatten, besch\u00e4ftigten sie sich mit vielen vergleichsweise unwichtigen Dingen, zum Beispiel damit mit der Frage, bis zu welchem Gewicht man am Sabbat Gegenst\u00e4nde tragen durfte, ohne das Sabbatgebot zu brechen, oder warum Jesu J\u00fcnger mit ungewaschenen H\u00e4nden Brot a\u00dfen. Jesus wollte die J\u00fcnger und die Menschen seiner Zeit dringend warnen, um vor dem Untergang zu retten.<\/p>\n<p>Wovor warnte Jesus die J\u00fcnger angesichts dieser Zeit? \u201eUnd sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauf ihnen nicht nach!\u201c Zun\u00e4chst warnt Jesus die J\u00fcnger vor Verf\u00fchrungen. In der Zeit der Bedr\u00e4ngnis treten viele Irrlehrer auf, die behaupten, der Menschensohn sei schon gekommen. Wir sollen ihnen nicht glauben und ihren Worten nicht folgen. Jesus sagt: \u201eDenn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.\u201c Wenn Jesus wiederkommt, wird dies ein universales Ereignis sein, das f\u00fcr alle auf der Welt sichtbar sein wird. Deshalb sollen wir denen, die behaupten, der Retter sei schon irgendwo gekommen, nicht folgen. In den Zeiten der Bedr\u00e4ngnis brauchen wir einen klaren Glauben an Jesu Worte, der uns vor Verf\u00fchrungen jeder Art sch\u00fctzt. Weil Jesus sich dessen bewusst war, redete er hier mit den J\u00fcngern sehr eindr\u00fccklich, um den Glauben an sein Wort in ihre Herzen zu pflanzen. Er sagt zum Beispiel mit w\u00f6rtlicher Rede, was die Irrlehrer in jener Zeit sagen werden, und veranschaulicht sein Kommen in die Welt mit einem Wetterph\u00e4nomen, das jeder kennt, damit die J\u00fcnger und auch wir sein Wort annehmen und in festem Glauben daran leben und schlie\u00dflich gerettet werden.<\/p>\n<p>Jesus sagt weiter: \u201eZuvor aber muss er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht\u201c (25). Jesus wusste, dass sein rettendes Eingreifen f\u00fcr die J\u00fcnger nur m\u00f6glich war, wenn er zuerst viel leiden und f\u00fcr ihre S\u00fcnde sterben w\u00fcrde. Jesus wusste, dass auch seine Wiederkunft und die Rettung aller Gl\u00e4ubigen nur m\u00f6glich ist, wenn er f\u00fcr unsere S\u00fcnde am Kreuz stirbt. Im ersten Teil hat Jesus das Reich Gottes als Gottes gute Herrschaft gelehrt, die wir durch den Glauben hier im Leben erfahren k\u00f6nnen. Hier lehrt Jesus eine weitere Bedeutung von Gottes Reich, n\u00e4mlich, dass er wiederkommen und die, die glauben, retten und Gottes Herrschaft vollst\u00e4ndig aufrichten wird; und er lehrt, dass das nur m\u00f6glich ist, wenn er zuerst viel leidet und an unserer Stelle stirbt. Jesus lehrt hier dieses Rettungswerk so intensiv, damit die J\u00fcnger wirklich daran glauben. Denn sein Rettungswerk wird nur bei denjenigen wirksam, die es im Glauben annehmen. Wie wichtig der Glaube ist, veranschaulicht Jesus im Folgenden an drei Beispielen.<\/p>\n<p>Betrachten wir die Versen 26 und 27:&nbsp;\u201eUnd wie es geschah in den Tagen Noahs, so wird\u2019s auch sein in den Tagen des Menschensohns: Sie a\u00dfen, sie tranken, sie heirateten, sie lie\u00dfen sich heiraten bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um.\u201c Hier vergleicht Jesus die Zeit, wenn er wiederkommt, mit der Zeit von Noah. Im ersten Buch Mose wird die die Zeit von Noah als schlimme Zeit beschrieben, in der die Menschen sehr verdorben waren und die Welt von Gewalt und anderem Frevel erf\u00fcllt war. Aber Gott berief Noah dazu, eine Arche zu bauen, ein riesiges Schiff, und versprach ihm, dadurch ihn und seine Familie mitsamt vieler Tieren zu retten. Noah muss viele Jahrzehnte lang an dem riesigen Schiff auf dem Festland gebaut haben. So warnte er die Menschen seiner Zeit vor dem drohenden Gericht. Aber die Menschen besch\u00e4ftigten sich nur mit Essen und Trinken und mit Heiraten und weigerten sich, diese Warnung wahrzunehmen. Als dann die Sintflut kam, waren die Menschen gar nicht darauf vorbereitet, und fast alle kamen in den Wasserfluten um. Die Sintflut war das erste Gericht Gottes auf der Erde nach dem S\u00fcndenfall. Und was Jesus hier betont ist, dass die meisten Menschen davon \u00fcberrascht wurden (weil sie der Botschaft von Noah nicht glaubten). Angesichts des bevorstehenden Gerichts \u00fcber die Juden nennt Jesus ein zweites Beispiel. Er sagt in den Versen 28 und 29: \u201eEbenso, wie es geschah in den Tagen Lots: Sie a\u00dfen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; an dem Tage aber, als Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um.\u201c Die Zerst\u00f6rung der St\u00e4dte Sodom und Gomorra ist das zweite Gericht, von dem die Bibel berichtet. 1. Mose 13 sagt, dass die Leute von Sodom b\u00f6se waren und sehr gegen den Herrn s\u00fcndigten (1. Mose 13,13). Trotzdem zog Lot, der Neffe von Abraham, nach Sodom. 1. Mose 18 berichtet, dass die Menschen in Sodom so sehr s\u00fcndigten, dass im Himmel dar\u00fcber geklagt wurde, sodass Gott mit Engeln extra auf die Erde herabkam, um zu sehen, ob es wirklich so schlimm war. 1. Mose 19 beschreibt, wie die Menschen in sexueller Ausschweifung und Gewalt lebten. Es war wirklich so schlimm, dass das Gericht \u00fcber die Stadt unvermeidlich war.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund sind die Worte, die Jesus \u00fcber die Menschen zur Zeit von Lot sagte, wirklich erschreckend. Denn obwohl ihnen Gottes Gericht unmittelbar bevorstand, besch\u00e4ftigten sich nur mit Essen und Trinken, Kaufen und Verkaufen, mit Pflanzen und Bauen. Diese Dinge sind an sich nicht verwerflich. Aber Jesus deutet an, dass sich ihr Leben nur darum drehte. Alles drehte sich um ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche; aber sie waren nicht bereit, nach Gott und nach seinem Willen zu fragen. Als Gott Lot aufgrund von Abrahams Gebet aus Sodom rettete, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um.<\/p>\n<p>Und Jesus sagt im Vers 30: \u201eAuf diese Weise wird\u2019s auch gehen an dem Tage, wenn der Menschensohn wird offenbar werden.\u201c Wenn Jesus wiederkommt und Gottes endg\u00fcltiges Gericht beginnt, werden die Menschen ebenso \u00fcberrascht und unvorbereitet sein. Sie werden sich damit besch\u00e4ftigen, wie sie noch mehr Geld verdienen k\u00f6nnen, was sie als N\u00e4chstes kaufen und wen sie heiraten werden. Sie leben in ihren Sorgen und W\u00fcnschen gefangen vor sich hin. Sie sind geistlich blind und nehmen die akute Gefahr, auf die sie zusteuern, nicht wahr, weil sie Jesu Worte nicht glauben. Wie schlimm wird es sein, wenn Jesus wiederkommt und so viele Menschen nicht darauf vorbereitet sein werden und ins Gericht kommen! An dem Tag wird nicht z\u00e4hlen, was man eigentlich tun wollte oder was man sich zur Rechtfertigung seiner Lebensweise ausgedacht hat. Dann wird allein Gottes Wort als Ma\u00dfstab z\u00e4hlen. Anders gesagt wird dann z\u00e4hlen, wer den Glauben an Jesus hat, der allein rettet.<\/p>\n<p>Jesus sagt weiter im Vers 31: \u201eWer an jenem Tage auf dem Dach ist und seinen Hausrat im Haus hat, der steige nicht hinunter, um ihn zu holen. Und ebenso, wer auf dem Feld ist, der wende sich nicht um nach dem, was hinter ihm ist.\u201c Diese Ermahnung Jesu ist erstaunlich konkret. Jesus warnt davor, nicht nochmal von der Dachterrasse ins Haus zu gehen oder vom Feld aus nochmal nach Hause zu gehen, um noch irgendein Besitzst\u00fcck zu holen. Viele verstehen diesen Vers als Jesu konkrete Warnung an die J\u00fcnger, die sich auf die Eroberung Jerusalems bezog, die durch die R\u00f6mer im Jahr 70 nach Christus geschehen w\u00fcrde. Die Christen, die dieses Wort im Herzen hatten und sofort flohen, als die Belagerung der R\u00f6mer kurzfristig gelockert wurde, konnten dadurch praktisch ihr Leben retten. Dar\u00fcber hinaus lehrt Jesus aber auch allgemein, dass es f\u00fcr unsere Rettung wichtig ist, dass wir nicht an irgendetwas Materiellem in dieser Welt h\u00e4ngen. Lots Frau wurde noch rechtzeitig aus Sodom herausgef\u00fchrt, aber sie wurde doch nicht gerettet, weil sie gegen das Wort des Engels umdrehte und sehns\u00fcchtig auf die untergehende Stadt schaute. Jesus sagt weiter: \u201eWer seine Seele zu erhalten sucht, der wird sie verlieren; und wer sie verlieren wird, der wird ihr zum Leben helfen\u201c (33). Hier steht wie an anderen Stellen der Bibel die Seele f\u00fcr das Leben eines Menschen. Die bisherige Luther-\u00dcbersetzung ist leichter verst\u00e4ndlich: \u201eWer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird es gewinnen.\u201c Wer seiner instinktiven Neigung folgt und sein Leben zu erhalten sucht, indem er es so gut wie m\u00f6glich materiell absichert, seine W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse so viel wie m\u00f6glich erf\u00fcllt und \u00fcberhaupt im Grunde f\u00fcr sich selbst lebt, der wird es verlieren. Wer sein Leben aber f\u00fcr Jesus verliert, weil er seine Gnade angenommen hat und daf\u00fcr dankbar ist, der wird es gewinnen. Dieses Wort Jesu klingt paradox und ist unserer menschlichen Natur total zuwider. Aber es ist Jesu wahrhaftiges Wort und der Weg, der uns zum ewigen Leben f\u00fchrt. Wer im Glauben dieses Prinzip annimmt und danach zu leben lernt, wird das wahre ewige Leben gewinnen.<\/p>\n<p>Wie entscheidend dieser Glaube ist, sagt Jesus in den folgenden Versen: \u201eIch sage euch: In jener Nacht werden zwei auf einem Bett liegen; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben werden. Zwei Frauen werden miteinander Korn mahlen; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben werden\u201c (36.37). In unserem Leben hier spielen Beziehungen zu anderen Menschen eine gro\u00dfe Rolle, zum Beispiel wer unser Ehepartner ist oder wer unsere Arbeitskollegen sind. Aber wenn Jesus wiederkommt, werden unsere Beziehungen zu anderen Menschen keine Rolle mehr spielen. Dann z\u00e4hlt allein die Beziehung zu Jesus. Wer durch den Glauben eine pers\u00f6nliche Beziehung zu Jesus eingegangen ist und darin gelebt hat, wird angenommen. Wer Jesus nicht kennt, wird preisgegeben werden. Wie gro\u00df ist der Segen, den die bekommen, die Jesus geglaubt und im Vertrauen auf seine Gnade gelebt haben! Wie schlimm ist es, wenn man an dem Tag erkennen muss, dass man die wichtigste Sache im Leben vers\u00e4umt hat! M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, an Jesus zu glauben und treu in der pers\u00f6nliche Beziehung zu ihm zu leben! M\u00f6ge Gott uns helfen, f\u00fcr diejenigen zu beten, die Jesus nicht kennen, und ihnen beim Glauben an Jesus zu helfen!<\/p>\n<p><strong>III. Vom Leben in der Erwartung des Reiches Gottes (18,1-8)<\/strong><\/p>\n<p>Im folgenden Abschnitt erz\u00e4hlt Jesus ein Gleichnis, das wir als ein Bild daf\u00fcr verstehen k\u00f6nnen, wie diejenigen leben, die wirklich an ihn glauben. Die Verse 1-3&nbsp;lauten: \u201eEr sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, dass man allezeit beten und nicht nachlassen sollte, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der f\u00fcrchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam immer wieder zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher!\u201c Witwen waren in der Gesellschaft damals in einer sehr schwachen Position. Die Witwe hatte einen Widersacher, der sie immer wieder unter Druck setzte; vielleicht wollte er ihr ihr Haus oder ihren Acker wegnehmen. Als Witwe war sie ganz auf das Eingreifen des Richters angewiesen. Aber der Richter hatte kein Interesse an der Gerechtigkeit und keine Lust, der Witwe zu helfen. Verse 4 und 5 sagen: \u201eUnd er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht f\u00fcrchte noch vor keinem Menschen scheue, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel M\u00fche macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage.\u201c Obwohl dieser Richter so gottlos, faul und ungerecht war, verhalf er schlie\u00dflich der Witwe doch zu ihrem Recht, weil sie ihm mit ihrem st\u00e4ndigen Bitten so viel M\u00fche machte. Dass er bef\u00fcrchtete, dass sie ihm sonst noch eines Tages ins Gesicht schlagen w\u00fcrde, macht deutlich, wie h\u00e4ufig und wie intensiv sie ihn gebeten hat!<\/p>\n<p>Jesus sagt: \u201eH\u00f6rt, was der ungerechte Richter sagt! Sollte aber Gott nicht Recht schaffen seinen Auserw\u00e4hlten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in K\u00fcrze.\u201c Gott ist ganz anders als dieser ungerechte Richter! Gott ist gerecht und liebevoll und deshalb willig, seinen auserw\u00e4hlten Kindern zu helfen. Wenn schon der ungerechte Richter das Bitten der Witwe erh\u00f6rte, wie viel mehr wird unser Gott die Bitten seiner Auserw\u00e4hlten erh\u00f6ren, die Tag und Nacht zu ihm rufen. Durch dieses Wort ermutigt Jesus uns sehr zum Gebet. Gott ist nicht knauserig oder tendenziell unwillig, uns zu erh\u00f6ren. Es ist auch falsch zu denken, dass wenn wir f\u00fcr etwas beten, wir wahrscheinlich lange bitten m\u00fcssen, bis Gott uns erh\u00f6ren wird. Vielmehr wird Gott uns in K\u00fcrze Recht schaffen, wenn wir Tag und Nacht zu ihm beten. Gott will uns nicht unn\u00f6tig lange warten lassen, wenn er die Ernsthaftigkeit unseres Gebets und unseren Glauben sieht.<\/p>\n<p>Mit diesem Gleichnis malt Jesus ein Bild davon, wie wir als Gl\u00e4ubige bis zu seiner Wiederkunft leben sollen. Gebet ist nicht blo\u00df eine Pflichterf\u00fcllung oder fromme \u00dcbung. Wer an Gott und an seine Gnade in Jesus glaubt, wird f\u00fcr auch inst\u00e4ndig zu ihm beten. Wir sollen ein inst\u00e4ndiges Anliegen haben wie diese Frau. Vielleicht denken jetzt manche, dass sie zurzeit gar nicht so ein dringendes Anliegen haben, das sie zu so einem Gebet treibt. Aber im Licht des heutigen Textes haben wir alle ein dringendes Anliegen, n\u00e4mlich dass wir wirklich unter seiner Herrschaft leben und durch den Glauben den Weg zum ewigen Leben treu gehen. Wir alle haben einen Widersacher, der uns bedr\u00e4ngt und unseren geistlichen Besitz rauben will. Sp\u00e4testens wenn wir an die denken, die sich mit dem Glauben an Jesus schwertun, und an die vielen, die geistlich blind ohne Glauben und ohne Problembewusstsein vor sich hin leben, wissen wir, warum wir inst\u00e4ndig beten sollten. Von daher ist ein Leben in beharrlichem, inst\u00e4ndigem Gebet, wie Jesus es uns im Gleichnis hier vor Augen stellt, ein Ausdruck des Glaubens, dem wir nacheifern sollten. Tats\u00e4chlich haben wir viele wichtige Anliegen. Wir wollen beten, dass unsere Kinder und Jugendlichen und viele junge Leute in unserer Gemeinde Jesus begegnen, im Glauben an ihn wachsen und ihm folgen k\u00f6nnen. Wir wollen f\u00fcr die jungen Leute in Deutschland und in Europa beten, dass sie nicht geistlich blind in ihr Verderben laufen, sondern an Jesus glauben und den Weg zum Leben gehen. Lasst uns auch Tag und Nacht f\u00fcr die Kranken unter uns beten, dass Gott sie mit seiner heilenden Hand ber\u00fchrt und sie gesund macht. Jesus hat uns versprochen, dass Gott es nicht lange hinziehen wird, sondern uns in K\u00fcrze Recht schaffen wird. Wenn wir auf diese Weise aktiv durch den Glauben an Jesus leben, will Gott uns immer weiter seine gute Herrschaft erfahren lassen und will uns und durch uns viele andere in sein ewiges Reich f\u00fchren. M\u00f6ge er uns helfen, aus Glauben an Jesus zu leben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Wird der Menschensohn Glauben finden? \u201eIch sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in K\u00fcrze. 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