{"id":1142,"date":"2010-10-10T19:22:46","date_gmt":"2010-10-10T18:22:46","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1142"},"modified":"2023-01-29T20:52:10","modified_gmt":"2023-01-29T19:52:10","slug":"predigt-2-samuel-11-525","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-2-samuel-11-525\/","title":{"rendered":"Predigt: 2.Samuel 1,1 &#8211; 5,25"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P15-2Sa0101-0525.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>David wird K\u00f6nig \u00fcber Israel<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Und es kamen alle \u00c4ltesten in Israel zum K\u00f6nig nach Hebron.<br \/>\nUnd der K\u00f6nig David schloss mit ihnen einen Bund in Hebron vor dem Herrn,<br \/>\nund sie salbten David zum K\u00f6nig \u00fcber Israel\u201d<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(2.Sam 5,3)<\/p>\n<p>Heute erfahren wir, wie David endlich K\u00f6nig geworden ist, zun\u00e4chst \u00fcber Juda, dann \u00fcber ganz Israel. David war kein vollkommener Mensch. Er hatte Schw\u00e4chen, wie jeder von uns. Dennoch hatte Gott die h\u00f6chste Meinung von David. Gott bezeichnete ihn als einen Mann nach seinem Herzen. Auch Davids \u201eK\u00f6nigsweg\u201c zeigt uns warum er ein Mann nach dem Herzen Gottes war. Heute wollen wir seinen feinen geistlichen Charakter kennen lernen und den daraus folgenden Umgang mit Gott, dem Herrn, und den Umgang mit anderen Menschen. Gott stehe jedem von uns bei, damit auch wir Frauen und M\u00e4nner nach seinem Herzen sind.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tDavid erf\u00e4hrt von Sauls Tod (1)<\/strong><\/p>\n<p>Wie hat David von Sauls Tod erfahren? Betrachten wir Kapitel 1. Gerade einmal zwei Tage waren nach dem Sieg gegen die Amalekiter und der R\u00fcckeroberung der Bev\u00f6lkerung und den Besitzt\u00fcmern vergangen, als David in der niedergebrannten Stadt Ziklag Besuch bekam. Ein Amalekiter, der f\u00fcr Saul gek\u00e4mpft hatte, kam, mit Erde beschmutzt und in zerrissenen Kleidern. Er fing an, von der Schlussphase des Kampfes zu berichten, wobei seine Darstellung aus einem geschickten Gemisch an Tatsachen und L\u00fcgen bestand. Er erz\u00e4hlte von Sauls und Jonatans Tod, ohne den Tod der \u00fcbrigen S\u00f6hne Sauls zu erw\u00e4hnen. Er wusste n\u00e4mlich, dass Saul und Jonatan bei David eine polarisierende Wirkung herbeirufen w\u00fcrden. Eine positive bei Jonathan und eine negative bei Saul, so dachte er zumindest. Denn Saul hatte in den vergangenen Jahren Davids Leben sprichw\u00f6rtlich zur H\u00f6lle gemacht. Darum behauptete er, Saul umgebracht zu haben. Er stellte sich als Sauls M\u00f6rder bei David vor. David hielt er n\u00e4mlich f\u00fcr einen gew\u00f6hnlichen Menschen, der sich \u00fcber den Tod seines Erzfeindes freuen w\u00fcrde. Der Amalekiter war also ein Mann mit eiskaltem Kalk\u00fcl. Wagemutig log er, bis sich die Balken bogen.<\/p>\n<p>Wie reagierte David wirklich? Verse 11 und 12 lauten: <strong>\u201eDa fasste David seine Kleider und zerriss sie und ebenso taten alle M\u00e4nner, die bei ihm waren und sie hielten Totenklage und weinten und fasteten bis zum Abend um Saul und seinen Sohn Jonatan und um das Volk des Herrn und um das Haus Israel, weil sie durchs Schwert gefallen waren.\u201c<\/strong> Die Rechnung des Amalekiters ging nicht auf, denn David trauerte, anstatt zu jubeln. Entgegen jeglicher Erwartung trauerte David um seinen Todfeind, als w\u00e4re dieser einer seiner besten Freunde gewesen. Warum war David ganz anders als normale Menschen und warum hing er so an Saul? Betrachten wir Verse 13-16. <strong>\u201eDavid sprach zu ihm: Wie, du hast dich nicht gef\u00fcrchtet, deine Hand zu erheben gegen den Gesalbten des Herrn, um ihn zu t\u00f6ten?&#8230;Dein Blut komme auf dein Haupt; denn dein Mund hat gegen dich selbst geredet, als du sagtest: Ich habe den Gesalbten des Herrn get\u00f6tet.\u201c<\/strong> Saul war in Davids Augen kein gew\u00f6hnlicher Mann. F\u00fcr David war Saul stets und zu jeder Zeit der Gesalbte des Herrn. Also jemand, der praktisch Gott geh\u00f6rt. Gott war f\u00fcr ihn verantwortlich. Kein Mensch durfte ihn anfassen und sich an ihn vers\u00fcndigen. S\u00fcnde gegen den Gesalbten des Herrn w\u00e4re S\u00fcnde gegen Gott selbst. Und David war ein Mann, der S\u00fcnde gegen Gott hasste und verabscheute. Davids Verhalten Gott gegen\u00fcber und Gegen\u00fcber dem Amalekiter zeigt, warum Gott Wohlgefallen an ihm fand. David liebte Gott und David respektierte seinen Gott und Gottes Gesalbten. Wir sollen lernen Menschen zu sein, die bei Gott Stellung beziehen, die Gott von Herzen lieben und von Gott ausgehend denken und handeln. Diese Lebensweise erfreut Gott und verbessert die geistliche Qualit\u00e4t unseres Glaubenslebens.<\/p>\n<p><strong>Teil II\tDavid wird K\u00f6nig \u00fcber Juda<\/strong> <strong>(2-3)<\/strong><\/p>\n<p>Was tat David, nach seiner ausgiebigen Trauer \u00fcber Saul und Jonathan? Lesen wir 2,1: <strong>\u201eBald danach befragte David den Herrn und sprach: Soll ich hinauf in eine der St\u00e4dte Judas ziehen? Und der Herr sprach zu ihm: Zieh hinauf! David sprach: Wohin? Er sprach: Nach Hebron.\u201c<\/strong> Saul war tot, es gab keinen K\u00f6nig mehr und David war Jahre zuvor als k\u00fcnftiger K\u00f6nig eigenh\u00e4ndig von Samuel gesalbt worden. Problemlos h\u00e4tte David sich wie Napoleon Bonapard zum Herrscher aller St\u00e4mme kr\u00f6nen k\u00f6nnen. Doch stattdessen wandte sich David an den Herrn. Und erneut k\u00f6nnen wir von David lernen. David fragte den Herrn. Und seine Frage lautete nicht: \u201eDarf ich jetzt K\u00f6nig sein?\u201c <strong>\u201eSoll ich hinauf in eine der St\u00e4dte Judas ziehen\u201c<\/strong> war g\u00e4nzlich frei von Gedanken die an Thron oder Krone behaftet waren. Vielmehr fragte David den Herrn, was er nun machen sollte, wie er Gott dienen konnte. Und Gott antwortete ihm. Gott best\u00e4tigte seine Anfrage: Ja, er sollte nach Juda ziehen. Was h\u00e4tte David jetzt tun k\u00f6nnen? Er hatte freie Wahl. Er konnte sich in Juda niederlassen wo er wollte. Nach belieben h\u00e4tte er sich den sch\u00f6nsten Fleck aussuchen k\u00f6nnen. Das tat er aber nicht. Was tat er stattdessen? Er fragte Gott ein weiteres Mal und dieses Mal kurz und b\u00fcndig: \u201ewohin?\u201c Und Gott antwortete auch auf diese Frage: \u201eNach Hebron\u201c. Hebron war ein strategisch g\u00fcnstig gelegener Ort in Juda. Zum Regieren und zum verteidigen war er optimal. Was k\u00f6nnen wir durch die zweite Frage Davids lernen? Obwohl Gott ihm eine gewisse Freiheit und Spielraum zur selbstst\u00e4ndigen Entscheidung einger\u00e4umt hatte, kam David wieder zu Gott, um es genau zu wissen. David wusste, dass Gottes Plan jeden menschlichen Plan in allen Gesichtspunkten bei weitem \u00fcberragt. Wenn Gott einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Stadt vorschl\u00e4gt, dann entspricht diese Angabe dem Optimum, dem first Best. Jede andere Wahl ist eine Abweichung und als second Best einzustufen. David wollte aber gerade den besten Willen Gottes, deshalb fragte er \u201eWohin?\u201c.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir lernen? Uns stellt sich die Frage, woran wir uns orientieren m\u00f6chten, an den klaren Willen Gottes oder ob wir unserer eigenen Freiheit Raum geben wollen. Wir wissen, dass wir vor Gott als freie Wesen geschaffen sind und von Christus geistliche Freiheit erlangt haben. Doch wir wissen auch, dass wir unvollkommen sind. Lasst uns an David ein Beispiel nehmen. Lasst uns Gott so lange fragen, bis es keine Missverst\u00e4ndnisse mehr gibt, bis alle Fragen beantwortet sind und bis Gott sich klar offenbart hat. M\u00f6ge sein bester Wille geschehen.<\/p>\n<p>Was geschah in Hebron? Lesen wir Vers 4: <strong>\u201eUnd die M\u00e4nner Judas kamen und salbten dort David zum K\u00f6nig \u00fcber das Haus Juda.\u201c<\/strong> Schlie\u00dflich wurde David K\u00f6nig, wenn erst einmal nur \u00fcber den Stamm Juda. Doch die entscheidende Frage ist, wie er zum K\u00f6nig wurde. Nicht indem er zielstrebig nach der Krone geeifert hat, nicht indem er Konkurrenten erbarmungslos ausgeschaltet hat, nicht durch Lug und Trug, sondern durch ein best\u00e4ndiges Ausharren und durch zwei Fragen, die er Gott gestellt hat, n\u00e4mlich wo er hinziehen sollte. Weil David sich an Gott wandte, weil Gottes klarer Wille David am Wichtigsten war, segnete Gott ihn und f\u00fchrte ihn nach Hebron, wo er zum K\u00f6nig gesalbt wurde. Somit erinnert Davids Lebensweise sehr stark dem Leitwort Christi: <strong>\u201eTrachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.\u201c<\/strong> (Mt. 6,33) Lasst uns Menschen sein, denen Gottes Meinung und Gottes Wille Wunsch und Befehl ist. Diese Einstellung erfreut Gott.<\/p>\n<p>Was war Davids erste Amtshandlung als neuer K\u00f6nig \u00fcber Juda? Wenn man K\u00f6nig ist, er\u00f6ffnen sich einem v\u00f6llig neue Perspektiven. K\u00f6nige halten Paraden ab, bauen sich Schl\u00f6sser, lassen Gem\u00e4lden und Statuen von sich erstellen, kassieren Steuern oder verurteilen ihre politischen Gegner. Doch Davids erste Regierungshandlung bestand darin, den Bewohnern von Jabesch zu loben und sie zu segnen. Warum? Weil sie sich um den verstorbenen K\u00f6nig Saul gek\u00fcmmert hatten. Diese Menschen waren Saul am treuesten ergeben. Saul war ihr Herr und K\u00f6nig. Aufgrund ihrer Zugeh\u00f6rigkeit waren sie nat\u00fcrliche Feinde Davids. David h\u00e4tte ihnen kritisch entgegentreten k\u00f6nnen. Doch David segnete, anstatt zu verfluchen. David erkannte ihre Treue zu Saul an. David war ein Mann, der \u00fcber die Grenzen Judas hinweg ein Segen war. David war kein gew\u00f6hnlicher Mensch, er war pr\u00e4destiniert, K\u00f6nig \u00fcber Gottes Volk zu sein.<\/p>\n<p>Wie reagierte aber Abner, Sauls Cousin und Feldhauptmann, auf den neuen K\u00f6nig Judas? Kurzerhand setzte er Isch-Boschet, Sauls \u00fcbriggebliebenen Sohn, als eine Art Marionettenk\u00f6nig ein. Aus dem Gesamtzusammenhang des Textes wissen wir, dass Abner sich im Klaren \u00fcber die Auswahl Gottes war, was Davids K\u00f6nigtum anging. Dennoch handelte er, vermutlich um hinter Isch-Boschet die Macht \u00fcber die restlichen St\u00e4mme an sich zu rei\u00dfen, gegen den Willen Gottes. Somit erweist er sich als einen skrupellosen und machtgierigen Opportunisten, der seinen Vorteil um jeden Preis sucht.<\/p>\n<p>Welchen Schaden richtete Abner mit dieser Spaltung an? Er nahm seine Armee und zog David entgegen, sicherlich um die Herrschaft \u00fcber das ganze Land an sich zu rei\u00dfen. Joab zog ihm mit Davids M\u00e4nnern entgegen. Zuerst starben 24 junge M\u00e4nner, am Ende waren es 19 bei David und 360 bei Abner, wobei auch Asael, der schnellf\u00fc\u00dfige Bruder Joabs von Abner durchbohrt wurde und ums Leben kam. Als Abner sah, dass er Davids M\u00e4nnern unterlegen war, pl\u00e4dierte er f\u00fcr einen Kriegsstop. Der stolze Kriegsherr musste klein bei geben, schlie\u00dflich hei\u00dft es im 3,1: <strong>\u201eDavid aber nahm immer mehr zu an Macht und das Haus Sauls nahm immer mehr ab.\u201c<\/strong> Obwohl David K\u00f6nig \u00fcber einen einzigen Stamm war, kippte das Machtgleichgewicht langsam aber sicher zu seinen Gunsten.<\/p>\n<p>Was geschah des Weiteren mit Abner und Isch-Boschet? Abner hatte Isch-Boschet, einen eher \u00e4ngstlichen Mann, zum K\u00f6nig gemacht. Anscheinend erwartete Abner als Dankesch\u00f6n Narrenfreiheit. Er wollte tun und lassen was er wollte. Doch als sein Ziehkind ihm Ehebruch mit seiner Stiefmutter vorwarf, wurde Abner b\u00f6se. Wahrscheinlich war er kurz davor Isch-Boschet umzubringen, doch er war mit ihm verwandt. Die zweitgr\u00f6\u00dfte Strafe w\u00fcrde sein ihm das K\u00f6nigreich wieder zu entrei\u00dfen, was er schlie\u00dflich auch in die Tat umsetzen wollte. Er ging zu David, um ihm das K\u00f6nigreich zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, Abner sei durch die ganze Geschichte vern\u00fcnftig geworden oder er h\u00e4tte sich doch noch f\u00fcr den Willen Gottes entschieden. Warum trifft dieser Gedanke nicht zu? Es war schlie\u00dflich Abner gewesen, der sich klar gegen den Willen Gottes entschieden hatte. Und er lenkte nur ein weil es ihm so passte. An Menschen die dem Willen Gottes zustimmen nur wenn es ihnen gerade so passt kann sich Gott nicht erfreuen.<\/p>\n<p>So stand sich David seinem langj\u00e4hrigen Kontrahenten gegen\u00fcber. Obwohl Abner 20 M\u00e4nner mit sich gebracht hatte, war er David hilflos ausgeliefert. David h\u00e4tte alles m\u00f6glich mit ihm anstellen k\u00f6nnen. Doch David bereitete ihm ein Mahl. Obwohl Abner ein unberechenbarer Opportunist war, trat David ihm freundlich gegen\u00fcber und entlie\u00df ihn mit Frieden. Abner dachte, David einen gro\u00dfen Gefallen getan zu haben. Er dachte, David sei genauso machtbesessen wie er selbst. Doch David unternahm \u00fcberhaupt keine Anstrengungen Isch-Boschet zu verwerfen. Alles in allem tat David sehr wenig, er bereitete nur ein Mahl zu und entlie\u00df Abner friedlich. Doch Abners Frieden sollte nicht lange dauern. David war wirklich ganz anders als sein Gegen\u00fcber. David war jemand, der selbst seine Feinde umarmen konnte.<\/p>\n<p>Joab, der Bruder des ermordeten Asaels, war Abner ganz und gar nicht wohl besonnen. Sicherlich hatte er von David Rache f\u00fcr seinen Bruder erwartet. Doch David hatte ihm nichts getan. <strong>\u201eDa ging Joab zum K\u00f6nig hinein und sprach: Was hast du getan? Siehe, Abner ist zu dir gekommen; warum hast du ihn fortgelassen, dass er weggegangen ist? Kennst du Abner, den Sohn Ners, nicht? Er ist gekommen, dich zu \u00fcberlisten, dass er erkunde dein Kommen und Gehen und alles erfahre, was du tust.\u201c<\/strong> Und Vers 27 berichtet, wie Joab zu Abner ging und ihn erstach, nicht weil er das K\u00f6nigreich f\u00fcr David sichern wollte, sondern um seinen Bruder zu r\u00e4chen.<\/p>\n<p>Warum war die Rache Joabs unbedacht und unangebracht? Gerade erst war David das ganze K\u00f6nigreich angeboten worden und \u00fcber die St\u00e4mme Israels hei\u00dft es: <strong>\u201eIhr habt schon l\u00e4ngst danach verlangt, dass David K\u00f6nig \u00fcber euch sei.\u201c<\/strong> (3,17) Eine nationale Vereinigung zeichnete sich ab. Doch die Ermordung Abners h\u00e4tte genau das Gegenteil dessen bewirken k\u00f6nnen, was Joab bef\u00fcrchtet hatte, n\u00e4mlich erneute Spaltung. Die restlichen St\u00e4mme Israel h\u00e4tten meinen k\u00f6nnen David sei nicht besser als die heidnischen Tyrannen, die schnell darin waren das Blut ihrer Gegner zu vergie\u00dfen. Niemand m\u00f6chte unter der Herrschaft eines solchen K\u00f6nigs leben. Au\u00dferdem w\u00e4re es ein Widerspruch, dass Gott so einen Menschen f\u00fcr sein Volk erw\u00e4hlt.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Als David das hernach erfuhr, sprach er: Ich und mein K\u00f6nigtum sind unschuldig vor dem Herrn ewiglich an dem Blut Abners, des Sohnes Ners; es falle aber auf den Kopf Joabs und auf das ganze Haus seines Vaters\u201c<\/strong> Daraufhin belegte er sie mit einem Fluch. Im Anschluss ordnete David eine Art Staatstrauer f\u00fcr Abner an und selbst Joab sollte teilnehmen. David folgte der Bahre und beweinte Abner aufrichtig und fastete sogar. Welche Wirkung hatte Davids tiefe Trauer auf das Volk? <strong>\u201eUnd alles Volk nahm es wahr und es gefiel ihnen gut, wie alles, was der K\u00f6nig tat, dem ganzen Volke wohlgefiel. Und alles Volk und ganz Israel merkten an diesem Tage, dass es nicht vom K\u00f6nig ausgegangen war, dass Abner, der Sohn Ners, get\u00f6tet wurde.\u201c<\/strong> (3,36.37) Diese Verse geben ein starkes Zeugnis von David. Das ganze Volk merkte, dass David anderes war als \u00fcbrige Herrscher. David war jemand, der nicht nach Menschenweise handelte. Er hatte andere Ma\u00dfst\u00e4be. Er lebte nach geistlichen Normen, der Wille Gottes war f\u00fcr ihn oberstes Gebot und das merkte das Volk, es gefiel dem Volk, sie konnte ihrem K\u00f6nig vertrauen und lieben.<\/p>\n<p>Trotz des Zuspruches aufseiten des Volkes wurde David nicht \u00fcberheblich. Seine eigene Auffassung von sich selbst, im Vers 39, zeigt seine Demut und Bescheidenheit. Das Volk konnte sich wirklich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. Gott muss sich \u00fcber David sehr gefreut haben. Gerade so jemanden wie David hatte Gott f\u00fcr sein Volk gesucht. Ihm konnte Gott sein Volk getrost anvertrauen, das ihm so am Herzen lag, sein Eigentum unter allen V\u00f6lkern.<\/p>\n<p><strong>Teil III\tDavid wird K\u00f6nig \u00fcber ganz Israel (4-5)<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Tod Abners entfiel Isch-Boschet der Mut und ganz Israel erschrak. Schlie\u00dflich fiel er zweien M\u00e4nnern aus seinem eigenen Stamm zum Opfer. Diese brachten seinen Kopf zu David um \u201eKopfgeld\u201c zu kassieren. Sie stellten sich als verr\u00e4terische und morallose M\u00f6rder heraus, die ihren eigenen K\u00f6nig t\u00f6teten um zu profitieren. Sie dachten, dass David jemand war, der daran Gefallen haben k\u00f6nnte. Doch auch sie hatten sich geschnitten. David unterschied sich v\u00f6llig von diesen gewissenlosen Menschen. David sah und handelte aus der Sicht Gottes. <strong>\u201eDa antwortete ihnen David: So wahr der HERR lebt, der mich aus aller Bedr\u00e4ngnis erl\u00f6st hat: Ich habe den, der mir verk\u00fcndete: Saul ist tot, und meinte, er sei ein guter Bote, ergriffen und get\u00f6tet in Ziklag, dem ich doch Lohn f\u00fcr eine gute Botschaft h\u00e4tte geben sollen. Und diese gottlosen Leute haben einen gerechten Mann in seinem Hause auf seinem Lager get\u00f6tet \u2013 sollte ich sein Blut nicht fordern von euren H\u00e4nden und euch von der Erde vertilgen?\u201c <\/strong>David bestrafte beide mit dem Tod.<\/p>\n<p>David war wirklich anders als seine Zeitgenossen. Er war anders als der l\u00fcgende Amalekiter, anders als der gierige Abner, anders als der rachs\u00fcchtige Joab und anders als diese ruchlosen M\u00f6rder. David hatte ein Wesen nach dem Herzen Gottes. Er leuchtet wie ein heller Stern in der dunklen Nacht. Wir verstehen, warum Gott gerade ihn auserw\u00e4hlt hat und warum David mit seinem Gem\u00fct Gott wohlgefiel.<\/p>\n<p>Nach der Ermordung Isch-Boschets gab es wirklich keinen K\u00f6nig mehr in Israel au\u00dfer David. Wie wurde David offiziell zum K\u00f6nig aller St\u00e4mme? Betrachten wir Kapitel 5,1-3. <strong>\u201eUnd es kamen alle St\u00e4mme Israels zu David nach Hebron und sprachen: Siehe, wir sind von deinem Gebein und deinem Fleisch. Schon fr\u00fcher, als Saul \u00fcber uns K\u00f6nig war, f\u00fchrtest du Israel ins Feld und wieder heim. Dazu hat der HERR dir gesagt: Du sollst mein Volk Israel weiden und sollst F\u00fcrst sein \u00fcber Israel. Und es kamen alle \u00c4ltesten in Israel zum K\u00f6nig nach Hebron. Und der K\u00f6nig David schloss mit ihnen einen Bund in Hebron vor dem HERRN, und sie salbten David zum K\u00f6nig \u00fcber Israel.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Es waren die St\u00e4mme, die zu David kamen! Und sie hatten ein gutes Ged\u00e4chtnis. Erneut gab das Volk Zeugnis \u00fcber ihren K\u00f6nig. Obwohl Saul fr\u00fcher K\u00f6nig war, war es David gewesen, der Israel ein und aus gef\u00fchrt hatte. Sie hatten ein gesundes Erinnerungsverm\u00f6gen. Zudem erinnerten sie sich an die Worte Gottes. Gott hatte ihm den Auftrag gegeben, sein Volk zu weiden. Und das hatte David getan. David hatte das Volk geweidet, wie ein Hirte, der seine Herde Tag auf Tag ein zur Weide f\u00fchrt. Das Volk erinnerte sich daran, wer David fr\u00fcher war und was Gott mit ihm vorhatte und beides passte zusammen. David war der von Gott vorgesehene Hirte und K\u00f6nig \u00fcber Israel. <strong>\u201eUnd der K\u00f6nig David schloss mit ihnen einen Bund in Hebron vor dem Herrn und sie salbten David zu K\u00f6nig \u00fcber Israel.\u201c<\/strong> Das war wirklich der kr\u00f6nende Abschluss eines langen Weges, wenn wir bedenken, wie oft David gesalbt wurde und wie viele Jahre er hat warten m\u00fcssen, bis sich Gottes Verhei\u00dfung vollends erf\u00fcllt hat. David war ca. 15 Jahre alt als er von Samuel die erste Salbung erhielt. Die zweite Salbung zum K\u00f6nig \u00fcber Juda erhielt er erst mit 30. Als er schlie\u00dflich K\u00f6nig \u00fcber ganz Israel wurde, war David 37. Es hatte gute 20 Jahre gedauert, bis David K\u00f6nig war und gut war die Zeit nicht immer gewesen. Sie war voller Bedrohungen, Verfolgungen, Bedr\u00e4ngnisse, Zweifel, Schw\u00e4chen usw. Doch Gott hat diese Zeit zugelassen, bis sich in David ein k\u00f6niglicher Charakter im Sinne Gottes geformt hat. In dieser Zeit hatte David gezeigt, warum er ein Mann ganz nach dem Herzen Gottes war. Er war ein Mann mit Loyalit\u00e4t. Seine Loyalit\u00e4t geh\u00f6rte in erster Linie Gott selbst und denjenigen, die von Gott erw\u00e4hlt waren. Er war ein Mann, der trotz gro\u00dfer Not ein Herz f\u00fcr andere besa\u00df. Jemand, der sich nicht in Selbstmitleid oder Rache verlor, sondern f\u00fcr andere da war. Die Menschen kamen gerne zu ihm, sie f\u00fchlten sich bei ihm wohl. Immer mehr stellte sich David als ein geistlicher Hirte heraus. Schlie\u00dflich war es Gott selbst, der ihn Schritt f\u00fcr Schritt zum K\u00f6nig machte, zun\u00e4chst \u00fcber Juda, dann \u00fcber alle St\u00e4mme und das ganze Volk stand hinter ihm. Mit einem Male waren alle Fragen und alle Zweifeln beseitigt. Gottes Verhei\u00dfung hatte sich erf\u00fcllt. Gott hatte David zu einem w\u00fcrdigen K\u00f6nig f\u00fcr das heilige Volk erzogen.<\/p>\n<p>Wie best\u00e4tigte Gott Davids K\u00f6nigtum? Die restlichen Verse berichten dar\u00fcber, wie David die Burg Zion eroberte, die seine Stadt wurde. Dabei erwies sich Joab als mutigen und entschlossenen Krieger, der zum Hauptmann \u00fcber Davids Streitkr\u00e4fte wurde. David bezwang nicht nur die Burg, sondern auch die ewigen Feinde. Durch Gottes klare Hilfe bezwang er die Philister. So endet die heutige Lektion wieder Zeugnisgebend: <strong>\u201eDavid tat, wie der Herr ihm geboten hatte und schlug die Philister von Gibeon an bis hin nach Geser.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>David war kein vollkommener Mensch, das war nur Christus. David beging zahlreiche Fehler, die ihren Tribut forderten. Dennoch hatte Gott die aller h\u00f6chste Meinung von David. Aus Gottes Sicht war David ein Mann ganz nach seinem Herzen, weil David sein Leben, einfach gesprochen, nach dem Willen Gottes ausrichtete. Durch die vielen Lektionen, die wir studiert haben, kristallisiert sich sein feiner Charakter heraus. Darin unterschied er sich von allen seinen Zeitgenossen (mit Ausnahme von Samuel). Von David lernen wir, was es hei\u00dft ein geistlicher Mensch zu sein, jemand ganz nach dem Herzen Gottes. M\u00f6ge Davids Vorbild uns zur Nachahmung anspornen. Gottes gro\u00dfer Name sei gelobt in Ewigkeit und verherrlicht durch unser t\u00e4gliches Glaubensleben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download David wird K\u00f6nig \u00fcber Israel \u201eUnd es kamen alle \u00c4ltesten in Israel zum K\u00f6nig nach Hebron. 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